DE4029180A1 - Verfahren und vorrichtung zum wechseln von wickelrollen - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum wechseln von wickelrollenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Wechseln von Wickelrollen
bei Maschinen zum Aufwickeln von Materialbahnen, insbesondere
Papier- oder Kartonbahnen auf Hülsen, gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 und eine Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens.
Bei Wickelmaschinen zum Aufwickeln von Materialbahnen zu
Wickelrollen ist man bestrebt, die durch einen Rollenwechsel
bedingten Maschinenstillstandszeiten möglichst gering zu halten.
Dabei muß gewährleistet sein, daß der beim Durchtrennen
geschaffenen neue Bahnanfang sicher an der neuen Wickelhülse
und/oder das Bahnende sicher an den vollen Wickelrollen befestigt
wird.
Die DE-OS 36 11 895 beschreibt ein gattungsgemäßes Verfahren bei
einer Stützwalzen-Wickelmaschine, bei dem die Warenbahn vor
Erreichen der Stützwalze zunächst geschwächt, beiderseits der
Schwächung je eine Klebemittelspur aufgetragen und die Warenbahn
durch Abbremsen auf der Stützwalze getrennt wird. Die durch
Unterdruck auf der Stützwalze gehaltenen Bahnenden werden zu den
vollen Wickelrollen bewegt und mit diesen verklebt. Die neu
geschaffenen Bahnanfänge bleiben bei dieser Bewegung gebremst, bis
nach dem Entladen der Fertigrollen und Einlegen von neuen
Wickelhülsen die Bremse gelöst und so die mit einem Klebestreifen
versehenen Bahnanfänge von der Stützwalze zu den Wickelhülsen
transportiert und an diese angeklebt werden.
In der noch unveröffentlichten deutschen Patentanmeldung 40 03 504
ist eine Tragwalzen-Wickelmaschine beschrieben, bei der an der
Einlaufseite eine Perforiereinrichtung und zum Auftragen von
doppelseitig klebenden Klebebändern quer über die Arbeitsbreite
eine Vielzahl von Klebebandspendern angeordnet sind, die ihre
Klebebänder in Bahnlaufrichtung abgeben. Das Anbringen der
Klebebänder kann so mittels der bewegten Bahn erfolgen.
Bei Papier- oder Kartonbahnen hat es sich nun gezeigt, daß über
die Bahnbreite entweder ein durchgehender breiter Klebestreifen
oder bei Auftrag in Bahnlaufrichtung etwa alle 200 mm ein
Klebestreifen erforderlich ist. Bei großen Bahnbreiten (z. B. 8 m)
benötigt der Auftrag eines querverlaufenden Klebestreifens viel
Zeit oder es sind - bei Auftrag in Bahnlaufrichtung - eine große
Anzahl Klebebandspender erforderlich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes
Verfahren so zu verbessern, daß zum Auftragen der
Klebemittelstreifen nur ein Klebemittelspender erforderlich ist,
ohne daß die Stillstandszeiten der Maschine verlängert werden.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Nach der Erfindung ist nur ein Klebemittelspender erforderlich,
der die Klebemittelstreifen zunächst auf das Übergabeelement
aufträgt. Dies kann während des Aufwickelns der Materialbahn
erfolgen, so daß die Stillstandszeiten nicht verlängert werden.
Falls der Rollenwechsel in kürzeren Zeitabständen erfolgt als für
den Auftrag der Klebemittelstreifen auf das Übergabeelement
benötigt wird, reichen zwei Klebemittelspender aus, die von beiden
Seiten Klebemittelstreifen gleichzeitig über die Arbeitsbreite auf
das Übergabeelement auftragen.
Die Unteransprüche enthalten bevorzugte, da besonders vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung:
Eine freilaufend an der bewegten Bahn anliegende Übergabewalze
nach Anspruch 2 ermöglicht das Anbringen der Klebemittelstreifen
mittels der bewegten Bahn.
