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Höhlstab-Fernräumgerät für Magnetminen Mit Hohlstab-Fernräumgerät
für Magnetminen wird ein schwimmender, elektrisch erregter Magnetstab zur Erzeugung
starker Magnetfelder bezeichnet, der von einem Seefahrzeug in einer Entfernung von
etwa 2oo m geschleppt und von einem an Bord befindlichen Gleichstromgenerator gespeist
wird. Durch das Magnetfeld werden die Minen durch Vorauswirkung, ungefährlich für
das Fernräumgerät und das Schleppfahrzeug, zur Detonation gebracht.
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Es ist bekannt, daß geschleppte, unbemannte Fahrzeuge, in diesem Fall
das Fernräumgerät, mit einem für Geradeausfahrt fest eingestellten Ruder von dem
Kurs des Schleppers durch Strömung, Wind usw. stark abweichen können. Beim Wenden
des Schleppers um I8o°, wie es beim Minenräumen üblich ist, bedarf es erheblicher
Kräfte, das Fernräumgerät von der Geraden in die Kurve zu zwingen. Außerdem erfordert
das Wendemanöver bei festem Ruder einen sehr großen Wenderadius, was gleichbedeutend
mit Zeitverlust ist: Das Schleppen von zwei Hohlstab-Fernräumgeräten durch ein Schleppfahrzeug
zur Erzielung einer größeren bzw. der doppelten Räumbreite je Überlauf ist bei einem
Fernräumgerät mit festem Ruder nicht möglich, weil es weder in der Geraden noch
in der Kurve gelingt, den erforderlichen Geräteabstand auch nur einigermaßen zu
halten und Kollisionen zu vermeiden, und die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin,
die aufgeführten Mängel zu beseitigen.
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Erfindungsgemäß wird das Hohlstab-Fernräumgerät mit einem beweglichen
Ruder versehen, dessen Lage durch die Richtung des Schlepptrossenzuges bestimmt
wird, so daß das Fernräumgerät trotz Strömung und Wind dem Kielwasser des Schleppers
folgt.
Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung ist dieses bewegliche Ruder mit einer
Verstellvorrichtung versehen, die es gestattet, dem Ruder eine Anstellung von etwa
3o° Backbord oder Steuerbord zu geben und dadurch beim Schleppen von zwei Hohlstab-Fernräumgeräten
durch ein Schleppfahrzeug ein Ausscheren der Geräte nach Backbord und Steuerbord
zu erreichen.
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Um die Ruderwirkung zu verbessern, empfiehlt es sich hierbei, wenn
das Heck des Schwimmkörpers des Hohlstab-Fernräumgerätes in der Nähe des Ruders
insbesondere in Form eines Kegelstumpfes abgestumpft und das Ruder im wesentlichen
unter dem Heck und damit das gesamte Ruderblatt unterhalb der Wasserlinie angeordnet
ist. Vorteilhaft ist das Ruder dabei derart ausgebildet, daß die Höhe des Ruderblattes
um ein Beträchtliches geringer ist als seine Länge, und weiterhin vorteilhaft ist
das Ruder derart am Schwimmkörper des Fernräumgerätes angeordnet, daß das Ruderblatt
nach hinten, also der dem Bug abgekehrten Seite zu, nicht über das Heck hinausragt.
Schleppversuche haben ergeben, daß bei einer Heckausbildung dieser Art und bei einer
Ruderausbildung und -anordnung dieser Art die Ruderwirkung beträchtlich erhöht ist.
Gleichzeitig weist diese Anordnung aber auch noch den weiteren zusätzlichen Vorteil
auf, daß der Schleppwiderstand des Schwimmkörpers des Fernräumgerätes hierdurch
wesentlich verringert wird. Auch ist das Ruder selbst auf diese Weise durch das
Heck vor Beschädigungen durch Anstoßen u. dgl. insbesondere im Hafen geschützt.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt: Bild I zeigt ein Hohlstab-Fernräumgerät
mit automatischem Ruder in Seitenansicht, Bug und Heck teilweise im Schnitt gezeichnet.
Die Schlepptrosse wird an dem nach Backbord und Steuerbord schwenkbaren Schlepphebel
A befestigt. Bei Kursänderung sowohl des Schleppers als auch des Fernräumgerätes
wird der Hebel A durch den Trossenzug aus seiner Mittellage ausgelenkt. Diese Bewegung
wird durch die Welle B auf den Hebel E, welcher mittels Spindel D mit dem Kettenrad
C verstellbar verbunden ist, und durch Ketten, Zugstangen oder Seile I über die
Seilrollen F auf das Ruderjoch K und damit auf das Ruder L übertragen, das unter
dem als abgestumpften Kegel ausgebildeten Heck des Schwimmkörpers des Hohlstab-Fernräumgerätes
derart angeordnet ist, daß das eine länglich viereckige Steuerfläche aufweisende
Ruderblatt in seiner Geradeausstellung nicht über das Heck hinausragt.
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Stellt sich, wie Bild 2 zeigt, der Schlepphebel A durch den Trossenzug
um den Winkel a aus der Mittellage nach Backbord, so wird auch das Ruder um den
Winkel a aus der Mittellage nach Backbord gestellt, wodurch der Schwimmkörper des
Fernräumgerätes automatisch dem Kurs G des Schleppers folgt.
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In Bild 3 ist ein Schleppzug mit zwei Hohlstab-Fernräumgeräten dargestellt,
um bei einem Überlauf die doppelte Räumbreite zu erzielen. Die Ruder der Geräte
werden mittels der in Bild I gezeigten Anstellvorrichtung D so auf die erforderlichen
Vorgabewinkel a1 und a2 eingestellt, daß die Geräte so weit von der Kiellinie des
Schleppers nach Backbord und Steuerbord ausscheren, bis der gewünschte Geräteabstand
H erreicht ist. Zu diesem Zweck wird durch die Spindel D in Bild I und 2 das Kettenrad
C und damit das Ruder L gegen den mit dem Schlepphebel A fest verbundenen Hebel
E um den erforderlichen Winkel ß verstellt, ohne daß der Schlepphebel A seine Stellung
ändert.
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Bei Kurvenfahrt nach Steuerbord, wie Bild 3 punktiert zeigt, wird
bei dem Backbord-Fernräumgerät der Ruderanstellwinkel α1 durch den seitlichen
Trossenzug verkleinert, wodurch sich die Ausscherwirkung verringert und das Fernräumgerät
der Kurvenfahrt des Schleppers folgt.
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Bei dem Steuerbord-Fernräumgerät wird der Anstellwinkel α2 durch
den Trossenzug vergrößert, wodurch auch das Steuerbord-Fernräumgerät dem Schlepper
in die Kurve folgt.