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Schaltungsanordnung für eine Fernsprechvermittlungsanlage,
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insbesondere Fernsprechnebenstellenanlage mit zusätzlichem Datenverkehr
Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung für eine Fernsprechvermittiungsanlage
mit Fernsprechanschlußschaltungen, Fernsprechleitungsübertragungen, einer Steuereinrichtung
und einem Koppelfeld, insbesondere Fernsprechnebenstellenanlagen mit zusätzlichem
Datenverkehr, wobei die Datenendeinrichtungen ebenso wie Fernsprechteilnehmer an
der Fernsprechnebenstellenanlage angeschlossen und neben den üblichen Leitungsübertragungen
für den Fernsprechverkehr besondere Leitungsübertragungen für den Datenverkehr vorgesehen
sind, welche zur Abwicklung des externen Datenverkehrs mit einer Datenvermittlungsanlage
dienen, wobei in den Leitungsübertragungen für Datenverkehr Einrichtungen zum Empfang,
zur Umsetzung und Weiterleitung von Leitungszeichen und Dateninformationen der einen
Vermittlungsanlage in die der anderen Vermittiungsanlage und umgekehrt vorgesehen
sind.
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Im Rahmen der Bürokommunikation wird dazu übergegangen, die normalen
Büroschreibmaschinen mit zusätzlichen Merkmalen auszustatten, wodurch diese dann
auch als Fernschreibmaschinen benutzt werden können und zur Abwicklung der Korrespondenz
über ein besonderes Netz oder das bereits bestehende Fernschreibnetz dienen. Ein
derartiger Dienst ist auch unter dem Namen "Teletex" bekannt. Nähere Einzelheiten
lassen sich einem Vorabdruck aus dem Jahrbuch der Deutschen Bundespost, 1981, unter
dem Titel "Teietex, ein neuer internationaler F.ernmeldedienst für die Textkommunikation,
Verlag für
Wissenschaft und Leben, Georg Heidecker, Bad Windsheim,
1981, entnehmen.
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Da spezielle Fernschreib- Nebenstellenanlagen im Gegensatz zu Fernsprech-
Nebenstellenanlagen wenig verbreitet sind, bietet sich an, den neuen Fernmeldedienst
über die Fernsprechnebenstellenanlage abzuwickeln. Hierzu sind jedoch besondere
Maßnahmen notwendig. In der DE-OS 28 37 654 wird eine Schaltungsanordnung für Fernsprechvermittlungssysteme,
insbesondere Fernsprechnebenstellenanlagen, mit zusätzlichem Datenverkehr, z. B.
Fernschreibern,beschrieben, bei welcher an einer Teilnehmeranschlußleitung eine
Datenübertragung'seinrichtung angeschlossen ist, welche eine Umschalteeinrichtung
aufweist, mit deren Hilfe alternativ ein Fernsprechapparat oder ein Fernschreiber
anschließbar ist. Zur Abwicklung des externen Datenverkehrs ist ein besonderer Verbindungssatz
vorgesehen, welcher von -einem Teilnehmeranschluß durch Wahl einer besonderen Rufnummer
erreichbar ist. Da ein Teilnehmeranschluß der Fernsprechnebenstellenanlage und auch
das Koppelnetz sowohl zum Fernsprechen als auch zum Fernschreiben benutzt wird und
zur Unterscheidung zwischen einer Fernsprechverbindung und einer Fernschreibverbindung
unterschiedliche Rufnummern zu wählen sind und die Umschaltung vom Fernsprech- auf
den Fernschreib- oder Datenverkehr manuell erfolgt, ist infolge einer irrtümlichen
Bedienung eine ordnungsgemäße Betriebsabwicklung nicht immer sichergestellt.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, eine Schaltungsanordnung
für eine Fernsprechnebenstellenanlage anzugeben, welche eine sichere Betriebsabwicklung
ermöglicht.
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Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zum Anschluß von Datenendeinrichtungen
und externen Datenleitungen individuelle Anschlußschaltungen vorgesehen sind, welche
eine erste Schnittstelle zum Anschluß einer Datenendeinrichtung bzw. einer externen
Datenleitung, eine zweite Schnittstelle zum Anschluß an das Koppelfeld und eine
dritte Schnittstelle zum Anschluß an die Steuereinrichtung aufweisen, wobei die
zweite und die dritte
Schnittstelle gleichartig wie bei den Fernsprechanschlußschaltungen
bzw. Fernsprechleitungsübertragungen ausgebildet sind und die Leistungsmerkmale
für den Fernsprechverkehr in gleicher Weise für den Datenverkehr zur Verfügung stehen,
wobei durch geeignete Mittel sichergestellt ist, daß Verbindungen zwischen Fernsprech-
und Datenanschlüssen verhindert sind.
