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Flugzeug, dessen Tragflächengröße durch einfügbare Tragflächenzwischenstücke
verändert werden kann Es ist bekannt, die Tragflügel von Flugzeugen quer zur Flugrichtung
zu unterteilen, und zwar einerseits zum Zwecke, die Herstellung zu erleichtern,
andererseits, um einen bequemeren Transport des Flugzeuges zu ermöglichen. Zum erstgenannten
Zweck hat man vorgeschlagen, die Flügel aus mehreren Querstücken herzustellen und
diese entweder unmittelbar durch Zusammennieten ihrer vorspringenden Ränder oder
durch Aufschieben auf durchgehende Holme fest miteinander zu verbinden. Für die
Transporterleichterung werden die Flügel in der Regel nur einmal, und zwar in der
Nähe des Rumpfes, unterteilt.
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Es ist ferner bekannt geworden, bei Doppeldeckern zwecks Veränderung
der Tragflächengröße zwei kastenförmige Tragflächenelemente, bestehend je aus einer
oberen und unteren Tragfläche, verbunden durch vier Streben mit Diagonalverspannung
zwischen dem mittleren und den beiden äußeren Tragflächenteilen, einzubauen.
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Erfindungsgemäß sollen dagegen die Zwischenstücke, zwecks Ausgleichs
der durch ihre Einfügung oder Auswechslung sich ergebenden verschiedenen Biegungsbeanspruchungen
an der Flügelwurzel, Lasten tragen.
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Von besonderem Vorteil ist es, als solche auf den besonderen Zwischenstücken
unterzubringenden Lasten die zum Vortrieb des Flugzeuges dienenden Motoren zu verwenden.
Zweckmäßig nehmen diese Flügelzwischenstücke außer -dem Motor selbst auch die zu
seinem Betriebe nötigen Hilfseinrichtungen, wie Betriebsmittelbehälter, Kühler usw.,
auf, so daß jedes Zwischenstück ein vollständiges Motoraggregat enthält.
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Die Anordnung solcher im ganzen auswechselbarer Motoraggregate ist
bei Einmotorenflugzeugen, wo diese Aggregate an der Rumpfspitze sitzen, bekannt.
Im vorliegenden Fall ergibt sich gegenüber dieser bekannten Anordnung der weitere
Vorteil, daß beim Vorhandensein einer größeren Motorenzahl bei verringertem Leistungsbedarf
des Flugzeuges einfach ganze Motoraggregate ausgebaut werden können, so daß das
Flugzeug keinerlei unnötige Lasten zu tragen braucht.
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Die Herstellung, der Aufbau, das Zerlegen, Befördern und Wiederzusammenbauen
des Flugzeuges vollziehen sich beim Erfindungsgegenstand wesentlich leichter als
bei den bekannten Anordnungen von Mehrmotorenflugzeugen, wo die Motoren entweder
auf einem mit Rücksicht auf die Propeller sehr breiten, im Bahnprofil oft nicht
mehr unterbringbaren Mittelstück oder auf den großen Seitenflügelteilen sitzen,
deren Handhabung an sich schon unbequem ist und durch die eingebauten Motoren noch
erheblich schwieriger gestaltet wird.
