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Schallplatten sowie Verfahren und Einrichtungen zu ihrer Herstellung
Es ist üblich, Schallplatten durch Pressen zu erzeugen, indem ein vorgewärmter,
plastischer Massekuchen zwischen die Matrizen gelegt wird, die danach unter einem
entsprechenden Druck zusammengepreßt werden; dabei wird das Material auseinandergedrückt
auf die Dicke der Schallplatte und erhält gleichzeitig die Schallprofile. Ein solches
Verfahren ist zeitraubend und umständlich, es erfordert außerdem eine gewisse manuelle
Geschicklichkeit und besondere Aufmerksamkeit bei Wärmebehandlung des Materialkuchens.
Auch ist dabei ein hoher Energiebedarf beim Aufwärmen und Abkühlen der Preßvorrichtung
erforderlich.
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Die Erfindung geht demgegenüber von einem anderen an sich bekannten
Herstellungsverfahren atts, bei dem die Schallplatten -durch -Prägung erzeugt werden.
Bei dem bekannten Verfahren wurde ein auf der Dicke der Schallplatten vorgeformtes
Material in Band- oder Rondellform durch einen Prägestempel mit dem Schaliprofil
versehen. Gemäß der Erfindung wird das Verfahren dadurch verbessert, daß das vorgeformte
Band bzw. Rondell unmittelbar vor der Prägung durch Walzen oder Spritzen, vorzugsweise
kontinuierlich, hergestellt wird. Als Material werden hierfür zweckmäßig thermoplastische
Kunststoffe verwendet, vorzugsweise Polymerisatkunststoffe.
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Die Erfindung wird zweckmäßig in Verbindung mit einer Prägevorrichtung
für die Herstellung der Platten verwendet, die bei parallel liegenden Matrizen mit
translatorischer Bewegung arbeitet.
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Es -kanngemäß derErflndnng .aber,.auc;h eine
Prägevorrichtung
mit rotierender Bewegung der Matrize vorgesehen sein,. z. B. in Walzenform, wobei
die Walzen Träger der Matrizen sind, zwischen denen das Band mit dem entsprechenden
Prägedruck hindurchgeführt wird. Zur Verbesserung der Arbeitsweise werden gemäß
der Erfindung die Prägeeinrichtungen gleichzeitig mit Einrichtungen zur Erzeugung
des vorgeformten Materials verbunden, so daß gegebenenfalls eine bauliche Einheit
entsteht.
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Die Erfindung und weitere Einzelheiten werden an Hand der Abb. I
bis 5 dargestellt.
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Abb. 1 a zeigt in schematischer Darstellung zunächst ohne die Vorrichtung
zur Erzeugung des vorgeformten Materials eine Prägevorrichtung mit translatorischer
Bewegung. Es handelt sich dabei im wesentlichen um eine Art Plattenstanzvorrichtung,
wie sie auf anderen Gebieten der Technik bekannt ist. In dem Unterteil I ist die
eine Matrize 2 und in dem Oberteil 3 die andere Matrize 4 gelagert. Das Unterteil
1 kann auf einer festen Unterlage angeordnet sein, oder auch nachgiebig zum Ausgleich
des Prägedruckes. Als nachgiebige Lagerung kann dafür z. B. eine schwimmende Lagerung
in ül oder Lagerung auf Materialien geeigneter Rückstellkraft, z. B. Gummi, vorgesehen
werden oder auch eine Lagerung auf plastischem Material. Diese Lagerung kann für
das Unterteil, das die Matrize aufnimmt, vorgesehen sein oder für die Matriz allein;
sie ,ist unter Umständen auch am Oberteil oder allein am Oberteil anzuwenden. Das
Oberteil 3 ist beweglich nach Art eines Stempels ausgebildet, der maschinell auf
und ab bewegt wird. Für die Aufnahme des auf Schailplattendicke vorgeformten Materials
besitzt das Unterteil eine entsprechende Aussparung, in der dieses Material geführt
ist; dabei ragt dieses Material ein wenig über das Unterteil hinaus.
