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Stabilisierungs- oder Leitkörper an Luftschiffen. Die Priorität der
Anmeldung des Mitanmelders Klemperer in den Vereinigten Staaten von Amerika vom
30. Juli 1925 ist in Anspruch genommen. Die Erfindung bezieht sich auf Stabilisierungs-
oder Leitkörper, auch Leitflächen genannt, wie sie an Luftschiffen und insbesondere
auch Starrluftschiffen vorgesehen werden.
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Bezweckt wird, die Stabilisierungs- oder Leitkörper so durchzubilden,
daß bei weitgehender Ersparnis an Gewicht ihres Gerippes oder Rahmens besonders
widerstandsfähige Gebilde entstehen, die eine einwandfreie und besonders gleichmäßige
Luftführung gewährleisten und somit zur Steigerung der aerodynamischen Stabilität
des Luftschiffes beitragen.
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Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß an die Stabilisierungs-
oder Leitflächen, im wesentlichen entlang ihren Längskanten, flanschenartige Ansätze
angebracht werden. Diese Flanschen schließen sich vorteilhaft unter rechtem Winkel
oder annähernd rechtem Winkel an die Leitflächen an und werden vornehmlich da angebracht,
wo die Luftstromlinien mit den Längskanten der Leitflächen gleichgerichtet sind
oder wenigstens für gewöhnlich keinen erheblichen Winkel dazu bilden.
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Je nach Art der Anordnung dieser auf den Leitflächen angebrachten
Flanschen erhalten die einzelnen Leitapparate einen T- bzw. kreuzförmigen
Querschnitt.
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Die Zeichnung zeigt zwei Ausführungsbeispiele.
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Abb. i ist eine Seitenansicht eines Luftschiffhecks. mit erfindungsgemäß
ausgebildeten Flossen.
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Abb. z ist ein entsprechender Querschnitt nach Schnitt II-II von Abb.
i.
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Abb. 3 zeigt wie Abb. i eine Seitenansicht eines Luftschiffhecks,
wobei aber die Flossen in einer anderen erfindungsgemäßen Ausbildung erscheinen.
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Abb.4 ist ein Querschnitt nach Schnitt IV-IV von Abb.3.
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Abb. 5 ist ,pin Diagramm, welches eine vergleichende graphische Darstellung
-der Kräfteverteilung gibt, wie sie bei einer Flosse bisheriger Form und bei einer
Flosse gemäß der Erfindung mit verstärkenden Flanschen erfolgt.
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Gemäß Abb. i und a sind senkrechte Flossen io und wagerechte Flossen
i i vorgesehen, welche in der üblichen Weise am Luftschiffkörper 1z sitzen. Der
Hauptteil 13 der Flossen io ist am äußeren Rande 14 mit Flanschen 15 versehen, welche
im wesentlichen rechtwinklig dazu stehen, so daß die Flossen
einen
etwa T'-förmigen Querschnitt erhalten. In gleicher Weise ist jede der wagerechten
Flossen i i so gestaltet, daß an den Hauptteil 16, am Rande 17, die Flanschen 18
gebildet sind. An die Flossen schließen sich in üblicher Weise die Seiten- bzw.
Höhenruder i g, i g' beweglich an.
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Bei der Ausführungsform gemäß Abb. 3 und 4. sind die an den Luftschiffkörper
23 angeschlossenen Flossen mit 2o bzw. 22 bezeichnet. Hierbei sitzen die Flanschen
224 bzw.25 nicht ganz am Rande, so daß sich für die Flossen an ihrem äußeren Teil
ein kreuzförmiger Querschnitt ergibt. Die Flossen tragen die Seiten- bzw. Höhensteuer
28,29.
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Die Flanschen 2¢ und 25 sollen im wesentlichen parallel zu den Außenkanten
der Flossen angeordnet werden; sie können aber auch in ihrer Längsrichtung geneigt
zur Längsachse des Schiffes sein und z. B. nach hinten konvergieren.
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Mit den angesetzten Flanschen erhalten die Flossen eine erhebliche
Verstärkung insofern, als eine Vergrößerung des Widerstandes gegenüber dem an den
Kanten der Flossen zur Wirkung kommenden Biegemoment erreicht ist, welches bei schrägem
Auftreffen der Luft auf die Flossen entsteht. Weiter dienen die Flanschen als Gleitwände,
wodurch der Betrag der über die Kanten der Flossen überschießenden Luft verringert
wird. Dadurch wird bei Verwendung der erfindungsgemäßen Flossen der aerodynamische
Wirkungsgrad derselben erhöht und demgemäß für den gleichen Grad von Festigkeit
und Stabilisierungswirkung .eine Gewichtsersparnis # der Flossen erreicht. Die an
den senkrechten Flossen angeordneten Flanschen unterstützen außerdem die Wirkung
der wagerechten Flossen, ebenso die Flanschen an diesen die Wirkung der ersteren.
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'Um zu zeigen, um wieviel günstiger die Kraftverteilung bei einer
erfindungsgemäß ausgebildeten Flosse gegenüber einer vonbisheriger Gestalt wird,
ist in Abb. 5 ein Diagramm gezeigt, in welchem die Kräfte durch Kulven angedeutet
sind. In. dieser Abbildung ist links eine in bisher bekannter Weise ausgebildete
Flosse 3oa gezeigt, während auf der rechten Seite die erfindungsgemäß ausgebildete
Flosse 32a erscheint. Man erkennt aus dem Diagramm 30, 31, daß bei der bisherigen
Flossenausführung eine nach der Außenkante hin unverhältnismäßig stark zunehmende
Belastung 31 erfolgt, während im Gegensatz hierzu die Lastenverteilung bei der rechts
gezeichneten Flosse wesentlich gleichmäßiger ist, wobei die Höchstbelastung am äußeren
Ende der Flosse 33 außerordentlich viel geringer ist als bei der linken Flosse.
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Der Grund, weshalb bei der rechten Flosse, die gemäß der Erfindung
mit den Verstärkungsflanschen versehen ist, eine günstigere Lastverteilung stattfindet,
liegt darin, daß durch die Anordnung der Flanschen die Wirbelbildungen am Rande
der Flosse vermindert sind.
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Die dargestellte und beschriebene Anordnung der Flanschen an den Leitflächen
bzw. Flossen werden zweckmäßig nur an diesen verwendet und brauchen nicht etwa auch
an den beweglich angeschlossenen Rudern vorgesehen zu sein, denn die Ruder besitzen
geringere Flächengrößen, so daß die etwa nachteiligen Luftströmungen bzw. Wirbelbildungen
verhältnismäßig gering sind und praktisch wenig in Erscheinung treten.