DE3723118A1 - Nitrocellulose-treibstoffgemisch - Google Patents
Nitrocellulose-treibstoffgemischInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Treibstoffgemisch auf Basis von
Nitrocellulose (NC), das ein Mittel zum Modifizieren der
ballistischen Eigenschaften (nachstehend als "Ballistik-Mo
difikator" bezeichnet) enthält, um über bedeutende Druckbe
reiche die Wirkung der Plateau- oder Mesa-Verbrennung her
vorzurufen.
Die Herstellung von Nitrocellulose-Treibstoffen wird im Ka
pitel 17 des Buches "High Explosives and Propellants" von
S. Fordham, 2. Auflage, Pergamon Press 1980, beschrieben.
Die Herstellung eines gegossenen Doppelbasis-Nitrocellulose-
Treibstoffs wird auch in den GB-PS 8 27 012 und 10 95 471
beschrieben.
Für eine gegebene Zündtemperatur steht die Brenngeschwindig
keit eines Treibstoffs in einer Brennkammer mit dem Druck,
dem der Treibstoff ausgesetzt ist, im allgemeinen in einer
Weise in Beziehung, die mathematisch durch den Ausdruck
r = k·pn
ausgedrückt werden kann, worin r die Brenngeschwindigkeit
ist, p der Druck ist und k und n Konstanten sind, die für
den Treibstoff charakteristisch sind. Infolgedessen steigt r
mit zunehmendem p exponentiell an, und log r nimmt mit log p
linear zu, wobei die graphische Darstellung von log r als
Funktion von log p eine Linie mit dem Richtungskoeffizienten
n ist. Bei einem gebräuchlichen Treibstoff ohne Ballistik-
Modifikator hat der Druckexponent n einen Wert von 0,5 bis
0,8, und für den Raketenantrieb bringt die fortschreitende
Erhöhung der Brenngeschwindigkeit mit zunehmendem Druck bei
der Konstruktion von Motoren, die den Drücken, die entwic
kelt werden könnten, widerstehen, Probleme mit sich. Zur
Überwindung dieser Probleme sind Treibstoffgemische auf Ba
sis von NC entwickelt worden, die Ballistik-Modifikatoren
enthalten, wobei die Modifikatoren in der Hinsicht wirksam
sind, daß sie die Beziehung zwischen der Brenngeschwindig
keit und dem Druck so modifizieren, daß der Druckexponent n
über einen geeigneten Betriebsdruckbereich vermindert wird.
In dem Bereich, wo n=0, enthält die graphische Darstellung
von log r als Funktion von log p einen flachen Teil, der als
"Plateau" bezeichnet wird, und die Verbrennung wird als
"Plateau-Verbrennung" bezeichnet. In einigen Fällen wird n
über einen bestimmten Druckbereich auf einen negativen Wert
vermindert, und eine solche Treibstoffverbrennung wird als
"Mesa-Verbrennung" bezeichnet. Ballistik-Modifikatoren, die
eine Verminderung des Druckexponenten bewirken, werden nach
stehend als "Mittel, die zur Plateau-Verbrennung befähigen"
bezeichnet. Zur Plateau-Verbrennung befähigte Treibstoffe
führen im Bereich des Plateaus zu einer verminderten Verän
derlichkeit des Betriebsverhaltens des Motors, und die Mesa-
Verbrennung liefert zusätzliche Sicherheit gegen die Ent
wicklung von hohem Druck im Treibstoffbehälter.
Zu Ballistik-Modifikatoren (zu Mitteln, die zur Plateau-Ver
brennung befähigen), die üblicherweise verwendet werden, ge
hören organische Salze wie z. B. Bleisalicylat, Bleistearat
oder Blei-β-resorcylat und können auch zusätzliche Metall
salze wie z. B. Kupfersalicylat, Kupferstearat oder Kupfer
benzoat gehören. Die Verwendung solcher Ballistik-Modifika
toren wird z. B. in den US-PS 30 88 858 und 39 23 564, in
der GB-PS 21 21 399 und in der JP-PS J5 50 71 690 beschrieben.
