Die Erfindung betrifft eine Glühkerze für Dieselmotoren bzw. Verbrennungsmotoren ohne Fremdzündung,
insbesondere als Starthilfe bei Kälte durch Vorglühen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Der Stand der Technik auf diesem Gebiet ist
besonders ausführlich abgehandelt in dem Aufsatz von Helmut Weil. »Anlaßhilfsmittcl für Dieselmotoren«, in
der Zeitschrift »Bosch«-Tcchnische Berichte, Jahrg. 5, 1977. Heft 5/6. Seilen 279-286. Unter Glühkerze ist
sowohl eine Glühdrahtkerze als auch eine Glühstiftkerze
zu verstehen. Unter Starthilfen im Verbrennungsraum ist eine GlUhstiftkerzc beschrieben und in Bild 3
abgebildet und als Starthilfe im Ansaugrohr eine Flammglühsiiftkerze. die in Bild 8 abgebildet ist. In
beiden Fällen wird eine Glühwendel angewendet, die mittels isolierendem Magnesium-Oxidpulver in einem
Glührohr aus warmfestem Stahl eingebettet ist. Die Glühwendel selbst besteht aus einem Widerstandsmaterial
auf Nickel-Chrom oder Chrom-Eiscn-Aluminium-Basis.
Die Abhängigkeit der Temperatur und der Stromstärke von der Zeit ist in Bild 4 dargestellt Demnach
betragt die Vorglöhzcii der bekannten Glühkerzen je
nach Umgebungstemperatur zwischen 10 und 50 see.
s Diese Glühzeiicn sind bezogen auf eine Umgebungstemperatur
zwischen etwa + 20" C und - 20" C. Bei stärkerem Frost werden jedoch Vorglühzeitcn bis zu
2 Minuten in der Praxis beobachtet Man hat versucht,
diese Zeiten durch besondere elektrische Zusaizaggrcgate,
wie Stromregler, zu verkürzen. Dies bedeutet jedoch einen erheblichen Aufwand.
Aus der DE-OS 26 33622, insbesondere Fig.3. ist
ein: Glühstifikcrze für Brennkraftmaschinen bekannt,
bei der der mit einem Keramiküberzug versehene
is GlOhdrahtwidersland auf einem Keramikträger aufgewickelt
ist Ein gleicher Stand der Technik ist in der DE-OS 26 40 314 beschrieben.
Mit derartigen Überzügen auf dem Heizdraht ist es jedoch nicht möglich, die Glüh- oder Aufheizzeit,
insbesondere bei tiefen Temperaturen, herabzusetzen. Dies auch dann nicht wenn man anstelle des in der
vorgenannten Offenlcgungsschrift (DE-OS 26 40 314)
angegebenen Heizlcilcrmatcrials dasjenige nach der DE-OS 26 25 318 verwenden würde.
Aus der DE-OS 15 76 662 bzw. der US-PS 15 36 075 sind Zünd- bzw. Heizv, -rrichtungen bekannt, bei denen
die Glühwendel auf dem stabförmigen Isolierkörper frei liegend angeordnet und das Schutzrohr mit öffnungen
versehen ist Bei der Heizvorrichtung nach der US-PS 40 35 613 kann der Hetzleiter aus Platin bestehen und in
Dickschichttechnik auf einem Keramikstab aufgebracht sein*
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Glühkerze zu schaffen, die auch beim Einsatz unter erschwerten
J5 klimatischen Bedingungen wie sie im Winter, z. B. in
nördlichen Breiten vorliegen, eine verringerte Vorglühzcit
aufweist
Gelöst wird diese Aufgabe bei einer Glühkerze nach' dem Oberbegriff des Anspruchs 1 du. ch die in dessen
Kennzeichen aufgeführten Merkmale.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Es zeigen
F i g. I: den Aufbau der erfindungsgcmäßcn Glühkerze,
Fig.2: die mit der erfindungsgcmäßcn Glühkcr/.e
erreichten Vorglühzeitcn im Vergleich zu bekannten Glühkerzen.
Wie der Fig. 1 zu entnehmen ist. besteht die erfindungsgemäßc Glühkerze aus einem Kcr/cngchäuse
I aus Metall mit Außengewinde 2 zum Einschrauben an Einsatzort z.B. im Verbrennungsraum. In dem
Gehäuse I ist ein Schutzrohr 3 befestigt, aus warmfestem Metall oder Metallegierung, z. B. durch
Einpressen. Innerhalb des Schutzrohres ist ein Tragkör-
ss per 5 für eine Glühwendel 6 angeordnet, der seinerseits
in einem Anschlußbolzen 7, ebenfalls bevorzugt durch Einpressen, befestigt ist. Der Anschlußbolzcn 7 für den
elektrischen Anschluß ist gegenüber dem Kerzcngchäu· se I elektrisch isoliert durch eine Isolierscheibe 8, die
μ gasdicht angepreßt wird von einer Rundmullcr 9, Die
Glühwendel 6 ist bei 10 an den Anschlußbolzcn 7 angelötet. Zwischen dem Anschlußbolzcn 7 und dem
Schutzrohr 3 bildet eine Glasschmelze ti die Verbindung zwischen Anschlußbolzcn und Schulzrohr. Gleichzeitig
hat die Glaseinschmclzvcrbindung den Zweck der elektrischen Isolation.
