DE686305C - Druckfeste Sprengpatrone - Google Patents
Druckfeste SprengpatroneInfo
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- DE686305C DE686305C DE1937I0059399 DEI0059399D DE686305C DE 686305 C DE686305 C DE 686305C DE 1937I0059399 DE1937I0059399 DE 1937I0059399 DE I0059399 D DEI0059399 D DE I0059399D DE 686305 C DE686305 C DE 686305C
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F42—AMMUNITION; BLASTING
- F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
- F42B3/00—Blasting cartridges, i.e. case and explosive
- F42B3/04—Blasting cartridges, i.e. case and explosive for producing gas under pressure
- F42B3/06—Blasting cartridges, i.e. case and explosive for producing gas under pressure with re-utilisable case
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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- F42B3/00—Blasting cartridges, i.e. case and explosive
- F42B3/04—Blasting cartridges, i.e. case and explosive for producing gas under pressure
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- General Engineering & Computer Science (AREA)
- Filling Or Discharging Of Gas Storage Vessels (AREA)
- Sealing Material Composition (AREA)
- Portable Nailing Machines And Staplers (AREA)
Description
Die Erfindung bezieht sich, auf druckfeste Sprengpatronen mit einer aus festen Stoffen
bestehenden Ladung, die beim Zünden Druckgase ohne Detonation entwickelt.
Druckfeste Sprengpatronen mit einem Ventil oder einer Abscherscheibe o. dgl. aus einem Werkstoff von hoher Festigkeit, durch die die aus der Ladung entwickelten Gase erst dann freigegeben werden, wenn der Druck innerhalb der Patrone eine vorher bestimmte beträchtliche Höhe erreicht hat, sind bekannt. Die Benutzung solcher Mittel zum Herauslassen der hochgespannten Gase aus der Patrone zwingt aber zur Verwendung von Patronenhülsen besonderer Bauart sowie zur Anordnung von Schraubverbindungen und einer abnehmbaren Entleerungskappe. Bis jetzt ist man also an bestimmte verhältnismäßigkostspielige sowie der Pflege und Instandhaltung bedürfende Bauformen von Patronen gebunden.
Druckfeste Sprengpatronen mit einem Ventil oder einer Abscherscheibe o. dgl. aus einem Werkstoff von hoher Festigkeit, durch die die aus der Ladung entwickelten Gase erst dann freigegeben werden, wenn der Druck innerhalb der Patrone eine vorher bestimmte beträchtliche Höhe erreicht hat, sind bekannt. Die Benutzung solcher Mittel zum Herauslassen der hochgespannten Gase aus der Patrone zwingt aber zur Verwendung von Patronenhülsen besonderer Bauart sowie zur Anordnung von Schraubverbindungen und einer abnehmbaren Entleerungskappe. Bis jetzt ist man also an bestimmte verhältnismäßigkostspielige sowie der Pflege und Instandhaltung bedürfende Bauformen von Patronen gebunden.
Gemäß der Erfindung wird dieser Nachteil dadurch beseitigt, daß der Verschluß der Gasausström'ungsöffiMng
der Sprengpatrone durch ein Polster aus körnigem Stoff, z. B. Sand, und durch einen Abschlußvergußpfropfen,
vorzugsweise aus Stuckgips, bewirkt wird.
Als Patronenkörper genügt jetzt ein einfaches druckfestes Rohr. Die neue Sprengpatrone
ist also nicht nur überraschend einfach, sondern ihre Hülse kann aus Vorratsrohr vom Verbraucher in der eigenen Werkstatt
durch einfaches Abschneiden von der Stange und gegebenenfalls Zuschweißen eines oder beider Enden hergestellt werden. Die
Kosten dafür sind sehr gering, womit die Sprengungen sich beachtlich verbilligen, zumal
erne Pflege und eine Instandhaltung nicht mehr erforderlich sind. Bei den bekannten
Patronen besteht nämlich ein erheblicher Verschleiß infolge von Erosionen, die am Entleerungsende der Patrone eintreten,
zumal das Ventil oder die Abscherscheibe nur Idein und die Durchgänge nur eng sein
können.
Die Verwendung von Sand ο. dgl. zum Verstopfen von Bohrlöchern ist bekannt, und ein
mit Sand gut verstopftes Bohrloch widersteht dem durch ein detonierendes Sprengmittel
entwickelten Druck. Dies gilt jedoch
nur für den Augenblick des ExplosionsstoßeSj denn unter einem verhältnismäßig niedrigen
statischen oder unter einem langsam ansteigenden Druck treten Verlagerungen ein, ui|&*
der Stopfen wird stark gasdurchlässig. Ein* derartiger Stopfen .allein eignet sich daher
nicht als Abschlußmittel für eine druckfeste .Sprengpatrone.
