DE712015C - Verfahren zum Behandeln bituminoeser Stoffe oder Massen, welche diese Stoffe enthalten - Google Patents
Verfahren zum Behandeln bituminoeser Stoffe oder Massen, welche diese Stoffe enthaltenInfo
- Publication number
- DE712015C DE712015C DEN43604D DEN0043604D DE712015C DE 712015 C DE712015 C DE 712015C DE N43604 D DEN43604 D DE N43604D DE N0043604 D DEN0043604 D DE N0043604D DE 712015 C DE712015 C DE 712015C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- substances
- bituminous
- bitumen
- esters
- masses
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08K—Use of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
- C08K5/00—Use of organic ingredients
- C08K5/36—Sulfur-, selenium-, or tellurium-containing compounds
- C08K5/41—Compounds containing sulfur bound to oxygen
- C08K5/42—Sulfonic acids; Derivatives thereof
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Medicinal Chemistry (AREA)
- Polymers & Plastics (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)
- Working-Up Tar And Pitch (AREA)
- Paints Or Removers (AREA)
Description
Die Erfindung· bezieht sich auf ein Verfahren
zum Behandeln bituminöser Stoffe öder Massen, welche diese Stoffe enthalten,
einschließlich aller Sorten von asphaltischen S Bitumen, insbesondere Rückständen der Mineralöldestillation,
mit Dampf raffiniertem Bitumen, Rückständen der _ Extraktion von Mineralölen oder deren Fraktionen mit niedrig
molekularen Kohlenwasserstoffen oder anderen Lösungsmitteln, z. B. den sogenannten
Propanasphalten, Rückständen der Mineralölkrackung, Bitumina, die aus den bei der
Raffination von Mineralölen (entstehenden Abfallprodukten enthalten sind, z. B. solche,
die aus Säureschlamm oder aus Ölextrakten hergestellt sind, welche ihrerseits mit selektiven
Lösungsmitteln behandelt sind, ferner geblasene, sulfurierte oder chlorierte asphaltische
Bitumina, natürliche Asphalte, wie Trinidadasphalt und Gilsonit, bituminöser Schiefer, bitumenhaltiger Sand, verschiedene
Teer- und Pecharten, wie Kohlenteerpech u. dgl. Diese bituminösen Stoffe können u. a.
in Mischung mit Mineralstoffen oder organischen Stoffen angewendet werden, z. B. Bitumenlösungen,
bituminösen Ölen, insbesondere Straßenölen, Bitumendispersionen, bituminösen Anstrichen u. dgl.
Die Behandlung gemäß der vorliegenden Erfindung· hat das Ziel, bituminöse Stoffe
oder Massen herzustellen, welche diese Stoffe ' enthalten, und zwar von verbesserten Eigen-
schäften, insbesondere im Hinblick auf ihre Kleb- und Verteilungseigenschaften auch in
Gegenwart von Wasser oder Feuchtigkeit auf Steinen und anderen Stoffen verschiedener
Art.
Das Verfahren gemäß der Erfindung besteht darin, daß die bituminösen Stoffe oder
Massen, welche diese Stoffe enthalten, mit kleinen Mengen von Schwefelsäureestern
ίο oder Arylsulfonsäureestern der niederen primären
aliphatischen Alkohole gemischt werden oder mit Stoffen, aus denen diese Ester hergestellt sind.
Beispiele von Estern, die in Betracht kömmen, sind Dimethylsulfat, Diäthylsulfat,
Di-n-Propylsulfat, der Methylester von Benzol sulfonsäure, der Dimethylester von
Benzoldisulfonsäure, der Äthylester von Paratoluolsulfonsäure u. dgl.
Ein Beispiel einer kombinierten. Anwendung von Stoffen, aus denen ein geeigneter
Ester an Ort und Stelle hergestellt werden kann, ist eine Mischung von Methylalkohol
und Schwefelsäure.
Es ist bereits bekannt, bituminöse Massen mit Ölseifen, Harzseifen, Sulfitablauge o. dgl.
als Emulgatoren zu versetzen und die Massen als Überzugs-und Bindemittel für feuchte
Steinoberflächen, insbesondere im Straßenbau, zu verwenden. Auch Salze sulfonierter
Öl- oder Fettsäuren sind unter gewissen Umständen zur Herstellung bituminöser Emulsionen,
wie dies bekannt ist, geeignet. Hieraus ist aber die besondere Wirkung der ganz andersartigen Stoffe gemäß der Erfindung
keinesfalls abzuleiten, zumal aus der Waschmitteltechnik bekannt ist, daß Neutralester
niederer Alkohole überhaupt keine emulgierende Wirkung aufweisen.
