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Verfahren zur Staubabscheidung aus einem Gasstrom
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Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Staubabscheidung
aus einem Gasstrom. Im einzelnen betrifft die Erfindung elektrische Gasreinigungsverfahren
zur Entfernung teilchenförmiger Materie (Stäuben), welche in einem Gas strom mitgerissen
werden.
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Die Staubabscheidung, insbesondere bei Teilchen im Submikronbereich
zur Bekämpfung der Luftverschmutzung stößt bei Groeprozessen auf Schwierigkeiten.
Die bekannten Verfahren sind nicht besonders geeignet, falls sie in den erforderlichen
Größenordnungen verwendet werden. Der Stand der Technik hinsichtlich Staubabscheidungssystemen
zeigt die wesentlichen Schwierigkeia treten ten auf, die bei dem Versuch/,die von
Regierungsstellen für die Entfernung derartiger teilchenförmiger Materie erlassenen
strengen Anforderungen und Vorschriften zu erfüllen. Ein weiteres signifikantes
Problem für die bekannten industriellen Gasreinigungssysteme besteht in der Entfernung
von giftigen Gasen ohne die damit einhergehende Erzeugung von nicht deponierbaren
Abfällen.
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Die bekannten Staub- und Gasabscheidungssysteme weisen bei Stäuben
im Submikronteilchengrößen-Bereich, die aus einem Gasstrom entfernt werden müssen,
geringe Effizienz auf.
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Bei solchen Gasströmen, die giftige Gase, wie beispielsweise Schwefeldioxid
enthalten, wird bei den bekannten Systemen das Vorliegen von .paß- oder Aufschlämmungssystemen
gefordert, um die giftigen Gase zu entfernen. Dabei ist die Vorrichtung der Gefahr
einer Verkrustung ausgesetzt. Außerdem stellt die bei der Verwendung eines Naß systems
häufig auftretende Bildung von Säurenebeln ein schwieriges Abfangproblem dar und
führt bei der Vorrichtung zur Korrosion.
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Die Verwendung von Gewebefiltern zur Staubabscheidung stellt eine
Feuergefahr dar und macht eine Reduzierung der Temperaturen erforderlich, was wiederum
dazu führt, daß die Temperaturen sich
den Taupunkten der Säuren
nähern. Zusätzlich zu der sich aus der reduzierten Temperatur ergebenden Annäherung
an die Säuretaupunkte geht wieder-verwendbare Wärme verloren, was einen zusätzlichen
Unwirtschaftlichkeitsfaktor des Verfahrens bedeutet. Die aus dem Stand der Technik
bekannten Systeme erfordern außerdem extrem hohe Kapitalkosten zusammen mit hohen
Betriebs- und Wartungskosten.
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Die Staubabscheidung aus einem Gasstrom mittels elektrostatischer
Techniken (Elektrofiltern) ist bekannt. Die Verwendung typischer Elektrofilter in
Verbindung mit Systemen zur Entfernung von Schwefeldioxid trifft auf die obenbeschriebenen
Schwierigkeiten. Hinsichtlich der Verwendung von granulatförmigen Filterbetten zur
Entfernung von Teilchen sind einige Vorschläge gemacht worden. Siehe dazu beispielsweise
eine Diskussion der Staubabscheidung, veröffentlicht in Journal of the Air Pollution
Control Association, Band 28, Nr. 4, Seite 354 ff, "Dust Deposition and Granular
Bed Filters: Theories and Experiments", von G.I. Tardos et al. Weiterhin ist vorgeschlagen
worden, ein derartiges granulatförmiges Bett elektrisch zu beaufschlagen und die
Gasteilchen in der Weise elektrostatisch aufzuladen, daß beim Durchleiten des den
Staub enthaltenden Gases durch das elektrisch beaufschlagte Bett der Staub daran
hängen bleibt. Eine derartige Vorrichtung eines elektrisch beaufschlagten Betts
wird in einer Druckschrift diskutiert, betitelt Particulate Control System", herausgegeben
von Electrostatics, Inc. , Woburn, Massachusetts, U.S.A. Ganz gleich, welches der
aus dem Stand der Technik bekannten Systeme verwendet wird, muß ein Kompromiss zwischen
der Vollständigkeit der Abscheidung und den durch das Abscheidungssystem verursachten
Schwierigkeiten (und damit den Kosten) geschlossen werden.
