DE3718446A1 - Plaettchenfoermiges zweiphasenpigment - Google Patents
Plaettchenfoermiges zweiphasenpigmentInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft Effektpigmente, die aus zwei struktu
rell unterschiedlichen Phasen bestehen und durch Reduktion von hydrother
mal hergestellten plättchenförmigen Al x Fe2-x O3-Pigmenten, wie sie in EP
68 311 beschrieben sind, hergestellt werden.
Die optische Wirkung von Effektpigmenten beruht auf gerichteter Reflexion
an flächig ausgebildeten, ausgerichteten, stark lichtbrechenden Pigment
partikeln. Effektpigmente auf oxidischer Basis finden sowohl im Lack-,
Kunststoff-, Druck- und Keramiksektor als auch im kosmetischen Bereich An
wendung.
Neben hellen Effektpigmenten sind besonders auch dunkle Effektpigmente,
d. h. Effektpigmente, die sich durch hohen Glanz und hohe Absorption aus
zeichnen, von Interesse. Dies gilt vor allem für Anwendungen im Automobil
bereich und in der Kosmetik, wo durch Überfärbung von höherabsorbierenden
Effektpigmenten mit Farbpigmenten oder weiteren helleren Effektpigmenten
besonders attraktive optische Eindrücke erzeugt werden können. Insofern
sind alle möglichen Farbtonvarianten der höherabsorbierenden Effektpigmen
te interessant, da diese immer neue charakteristische Erscheinungsbilder
von Lackierungen oder Kosmetikpräparaten ermöglichen.
Es hat nicht an Versuchen gefehlt, dunkel getönte bis schwarze Effektpig
mente herzustellen. So werden in DE-C 23 13 331 mit polykristallinen Mag
netitschichten belegte Glimmerschuppenpigmente beschrieben, die je nach
Beschichtungsdicke "mausgrau" bis schwarz aussehen. Aufgrund des poly
kristallinen Aufbaus der Pigmente, insbesondere der Beschichtung, zeigen
solche Effektpigmente jedoch nicht den Glanz, die mechanische Stabilität
und die Oberflächeneigenschaften von hydrothermal synthetisierten plätt
chenförmigen Pigmenten, bei denen glatte Kristallflächen der im wesent
lichen einkristallinen Partikel vorliegen.
Analoges gilt für die in der DE-A 34 33 657 beschriebenen mit einer redu
zierten TiO2-Schicht belegten Glimmerschuppenpigmente.
In EP-C 14 382 und DE-A 34 40 911 werden Produkte mit der Struktur des
Magnetits und Maghemits erwähnt, die sich aus hydrothermal synthetisier
ten, mit bestimmten Elementen dotiertem Hematit herstellen lassen. Aller
dings sind diese farblich und vom Glanz her nicht näher beschriebenen Pro
dukte bei vollständiger Umwandlung des Kristallgitters zumeist brüchig und
entbehren der mechanischen Stabilität der Ausgangspigmente.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, von den hellen, kupferfarben
glänzenden aluminiumhaltigen Eisenoxidplättchen vom Typ Al x -Fe2-x O3 ausge
hend, wie sie in der EP-C 68 311 und der US-C 43 73 963 beschrieben sind,
eine Vielfalt von koloristisch dunkleren Farbtönen bis hin zu Schwarz ein
zustellen. Die Pigmente sollten dabei ihre mechanische Stabilität bewah
ren, d. h. beim Anreiben in Lack, Kunststoff oder anderen Binde- oder
Hilfsmitteln nicht zerbrechen. Außerdem sollten sie ihren Glanz bewahren.
Die farblichen Varianten sollten sich in gut reproduzierbarer Weise ein
stellen lassen.
Es wurde gefunden, daß diese Aufgabe bei einem plättchenförmigen Zweipha
senpigment auf der Basis von aluminiumhaltigen Eisenoxiden dadurch gelöst
werden kann, daß das Pigment aus einem Kern mit Hematitstruktur der Zusam
mensetzung Al x Fe2-x O3, worin x einen Wert von 0,02 bis 0,5 hat, besteht
und daß die äußere Schicht des Pigmentes Spinellstruktur mit der Zusammen
setzung Al y Fe3-y O4+z besitzt, worin y Werte von 0,03 bis 0,75 und z Werte
von 0 bis 0,5, vorzugsweise einen Wert von 0,06 bis 0,45 hat.
