-
Verfahren zum Waschen und Weichen von Getreide Bei den bekannten Verfahren
zum Waschen und Weichen von Getreide wird entweder ständig neues Frischwasser dem
Weichbehälter zugeführt, wodurch einerseits sein (erheblicher Teil der Mineralstoffe
des Getreides verlorengeht und andererseits durch den enormen Frischwasserverbrauch
erhebliche Unkosten entstehen, die den Betrieb unwirtschaftlich gestalten, oder
:es wird das Wasser, welches im Weichbehälter sich befindet, lediglich von unten
nach oben bewegt, ohne daß die vom Getreide sich loslösenden schlammartigen Massen
.abgesondert werden, wodurch dem Weichgut im Laufe des Verfahrens so viel Schmutz
zugeführt wird, daß ein vollkommen verunreinigtes Getreide verbleibt. Schließlich
wird bei allen bekannten Verfahren die im Weichbehälter sich ansammelnde Kohlensäure
überhaupt nicht abgeleitet, oder sie wird nur teilweise abgesogen, wodurch das Getreide
naturgemäß unter Autolyse derart leidet; daß die wichtigsten Bestandteile desselben
vernichtet werden.
-
Die genannten Übelstände werden durch das nachstehend beschriebene
Verfahren dadurch beseitigt, daß i. das im Kreislaufe geführte Wasser vor dem erneuten
Gebrauch zu Berieselungszwekken mittels einer Kläranlage gereinigt bzwentschlammt
wird und 2. die im Weichbehälter sich ,ansammelnden Gase, z. B. Kohlensäure, zwangsweise
und ohne jedes Antriebsmittel ins Freie geleitet werden. Hierdurch wird ein Endprodukt
gewährleistet, welches nicht unter Autolyse gelitten hat, biologisch vollkommen
gesund geblieben ist und dem Getreidekorn die Pflanzenmineralstoffe bestmöglich
erhalten hat. Schließ-]ich wird durch dieses Verfahren die bisher erforderliche
Antriebskraft der Saugeanl.age gänzlich beseitigt wie überhaupt der Gesamtwirkungsgrad
des Arbeitsprozesses bedeutend gesteigert.
-
Auf der Zeichnung ist die Erfindung, d. h: die Einrichtung in willkürlich
herausgegriffener Ausführungsform dargestellt, die zur Durchführung des Verfahrens
geeignet ist.
-
Es zeigt: -Fig. i einen schematisch dargestellten -Aufriß der Einrichtung,
Fig.2 einen Grundriß mit Schnitt nach Linie A-B (s. Fig. i), Fig. 3 einen Schnitt
durch das Beriesel:ungswasserrücklaufrohr nach Linie D-C (s. Fig. 2),. Fig. q. einen
Schnitt durch den Verteiler nach Linie E-F (s. Fig. i).
-
Am unteren Ende des trichterartig ausgebildeten Weichbehälters i wird
ein Siebschieber 3 sowie ein rohrartiges Anschlußstück q. befestigt und darin ein
herausnehmbarer Siebmantel 6 gelagert. Unter dem Anschluß.stück q. ist ein Schieber
5 befestigt, wodurch der Weichbehälter i nach-- unten abgeschlossen und geöffnet
werden kann. Vom unteren Teil des Anschlußstückes q. führt das mit Absperrorgan
i versehene Wasserablaßrohr 7 zu der Ilberlaufleitung 8, die von den am obren
Ende
des Behälters i befestigten überlaufkasten 9 mit Siebeinsatz io ausgeht. Ferner
trägt das Anschlußstück die Wasserleitung 1q., die Luftleitung i 2, die Rücklaufleitung
i. i, die den Weichbehälter i mit dem Sammelbehälter 16 verbindet. Im Sammelbehälter
sind die Luftleitung 18 mit Düse 19 sowie das Förderrohr 2o gelagert, welches zum
Verteiler 24 führt. Das Schwimmerventil 1 7 schließt rund öffnet die Speiseleitung
15. Die Scheidewände 21 und 22 sorgen für die Schlammabscheidung, und durch die
Öffnung 23 wird der Schlamm ,abgelassen.
