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Scheideprismensystem für Koinzidenzentfernungsmesser, bei denen die
Einblickrichtung gegen die 1Vleßebene unter eitlem schiefen Winkel geneigt ist.
Die vorliegende Erfindung betrifft Scheideprismensystetne für solche Koinzidenzentfernungsmesser,
bei denen die Einblickrichtung die Ebene des Meßdreiecks unter einem schiefen Winkel
schneidet, und zwar betrifft sie solche Scheideprismensysteme, bei denen eine Scheidefläche
von jedem der beiden von den Objektiven kommenden Strahlenb:üsahelsysteme einen
Teil durchläßt und einen Teil reflektiert und eine Scheidekante enthält, die der
Standlinie des Entfernungsmessers parallel ist. Nach der Erfindung lassen sich eine
ganze Anzahl zweckmäßiger @Scheidepristnensysteme dann entwickeln, wenn man mindestens
dasjenige der beiden durch das Scheideprismensystem zu vereinigenden Büschel, dessen
durch die Scheidefläche hindurchgegangener Teil dem Okular zugeführt wird, vor seinem
Auftreffen auf die Scheidefläche so von einer zur Ebene des Meßdreiecks senkrechten
Spiegelfläche reflektieren läßt, d'aß ,der Achsenstrahl durch diese Reflexion seine
Richtung gegen die Meßebene ändert, also in einer Ebene reflektiert wird, die gegen
die Standlinienrichtung unter einem schiefen Winkel geneigt ist. Die Spiegelfläche
wird dabei im allgemeinen gegen die Standlinienrichtung unter einem schiefen Winkel
geneigt angeordnet sein. Sind zwei Okulare vorhanden, die beide mit ihrer Einblickrichtung
die Ebene des Meßdreiecks schiefwinklig schneiden und von denen das eine mit seiner
Einblickachse einen Winkel mit der des andern einschließt, so kann man beide Büschelsysteme
in der angegebenen Weise behandeln.
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Damit die geschilderte Reflexion an der erwähnten zur Meßebene senkrechten
Spiegelfläche stattfinden kann, ist es erforderlich, daß der betreffende Achsenstrahl
beim Auftreffen auf diese Fläche mit der Meßebene einen schiefen Winkel einschließt.
Man erreicht dies am zweckmäßigsten, wenn man den Achsenstrahl unmittelbar vor der
erwähnten Reflexion eine Reflexion in einer zur Meßebene senkrechten und, zur Standlinie
parallelen Ebene, also an einer zur Visierrichtung parallelen Spiegelfläche, erleiden
läßt.
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Ist nur ein Okular vorhanden und bildet man das Scheideprismensystem
so aus, daß das Büschelsystem, dessen an der Scheidefläche reflektierter Teil dem
Okular zugeführt wird, so auf die Scheidefläche trifft, daß der an ihr reflektierte
Teil durch diese Reflexion mindestens um 9o° abgelenkt wird, so ergibt sich eine
verhältnismäßig steile Lage der Scheidefläche gegen die Achse des dem Okular zugehenden
gemischten Strahlenbüschelsystems. Dies ist besonders dann von Vorteil, Wenn die
Scheidefläche so ausgebildet ist, -daß in dem dem Beobachter dargebotenen Doppelbild
das eine der beiden Teilbilder innerhalb des andern liegt und an dieses mit zwei
zur Standlinienrichtung parallelenLinien grenzt, die beide abwechselnd zur Koinzidenzlinie
sollen gemacht werden können. Es lassen sich dann diese Linien beide so anordnen,
daß sie nicht weit außerhalb der Brennebene des Okulars liegen,. .so daß jede von
ihnen gleichzeitig mit dem Doppelbilde des Meßobjekts dem Beobachter scharf dargeboten
werden kann: In der Zeichnung wird eine Anzahl Ausführungsbeispiele der Erfindung
dargestellt. Abb. i bis 3 zeigt das optische System eines Entfernungsmessers. Abb.
i ist eine Ansicht von hinten, Abb.2 eine Ansicht von oben, Abb. 3 ein Querschnitt.
An jedem Ende des Entfernungsmessers ist hinter einem Objektivprisma a eine
Objektivlinse b angeordnet. Ein in der Richtung der Objektivachsen verschieblicher
Glaskeil c 'hinter dem rechten Objektivsystem deutet die Meßvorrichtung an. Das
Scheideprismensystem besteht aus vier miteinander verkitteten Prismen d,
e, f und g.