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Die Form des Materials zeigt Abb. 1 b, es handelt sich dabei als
Beispiel um eine Rondellform; es ist aber ohne weiteres möglich, auch rechteckige
Tafeln zu verwenden, doch ist es dann zweckmäßig, beim Prägevorgang gleichzeitig
einen entsprechenden Schneidvorgang vorzusehen, mit dem die Rundform der Schallplatte
erzeugt wird. Für die Erzeugung der Zentrieröffnung ist in der oberen Matrize 4
bzw. dem Oberteil 3 ein Dorn 6 vorgesehen, der das Material gegenüber einer entsprechenden
oeffnung 7 im Unterteil ausstanzt. Die Verformung gemäß Abb. 1 b kann bereits die
Zentrieröffnung besitzen, dann kann in der Prägevorrichtung auf den Dorn verzichtet
werden.
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Die Befestigung der Matrize kann in der bei der Befestigung von Werkzeugen
üblichen Weise erfolgen. Die Prägung ist in beliebiger, vorzugsweise horizontaler
oder schräger Lage der Matrize möglich. Es kann auch eine automatisch wirkende Auswurfvorrichtung
für die Platten vorgesehen sein, wie dies an sich bekannt ist. Die Zuführung des
Prägematerials kann auch in Streifen erfolgen, gegebenenfalls mit automatischem
Vorschub und gleichzeitigem automatischem Auswerfen der Platten. Je nach dem verwendeten
Material kann es unter Umständen zweckmäßig sein, Aufheizvorrichtungen für das Material
bzw. die Matrizen sowie gegebenenfalls Kühleinrichtungen vorzusehen; für die Aufheizung
kann auch ein Vorwärmer vorgesehen sein, in dem das Material vor Beschickung der
Prägevorrichtung aufbewahrt wird. Gegebenenfalls kann dieser Vorwärmer auch so eingerichtet
sein, daß das Material ihn durchläuft, bevor es den Prägegang selbst erreicht.
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Abb. 2 zeigt eine Anordnung zur Prägung von Schallplatten nach dem
Rotationsverfahren. Die Prägung erfolgt vom laufenden Band 6, das beispielsweise
aufgetrommelt ist. Wenn das Material sehr sperrig ist, kann auch aus gestreckten
Bändern geprägt werden. Von der Trommel läuft das Band zuerst durch eine Reinigungsvorrichtung
7, die geeignet ist, das Band vor allem von Staubteilchen zu befreien. Zu diesem
Zweck kann das Band in dieser Vorrichtung z. B. feucht gebürstet werden; ferner
kann es zweckmäßig sein, auch eine magnetische Vorrichtung zur Entfernung von anhaftenden
Eisenteilchen vorzusehen. Vor dieser Reinigungsvorrichtung sind zweckmäßig Führungsrollen
8 angeordnet, die dafür sorgen, daß das Band gerade in die- Reinigungsvorrichtung
einläuft. Nach der Reinigungsvorrichtung läuft das Band über einen Vorwärmer 9,
der beispielsweise auf elektrischer Grundlage arbeitet; dabei kann die Heizung mittels
Hochfrequenz erfolgen, es ist aber auch unter Umständen zweckmäßig, dafür eine Infrarotstrahlung
zu verwenden. Die Intensität sowie die Dauer der Einwirkung richtet sich nach der
Transportgeschwindigkeit sowie nach den gerade verwendeten Materialien. Nach dieser
Vorwärmung läuft das Band in die eigentliche Prägevorrichtung. Dies ist hier im
Prinzip durch die Walzen 10 und II dargestellt, die im einzelnen nach den bekannten
Einrichtungen für die Rotationsprägung eingerichtet sein können; dabei wird die
obere Walze mit nachgiebigem, auf beide Lager wirkendem Druck gegen die untere Walze
gedrückt, die starr gelagert sein kann. Auf dem Umfang jeder Walze sind die Matrizen
angeordnet, und zwar auf der oberen Walze II vier Matrizen 12 und auf der unteren
Walze 10 vier Matrizen I3. Der Durchmesser der Walzen wird zweckmäßig so groß gewählt,
daß die Krümmung der Matrizen in erträglichen Grenzen bleibt. Mit entsprechender
Vergrößerung der Durchmesser ist es auch möglich, die Zahl der aufzubringenden Matrizen
zu vergrößern, die Aufspannung kann dabei z. B. mit Hilfe von Schraubverbindungen
erfolgen. Es könnte auch eine Halterung durch pneumatischen Unterdruck in Frage
kommen, wobei die Unterlage zweckmäßig aus Gummi oder ähnlichem Material besteht,
um die Haftung zu verbessern.
