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Kinematograph mit einer die Bilder in spiraliger Reihenfolge tragenden
Scheibe. Die Erfindung betrifft einen kinematographischen Apparat, der sich nicht
nur als Bildwerfer, sondern auch als Kamera verwenden läßt. Er enthält eine umlaufende
Filmscheibe, auf der die Bilder in spiraliger Reihenfolge aufgenommen werden, indem
der Antrieb neben dem Umlauf der Scheibe eine Relativverschiebung in radialer Richtung
zwischen Linse und Filmscheibe erzeugt.
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Für Projektionszwecke sind derartige Apparate bereits bekannt. Bei
diesen erfolgt aber der Antrieb von Hand. Für die Verwendung als Aufnahmekamera
ist es wesentlich, daß die Geschwindigkeit, mit der die Filmscheibe unter der Linse
-hinweggleitet, einen bestimmten Wert hat, und daß dieser Wert konstant ist, unabhängig
von dem Abstand der Linse vom Scheibenmittelpunkt. Zur Erreichung dieses Zieles
ist erfindungsgemäß der Kinematograph, der zweckmäßig durch einen Federmotor angetrieben.
wird, mit einem Geschwindigkeitsregler versehen, der der Filmscheibe eine derart
veränderliche Winkelgeschwindigkeit erteilt, daß der von der Linse belichtete Teil
des Filmes gegenüber der Linse eine konstante lineare Geschwindigkeit hat.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in dLr Zeichnung dargestellt.
In dieser zeigt Abb. r eine Aufsicht auf das Getriebe einer K_ inematographenkamera,
Abb.2 einen Schnitt nach der Linie 5-5 der Abb. r.
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Die Kamera umfaßt einen flachen Kasten von solcher Größe, daß er einen
Halter -für eine durchsichtige Scheibe oder Film aufnehmen kann, auf welchem Bilder
in spiralförmiger Aufeinanderfolge photographiert werden können. Eine solche Scheibe
kann in spiralförmiger und in vorher bestimmter Beziehung zueinander mit Schaltteilungen
versehen- sein, derart, daß jeder Schaltzahn dieselbe relative Lage zu einem der
Bilder hat, die auf der Scheibe aufgenommen. worden sind.
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Auf der vorderen Fläche des Kastens sitzt ein Gehäuse 2o aus Guß oder
gestanztem Blech zur Aufnahme der Antriebsteile. In dem Gehäuse 2o ist eine Tragplatte
2,1 befestigt zur Aufnahme der Trommel 21d eines Federmotors, dessen Hohlwelle mittels
Schaltwerkes mit der Hauptwelle 2¢ verbunden ist; diese trägt ein großes Zahnrad
25 und ein kleines Zahnrad 26. Das große Zahnrad 25 greift in ein Zahnrad 3o der
Welle 31, die in dem Zahnrad: 3o achsial gleitbar ist. Ein Zahnrad 32, das zweckmäßig
mit dem Zahnrad 3o aus einem Stück besteht, greift in das Zahnrad 33 der Welle 3¢
ein, und diese trägt ein weiteres Zahnrad 35, das .die Schnecke eines Fliehkraftreglers
36 antreibt, .der in den aus der Platte 21 ausgestanzten Augen 36d gelagert ist.
Der Regler ist, wie üblich, mit einer achsial drehbaren Scheibe 37 versehen, die
von den Fliehkraftgewichten gesteuert wird.
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Die auf der Welle 31 gelagerten Räder 30, 32 bestehen zweckmäßig aus
einem Stück, das in der Platte 28 gelagert und mit einem Schlitz 38 versehen ist;
in diesem kann die die Scheibe antreibende Gabel 39, die an der Welle 31 befestigt
ist gleiten. Die Gabel
kann mittels eines Knopfes 42 der Welle 41
von außen aus dem Scheibenträger tierausgezogen und wieder in Eingriff gebracht
werden, wie später beschrieben wird. In der Eingriffstellung schnappt eine Sperrung
4.0 (Abb. 2) in eine Nut 41 des Knopfes 42, um die Welle 31 zu sichern.
