-
SchmelzIeiteranordhung für überstromträge Sicherungen Zusatz zum Patent
681988
Durch "das Hauptpatent ist unter Schutz gestellt eine Schmelzleiteranordnung
für überstromträge Sicherungen, bei der an der für die Abschaltung vorgesehenen
Stelle, vorzugsweise der Mitte, bei einer vorbestimmten Temperatur sich zersetzende
und unter Bildung von elektrisch neutralen Silbersalzen die Stromunterbrechung herbeiführende
Salze oder Salzgemische vorgesehen sind.
-
Als derartige Salze kommen vorzugsweise in Betracht Silberhalogenide
mit einem Anteil an freien Halogenen, vorzugsweise Silberalkalihalogenide oder Gemische
derartiger Salze.
-
Der Vorteil einer derartigen Anordnung besteht darin, daß die Sicherungen
zu vorbestimmten Zeiten abschalten, im normalen Arbeitsbereich unempfindlich sind,
eine geringe Streuwirkung besitzen und eine vorzügliche Trägheitsleistung aufweisen.
-
In Weiterbildung dieser Anordnung wird nach der vorliegenden Erfindung
der ungeteilt verlaufende Schmelzleiter in der Mitte mit einer die Wärmebildung
herabsetzenden, an sich bekannten Querschnittsverstärkung versehen, und es werden
an einer oder mehreren Stellen des Schmelzleiters bei einer vorbestimmten Temperatur
sich zersetzende und unter Bildung elektrisch neutraler Silbersalze die Stromunterbrechung
herbeiführende Salze oder Salzgemische aufgetragen.
-
Es sind bereits Anordnungen bekannt, bei denen der ungeteilt verlaufende
Schmelzleiter in der Mitte eine die Wärmebildung herabsetzende Querschnittsver stärkung,
z. B. in Form einer aufgeschweißten Feinsilberauf-
Lage aufweist
und auf dem übrigen Schmelzleiterteil die Stromunterbrechung herbeiführende Lotaufträge
vorgesehen sind.
-
Diese Anordnungen haben jedoch den N achteil, daß ihre Trägheitsleistung
eine nur beschränkte ist, und zwar im wesentlichen infolge der Möglichkeit vorzeitiger
Legierungsbildung zwischen den erwähnten Lotaufträgen und dem Schmelzleitermetall,
z. B. durch Diffusion auf kaltem Wege und eine unerwünscht beschleunigte Legierungsbildung
in höheren Belastungsbereichen.
-
Durch Anwendung von Salzen der erwälmten Art wird dagegen eine erhebliche
Steigerung der Trägheitsleistung erreicht, die bis zu 5ooo-Q der eigentlichen Abschmelzzeiten
ausmachen kann, und es werden Unsicherheiten in der Wirkung, wie sie bei den bekannten
Anordnungen häufig vorhanden sind, die z. B. durch vorzeitige Legierungsbildung
bedingt sein können, vermieden.
-
Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung ist auch die einfache Bauart
gemäß vorliegender Erfindung ausgebildeter Sicherungen für besondere Trägheitsleistungen.
-
In der Zeichnung ist schematisch eine Anordnung nach der Erfindung
dargestellt, und zwar zeigt a einen Feinsilberschmelzstreifen mit einer durch Aufschweißung
eines Feinsilberschmelzleiterabschnittes b gebildeten Mittenverstärkung. Links neben
dieser Mittenverstärkung befindet sich in geringem Abstand in einer flachen, V-förmigen
Abknikkung eine Schmelzperle e eines Salzgemisches, das bei vorbestimmter Temperatur
unter Bildung elektrisch neutraler Silbersalze die Stromunterbrechung herbeiführt.
-
Im vorliegenden Fall besteht die Perle aus dem Komplexsalz Kaliumtrijodoargentat,
das bei .180° übersteigenden Temperaturen im Ansprechensfall, unter Freisetzung
von Jod, die Zerschmelzung des Feinsilberstreifens herbeiführt und ein elektrisch
neutrales Silbersalz bildet.
-
An Stelle der gezeigten Mittenverstärkung kämen etwa zur Ableitung
der Wärme oder Behinderung der Wärmeaufspeicherung Lotaufträge, Hüllschichten von
gut Wärme ableitenden Werkstoffen oder die Wärme nach dem Mantelkörper ableitende
Organe, z. B. in einem verengten Kanal der Patrone eingesetzte Metallzylinder, in
Betracht. Gleiche Wirkungen würden aber auch Wärmestauungen außerhalb der Mitte
herbeiführen, z. B. örtliche Formgebung, wie spiralförmige Windungen zur Aufnahme
der Schmelzperle, vorausgesetzt, daß die Windungen sich noch gegenseitig anstrahlen
können, oder Umhüllungen der Schmelzperle mit Werkstoffen, die die Wärme schlechter
ableiten als das übliche Füllmaterial, z. B. Asbest, Glimmer u. dgl.