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Die erfindungsgemäßen Anschlußschaltungen, welche ausschließlich zur
Abwicklung des Datenverkehrs dienen, sind ebenso wie die Einrichtungen zur Abwicklung
des Fernsprechverkehrs am Koppelfeld und an der Steuereinrichtung der Fernsprechnebenstellenanlage
angeschlossen, so daß die Steuervorgänge zum Auf- und Abbau von Verbindungen zur
Abwicklung des Fernsprechverkehrs oder zur Abwicklung des Datenverkehrs gleich sind,
wobei beispielsweise durch die Verwendung von besonderen.
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Betriebskennzeichen im Rahmen der Teilnehmerberechtigung quasi zwei
Vermittlungsanlagen mit einer gemeinsamen Steuereinrichtung betrieben werden.
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Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß an einem ersten
Teil des Koppelfeldes die Einrichtungen für den Fernsprechverkehr und an einem zweiten
Teil des Koppelfeldes die Einrichtungen für den Datenverkehr angeschlossen sind,
wobei beide Koppelfeldteile von der Steuereinrichtung eingest-ellt werden. Durch
die funktionsmäßige Aufteilung des Koppelfeldes wird der Steuerungsablauf für den
Verbindungsaufbau vereinfacht, da in diesem Fall auch auf besondere Betriebskennzeichen
verzichtet werden kann, da eine, Untereinanderverbindung von Ein- und Ausgängen
der beiden Koppelfeldteile nur jeweils innerhalb eines Koppelfeldteiles möglich
ist.
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Eine Weiterbildung der Erfindung besteht auch darin, daß der zweite
Koppelfeldteil zusammen mit den Anschlußschaltungen in einer Zusatzbaugruppe untergebracht
ist und diese Zusatzbaugruppe an einer Fernsprechnebenstellenanlage angeschlossen
ist, die für den Fernsprechverkehr entsprechend geringer ausgebaut ist. Dabei kleinen
und mittleren Fernsprechnebenstellenanlagen eine unbeschränkte Erweiterbarkeit nicht
gegeben ist, kann eine derartige Fernsprechnebenstellenanlaqe
nur
dann für die Bewältigung des zusåtzlicvhen~~Datenverkehrs umgerüstet werden, wenn
die Zahl der Anschlußeinheiten (Teilnehmeranschlüsse, Verbindungssätze, Leitungssätze,
usw.) für den Fernsprech- und den Datenverkehr den Maximalausbau der Fernsprechnebenstellenanlage
nicht übersteigt.
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Die Zusatzbaugruppe ermöglicht sowohl die nachträgliche Umrüstung
einer bereits installierten Fernsprechnebenstellenanlage für den zusätzlichen Datenverkehr
aLs auch eine wirtschaftliche Fertigung derartiger Fernsprechnebenstellenanlagen.
Weitere Vorteile ergeben sich aus den Unte-ransprüchen.
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Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert,
welches in der Zeichnung dargestellt ist. Es zeigt: Fig. 1 das Blockschaltbild für
eine Fernsprechnebenstellenanlage mit zusätzlichem Datenverkehr und Fig. 2 das Blockschaltbild
einer Anschlußschaltung.
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Bei dem in Fig. 1 gezeigten Blockschaltbild einer Fernsprechnebenstellenanlage
kann es sich beispielsweise um eine solche handeln, wie sie in der Druckschrift
TN-Nachrichten 1978, Heft 79, auf den Seiten 8 bis 14, beschrieben ist.
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An einem Koppelfeld K, und zwar an dem Koppelfeldteil KT sind Fernsprechteilnehmerstationen
T1 bis Tn über Teilnehmeranschlußschaltungen TS, Vermittlungsplätze PL über jeweils
eine Platzsteuerung PS, Verbindungsleitungen VL über Leitungsübertragungen LE und
Verbindungssätze IV angeschlossen.
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Die Einrichtungen TS, PS, IV und Ue sind ebenso wie das Koppelfeld
K mit einer übergeordneten Steuereinrichtung ST verbunden. Auf diesem Wege erhält
die Steuereinrichtung ST Informationen aus der Peripherie, welche zum Verbindungsaufund-abbau
benötigt werden. Die Verbindungen der Anschlüsse untereinander erfolgt durch das
Koppelfeld K, welches seine Einstellbefehle von der Steuereinrichtung ST erhält.