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Bei der Aufbringung der Matrizen ist darauf zu achten, daß die zugehörigen
Vorder- und Rückseiten einer Platte auf den Walzen in richtiger Lage zueinander
liegen. Die Matrizen 12 an der oberen Walze bzw. die Walzen selbst sind mit einem
Dorn 14 versehen, der so ausgebildet ist, daß er das Band für die Erzeugung der
Zentrieröffnung mar-
kiert. Diese Markierung besteht in einer Vertiefung
I5, die bei entsprechender Ausgestaltung der unteren Walze auch auf der Unterseite
des Bandes erzeugt werden kann. Nach dem Durchlaufen der Prägewalzen besitzt das
Band 6, wie Abb. 2 zeigt, die Schallaufzeichnung I6. Es ist dann noch erforderlich,
die Platte selbst aus dem Band auszustanzen und das Zentrierloch herzustellen. Dies
wird mit einer Plattenstanzvorrichtung erreicht, durch die das Band nach Verlassen
der Prägevorrichtung läuft. Ein entsprechend ausgebildetes Werkzeug I7 schneidet
die Platte aus dem Band aus; dieses Werkzeug besitzt außerdem einen Dorn I8, der
das Zentrierloch ausstanzt. Die Stanzvorrichtung stanzt in einem Rhythmus, der von
der Prägevorrichtung abhängig ist; dies kann in einfachster Weise dadurch erreicht
werden, daß die Markierungen 15 als Maß genommen werden, indem z.B. diese Markierungen
mit einem Fühlhebel abgetastet werden, über den die Stanze gesteuert wird. Nach
dem Verlassen der Stanze kann die ausgestanzte Schallplatte in einen vorbereiteten
Behälter fallen: im Band bleibt danach eine runde Offnung 19 (Abb. 2b).
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Die Vorheizung bei einer Anordnung nach Ahb. 2a sowie die Reinigung
des Bandes bringt gewisse Schwierigkeiten mit sich, die gemäß der Erfindung dadurch
vermieden werden, daß die Prägevorrichtung mit einem bandförmigen Material beschickt
wird, welches kurz vor Einlaufen in die Prägevorrichtung hergestellt wird. Dazu
können Einrichtungen gemäß den Abh. 3 und 4 dienen.
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Abb. 3 zeigt in prinzipieller - Darstellung eine Anordnung, mit der
ein Prägeband nach Art eines Spritzverfahrens hergestellt werden kann. Eine solche
Anordnung wird beispielsweise an eine Prägevorrichtung gemäß Abb. 1 a bzw. 2a angeschlossen
und kann mit diesen Vorrichtungen unter Umständen eine bauliche Einheit bilden.
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Im Grundaufbau zeigt die Anordnung nach Abb. 3 a einen Fülltrichter
20, der das vorgemischte Material für die Bandherstellung enthält; dieses Material
läuft in einen Zylinder 2I, in dem eine Schnecke 22 drehbar angeordnet ist. Solche
Anordnungen sind bekannt und werden bei Schneckenpressen verwendet. Die Schnecke
treibt das Material aus dem Trichter 20 gegen eine Düse 23 (Abb. 3b), die eine solche
Form besitzt, daß das austretende Band die gewünschte Vorformung besonders hinsichtlich
der Dicke für die Plattenprägung besitzt.
