DE505807C - Verfahren und Anordnung zum feldweisen Ausgleich von Stoerungen und Unsymmetrien in Pupin-Fernmeldekabeln - Google Patents
Verfahren und Anordnung zum feldweisen Ausgleich von Stoerungen und Unsymmetrien in Pupin-FernmeldekabelnInfo
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- H04B3/32—Reducing cross-talk, e.g. by compensating
- H04B3/34—Reducing cross-talk, e.g. by compensating by systematic interconnection of lengths of cable during laying; by addition of balancing components to cable during laying
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
26. AUGUST 1930
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21 c GRUPPE
in Pupin-Fernmeldekabeln
Patentiert im Deutschen Reiche vom 5. Juli 1929 ab
Da im Laufe der Zeit an den störungsfreien Betrieb von Fernmeldekabeln immer höhere
Ansprüche gestellt werden, tritt vielfach der Zustand ein, daß vor Jahren verlegte und den
damaligen Ansprüchen genügende Kabel nicht mehr den neuzeitlichen Ansprüchen entsprechen,
wodurch ein nachträglicher Ausgleich während des Betriebes erforderlich wird. Auch können andere Ursachen, z. B.
Umlegungen, Reparaturen oder irgendwelche Änderungen der elektrischen Kabeleigenschaften,
eine Verschlechterung des ursprünglichen Zustandes herbeigeführt haben und einen nachträglichen Ausgleich bedingen.
Es ist bereits ein Verfahren bekannt, nach dem in Betrieb befindliche Pupinleitungen
feldweise, beispielsweise für das Nebensprechen, ausgeglichen werden. Dieses Verfahren
setzt das Vorhandensein von vier freien, also nicht in Betrieb befindlichen Vierern im Kabel voraus. Diese Vierer werden
spulenfeldweise ausgeglichen und nachher durch besondere, eine Betriebsstörung möglichst vermeidende Umschalter mit vier
anderen in Betrieb befindlichen Vierern desselben Spulenfeldes vertauscht; die dadurch
frei werdenden vier Vierer werden wieder ausgeglichen, und das Verfahren wird wiederholt.
Nach diesem Verfahren ist es jedoch nötig, die Spulenkasten zu öffnen und in denselben
die Umschaltungen vorzunehmen, wodurch die Gefahr von Lötfehlern und Verschaltungen
entsteht. Auch ist beispielsweise beim Nebensprechausgleich der Ausgleich der Nebenviererkopplungen erst durch weitere
Umschaltungen möglich und das Auftreten von Echostörungen in etwa verwandten Zweidrahtleitungen
nicht ausgeschlossen. In Fällen, in denen keiner der benötigten vier Vierer frei ist, kann dieses Verfahren vollends
nicht angewandt werden.
Gemäß der Erfindung werden die vorhandenen Störungen oder Unsymmetrien, z. B.
Nebensprech- (Gegennebensprech-) und Starkstromstörungen, Scheinwiderstands-, Erdkapazitäts-
und Betriebskapazitätsabweichungen usw., in Pupinfernmeldekabeln während des Betriebes in der Weise ausgeglichen, daß
die den unbefriedigenden Zustand des Kabels verursachenden kapazitiven, induktiven Wirk-Widerstands-
oder Scheinwiderstandsunsymmetrien mit Hilfe einer oberhalb der Grenzfrequenz liegenden Frequenz gemessen werden,
worauf der Ausgleich auf Grund der ge-
*.) Von dem Patentsiiclier ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr.-Ing. Frit^ Haas in Wien.
messenen Resultate durch zusätzliche Ausgleichsmittel, z. B. durch Zuschalten von Kondensatoren,
in an sich bekannter Weise bewirkt wird.
Nach dem Verfahren der Erfindung kann der Ausgleich der Unsymmetrien ohne Betriebsstörung,
Umschaltarbeit und Abtrennen der Pupinkasten und ohne Zuhilfenahme von freien Vierern vorgenommen werden.
ίο Dem Verfahren gemäß der Erfindung liegt
die Erkenntnis zugrunde, daß einerseits die Kabelabschnitte von Spulenfeldlänge auch bei
höheren Frequenzen noch genügend genau als konzentrierte Kondensatoren aufgefaßt
werden können, während andererseits durch die Drosselwirkung der Pupinspulen oberhalb
der Grenzfrequenz der Einfluß der Kopplungen der Nachbarfelder praktisch vollkommen
ausgeschaltet wird. Die Kopplungen der unmittelbar benachbarten Felder wirken, gleiche Pupinisierung vorausgesetzt, in einer
Größe von e-^^+J^ — k-e-'^O'+J^^ — k-e-21,
wenn b die Dämpfung, α das Phasenmaß eines Pupinfeldes bedeutet. Die übernächsten
as Felder fälschen nur mehr mit It · e~lb usw.
