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Übungsgerät für Richtungssteuerung auf Fahrzeugen. Lehrgeräte, an
denen den iiri Steuern auszubildenden Leuten die Grundbegriffe des Steuerns und
die Eigenarten des Kompasses, besonders des Kreiselkompasses, gezeigt werben, z.
B. in Gestalt von Drehscheiben, sind bekannt. Die praktische Chung im Steuern selbst
konnte jedoch bisher nur an Bord gewonnen «erden, (la erst hier die eigenartigen
Bewegungen des Schiffes unter dein Einflu3 des Ruders hei verschiedener Fahrt gezeigt
werden konnten. Mit denn ungenauen Steuern der Schüler sind naturgemäß Gefahren
für (las Schiff verbunden, wenn nian nicht unmittelbar Fahrten zu Steuerübungen
unternimmt, die wieder sehr kostspielig werden.
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Bei denn . Steuerübungsgerät nach der vorliegenden Erfindung bewegt
sich die an ihm vorhandene Kompaßrose unmittelbar unter der Wirkung des Steuerhandrades.
ebenso wie wenn diese an Bord die entsprechenden Schiffsbewegungen anzeigen würde,
die durch die Ruderwirkung hervorgerufen werden. Der Schiiler kann also an dein
Gerät die Massenwirkungen eines Schiffes und das Arbeiten des Kompasses praktisch
kennenlernen, und zwar besser als an Bord, (la er seine Fehler in ihrer Wirkung
beobachten und jeden Vorgang beliebig oft wiederholen kann.
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Die Erfindung ist in den beiliegenden Zeichnungen beispielsweise dargestellt.
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In Abb. i ist A eine gewöhnliche Steuersäule mit (lein Steuerhandrad
B, dem Ruderlagenzeiger C und der Cbertragungswelle D. Mit dem Kegeltrieb E, F und
der mit F verbundenen, gegen achsiale Verschiebungen gehaltenen Mutter G kann die
Spindel Il entsprechend den Handraddrehungen hin und her geschraubt werden. Von
der Spindel H wird durch das Gestänge J der Winkelhebel K bewegt, dessen beide Schenkel
mit den Federn I. die durch den Bremszylinder N gedämpften Bewegungen von K auf
den Hebel JI übertragen. Durch 111 kann (las Steuerhahnküken P im Gehäuse O so bewegt
werden, daß das von der Pumpe O geförderte Druckmittel den Motor R in beiden Drehrichtungen
in schnellere oder langsamere Bewegung j e nach der Stellung des Hahnes O P setzt.
Anstatt des Steuerhahnes kt*,nnte auch ein Steuerkolben verwendet werden. Motor
R dreht durch Schnecke S das Schneckenrad T, dessen Bewegungen durch die in ihrer
Entfernung voneinander verstellbaren Anschläge hl, L'2 auf den Mitnehmerhel(el L'
übertragen werden. Der Motor R muß also eine gewisse Zeit laufen, bevor der Mitnehinerhebel
(T, der die Kompaßrose dreht, in Bewegung gesetzt wird. Durch diese Vorrichtung
wird die Massenträgheit des gesteuerten Fahrzeuges nachgeahmt. Von L' wird über
die Zahnräder TV und X die Kompaßrose I" gedreht, durch die Zahnräder Z und -71
die bei Kreiselkompassen übliche E.in7ehitelgradrose B1.
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Das ruckweise Springen (der kleinen Rose bei Kreiselkompassen, das
den Steuerschüler am meisten stört, wird durch die in Abb. ia dargestellte Vorrichtung
erreicht. Die Achse der kleinen Rose BI ist nicht fest mit dein Zahnrad .'11 verbunden,
sondern durch die Federn C` auf dem Winkelhebel Dl. Unter der kleinen Rose B1 befindet
sich eine Blattfeder El, auf der großen Rose Y unter jedem Einzehntelgrad .der kleinen
Rose BI eine flache Rast F1. Die kleine Rose folgt der auf Zahnrad N1 übertragenen
Bewegung daher ruckweise erst dann, wenn auf die Feder Cl eine solche Kraft kommt,
daß die Blattfeder El aus den Rasten F1 herausgedrückt wird.