Patentanspruch 3 enthält eine vorteilhafte Variante zum
Rollenwechsel bei schwereren Papiersorten, z. B. Karton. Die Bahn
wird zunächst geschwächt und beidseits der Schwächungslinie werden
Klebemittelstreifen aufgetragen. Die Schwächungslinie läßt sich
anschließend in die Position bewegen, die zum Ankleben der neuen
Bahnanfänge an neue Hülsen gewünscht wird. Nach dem Durchtrennen
der Bahn weist sowohl das Bahnende - zum Ankleben an der vollen
Wickelrolle - als auch der neu geschaffene Bahnanfang - zum
Ankleben an den neuen Wickelhülsen - Klebemittelstreifen auf.
Patentanspruch 4 enthält eine besonders vorteilhafte Variante des
Verfahrens nach Anspruch 3 zum Wechseln von vollen Wickelrollen
gegen neue Wickelhülsen bei Tragwalzen-Wickelmaschinen mit zwei
angetriebenen Tragwalzen, auf denen die Wickelrollen beim
Aufwickeln aufliegen.
Die Patentansprüche 5 bis 10 enthalten bevorzugte Vorrichtungen
zur Durchführung eines Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4.
Die Zeichnungen dienen zur Erläuterung der Erfindung anhand
vereinfacht dargestellter Ausführungsbeispiele.
Die Fig. 1 und 2 zeigen in Seitenansicht eine erfindungsgemäße
Klebemittelauftragsvorrichtung, die beim Einsatz an einer
Wickelmaschine mehrere in Laufrichtung der Bahn verlaufende
Klebemittelstreifen mit Abstand nebeneinander aufbringt.
Fig. 3 zeigt eine Klebemittelauftragsvorrichtung, die einen
breiten Klebemittelstreifen quer zur Bahnlaufrichtung aufbringt.
Fig. 4 zeigt eine Papierbahn mit parallelen, in Bahnlaufrichtung
aufgetragenen Klebemittelstreifen.
Fig. 5 zeigt eine Papierbahn mit einem breiten Klebemittelstreifen
quer zur Laufrichtung.
Fig. 6 zeigt eine Klebemittelauftragsvorrichtung, mit der ein oder
mehrere Leimspuren aufgetragen werden.
Die in der Zeichnung nur ausschnittsweise gezeigte Tragwalzen-
Wickelmaschine weist zwei angetriebene Tragwalzen 1, 2 auf, auf
denen die Wickelrollen 3 während des Aufwickelns aufliegen. Die in
Längsrichtung in Einzelbahnen aufgeteilte Materialbahn 4,
vorzugsweise eine Papier- oder Kartonbahn, wird von unten, von der
Tragwalze 1 umgelenkt, durch den Spalt zwischen den Tragwalzen 1,
2 in das Walzenbett 5 geführt und auf fluchtend aufgereihte Hülsen
gewickelt. Derartige Doppeltragwalzen-Wickelmaschinen sind
vielfach bekannt und z. B. in der DE-OS 32 07 461 beschrieben, so
daß auf Einzelheiten, soweit sie nicht die Erfindung betreffen,
nicht eingegangen wird.
An beiden Enden der einlaufseitigen Tragwalze 1 sind um die
Tragwalzenachse schwenkbare Hebel 6 befestigt, die eine sich quer
über die Arbeitsbreite erstreckende Schwenktraverse 7 tragen. An
der Oberseite der Schwenktraverse 7 ist eine frei drehbare
Ausstoßrolle 8 zum Ausstoßen der vollen Wickelrollen 3 über die
Tragwalze 2 hinweg befestigt. An ihrer Unterseite trägt die
Schwenktraverse 7 einen sich über die Arbeitsbreite erstreckenden
Gegenhalter 9 zu einer Perforiereinrichtung 10, der zwei
Abstützflächen 11, 12, zwischen denen sich eine Nut befindet,
aufweist. Durch Abschwenken der Schwenktraverse 7 können die
Abstützflächen 11, 12 - wie in Fig. 2 gezeigt - gegen die Bahn 4
bewegt werden.
Die Perforiereinrichtung 10 weist ein gezahntes, sich über die
Arbeitsbreite erstreckendes Messer 14 auf, das mittels einer
Hub-Einheit 15 sowohl von der Bahn 4 entfernt, als auch - wie in
Fig. 2 gezeigt - zum Perforieren der Bahn 4 in die Nut des
abgesenkten Gegenhalters 9 gedrückt werden kann. Zum Klemmen der
Bahn 4 beim Perforieren dienen zwei seitlich neben dem Messer 14
am Messerhalter 16 federnd gelagerte Klemmelemente 17, 18, die
gegen die Abstützflächen 11, 12 des Gegenhalters 9 drückbar sind.