Ein bevorzugter Modifikator für relativ schnell verbrennende
Treibstoffe besteht aus dem Reaktionsprodukt von Blei-β-re
sorcylat und basischem Kupfer(II)-salicylat, wie es in den
US-PS 31 38 499, 39 94 757, 39 89 776 und 40 01 287 be
schrieben wird.
Die gegenwärtig verwendeten Ballistik-Modifikatoren weisen
in einiger Hinsicht Mängel auf. So zeigen Treibstoffgemi
sche, die zur Plateau-Verbrennung befähigt sind, oft eine
schlechte Reproduzierbarkeit der Plateaueigenschaften von
Charge zu Charge, chemische Unbeständigkeit bei langzeitiger
Lagerung, Verbrennungsinstabilität während der Verbrennung
und eine Drift der ballistischen Eigenschaften bei der Lage
rung. Infolgedessen besteht ein Bedarf an verbesserten Treib
stoffgemischen mit modifizierten ballistischen Eigenschaften,
insbesondere an schnell verbrennenden, zu einer guten Pla
teau-Verbrennung befähigten Gemischen hoher Energie, die nö
tigenfalls Aluminium oder hohe Konzentrationen energierei
cher Füllstoffe wie z. B. Nitramin, beispielsweise RDX (Cy
clo-1,3,5-trimethylen-2,4,6-trinitramin), enthalten.
Die Erfinder haben nun festgestellt, daß durch Verwendung
eines Ballistik-Modifikators, der Zinkoxid enthält, Treib
stoffe auf NC-Basis mit einem verbesserten Plateau- oder Me
sa-Verbrennungsverhalten erhalten werden können. Dieser Mo
difikator führt zu Plateaus guter Qualität, die von Charge
zu Charge reproduzierbar sind, und die modifizierten Treib
stoffe erfahren bei der Lagerung keine Drift der ballisti
schen Eigenschaften.
Zinkoxid ist auch allein ein wirksamer Ballistik-Modifikator
für Treibstoffe auf NC-Basis, wozu gegossene und extrudierte
Doppelbasis-Treibstoffe gehören, jedoch wird es vorteilhaf
terweise in Verbindung mit anderen Ballistik-Modifikatoren
wie z. B. Blei-β-resorcylat und Bleisalicylat verwendet, um
die Plateau-Brenngeschwindigkeit zu verbessern. Mit solchen
gemischten Ballistik-Modifikatoren kann die Plateau-Brennge
schwindigkeit eines Treibstoffs auf die Anforderungen eines
bestimmten Raketenmotors "abgestimmt" werden, und sogar die
Brenngeschwindigkeit von Treibstoffen mit hoher Brennge
schwindigkeit kann - in einigen Fällen um 19% - erhöht wer
den. Die modifizierten Treibstoffe haben eine verbesserte
chemische Beständigkeit, wie sie durch verbesserte Ergebnis
se bei der Rißprüfung widergespiegelt wird. Dies ist einer
Reaktion zwischen dem Zinkoxid und protischen sauren Verun
reinigungen zuzuschreiben, die in dem Treibstoffgemisch vor
handen sind und in Abwesenheit von Zinkoxid einen Abbau von
Salpetersäureestern verursachen.
Die Erfinder haben auch festgestellt, daß durch die Einbe
ziehung von Zinkoxid als Modifikator in Nitrocellulose-
Treibstoffe die Verbrennungsinstabilität abgeschwächt oder
beseitigt wird. Die Verbrennungsinstabilität wird durch
Schall-Resonanzwellen verursacht, die sich während der Ver
brennung des Treibstoffs in einem Hohlraum des Raketenmotors
aufschaukeln und starke Schwankungen des Druck/Zeit-Brenn
verhaltens bewirken. Es wird angenommen, daß diese Verbesse
rung dem Zinkoxid zuzuschreiben ist, das wegen seines hohen
Schmelzpunkts als Resonanzunterdrücker wirkt.