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Die Anwendung der Erfindung ist jedocE nicht wauf eine derartige Fernsprechnebenstellenanlage
mit einem Raumkoppelfeld beschränkt, sie ist auch auf Fernsprechnebenstellenanlagen
mit einer zeitmultiplexen Durchschaltung der Sprechwege anwendbar.
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Zur Abwicklung des Datenverkehrs weist das Koppelfeld K einen weiteren
Koppelfeldteil KD auf, an welchem die für den Datenverkehr benötigten Einrichtungen
angeschlossen sind.
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Hierzu zählen Anschlußschaltungen TA zum Anschluß jeweils einer Anschlußleitung
AL, Anschlußschaltungen TI, welche zum Anschluß jeweils einer Datenleitung DL dienen,
Innenverbindungssätze IVD und ein oder mehrere Informationsspeicher SPS.
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Die Informationsspeicher SPS können als Umsetzer für Codes oder Geschwindigkeiten
oder für andere Zwecke dienen. Die Fernschreiber oder auch Bürofernschreiber FS1
bis FSm sind jeweils mit einer individuellen Anschlußleitung AL verbunden.
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Die Datenleitung DL führt zur Datenvermittlungsstelle, dabei kann
es sich beispielsweise um eine Fernschreibvermittlungsstelle des öffentlichen Netzes
handeln. Die Einrichtungen TA, TI, IVD und SPS sind ebenfalls mit der Steuereinrichtung
ST verbunden, wobei über diese Verbindungen ebenfalls die in der Peripherie auftretenden
Kriterien an die Steuereinrichtung ST übermittelt werden und aufgrund dieser Informationen
die Durchschaltung von Verbindungen innerhalb des Koppelfeldes K durch die Steuereinrichtung
ST veranlaßt wird.
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Bei der Beschreibung des Ausführungsbeispiels wird davon ausgegangen,
daß Fernschreiber an der Fernsprechnebenstellenanlage angeschlossen sind. Anstelle
dieser Fe-rnschreiber können ohne weiteres auch andere Datenendeinrichtungen, wie
beispielsweise Bürofernschreibmaschinen, Teletexanschlußgeräte, Textautomaten, usw.,
treten.
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Die Steuerungsabläufe innerhalb der Steuereinrichtung ST sind für
den Fernsprechverkehr und den Datenverkehr die gleichen. Die Vergabe von Adressen
(Anschlußnummern) kann freizügig erfolgen, d. h. eine bestimte Adresse, welche normalerweise
für einen Fernsprechanschluß benutzt wird, kann ohne weiteres einem Fernschreibanschluß
zugeteilt werden, wenn nicht eine Teilnehmeranschlußschaltung TS sondern eine Anschlußschaltung
TA oder TI am Koppelfeld K angeschlossen wird. Der betreffende Anschluß fällt dann
in den Koppelfeldteil KD, während er im Falle eines Fernsprechteilnehmeranschlusses
in das Koppelfeld KT fallen würde. Aus steuerungstechnischen Gründen wird es angebracht
sein, die Einrichtungen für den Datenverkehr unter fortlaufenden Adressen zusammenzufassen,
beispielsweise derart, daß die im Vollausbau benutzten Adressen belegt werden, damit
bei Erweiterung des Fernsprechteils keine Adressensprünge auftreten. Werden alle
Einrichtungen für den Datenverkehr in einer Zusatzbaugruppe zusammengefaßt, so läßt
sich diese Zusatzbaugruppe nachträglich leicht in eine bereits installierte Fernsprechnebenstellenanlage
einbauen.
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Eine Aufteilung des Koppelfeldes K in ein Koppelfeldteil KT für den
Fernsprechverkehr und ein Koppelfeldteil KD für den Datenverkehr ist nicht unbedingt
notwendig, um auf diese Weise sicherzustellen, daß Verbindungen zwischen Fernsprech-
und Datenanschlüssen verhindert sind. Der gleiche Effekt kann auch durch die Vergabe
von besonderen Betriebskennzeichen für die Fernsprech- und Datenanschlüsse erzielt
werden, wobei vor einem Verbindungsaufbau in der Steuereinrichtung ST eine überprüfung
der an der Verbindung beteiligten Anschlüsse durchgeführt wird. Die Betriebskennzeichen
sind ebenso wie andere Berechtigungskennzeichen anschlußindividuell abgespeichert
und werden der Steuereinrichtung zusammen mit weiteren die an der Verbindung beteiligten
Anschlüsse betreffenden Informationen mitgeteilt.