Unterhalb der Tragwalze 1 ist eine Vorrichtung 19 zum Auftragen
eines Klebemittels angeordnet. Sie weist eine sich über die
Arbeitsbreite erstreckende, an Schwenkarmen 20 mittels eines
Antriebs drehbar gelagerte Übergabewalze 21 auf, die von unten
gegen die Bahn 4 im Umschlingungsbereich der Tragwalze 1 bewegt
werden kann. Die Oberfläche der Übergabewalze 21 ist so
beschaffen, daß das Klebemittel an ihr weniger fest als an der
Materialbahn 4 haftet, d. h. sie weist eine geringere Adhäsion als
die Materialbahn 4 auf.
Nach den Fig. 1 bis 3 ist unterhalb der Übergabewalze 21 ein
Klebebandspender 22 angeordnet, der an Führungen 23 quer über die
Arbeitsbreite - also parallel zur Tragwalzenachse verfahrbar
gelagert ist. In der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsform
erfolgt die Führung des Klebebandes 24 in Laufrichtung der Bahn 4.
Dazu sind in dem quer zur Bahn verfahrbaren Schlitten 25 eine
Vorratsrolle 26 aus einem Klebeband 24 mit einer doppelseitig
klebenden, auf einem Trägerband 27 haftenden Klebemittelschicht
frei drehbar gelagert. Zum Einsatz kommen die in der
Papierindustrie üblichen Klebebänder, deren Klebemittelschicht
sich sehr leicht von dem Trägerband 27 löst. Das Klebeband 24 wird
am Schlitten 25 nach oben geführt und gegen die Laufrichtung der
Bahn 4 bis zu einer klebebandbreiten Andruckrolle 28 geführt, die
es nach unten zu einer angetriebenen Spule 29 für das Trägerband
27 umlenkt. Zum Auftragen von Klebemittelstreifen auf die
Übergabewalze 21 ist die Andruckrolle 28 mittels einer
Kolben-Zylinder-Einheit 30 gegen die Übergabewalze 21 in deren
abgesenkter Position hochschwenkbar.
Falls kürzere Auftragszeiten für Klebemittelstreifen auf die
Übergabewalze 21 erforderlich sind, - z. B. aufgrund kurzer
Rollenwechselzeiten -, werden über die Maschinenbreite zwei oder
mehr Klebebandspender angeordnet, die gleichzeitig auftragen.
Fig. 1 zeigt die Tragwalzen-Wickelmaschine während des
Aufwickelns: Die Perforiereinrichtung 10 und ihr Gegenhalter 9
befinden sich in nicht störendem Abstand von der Bahn 4. Die
Übergabewalze 21 ist abgesenkt, so daß sie sich ebenfalls in
Abstand von der Bahn 4 befindet. In dieser Position werden auf
ihre Oberfläche mehrere parallele Klebemittelstreifen 31 längs zur
Laufrichtung der Bahn 4 aufgebracht. Dazu schwenkt die von dem
Klebeband 24 umschlungene Andrückrolle 28 von unten gegen die
Übergabewalze 21. Durch Drehen der Übergabewalze 21 wird das
Klebeband 24 von der Vorratsrolle 26 abgewickelt und von der
Übergabewalze 21 ein Klebemittelstreifen 31 aufgenommen. Das
verbleibende Trägerband 27 wird von der Spule 29 aufgewickelt.
Nachdem die gewünschte Länge Klebestreifen sich auf der
Übergabewalze 21 befindet, wird die Andruckrolle 28 abgeschwenkt,
wodurch die Klebemittelschicht des Klebebandes 24 abreißt.