Folglich enthält ein Treibstoffgemisch auf NC-Basis gemäß
der Erfindung als Ballistik-Modifikator Zinkoxid. Bevorzugte
Gemische enthalten eine Mischung von Zinkoxid und einer oder
mehr als einer der als Ballistik-Modifikator wirksamen Blei-
oder Kupferverbindungen. Zu geeigneten Blei- und Kupferver
bindungen für diesen Zweck gehören Bleistearat, Bleicitrat,
Bleiphthalat, Bleiacetophthalat, Bleisalicylat, Blei-β-re
sorcylat, basisches Kupfersalicylat, Kupfer-β-resorcylat und
Kupferoxid.
Die erfindungsgemäßen Treibstoffgemische enthalten vorzugs
weise 2 bis 8,0 Masse-% des Ballistik-Modifikators, und wenn
der Modifikator in Verbindung mit Zinkoxid eine als Balli
stik-Modifikator wirkende Blei- oder Kupferverbindung ent
hält, sollte das Gemisch vorzugsweise 0,15 bis 5,0 Masse-%
Zinkoxid enthalten.
Zusätzlich zu der Nitrocellulose und dem Ballistik-Modifika
tor können die erfindungsgemäßen Treibstoffgemische gebräuch
liche Treibstoffbestandteile enthalten, wozu NG (Nitroglyce
rin; in Doppelbasis-Treibstoffen); Stabilisatoren, z. B. p-
Nitro-N-methylanilin, 2-Nitrodiphenylamin oder Resorcin;
Plastifiziermittel, z. B. Saccharoseoctaacetat, Triacetin
oder Dibutylphthalat; energiereiche Komponenten, z. B. ein
Nitramin wie RDX oder ein Pulver eines Metalls wie Aluminium;
Brenngeschwindigkeits-Moderiermittel, z. B. Ruß; Schmiermit
tel, z. B. Candelillawachs; polymere Bindemittel, z. B. mit
Isocyanat vernetztes Polycaprolacton; Aufflammungsunterdrüc
ker bzw. Überschlaglöscher, z. B. Kaliumnitrat; und Resonanz
unterdrücker, z. B. Siliciumcarbid, gehören.
Erfindungsgemäße Treibstoffgemische, die zur Plateau-Verbren
nung befähigt sind, können über weite Bereiche der Energie
und der Brenngeschwindigkeit variieren. So können brauchbare
Gemische formuliert werden, die den Energiebereich von etwa
3350 J/g bis 5024 J/g (800 cal/g bis 1200 cal/g) und Brenn
geschwindigkeiten von etwa 4 mm/s bis etwa 45 mm/s einschlie
ßen. Das Gemisch kann durch die üblichen Verfahren zur Her
stellung von Treibstoffen hergestellt werden, wie sie für
die einzelnen Arten von Nitrocellulose-Treibstoffen geeignet
sind.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher er
läutert. In den Beispielen sind alle prozentualen Anteile
auf die Masse bezogen.
Die Beispiele waren Treibstoffchargen mit den in Tabelle 1
gezeigten Zusammensetzungen, die durch Standardverfahren zur
Herstellung von Treibstoffen hergestellt wurden, wie sie im
Kapitel 17 des Buches "High Explosives and Propellants" von
S. Fordham, 2. Auflage, Pergamon Press 1980, beschrieben wer
den. Abgesehen von dem Zinkoxid waren die verwendeten Be
standteile üblicherweise verwendete Treibstoffkomponenten.
Die Beispiele 3 bis 6 waren gegossene Doppelbasis-Treibstof
fe, die durch ein Standardverfahren hergestellt wurden, bei
dem ein zweibasiges bzw. Doppelbasis-Treibladungspulver, das
die meisten der Bestandteile enthielt, durch ein Lösungsmit
tel-Einmischverfahren hergestellt und dann mit einer Gieß
flüssigkeit vermischt wurde, die etwa die Hälfte des Nitro
glycerins, das gesamte Triacetin und einen Teil des Stabili
sators enthielt. Zur Prüfung der Brenngeschwindigkeiten wur
den aus dem gegossenen Treibstoff Platten und von ihrem Ende
her verbrennende Ladungen geschnitten und in einem Motor bei
einer Anfangstemperatur von 21°C (falls keine andere Angabe
gemacht wird) verbrannt.