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Die Wirkungsweise der Fernsprechnebenstelienanlage zur Abwicklung
des Datenverkehrs wird anhand von mehreren Beispielen näher erläutert: 1. lnternverbindung
Es wird angenommen, daß zwischen den Fernschreibern FS1 und FSm eine Verbindung
hergestellt werden soll, wobei der Verbindungsaufbau durch den Fernschreibanschluß
FS1 ausgelöst werden soll.Nach Belegung der Anschlußleitung AL, die durch die Anschlußschaltung
TA erkannt und an die Steuereinrichtung ST gemeldet wird, wird vom Fernschreiber
FS1 die Rufnummer des gewünschten Teilnehmers FSm über die Anschlußleitung AL ausgesendet,
diese wird von der Anschlußschaltung TA empfangen und an die Steuereinrichtung ST
weitergegeben. Diese wählt einen freien Verbindungssatz IVD aus und stellt fest,
ob der gewünschte Teilnehmeranschluß frei ist. Ist dies der Fall, so wird der Fernschreibanschluß
FS1 mit dem Fernschreibanschluß FSm über den Verbindungssatz IVD verbunden, und
zwar geschieht dies auf Veranlassung der Steuereinrichtung ST im Koppelfeldteil
KD des Koppelfeldes K. Die Auslösung der Verbindung wird entweder in der Anschlußschaltung
TA oder im Verbindungssatz IV erkannt und an die Steuereinrichtung ST geneldet,
welche die Auslösung des Verbindungsweges im Koppelfeldteil KD veranlaßt.
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2. Abgehende Externverbindung Es wird angenommen, daß der Fernschreiber
FS1 mit der Datenleitung DL verbunden werden soll, um Daten zu einem fernen Teilnehmer
zu übermitteln. Nach Belegung der Anschlußleitung AL erfolgt die Übermittlung der
Verkehrsausscheidungsziffer, die der Steuereinrichtung ST in bereits beschriebener
Weise übermittelt wird und die Bereits stellung einer freien Anschlußschaltung TI
zur Folge hat.
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Die Verbindung derselben mit dem Fernschreiber FS1 erfolgt wiederum
auf Veranlassung der Steuereinrichtung ST im Koppelfeldteil KD. Die Übermittlung
der Rufnummer des gewünschten fernen Teilnehmers kann nun entweder direkt
über
die durchgeschaltete Verbindung auf die Datenleitung DL oder in der bereits beschriebenen
Weise erfolgen, wobei diese dann von der Steuereinrichtung ST an die Anschlußschaltung
TI zur Weitergabe auf die Datenleitung DL übermittelt wird. Die Auslösung der Verbindung
wird entweder in der Anschlußschaltung TA oder in der Anschlußschaltung TI bekannt
und an die Steuereinrichtung ST gemeldet, welche darauf hin die Auftrennung des
Verbindungsweges im Koppelfeldteil KD veranlaßt.
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3. Ankommende Externverbindung
Bei einer ankommenden Externverbindung
wird zunächst die Datenleitung DL belegt und das Belegungskriterium von der Anschlußschaltung
TI an die Steuereinrichtung ST gemeldet. Nach Empfang der Rufnummer des gewünschten
Teilnehmers, beispielsweise des Fernschreibers FS1, veranlaßt die Steuereinrichtung
den Koppelfeldteil zur Durch-schaltung einer entsprechenden Verbindung.
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Ist der gewünschte Teilnehmeranschluß besetzt, so kann anstelle des
Fernschreibers FS1 beispielsweise der Fernschreiber FSm verbunden werden. Bei diesem
Fernschreiber kann es sich z. B. um eine Hauptstelle handeln, welcher im Besetztfall
von Teilnehmeranschlüssen die betreffenden Verbindungen zugewiesen werden. Es ist
jedoch auch denkbar, für Teilnehmeranschlüsse bestimmte Ans-chlüsse anzugeben, an
welche ankommende Verbindungen im Besetztfall weiterzuleiten sind.
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Eine weitere Möglichkeit besteht darin, im Besetztfall eines gewünschten
Teilnehmeranschlusses die ankommenden Daten einem Informat-ionsspeicher SPS zuzuführen,
wo diese abgelegt werden, um dann bei Freiwerden des gewünschten Teilnehmeranschlusses
demselben übermittelt zu werden. Die Verbindung zwischen der Datenleitung DL und
dem Informationsspeicher SPS erfolgt auch in diesem Fall durch den Koppelfeldteil
KD auf Veranlassung der Steuereinrichtung ST. Nachdem in dem Informationsspeicher
SPS
die Endeerkennung der übermittelten Nachricht erkannt und an die Steuereinrichtung
ST übermittelt worden ist, veranlaßt letztere die Auslösung der Verbindung innerhalb
des Koppelfeldteils KD. Dies ist auch der Fall, bei einer Auslösung einer Verbindung
zwischen einer Datenleitung DL und einem Fernschreiber FS.