Wie der F i g. I zu entnehmen, ist das Schutzrohr 3, welches den mechanischen Schutz der freiliegenden
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Glühwendel gegen Beschädigung beim Ein- und Ausbau
der Glühkerze Obernimmt, einseitig offen und aberragt
den Tragkörper S Tür die Glühwendel. Das Schutzrohr weist in seinem Mantel öffnungen auf, die in Zahl und
Größe so bemessen sind, daß ein ausreichender Durchtritt für das Kraftstoff-Luft-Gemisch zur Glühwendel
hin erfolgen k&nn. um ein zündfähiges Gemisch zu bilden. Die Glühwendel wird direkt vom Strom
durchflossen, der z. B. mit einer Spannung zwischen 6
und 14 Volt, vom Anschlußbolzcn zugeführt und über Schutzrohr und Kerzengehäuse an Masse abgeleitet
wird. Die Glühwendel ist an ihrem der Lötstelle IO abgekehrten Ende an dem Schutzrohr 3 bei 12 befestigt,
z. B. durch Einprcssea
In dem in F i g. I dargestellten Ausführungsbeispiel ist
ein Glühdraht mit einem Durchmesser von 300 |im auf den Tragkörper 5 aufgewickelt, der aus Keramik,
Quarzglas oder hochkicselsäurchaltigem Glas oder Glaskeramik besteht. Der Glühdraht besteht aus einem
Metall der Platingruppe oder einer Legierung mit wenigstens einem dieser Metalle; bevorzugt werden
Piatin-Rhudium-Legierungen mit bis zu 40% Rhodium,
insbesondere eine Legierung von PIaUi mit 10% Rhodium. |cdoch sind auch andere Legierungen aus der
Gruppe der Platinmetalle, nämlich Ruthenium, Rhodium. Palladium, Osmium, Iridium, Platin enthaltende
Legierungen anwendbar. Dabei sind Iridium, Ruthenium und Osmium zur Erhöhung der Warmfestigkeit
geeignet, während Platin und Palladium vor allem wegen der chemischen Beständigkeit und guten
Vcrarbcitbarkeit eingesetzt werden. Nicht zuletzt spielt der Preis des jeweiligen Edelmetalls und daher auch sein
Anteil eine erhebliche Rolle.
Vor allem, wenn eine hohe chemische Beständigkeit und eine hohe Warmfestigkeit gefordert werden, sind
jedoch die bis auf etwa ItOO0C und darüber hinaus
beständigen Metalle, insbesondere die hochschmelzenden Metalle der Gruppe Niob. Tantal, Molybdän.
Wolfram allein oder als Legierung dieser Metalle wenig geeignet, obwohl sie preislich günstiger liegen als die
Edclmc' illc oder deren Legierungen.
GcmäU einem weiteren Ausführungsbeispiel wird daher eine Glühwendel vorgeschlagen aus hochschmelzendem
Metall oder Legierungen mit wenigstens einem dieser Metalle als Kern, der mit einem Mantel oder
Übcr/ug aus einem Metall der Platingruppe oder einer
Legierung aus wenigstens einem Metall der Platingruppe
bedeckt ist. Eine solche Ausführung ist in l-'ig. la
dargestellt. Der Kern 6' besteht bei diesem Beispiel aus einem hochschmclicndcn Metall, bevorzugt Molybdän,
und der Mantel oder Übcr/ug 6" besteht aus Platin oder
einer Legierung mit wenigstens einem Metall der Platingruppe. Der Überzug oder Mantel 6" weist dabei
eine Dicke von 5 bis etwa 50 μιη. bevorzugt 25 Jim, auf,
um die geforderten oben erwähnten Bedingungen erfüllen zu kennen. Für den Kern werden Molybdän
oder Wolfram bevorzugt gegenüber den anderen hochschmclzendcn Metallen wegen ihres spezifischen
elektrischen Widerstandes.
Anstelle einer drahtförmigcn Glühwendel kann
natürlich auch eine bandförmige Glühwendel aufgcwikkclt
werden. Eine solche bandförmige Wendel ist in Fig. Ib dargestellt. Der Kern 6' hat dabei einen
Querschnitt von etwa 0,03 mm' und der Mantel oder Überzug 6" die gleiche Dicke wie zu t" i g. I a ausgeführt.