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Die Verteilung der Lasten auf die Flügelzwischenstücke und die übrigen
Flugzeugteile
erfolgt zweckmäßig so, daß durch das Hinzufügen oder
Fortlassen dieser Zwischenstücke die Längsstabilität des Flugzeuges nicht beeinflußt
wird. Soll beispielsweise die Lastenverteilung bei ein- oder ausgebauten Zwischenstücken
in den übrigen Flugzeugs teilen unverändert bleiben, so sind die in den Zwischenstücken
unterzubringenden Lasten so anzuordnen, daß der Schwerpunkt der Zwischenstücke möglichst
in die Schwerpunktsquerebene des ganzen Flugzeuges fällt; andererseits können bei
Einbau belasteter Zwischenstücke die übrigen Flugzeuglasten auch so verändert oder
verschoben werden, daß eine Stabilitätsänderung nicht eintritt. Es ist bei Beachtung
dieser Gesichtspunkte möglich, das Flugzeug ohne jede Änderung seiner Einzelteile
mit in weiten Grenzen veränderbarer Motorstärke zu betreiben, beispielsweise indem
solche j e ein Motoraggregat aufnehmenden Zwischenstücke zwischen die einzelnen
Flügelhauptteile eingeschaltet bzw. herausgenommen oder gegen solche mit Motoren
anderer Leistung oder anderer Motorenzahl ausgetauscht werden. Ebenso können Zwischenstücke,
deren Motoranlage auf Zugpropeller arbeitet, gegen solche mit Druckpropellern und
umgekehrt vertauscht werden, wenn dies für den jeweiligen Gebrauchszweck des Flugzeuges
wünschenswert sein sollte. Es lassen sich also bei einer feststehenden Bauform des
Flugzeuges in einfacher Weise die verschiedenartigsten Tragflächengrößen, Last-
bzw. Motor- und Propelleranordnungen und Vortriebsleistungen erzielen.
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Die namentlich beim Landen bei stark belasteten Flügelzwischenstücken
auftretenden Massenwirkungen können dadurch unschädlich gemacht werden, daß diese
Massenkräfte möglichst unmittelbar abgefangen werden, indem die Abflug- und Landevorrichtungen
(Fahrgestell, Schwimmer o. dgl.) an .den auswechselbaren Flügelzwischenstücken selbst
oder wenigstens in der Nähe von deren Anschlußstellen angeordnet werden, so daß
diese Massenkräfte in den übrigen Flügelteilen keine oder nur unwesentliche zusätzliche
Biegungsbeanspruchungen hervorrufen können: In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
des- Erfindungsgegenstandes veranschaulicht, und `zwar in Abb. i in Vorderansicht
und in Abb. 2 im Grundriß.
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Bei dem Flugzeug.nach Abb. i und 2 sind an einem Rumpf i beiderseits
kurze Flügelstümpfe 2 angesetzt, die mit demselben ständig verbunden bleiben. An
diese Flügelstümpfe 2 sind nun verhältnismäßig schmale streifenartige Flügelabschnitte
3 angeschlossen, welche je ein aus Motor 5, Propeller 6, Betriebsmittelbehälter
7, Kühler 8 bestehendes Motorenaggregat aufnehmen. An diese Flügelzwischenstücke
3 sind dann weiterhin die seitlichen Tragflügelteile 4 angeschlossen. Die Flügelzwischenstücke
3 sind mit den anstoßenden Teilen 2, und 4 lösbar verbunden, so daß sie leicht gegen
andere Zwischenstücke ausgewechselt oder auch fortgelassen werden können. Im letzteren
Falle ist es natürlich erforderlich, daß die Verbindungselemente in den beiden Teilungsebenen
18, i9 gleich ausgebildet und gleich verteilt sind. Das Flugzeug wird dann nur von
der im Flugzeugmittelstück angeordneten Motorenanlage, bestehend aus Motor io, Propeller
ii, Betriebsmittelbehälter 12 und Kühler 13, angetrieben, so daß das Flugzeug hiernach
sowohl als einmotoriges wie als mehrmotoriges benutzbar ist.
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Im weiteren Ausbau der Erfindung können auch die äußeren Flügelteile
4 noch ein- oder mehrmals unterteilt und an den Teilstellen weitere Flügelzwischenstücke,
die auch wieder Motoraggregate oder andere Lasten tragen können, auswechselbar angeordnet
sein.
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Die den Landungsstoß aufnehmenden Streben 16 des Fahrgestells greifen
an den Flügelstümpfen 2 in unmittelbarer Nähe der Anschlußstellen 18 der Zwischenstücke
3 an, so daß die bei der Landung auftretenden Massenkräfte der in den Zwischenstücken
3 untergebrachten Lasten auf kürzestem Wege abgefangen werden.
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Die Anwendung der Erfindung ist nicht auf bestimmte Flugzeugtypen
beschränkt, sie ist vielmehr bei Ein- und Mehrdeckern, bei Land- und Wasserflugzeugen
möglich.