Anschließend fährt der Schlitten 25 quer zur Bahnlaufrichtung in
die nächste Klebestreifenabgabeposition. Zugleich wird die
Übergabewalze 21 wieder in die Aufnahmeposition zurückgedreht,
damit die aufgenommenen Klebemittelstreifen 31 in einer Flucht
liegen. Durch Andrücken der Andruckrolle 28 wird der nächste
Klebemittelstreifen 31 nun an die Übergabewalze 21 übergeben. In
Abhängigkeit von der Breite der Bahn 4 wird so eine Anzahl
paralleler und quer zur Laufrichtung der Bahn 4 fluchtender
Klebemittelstreifen 31 auf die Übergabewalze 20 aufgebracht,
bevorzugt erfolgt dies etwa alle 200 mm. Ebenso ist es möglich,
die Positionen des Klebemittelstreifens 31 in Abhängigkeit von den
Längsmesserpositionen so einzustellen, daß die Klebemittelstreifen
31 auf den Einzelbahnen gleichmäßig verteilt sind.
Wenn die Wickelrolle 3 eine vorgegebene Bahnlänge oder einen
vorgebenen Durchmesser erreicht hat, wird die Tragwalzen-Wickel
maschine angehalten. Die Bahn 4 kommt durch die Bremskraft, die
von einer nicht dargestellten Abrolleinrichtung aufgebracht wird,
unter Bahnzug zum Stehen. Anschließend wird die Schwenktraverse 7
nach unten bewegt, so daß sich die Abstützflächen 11, 12 des
Gegenhalters 9 an die Bahn 4 anlegen, und die Bahn 4 wird durch
Perforation geschwächt. Dazu fährt das Trennmesser 14 nach oben
und mit seinen Spitzen durch die Bahn 4 bis in die Nut zwischen
den Abstützflächen 11, 12. Beim Perforieren ist die Bahn 4
zwischen den Klemmelementen 17, 18 und den Abstützflächen 11, 12
eingeklenmt und wird so straff gehalten. Zugleich schwenkt die
Übergabewalze 21 - wie in Fig. 2 gezeigt - von unten gegen die
Tragwalze 1 und legt sich an der Bahn 4 an. Die Übergabewalze 21
ist dabei so gedreht, daß der Umfangsabstand zwischen der
Kontaktlinie 32 zur Bahn 4 und der Mitte der Klebemittelstreifen
31 in etwa dem Abstand zwischen der Kontaktlinie 32 zum
Trennmesser 14 entspricht. Anschließend wird das Trennmesser 14
mit den Klemmelementen 17, 18 abgesenkt und die Übergabewalze 21
auf Freilauf geschaltet. Die Tragwalze 1 wird danach mit
reduziertem Bahnzug erneut gestartet, wobei sich die anliegende
Übergabewalze 21 mitdreht. Dabei werden die Klebemittelstreifen 31
an der Kontaktlinie 32 unter Druck gegen die Bahn 4 gepreßt, wobei
sie sich von der Übergabewalze 21 lösen und an der Bahn 4
festkleben, da die Haftung an der Bahn 4 größer als an der
Übergabewalze 21 ist. Die Perforierlinie 33 der Bahn 4 hat sich
inzwischen ebenfalls bis zur Kontaktlinie 32 vorbewegt, daher
befinden sich die Klebemittelstreifen 31 beidseits der
Perforierlinie 33 auf der Bahn 4 (Fig. 4).
Nach Abgabe der Klebemittelstreifen 31 an die Bahn 4 wird die
Übergabewalze 21 wieder abgesenkt und kann in dieser Position für
den nächsten Rollenwechsel erneut Klebemittelstreifen aufnehmen.
Die Bahn 4 wird weiter bewegt, bis sich die geschwächte Bahnstelle
(Perforierlinie 33) mit den Klebemittelstreifen 31 im Walzenbett 5
oberhalb des Spalts zwischen den beiden Tragwalzen 1, 2 befindet.
