DE646702C - Verfahren zur Darstellung fettaromatischer Ketone - Google Patents
Verfahren zur Darstellung fettaromatischer KetoneInfo
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- DE646702C DE646702C DEU12211D DEU0012211D DE646702C DE 646702 C DE646702 C DE 646702C DE U12211 D DEU12211 D DE U12211D DE U0012211 D DEU0012211 D DE U0012211D DE 646702 C DE646702 C DE 646702C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C45/00—Preparation of compounds having >C = O groups bound only to carbon or hydrogen atoms; Preparation of chelates of such compounds
- C07C45/45—Preparation of compounds having >C = O groups bound only to carbon or hydrogen atoms; Preparation of chelates of such compounds by condensation
- C07C45/46—Friedel-Crafts reactions
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Description
Es ist bereits bekannt, daß man fettaromatische Ketone, wie z. B. Acetophenon,
durch Kondensation von Säureanhydriden mit aromatischen Verbindungen bei Gegenwart
von wasserfreiem Aluminiumchlorid darstellen kann. Während früher dem bei dieser Kondensation verwendeten Aluminiumchlorid
eine bloße katalytische Wirkung zugesprochen wurde und dementsprechend nur kleine, nicht im stöchiometrischen Verhältnis
stehende Mengen an Aluminiumchlorid angewandt und deshalb auch nur sehr geringe Ausbeuten an Keton erzielt wurden, haben
bereits No 11 er und Adams (Journal of American Chemical Society Bd. 46, S. 1889
bis 1896) erkannt, daß bei Verwendung von größeren Mengen Aluminiumchlorid günstigere
Resultate erzielt werden. Nach den Bedingungen, die von NoIler und Adams angegeben
werden, kann jedoch nur der beiden Acylgruppen des Säureanhydrids für die Ketonbildung ausgenutzt werden. Aus 1 Mol
Benzol und 1 Mol Essigsäureanhydrid in Gegenwart von 2,2 Mol Aluminiumchlorid
erhielten die genannten Autoren Acetophenon in einer Atisbeute von 76 bis 8 3 0/0,
berechnet auf die Ausnutzung' nur einer Acylgruppe.
Es wurde nun gefunden, daß durch eine wesentliche Erhöhung der Aluminiumchloridmenge
auf mindestens 3 Mol Aluminiumchlorid für jedes Mol des Säureanhydrids die
beiden Acylgruppen des Säureanhydrids für die Bildung des Ketons ausgenutzt werden
können. Es ist somit möglich, aus 1 Mol des Säureanhydrids 2 Mol Keton darzustellen.
Der Reaktionsverlauf kann auf folgende Weise gedeutet werden:
Bei Einwirkung von 1 Mol Aluminiumchlorid auf 1 Mol Essigsäureanhydrid bildet
sich ι Mol Acetylchlorid und 1 Mol einer Verbindung
der folgenden wahrscheinlichen Formel: C H3 · C O O · Al Cl2; ein weiteres Mol
Aluminiumchlorid ermöglicht die Kondensation des gebildeten Acetylchlorids mit Benzol
; noch ein weiteres Mol Aluminiumchlorid ermöglicht die Kondensation der Verbindung
CH3-COO·AlCl2 gleichfalls mit Benzol:
(R-CO)2-O+ AlCl3
R -COCl + AlCl3
-> R · CO · Cl + R · COOAlCL2
->- R · CO · C6H5.. .AlCl3 + HCl
->- R · CO · CeH5... (AlCy2 · O + HCl
(R-CO)2-O+ 3AlCl3+ 2 C8H5
R■ CO · C0H5 + AlCl3 + 2 HCl + AlCL2 ·O ■ AlCl2
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr. Fritz Unger in Berlin.
Wesentlich ist also die Erkenntnis, daß bei der Bildung der Ketone aus Säureanhydriden
nicht nun wie bisher angenommen, die unter den Gleichungen (i) und (2) erläuterten Vorgänge
zu berücksichtigen sind, sondern daß auch die primär nach Gleichung (1) neben dem
Säurechlorid entstehende Al-haltige Verbindung bei Gegenwart eines weiteren Mol Aluminiumchlorid
gemäß Gleichung (3) mit einem weiteren Mol eines Kohlenwasserstoffes unter Ketonbildung zu reagieren vermag. Es sind
also zwecks Ausnutzung der beiden Acylgruppen des Säureanhydrids wenigstens
3 Mol Aluminiumchlorid erforderlich. Ein darüber hinaus verwendeter Überschuß an
Aluminiumchlorid wirkt reaktionsbeschleunigend. Als günstig hat sich ein Verhältnis von
ι Mol Säureanhydrid zu 4 Mol Aluminiumchlorid erwiesen.