Die Beispiele 1 und 2 wurden durch das Lösungsmittelverfah
ren hergestellt. Der Treibstoff dieser Beispiele wurde zu
18 cm langen Strängen mit einem Durchmesser von 2 mm extru
diert, die durch Behandlung mit Vinyllack oberflächeninhi
biert wurden, wobei eine in konstanter Weise verbrennende
Endfläche zurückgelassen wurde. Die Brenngeschwindigkeiten
der Stränge wurden über eine Reihe von Drücken gemessen, als
die Stränge von der unbehandelten Endfläche her unter einer
Stickstoffatmosphäre in einem Crawford-Bomben-Gerät zur Ver
brennung von Strängen bei einer Anfangstemperatur von 21°C
(falls keine andere Angabe gemacht wird) verbrannt wurden.
Dieses Beispiel war ein zur Plateau-Verbrennung befähigtes,
durch Lösungsmittelextrusion hergestelltes Doppelbasis-Treib
stoffgemisch, das als einzigen Ballistik-Modifikator 4,00%
Zinkoxid enthielt. Die ballistischen Eigenschaften (Brennge
schwindigkeit in Abhängigkeit vom Druck) sind in Fig. 1 in
Form von log Brenngeschwindigkeit als Funktion von log Druck
graphisch dargestellt. Die graphische Darstellung zeigt, daß
das Zinkoxid bei einem Druckbereich von 175 bis 225 bar zu
einer Plateau-Brenngeschwindigkeit von 18 mm/s führte.
Dieses Beispiel war ein zur Plateau-Verbrennung befähigter,
durch Lösungsmittelextrusion hergestellter Doppelbasis-Treib
stoff, der dieselbe Zusammensetzung wie Beispiel 1 hatte,
außer daß der Ballistik-Modifikator aus 2,0% Zinkoxid und
2,0% Blei-β-resorcylat bestand. Aus den Ergebnissen der
Prüfung der ballistischen Eigenschaften dieses Gemischs, die
in Fig. 2 graphisch dargestellt sind, geht hervor, daß die
ses Gemisch über einen Druckbereich von etwa 85 bis 200 bar
zu einer Plateau-Verbrennung mit einer höheren Brenngeschwin
digkeit von etwa 27 mm/s führte.
Diese Beispiele waren zur Plateau-Verbrennung befähigte, ge
gossene Doppelbasis-Treibstoffe, die im wesentlichen diesel
be Zusammensetzung hatten, außer daß Beispiel 3(b) als Bal
listik-Modifikator zusätzlich zu 1,99% Blei-β-resorcylat
und 1,99% Bleisalicylat 0,34% Zinkoxid enthielt. Die Er
gebnisse der Prüfung der ballistischen Eigenschaften dieser
Gemische sind in Fig. 3 graphisch dargestellt. Diese Ergeb
nisse zeigen, daß das Zinkoxid über einen erweiterten Druck
bereich von etwa 80 bis 175 bar zu einer höheren Plateau-
Brenngeschwindigkeit führte.
Platten aus den Gemischen wurden 12 Wochen lang bei 60°C
gelagert, und die Brenngeschwindigkeiten wurden wieder er
mittelt. Beispiel 3(a) zeigte über den Lagerungszeitraum ei
ne nach unten gerichtete 7%ige Drift der ballistischen Ei
genschaften, während Beispiel 3(b) im wesentlichen unverän
derte ballistische Eigenschaften zeigte. Beispiel 3(b) zeig
te folglich die Wirkung des Zinkoxids bezüglich der Verhin
derung der nach unten gerichteten Drift der ballistischen
Eigenschaften. Diese Drift wird im allgemeinen einer Reak
tion zwischen dem Blei-β-resorcylat und dem Bleisalicylat in
dem Gemisch zugeschrieben.
Dieses Beispiel war ein zur Plateau-Verbrennung befähigtes,
elastomermodifiziertes, gegossenes Doppelbasis-Treibstoffge
misch, das 0,66% Zinkoxid, 1,98% Blei-β-resorcylat, 1,98%
Bleisalicylat und 3,53% eines polymeren Bindemittels, das
aus mit Isocyanat vernetztem Polycaprolacton bestand, ent
hielt. Die Brenngeschwindigkeiten, die bei Anfangstemperatu
ren von -40°C, 21°C und 60°C über einen Plateau-Verbren
nungs-Druckbereich von 100 bis 175 bar geprüft wurden, be
trugen in jedem Fall 25 bis 26 mm/s, wie in Fig. 4 gezeigt
wird.