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Es ist folglich Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zur Staubabscheidung aus einem Gasstrom durch elektrostatisches Aufladen des teilchenförmigen
Materials (des Staubes) und Abtrennen der elektrostatisch aufgeladenen Teilchen
zu schaffen.
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Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren
zur Abscheidung von in einem Gasstrom mitgerissenem Staub zu schaffen, wobei simultan
giftige Gase aus dem Gasstrom entfernt werden. Weitere Aufgabe der vorliegenden
Erfindung ist es, ein Verfahren zur Entfernung giftiger Gase aus einem Gasstrom
zu schaffen, indem durch Einführung von teilchenförmiger Materie in den Gasstrom
eine Umsetzung innerhalb des Gasstroms herbeigeführt wird, gefolgt von der Abscheidung
des teilchenförmigen Materials aus dem Gasstrom.
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Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein
Verfahren zur Staubabscheidung aus einem Gasstrom zu schaffen, bei dem zusätzliches
beladenes teilchenförmiges Material in das Gas eingetragen wird, und das Gas durch
ein granulatförmiges Bett geleitet wird.
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Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zur Herstellung eines Produkts zu schaffen, und zwar durch Entfernung von Staubteilchen
aus einem bei dem Verfahren zur Herstellung des genannten Produkts gebildeten Gasstrom
und Einverleiben des entfernten Staubes in das Produkt.
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Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß durch ein Verfahren gemäß den
Patentansprüchen gelöst.
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Gemäß einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird
ein Gas, wie beispielsweise ein Feuerungsabgas aus einem mit Kohle befeuerten Dampfkessel,
welches Flugasche und Schwefeldioxid enthält, in eine Mischkammer geleitet. Ein
im Fließzustand befindliches und elektrostatisch aufgeladenes Sorptionsmaterial,
wie beispielsweise Nacholit, wird in den Gasstrom eingeblasen. Das Nacholit verbindet
sich bei den in Ofenabgasen herrschenden hohen Temperaturen mit Schwefeldioxid und
liefert Natriumsulfat, welches wegen der elektrostatisch geladenen eingeblasenen
Teilchen aufgeladen wird. Die eingeblasenen Teilchen schaffen beim Eintritt in
den
Ofenabgasstrom ein hoch geladenes Feld oder plasmaähnliche Umgebung, mit dem das
Ofenabgas in Kontakt kommt und mit dem es sich innig vermischt. Das nicht geladene
Teilchenmaterial in dem Ofenabgas wird durch den Kontakt mit dem elektrostatischen
Feld und durch das Vermischen mit dem durch das Einblasen geladener Teilchen gebildeten
Plasma aufgeladen. Das teilchenförmige Material einschließlich Teilchen mit Submikron-Größe
wird wirksam aufgeladen.
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Das Gas wird anschließend zusammen mit den geladenen Teilchen durch
ein aus granulatförmigem Material bestehendes Bewegtbettfilter geleitet. Das teilchenförmige
Material bleibt an dem granulatförmigen Material in dem Bett hängen und wird damit
aus dem Gasstrom entfernt. Das aus dem granulatförmigen Bett austretende saubere
Gas kann anschließend einer Wärmeaustauscheinrichtung zur Rückgewinnung von Wärme
zugeleitet werden, ohne daß durch die giftigen Gase oder das teilchenförmige Material
bewirkte schädliche Effekte auftreten. Das granulatförmige Bettmedium kann anschließend
rückgeführt werden und das daran anhaftende teilchenförmige Material kann unter
Verwendung herkömmlicher Vibrationssiebtechniken davon abgetrennt werden. Im folgenden
wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 ein
allgemeines Fließdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens; Fig. 2 ein Fließdiagramm
des erfindungsgemäßen Verfahrens bei Verwendung in einer Anlage zur Reinigung von
Flugasche und Schwefeldioxid enthaltendem Feuerungsabgas; Fig.3, 4 und 5 schematische
Darstellungen von Vorrichtungen zur praktischen Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens; und Fig. 6 ein Fließdiagramm, umfassend eine schematische Vorrichtung,
anhand der die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei einem Heißasphalt-Betrieb
gezeigt wird.