Das Verfahren ist ebenso wie auf Benzol auch auf dessen Homologe, wie Toluol,
Xylole u. dgl., ferner auf analoge aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Naphthalin, sowie
auf die Substitutionsprodukte dieser aromatisehen Kohlenwasserstoffe anzuwenden. An
Stelle von Essigsäureanhydrid lassen sich auch andere aliphatisch^ und fettaromatische
Säureanhydride, wie Propionsäureanhydrid, Phenylessigsäureanhydrid u. dgl., verwenden.
Acetophenon, Propiophenon, p-Methylacetophenon, p-Methylbutyrophenon u. a. werden
so in teilweise mehr als doppelt so hohen Ausbeuten erhalten, als sie nach dem Verfahren
von Adams erzielt werden können.
Bei aromatischen Säureanhydriden tritt immer nur eine der beiden Acylgruppen in Reaktion.
i. Acetophenon. Zu einer Mischung ♦o von 133 g wasserfreiem Aluminiumchlorid
und 75 ecm Benzol werden unter Umschütteln oder kräftigem Rühren 25,5 g Essigsäureanhydrid
zugetropft; die Mischung wird dann 3 bis 6 Stunden auf siedendem Wasserbad erwärmt, bis die anfangs heftige
Chlorwasserstoffentwicklung aufgehört hat. Die Reaktionsmischung wird nach dem Abkühlen
mit Eis und Salzsäure zersetzt, das entstandene Acetophenon samt überschüssigern
Benzol mit Wasserdämpfen abdestilliert, mit Äther aufgenommen und durch Vakuumdestillation
gereinigt. Die Ausbeute beträgt 85 bis 92 °/0 der Theorie, berechnet auf Ausnutzung
beider Acetylgruppen.
2. p-Methylacetophenon. Analog dem obigen Beispiel, aber bei Anwesenheit von
75 ecm Toluol. Die Ausbeute beträgt 88% p-Methylacetophenon.
3. Propiophenon. Aus 133g wasserfreiem Aluminiumchlorid, 75 ecm Benzol und
32,5 g Propionsäureanhydrid bei gleicher Ausführung. Die Ausbeute beträgt 86% der
Theorie an Propiophenon.
4. In eine Mischung von 100 Gewichtsteilen Toluol und 133 Gewichtsteilen feinst
gepulvertes Aluminiumchlorid werden in der Kälte unter gutem Rühren nach und
nach 64 Gewichtsteile Phenylessigsäureanhydrid eingetragen und danach das Ganze so lange unter Rückfluß erhitzt, bis τ>
die Salzsäureentwicklung beendet ist. Nach dem Erkalten zersetzt man den Ansatz mit
Eis und verdünnter Salzsäure und saugt von der in einer Ausbeute von 70% (berechnet
auf die beiden Acylreste des Anhydrids) ent- 7S
standenen Kristallmasse ab. Nach dem Umkristallisieren aus Alkohol erhält man das
bekannte bei 107 bis 1090 schmelzende Toluylbenzylketon in farblosen Nadeln.
5. In eine Auflösung von 30,8 Gewichts- -80
teilen Acenaphthen und 200 Gewichtsteilen : Schwefelkohlenstoff gibt man 51 Gewichtsteile Phenylessigsäureanhydrid und trägt
unter gutem Rühren nach und nach 133 Gewichtsteile Aluminiumchlorid ein und erhitzt
so lange unter Rückfluß, bis die Salzsäureentwicklung aufgehört hat. Nach dem Erkalten
zersetzt man den Ansatz mit Eis und verdünnter Salzsäure und saugt die in einer Ausbeute von 70% (berechnet auf die beiden 9»
Acylreste des Anhydrids) entstandene kristalline Ausscheidung ab. Nach Destillieren im
Vakuum und Umkristallisieren aus Alkohol erhält man das bekannte bei in bis 1130
schmelzende Acenaphthylbenzylketon in Form von fast farblosen Blättchen.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Darstellung fettaromatischer Ketone durch Kondensation von aliphatischen oder fettaromatischen Säureanhydriden mit aromatischen Verbindungen bei Gegenwart von wasserfreiem Aluminiumchlorid, dadurch gekennzeichnet, daß die Kondensation bei Gegenwart von mindestens 3 Mol Aluminiumchlorid für jedes Mol des Säureanhydrids vorgenommen wird.
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEU12211D DE646702C (de) | 1933-05-23 | 1933-05-23 | Verfahren zur Darstellung fettaromatischer Ketone |
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEU12211D DE646702C (de) | 1933-05-23 | 1933-05-23 | Verfahren zur Darstellung fettaromatischer Ketone |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE646702C true DE646702C (de) | 1937-06-23 |
Family
ID=7567899
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DEU12211D Expired DE646702C (de) | 1933-05-23 | 1933-05-23 | Verfahren zur Darstellung fettaromatischer Ketone |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE646702C (de) |
-
1933
- 1933-05-23 DE DEU12211D patent/DE646702C/de not_active Expired
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