-
In dem Weichbehälter wird das zu Malz zu verarbeitende Getreide in
bekannter Weise unter stehendem Wasser, welches durch die Wasserleitung 14 nach
Öffnen des Absperrorgans V in den Behälter geführt wird, etwa 12 Stunden
lang geweicht und gereinigt. Dabei wird in dem Behälter i durch das Öffnen des Organs
IV und Schließen der Organe III und II von unten durch die Leitung 12 Luft eingeführt,
und zwar an der tiefsten Stelle des Anschlußstückes q., so daß keine Möglichkeit
der Autolyse besteht. Nachdem das Getreide unter stehendem Wasser geweicht worden
ist, wird das Wasser aus dem Behälter i durch die Leitung 7 abgelassen. Hierauf
wird das Organ I geschlossen und das in dem Behälter befindliche Getreide von oben
mit Wasser, dem Luft beigemischt ist, berieselt. Das Berieseln geschieht mit Hilfe
eines durch die ausströmenden Wassermassen in Drehung versetzten. Verteilers, der
durch eine Strahlpumpe, vermittels welcher das in dem Sammelbehälter 16 aufgespeicherte
Wasser als ein Gemisch von Luft und Wasser fortgerissen wird, gespeist wird. Ein
Teil des durch die Berieselungsvorrichtung 24 in den Behälter i eingeführten Wassers
wird von dem Getreide aufgenommen. Der übrige Teil des Wassers gelangt durch die
Leitung i i in den Sammelbehälter 16 zurück. Das von dem Getreide aufgenommene Wasser
wird durch die Wasserleitung i q. rund 15 automatisch mittels Schwimmereinrichtung
17 ersetzt, so daß jeweils nur so viel Frischwasser dem Sammelbehälter zugeführt
wird, als unbedingt nötig ist. Dadurch, daß dem Getreide bei der Berieselung nur
so viel Frischwasser zugeführt wird, wie von dem Getreide aufgenommen werden kann,
und das nicht aufgenommene Wasser stets von neuem Verwendung findet, wird verhindert,
daß dem Getreide wertvolle Substanzen entzogen werden.
-
Ferner ist dafür gesorgt, da.ß die beim Weichprozeß sich entwickelnde
Kohlensäure stets abfließen kann.
-
Die automatische Ableitung der sich entwickelnden Kohlensäure kann
beispielsweise dadurch erfolgen, daß das an der tiefsten; Stelle des Weichbehälters
i angeordnete Wasserrücklaufrohr i i in seinem Querschnitt derart bemessen ist,
daß das zurückfließende Wasser nur etwa zwei Drittel des Querschnittes auszufüllen
vermag, wodurch der übrige freie Querschnitt des Rohres als Abzugkanal für die entwickelte
Kohlensäure zur Verfügung steht (s. Fig.3).
-
Um ein sicheres -Öffnen und Schließen der Ventile zu erreichen und
dadurch einen geordneten Betrieb zu bekommen, sind die Organe II, III und IV zwangsläufig
miteinander verbunden.
-
Mit Rücksicht darauf, daß das aus dem Weichbehälter i kommende Wasser,
welches im Sammelbehälter 16 aufgespeichert wird, mit Schlamm geschwängert ist,
und da zu Berieselungszwecken möglichst schlammfreies Wasser verwendet werden soll,
ist z. B. - im Sammelbehälter 16 eine Schlammabscheidevorrichtung 21, 22 eingebaut,
mittels welcher der im Sickerwasser enthaltene Schlamm und Unrat ,abgeschieden,
das Sickerwasser wieder verwendungsfähig für Berieselungszwecke hergestellt und
erneut dem Weichgut zugeführt werden kann.
-
Die beschriebenen Ausführungen sollen nur als Beispiele dienen, denn
@es ist selbstverständlich, daß auch andere Konstruktionsteile zu einer Einrichtung
zusammengefügt werden können, um denselben Endzweck des beschriebenen Verfahrens,
nämlich diewiederholte Verwendung des Sickerwassers nachvoraufgegangener Reinigtmg
desselben und die zwangsweise Ableitung der sich entwickelnden Kohlensäure, erreichen
bzw. durchführen zu können.
-
Durch das beschriebene Verfahren wird gegenüber den veralteten Systemen
erreicht: i. der technische Fortschritt, daß dieAutolyse, der Materialschwund sowie
die Mineralstoffverminderung des Getreides endgültig beseitigt wird, weil die sich
:entwickelnde Kohlensäure zwangsweise ohne jegliche Antriebskraft ,abgeleitet wird,
und schließlich ein absolut sauberes Endprodukt dadurch gegeben wird, daß - trotz
wiederholter Verwendung des Sickerwassers - absolut reines und einwandfreies Berieselungswasser
in Anwendung kommt; 2. der wirtschaftliche Vorteil, daß kostspielige Anlagen für
die Absaugung der Kohlensäure, z. B. Exhaustoranlagen, sowie die Unterhaltungskosten
für solche Anlagen gänzlich fortfallen, wodurch der ganze Arb.eitsprozeß bedeutend
günstiger sich entwickelt; 3. Erhöhung des Gesamtwirkungsgrades.