-
-
Kassiereinrichtung für Münzfernstrecher.
-
Die Erfindung betrifft eine Kassiereinrichtung für Münzfernsprecher,
mit wenigstens einem Münzkanal, der zumindest abschnittsweise annähernd senkrecht
verläuft, wenigstens einem rechtwinkelig zum Münzkanal in diesen einschiebbaren
Sperrelement, sowie mit einem bistabilen Magnetsystem zum Antrieb des Sperrelements.
-
Im Münzkanal einer derartigen Kassiereinrichtung, den die eingeworfenen
Münzen aufgrund ihrer Schwerkraft durchlaufen können, ist üblicherweise nach mehreren
Prüfstellen, die ggf. ein Auswerfen der Münze in den Rückgabeschacht bewirken, eine
Speicherstellung für die Münzen vorgesehen. In dieser Stellung können die Münzen
mindestens bis zum Eintreffen eines Kassierimpulses festgehalten werden.
-
Der Kassierimpuls bewirkt, daß für eine vorgegebene, einen bestimmten
Geldbetrag darstellende Anzahl von Münzen, die hintereinander im Speicher stehen,
die Sperre aufgehoben wird. Die Münzen fallen in den Kassierbehälter. Weiteren im
Speicher vorhandenenMünzen wird erst nach dem Kassieren des Teilbetrags das Nachrücken
bis an die Stelle der abkassierten Münzen ermöglicht. Der im Speicher befindliche
Münzbetrag kann insgesamt aus dem Speicher auch noch in den Rückgabeschacht ausgeworfen
werden.
-
Die genanntenFunktionen werdenbewirkt durch obengenannte Sperrelemente,
die entweder in die Münzlaufbahn hinein oder aus ihr heraus bewegt werden können.
Zwei in einfachen
oder mehrfachen Münzabstand hintereinander in
eine Münzbahn eingreifende Sperrelemente können z.B.
-
durch abwechselnde Betätigung jeweils einen bestimmten Anteil vom
gespeicherten Münzvorrat abgreifen.
-
Derartige Einrichtungen eignen sich insbesondere für Münzfernsprecher,bei
denen für die automatische Kassierung als Energiequelle ausschließlich die Fernsprechleitung
verfügbar ist. Dabei sind sie auch für Fernsprecher mit sogenannter Mischkassierung
geeignet.
-
Bei der Mischkassierung können Münzen unterschiedlicher Größe und
unterschiedlichen Wertes in verschiedenen, parallel nebeneinander verlaufenden Münzkanälen
zum Abkassieren bereitgestellt werden. Jeder der betreffenden Münzkanäle kann, unabhängig
von den benachbarten, mit Sperrelementen der beschriebenen Art versehen sein.
-
Für ein bekanntes derartiges Kassiersystem wurde vorgeschlagen, die
in die Münzlaufbahn einfügbaren Sperrelemente mittels eines vorhandenen elektromagnetischen,
bistabilen Antriebssystems zu betätigen. Es wurde auf ein Antriebssystem zurückgegriffen,
das für die akustische Signaleinrichtung in Fernsprechgeräten, zum Anschlagen der
Glockenschalenentwickelt wurde. Der Anker dieses bekannten Antriebssystems wurde
für die Zwecke des Kassiersystems über einen Hebel mit einer sogenannten Kassiergabel
verbunden. Die Kassiergabel besitzt eine vertikale, drehbar gelagerte Trägerwelle,
und bildet mit hebelartigen Auslegern wenigstens zwei der Elemente, die den Münzkanal
von beiden Seiten umgreifen.
-
Die Sperrelemente können nun aus entgegengesetzten Richtungen, achsparallel,
senkrecht zur Münzlaufrichtung, durch Drehung der Trägerwelle abwechselnd in die
Münzlaufbahn eingefügt werden.
-
Wegen des verhältnismäßig hohen Energiebedarfs dieser Ausführung sind
hier Störungen des Kassierbetriebes bei Speisung allein über die Fernsprechleitung
nicht mit Sicherheit auszuschließen.
-
Abgesehen davon, daß nun das Antriebssystem des akustischen Signalerzeugers,
auf Grund seiner anderen Aufgabenstellung, nicht optimal für die gegebene Aufgabe
gestaltet ist, ergibt sich auch für das Bewegen der Kassiergabel, mit ihrer verhältnismäßig
großen, trägen Masse, die kurzfristig zu beschleunigen ist, ein verhältnismäßig
hoher Energiebedarf.
-
Wenn für den Antrieb nun aber nur die beim Sprech-betrieb über die
Leitungsadern zugeführte Energie zur Verfügung steht, ist es erforderlich, das Antriebssystem
für ein oder mehrere Sperrstifte konstruktiv und elektrisch so zu bemessen und zu
gestalten, daß der Energiebedarf gegenüber der vorgeschlagenen Ausführung beträchtlich
vermindert wird.
