[go: up one dir, main page]

DE416062C - Verfahren zur Darstellung von Kolloiden - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Kolloiden

Info

Publication number
DE416062C
DE416062C DEP42309D DEP0042309D DE416062C DE 416062 C DE416062 C DE 416062C DE P42309 D DEP42309 D DE P42309D DE P0042309 D DEP0042309 D DE P0042309D DE 416062 C DE416062 C DE 416062C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
colloids
colloidal
flocked
sulfide
solution
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEP42309D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Maschinenbauanstalt Humboldt AG
Original Assignee
Maschinenbauanstalt Humboldt AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Maschinenbauanstalt Humboldt AG filed Critical Maschinenbauanstalt Humboldt AG
Priority to DEP42309D priority Critical patent/DE416062C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE416062C publication Critical patent/DE416062C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J13/00Colloid chemistry, e.g. the production of colloidal materials or their solutions, not otherwise provided for; Making microcapsules or microballoons
    • B01J13/0004Preparation of sols
    • B01J13/0008Sols of inorganic materials in water
    • B01J13/0013Sols of inorganic materials in water from a precipitate

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Colloid Chemistry (AREA)

Description

  • Verfahren zur Darstellung von Kolloiden.
  • Kolloide können bekanntlich auf verschiedene Art künstlich hergestellt werden. Man kennt in der Hauptsache zwei Wege zur Erzielung kolloider Dispersionen, nämlich die Dispersions- und die Kondensationsmethoden.
  • Wie aus den Benennungen zu ersehen ist, handelt es sich bei den ersteren um die Zerteilung von gröberen Teilchen und bei den letzteren um das Zusammentreten mehrerer Moleküle zu einem größeren Komplex sei es nun durch Polymerisierung, sei es durch irgendwelche diemische Ausfällung eines unlöslichen Körpers aus dem molekular gelösten Zustande.
  • Es besteht nun bei den Kondensationsmethoden die Schwierigkeit, die Kondensation der Moleküle in dem Stadium aufzuhalten., wenn die einzelnen Teilchen die Größe der kolloiden Zone (Teilchendurchmesser o.ooI bis I a) erreicht haben. In den meisten Fällen tritt nämlich ganz oder teilweise eine weitere Kondensation ein; die Teilchen werden größer und verlieren demgemäß ihre typischen kolloiden Eigenschaften. Sobald der Teilchendurchmesser größer als 1/1000 Millimeter wird, spricht man nicht mehr von kolloiden, sondern von grobdispersen Systemen. Solche Teilchen schweben nicht mehr in der Flüssigkeit, sondern sedimentieren, sie flocken aus, sie lassen sich ferner durch ein Papierfilter trennen, und sie zeigen im Ultramikroskop nicht mehr die Brownsche Bewegung.
  • Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun die Verbesserung dieser Kondensationsmethoden und die Vermeidung des oben geschilderten Übelstandes. Es wurde nämlich gefunden, daß es dann leicht möglich ist, die Kondensation der Teilchen in der kolloiden Zone aufzuhalten, wenn man die Kondensationsreaktionen in einer Kolloidmühle oder ähnlichen, schnellaufenden Dismembrator- oder Schlagmühlen usa. in geeigneter Weise vor sich gehen läßt.
  • Wie sich auf Grund zahlreicher Versuche herausgestellt hat, wird auf diese Weise die Bildung größerer sedimentierender Teilchenkomplexe vermieden und echte kolloide Dispersonen erzeugt. Die Haltbarkeit derselben wird noch erhöht, wenn man sie in Ultrafilterpresstn (System Plauson, Patent 337731 und Zusätze@ von eventuell vorhandenen freien Elektrolvten trennt. In einer solchen Filterpresse wird gleichzeitig ein Auswaschen und eine Konzentration der Kolloide ermöglicht. Dies ist besonders wichtig für die Darstellung von kolloiden Dispersionen für medizinische und sonstige großtechnische Zwecke.
  • Durch die folgenden Beispiele wird das Verfahren näher erläutert.
  • Beispiel I.
  • Darstellung von kolloidem Silber.
  • I69 Teile einer Iprozentigen Lösung von Silbernitrat werden nach Zusatz von 3,4 Teilen Ioprozentigem Ammoniak in einer in Betrieb gesetz es Kolloidmühle, System Plauson in Gegenwart von 3 Teilen Agar-Agar langsam tropfenweise mit 30 Teilen Iprozentiger Formaldehydlösung versetzt. Die Temperatur der Lösungen betrage etwa 40 bis 50°. Es bildet sich sofort eine tiefbraunschwarze kolloide Silberlösung. Die heftige Schlagwirkung der Mühle verhindert eine Ausflockung größerer Silberteilchen. Um eine haltbare, konzentriertere Dispersion zu gewinnen, engt man die in der Kolloidmühle hergestellte Lösung in einer Pl ausonschen Ultrafilterpresse unter hohem Druck ein und wäscht hierin gleichzeitig die molekular gelösten Salze (Ammonnitrat usw.) aus. Die letzteren kann man auch durch Dialysieren entfernen.