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Das übertragungsverfahren auf der Datenleitung DL und den Anschlußleitungen
AL ist gleich, weshalb auch die Anschlußschaltung TA und TI in ihrem Aufbau identisch
sind. Da zur übermittlung der Informationen auf den Leitungen DL und AL in der Regel
mehr als zwei Adern benötigt werden und innerhalb des Koppelfeldes K nur eine zweiadrige
Durchschaltung möglich ist, findet eine entsprechende Umsetzung in den Anschlußschaltungen
TA und TI statt.
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Der Aufbau und die Wirkungsweise der Anschlußschaltungen TA und TI
wird anhand von Fig. 2 näher erläutert. Eine derartige Anschlußschaltung besteht
aus einer Steuereinrichtung MP, einem Speicher SR und den Leitungsschnittstellen
LS1 bis LS4; welche durch ein Leitungs- oder Bus-System bestehend aus den Leitungsvielfachen
S (Steuerung) D, (Daten) A (Adressen) gebildet wird, miteinander verbunden sind.
Die Steuereinrichtung MP kann auch als Mikroprozessor ausgebildet sein, wobei an
dem Bus-System desselben neben dem Speicher SR entsprechende Ein/Ausgabe-Einrichtungen
angeschlossen sind, welche mit den entsprechenden Leitungsschnittstellen LS verbunden
sind.
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Die Leitungsschnittstelle LS bildet die Schnittstelle zur Anschlußleitung
AL bzw. zur externen Datenleitung DL. Bei dem Ausführungsbeispiel wird davon ausgegangen,
daß auf den Leitungen AL bzw. DL eine Datenübertragung im Synchronbetrieb mit 2400
Bit/Sekunde stattfindet und daß die Schnittstelle gemäß der Schnittstelle X.21 nach
CCITT ausgebildet ist. über die Leitung R werden Daten empfangen, die Leitung I
dient zum An-
zeigen und Melden, über die Leitung S wird die Bittaktung
übertragen, die Leitung T dient zur Aussendung der Daten und die Leitung C wird
zur Übermittlung von Steuersignalen benutzt. Darüberhinaus sind weitere Leitungen,
wie z. B. eine gemeinsame Erdleitung vorhanden. Die Schnittstelle X.21 wird in der
Druckschrift " Data Report " 15 (1980) Heft 1, S. 35, beschrieben, so daß im Rahmen
dieser Beschreibung nicht weiter darauf eingegangen wird.
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An der Leitungsschnittstelle LS2 sind die Leitungen a und b angeschlossen,
welche zum Koppelfeldteil KD führen. Dabei dient jeweils eine Leitung für eine Übertragungsrichtung.
An der Leitungsschnitstelle LS3 ist ein Leitungsvielfach B und ein Leitungsvielfach
I angeschlossen. Beide Leitungsvielfache sind mit der Steuereinrichtung ST der Fernsprechnebenstellenanlage
(s.
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fig. 1) verbunden, dabei dient das Leitungsvielfach B zur Übermittlung
von Befehlen der Steuereinrichtung ST zur Anschlußschaltung TA, TI, während über
das Leitungsvielfach I Informationen von der Anschlußschaltung zur Steuereinrichtung
ST übermittelt werden. Die Leitungsschnittstelle LS4 dient zum Anschluß einer Anzeigeeinrichtung
AZ und zum Anschluß eines Programmierschalters PR. Mit Hilfe des Programmierschalters
PR kann der jeweilige Verwendungszweck der Anschlußschaltung (Anschluß einer Datenendeinrichtung-TA
bzw. Anschluß einer Datenleitung-TI) eingestellt werden.
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Bei einer Verbindung zwischen einem Fernschreiber FS und einer Datenvermittlungsstelle
über die Fernsprechnebenstellenanlage ist der Fernschreiber an der Leitung AL und
der Anschlußschaltung TA und die Datenvermittiungsstelle über die Leitungen DL an
der Anschlußschaltung TI angeschlossen. Die beiden Anschlußschaltungen TA und TI,
welche in ihrem Aufbau identisch sind, sind über den Koppelfeldteil KD mit den Leitungen
a und b miteinander verbunden.
