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Heizvorrichtung für Trockenanlagen Wärmeaustauschvorrichtungen, welche
dazu benutzt werden, ruhende oder bewegte Luft in ihren Wärmegraden zu erhöhen,
werden durch flüssige oder gasförmige Mittel beheizt. In den meisten Fällen gelangt
hierbei Wasserdampf oder heißes Wasser zur Anwendung.
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Es gibt auch Heizvorrichtungen, welche in einem Teil des Rohrsystems
Dampf und in dem zweiten Teil das Kondenswasser ausnutzen, welches aus dem .ersten
Teil heraustritt. Es soll damit der Vorteil erzielt werden, daß die im. Kondenswasser
noch enthaltenen Wärmeeinheiten zu einem wesentlichen Teil noch mitgewonnen werden
können.
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Vollkommen ist die Ausnutzung in dieser Form noch nicht, weil das
Kondenswasser im Kondenstopf, der gewöhnlich außerhalb der Heizeinrichtung liegt,
entspannt wird, wodurch die Flüssigkeitswärme, die vom hohen zum niederen Druck
hin abfällt, verlorengeht. Zu berücksichtigen ist hier, daß das Kondenswasser vor
dem Eintritt in den Kondenstopf und im Kondenstopf selbst die Temperatur des Dampfes
von gleichem Druck hat und daß diese Temperatur mit dem Druck bei der Entspannung
hinter dem Kondenstopf plötzlich auf etwa ioo° oder darunter fällt je nach dem außerhalb
herrschenden Druck der Außenluft.
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Die frei werdende Wärmemenge äußert sich dahin, daß eine Nachverdampfung
eintritt, durch welche hinter dem Kondenstopf eine gewisse Dampfmenge erzeugt wird.
Diese hat naturgemäß einen weitaus größeren Rauminhalt als die gleiche Gewichtsmenge
an Wasser. Die Vergrößerung des Rauminhaltes ist derart umfangreich, daß das Dampf-
und Kondenswassergemisch mit .sehr großer Geschwindigkeit durch den nachfolgenden
Kondenswasserheizkörper getrieben wird. Diese Geschwindigkeit ist so groß, daß der
Aufenthalt des Kondenswassers in diesem Heizkörper nur nach Sekunden bemessen und
die Wärmeübertragung durch die Rohnvandung an die Trockenluft demgemäß gleich Null
ist.
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Will man die Nachverdampfung vermeiden und das Kondenswasser in einem
besonderen Heizkörper noch weitergehend ausnutzen, so ist das nur dadurch möglich,
daß man eine weitere Zwischenstufe in das Heizsystem einschaltet, in welcher das
Kondenswasser noch unter Druck bis auf Siedetemperatur des Wassers oder etwas darunter
abgekühlt wird.
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Zu dem Zweck wird die Heizfläche, die zur Erwärmung der Luft dient,
in drei verschiedene Systeme unterteilt, und zwar: a) ein solches, welches den gespannten
Kesseldampf von beispielsweise 5 atü aufnimmt, b) ein solches, in welches das Kondenswasser
aus den Dampfheizkörpern eintritt, und zwar im Druck gemindert bis auf .f,5 atü,
und schließlich c) ein Rohrsystem, welches das aus dem Heißwasserhochdrucksystem
austretende Kondenswasser mit einem Druck von o,5 atü enthält.
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Um die Einstellung in den verschiedenen
Rohrsystemen
zu erreichen, wird zwischen der ersten -und' zweiten Stufe ein Kondenstopf eingeschaltet
und zwischen der zweiten und dritten Stufe ein Druckminderventil. Diese Anordnung
ist in der Zeichnung dargestellt.
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L ist die Dampfzuleitung, A das mit Dampf beschickte
Heizrohrsystem; D- ist der Kondenstopf, B das Heißwasserhochdrucksystem; M ist das
Druckminderventil; C ist das Niederdruckheißwassersystem und R die Rohrleitung,
welche zum Dampfkessel bzw. Rückspeiseapparat in den Dampfkessel zurückführt.
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In dem Hochdruckdampfheizkörper A gibt der Dampf seinen Wärmeinhalt
an die Luft ab und fließt dem Kondenstopf D, als Wasser unter z. B. 5 atü Druck
zu.
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Durch das Druckmindervendl M wird innerhalb des Heizkörpers B der
Druck etwas geringer eingestellt, z. B. auf q., 5 atü, so daß das Wasser aus dem
Kondenstopf D in den HeizkörperB übertreten kann. Durch die überströmende kältere
Luft wird im HeizkörperB das Kondenswasser abgekühlt, bleibt aber durch das Minderventil
M auf der Höhe von q., 5 atü Druck erhalten.
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Das Minderventil M gibt dann das Wasser, heruntergekühlt unter Siedetemperatur,
an den Heizkörper C ab, in welchem nunmehr eine Nachverdampfung nicht mehr eintreten
kann. In C wird das Wasser je nach Temperatur der Luft und Größe der vorgesehenen
Heizfläche beliebig heruntergekühlt.
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Das Heizsystem kann in Trockeneinrichtungen der verschiedensten Form
zur Anwendung gelangen, so z. B. in Kanaltrocknern gemäß Patent 40,3 558. -Dieser
Trockner hat vier Abteilungen A, B, C, D. Das Naßgut tritt bei A ein und
verläßt den Trockner bei .D, während die Trockenluft bei D eintritt und bei A aus
dem Trockner entweicht.
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Gemäß der Erfindung würden die einzelnen Abteilungen in der Beheizung
so eingerichtet, daß die beiden Abteile -4 und B mit Dampf, das Abteil .C mit Hochdruckwasser
und das AbteilD@ mit entspanntem Kondenswasser beheizt würden.
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Es ist weiterhin vorgesehen, die Heißwasserkörper B und C an die Druckwasserpumpe
von Heißwasserbeheizungsanlagen anzuschließen, welche das Druckwasser aus dem Kessel
unter der Wasserlinie entnehmen und den Kessel nach Benutzung des Wassers als Heizmittel
auf dem gleichen Wege auch wieder zuführen. In diesem Falle wird natürlich der Druck
in B und C entsprechend eingestellt.