Das vom linken Ende der Standlinie kommen,de
Strahlenbüschelsystem trifft in dein Prisma d auf eine zur Meßebene senkrechte und
gegen die Standlinie unter 45° geneigte Spiegelfläche d' und wird an ihr parallel
zur Meßebene um go° abgelenkt. An den Flächen el und e= des Prismas e erleidet dieses
Büschelsystem dann je eine Spiegelung in einer zur Standlinie senkrechten Ebene
und trifft dann auf die die Prismen d und e verbindende Kittschicht, deren oberer
Teil als Scheideschicht e° ausgebildet ist. Ein Teil des Büschelsystems erleidet
an der Scheideschi _cht wiederum eine Spiegelung in einer zur ,Standlinie senkrechten
Richtung, tritt durch die Fläche e= aus dem Scheideprismensystem aus und geht einem
Okular las, h= zu.
Das vom rechten Ende der Standlinie' kommende Strahlenbüschelsystem
tritt in das Prisma f ein und erleidet zunächst an der die Prismen g und f verbindenden
Kittschicht, die in ihrem oberen Teil als. Spiegelschicht d° ausgebildet ist, eine
Spiegelung in einer zur Standlinie parallelen und zur Meßebene senkrechten Ebene
und dann an den Flächen f 1 und f= je eine Spiegelung in derselben Ebene. Das Büschelsystem
trifft dann in dem Prisma g auf eine zur Meßebene senkrechte und gegen die Standlinie
unter 45°- geneigte Spiegafläche gl und wird an ihr so reflektiert, daß es in einer
zur Standlinie senkrechten Ebene schräg nach oben @ verläuft. Ein Teil des Büschelsystems
wird - von der Scheide-Schicht e° zurückgehalten, der andere tritt durch die Fläche
ez aus dem Prismensystem aus und geht dem Okular zu. jedes der beiden das Bildfeld
des Okulars ausfüllenden Teilbilder ist ein aufrechtes; das obere Teil-Bild entstammt
dabei dem linken Ende der Standlinie, das untere Teilbild dem -rechten Ende der
Standlinie. Wollte man erzielen, daß das dem linken Ende der Standlinie entstammende
Teilbild umgekehrt in der Richtung der senkrecht zur Koinzidenzlinie wäre, so könnte
dies dadurch geschehen, daß man die Spiegelfläche d' durch eine Dachfläche mit wagerechter
Dachkante ersetzt.
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In Abb. 4 bis 18 sind fünf weitere Beispiele von Seheideprismensystemen
je in drei Ansichten dargestellt, die den drei Ansichten des in Abb. i bis 3 veranschaulichten
Sche,ideprismensystems entsprechen.
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Der Strahlengang in dem in Abb. 4 bis 6 dargestellten System unterscheidet
sich von dem Strahlengang nach Abb. i bis 3 dem Wesen nach nur dadurch, daß das
vom rechten Ende der Standlinie kommende Strahlenbüschelsystein, bevor es die Scheidefläche
trifft, nur eine in einer zur Standlinie senkrechten Ebene verlaufende Reflexion
erleidet. Die die Prismen d und e verbindende Kitt-Schicht ist hier nur in einem
mittleren, schmalen Streifen als Scheideschicht e° ausgebildet. Im Bildfelde würde,
wenn das System in einem Entfernungsmesser nach Abb. i bis 3 verwendet würde, in
der Mitte ein dem linken Ende der Standlinie entstammendes Teilbild liegen, das
in der Richtung senkrecht zur Koinzidenzlinie umgekehrt wäre, während der obere
und der untere Teil des Bildfeldes von einem dem rechten Ende der Standlinie entstammenden,
aufrechten Teilbilde eingenommen sein würden.
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Das in Abb. 7 bis 9 dargestellte System ist aus fünf Prismen d, e,
f, g und i zusammengesetzt. Der Strahlengang entspricht dem des ersten Beispiels
,und unterscheidet sich von ihm dem Wesen nach nur dadurch, daß :las vom rechten
Ende der Standlinie komniende Strahlenbusch elsystem nur zwei Reflexionen in einer
zur Meßebene senkrechten und zur Standlinie parallelen Ebene erleidet. Die die Prismen
e und i verbindende Kittschicht ist in ihrem oberen und ihrem unteren
Teil als Scheideschicht e° ausgebildet, während ein wagerechter Streifen in ihrer
Mitte von Versilberung frei ist. Im Bildfelde würde, wenn das System in einem Entferuungsmesser
nach Abb. i bis 3 verwendet würde, in der Mitte ein dem rechten Ende der Standlinie
entstammendes Teilbild liegen, das in der Richtung senkrecht zur Koinzidenzlinie
umgekehrt wäre, während der obere und der untere Teil des Bildfeldes von einem dem
linken Ende der Standlinie entstammenden, aufrechten Teilbilde eingenommen sein
würde.
