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Verfahren zum Aufbringen des Laufstreifens auf die Karkasse. Die Erfindung
richtet sich auf eine Verbesserung bei der Anbringung der Gummilaufschicht des Laufmantels
auf die Karkasse, was gewöhnlich mit der Hand geschieht.
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Die Laufschicht eines Laufmantels besteht aus einem Gummistreifen
von dem nötigen Querschnitt und einer Länge annähernd gleich dem Umfange des Reifens.
Gewöhnlich wird solch eine Laufschicht mit der Hand angebracht, indem man. ihr eines
Ende an der Karkasse anklebt und die ganze Schicht dann uni den Mantel wickelt.
Das Maß, um das die Laufschicht zu kurz ist, wird dabei beobachtet. Die Laufschicht
wird dann teilweise von der Karkasse entfernt, um sie auf die erforderliche Länge
zu strecken, und dann erneut angebracht. Wenn sie auf die richtige Länge gebracht
ist, wird sie auf der Karkasse durch Bestimmung ihrer Lage mit Kalibern an mehreren
rundum verteilten Punkten zentrisch festgelegt, wobei sie ausreichend abgelöst wird,
um sie entsprechend verschieben zu können.
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Die Erfindung bezweckt,die Schaffung von Hilfsmitteln, wodurch die
Laufschicht bei Anbringung an der Karkasse in einem einzigen Arbeitsgang auf die
genaue Länge gebracht und in der Mittelebene des Reifens aufgebracht wird, ohne
die Laufschicht zwecks Streckung auf Länge und seitliche Ausrichtung abnehmen zu
müssen. Es .geschieht dies dadurch, daß der Laufstreifen auf die nötige Länge gestreckt
wird, auf seine ganze Länge mit einem urausdehnbaren Streifen verbunden, mit diesem
vereint auf die Karkasse aufgebracht und durch Strecken des losen Endstückes auf
das Maß des unausdehnbaren Streifens gebracht wird, worauf der unausdehnbar.e Streifen
von dem Laufstreifen abgeschält wii d. Der Streifen ist für die gewöhnlichen Reifen
2,3 m bis 3,3 m lang. Wegen Oder Schwierigkeit, den Laufstreifen genau auf Maß zu
bringen, wird er innerhalb gewisser Grenzen so hergestellt, daß eine Länge des Laufstreifens,
die genau das gewünschte Gewicht hat, nie länger als der Reifenumfang und allgemein
um ein Maß kürzer als dieser Umfang ist, das die gesetzte Grenze nicht überschreitet.
Dieses Erfordernis einer Laufschicht bestimmten Gewichtes für einen Reifen von einem
Umfange von 2,6 m kann beispielsweise dahin gehen; daß die Laufschicht nicht länger
als 2,6 m oder kürzer als 2,5 m sein soll.
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Die Zeichnung zeigt schematisch eine Vorrichtung zur Ausführung des
Verfahrens. Abb. i ist eine Vorderansicht der neuen Vorrichtung, Abb. 2 ein Grundriß,
Abb. 3 ein Teilschnitt nach Linie 3-3 der Abb. i, Abb.4 ein verkleinerter Grundriß
des Arbeitstisches, Abb.5 ein Querschnitt des Mantels mit Laufschicht.
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Für die Zwecke der Erfindung wird -der Laufstreifen 3 nach Abschneiden
auf eine das nötige Gewicht ergebende Länge flach auf den Arbeitstisch 5 (Abb. 4.)
gelegt und an einem Ende mit einer Schiene 6 festgeklemmt, sowie dann auf die erforderliche
genaue Länge gestreckt, die im Anschlag 7 anzeigt. Der Laufstreifen wird in diesem
gestreckten Zustande gehalten, indem man ihn auf Stifte 8 niederdrückt,
die
aus der Oberfläche des Tisches vorragen. Dann wird ein Streifen gummierten unausdehnbaren
Gewebes q auf die Oberfläche des Laufstreifens aufgelegt. Der Rohgummi auf diesem
Gewebestreifen haftet am Rohgummi des Laufstreifens. Dieses Gewebe kann ein Baumwollgewebe
von gewöhnlicher Bindung sein, nur besteht vorzugsweise ein Teil der Kettenfäden
aus nur wenig gedrillten langfaserigen Litzen, beispielsweise aus Ramiefaser oder
auch aus dünnem Stahldraht. Oder das Gewebe kann ein gewöhnliches sein, das gummiert
und unter Längsspannung vulkanisiert ist. Die Bedingung ist stets,,daß der Gewebestreifen
undehnbar ist.