Die Brenngeschwindigkeit im Plateau-Verbrennungsbereich än
derte sich nicht sehr mit der Anfangstemperatur (d. h., der
Temperaturkoeffizient war niedrig) über den Anfangstempera
turbereich von -40°C bis 60°C.
Diese Beispiele waren zur Plateau-Verbrennung befähigte,
aluminiumgefüllte, gegossene Doppelbasis-Treibstoffe, die im
wesentlichen dieselbe Zusammensetzung hatten, außer daß Bei
spiel 5(b) 0,34% Zinkoxid enthielt. Würfel mit einer Sei
tenlänge von 5,1 cm aus beiden Gemischen wurden bei 80°C
gelagert und (durch Röntgenstrahlen) auf Anzeichen für Risse
oder innere Fehler bzw. Sprünge geprüft. Beispiel 5(a) zeig
te nach 8 Tagen Risse, während Beispiel 5(b) bis zum Ablauf
von 21 Tagen keine Anzeichen einer Rißbildung zeigte.
Dieses Beispiel war ein zur Plateau-Verbrennung befähigter,
elastomermodifizierter, gegossener Doppelbasis-Treibstoff
hoher Energie, der 0,21% Zinkoxid, 3,21% eines polymeren
Bindemittels (wie in Beispiel 4 verwendet), 19,6% RDX und
1,4% Siliciumcarbid enthielt. Aus den Ergebnissen der Prü
fung der ballistischen Eigenschaften, die in Fig. 5 gezeigt
werden, geht hervor, daß über den Druckbereich von 80 bis
150 bar eine Plateau-Verbrennung mit etwa 20 mm/s mit einem
akzeptablen (niedrigen) Temperaturkoeffizienten eintritt.
Claims (10)
1. Treibstoffgemisch auf Basis von Nitrocellulose mit einem
Ballistik-Modifikator, dadurch gekennzeichnet, daß der Bal
listik-Modifikator Zinkoxid enthält.
2. Treibstoffgemisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ballistik-Modifikator aus einer Mischung von Zink
oxid und einer oder mehr als einer Blei- oder Kupferverbin
dung, die als Ballistik-Modifikator für Treibstoffe wirksam
ist, besteht.
3. Treibstoffgemisch nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Blei- oder Kupferverbindung aus Bleistearat,
Bleicitrat, Bleiphthalat, Bleiacetophthalat, Bleisalicylat,
Blei-β-resorcylat, basischem Kupfersalicylat, Kupfer-β-re
sorcylat oder Kupferoxid besteht.
4. Treibstoffgemisch nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß es 2 bis 8,0 Masse% des Ballistik-
Modifikators enthält.
5. Treibstoffgemisch nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß es 0,15 bis 5,0 Masse-% Zinkoxid enthält.
6. Treibstoffgemisch nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß es einen Stabilisator, ein Plasti
fiziermittel, ein Brenngeschwindigkeits-Moderiermittel, ein
Schmiermittel und/oder einen Aufflammungsunterdrücker bzw.
Überschlaglöscher enthält.
7. Treibstoffgemisch nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß es p-Nitro-N-methylanilin, 2-Nitrodiphenylamin, Re
sorcin, Saccharoseoctaacetat, Triacetin, Dibutylphthalat,
Ruß, Candelillawachs, mit Isocyanat vernetztes Polycaprolac
ton, Kaliumnitrat oder Siliciumcarbid enthält.
8. Treibstoffgemisch nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß es mindestens eine energiereiche
Komponente wie z. B. ein Metallpulver oder ein Nitramin, bei
spielsweise Cyclo-1,3,5-trimethylen-2,4,6-trinitramin, ent
hält.
9. Treibstoffgemisch nach einem der Ansprüche 1 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß es eine Energie von 3350 bis 5024 J/g
(800 bis 1200 cal/g) hat.
10. Treibstoffgemisch nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß es eine Brenngeschwindigkeit von 4
bis 45 mm/s hat.
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