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Die Plastifizierung des Materials wird dabei durch den von der Schnecke
erzeugten Preßdruck erreicht sowie ferner durch eine zusätzliche Heizvorrichtung
24, die z. B. elektrisch den Zylinder 2I erwärmt.
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Eine abgewandelte Form zeigt Abb. 4. Das Material in dem Trichter
20 wird auf einem Mischwalzwerk bekannter Bauart plastifiziert. Es ergibt sich daraus
ein Materialfell 26, dessen Breite und Dicke schwankt; dieses Fell wird über eine
Führung 27 durch ein kaltes Walzenpaar 28 auf die gewünschte Stärke gewalzt und
im nachfolgenden Arbeitsgang durch einen Seitenschneider 29, z. B. in Form von zwei
rotierenden Messern, auf die gewünschte Breite geschnitten (Abb. 4b). Von dort kann
das Band unmittelbar in die Prägestanze laufen, wie es vorher bereits beschrieben
ist.
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An Stelle der Mischwalze kann unter Umständen auch eine Knetmaschine
verwendet werden, diese erzeugt dann erst einen Massekuchen, der dann in ähnlicher
Weise wie vorher in der kalten Walze 28 verarbeitet wird.
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An Stelle eines kontinuierlichen Bandes kann natürlich auch ein kontinuierlicher
Transport mit Vorformlingen vorgesehen sein, die nach dem Verfahren der Erfindung
hergestellt werden. Hierfür zeigt Abb. 5 eine Ausführungsform. Eine grobgliedrige
Transportkette 30 besteht aus einer Vielzahl von Einzelgliedern 3I,32, die durch
Gelenke 33 miteinander verbunden und selbst nach Art'einer Blechplatte ausgebildet
sind, die eine Öffnung 34 besitzt, in welche der Vorformling eingelegt wird.
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Zum Zwecke der Halterung des Vorformlings besitzt die Öffnung z. B.
je drei Vertiefungen 35, in welchen die Halterung über entsprechende Nasen am Vorformling
sichergestellt ist. Diese Transportkette wird zweckmäßig als endlose Kette ausgebildet
und läuft durch die Prägestanze sowie deren Hilfsvorrichtungen z. B. für Erwärmung
und kann laufend beschickt werden, nachdem die Platten nach erfolgter Prägung abgenommen
sind, und die entsprechenden Glieder der endlosen Transportkette wieder an den Ausgangspunkt
zurückgekehrt sind.
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Die Haltenasen können beim Prägen abgelöst oder auch nachträglich
durch Abschleifen oder Stanzen entfernt werden.
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Als Material werden gemäß der Erfindung für die Prägung der Schallplatten
thermoplastische Kunststoffe, insbesondere Polymerisatkunststoffe, vorgeschlagen.
Insbesondere kommen in Frage Polymerisate der Ester der Acryl- bzw. Methacrylsäure,
ferner Polymerisate des Vinylchlorids, ferner Mischpolymerisate aus Vinylchlorid
und einer anderen polymerisationsfähigen Komponente, z. B.
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Vinylacetat, ferner Polyamidkunststoffe und Cellulosederivate. Dabei
kann es unter Umständen zweckmäßig sein, diese thermoplastischen Kunststoffe in
entsprechend dünnen Schichten auf stabileren Trägern, z. B. Leichtmetallblechen,
aufzubringen.
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Als Träger können auch härtere Kunststoffe in Frage kommen, wie z.
B. Polyvinylchlorid mit entsprechendem Härtegrad.
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PATENTANSPROCHE: I. Verfahren zur Herstellung von Schallplatten,
bei dem ein auf die Dicke der Schallplatte vorgeformtes Material in Band-oder Rondellform
durch Prägung mit dem Schallprofil versehen wird, dadurch gekennzeichnet, daß das
vorgeformte Band bzw.
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Rondell unmittelbar vor der Prägung durch Walzen oder Spritzen, vorzugsweise
kontinuierlich, hergestellt wird.