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DE528148C - Verfahren zur Herstellung bestaendiger Celluloseformiate - Google Patents

Verfahren zur Herstellung bestaendiger Celluloseformiate

Info

Publication number
DE528148C
DE528148C DEE34428D DEE0034428D DE528148C DE 528148 C DE528148 C DE 528148C DE E34428 D DEE34428 D DE E34428D DE E0034428 D DEE0034428 D DE E0034428D DE 528148 C DE528148 C DE 528148C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cellulose
formic acid
production
esterification
derivatives
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEE34428D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr-Ing Walter Frey
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DEE34428D priority Critical patent/DE528148C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE528148C publication Critical patent/DE528148C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B3/00Preparation of cellulose esters of organic acids
    • C08B3/04Cellulose formate

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung beständiger Celluloseformiate Es ist bereits mehrfach versucht worden, Celluloseester der Ameisensäure, sogenannte Formylcellulosen, herzustellen. Alle diese Versuche waren jedoch erfolglos, weil sie nicht zu Erzeugnissen mit für technische Zwecke brauchbaren Eigenschaften führten (vgl. B. V. H o t t e n r o t h , »Die Kunstseide«, Leipzig [1926], S. 38i).
  • So ist es z. B. durch Patent 237 765 und 237 766 bekannt, Formylcellulosen derart herzustellen, daß in Gegenwart von Katalysatoren (wie Sulfurylchlorid oder Chlorsulfonsäure) in Gegenwart oder Abwesenheit geringer Mengen Zinkchlorid gearbeitet wird.
  • Vergleichsversuche haben jedoch ergeben, daß nach diesen Verfahren selbst bei Verwendung von Chlorzink in den nach diesen Verfahren empfohlenen Mengen keine technisch verwertbaren Produkte erzielt werden können. Die so erhaltenen Formylcellulosen besitzen nur einen geringen Gehalt an Ameisensäure und sind selbst nach einer Reaktionsdauer von ¢8 Stunden in den üblichen Lösungsmitteln (wie Pyridin u. dgl.) fast unlöslich. Dagegen ist infolge der langen Reaktionsdauer zumeist der Abbau der Cellulose derart fortgeschritten, daß die erhaltenen Produkte Kupferzahlen von 8 bis 11 und mehr zeigen.
  • Nach diesen Mißerfolgen mußte man zu der überzeugung kommen, daß wohl keine Aussicht bestehe, mit Ameisensäure veresterte Cellulose für die Kunstseidenerzeugung zu verwenden (vgl. Fr. R e i n t 1i a 1 e r , »Die Kunstseide«, Berlin [t926], S. i12).
  • Die geringe Bedeutung, die FormylcellU-lose bisher erlangt hat, und die Annahme, daß eine Herstellung von brauchbaren Formylcellulosen wohl niemals möglich sein würde, beruht größtenteils auf der Tatsache, daß die bisher hergestellten Formylcellulosen sehr unbeständige Verbindungen sind, in denen an der Luft durch die Einwirkung der Feuchtigkeit Ameisensäure abgespalten wird, wodurch stark abgebaute Celluloseverbindungen entstehen, die keine technische Verwendung mehr finden können.
  • Bei jeder Veresterung von Cellulose gehen zwei Reaktionen nebeneinander vor sich. Das Cellulosemolekül wird nach der einen Reaktion abgebaut und nach der anderen Reaktion verestert, so daß die entstehenden Celluloseester gewöhnlich stark abgebaute Celluloseprodukte sind, die aus den oben angeführten Gründen praktisch sich kaum verwenden lassen.