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In der Fig. 1 wird bei Punkt 1 ein Staubteilchen enthaltendes Gas
in eine Mischkammer 2 eingeleitet. Als Mischkammer kann
im einfachsten
Fall ein Rohrteil vorgesehen sein, das durch geeignete Größe und Form dem Durchtritt
des Schmutzgases angepaßt ist. In einem Sorptionsmittel-Bunker 5 gelagertes feines
teilchenförmiges Material wird in der elektrostatischen Speisungseinrichtung 6 elektrostatisch
aufgeladen und in den Gasstrom in der Mischkammer 2 eingeleitet. Das verwendete
Sorptionsmittel kann feines adsorbierendes Material, wie beispielsweise Kalk oder
Kalkstein oder Aktivkohle sein. Das verwendete Sorptionsmittel kann auch ein aus
dem Schmutzgas wiedergewonnener Staub sein, der dem Gas in der Mischkammer erneut
zugeführt wird. Das elektrostatisch aufgeladene feine teilchenförmige Material kann
unter Verwendung herkömmlicher Beschichtungspistolen zur elektrostatischen Beschichtung
mit Fließbettpulver,lsweise solchen, wie sie von Nordson Company, Amherst, Ohio,
U.S.A. hergestellt werden, in die Mischkammer eingebracht werden. Derartige elektrostatische
Pulverbeschichtungsvorrichtungen (Pistolen) werden häufig zur Pulverbeschichtung
eingesetzt. Im allgemeinen wird dabei ein feines Pulver oder Staub in den Fließzustand
gebracht und pneumatisch unter Verwendung einer pneumatischen Beschickungseinrichtung
einer Pistole zugeführt. Beim Austritt des Pulvers aus der Pistole wird es mit einer
elektrostatischen Ladung beaufschlagt, wodurch die von der Pistole abgegebenen Teilchen
geladen sind. Beim Uberführen des elektrostatisch geladenen Sorptionsmaterials in
die Mischkammer vermischen sich die geladenen Teilchen mit dem Schmutzgas und schaffen
eine große geladene Oberfläche, durch die Ladungen auf dem in dem eintretenden Schmutzgas
enthaltenen Staub induziert werden.
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Nachdem das Gas sich mit dem elektrostatisch aufgeladenen Sorptionsmittel
vermischt hat, werden das Gas und das geladene teilchenförmige Material in ein poröses
granulatförmiges Bewegtbettfilter 8 eingeleitet. Das in dem granulatförmigen Bett
verwendete Medium kann ein inertes Material, wie beispielsweise Glaskügelchen oder
Kieselsteire sein, oder es kann ein Material sein, das für die Verwendung in einem
weiteren Verfahren vorgesehen ist, wie beispielsweise ein stückiges odukt (d. h.
Zementklinker, Koks, Kohle, Erz usw.).
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Als Folge der elektrostatischen Kräfte und der Schwerkraft-Stoßkräfte
haften geladenes teilchenförmiges Material und unerwünschte Teilchen an dem Medium,
wenn das Gas und das geladene teilchenförmige Material durch das granulatförmige
Filterbett hindurchwandert. Das Medium wird kontinuierlich im Kreislauf geführt
und einer Trenneinrichtung 10 zugeführt, die als herkömmliches Vibrationssieb-System
ausgebildet sein kann. Das abgetrennte Material kann dann jedem herkömmlichen Abfallsammlungssystem
zugeführt werden. Die abgetrennten Teilchen können nochmals gesiebt werden, um teilchenförmiges
Material zur Verwendung als geladene Teilchen in der Mischkammer 2 wiederzugewinnen.