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Das durch Abb. io bis 12 veranschaulichte Beispiel ist wiederum aus
fünf Prismen d, e,
f, g und i zusammengesetzt. Die Spiegelungen entsprechen
dem Wesen nach denen des ersten Beispiels, jedoch findet eine der Re-#exionen, die
das von dem rechten Ende der Standlinie kommende Strahleibüschelsystem in einer
zur Meßebene senkrechten und zur Standlinie parallelen Ebene erleidet, an einem
Dach gl statt. Diejenige, zur Meßebene senkrechte und gegen die Standlinie unter
.@5° geneigte Fläche dl, an der das vom linken Ende der Standlinie kommende Strahlenllüschelsystem
seine erste Reflexion erleidet, dient gleichzeitig dazu, das vom rechten Ende der
Standlinie kommende Strahlenbüschel--vstem dem Okular zuzuführen. Die Anordnung
der Scheideschicht und die Beschaffenheit - sowie die Abstammung der beiden das
Bildfeld ausfüllenden Teilbilder würden dem Beispiel nach Abb. 7 bis 9 entsprechen,
wenn das System in einem Entfernungsmesser nach Abb. i bis 3 verwendet würde.
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Das in Abb. 13 bis i 5 dargestellte System ist aus vier Prismen
d, e, f und k zusammengesetzt. Das vom rechten Ende der Standlinie
kommende
Strahlenbüschilsystem wird wiederum durch eine zur Meßebene senkrechte und eine
zur Standlinie unter 4.5° geneigte Spiegelfläche d' dem Okular zugeführt. Die die
Prismen d und e verbindende Kittschicht ist in ihrem hinteren Teil als Scheideschicht
e° ausgebildet. Im Bildfelde würde, wenn das System in einem Entfernungsmesser nach
Abb. i bis 3 verwendet würde, in der unteren Hälfte ein dem linken Ende der Standlinie
entstammendes, aufrechtes Teilbild, in der oberen Hälfte ein dem rechten Ende der
Standlinie entstammendes, in der Richtung senkrecht zur Koinzidenzlinie umgekehrtes
Teilbild liegen. Wäre der vordere Teil der die Prismen d und e verbindenden Kittschicht
statt deren hinterer Teil als Scheideschicht ausgebildet, so würde das untere Teilbild
dem rechten Standlinienende entstammen und in der Richtung senkrecht zur Koinzidenzlinie
umgekehrt sein, während das obere Teilbild dem linken Ende der Standlinie entstammen
und aufrecht sein würde.
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Das durch Abb. 16 bis 18 veranschaulichte System besteht aus vier
Prismen f, g, l und zyr.. Das vom linken Ende der Standlinie kommende Strahlenbüschelsystem
erleidet in dem Prisma L zwei Reflexionen in einer zur Meßebene senkrechten und
zur Standlinie parallelen Ebene und wird an einer dein Prisma m angehörenden, auf
der Meßebene senkrecht stehenden und zur Standlinie unter 45° geneigten Spiegelfläche
zzal so reflektiert, daß es in einer zur Standlinie senkrechten Ebene schräg nach
unten verläuft. Die die Prismen g und ?n verbindende Kittschicht ist in ihrem hinteren
Teil als beiderseitig spiegelnde Scheideschicht g° ausgebildet. Der auf die Scheideschicht
treffende Teil des Büschel-Systems wird dem Okular hl, h2 zugeführt, der andere
Teil geht einem zweiten Okular W, n2 zu. Das vom rechten Ende der Standlinie kommende
Strahlenbüschelsystem erleidet in dem Prisma f zwei Spiegelungen in einer zur Meßebene
senkrechten und zur Standlinie parallelen Ebene und wird dann von einer dem Prisma
g angehörenden, zur Meßebene senkrechten und gegen die Standlinie unter 45° geneigten
Spiegelfläche g' so reflektiert, daß es schräg nach oben in einer zur Standlinie
senkrechten Ebene verläuft. Ein Teil des Strahlenbüschelsysterns wird von der Scheideschicht
dem Okular W, W zugeführt, während der übrige Teil dem Okular hl, h2 zugeht. Wenn
dieses Scheideprismensystem in einem Entfernungsmesser nach Abb. i bis 3 verwendet
würde, so würde in der unteren Hälfte des Bildfeldes des Okulars la'-, h2 ein dein
linken Ende der Standlinie entstammendes, aufrechtes Teilbild liegen, während in
der `oberen Hälfte ein dem rechten Standlinienende entstammendes, in der Richtung
senkrecht zur Koinziidenzlinie umgekehrtes Teilbild liegen würde; in der unteren
Hälfte des Bildfeldes des Okulars W, 7z2 würde ein dem linken Ende der Standlinie
entstammendes, in der Richtung senkrecht zur Koinzidenzlinie umgekehrtes Teilbild
liegen, während in der oberen Hälfte ein dem re-jhteiz Ende der Standlinie entstammendes,
aufrechtes Teilbild liegen würde.
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Die in den ersten vier Beispielen dargestellten Systeme sind solche,
bei denen dasjenige Büschelsystem, dessen an der Scheideschicht reflektierter Teil
dem Okular zugeführt wird, durch diese Reflexion um mehr als 9o° abgelenkt wird.