Die erfindungsgemäßen Pigmente lassen sich durch eine hydrothermale Be
handlung der bekannten Al x Fe2-x O3-Pigmente in Gegenwart eines in der wäß
rigen Phase gelösten Reduktionsmittels herstellen. Hierbei wird unter Er
haltung von Form und Größe der eingesetzten Al x Fe2-x O3-Partikel die Ober
fläche reduziert, während der Kern durch die sich bildende Hülle geschützt
wird und unverändert bleibt. Auf diese Weise entsteht ein Zweiphasenpig
ment mit einem Kern der Zusammensetzung Al x Fe2-x O3 (x = 0,02 bis 0,5) mit
Hematitstruktur, während die Oberfläche des Pigmentes Spinellstruktur be
sitzt und die Zusammensetzung Al y Fe3-y O4+z (z = 0 bis 0,5 und y = 0,3 bis
0,75) aufweist.
Je nach dem Ausmaß der Reduktion lassen sich aus den Ausgangspigmenten
neue Pigmente in einer großen Zahl von Farbnuancen herstellen, die von
glänzend kupferfarbenen Farbtönen des Ausgangspigments bis zu einem glän
zenden Schwarz reichen.
Als Reduktionsmittel kommen grundsätzlich alle in Wasser löslichen redu
zierenden Substanzen in Frage. Besonders geeignet sind anorganische Ver
bindungen, wie Hydrazin und Alkalidithionite.
Die Reduktion wird in wäßriger Lösung hydrothermal durchgeführt, d. h. bei
Temperaturen von über 100°C. Um eine rasche Umsetzung zu erzielen, ist es
zweckmäßig, bei Temperaturen von 150 bis 350°C zu arbeiten. Der pH-Wert
der Lösung liegt vorteilhafterweise oberhalb von 9. Falls im alkalischen
Bereich gearbeitet wird, ist es zweckmäßig die hydrothermale Behandlung
der Suspension in Gegenwart von in der wäßrigen Phase gelösten Alkalialu
minaten, insbesondere Natriumaluminat, durchzuführen, zweckmäßig in jenen
Konzentrationen, die als Überschuß bei der Synthese des Al x -Fe2-x O3. Aus
gangsproduktes zugegen waren. Damit wird mit Sicherheit verhindert, daß
aus dem zu behandelnden Al x Fe2-x O3-Pigment Aluminium herausgelöst wird.
Bei dieser schonenden Reduktion wird Al x Fe2-x O3 zunächst von der Oberflä
che her reduziert, wobei die Reduktion bis zum Erreichen der Zusammenset
zung Al y Fe(3-y)O4,06 bis Al y Fe(3-y)O4,15 mit dem Gitter des Spinells er
folgt. Bei steigenden Umsetzungszeiten wird das Al x Fe2-x O3 in zunehmend
tieferen Schichten reduziert, wobei die Reduktion abgebrochen wird, bevor
das gesamte Pigment durchreduziert ist, d. h., daß ein Kern aus Al x Fe2-x O3
erhalten bleibt. Die Reduktion wird zweckmäßig abgebrochen, wenn im redu
zierten Pigment ein Gewichtsverhältnis Hematit zu Spinell von 99,5 bis 0,7
vorliegt. Durch die schonende hydrothermale Reduktion ist eine ausgezeich
nete Kontrolle des Reduktionsgrades des Ausgangspigmentes über die Parame
ter, wie Temperatur, Zeit, Art des Reduktionsmittels und pH-Wert der Sus
pension und damit eine gezielte Einstellung des jeweils gewünschten Farb
tones möglich. In Abhängigkeit von dem bei der Hydrothermal-Reduktion erzielten
Reduktionsgrad entstehen aus den hellen kupferfarbenen Ausgangs
pigmenten glänzende Zweiphasenpigmente, deren Farbton von hellbraun über
dunkelbraun bis schwarz führt. Nach der hydrothermalen Behandlung wird die
Suspension gekühlt, die Pigmente filtriert, gewaschen und getrocknet.