  • Nach der Erfindung gelangt man jedoch zu äußerst stabilen, für technische Zwecke besonders geeigneten Formylcellulosen, wenn man die Formylierungsreaktion derart durchführt, daß die Veresterung vor Einsetzen seines namhaften Abbaus des Cellulosemoleküls bereits in gewünschtem Maße vollendet ist. Zu diesem Zwecke führt man die Formylierung der Cellulose oder ihrer Derivate in Gegenwart erheblicher, d. h. genügender Mengen von die Cellulose oder ihre Derivate lösenden bzw. quellenden Mitteln und in Gegenwart von solchen Veresterungskatalysatoren durch, die selbst den Abbau der Celluloseprodukte entweder gar nicht oder wenig zu fördern vermögen, vielmehr nur die Veresterungsaktion beschleunigen. Man erhält hiernach nach kurzer Zeit, z. B. nach etwa einer Stunde oder weniger, Formylcellulosen, welche einen hohen Ameisensäuregehalt besitzen und in denen ein meßbarer oder störender Abbau der Cellulose überhaupt noch nicht stattgefunden hat. Hierauf, also bevor ein störender Abbau von Cellulose oder Cellulosederivaten erfolgt ist, ist der Veresterungsvorgang, z. B. durch Zufügung von Stoffen, die, wie Wasser, befähigt sind, den gebildeten Ester zur Abscheidung zu bringen, abzubrechen.
  • Zur Herstellung von FormyIcellulosen verwendet man nach der Erfindung hochkonzentrierte oder absolute Ameisensäure, die bei gewöhnlicher Temperatur mit trockenem Salzgas, Phosphorsäureanhydrid o. dgl. versäuresetzt bzw. gesättigt ist, wobei man gleichzeitig für die Anwesenheit genügender Mengen Wasser entziehender und bzw. oder die Cellulose auflösender oder quellender Mittel (wie z. B. wasserfreies Calciumbromid, Chlorzink u. dgl.) sorgt.
  • Bei gleichzeitiger Anwesenheit dieser Agenzien wird die Cellulose bzw. ihre Derivate in kurzer Zeit in eine homogene Masse verwandelt, welche z. B. in Wasser ausgefällt, gewaschen, getrocknet und in geeigneten Lösungsmitteln aufgelöst ein völlig stabiles Erzeugnis darstellt, das sich vorzüglich für technische Zwecke eignet. Die erwähnte Trocknung der abgeschiedenen Produkte hat sorgfältig zu erfolgen. Dabei kann man .zweckmäßig z. B. derart vorgehen, zunächst mit Wasser auszufällen, dann auszuwaschen und hierauf, z. B. mit trockenem Alkohol oder Äther, das Wasser zu verdrängen.
  • Als Ausgangsstoffe kommen für das beschriebene Verfahren in Betracht außer Cellulose in jeder Form Cellulosederivate, wie z. B. Hydrocellulose, Nitro- und Acetylcellulosen sowie auch cellulosehaltige Stoffe, wie z. B. von Inkrusten befreite Flachs- oder Hanffaser u. dgl.
  • Die auf vorgenannte Weise hergestellten Formylcellulosen zeigen derartig gute Eigenschaften, z. B. Reißfestigkeit u. dgl., daß aus ihnen sehr wohl Filme, Folien, Kunstseide, Lacke und alle anderen Arten technischer Celluloseprodukte hergestellt werden können.
  • Bei der Weiterverarbeitung der Celluloseformiate können als Lösungs- bzw. Quellungs-oder Weiehmachungsmittel außer den bekannten noch mit Vorteil Vormamid, Glycerinformiate, Chlorhydrine oder Stoffe, welche diese Bestandteile enthalten, oder Gemische derselben verwendet werden.
  • Beispiele i. ioo g schwach nitrierte Cellulose werden mit Soog absoluter Ameisensäure, die bei ,gewöhnlicher Temperatur mit trockenem HCl-Gas gesättigt ist, in Gegenwart von Sog wasserfreien Chlorzinks bei gewöhnlicher Temperatur gemengt. Nach einer Einwirkungsdauer von etwa i Stunde oder weniger wird das Reaktionsgemisch z. B. in Wasser ausgefällt, sorgfältig getrocknet und z. B. in Diformin gelöst.
  • 2. 3 'kg Linters werden mit i 8 kg absoluter Ameisensäure, die mit HCl-Gas gesättigt ist, in Gegenwart von 2 kg Chlorzink bei gewöhnlicher Temperatur gemengt. Nachkurzer Zeit, z. B. 2o bis 30 Minuten, wird das Reaktionsgemisch mit Wasser ausgefällt, sorgfältig getrocknet und in Formamid gelöst.