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Die Filmscheibe 43, die in der Kamera exponiert werden soll, ist in
einem Plattenhalter 44 untergebracht (Abb. 2). Die Vorderseite des Plattenhalters
44, die zweckmäßig verdoppelt ist, wie bei 51 (Abb.2) gezeigt, ist mit einem Radialschlitz
52 versehen, der sich von dem Rande über eine solche Länge erstreckt, daß sowohl
die Halterplatte 47 als auch die Fläche exponiert wird, auf welcher die von dem
zu photographierenden Objekt ausgehenden Lichtstrablen aufgenommen werden. Wenn
die Gabel 39 in die Schlitze der Halterscheibe 47 eingreift, dann kann der Federmetor
die Filmscheibe drehen, und bei dieser Drehung läuft die ganze Fläche der Filmscheibe
vor dem Schlitz 52 einmal bei jeder Umdrehung .der Scheibe vorbei.
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Eine spiralförmige Folge von Bildern wird auf "der Filmscheibe 43
mittels eines Objektivs "exponiert, das langsam über Iden Film läuft, wenn dieser
gedreht wird. Der Film läuft ununterbrochen, und das Objektiv wird mit dem Film
während der Expositionszeit mitbewegt. Dieses wird in, bekannter Weise durch Schaltzähne
in der Spiralnut rdes Filmes 43 bewirkt, die mit entsprechender. Zahnteilungen des
Objektivs oder Ob j ektivträgers zusammenarbeiten.
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Bei der Verwendung der Vorrichtung für einen ununterbrochen bewegten
Film werden Aufnahmen bevorzugt, die auf den Filmspiralen gleiche Abstände haben,
wozu die Winkelgeschwindigkeit der Bewegung der Scheibe verändert werden muß, um
eine konstante lineare Geschwindigkeit des sich unter der Linse drehenden Filmes
aufrechtzuerhalten. Zu diesem Zweck ist die Rückseite der Zahnstange 75 mit einer
Kurvenfläche 8ia versehen, die auf ,das gekrümmte Ende eines Armes 82 einwirkt;
dieser ist um einen auf .der Plattre 28 befestigten Zapfen 83 drehbar. Der Arm 82
wird gewöhnlich durch die Feder 84 an die Zahnstange 75 angedrückt. Ein Stift 85
steht mit einer Kurvenfläche des Hebels 86 in Berührung, der um Zapfen 87 der Platte
28 drehbar ist. An seinem anderen Ende trägt der Hebel eine Reibungsfläche 88 aus
Fiber. Wenn die Zahnstange 75 bewegt wird, um die Linse gegen die Mitte des Filmes
zu führen, wirkt ihre Kurvenfläche 8 ia auf das Ende des Armes, 82 .ein; der Zapfen
85 bewegt das Ende des Hebels 86 so, daß die Reibungsfläche 88 sich gegen die Reglerscheibe
37 bewegt und die Winkelgeschwindigkeit des Filmes vermehrt, wodurch die lineare
Geschwindigkeit an dem Expositionspunkt im wesentlichen konstant bleibt. Um den
Motor vollständig anzuhalten, ist ein Reibungsglied 89 auf einem an einer Welle
9o befestigten Arm gelagert; die Welle tritt durch den oberen Teildes Gehäuses hindurch
und ist mit einem nicht gezeichneten Handhebel versehen (Abb. i). Um die Zahnstange
76 und Zahnrad 26 auszurücken, wenn die Linse frei rückwärts oder vorwärts bewegt
werden soll, ist ein gebogener Hebel 92 vorgesehen, der das eine Ende des Armes
82 außer Berührung mit der Rückseite der Zahnstange bringt, so daß diese von dem
Zahnrad 26 abfallen kann. Die Linse und ihr Träger können dann frei bewegt werden.
Der Arm 92 kann durch einen Hebelarm von außen gedreht werden (Abb. i).
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Wenn die Vorrichtung für Projektionszwecke benutzt werden soll, wird
an Stelle des Objektivs ein geeigneter Projektionsapparat mit--seinen- Linsen quer
über dem- sich drehenden' Filmt bewegt.