Bei der beschriebenen hydrothermalen Behandlung wird das Al x Fe2-O3-Pig
ment in der Regel soweit anreduziert, daß an der Oberfläche eine Zusammen
setzung von Al y Fe3-y O4+z mit Werten von z von 0 bzw. 0,06 bis 0,15 erzielt
wird. Zusammensetzungen mit Werten von z von 0,15 bis 0,5 sind auf diesem
Wege nur schwierig zu erreichen. Zusammensetzungen mit diesen z-Werten
sind dagegen leicht zu erreichen, wenn man das Al x Fe2-x O3-Pigment hydro
thermal wie beschrieben bis zu Al y Fe3-y O4+z mit z-Werten von 0 bzw. 0,06
bis 0,15 reduziert und das erhaltene zweiphasige Pigment unter schonenden
Bedingungen wieder oxidiert. Auf diese Weise können z-Werte von 0,15 bis
0,45 erreicht werden. Diese schonende Oxidation kann z. B. bei Temperaturen
von 150 bis 350°C mit mit Stickstoff verdünnter Luft, z. B. mit einem Volu
menverhältnis O2 : N2 von 0,01 bis 0,1, durchgeführt werden. Bei dieser
schonenden Reoxidation bleibt die Spinellstruktur der äußeren Pigmenthülle
erhalten in Analogie zu der bekannten Oxidation von Magnetit zu Maghemit.
Durch diese oxidative Behandlung wird die Farbe der anreduzierten Aus
gangspigmente wieder "aufgehellt" und kann z. B. ausgehend von schwarzen
Ausgangspigmenten über schwarzbraun, braun bis nach gelbbraun verschoben
werden.
Selbstverständlich ist man bezüglich der Partikelform und Größe bei der
Herstellung der Zweiphasenpigmente vom Ausgangspigment Al x -Fe2-x O3 abhän
gig. Das gilt auch für den Farbton des Pigmentkerns, der nicht zuletzt vom
Al-Gehalt der plättchenförmigen Al x Fe2-x O3-Partikel bestimmt ist. Der y-
Wert der aus der Al x Fe2-x O3-Zusammensetzung durch Reduktion hervorgegange
nen Spinellphase Al y Fe3-y O4+z ergibt sich zwangsläufig und errechnet sich
mit y = 0,03 bis 0,75.
Die erfindungsgemäßen Pigmente sind vor allem wegen ihrer optischen Eigen
schaften interessant und können zur Pigmentierung von Anstrichen, Lacken,
Kunststoffen, Druckfarben, keramischen Oberflächen, Gläsern und von kosme
tischen Produkten verwendet werden.
Die erfindungsgemäßen Pigmente sind jedoch nicht nur wegen ihrer optischen
Eigenschaften interessant. Sie zeigen auch elektrische und magnetische Ei
genschaften, die ihnen in anderen technischen Bereichen, wie der elektro
magnetischen Abschirmung Anwendungsmöglichkeiten eröffnen.
Die erfindungsgemäßen Pigmente können auch mit hochbrechenden Oxiden, wie
TiO2 oder Fe2O3 beschichtet werden, wodurch sich weitere koloristisch in
teressante Effektpigmente herstellen lassen.
- A. Herstellung des Ausgangsproduktes (gemäß EP 68 311)
Eine gut gerührte wäßrige Suspension mit 59 g/l FeOOH (BET-Oberfläche 42 m2/g), 42 g/l NaOH und 32 g/l γ -Al2O3 wird in einem Rohrreaktor mit einem Durchsatz von 42 kg/h in 30 min auf 303°C erhitzt, bei dieser Temperatur über 10 min belassen und dann abgekühlt, filtriert, gewa schen und bei 110°C getrocknet. - Das Produkt ist glänzend bräunlich rot und zeigt im Rasterelektronen mikroskop plättchenförmige Partikel. Die mittlere Partikelgröße wird mit dem Cilas-Granulometer mit 7,9 µ bestimmt. Die spezifische Ober fläche (BET) beträgt 8,3 m2/g. Die chemische Analyse ergibt 4,5 Gew.-% Al und 62,5 Gew.-% Fe in der Oxidationsstufe III. Hieraus errechnet sich eine Zusammensetzung entsprechend von Al0,26Fe1,74O3.