Das gereinigte granulatförmige Medium wird anschließend kontinuierlich in das granulatförmige
Filterbett zurückgeführt, wo es dem Durchtritt des mit geladenem teilchen förmigem
Material beladenen Gas ausgesetzt wird.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann auf eine Vielzahl industrieller
Verfahren angewendet werden. Beispielsweise zeigt Fig. 2 ein schematisches Fließdiagramm
eines Systems zur En-tfernung von Flugasche und Schwefeldioxid aus Ofenabgasen,
die aus einem Kraftwerk stammen, wobei das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt
wird. Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Reinigung von Ofenabgas,
bei dem das Vorliegen von Schwefeldioxid zu Problemen der Schwefelsäurebildung führt,
ist es möglich, das Schwefeldioxid ohne die Bildung von Säure zu entfernen. Bei
dem Verfahren wird ein Sorptionsmittel, wie Nacholit, verwendet. Das Nacholit wird,
wie gezeigt, bei 12 gelagert. Das Nacholit weist eine Größe von weniger als 200
Maschen/2,5 cm (Taylor) auf. Das Nacholit wird in den Fließzustand überführt und
durch die zuvor erwähnten elektrostatischen Pulveraufladungspistolen elektrostatisch
aufgeladen. In der Fig. 2 sind die Überführung in den Fließzustand und die elektrostatische
Aufladung schematisch jeweils durch Fließdiagrammblöcke 13 und 14 dargestellt. Das
beladene Sorptionsmittel wird in den heißen Abgasstrom eines Dampferhitzers, der
Flugasche und Schwefeldioxid enthält, eingeblasen. Durch den
Fließdiagrammblock
16 wird dargestellt, daß sich das Ofenabgas und das elektrostatisch aufgeladene
Pulver vermischen.
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Es dürfte klar sein, daß es nicht notwendig ist, eine separate Mischkammer
vorzusehen. Das elektrostatisch aufgeladene Sorptionsmittel wird tatsächlich im
allgemeinen in einem zur Verfügung stehenden Rohrleitungsteil ohne wesentliche Modifikation
desselben in dem Gasstrom eingeblasen. Es können jedoch gegebenenfalls Schritte
unternommen werden, um Turbulenzen zu induzieren und die Verteilung des geladenen
Sorptionsmittel in dem Gasstrom sicherzustellen. Bei den in dem heißen Ofenabgas
herrschenden Temperaturen verbinden sich das in dem Gas enthaltene Schwefeldioxid
und das Natriumbicarbonat des Sorptionsmittels unter Bildung von Natriumsulfat.
Diese Reaktion kann wie folgt dargestellt werden: Bei der Temperatur des Ofenabgases
in Verbindung mit dem Schwefeldioxid in dem Ofenabgas
Die geladenen Sulfatteilchen und die Flugasche sind jetzt geladen und werden einem
granulatförmigen Filterbett 18 zugeführt. Als Medium in dem granulatförmigen Bett
können Kieselsteine (Sand) verwendet werden. Die geladenen Sulfatteilchen und die
Flugascheteilchen treffen auf das granulatförmige Bett auf und werden von dem Gasstrom
beim Durchströmen des letzteren durch das Bett abgetrennt. Das Medium wird zusammen
mit anhaftender Flugasche und Sulfat kontinuierlich über einen vibrierenden Separator
20, welcher die Flugasche und das Sulfat aus dem Medium abtrennt und das Medium
entlässt, zu dem granulatförmigen Bett 18 im Kreislauf zurückgeführt.
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Die Figuren 3, 4 und 5 zeigen eine schematische Darstellung einer
typischen Vorrichtung zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Schmutzgas
wird dem Einlaß 25 zugeführt. Das Gas kann beispielsweise das oben beschriebene
Ofenabgas mit einem Gehalt an Flugasche und Schwefeldioxid sein und eine Temperatur
von 315 bis 345 0C aufweisen. Um Turbulenz zu erzeugen und das Vermischen bei der
Eingabe eines geladenen Sorptionsmittels, wie Nacholit, zu gewährleisten, kann das
Gas durch eine Venturi-Düse 27 eingeleitet werden. Es sind elektrostatische Ladungspistolen
29 vorgesehen und so positioniert, daß sie elektrostatisch aufgeladene Nacholit-Teilchen
in den Gasstrom einführen und so eine große geladene Oberfläche schaffen, um auf
dem in dem einströmenden Schmutzgas enthaltenen teilchenförmigen Material Ladungen
zu induzieren. Das Natriumbicarbonat des Nacholits reagiert wie oben beschrieben
mit Schwefeldioxid in dem Schmutzgas unter Bildung geladener Natriumsulfatteilchen.