-
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Kassiereinrichtung
mit wenigstens einem bewegbaren Sperrelement einschließlich eines dazugehörenden
Antriebssystems zu schaffen, dessen Energiebedarf für den Antrieb gegenüber dem
bekannten System wesentlich verringert ist.
-
Diese Aufgabe ist nach der Erfindung dadurch gelöst, daß ein polarisiertes
Magnetsystem mit zylindrischem Anker verwendet wird, bei dem der Anker eine geradlinige,
axiale Arbeitsbewegung ausführt, und daß dieser Anker unmittelbar mit dem in den
Münzkanal eingreifenden Sperrelement fest verbunden ist, und daß das Magnetsystem
einschließlich Anker und Sperrelement unmittelbar an einer Seitenfläche des Münzkanals
ange-
setzt ist. Auf diese Weise kann die Masse der zu bewegenden
Teile, und damit der Energiebedarf für ihren Antrieb sehr klein gehalten werden.
-
Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist es z.B.
-
möglich, einen zylindrischen Anker in einem ebenfalls zylindrischen
Magnetsystem mit zwei Spulen und einem ringförmigen Permanentmagnet axial bewegbar
aufzunehmen und in axialer Verlängerung am zylindrischen Anker das Kassierelement
auszubilden. Ein derartiges Antriebssystem kann unmittelbar an die Seitenwand eines
Münzkanals oder an eine mehrere Münzkanäle tragende Montageplatte so angesetzt werden,
daß das in den Kanal eingreifende Sperrelement in vorgesehenen Durchbrüchen des
Münzkanals nahezu reibungsfrei bewegbar ist.
-
Das Magnetsystem kann selbstverständlich optimal auf den Antriebsfall
abgestimmt sein. Es besitzt ein weichmagnetisches, zylindrisches Gehäuse, das in
den axialen Endbereichen durch Polscheiben geschlossen ist. Die Polscheiben besitzen
jeweils einen zylindrischen Durchbruch und sind jeweils von einem axial am Ende
des Ankers angebrachten Führungsstift durchsetzt.
-
Zur Montage des Magnetsystems an die Münzlaufbahn oder die rrägerplåtte,
und zum Schutz gegen Staub und äußere Einflüsse, kann das Antriebssystem in ein
einfaches Kunststoffgehäuse aufgenommen sein, das ebenfalls weitgehend zylindrisch
ausgebildet ist. Das Gehäuse kann an seiner äußeren Mantelfläche mit Befestigungsaugen
versehen sein und auf diese Weise am Münzkanal oder der Trägerplatte, z.B. mittels
Schrauben befestigt sein.
-
Der Anker dieses Antriebssystems hat zwei stabile Ruhelagen, die durch
den jeweiligen magnetischen Gleichfluß erzeugt werden, und kann durch Antriebsimpulse
jeweils
von einer in die andere Ruhelage bewegt werden.
-
Der Antrieb ist auch über in einem Kondensator eingespeicherte Energie
möglich.
-
Im folgenden sei die Erfindung anhand eines in den Figuren dargestelltes
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 einen Münzkanal mit Sperrelement
und Magnetsystem in geschnittener Seitenansicht, Fig. 2 einen Münzkanal mit Sperrelement
entsprechend der Darstellung in Fig. 1, in um 900 geklappter Schnittdarstellung,
Fig. 3 Draufsicht auf ein asSperrelement enthaltendes Antriebssystem mit Gehäuse
entsprechend der Darstellung in Fig. 1.
-
Ein senkrecht verlaufender Abschnitt eines Münzkanals 12 einer Kassiereinrichtung,
mit rechteckigem, auf Münzdurchmesser und -dicke abgestimmteminneren Querschnitt,
enthält nach Fig. 1 und Fig. 2 jeweils zwei Münzen 16, 17, die in Richtung des Pfeils
a in den Kanal eingelaufen und durch ein Sperrelement 2 an ihrer weiteren Bewegung
gehindert sind. Der Münzkanal 12 sowie eine Baugruppe mit Sperrelement 2 und Antriebseinrichtung
sind an einer Trägerplatte 18 der Kassiereinrichtung befestigt.
-
Die das Sperrelement enthaltende Baugruppe besitzt ein zylindrisches
Gehäuse 7 aus Kunststoff, in dem die aus Magnetsystem und Sperrelement gebildete
Antriebseinrichtung aufgenommen ist. Das Magnetsystem umfaßt einen zylindrischen
Flußkörper 5,in dem ein Ringmagnet 4 und axial zu den beiden Seiten eine Spule 3
aufgenommen sind. Die Stirnseiten des zylindrischen 'F;lußkörpers sind mittels Polscheiben
6 geschlossen. In einem
zylindrischen Schacht, der die Spulen und
den Ringmagnet axial durchsetzt, ist mit Spiel zwischen den Polscheiben der zylindrische
Anker 1 des Systems enthalten.