Dort wird die Bahn 4 abgestoppt und die Bremse an der
Abrollvorrichtung wird arretiert, um mit maximaler Kraft
zurückzuhalten. Anschließend wird die Wickelrolle 3 mit der
Ausstoßrolle 9 von der umschlungenen Tragwalze 1 ein wenig
angehoben und mittels der Tragwalze 2 gedreht. Dabei reißt nun die
Bahn 4 an der Perforierlinie 33 durch, so daß sich sowohl am
ablaufenden Bahnende, als auch am neugeschaffenen Bahnanfang
Klebemittelstreifen 31 befinden. Der neugeschaffene Bahnanfang
wird an der Tragwalze 1 gehalten, dies kann z. B. durch Ansaugen
mittels Unterdruck oder mittels mechanischer Halteelemente
erfolgen. Die volle Wickelrolle 3 wird weiter gedreht, bis das mit
Klebemittelstreifen 31 versehende Bahnende durch die Kontaktlinie
zur Tragwalze 1 oder zur Ausstoßrolle 8 bewegt wurde, um so das
Bahnende an der vollen Wickelrolle 3 festzukleben. Anschließend
wird die volle Wickelrolle 3 mit der Ausstoßrolle 8 über die
Tragwalze 2 ausgestoßen und ein neuer Satz Hülsen in das
Walzenbett 5 eingelegt. Nach Auflegen einer nicht dargestellten
Druckwalze werden die Tragwalzen 1, 2 werden erneut in Bewegung
gesetzt, um den mit Klebemittelstreifen 31 versehenen neuen
Bahnanfang in Kontakt mit den Hülsen zu bringen. Eine haltbare
Klebeverbindung der Bahn 4 mit den Hülsen ist hergestellt, wenn
der Bahnanfang mit den Klebemittelstreifen 31 den Spalt zwischen
den Hülsen und der Tragwalze 1 durchlaufen hat. Die
Tragwalzen-Wickelmaschine kann anschließend auf maximale
Wickelgeschwindigkeit beschleunigt werden.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 wird ein breiter, beidseitig
klebender Klebemittelstreifen 34 quer zur Laufrichtung der Bahn 4,
also achsparallel auf die Übergabewalze 21 aufgetragen (Fig. 5).
Dazu ist der den Schlitten 25 des Klebebandspenders 22 quer über
die Arbeitsbreite verfahrbar gelagert, wobei sich die Achsen der
Andrückrolle 28 und der Vorratsrolle 26 senkrecht zur Achse der
Übergabewalze 21 erstrecken. Damit ein ausreichend breiter
Klebemittelstreifen 34 flächig anliegend auf die Übergabewalze 21
aufgetragen werden kann, ist die Andrückrolle 28 in Achsrichtung
an ihrem Umfang konkav gekrümmt. Dies kann z. B. durch Einsatz
sogenannter Diabolo-Rollen erreicht werden. Die Andrückrolle 28
preßt das Klebeband 24 - wie bei der vorhergehenden
Ausführungsform erläutert - an die Übergabewalze 21 an, während
der Schlitten über die gesamte Arbeitsbreite bewegt wird.
Anschließend wird die Andruckrolle 28 abgesenkt, dabei reißt die
Klebemittelschicht des Klebebands 24 durch. Damit der
Klebebandauftrag auf die Übergabewalze 21 schneller erfolgt, kann
zu beiden Maschinenseiten jeweils ein Klebebandspender 22
angeordnet sein, der dann jeweils auf eine Hälfte der
Übergabewalze 21 die Klebemittelstreifen 34 aufträgt. Die Übergabe
der Klebemittelstreifen 34 an die Bahn 4 erfolgt auf die vorhin
beschriebene Weise durch Andrücken der Übergabewalze 21 an die
Bahn 4.
In Fig. 6 ist eine weitere Ausführungsform beschrieben, bei der
die doppelseitig klebenden Klebemittelstreifen auf der
Übergabewalze 21 durch Aufsprühen erzeugt wird. Dazu befinden sich
unterhalb der Übergabewalze 21 eine oder mehrere Leimdüsen 35, die
entweder über die gesamte Bahnbreite angeordnet oder quer zur Bahn
verfahrbar sind. Mittels der Düsen 35 werden auf die Übergabewalze
21 eine oder mehrere Leimspuren, z. B. von einem
Dispersionskleber, aufgesprüht, die zu doppelseitig klebenden
Streifen abbinden. Anschließend werden sie auf die vorhin
beschriebene Weise an die Bahn 4 übergeben.