Das geladene Flugascheteilchen und geladene Natriumsulfatteilchen enthaltende Schmutzgas
strömt durch granulatförmige Filterbetten 30. Nach dem Passieren des granulatförmigen
Betts wird das Gas durch ein Sauggebläse 32 abgezogen. Man möge beachten, daß die
Temperatur des Gases während des ganzen Prozesses in dem Bereich 0 von 315 bis 345
C gehalten wird und daß die das Sauggebläse verlassende sauberen Gase daher diese
hohe Temperatur aufweisen, was die Wärmeentnahme aus dem Gas durch einen Wärmeaustauscher
34 erleichtert. Das Filtermedium wird unter Verwendung einer Förderschnecke 36 durch
die granulatförmigen Betten 30 hindurchgeführt und am Boden der jeweiligen Betten
durch eine ähnliche Förderschnecke 38 entfernt.
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Fig. 5 zeigt die granulatförmigen Betten 30 im Schnitt. Man sieht,
daß das granulatförmige Medium am oberen Ende jedes der Betten eingespeist wird,
während das Medium, auf dem die elektrostatisch geladene Flugasche und Natriumsulfat
anhaften, am Boden entfernt wird, und durch eine Förderschnecke, wie bei 40 gezeigt,
auf ein Vibrationssieb 42 zur Entfernung des teilchenförmigen Materials aus dem
Medium überführt wird. Das gereinigte Medium wird durch die
Fördereinrichtung
44 zum oberen Ende der Mediumbetten 30 zurückgeführt. Der trichterförmige Vorratstank
50 für Nacholit oder Sorptionsmittel stellt für den Fließbett-Sorptionsmittel-Einspeiser
52 feines teilchenförmiges Material bereit. Der Einspeiser 52 führt das Sorptionsmittel
durch die Einspeisleitung 53 den elektrostatischen Aufladungskanonen (Pistolen)
29 zu. Bei einer typischen Ofenabgasanlage kann das Medium aus Kieselsteinen der
Größe von 1/16 bis 3/16 Zoll bestehen. Die Teilchengrößenverteilung der Kieselsteine
kann einer normalen Verteilungskurve folgen. Das Nacholit ist im allgemeinen sehr
fein und tritt durch ein 200 Maschen/ 2,5 cm-Sieb (Taylor) hindurch. Der Vibrationssieb-Separator
42 weist typischerweise etwas kleinere öffnungen als 1/16 Zoll auf, so daß das Kieselstein-Medium
nicht durchfallen kann.
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Für eine typische 750 Megawatt erzeugende Einheit würden etwa 30 000
pounds (13. 530 kg) Nacholit pro Stunde erforderlich sein, um mit dem Schwefeldioxid
in dem Ofenabgas zu reagieren und den Schwefeldioxidgehalt in dem Gas, das in die
Atmosphäre abgelassen wird, auf 1,2 pounds (0,541 kg) Schwefeldioxid pro 106 Btu
zu reduzieren. Der letztere Wert stellt gegenwärtig den erlaubten Grenzwert für
Schwefeldioxid in Abgasen von Kraftwerken dar. Aus dem granulatförmigen Bettmedium
würde pro Stunde eine Gesamtabfallmenge von etwa 64 000 pounds (28 860 kg) Sulfat
und Flugasche abgetrennt werden. Da die Reaktion zwischen dem Sorptionsmittel und
Schwefeldioxid temperaturabhängig ist und die Effizienz mit der Temperatur zunimmt,
treten die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Reinigung von Ofenabgasen
deutlich hervor. Falls wie beim Stand der Technik ein Tuchfiltergehäuse verwendet
werden soll, müssen die Gastemperaturen drastisch gesenkt werden, und zwar auf unter
etwa 200 °C, um einen sicheren Betrieb des Tuchfilters zu gewährleisten. Die Gesamtwärmemenge
der Anlage würde daher geringer sein als bei dem erfindungsgemäßen Verfahren. Außerdem
kann die Wiedergewinnung von Wärme aus dem Ofenabgas bei dem erfindungsgemäßen System
durchgeführt werden, nachdem das Gas gereinigt wurde, da die Temperatur
des
Gases während des Reinigungsprozesses im wesentlichen gleich bleibt. Die Wärmeaustauscher
und Gebläse werden nicht der abreibenden Wirkung der Flugaschematerialien oder korrodierenden
Materialien innerhalb des Gases ausgesetzt.