  • 3. 12 Teile trockene Baumwolle werden mit i oo Teilen 99, 4 % iger Ameisensäure, i o Teilen Salzsäuregas und io Teilen wasserfreiem Chlorzink bei 2o° C behandelt. In weniger als einer Stunde entsteht ein Formylierungsprodukt mit einem Gehalt von 52% Ameisensäure, welches in den üblichen Lösungsmitteln, wie Pyridin u. dgl., einwandfrei löslich ist und eine Kupferzahl von etwa 1,6 besitzt.
  • Während es nach bisher bekannten Verfahren, welche nur einen Katalysator verwendeten, oder bei Zusatz von z. B. Chlorzink in unzureichenden Mengen, besonders bei Verwendung von wasserhaltiger Ameisensäure, niemals möglich war, technisch verwertbare Produkte zu erzielen, ,gelingt es nach der Erfindung durch Verwendung eines Quellungsmittels in erheblichen Mengen, durch geeignete Wahl von Katalysatoren, welche den Abbau der Cellulose nicht oder nur wenig zu fördern vermögen, und durch Anwendung von möglichst hochkonzentrierter oder absoluter Ameisensäure nach Reaktionszeiten. von nur wenigen Minuten zu technisch einwandfreien und für alle Zwecke gut verwertbaren Produkten zu ;gelangen.
  • Gegenstand des Patents 498 157 bildet ein Verfahren zur Herstellung künstlicher Gebilde, insbesondere von Kunstseide, durch Behandeln von Cellulose bzw. merzerisierter, regenerierter oder veresterter Cellulose mit hochkonzentrierter Ameisensäure in Gegenwart eines Katalysators; als welcher gegebenenfalls Chlorwasserstoff und Zinkchlorid zusammen verwendet werden, und Verspinnen der erhaltenen Formylcelluloselösung, nach welchem die Cellulose bei einer 5'C auf keinen Fall übersteigenden Temperatur, vorzugsweise bei einer Temperatur von o' C oder niedriger, wie z. B. bei - 5° C oder - i o° C, formyliert und aus der erhaltenen Lösung abgeschieden wird.
  • Diesem Verfahren gegenüber wird das vorliegende Verfahren ausdrücklich mit der Maßgabe durchgeführt, daß das Arbeiten bei Temperaturen von 5'C und darunter ausgeschlossen wird. Das Arbeiten bei derartig tiefen Temperaturen bietet außer dem Erfordernis einer in Anschaffung und Betrieb kostspieligen Kühlvorrichtung den Nachteil, daß leicht ein Einfrieren des Formylierungsgemisches erfolgt, so daß dann die Reaktion im heterogenen System verläuft und sich nur schwer kontrollierbar gestaltet. Hinzu kommt, daß das vorerwähnte Verfahren mit außerordentlich langen Einwirkungszeiten, z. B. solchen von 16 bis 48 Stunden, arbeitet, während das vorliegende Verfahren, wie oben bereits gesagt, nur einer solchen von etwa einer Stunde oder weniger bedarf und darum abgebrochen werden kann,- bevor ein störender Abbau von Cellulose oder Cellulosederivaten erfolgt ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung beständiger Celluloseformiate, dadurch gekennzeichnet, daß die Veresterung der Cellulose oder ihrer Derivate bei Gegenwart genügender Mengen von diese lösender bzw. quellender Mittel, z. B. wasserfreies Chlorzink, Calciumbromid u. dgl., und solcher Verestexungskatalysatoren, welche für sich allein den Abbau der Gellulose und ihrer Derivate nicht bewirken, z. B. H Cl- Gas, Phosphorsäureanhydrid o. dgl., mit hochkonzentrierter (z. B. ioo%iger) Ameisensäure vorgenommen wird mit der Maßgabe, daß der Veresterungsvorgang nur kurze Zeit, z. B. nur etwa eine Stunde oder weniger, durchgeführt, das abgeschiedene Produkt sorgfältig getrocknet und das Arbeiten bei Temperaturen von 5'C und darunter ausgeschlossen wird.
DEE34428D 1926-08-10 1926-08-10 Verfahren zur Herstellung bestaendiger Celluloseformiate Expired DE528148C (de)

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