-
Der Anker selbst ist axial durchsetzt und fest verbunden von bzw.
mit einem Zylinderstift, der auf beiden Seiten aus dem Anker hervorsteht. Eines
der Enden des Zylinderstiftes ist als Sperrelement 2 in den Münzkanal 12 hinein-
oder aus diesem heraus-bewegbar. Das andere Ende erstreckt sich frei aus der zweiten
Polplatte des Magnetsystems.
-
An der Mantelfläche des Gehäuses 7 der Antriebseinrichtung ist weiterhin
ein Schwungkörper auf einer Schwenkachse 15 beweglich gelagert. Er bildet einen
Hebelarm 13 mit großer Masse, der weit von der Antriebsachse des Magnetsystems entfernt
gehalten ist, und einen Hebelarm 14 mit kleiner Masse, der sich in die Bewegungsbmhn
des rückwärtigen Teils des Sperrelements erstreckt und in Ruhestellung mit Abstand
vor dessen Stirnfläche verläuft.
-
Das Gehäuse des Antriebssystems ist mit Befestigungsaugen 8 versehen,
in die die Trägerplatte 18 durchsetzende Schrauben eingreifen.
-
Die Funktion der dargestellten Antriebseinrichtung ist nun folgende:
Ein Sperrelement kann an einer Funktionsstelle 9 des Münzkanals vorgesehen sein,
wo es eine erste im Kanal in Richtung"a"hersnkommende Münze 16 festhält, und bei
Bedarf für die Weiterbewegung freigeben kann.
-
Ein weiteres Sperrelement kann z.B. einer Funktionsstelle 10 zugeordnet
sein und verhindert dort, das weitere, im Schacht auf die erste folgende Münzen
17 ebenfalls ihre Bewegung fortsetzen, sobald das erste Sperrelement, am Platz 9,
den Münzkanal freigibt.
-
Das zweite Sperrelement, z.B. am Platz 10, kann dazu, bevor das erste
aus dem Kanal herausbewegt wird, bereits in den dreieckigen Spalt zwischen zwei
benachbarten Münzen in den Kanal hineinbewegt werden. Wenn die erste Münze 16 den
Kanal verlassen hat, wird das Sperrelement an Platz 9 wieder in den Kanal eingeführt,
und das Sperrelement z.B. an Platz 10 aus dem Kanal herausbewegt. Die nächsteund
evtl. weitere vorhandene Münzen können dann bis an das auf Platz 9 vorgesehene Sperrelement
nachrücken.
-
Das zweite Sperrelement kann an Stelle von Platz 10 grundsätzlich
auch z.B. den Funktionsplatz 11 einnehmen. Auf diese Weise ist es möglich, jeweils
für zwei der im Münzkanal vorrätigen Münzen gemeinsam, mittels eines Kassierimpuises,
die weitere Bewegung z.B. in den Kassierbehäiter zu ermöglichen.
-
Die Bewegung der Sperrelemente kann durch eine elektrische Schalteinrichtung,
in Abhängigkeit von Kassierimpulsen, über das Fernsprechnetz gesteuert werden.
-
Auch die Antriebsenergie wird ausschließlich dem Fernsprechnetz entnommen.
Sie kann direkt oder über einen zwischengeschalteten Kondensator jeweils der betreffenden
Antriebseinrichtung zugeführt werden.
-
Der Schwungkörper auf der Schwenkachse 15 an der Mantelfläche des
Gehäuses der Antriebseinrichtung hat eine Ausgleichsfunktion gegen gewaltsame Versuche,
den Betriebsablauf der Kassiereinrichtung zu stören. Durch Schläge auf die Frontfläche
eines Münzfernsprechers können z.B. Beschleunigungskräfte erzeugt werden, die sich
auch auf die Kassiereinrichtung auswirken. Auf diese Weise kann mutwillig versucht
werden, ein Sperrelement z.B. aus dem Münzkanal zu entfernen und dadurch die enthaltenen
Münzen evtl. in den Rückgabeschacht
zu befördern.
-
Bei der hier beschriebenen Antriebs einrichtung mit geradlinig bewegbarem
Anker ist es denkbar, mittels solcher Beschleunigungskräfte den Anker aus einer
seiner Ruhelagen, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist, in die andere Ruhelage zu befördern.
Der Schwungkörper kann dies verhindern. Sein Hebelarm 13 mit der größeren Masse,
wird durch die Beschleunigungskraft in gleicher Richtung wie der Anker bewegt. Dabei
bewirkt er über seinen Drehpunkt am anderen Hebelarm 14 eine entgegengesetzte Bewegung,
die den Anker abfangen und in seine Ausgangsstellung zurückwerfen kann.
-
6 Patentansprüche 3 Figuren