Gemäß der Erfindung wird die Sandsäule
ίο außen durch einen VOrZUg1SWeISe gasdichten
Abschlußpfropfen gestützt. Dieses Stützmittel braucht nur einem im Vergleich zum Entleerungsdruck
der Patrone kleinen statischen Druck zu widerstehen, der allerdings wesentlieh
größer als der atmosphärische Druck sein muß und beispielsweise zwischen 40 und
150 kg/cm2 liegt. Bei einem solchen Abschlußpfropfen
kann die ■ dahinter befindliche Sandsäule gegenüber der Länge von Sandstopfen
in Bohrlöchern kurz sein, wobei sieb Entleerungs- oder Öffnungsdrücke von 4500
kg/cm2 und mehr erreichen lassen.
Versuche mit einem Stahlrohr von 32 mm Innendurchmesser hatten bei einem 51 mm
langen Stuckgipspfropfen, der allein (ohne Sandsäule) bei ungefähr 75 kg/cm2 herausgetrieben
wurde, folgende Ergebnisse:
Höhe der Sandsäule Öffnungsdruck
in mm: in kg/cma:
25,4 80
50.8 . 130
76,2 610
76,2 610
88.9 1750
101,6 2180
Bei einer Sprengpatrone von 32 mm Innendurchmesser ist der gebräuchliche Öffnungsdruck
1800 kg/cm2.
Versuche mit einem ebensolchen Stahlrohr hatten bei einem gleichen Gipspfropfen und
einer Ladung aus einem fein gepulverten
Gemisch von Natriumnitrit: und Ammoniumchlorid,
das mit 1,50/0 Magnesiumoxyd stabilisiert
war, folgende !Ergebnisse::
Ladungs | Rohr | Sandsäulen- | I , | 203,2 | Öffnungs |
gewicht | länge | längc | in mm | 381,0 | druck |
in g | in mm | 139,7 bis | 101,6 | in kg/cm2 | |
150 | 431,8 | 304,8 - | 215,9 | 1800 | |
150 | 762,0 | 50,8 - | 355,6 | 2250 | |
200 | 38l,O | 152,4 - | 228,6 | 1275 | |
200 | 508,O | 304,8 - | 381,0 | 1800 | |
55 - 200 | 635.O | 177,8 - | 2250 | ||
250 | 558,8 | 254,0 - | 2250 | ||
250 | ... 7",2 | 3000 |
- Für die Zwecke der Erfindung genügt
ein glattes zylindrisches Stahlrohr, das am einen Ende, beispielsweise durch Zuschweißen,
geschlossen ist und am offenen Ende die Sandsäule und den Abschlußpfropfen aufnimmt.
Das Rohr kann aber auch an beiden Enden offen sein und nach dem Einbringen
.'"'dor Ladung an beiden Enden erfindungsgemäß
abgeschlossen werden. Eine vorteilhafte Ausfüihrungsform besteht ferner in
einem an beiden Enden etwa halbkugelig geschlossenen Stahlrohr, das am einen Ende,
an dem der erfmdungsgemäße Verschluß anzuordnen ist, große seitliche Öffnungen für
den Austritt der Gase besitzt. Es entsteht dann keine erhebliche Längsreaktion, die das
Rohr achsrecht zu verschieben sucht, wie es bei einseitig geschlossenen Rohren der
Fall ist.
Außer Sand o. dgl. können als Packstof!
auch Kreide oder Kaolin oder auch kristallinische Salze, die schädlichen Rauch absorbieren,
dienen. Für den Abschlußpfropfen wird ein Vergußstoff, wie Stückgips, bevorzugt,
zumal dieser Werkstoff sich beim Erstarren ausdehnt, was wertvoll ist, weil der Nutzraum
vollständig ausgefüllt sein soll. Man kann S5
auch einen starken Holzpfropfen o. dgl. in die Rohrmündung- eintreiben, jedoch ist dabei
die Bestimmung des Widerstandes schwieriger. Der Verschluß läßt sich auch im Bohrloch herstellen, indem man z. B. den körnigen
Pfropfen im Bereich der Rohrmüiidung- mit
Wasser tränkt und das Bohrloch mit festem Kohlendioxyd verstopft, so daß ein Eispfropfen
entsteht.
