-
Verfahren zur Herstellung eines neuen Bleichmittels der Stilbenreihe
Die Erfindung bezieht sich auf ein neues Stilbenderivat zur Verwendung beim Bleichen
von Textilmaterialien.
-
In der britischen Patentschrift 624 052 wird ein Verfahren
zur Herstellung neuer Stilbenderivate zur Verwendung zum Bleichen von Textilmaterialien
beschrieben, welches darin besteht, daB 2 Mol Cyanurchlorid in beliebiger Reihenfolge
mit r Mol q., 4'-Diaminostilben-2, 2'-disulfonsäure oder einem Salz derselben, 2
Mol Monoäthanolamin und 2 Mol eines primären oder sekundären aliphatischen Amins
oder eines primären oder sekundären aromatischen Amins kondensiert werden, welches
als Kernsubstituenten ein oder mehrere Alkvlradikale und bzw. oder ein Radikal tragen
kann, das aus den Gruppen -OH, -0R (worin R ein Kohlenwasserstoffradikal ist), -N
H-Acyl, -S 03H, -S 02 N H2 und Halogenatomen ausgewählt ist.
-
Die in der genannten Patentschrift zur Verwendung in diesem Verfahren
erwähnten aromatischen Amine sind Amine der Benzolreihe, z. B. Anilin und m-Toluidin.
-
Es wurde nun gefunden, daB, wenn an Stelle eines derartigen aromatischen
Amins 4-Aminodiphenyl verwendet wird, ein neues Stilbenderivat erhalten wird, welches
eine weit höhere Bleichkraft besitzt als die in der britischen Patentschrift 624
052 erwähnten Stilbenderivate.
Gemäß der Erfindung wird ein
Verfahren zur Herstellung eines neuen Mittels zum Bleichen vorgeschlagen, welches
in Form der freien Säure durch die folgende Formel dargestellt ist:
Das neue Bleichmittel wird geeigneterweise in Form eines Salzes, z. B. des Natrium-,
Kalium- oder Ammoniumsalzes, angewandt. In der schweizerischen Patentschrift
269483 sind Bleichmittel für Wolle folgender Formel beschrieben:
In dieser Formel bezeichnet A ein niedriges Alkyl-oder Alkyloxyradikal, N1 und N2
sind primäre Aminogruppen oder sekundäre oder tertiäre Aminogruppen, welche niedrige
aliphatische, alicyclische, arylaliphatische Radikale oder aromatische Radikale
der Benzolreihen tragen.
-
In der USA.-Patentschrift 2 473 475 ist ein Verfahren zur Herstellung
von Bleichmitteln beschrieben, in dem Aminostilbenderivate, welche zwei x, 3, 5-Triazinringe
aufweisen, von denen mindestens einer eine freie Aminogntppe enthält, und die weiterhin
wasserlösliche Gruppen, wie Sulfonsäure oder Carbonsäure, enthalten, in neutraler
oder alkalischer Lösung mit Formaldehyd umgesetzt werden.
-
Die Bleichmittel gemäß der Erfindung besitzen, insbesondere wenn sie
als Bestandteil von Seifenpulver verwendet werden, eine höhere Bleichwirkung als
die Bleichmittel der genannten schweizerischen Patentschrift 269 483 und der USA.-Patentschrift
2 473 475 .
-
Das Verfahren zur Herstellung des neuen Bleichmittels ist dadurch
gekennzeichnet, daß 2 Mol Cyanurchlorid in beliebiger Reihenfolge mit x Mol 4, 4'-Diaminostilben-2,
2'-disulfonsäure oder eines Salzes davon, 2 Mol Monoäthanolamin und 2 Mol 4-Aminodiphenyl
kondensiert werden.
-
Bei der Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung kann i 17I01
4, 4'-Diaminostilben-2, 2'-disulfonsäure zu Wasser zugegeben werden; danach werden
2 Mol Natronlauge zugegeben, um eine klare Lösung zu erhalten, welche man dann in
eine wäßrige Suspension von 2 Mol Cyanurchlorid einfließen läßt. Die Mischung wird
gerührt, dann werden 2 Mol Natronlauge allmählich zugegeben. Weiter werden dann
2 Mol 4-Aminodiphenyl zugegeben; die Mischung wird bei geeigneter Temperatur eine
Zeitlang gerührt und Natronlauge zugegeben, um die sich entwickelnde Säure zu neutralisieren.