  • In analoger Weise können haltbare kolloide Dispersionen anderer Metalle, wie Gold, Quecksilber, Platin, Palladium, Blei usw. aus ihren molekularen Lösungen hergestellt werden, ebenso solche von Schwefel, Seien, Arsen usw.
  • Beispiel 2. herstellung von Kupferoleat.
  • 20 Teile einer 5prozentigen Lösung von Kupferacetat wird in der Kolloidmühle unter fortwährender Bearbeitung langsam mit 30 Teilen sprozentiger Natriumoleatlösung versetzt. Es bildet sich sofort kolloides Supferoleat, das ebenso. wie in Beispiel 1 beschrieben, von einem Teil des wäßrigen Dispersionsmittels und vom Natriumacetat befreit werden kann.
  • In analoger Weise wie Kupferoleat können kolloide Dispersionen von anderen Stoffen, z. B. von Metallsulfiden (Arsensulfid, Eisensulfid, Kupfersulfid usw.), von Hydroxyden, Farbstoffen usw. hergestellt werden.
  • Beispiel 3.
  • Herstellung von kolloidem Trikalziumphosphat.
  • Auch Trikalziumphosphat läßt sich nach vorliegendem Verfahren in kolloidaler Form gewinnen. Man löst hierzu 20 Teile normales Natriumphosphat (Na3PO4 12 aq) in 300 Teilen Wasser, versetzt diese Lösung mit einem wäßrigen Auszug von 1 Teil Kirschgummi und gibt das Gemisch in die Kolloidmühle.
  • Alsdann läßt man langsam Chlorkalziumlauge, enthaltend 8 Teile Ca Cl2 auf 40 Teile Wasser zufließen. Es scheidet sich sofort Trikalziumphosphat in kolloider Form aus. Dasselbe flockt jedoch nicht aus und wird auch dauernd in kolloider Form erhalten, wenn es nach Beispiel 1 in einer Ultrafilterpresse behandelt und von molekular gelöstem Kochsalz durch Auswaschen befreit wird.
  • Beispiel 4.
  • Darstellung von kolloidem Nickelsulfld.
  • An der Darstellung von kolloidem Nickelsulfid läßt sich besonders gut zeigen, daß das vorliegende Verfahren deutlich technische Vorteile gegenüber schon bekannten Methoden aufweist, die unter Anwendung kräftig wirkender Rührwerke die Herstellung von Kolloiden ermöglichen. m Zwei Liter einer etwa 0O Nickelnitratlösung, die 0,5 Prozent Gummiarabikum als Schutzkolloid enthalten, werden mit steigenden Mengen einer 4, 3prozentigen Natriumsulfidlösung versetzt. Der Versuch wurde in einer Kolloidmühle und in einem Rührwerk durchgeführt, wobei in beiden Fällen jede Minute je 4 cm3 der Sulfidlösung zugefügt und dann Io cm3 Reaktionsgemisch abgenommen und in Reagenzgläser gebracht wurden, in denen sich die auftretende Flockung gut beobachten läßt.
  • Die folgende Tabelle zeigt das Ergebnis.
  • Volumen 2 enthält die Temperaturen, die in der Mühle infolge der starken Bewegung der Flüssigkeit ansteigt und die im Rühnverk durch Zufuhr von Wärme auf entsprechender Höhe gehalten wurde. Die dritte senkrechte Reihe zeigt die Zahlen für die Mengen Nickelsulfid, die sich der zugesetzten Menge Natriumsulfid entsprechend pro 1 1 Flüssigkeit gebildet hat. In den darauffolgenden Spalten sind die Proben gekennzeichnet, bei deren Konzentration an Nickelsulfid Flokkung eintrat, und zwar sofort nach dem Versuch und nach Ablauf von 30 Minuten. Eine nach 24 Stunden wiederholte Beobachtung zeigt, daß das in der Mühle hergestellte Sol nur geringe Alterungserscheinungen aufweist.
    Flockung des Sols
    Nr. t g NiS aus dem Rührwerk aus der Mühle
    nach sofort 30 nach 24 nach
    pro 11 Sofort Minuten sofort ; 30 Minuten 24 Stunden
    1 21° 0,1 - gelfockt - - -
    2 22° 0,2 geflockt geflockt - - -
    3 23,5° 0,3 geflockt geflockt - - -
    4 24° 0,4 geflockt geflockt - - undeutlich
    5 24,5° 0,5 geflockt geflockt geflockt geflockt geflockt
    6, 25° 0,6 geflockt geflockt geflockt geflockt geflockt
    Diese Untersuchung, die sich auch in ähnlicher Weise an anderen Beispielen durchführen läßt, zeigt, daß die Herstellung eines Nickelsulfidsols, die bisher nur durch Sättigung einer Nickelsalzlösung mit Schwefelwasserstoff und nachherigem Zusatz ganz geringer Mengen Ammoniak möglich war, sich auf einfache Weise aus den Komponenten Nickelsalz und Natriumsulfid durchführen läßt, wenn man die beiden Komponenten in einer arbeitenden Kolloidmühle zur Reaktion bringt. Ein unter gleichen Bedingungen in einem Rührwerk hergestelltes Sol zeigt dagegen, auch bei sehr geringen Konzentratonen an Nickelsulfid, gar keine Stabilität.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Darstellung von Kolloiden aus molekularen Lösungen auf dem Wege der Kondensation, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildung der Kolloide in An-oder Abwesenheit von geeigneten Dispersatoren oder Schutzkolloiden in einer Kolloidmühle, System Plauson, oder einer schnellaufcnden Dmembrator- oder Schlagmühle oder einer ähnlich wirkenden Apparatur ausgeführt wird und die so hergestellten Kolloide in Ultrafilterpressen, System Plauson, ausgewaschen und konzentriert werden.
DEP42309D 1921-06-17 1921-06-17 Verfahren zur Darstellung von Kolloiden Expired DE416062C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEP42309D DE416062C (de) 1921-06-17 1921-06-17 Verfahren zur Darstellung von Kolloiden