Ein zylindrisches Rohr aus Stahl hoher Zugfestigkeit von 31,75 mm Innendurchmesser
bei 34,45 mm Außendurchmesser und 508 mm Länge,, das an einem Ende geschlossen
ist, wird mit 200 g eines Gemisches aus Natriumnitrit und Ammoniumchlorid (gekörnt
mit einem Sieb von 90 Maschen und einem Sieb mit 1460 Maschen je Quadratzentimeter
und mit-1,5% Magnesiumoxyd stabilisiert) gefüllt. In die Ladung wird ein geeigneter
Zünder, z.B. ein Pulverzünder von 1944 mg oder ein Sicherheitszünder, eingebettet, und
die Enden werden aus dem offenen Rohr herausgeführt. Die Ladung nimmt ungefähr
280 mm der Rohrlänge ein. Der Rest des Rohres wird bis auf 51 mm von der Mündung
mit Sand gefüllt und gut gerüttelt, aber nicht hart gerammt. In den Restraum am offenen
Rohrende von rund 5 cm Länge wird Stuckgips eingegossen. Dieses Rohr stück kann
Nuten oder Löcher enthalten, ia denen der Gipspfropfen sich verankert. Zündet man die
Ladung in üblicher Weise, so öffnet sich die Patrone bei annähernd 1350 atü, und
wenn sie in einem; Bohrloch gut verstopft ist, wird eine befriedigende Sprengwirkung
erreicht.
In Abänderung des vorstehenden Beispieles, wurde dieselbe Patronenhülse zur Erläuterung
des Einflusses der Länge der Sandsäule in folgender Ausführung benutzt. Die
Rohrlänge betrug 762 mm und die Ladung bestand aus 150 g desselben Gemisches; sie
nahm nur 203 mm der Rohrlänge ein, während die Sandsäule 508 mm lang war. Beim Zünden öffnete sich diese Patrone nicht, sondern
sie bauchte sich unter dem Innendruck aus. Gemäß den Festigkeitseigenschaften des
Rohrwerkstoffes wurde der entwickelte Druck auf 4500 bis 5250 atü geschätzt.
Ein Rohr der im Beispiel 1 beschriebenen Art von 660 mm Länge wurde mit 250 g
des im Beispiel 1 angewendeten Gemisches, das in das Rohr eingestopft wurde, geladen.
Dann wurde auf 203 mm Länge Sand eingefüllt und ein 51 mm langer Gipspfropfen
eingegossen. Als Zündmittel diente ein Pulverzünder von 1944 mg, der am Grund des
Rohres angeordnet war. Nach dem Zünden öffnete die Patrone sich bei einem Druck
von 1500 atü und erzeugte eine befriedigende Sp r engwirkung.
Ein Rohr von 736,6 mm Länge wurde mit dem im Beispiel 1 benutzten Gemisch in
einer Menge von 300 g geladen. Der Verschluß wurde mit einer trockenen Sandsäule
von 304,8 mm Länge und einem 5 cm1 langen
j Gipspfropfen hergestellt. Ein Sicherheitszünder der in der britischen Patentschrift
.430750 beschriebenen Art war am Grunde des Rohres angeordnet. Nach dem Zünden öffnete sich die Sprengpatrone bei einem
Druck von 2400 atü.
Claims (2)
1. Druckfeste Sprengpatrone mit einer aus festen Stoffen bestehenden Ladung·,
die beim Zünden Druckgase ohne Detonation entwickelt, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verschluß der Gasausströmiung-söffnung der Patrone durch ein Polster
aus körnigem Packstoff, z. B. Sand, und einen Abschlußvergußpfropfen, vorzugsweise
aus Stuckgips, bewirkt wird, wobei der Vergußpfropfen, wenn der Sprengdruck, bei dem die Sandsäule nachgibt, beispielsweise
1800 bis 4500 kg/cm2 beträgt, einem statischen Druck von ungefähr 40
bis 150 kg/cm2 widerstehen soll.
2. Patrone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Nutzraum vollständig
ausgefüllt ist, also die Sandsäuie unmittelbar auf der Ladung ruht und von
ihrem äußeren Ende bis zur Entleerungsöffnung·
nur einen kurzen Raum frei läßt, der vollständig· durch den Abschlußpfropfen
ausgefüllt ist.
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
GB29474/36A GB484098A (en) | 1936-10-29 | 1936-10-29 | Improvements in or relating to blasting devices |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE686305C true DE686305C (de) | 1940-01-06 |
Family
ID=10292129
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DE1937I0059399 Expired DE686305C (de) | 1936-10-29 | 1937-10-26 | Druckfeste Sprengpatrone |
Country Status (3)
Country | Link |
---|---|
US (1) | US2256298A (de) |
DE (1) | DE686305C (de) |
GB (1) | GB484098A (de) |
Families Citing this family (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
AU2005207543A1 (en) * | 2004-01-26 | 2005-08-04 | Nxco International Limited | Rock breaking cartridge and use thereof |
-
1936
- 1936-10-29 GB GB29474/36A patent/GB484098A/en not_active Expired
-
1937
- 1937-10-26 DE DE1937I0059399 patent/DE686305C/de not_active Expired
- 1937-10-27 US US171391A patent/US2256298A/en not_active Expired - Lifetime
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
GB484098A (en) | 1938-04-29 |
US2256298A (en) | 1941-09-16 |
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