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Wird der Laufstreifen 3 aus der Klemme gelöst, so sucht er sich auf
die Anfangslänge zusammenzuziehen, und der daran haftende Gewebestreifen zeigt demgemäß
auf ganze Länge ein etwas runzeliges Aussehen.
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Ein Ende des Laufstreifens wird nun an der Karkasse .4 auf einem Kern
i in der Reifenmaschine oder am Arbeitsstand angebracht und der Kern gedreht. Der
Arbeiter hält den Laufstreifen genügend zurück, um beim Aufwickeln auf den Kern
die Elastizität des Streifens zu überwinden, wodurch der Laufstreifen auf die Länge
des mit ihm verbundenen undehnbaren Gewebestreifens gestreckt wird, die für den
Reifen gerade richtig ist. Ist so der Laufstreifen 3 auf die Karkasse :I .gebracht,
so wird der Gewebestreifen 9 davon abgeschält und kann noch mehrere Male benutzt
werden, bevor er neu gummiert bzw. friktioniert werden muß.
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Die neue Vorrichtung soll dem Arbeiter bei dieser Anbringung des Laufstreifens
helfen. Sie besteht aus einer Trommel io, die etwas breiter als der jeweilige Laufstreifen
und frei drehbar auf einer Welle i i ist, die im oberen Ende eines Rahmens 12 gelagert
ist. Das obere Ende dieses Gestells ist bei 13 an einem Fuß 1.4 angelenkt, der auf
dem .Fußboden ruht. Die Lage dieser Trommel bei Nichtbenutzung ist in Abb. i punktiert
angedeutet.
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Zwecks Anbringung eines Laufstreifens wird die Trommel gegen die Karkasse
geschwenkt. Das Ende einer an den Fuß 14 angelenkten Stange 15 legt sich dann gegen
eine Rippe 16 des Rahmens 12 und hält ihn in dieser Lage. Die Stange kann in ihrer
Stütze entsprechend der Reifengröße verschraubt werden. Das Eingriffsende der Stange
hat einen Federkolben 1;, der die Trommel io federnd gegen die Karkasse drückt.
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Zwei Stangen 2o mit scharfen Stiften 2i führen sich in dem Kranz der
Trommel. Eine Feder 22, die mit dem Arm 23 verbunden ist, drückt in der Ruhelage
der Trommel, wie sie in Abb. i punktiert ist, über deren Umfang diese Stifte vor.
Während die Trommel in der Ruhelage steht, wird das Ende des Laufstreifens auf die
Stifte aufgedrückt. Die Trommel wird dann um etwa 9o° gedreht und gegen die Karkasse
geschwenkt, bis das Ende des Laufstreifens die Karkasse berührt. Die Reifenmaschine
wird dann in Gang gesetzt, um die Karkasse zu drehen. Die Trommel wird dadurch mitgenommen,
so daß die Stifte durch eine an der feststehenden Troniinelwelle angebrachte Kurve
24 und einen auf der Welle des Armes 25 sitzenden Hebel 251 zurückgezogen werden.
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Während der Laufstreifen 3 auf die Karkasse aufläuft, führt ihn derArbeiter
zwischen den Führungsringen 30 -und 31, die durch Schrauben 32 auf die Laufstreifenbreite
eingestellt werden. Gleichzeitig spannt er mit der Hand den Laufstreifen genügend,
um ihn auf (las Maß des unausdelinbaren Gewebestreifens 9 zu strecken. Es ist erwünscht,
daß die letzten wenigen Zentimeter des Laufstreifens nicht an der Karkasse festgeklebt
werden, damit der Arbeiter die Enden richtig gegeneinander stoßen und verbinden
kann. Er läßt deshalb -das Ende des Laufstreifens los, wenn es auf die Trommel läuft
und schwenkt auch den Rahmen 12 vom Reifen weg, indem er das äußere Ende der Stange
15 niederdrückt: Der unausdehnbare Gewebestreifen 9 wird dann vom Laufstreifen 3
abgelöst, die Enden des Laufstreifens verbunden und der Laufstreifen an die Karkasse
in der üblichen Art angewalzt. Der Laufstreifen wird so in einem einzigen Arbeitsgange
weit rascher als durch das übliche Handverfahren angebracht und hat dann die richtige
Länge, so daß die Enden sofort aneinandergestoßen und verbunden werden können und
der Streifen genauer in der Mittelebene des Reifens liegt, als .dies mit der Hand
erzielt werden kann.