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Auf dem internen Bus-System der Anschlußschaltung TA und TI und auf
den Leitungsvielfachen B und I (Steuereinrichtung ST der Fernsprechnebenstellenanlage)
findet die übermittlung von Informationen in paralleler Form statt, während auf
den Leitungen a und b und den Leitungen AL und DL die Informationsübertragung seriell
durchgeführt wird. Zu diesem Zweck sind die Leitungsschnittstellen LS1 und LS2 mit
jeweils einer Anpassungsschaltung AP1 bzw. AP2 verbunden, welche die entsprechende
Serien/Parallel- bzw.
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Parallel/Serien-Umwandlung durchführt.
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Bei dem nachstehend erläuterten Verbindungsaufbau wird davon ausgegangen,
daß die eine Anschlußschaltung als ankommend und die andere Anschlußschaltung als
abgehend belegt wird. Die Bezeichnung ankommend und "abgehend" bezieht sich dabei
nicht auf die Art der Verbindung bezüglich der Fernsprechnebenstellenanlage sondern
auf die Anschlußschaltung TA und TI selbst. Es ist dabei ohne Bedeutung, ob der
Verbindungsaufbau durch einen Fernschreiber FS oder durch einen externen Anruf auf
der Datenleitung DL veranlaßt worden ist.
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Eine Belegung der Anschlußleitung AL bzw. Datenleitung DL erfolgt
durch ein entsprechendes Signal, welches von der Leitungsschnittstelle LS1 aufgenommen
und an die Steuereinrichtung MP weitergegeben wird. Bei der Auswertung wird durch
die Steuereinrichtung MP erkannt, daß die Anschlußschaltung TA bzw. TI ankommend
belegt ist. Die Steuereinrichtung MP erzeugt hierauf ein entsprechendes Datenwort,
welches über das Bus-System der Leitungsschaltung LS3 übermittelt wird. Von dort
gelangt es über das Leitungsvielfach I zur Steuereinrichtung ST der Fernsprechnebenstellenanlage,
wo die betreffende Anschlußschaltung TA bzw. TI als ankommend belegt gekennzeichnet
wird. Die anschließend auf der Leitung DL eintreffende Wahl information gelangt
über die Leitungsschnittstelle LS1 zunächst zur Steuereinrichtung MP, von wo sie
ebenfalls über die Leitungsschnittstelle LS3 an die Steuereinrichtung ST der Fernsprechnebenstelleanlage
weitergegeben wird. Bei dieser Wahl information handelt es
sich
beispielsweise um die Rufnummer des gewünschten Teilnehmeranschlusses (FS) der Fernsprechnebenstellenanlage.
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Ist der gewünschte Teilnehmeranschluß frei, so wird die betreffende
Anschlußschaltung TA in der Steuereinrichtung ST als abgehend beelgt gekennzeichnet
und auf Veranlassung der Steuereinrichtung ST das Koppelfeld K zum Durchschalten
einer Verbindung zwischen der Anschlußschaltung TI und der Anschlußschaltung TA
innerhalb des Koppelfeldteils KD veranlaßt.
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Außerdem wurde der Anschlußschaltung TA durch die Steuereinrichtung
ST über das Leitungsvielfach B eine Information übermittelt, welche der Steuereinrichtung
MP mitteilt, daß die betreffende Anschlußschaltung TA abgehend belegt ist. Die Steuereinrichtung
MP veranlaßt darauf hin in der AnschIußschaltung TA die Kreuzung der zum Koppelfeldteil
KD führenden Leitungen a und b (dies kann ebenso bei einer als ankommend belegten
Anschlußschaltung geschehen, die Leitungskreuzung muß lediglich einheitlich innerhalb
der Fernsprechnebenstellenanlage durchgeführt werden). Sobald auf den Leitungen
AL und DL die Empfangsbereitschaft signalisiert wird, erfolgt eine entsprechende
Kennzeichnung der Anschlußschaltungen TA und TI, und zwar in dem jeweiligen Speicher
SR. Alle nun auf den Leitungen AL bzw. DL eintreffenden Informationen oder Datenworte
werden von der Leitungsschatung LS1 aufgenommen und auf Veranlassung der Steuereinrichtung
MP an die Leitungsschaltung LS2 weitergegeben, worauf diese dann unverändert auf
die Leitung a zum Koppelfeldteil KD gelangen. Die auf der Leitung b eintreffenden
Informationen oder Datenworte gelangen in umgekehrter Weise auf die Leitung AL bzw.
DL.