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In der Fig. 6 ist das erfindungsgemäße Verfahren dargestellt, wie
es bei einem Heißäsphaltwerk angewendet werden könnte.
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Bei der Herstellung von heißen Asphaltmischungen werden verschieden
große Zuschlagstoffe mit vorbestimmter Verteilung zugegeben. Gleichfalls wird abhängig
von den Eigenschaften des Rohmaterials, das bei der Herstellung der Mischung verwendet
wurde, entweder Kalk oder Zement zugegeben. Die unterschiedlich großen Zuschlagstoffe
sind in Schütt-Silos 60 bis 63 enthalten, wobei das erstere die groben Zuschlagstoffe
und das letztere die feinsten Zuschlagstoffe enthält. Die Zuschlagstoffe werden
in den geeigneten und gewünschten Verhältnissen in einen Trockner 65 eingegeben,
der mit heißer Verbrennungsluft beaufschlagt wird. Da in dem getrockneten Zuschlagstoff
eine wesentliche Menge teilchenförmiges Material, wie beispielsweise Staub oder
ähnliches vorliegt, und da Energie aufgewendet wurde, um solches teilchenförmige
Material zu trocknen, wäre es vorteilhaft, dieses teilchenförmige Material durch
Rückführung und Wiedereinbringen in das System zurückzugewinnen. Außerdem kann derartiger
Staub nicht direkt in die Atmosphäre abgelassen werden. Folglich wird die Abluft
aus dem Trockner 65 zu einem Bewegtbett aus granulatförmigem Material 68 geleitet,
in dem das Medium aus dem Silo 60 für den groben Zuschlagstoff stammt. Der grobe
Zuschlagstoff wird durch ein Entstaubungssieb 70 gegeben und am oberen Ende des
granulatförmigen Betts 68 eingefüttert. Der Kalk oder Zement, der abhängig von den
Spezifikationserfordernissen des im einzelnen verwendeten Rohmaterials zugegeben
werden soll, ist in einem Bunker 72 enthalten und wird durch elektrostatische Pulveraufladungskanonen
74 gegeben und in den Raum 75 gerichtet, wo es in den Strömungsweg des Teilchen
enthaltenden Gases gelangt, das aus dem Trockner 65 austritt.
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Die feinen elektrostatisch aufgeladenen Kalk- oder Zementteilchen
vermischen sich mit dem Teilchen enthaltenden Gas, das vom Trockner 65 kommt, und
induzieren Ladungen auf den Teilchen.