Claims (10)
1. Verfahren zum Wechseln von Wickelrollen bei Maschinen zum
Aufwickeln von Materialbahnen, insbesondere Papier- oder
Kartonbahnen auf Hülsen,
bei dem auf die Materialbahn (4) zum Ankleben des Bahnanfangs an
eine neue Hülse und/oder des Bahnendes an eine volle
Wickelrolle (3) doppelseitig klebende Klebemittelstreifen (31, 34)
aufgebracht werden, dadurch gekennzeichnet,
daß die Klebemittelstreifen (31, 34) zunächst auf ein gegen die
Bahn (4) bewegbares Übergabeelement (Übergabewalze 21) mit
geringerer Adhäsion als die Materialbahn (4) aufgetragen werden,
und anschließend das Übergabeelement (Übergabewalze 21) gegen die
Bahn (4) bewegt wird und die Klebemittelstreifen (31, 34) an diese
übergibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine freilaufend an der bewegten Bahn (4)
anliegende Übergabewalze (21) die Klebemittelstreifen (31, 34) auf
die Bahn (4) abwälzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß vor Entfernen einer vollen Wickelrolle (3)
die in die Wickelmaschine einlaufende Bahn (4) entlang einer quer
zur Laufrichtung verlaufenden Schwächungslinie (Perforierlinie 33)
geschwächt wird, beidseits der Schwächungslinie
Klebemittelstreifen (31, 34) aufgetragen werden, anschließend die
Bahn (4) durch Erhöhung des Bahnzugs durchgetrennt wird, und
danach das Bahnende an die volle Wickelrolle (3) und der neue
Bahnanfang nach Einlegen einer neuen Wickelhülse an diese
angeklebt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3 zum automatischen Wechseln einer vollen
Wickelrolle (3) gegen eine neue Wickelhülse bei Tragwalzen-Wickel
maschinen mit zwei angetriebenen Tragwalzen (1, 2),
dadurch gekennzeichnet, daß die Bahn (4)
von einer Tragwalze (1) umgelenkt von unten durch den
Tragwalzenspalt in das Walzenbett (5) geführt ist und der
Rollenwechel mit folgenden Schritten durchgeführt wird:
- - Zum Schwächen wird die Bahn (4) angehalten,
- - anschließend wird die Schwächungslinie (Perforierlinie 33) in das Walzenbett (5) bewegt und dort angehalten, während dieser Bewegung werden beidseits der Schwächungslinie Klebemittelstreifen (31, 34) angebracht,
- - der neu zu schaffende Bahnanfang wird an der umschlungenen Tragwalze (1) festgehalten,
- - anschließend wird durch Drehen der vollen Wickelrolle (3) gegen eine Bremskraft die Bahn (4) durchgetrennt und das Bahnende an der vollen Wickelrolle (3) festgeklebt,
- - danach die volle Wickelrolle (3) aus dem Walzenbett entfernt, und
- - nach Einlegen einer neuen Wickelhülse diese durch Drehen der beiden Tragwalzen (1, 2) mit dem neuen Bahnanfang verklebt.
5. Vorrichtung zum Aufwickeln von Materialbahnen zur Durchführung
eines Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekenn
zeichnet durch ein gegen die einlaufende Bahn (4)
bewegbares Übergabeelement (Übergabewalze 21) für doppelseitig
klebende Klebemittelstreifen (31, 34), dessen Oberfläche eine
geringere Adhäsion als die Bahn (4) aufweist, und durch Mittel
(Klebebandspender 22, Leimdüsen 35) zum Auftragen von
Klebemittelstreifen (31, 34) auf das Übergabeelement.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet
durch eine angetriebene und auf Freilauf schaltbare
Übergabewalze (21) als Übergabeelement.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet
durch einen oder mehrere Klebebandspender (22), die quer zur
Bahnlaufrichtung verfahrbar an der der Bahn (4) abgewandten Seite
des Übergabeelementes (Übergabewalze 21) gelagert sind und
Klebemittelstreifen (31, 34) quer zur oder in Bahnlaufrichtung auf
das Übergabeelement (Übergabewalze 21) auftragen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet
durch Leimdüsen (35) zum Aufsprühen von Klebemittelstreifen
auf das Übergabeelement.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8 mit einer teilweise
von der Bahn (4) umschlungenen Trag- oder Stützwalze (1),
dadurch gekennzeichnet, daß das
Übergabeelement (Übergabewalze 21) im von der Bahn (4)
umschlungenen Bereich gegen die Trag- oder Stützwalze (1)
andrückbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß einlaufseitig vor dem
Übergabeelement (Übergabewalze 21) eine Einrichtung zum Schwächen
der Bahn (Perforiereinrichtung 10) angeordnet ist.
Priority Applications (10)
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