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Sobald auf der Leitung AL oder DL das Auslösesignal eintrifft, wird
dieses von der Steuereinrichtung MP aufgenommen, registriert und über die Leitungsschnittstelle
LS3 und das Leitungsvielfach I an die Steuereinrichtung ST der Fernsprechnebenstellenanlage
übermittelt, welche die Auslösung der Verbindung im Koppelfeldteil KD des Koppelfeldes
K veranlaßt.
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Bei dem Verbindungsaufbau wurde davon ausqeqanqen daß eine durch Belegung
der Fernsprechnebenstellenanlage/die Datenvermittlungsanlage erfolgt. Ein Verbindungsaufbau
von einem Fernschreiberanschluß zur Datenvermittlungsstelle oder zu einem Teilnehmeranschluß
der Fernsprechnebenstellenanlage wird ebenfalls in der beschriebenen Weise abgewickelt.
Weitere Aufgaben der Anschlußschaltung TA und TI bestehen in der Registrierung Übermittlung
von Gebühreninformationen, in der Taktsynchronisation (zum Ausgleich von Phasenverschiebungen
ist ein Datenpuffer vorgesehen) und in der Überwachung der Leitungen AL bzw. DL.
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Mit Hilfe der Anzeigeeinrichtung AZ können und Betriebs-und Leitungszustände
optisch angezeigt werden. Wie bereits erwähnt, kann mit Hilfe der Programmschalter
PR beispielsweise die Anschlußschaltung entsprechend markiert werden, und zwar ob
sie als Anschiußschaltung TA oder als Anschlußschaltung TI eingesetzt werden soll.
Mit Hilfe der Programmschalter PR kann somit der interne Steuerungsablauf der Steuereinrichtung
MP beeinflußt werden. Die Befehlsfolge für die Steuereinrichtung MP ist im Speicher
SR enthalten, welcher außerdem zur Einspeicherung von Leitung- und Betriebszuständen
dienen kann.
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An der Steuereinrichtung ST der Fernsprechnebenstellenanlage (s. Fig.
1) ist ein Uhrzeit- und Datumgeber UZ angeschlossen, welcher die Informationen bezüglich
Uhrzeit und Datum erzeugt, die zu Beginn einer Verbindung den Teilnehmern zuzuschreiben
ist. Die auszusendenden Informationen gelangen von der Steuereinrichtung ST über
das Leitungsvielfach B zur Anschlußschaltung TA bzw. TI (s. Fig. 2), wo diese von
der Leitungsschnittstelle LS3 aufgenommen und auf Veranlassung der Steuereinrichtung
MP der Leitungsschnittstelle LS1 oder auch der Leitungssc-hnitttstelle LS 2 zugeführt
werden. Das Zuschreiben von Uhrzeit und Datum kann nun entweder auf die an der betreffenden
Fernsprechnebenstellenanlage angeschlossenen Fernschreibanschlüsse beschränkt sein
oder auch zusätzlich auf die Datenleitung DL ausdehnt werden. Die Einspeisung der
auszusendenden Information kann nun ent-
weder in nur einer Anschlußschaltung
oder in beiden Anschlußschaltungen geschehen. Im letzteren Fall erfolgt die Einspeisung
dann lediglich in der Leitungsschnittstelle LS1.
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Am Koppelfeldteil KD und an der Steuereinrichtung ST kann auch eine
Auskunfts- und Informationseinrichtung AS angeschlossen sein, welche zu Auskunftszwecken
sowohl von Fernschreibanschlüssen FS als auch von der Datenleitung DL erreichbar
ist. Die Einrichtung AS teilt einem anrufenden Anschluß auf Anforderung Informationen
über bestimmte Anschlüsse, Datenleitungen, usw., mit. Es ist jedoch auch denkbar,
diese Einrichtung AS lediglich an der Steuereinrichtung ST wie den Uhrzeit- und
Datumgeber UZ anzuschließen, wobei die Informationsübermittlung zwischen der Anschlußschaltung
TA bzw. TI und der Steuereinrichtung über die Leitungsschnittstelle LS3 in bereits
beschriebener Weise erfolgt.
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Wird die Datenvermittlungsanlage für die Vermittlung von Teletex-
Verbindungen eingesetzt, dann ist es vorteilhaft, den Informationsspeicher SPS über
eine oder mehrere Telex-Verbindungsleitungen TL mit einer öffentlichen Telex-Vermittlungsanlage
zu verbinden. In diesem Fall wird der Informationsspeicher SPS auch zur Code- und/oder
Geschwindigkeitswandlung herangezogen, da die Informationen bei Telex-Verbindungen
und bei Teletex-Verbindungen unterschiedliche Datenformate und Geschwindigkeiten
aufweisen. Ankommende Telex-Verbindungen können somit ohne weiteres über den Informationsspeicher
SPS einem Teletex-Teilnehmeranschluß FS der Nebenstellenanlage zugeführt werden.