Da der Meßstrom eine oberhalb der Grenzfrequenz der Leitung gelegene Frequenz besitzt,
wird durch ihn keine Betriebsstörung hervorgerufen. Durch zweckmäßige Ausgestaltung
der Meßbrücke, vor allem durch Anschließen von Stromquelle und Meßhörer etwa vermittels Übertragerschaltungen, die
bei der Meßfrequenz in Stromresonanz sind, niedrigerfrequenten Wechselströmen jedoch
einen großen Widerstand bieten, sind auch Echostörungen leicht zu vermeiden.
Statt der in Stromresonanz befindlichen Übertragerschaltungen können auch Stromresonanzglieder
in die Zuleitungen von Stromquellen und Fernhörer eingeschaltet werden. Zum Ausgleich des Nebensprechens, insbesondere
der über Sprechkopplung, werden nach der Erfindung in den einzelnen Spulenfeldern
die Adern in einer Brückenschaltung vereinigt, und es wird nach Messung der Übersprechkopplungen
der Ausgleich durch Kondensatoren vorgenommen. Ebenso wie die Übersprechkopplung kann auch die Mitsprechkopplung
bei Verwendung solcher Stromresonanzglieder in den Zuleitungen zum elektrischen Mittelpunkt des Abzweigewiderstandes
der künstlichen Viererbildung gemessen und dann ausgeglichen werden.
Auch die Schwankungen der Betriebskapazitäten aufeinanderfolgender Spulenfelder können ohne Betriebsstörung gemäß der Erfindung ausgeglichen werden. Die Betriebskapazitäten der einzelnen Spulenfelder werden demnach mit einer oberhalb der Grenzfrequenz liegenden Meßfrequenz in einer Kapazitätsmeßbrücke gemessen; darauf wird der Ausgleich beispielsweise durch Zusatzkondensatoren vorgenommen. Das Verfahren läßt sich noch verbessern, indem man im Verlaufe der aufeinanderfolgenden Messungen der einzelnen Spulenfelder zunächst das übernächste vorläufig abgleicht und dann erst nach Messung im eigentlich auszugleichenden Feld den endgültigen Kondensator zuschaltet. Dadurch werden selbst die kleinen Fehler, die durch das Übergreifen der Kopplungen benachbarter Felder entstehen, vermieden. Diese Meßfolge kann wiederholt und somit der Abgleich beliebig verfeinert werden. Auf diese Weise können selbst bei modernen Kabelanlagen vorkommende Schwankungen der Betriebskapazität von 2 % um den Längsmittelwert auf 0,5 °/0 her abgedrückt und dauernd gehalten werden.
Auch die Schwankungen der Betriebskapazitäten aufeinanderfolgender Spulenfelder können ohne Betriebsstörung gemäß der Erfindung ausgeglichen werden. Die Betriebskapazitäten der einzelnen Spulenfelder werden demnach mit einer oberhalb der Grenzfrequenz liegenden Meßfrequenz in einer Kapazitätsmeßbrücke gemessen; darauf wird der Ausgleich beispielsweise durch Zusatzkondensatoren vorgenommen. Das Verfahren läßt sich noch verbessern, indem man im Verlaufe der aufeinanderfolgenden Messungen der einzelnen Spulenfelder zunächst das übernächste vorläufig abgleicht und dann erst nach Messung im eigentlich auszugleichenden Feld den endgültigen Kondensator zuschaltet. Dadurch werden selbst die kleinen Fehler, die durch das Übergreifen der Kopplungen benachbarter Felder entstehen, vermieden. Diese Meßfolge kann wiederholt und somit der Abgleich beliebig verfeinert werden. Auf diese Weise können selbst bei modernen Kabelanlagen vorkommende Schwankungen der Betriebskapazität von 2 % um den Längsmittelwert auf 0,5 °/0 her abgedrückt und dauernd gehalten werden.
Sowohl für die Nebensprech- wie für die Betriebskapazitätsmessungen ist die Lage der
Meßstelle innerhalb des Spulenfeldes praktisch belanglos. Besonders eignen sich zur
Messung die Kondensatormuffen, da bei ihnen gleichzeitig die zusätzlichen Abgleichkondensatoren
untergebracht werden können. Für die Messungen empfiehlt sich eine Meßfrequenz, die mindestens i,5mal so groß ist
als die Grenzfrequenz.
In den Abb. 1 bis 3 soll beispielsweise die
Nebensprechmessung und in Abb. 4 die Betriebskapazitätsmessung gemäß der Erfindung
erläutert werden. In den Abb. 1 bis 3 stellen die Kapazitäten Xx, X2, x3, χ\ die Kopplungen
zwischen den einzelnen Adern a, b, c, d eines Vierers dar. Nach der Abb. 1 werden die
Adern a, b, c, d eines Vierers zu einer Brücke
vereinigt. Zwischen c und d liegt ein für die Meßfrequenz mit Hilfe von Kondensatoren
C1 auf Resonanz abgestimmter Übertrager M1, der von dem Telephon t
belastet ist. Zwischen α und b liegt ein ebenfalls mit Hilfe von Kondensatoren c2 auf
Resonanz abgestimmter Übertrager U2, über
den die Meßspannung zugeführt wird. Für die Sprechfrequenz bieten die Zweige C1, Ux, Cx
und C2, U2, C2 einen großen Widerstand, so
daß der Betrieb des Kabels nicht gestört wird. Nach Abb. 2 sind im Telephonzweige der von
den vier Adern a, b, c, d gebildeten Brücke Stromresonanzglieder, bestehend aus Induktivitäten L1 und Kondensatoren C1, eingeschaltet.