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Die elektrostatisch aufgeladenen Kalk- oder Zementteilchen und das
teilchenförmige Material, das aus dem Trocknergas stammt, treffen auf das Medium
des granulatförmigen Bewegtbettfilters 68 auf und bleiben darin hängen. Da die Teilchen,
welche aus dem Trocknergas entfernt werden und das Medium des granulatförmigen Bewegtbettfilters
68 beides Zuschlagmaterialien sind, können diese Materialien direkt dem Asphalt
zur Herstellung der angestrebten heißen Mischung zugesetzt werden. Da das Sorptionsmittel
ein angestrebter Zusatzstoff ist, kann außerdem das Sorptionsmaterial in dem Medium
bleiben und der heißen Mischung zugesetzt werden, Es wird daher keine Rückführung
des Sorptionsmittels angestrebt und ist auch nicht erforderlich. Die heißen Gase
aus dem Trockner 65 trocknen oder heizen das granulatförmige Material in dem Bett
68 vor. Außerdem ist das aus dem granulatförmigen Bett ausfließende Material heiß
und trocken und enthält Zuschlagstoffe und zusätzlich sowohl das zusätzlich benötigte
feine Material als auch die angestrebten Additivmaterialien. Es wird auf diese Weise
dem aus dem Trockner austretenden Gas Wärme entzogen und die erhitzten feinen Teile
werden aus dem Gasstrom wieder abgefangen. Dadurch verringert sich der Gesamtbrennstoffverbrauch
der Heißmischanlage. Das gereinigte Gas tritt durch ein induziertes Sauggebläse
80 aus. Die heißen und getrockneten Zuschlagstoffe werden anschließend in einen
Bunker 85 überführt und für das darauffolgende Mischen mit Asphalt, der aus einem
Asphalt-Vorratstank 86 entnommen wird, in einer Knetmühle 88 bereitgestellt.
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Es sollte deutlich geworden sein, daß das erfindungsgemäße Verfahren
bei einer Vielzahl von industriellen Prozessen viele Anwendungsmöglichkeiten aufweist.
Die Nutzbarmachung eines Adsorptionsmittels oder Absorptionsmaterials, welches in
einem Gasstrom eingeblasen wird, schafft unerwartete Vorteile.
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Das aufgeladene Sorptionsmittel schafft eine große geladene Oberfläche,
wodurch auf dem teilchenförmigen Material, das in dem Schmutzgas enthalten ist,
beim Eintritt desselben in den Sorptionsmittelteilchen enthaltenden Bereich Ladungen
induziert werden. Die aufgeladenen Sorptionsmittel-Teilchen und das aufgeladene
teilchenförmige Material in dem Schmutzgas werden anschließend zu einem granulatförmigen
Bewegtbettfilter geleitet, wo das teilchenförmige Material aus dem Gasstrom entfernt
wird. Das Medium des granulatförmigen Bewegtbettfilters kann gereinigt und wieder
verwendet werden. Das erfindungsgemäße Verfahrenbirgt jedoch in sich dadurch Variationsmöglichkeiten,
daß das als Sorptionsmittel gewählte Material gegenüber einem Bestandteil dieses
Schmutzgases reaktiv sein kann. Auf ähnliche Weise kann ein Sorptionsmittel gewählt
werden, das als Bestandteil in einem darauf folgenden Verfahrensschritt verwendet
wird, nachdem es mit dem qranulatförmigen Filtermedium vermischt ist. Das als Medium
in dem granulatförmigen Bewegtbettfilter verwendete Material kann einen Bestandteil
eines Verfahrens umfassen, bei dem sowohl das Sorptionsmittel als auch das Medium
und möglicherweise sogar das teilchenförmige Material, das aus dem Gasstrom entfernt
wird, zu Elementen des resultierenden Produkts werden. Unabhängig voll den einzelnen
Veränderungen ist das Ergebnis im wesentlichcn dasselbe: Der Schmutzgasstrom wird
von teilchenförmigem Maierial gereinigt, selbst dann, wenn das teilchenförmige Material
im Submikron-Größenbereich vorliegt. Die Abtrennung des teilchenförmigen Materials
wird außerdem bei den jeweiligen Temperaturen des Gases erreicht, ohne daß es erforderlich
ist, die Temperatur zu erniedrigen, um Gesichtspunkten,wie beispielsweise Filtergeweben,
Rechnung zu tragen. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren sind nur trockene Materialien
erforde#lich, die auch trocken bleiben. Daher kann der korrodierendf Effekt von
Verbindungen, welche als Folge der Verwendung von Flüssigkeiten gebildet werden
können, vernachlässigt werden Für den Fachmann dürfte klar sein, daß das erfindungsgenäYe
Verfahren keine besonders ausgebildete oder komplizierte Ausrüstung erfordert. Die
gesamte notwendige Ausrüstung zur Durchführunq
des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist bekannt und jederzeit erhältlich.