In den meisten Fällen kann das Ziel der Behandlung gemäß der Erfindung erreicht werden, indem man weniger als 1 °/0 oder
einige wenige Prozente der entsprechenden Ester, berechnet auf das Gewicht der behan-(leiten
bituminösen Substanz, zusetzt, obwohl in manchen Fällen in Abhängigkeit von dem erstrebten Zweck und der Beschaffenheit des
bituminösen Materials größere Mengen der Ester ebenfalls zugesetzt werden können.
Das Mischen der bituminösen Substanzen oder der Massen, welche diese Substanzen enthalten, kann in manchen Fällen sogar bei
gewöhnlicher Temperatur durchgeführt werden. Im allgemeinen ist es vorzuziehen, die
Ester den bituminösen Stoffen bei erhöhter Temperatur, z. B. bei etwa ioo° oder mehr,
zuzusetzen.
Die Mischungsdauer hängt von der Mischungstemperatur ab. Während ein Vermischen
bei gewöhnlicher oder mäßig erhöhter Temperatur eine Mischdauer von einigen Stunden erfordern kann, wird oft
Y4stündiges Mischen genügen, wenn man bei
einer Temperatur von etwa ioo° arbeitet. Naturgemäß hängt die Mischungstemperatur
ebenso wie die Mischungsdauer auch von der Beschaffenheit des Esters und der bituminösen
Stoffe ab.
Die Ester oder die Stoffe, aus denen die Ester hergestellt werden können, lassen sich
als solche oder in Form von Lösungen in geeigneten Medien zusetzen.
Die gemäß der Erfindung behandelten bituminösen Stoffe oder Massen, welche diese
Stoffe enthalten, können für verschiedene Zwecke verwendet werden. Sie können u. a.
im Straßenbau verwendet werden, im besonderen als bituminöse Öle oder zum Verschneiden,
zum Überziehen oder Umhüllen von natürlichen oder künstlichen Steinen und Zement, für hydraulische Konstruktionen,
zum Imprägnieren von faserigen Stoffen, z. B. von Tuch, Holz, Papier und Pappe, zum
Überziehen von Metallen, Rohrleitungen, als Korrosionsschutzanstrich, als gemeinsames
Füllmittel usw. Sie können als Zwischenschicht oder Klebemittel beim Aufbringen
von Asphalt, asphaltischen Bitumen oder anderen Stoffen dienen, z. B. beim Aufbringen
von Kautschuk oder Holz auf Stoffe von sehr go weitgehend abweichender Beschaffenheit.
Die Bedeutung des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung ist im besonderen aus
der Tatsache ersichtlich, daß die behandelten bituminösen Stoffe leicht auf Materialien oder
Gegenstände aufgebracht werden können, die vorher nicht getrocknet sind, wobei ein Arbeiten
bei feuchtem Wetter nicht die Gefahr eines ungenügenden Klebens oder eines unvollständigen
Überziehens mit sich bringt. überdies erfolgt keine Ablösung des Überzuges in dem Fall, daß die Materialien oder
Gegenstände im Anschluß daran feucht werden.
Die gemäß der Erfindung behandelten bituminösen Stoffe haften auch leicht an sogenannten
hydrophilen Steinen, d. h. insbesondere Steinen saurer Beschaffenheit, wie
Quarz oder Granit. Im allgemeinen ist es sehr schwierig, derartige Steine vollständig
mit nicht behandelten bituminösen Stoffen zu bedecken.
o,2% Dimethylsulfat werden einem irakischen
Asphaltbitumen zugesetzt, dessen Penetration bei 25 ° dem Wert 183 entsprach,
dessen Schmelzpunkt (R & B) bei 400 lag und das einen Penetrationsindex von — 0,3
aufwies. Der Zusatz erfolgte bei 8o°, worauf die Masse sorgfältig gemischt wurde. Nach
einer Mischdauer von etwa 10 Minuten wurde
i2°/o Leuchtöl zugesetzt. Als Ergebnis wurde
ein dickes Öl erhalten. Dieses öl wurde nach dem Erhitzen auf etwa ioo° zum Überziehen
von Granitsplitt in der im Straßenbau üb-
S liehen Weise benutzt. Beim Eintauchen des so überzogenen Steinsplitts in Wasser von
400 blieb der Überzug unangegriffen.