- B. 10 g des in Beispiel 1A hergestellten Produktes werden in 140 g destilliertem Wasser suspendiert und mit 10 g Hydraziniumhydroxid (N2H4 · H2O) unter Rühren versetzt. Die Mischung wird in einem 300 ml Rührautoklaven in 60 min auf 313°C hochgeheizt, danach wird abgekühlt. Das Produkt wird filtriert gewaschen und bei 110°C getrocknet.
- Das erhaltene Produkt ist tiefbraun gefärbt und glänzt. Rasterelektro nenmikroskopische Aufnahmen zeigen, daß das Produkt einheitlich ist und daß die Hydrothermalbehandlung mit Hydrazin zu keiner Veränderung des Plättchencharakters und der mittleren Partikelgröße geführt hat. Röntgenuntersuchungen lassen neben der Struktur des Hematits die des Spinells erkennen. Über eine Eichkurve wird das Gewichtsverhältnis Hematit : Spinell mit 72 : 28 ermittelt. Die chemische Analyse ergibt die Werte Al = 4,6 Gew.-%, Fe2⁺ 6,5 Gew.-%, Fegesamt = 63,2 Gew.-%.
Die Beispiele werden analog Beispiel 1 mit wechselnden Mengen Hydrazin
durchgeführt. In Beispiel 5 wird die Suspension noch mit NaOH versetzt.
10 g plättchenförmiges Eisenoxid (62,5 Gew.-% Fe, 4,5 Gew.-% Al →
Al0,26Fe1,74O3, BET = 8,3 m2/g, mittlere Teilchengröße = 6,8 µm) werden
mit 140 ml Wasser, 10 g 50gew.%iger NaOH und 2 g Natriumaluminat
(37,3 Gew.-% Na2O, 44 Gew.-% Al2O3) und 2,5 g Natriumdithionit intensiv
verrührt.
Diese Suspension wird im 300-ml-Autoklaven unter Rühren in 30 min auf
220°C, dann in weiteren 30 Minuten auf 315°C weitergeheizt. Danach wird
abgekühlt und der Autoklav entleert. Das Produkt wird abgesaugt, neutral
gewaschen und bei 100°C im Umluftschrank getrocknet.
Das Produkt ist dunkelviolett gefärbt und glänzt. Röntgenuntersuchungen
zeigen das Gitter von Hämatit und Magnetit. Rasterelektronenmikroskopische
Aufnahmen lassen erkennen, daß das Produkt plättchenförmig ist.
Die chemische Untersuchung ergibt einen Gehalt von 9,8 Gew.-% Fe(II) (An
teil Spinell: 39%, Anteil Hämatit: 61%).
10 g des in Beispiel 1A hergestellten Produktes werden mit 140 g H2O, 12 g
50gew.%iger Natronlauge (37 Gew.-% Na2O, 44 Gew.-% Al2O3) und 109 g Hydrazi
niumhydrat versetzt. Die Suspension wird im Rührautoklaven in 60 min auf
310°C erhitzt. Danach wird abgekühlt, filtriert, gewaschen und unter N2
getrocknet.
Das Produkt ist schwarz und kristallisiert einphasig im Spinellgitter.
Rasterelektronenmikroskopische Untersuchungen zeigen, daß das Produkt kaum
noch plättchenförmig ist, sondern in zahlreiche Partikel zerbrochen ist.
Die chemische Analyse ergibt Fe2+ = 20,4 Gew.-%, Al = 3,0 Gew.-%, Fegesamt =
60,4 Gew.-%. Daraus errechnet sich die Zusammensetzung Al0,27Fe2,61O3,89.
Röntgenographische Untersuchungen lassen erkennen, daß das Pigment keine
Hematitphase mehr aufweist.
Das in Beispiel 5 hergestellte Produkt wird bei 250°C im Drehrohrofen
30 min lang mit einem Gasstrom, der 90 Vol.-% N2 und 10 Vol.-% Luft enthält,
behandelt, danach wird unter N2 abgekühlt. Das Produkt ist schwarzbraun.
