-
Kugel- und Ringschmierlagergehäuse mit senkrecht geteilten Kapseln.
Die Kugellagergehäuse für Maschinen, Vorgelege oder Transmissionen bestehen vorwiegend
aus einem ungeteilten Gehäusekörper oder Gehäusering mit festen Kugelbewegungsflächen
und einem oder zwei Verschlußdeckeln.
-
Bei den bekannten Lagergehäusen, auch bei geteilten Ausführungen,
bedingen die einzelnen Gehäuseteile Schraubenverbindungen, weshalb das Zentrum des
Kugellagers und der Kugelbewegungsflächen oder .Stücke immer in der Seelenachse
liegt, selbst bei Verwendung von Kugellagern mit hohlkugeliger Lauffläche oder mit
besonderem hohlkugeligen Einstellring. Infolge ungenauer Aufstellung von Transmissionssträngen
oder Grundbauveränderungen, Lagerbock-, Stehlager- o. dgl. Senkungen sind daher
Wellendurchbiegungen und Außerfluchtliegen der Wellen, z. B. hauptsächlich Vorgelegewellen,
unvermeidlich. Erstere beeinträchtigen die Lebensdauer der Lager und den Kraftverbrauch
wesentlich, letzteres verursacht außerdem ein Selbsteinrücken und gefährdet somit
die Betriebssicherheit.
-
Alle bekannten Ausführungsformen von Kugellagergehäusen besitzen ferner
als Folge der notwendigen Schraubenverbindung der Lagerkörper den Nachteil, daß
die Lager oder Verschlußdeckel durch einseitiges Anziehen der .Schrauben verspannt
werden können, wodurch die zum Halten des 151s oder Fettes dienende Dichtung der
Gehäuse unzuverlässig wird.
-
Diese Verspannungsmöglichkeit verhindert ferner die durch die Temperaturunterschiede
bedingte Ausdehnungsbedürftigkeit des Kugellagers.
-
Die angeführten Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt, die
ein Lagergehäuse für Kugellager oder Ringschmierlagerschalen zum Gegenstand hat,
bei dem alle Verbindungsschrauben in Wegfall kommen, andererseits ohne Abbruch,
Grundbauänderung oder Lagerkörperverschiebung augenblicklich Wellennachfluchtungen
oder Ausrichtungen vorgenommen werden können.
-
Wegen des Fehlens aller Schrauben ist je-
des Verspannen von
vornherein ausgeschlossen. Die Ringschmierlagerschalen sind geteilt, so daß sie
bei Verschleiß sich schnell nachpassen und festklemmen lassen, andererseits augenblicklich
ausgewechselt werden können.
-
Die gekennzeichneten Wirkungen sind im
-,wesentlichen
dadurch ereicht, daß beliebige Kugellagersysteine oder auch Ringschmierlagerschalen
von zwei gleichartigen Kapsel-oder Gehäusehälften umschlossen oder festgehalten
«-erden, die je drei schräge und l;allige Klemmflächen besitzen, auf denen wiederum
schräge Klemmgleitflächen von Spannbrücken liegen. Letztere besitzen feste oder
lose Kugelflächen. Durch die Druckeinwirkung der Kugelstellspindeln auf die Kugelflächen
der Spannbrücken werden die Gehäusehälften zu einem Gehäuse zusammengezogen, das
sich einmittelnd, achsial und seitlich entsprechend der Stellung der Kugelspindel
bekannter Böcke, Stehlager o. dgl. selbst einstellt.
-
In der Zeichnung ist ein Atisfiihrungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
veranschaulicht.
-
Abb. 1 zeigt eine Seitenansicht eines Gehäuses in einen Hängebockteil
eingesetzt, Abb. 2 in der oberen Hälfte die Vordera#isicht des Gehäuses, die Spannbrücke
teilweise geschnitten, in der unteren Hälfte einen Längenschnitt des Gehäuses finit
eingebautem Kugellager, Abb.3 einen gleichen Längenschnitt des Gehäuses finit eingebautem
Ringschmierlager. Abb.:I die Draufsicht des Gehäuses mit durch Pfeile angedeuteter
achsialer und seitlicher Selbsteinstellung.
-
Das Lagergehäuse ist normal zur Achse geteilt und besteht aus den
beiden Hälften i und 2, die innen je drei Ansätze d. besitzen, die dazu dienen,
bei Kugellagern den Laufring 3 seitlich festzuhalten und bei Schalenlagerungen durch
Zusaninienwirken mit an den Lagerschalen 14 vorgesehenen Ansätzen 15 die Lagerschalen
gegen Längsverschiebung sichern. Die ringförmigen Leisten 5 dienen zur Aufnahme
der Lagerschalen und bilden finit dem äußeren Abschlußflansch 6 eine Rinne zum Auffangen
von Ölüberfluß oder zur Aufnahme einer Dichtung bei Kugellagerausführungen. Außen
besitzt jede Gehäusekapsel 1, 2 je drei Angüsse, wovon einer (7) radial angeordnet
ist und die beiden anderen (8) symmetrisch zti der durch den Ansatz 7 gelegten Achserebene
angeordnet sind. Die Außenflächen der Ansätze 7, 8 sind schräg und Hallig gestaltet.
Auf -zwei Ansätzen 8 einer Gehäusekapsel und einem Ansatz 7 der anderen Gehäusekapsel
ist eine Spannbrücke 9 aufgesetzt, die an den Seitenkanten Ansätze 1o mit abgeschrägten
Innenflächen besitzen, die mit den Balligen abgeschrägten Außenflächen der Ansätze
7, 8 der Gehäusekapsel zusammenwirken. Die Spannbrücken g besitzen kugelige Druckflächen
1 r. auf denen die an ihren Enden entsprechend kugelig ausgehöhlten Stellspindeln
12 der Lagerböcke drücken. Bei Ringschmierschalenlagern werden an Stelle des Kugellagers
3 die Schalen 1:I in die ringförmigen Leisten 5 der Gehäusekapsel eingelegt, wobei
ihre Ansätze 1 5 mit den Vorsprüngen q. der Gehäusekapsel in Berührung treten.
-
Das Lager wird in der Weise aufgestellt. daß man, nachdem die Lagerböcke
usw. einigermaßen ausgerichtet und befestigt sind, die Lagerteile auf die Welle
reiht, und zwar bei Kugellagern in der Reihenfolge Kapsel 1, Kugellager 3 mit Hülse
und Mutter, Kapsel 2 usw. Nach dein Stichmaß entsprechend der Bock- oder Stehlagerentfernung
befestigt man die Kugellager 3, schiebt die Kapselhälften darüber, hebt die Welle
13 in die Lagereinstell- und Befestigungskörper, schiebt die untere Spannbrücke
9 mit den Kugelbewegungsgleitstücken 11 ein und legt diese dabei in die untere Kugelstellspindel
12. Nun schiebt man die obere Spannbrücke 9 mit der zugehörigen Kugelbewegungsfläche
11 ein und stellt ein mittleres Lager fest. Dann richtet nian rechts und links nach
der Wellenwaage aus und stellt fest. Da sich sämtliche Gehäuse entsprechend der
Achse selbst und zwanglos einstellen, erübrigt sich jedes Durchrichten der Welle
mit Schnur und Tastlehren und das Verschieben der Lagerhaltekörper.
-
Infolge Abnutzung, ungenauen Ausrichtens oder Fundamentsenkung, schiefliegende
Wellen, z. B. Vorgelegewellen, richtet man augenblicklich, indem .man die obere
Kugelbewegungsspindel löst, nach der Schnur fluchtet und die Spindelschraube wieder
feststellt.