Wenn das gleiche Bitumen ohne Zusatz von Dimethylsulfat oder einem anderen Ester
der obenerwähnten Art mit Leuchtöl verdünnt wurde, der Granitsplit't mit 'diesem Öl
in der gleichen Weise wie oben beschrieben überzogen wurde, und der so überzogene
Steinsplitt in Wasser getaucht wurde, löste sich das bituminöse Öl langsam von der
Oberfläche des Steines, so daß nach einigen wenigen Stunden schon ein großer Teil der
Oberfläche frei war.
2 Gewichtsprozent Dimethylsulfat wurden bei etwa ioo° einem venezolanischen Asphaltbitumen
mit folgenden Kennzeichen zugesetzt :
Penetration bei 25° = 23,
Schmelzpunkt (R&B) 6i°,
Penetrationsindex — 0,4.
Penetrationsindex — 0,4.
Die Mischung wird dann sorgfältig 1 Stunde lang gerührt, und das erhaltene Erzeugnis
wird im Verhältnis von 15 zu 85 Gewichtsteilen mit einem venezolanischen Hochva'kuumasphaltbitumen
vermischt, das folgende Kennzeichen aufwies:
Penetration bei 25° = 6,
Schmelzpunkt (R&B) 96,
Penetrationsindex 2,0.
Penetrationsindex 2,0.
Hierauf wurde eine gleiche Gewichtsmenge Terpentin zugesetzt und das Ganze wiederum
gemischt.
Das erhaltene Erzeugnis wurde im Anschluß daran auf eine mit einem Sandstrahlgebläse
gereinigte Eisenplatte aufgetragen. Der so hergestellte Anstrich wurde weitere 5 Minuten fließen gelassen, worauf die bestrichene
Platte in Wasser gebracht wurde. Nach einem Tag war praktisch keine Stelle des Eisens frei. Wenn der gleiche Versuch
ohne den Zusatz von Dimethylsulfat durchgeführt wird, so ergibt sich, daß ein beträchtlicher
Teil des Anstrichs durch das Wasser innerhalb eines Tages losgelöst ist.
Wenn feuchte Eisenplatten angestrichen werden, bis ein vollständiger Überzug erreicht
ist, so ist der Unterschied zwischen nichtbehandeltem und behandeltem Bitumen sogar noch größer. Der Überzug, der mit
Dimethylsulfat behandeltes Bitumen enthält, ist nach 2 Stunden fast völlig unversehrt und
wird von einem Teil der Oberfläche lediglich nach verhältnismäßig langer Zeitdauer, beispielweise
nach einem Tag, entfernt, während der Überzug, der unbehandeltes Bitumen enthält,
fast vollständig nach einigen wenigen Minuten entfernt ist.-
Claims (1)
- Patentanspruch :Verfahren zum Herstellen von bituminösen Stoffen oder Massen, welche diese Stoffe enthalten, mit verbesserten Eigenschaften, insbesondere im Hinblick auf die Kleb- und Verteilungseigenechaften der bituminösen Stoffe auch in Gegenwart von Wasser oder Feuchtigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß diese Stoffe oder Massen mit kleinen Mengen von Schwefelsäureestern oder Arylsulfonsäureestern von niederen primären aliphatischen Alkoholen oder mit Stoffen gemischt werden, aus denen diese Ester gebildet werden können.