Wenn sich keine weitere Säure mehr entwickelt, werden mindestens z Mol Monoäthanolamin
zugegeben ' und die Mischung erwärmt, um die Reaktion zu beenden. Für diese letzte
Stufe der Reaktion kann ein Überschuß an Monoäthanolamin zu der Reaktionsmischung
zugegeben werden, wobei der V berSChuß unverändert in der Reaktionsmischung zurückbleibt.
Das Produkt kann dann in Form eines Salzes ausgesalzen werden.
-
Wahlweise kann das Reaktionsprodukt von Cyanurchlorid und 4, 4'-Diaminostilben-2,
2'-disulfonsäure zuerst mit 2 Mol Monoäthanolamin umgesetzt werden; das so erhaltene
Produkt wird dann mit mindestens 2 Mol 4-Aminodiphenyl umgesetzt (wobei ein etwaiger
Überschuß über 2 Mol unverändert zurückbleibt) ; das Cyanurchlorid kann aber auch
mit dem Monoäthanolamin und bzw. oder dem 4-Aminodiphenyl umgesetzt werden, bevor
es mit der 4, 4'-Diaminostilben-2, 2'-disulfonsäure umgesetzt wird.
-
Die neue Verbindung kann Seifenpulvern .oder anderen Reinigungsmitteln
zugesetzt werden. Waschmitteln für Textilien setzt man z. B. etwa o,ooi bis o,i
°/o des neuen Stilbenderivats zu.
-
Die dabei erzielte Bleichwirkung ist gegenüber Licht und Hypochloritbehandlung
beständig. - Die neue Verbindung ist substantiv gegenüber Baumwolle.
-
Die Erfindung wird durch das folgende Beispiel erläutert, jedoch nicht
begrenzt. Die Teile sind Gewichtsteile.
-
Beispiel Zu einer Suspension von 71 Teilen (o,i Mol) des Dinatriumsalzes
von 4, 4'-Di-(2", 4"-dichlor-i", 3", 5"-t?iazin-6"-ylamino)-stüben-2, 2'-disulfonsäure,
das wie unten beschrieben hergestellt worden ist, werden 41,i Teile einer Lösung
des Hydrochlöridsdes4-Amiriodiphenyls in 125o Teilen heißem Wasser zugegeben.
Die
Mischung wird auf 5o° erwärmt und von Zeit zu Zeit Natronlauge zugegeben, um die
Suspension gegenübermit 2, 4-Dinitrobenzolazo-i-naphthol-3, 6-disulfonsäure imprägniertem
Prüfpapier neutral einzustellen und zu halten. Die Reaktion ist beendet, wenn sich
keine weitere Säure entwickelt. Dies dauert etwa i Stunde. 24,4 Teile (0,4 Mol)
Monoäthanolamin werden jetzt zugegeben und die Mischung auf 95 bis ioo° 5 Stunden
lang erwärmt. Nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur wird das Dinatriumsalz der
4, 4'-Di-(2"-p-diphenylylamino-4"-äthanolamino-i", 3", 5"-triazin-6"-ylamino)-stilben-2,2'-disulfonsäure
abfiltriert und bei 6o° getrocknet. Das Produkt besteht aus einem schwachbraunen
Festkörper.
-
An Stelle der Zugabe von 4-Aminodiphenyl als wäBrige Lösung des Hydrochlorids
kann eine Lösung der freien Base in einem organischen Lösungsmittel verwendet werden.
-
Die Suspension von 71 Teilen des Dinatriumsalzes der 4, 4'-Di-(2",
4"-dichlor-i", 3", 5"-triazin-6"-ylamino)-stilben-2, 2'-disulfonsäure, die in dem
obigen Beispiel verwendet wird, wird wie folgt hergestellt: 8 Teile Natronlauge
werden zu einer gerührten Mischung von 37 Teilen (o, i Mol) von 4, 4'-Diaminostilben-2,
2'-disulfonsäure in 24o Teilen Wasser zugegeben. Die klare Lösung wird zu einer
Suspension von Cyanurchlorid, erhalten durch Zugabe einer Lösung von 36,8 Teilen
(o,2 Mol) Cyanurchlorid in 92 Teilen Aceton zu i6oo Teilen Wasser, bei 2o bis 24°
innerhalb 30 Minuten zugegeben. Die so erhaltene Suspension wird 2 Stunden
bei 2o bis 25° gerührt, und 8o Teile io°/oiger Natronlaugelösung werden während
dieser Zeit allmählich zugegeben, so daB die Endmischung nur schwach sauer gegenüber
Kongorotpapier ist.