Die
Kompaßrose ist in das Kompaßgehäuse 0l eingebaut. Der Motor R oder auch andere Teile
des Gerätes können ebenfalls in diesem untergebracht sein.
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Der Einfluß der Fahrtstufen auf die Ruderwirkung wird durch den mit
dem Maschinentelegraphen HI- durch Gestänge KI verbundenen Drosselhahn J1 erreicht.
Je nach der langsameren oder schnelleren Fahrt wird das Druckmittel mehr oder weniger
durch J1 gedrosselt. Der Einfluß der Fahrtstute könnte auch durch die Regelung der
Umdrehungen der Pumpe Q erfolgen.
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Das Übungsgerät könnte auch anstatt :durch die Pumpe Q durch Elektrizität
bewegt werden. Die Einrichtungen bleiben dann im Grunde genommen dieselben. Es wird
nur der Steuerhahn 0 P durch einen Wendeanlasser, der Drosselhahn J1 durch einen
Widerstand, der Motor R durch einen Elektromotor ersetzt.
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Das Übungsgerät kann auch mit einem Reibscheibenantrieb ausgeführt
werden, wie es in Abb. 2 beispielsweise dargestellt ist. Die Steuersäule
A mit ihren Einzelteilen B bis H
ist die gleiche wie in Abb.
i. Durch H wird über die Zug- und Druckfeder b die Stange c bewegt, die mit dem
Windrade oder der Schwungmasse d gegen zu. schnelle Bewegungen gebremst wird. Auf
der Stange c ist das Reibrad e drehbar befestigt, das durch die Reibscheibe f j
e nach seiner Stellung auf dieser schneller oder langsamer in Leiden Drehrichtungen
angetrieben werden kann. Von dem Reibrad e wird die drehbar gelagerte Hohlwelle
s mitgenommen, die über das Kitzel li <las Zahnrad i. antreibt. Von diesem wird
wieder durch den Mitnehinerstift I das Rad h bewegt. Der in dem .Rad i eingeschnittene,
in ;:einer Länge verstellbare Schlitz tü ergibt dabei in den Bewegungen eine Verzögerung,
die ebenso wie die Schwungmassen n und d die Massenträgheit der Fahrzeuge
nachahmt. Die in der Mitte der Reibscheibe f angebrachte Erhöhung o verhindert,
daß das Reibrad e in der Mitte der Reibscheibe ohne Drehung stehenbleibt. -Durch
die Spindel r, die von dem Maschinentelegraphen Hl bewegt wird; läßt sich der Motor
q finit dem Reibrad p dem Drehpunkt der Reibscheibe f nähern und entfernen, um diesen
entsprechend der verszhierlenen Fahrtstufen des Fahrzeuges schneller oder langsamer
anzutreiben und so auch alle Bewegungen des Gerätes schneller oder langsamer .erfolgen
zu lassen. Durch die mit h. verbundene Welle s kann der Antrieb einer Kompaßrose
in derselben Weise erfolgen, wie in Abb. i dargestellt. Auf der Welle s wären dann
die Zahnräder Z und W der Abb. i zu befestigen.
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In Abb. 2 ist jedoch als Kornpaßrose ein Tochterkompaß w derselben
Art verwendet wie bei normalen Kreiselkompaßanlagen. Es wird durch Zahnrad k über
das Kitzel t die Schaltwelle ic angetrieben, die ebenso ausgeführt ist wie
die Schaltwelle im Kreiselmutterkempaß, und die durch die elektrische Übertragung
vidern Tochterkompaß am Steuerstand bewegt. Dieselbe Übertragung könnte auch bei
der in Abb. i dargestellten Ausführung des Gerätes verwendet werden. Hier würde
Motor R die Schaltwelle bewegen. Das Übungsgerät ist nicht nur geeignet, die Steuerübungen
auf Wasserfahrzeugen, sondern auf sämtlichen anderen nach einem Kompaß oder sonstigen
Richtgerät gesteuerten Fahrzeugen zu ersetzen.