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
NL215362X | 1938-10-07 |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE712015C true DE712015C (de) | 1941-10-10 |
Family
ID=19779045
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DEN43604D Expired DE712015C (de) | 1938-10-07 | 1939-09-29 | Verfahren zum Behandeln bituminoeser Stoffe oder Massen, welche diese Stoffe enthalten |
Country Status (5)
Country | Link |
---|---|
BE (1) | BE436599A (de) |
CH (1) | CH215362A (de) |
DE (1) | DE712015C (de) |
FR (1) | FR860763A (de) |
GB (1) | GB533170A (de) |
Families Citing this family (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
FR2703063A1 (fr) * | 1993-03-26 | 1994-09-30 | Elf Antar France | Compositions bitume/polymère non gélifiables et stables au stockage à température élevée, leur procédé de préparation et leur application à la production de liants bitume/polymère pour revêtements. |
-
0
- BE BE436599D patent/BE436599A/xx unknown
-
1939
- 1939-09-29 DE DEN43604D patent/DE712015C/de not_active Expired
- 1939-10-02 GB GB27014/39A patent/GB533170A/en not_active Expired
- 1939-10-03 CH CH215362D patent/CH215362A/de unknown
- 1939-10-07 FR FR860763D patent/FR860763A/fr not_active Expired
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
BE436599A (de) | |
CH215362A (de) | 1941-06-30 |
FR860763A (fr) | 1941-01-23 |
GB533170A (en) | 1941-02-07 |
Similar Documents
Publication | Publication Date | Title |
---|---|---|
DE852883C (de) | Gegenueber Kohlenwasserstoffen widerstandsfaehige bituminoese Massen und Verfahren zum Schuetzen asphalthaltiger Oberflaechen gegen Kohlenwasserstoffe | |
DE3689177T2 (de) | Verfahren zur Behandlung von Füllmaterialien und zur Konstruktion rutschfester Strassenoberflächen. | |
DE1102033B (de) | Herstellung einer abstreiffesten Bitumenmischung, insbesondere fuer den Strassenbau | |
DE712015C (de) | Verfahren zum Behandeln bituminoeser Stoffe oder Massen, welche diese Stoffe enthalten | |
DE2201496A1 (de) | Metall-Befestigungselement,Verfahren zu seiner Herstellung und UEberzugsmasse hierfuer | |
DE1099434B (de) | Herstellung einer abstreiffesten Bitumenmischung, insbesondere fuer den Strassenbau | |
DE1471711C3 (de) | Verfahren zur Herstellung einer Druckfarbe | |
DE616179C (de) | Verfahren zum Wasserdichtmachen von Papier und anderen Faserstoffen | |
DE389512C (de) | Verfahren zur Herstellung eines nicht staeubenden und nicht aetzenden Duengemittels | |
DE339106C (de) | Verfahren zur Herstellung von Buch-, Zeitungs- u. dgl. Druckfarben | |
DE806853C (de) | Belagstoff und Verfahren zu seiner Herstellung | |
DE572196C (de) | Die Verwendung von wasserfreien heissfluessigen bituminoesen Massen im Strassenbau | |
DE891359C (de) | Verfahren zum Leimen von Papieren und Pappen | |
AT124072B (de) | Verfahren zur Veränderung des Aggregatszustandes von Produkten, welche ungesättigte organische Kohlenstoffverbindungen enthalten. | |
DE880544C (de) | Verfahren zum Leimen von Papieren und Pappen | |
DE599298C (de) | Verfahren zur Herstellung eines Linoleumzementersatzes | |
AT53207B (de) | Verfahren zur Herstellung eines zum Lösen von Lacken und Ölfarben geeigneten Mittels. | |
DE569229C (de) | Verfahren zur Herstellung von Kunstleder | |
DE847178C (de) | Schutzglasur, insbesondere zum Schutze von Erdoeltankschiffen u. dgl. | |
DE919495C (de) | Verfahren zur Herstellung bestaendiger waessriger Emulsionen von Teeroelen, Carbolineum, bituminoesen Fluessigkeiten | |
DE516407C (de) | Verfahren zur Herstellung von elastischen und wetterbestaendigen Stockschutz-anstrichmassen fuer Leitungsmasten und sonstige Hoelzer | |
DE409857C (de) | Verfahren zur Herstellung von Rostschutzanstrichen | |
DE725001C (de) | Verfahren zum Raffinieren von Mineraloelen | |
AT96788B (de) | Anstrichmasse zur Konservierung von Holz, Pappe, Mauerwerk, Leder, Blech usw. | |
DE1173381B (de) | Gegebenenfalls als Emulsion vorliegendes Bindemittel auf Bitumen- oder Teerbasis, insbesondere fuer Bau-, Impraegnier- und Korrosionsschutzzwecke |