Auch in umgekehrter Richtung können Teletex-Nachrichten von einem Teilnehmer der
Nebenstellenanlage über den Informationsspeicher SPS in das öffentliche Telex-Netz
geleitet werden.
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Eine Reihe von Vorteilen bei der Betriebsabwicklung wird durch die
Ausstattung des Informationsspeichers mit einem Bedienplatz BP erreicht. Ein derartiger
Bedienplatz kann beispielsweise eine Tastatur und eine Druckeinrichtung aufweisen,
wobei durch die Druckeinrichtung entweder durch die Tastatur aufgerufene Nachrichten
oder sämtliche in den Informationsspeicher SPS einlaufende Nachrichten abgedruckt
werden. Aufgrund der Bedeutung oder des Teilnehmeranschlusses für den die betreffende
Nachricht bestimmt ist, kann aufgrund des Abdrucks entschieden werden, ob eine Übermittlung
der Nachricht über die Vermittlungsanlage an dem Teilnehmer-anschluß oder eine Übermittlung
des Abdrucks der Nachricht an diesen oder eine andere Stelle erfolgen soll.
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Die Weitergabe einer Nachricht kann auch an eine andere als ursprünglich
in der Nachricht bestimmte Stelle über die Vermittlungsanlage erfolgen, indem über
die Tastatur entsprechende Informationen für eine aufzubauende Verbindung eingegeben
werden.
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Anstelle der Tastatur und der Druckeinrichtung oder zusätzlich zu
diesen kann der Bedienplatz auch als Bildschirmarbeitsplatz ausgebildet sein. Mit
einem derartig ausgestatteten Bedienplatz kann der Informationsspeicher auch als
zentrale Sende- und Empfangsstelle betrieben werden, besonders für solche Stellen,
welche über keine eigene Datenendeinrichtung, d. h. keinen eigenen Telex- oder Teletex-Anschluß
aufweisen. Ist für den Bedienplatz nur eine einzige Bedienungsperson vorhanden,
so ist es u. U.
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zweckmäßig, bei Benutzung des Bildschirmarbeitsplatzes die Druckeinrichtung
zu sperren.
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Der Informationsspeicher SPS kann auch als sogenannter Briefkasten
betrieben werden, indem im anschlußindividuellen Speicherbereichen für diese bestimmte
Nachrichten unabhängig von deren Betriebszustand (frei oder belegt) abgelegt werden
und daß diese dann von dem jeweiligen Teilnehmeranschluß abgerufen werden können.
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Da der Informationsspeicher SPS ebenso wie eine Teilnehmeranschlußleitung
oder wie eine Verbindungsleitung an dem Koppelfeldteil KD angeschlossen ist, muß
dieser eine einem hauptanschlußfähigen Endgerät entsprechende Schnittstelle aufweisen.
Da die Teilnehmeranschlußleitungen AL und die Datenleitung DL über die Anschlußschaltungen
TA bzw. TI am Koppefeldteil KD und an der Steuereinrichtung ST angeschlossen sind,
ist für jede Schnittstelle innerhalb des Informationsspeichers SPS eine derartige
Einrichtung, wie sie in Fig. 2 gezeigt wird, ebenfalls vorhanden. -Ebenso kann eine
derartige Einrichtung (TA, TI) zum Anschluß der Telex-Verbindungsleitungen TL innerhalb
des Informationsspeichers SPS vorgesehen sein.
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Bei größeren Datenvermittlungsanlagen, d. h. wenn beispielsweise mehr
als 50 Teilnehmer an dem Koppelfel-dteil KD angeschlossen sind, kann der Informationsspeicher
SPS auch durch eine kleine Speichervermittlungsanlage realisiert werden. Der Anschluß
einer derartigen Speichervermittlungsanlage erfolgt beispielsweise dadurch, daß
die
Teilnehmeranschlüsse mit dem Koppelfeldteil KD verbunden werden.
Auf den Aufbau und die Wirkungsweise einer Speichervermittlungsanlage wird im Rahmen
dieser Beschreibung nicht weiter eingegangen. Eine Beschreibung einer derartigen
Speichervermittlungsanlage befindet sich beispielsweise in der Öruckschrift "TE
KA DE Technische Mitteilungen 1981 auf den Seiten 5 bis 10.
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