Ebenso befinden sich in dem Zuführungszweig der Meßstromquelle zwischen den Punkten a, b Stromresonanzglieder, die durch
Induktivitäten L2 und Kapazitäten C2 gebildet
werden.
In Abb. 3 ist eine entsprechende Schaltung zur Messung des Mitsprechens gezeigt. Zwischen
dem elektrischen Mittelpunkt des Ab- iao zweigwiderstandes Wx und der Ader d befindet
sich ein durch die Kondensatoren Cn auf Re-
sonanz abgestimmter Übertrager η mit der
Me,ßstr.omquelle. Ein Widerstand W2 dient
zum Ausgleich des Abzweigwiderstandes W1.
Die Adern c und d sind für die Meßfrequenz durch ein Stromresonanzglied C4, Lv C1 praktisch
kurzgeschlossen. Die Adern α und b sind mit den Enden des Abzweigwiderstandes
W1 über Stromresonanzglieder Cs, L3 verbunden.
ίο Die Abb. 4 zeigt ein schematisches Schaltbild
einer Meßanordnung zur erfindungsgemäßen Messung der Betriebskapazitäten, beispielsweise in einer pupinisierten Doppelleitung.
Als Meßbrücke ist eine gewöhnliche Wechselstrombrücke benutzt mit den festen Kapazitäten C1, C2 und den veränderlichen
Kapazitäten cs und c4. Als Meßgerät ist ein
Fernhörer t unter Vermittlung eines Übertragers ν in die Ausgleichbrücke der Anordnung
gelegt, die über den Übertrager u von der Stromquelle w aus gespeist wird. Das
gerade zu messende Spulenfeld des Kabels ist mit m -f- ι bezeichnet und durch die Leitungen
α und b und die anschließenden Pupinspulen s angedeutet. Die Nachbarfelder sind
durch m und m + 2 angegeben. Die elektrischen Werte der Meßanordnung lassen sich
durch Beachtung der Resonanzstelle der Übertrager u und ν für die Stromquelle w und den
Fernhörer t so wählen, daß auch hier der durch die Meßanordnung gebildete Nebenschluß
für das Spulenfeld praktisch außer Betracht bleiben kann. Infolgedessen können die Messungen und der Einbau der Zusatzkondensatoren
bei in Betrieb befindlichen Stamm- und Viererleitungen erfolgen. Eine Verfeinerung des Abgleiche kann, wie bereits
erwähnt, noch dadurch erzielt werden, daß, nachdem das Feld m auf den richtigen Wert
gebracht wurde, zunächst das Feld in + 2 vorläufig abgeglichen und dann erst der endgültige
Abgleich im Feld m -\- 1 vorgenommen
wird.
Claims (4)
1. Verfahren zum feldweisen Ausgleich von Störungen und Unsymmetrien, insbesondere
Nebensprech-, Starkstromstörungen, Betriebskapazitäts-, Scheinwiderstands- und Erdkapazitätsabweichungen,
in Pupin-Fernmeldekabeln, dadurch gekennzeichnet, daß die die Störungen bzw.
Abweichungen verursachenden kapazitiven, induktiven Wirk- und Scheinwiderstandsunsymmetrien
mit Hilfe einer oberhalb der Grenzfrequenz liegenden Frequenz gemessen und auf Grund der Meßergebnisse,
insbesondere durch zusätzliche Ausgleichsmittel wie Zusatzkondensatoren, in an sich bekannter Weise ausgeglichen
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßfrequenz
mindestens das 1,5 fache der Grenzfrequenz beträgt. 6g
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder folgenden, insbesondere zum Betriebskapazitätsausgleich,
dadurch gekennzeichnet, daß vor dem endgültigen Abgleich des gerade zu messenden Feldes das nächstfolgende
Feld vorläufig abgeglichen wird.
4. Anordnung zur Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die elektrische Meßanordnung so gewählt ist, z. B. durch Resonanzschaltungen im Speise- oder
Brückenzweig von Brückenschaltungen, daß der durch die Meßanordnung gebildete Nebenschluß klein ist und den Betrieb
des Kabels nicht stört.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
AT505807X | 1928-08-10 |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE505807C true DE505807C (de) | 1930-08-26 |
Family
ID=3675453
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DES92651D Expired DE505807C (de) | 1928-08-10 | 1929-07-05 | Verfahren und Anordnung zum feldweisen Ausgleich von Stoerungen und Unsymmetrien in Pupin-Fernmeldekabeln |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE505807C (de) |
-
1929
- 1929-07-05 DE DES92651D patent/DE505807C/de not_active Expired
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