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEP42309D DE416062C (de) 1921-06-17 1921-06-17 Verfahren zur Darstellung von Kolloiden

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE416062C true DE416062C (de) 1925-09-23

Family

ID=7378508

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEP42309D Expired DE416062C (de) 1921-06-17 1921-06-17 Verfahren zur Darstellung von Kolloiden

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE416062C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2105898B2 (de) Lösung zum Aktivleren von metallischen und nichtmetallischen Oberflächen und Verfahren zu deren Herstellung
EP0044050B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Eisen (III)-Hydroxid-Dextran-Komplexen und diese enthaltende pharmazeutische sterile Lösung
DE416062C (de) Verfahren zur Darstellung von Kolloiden
DE1265146C2 (de) Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung vorzugsweise konzentrierter waessriger Ammoniumthiosulfatloesungen
DE497693C (de) Verfahren zur beschleunigten Sedimentation schwer absetzbarer Aufschlaemmungen der Erzaufbereitung
DE68902535T2 (de) Verfahren zur herstellung von elementarsolen.
DE451113C (de) Verfahren zur Herstellung und Stabilisierung von dispersen Systemen verschiedener Disperstiaetsgrade
DE767901C (de) Verfahren zur Herstellung eines Kupfer-Nickel-Katalysators zum Haerten von fetten OElen
DE1196629B (de) Verfahren zur Herstellung von nichtionischen, therapeutisch verwertbaren Ferrihydroxyd-Dextran-Komplexen
DE1018724B (de) Schaummittel fuer die Luftschaumherstellung, insbesondere fuer Feuerloeschzwecke
DE600470C (de) Verfahren zum Quellen, Pergamentieren oder Gelatinieren faserfoermiger Cellulose
DE218728C (de)
DE388369C (de) Verfahren zur Herstellung von Suspensoiden (kolloidalen Suspensionen) oder Dispersionen (echten Emulsionen oder Suspensionen)
DE488638C (de) Verfahren zur Herstellung desinfizierender und zur Schaedlingsbekaempfung geeigneter Mittel
DE239309C (de)
DE193349C (de)
DE436671C (de) Verfahren zur Darstellung von Metallhydroxyden
DE228139C (de)
DE722554C (de) Verfahren zur Herstellung von Methylpentaerythrittrinitrat
DE438371C (de) Verfahren zur Herstellung von kolloidalen Metallen, Metalloiden bzw. von Verbindungen beider
DE975855C (de) Faerbereihilfsmittel
DE936205C (de) Verfahren zur Gewinnung des Coferments der Carbonanhydrase
DE160348C (de)
DE1265131B (de) Verfahren zur Abtrennung von Anionen von Sauerstoffsaeuren aus einer Loesung
DE406311C (de) Verfahren zur Herstellung von verspinnbaren Kupferoxydammoniak-Zellstoffloesungen