Die Analyse zeigt, daß der Fe2+-Gehalt bei 11 Gew.-% liegt. Röntgenunter
suchungen ergeben ein Gewichtsverhältnis der Hematit- und Spinellphase wie
beim Ausgangsprodukt, d. h. 43 : 57 = 0,75.
Diese Beispiele werden in Analogie zu 8 durchgeführt, wobei die Oxida
tionsdauer länger gewählt wird.
30 g des in Beispiel 18 hergestellten Pigmentes werden in 103,8 g wäßriger
Titanylsulfatlösung, welche 5,2 Gew.-% Titan und 49,7 Gew.-% H2SO4 enthält,
eingetragen. Die Suspension wird bei Raumtemperatur tropfenweise mit einer
Sodalösung, bestehend aus 23,34 g Na2CO3 und 500 ml H2O versetzt. Unter
Rühren wird bis zum Siedepunkt erhitzt und anschließend 2 Stunden lang ge
kocht. Danach werden 500 ml 95°C heißes Wasser über die Dauer von 1 Stunde
zugegeben und weiterhin 1 Stunde lang bis zum Siedepunkt erhitzt. An
schließend wird abgekühlt. Die mit ausgefallenem Titanoxidhydrat belegten
Pigmentplättchen werden abfiltriert, gewaschen und bei 120°C getrocknet.
Das entstandene Produkt hat violette Farbe, glänzt und zeigt in der Analy
se einen Titangehalt von 11,9 Gew.-%.
Claims (12)
1. Plättchenförmiges Zweiphasenpigment auf der Basis von aluminiumhalti
gen Eisenoxiden, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Kern mit
Hematitstruktur der Zusammensetzung
Al x Fe2-x O3,worin x einen Wert von 0,02 bis 0,5 hat, besteht und daß die äußere
Schicht Spinellstruktur mit der ZusammensetzungAl y Fe3-y O4+z besitzt, worin y Werte von 0,03 bis 0,75 und z Werte von 0 bis 0,5
hat.
2. Plättchenförmiges Zweiphasenpigment nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß z einen Wert von 0,06 bis 0,45 hat.
3. Plättchenförmiges Zweiphasenpigment nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Gewichtsverhältnis Hematit zu Spinell 99,5 bis
0,7 beträgt.
4. Verfahren zur Herstellung der Zweiphasenpigmente nach Ansprüchen 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß man eine wäßrige Suspension von plätt
chenförmigen Al x Fe1-x O3-Pigmenten in Gegenwart eines in Wasser lösli
chen Reduktionsmittels bei Temperaturen oberhalb von 100°C hydrother
mal behandelt, anschließend filtriert, wäscht und trocknet.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die hydro
thermale Behandlung bei Temperaturen von 150 bis 360°C vornimmt.
6. Verfahren nach Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß man als
Reduktionsmittel anorganische Verbindungen einsetzt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man als anorga
nische Reduktionsmittel Hydrazin und/oder Alkalidithionit einsetzt.
8. Verfahren nach Ansprüchen 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
hydrothermale Behandlung bis zu einer Zusammensetzung der äußeren
Schicht von Al y Fe3-y O4+z mit Werten von y von 0,03 bis 0,75 und von z
von 0,06 bis 0,15 führt und anschließend das so erhaltene Pigment re
oxidiert zu Werten von z bis 0,45.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reoxi
dation durch mit Stickstoff verdünnter Luft bei Temperaturen von 150
bis 350°C durchführt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft ein
Sauerstoff-Stickstoff-Volumenverhältnis von 0,01 bis 0,1 aufweist.
11. Verwendung der plättchenförmigen Zweiphasenpigmente nach Ansprüchen 1
bis 3 für die Pigmentierung von Anstrichen, Lacken, Kunststoffen,
Druckfarben, keramischen Oberflächen, Gläsern und von kosmetischen
Produkten.
12. Verwendung der plättchenförmigen Zweiphasenpigmente nach Ansprüchen 1
bis 3 zur Herstellung von magnetischen Abschirmungen.
Priority Applications (8)
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Applications Claiming Priority (1)
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