Statt eines draht- oder bandförmigen Hei/Icitcrs für
die Wendel 6 Lann diese auch aus einer Schicht gebildet
werden, die auf den Tragkörper 5 schraubenlinienförmig aufgebracht ist Die Aufbringung der Schicht 6 der
Wendel mit einem Querschnitt von etwa 0,06 mm* kann
entweder direkt auf den stab- öder rohrförmigen
Tragkörper 5 erfolgen (Fig. Ii-) oder über eine
Zwischenschicht 13 (Fig. Id). Ob eine oder keine Zwischenschicht verwendet wird, richtet sich nach dein
benutzten Tragermaterial. Wird der Tragkörper 5 aus Keramik, oder Glaskeramik hergestellt, so kann z. B. ein
Metall der Platingruppe oder eine Legierung mit wenigstens einem dieser Metalle direkt auf den Träger
aufgebracht werden, z. B. durch Aufdampfen. Aufstäuben,
Aufdrucken, Fiammspriizen, auf galvanischem oder chemischem Wege (stromlos), wobei solche Verfahren
an sich in der Dickschicht-Technik bekannt sind. Natürlich kann auch eine Schichtkombinalion in der
Gestalt hergestellt werden, wie sie in F i g. Ib dargestellt
ist, wobei die innere Schicht aus einem hochschmclzendcn Metall oder einer Legierung mit wenigstens einem
dieser Metalle und der Überzug aus Platinmctall oder
einer Legierung dieser Metalle besieht Bei einem Quarzgiit- oder Quar/glasträgcr oder einem Träger aus
hochkicselsäurchalligcm Glas, wir' die Zwischenschicht
!3 als Sperrschicht empfohlen, w;nr>
ein Platinmetal! aufgebracht wird. Die dünne Schicht 6 kann auch
teilweise von einer Einbrcnnschicht 14 bedeckt sein (Fig. Ic). Die Schicht 6 ist dann gemeinsam mit der
Schicht 14 einbrennbar. Die Schicht 6 kann dann aufgedruckt sein oder als Suspension aufgcsirichcn und
"danach eingebrannt werden. Chemische Verbindungen, die in Suspension für das stromlose Aufbringen geeignet
sind, sind ebenso wie Sicbdiuckpaslen aus der
Dickschicht-Technik bekannt.
Wichtig ist. daß das sich an das Aufbringen der Schicht anschließende Einbrennen bei einer Temperatur
stattfindet, die kleiner ist als die Erweichungstemperatur des Einbcttwcrkstoffcs. Wenn die Schicht 6 vollständig
von der Einbettmasse umhüllt wird, ist auch ein direktes Aufbringen der Wendel auf einen metallischen Tragkörper
möglich. Das Material des Anschlußbolicns ist hierfür in der Regel nicht geeignet. Es könnte jedoch mit
einem keramischen oder glasigen Material, z. K. durch
Flammspritzen, überzogen werden.
Die Auswahl des Aufbringungsverfahrens für die Wendel richtet sich vor allem nach der jeweiligen
Vcrarbeitbarkcil des Platingruppenmetalls oder deren
Legierung b/w. der Kombination mit dem jeweiligen hochschmclzendcn Metall oder deren Legierung.
Die mit der Erfindung erreichten Vorteile sind besonders deutlich der Fig.2 zu entnehmen, die die
gemessenen Temperaturen an der Oberfläche von Glühkerzen /eigen, wobei auf der Abszisse die Zeit in
Sekunden, auf der Ordinate die Temperatur in "C in
Abhängigkeit von der angelegten Spannung aufgetragen ist. Die Kurven AE zeigen das Vorglühen mit
bekannten Glühkerze, während die Kurven F-J das
V' rglQhcn mit erfindungsgemäßen Glühkerzen darstellen,
wobei die angelegte Spannung von 6 V für die Kurve A in Springen von 2 V auf 14 V 'Q* die Kurve E
und analog für die Kurven F-/anstcig:.
Es ist ersichtlich, daß die Vorglühzeit mit Hilfe der Erfindung deutlich herabscizbar ist, so daß Dieselmotoren
ohne wal.nehmbarc Wartezeit ähnlich wie ein Benzinmotor gestartet werden können, selbst bei
Temperaturen unter minus 20°C. Im Gegensatz zu
bekannten Glühdrahtkerzen ist die freiliegende relativ dünne und entsprechend empfindliche Glühwendel bei
der Erfindung vor mechanischen Beschädigungen geschiizi durch ein Schutzrohr, das den Träger mi; der
aufgebrachten Wendel überragt.
Der Kraftstoff bzw. das Kraftstoff-Luft-Gemisch
kann direkt an die Glühwendel gelangen, ohne daO ein
besonderer Oxidations- oder Korrosionsschutz notwendig wäre, weil das Material der Wendel entsprechend
beständig ist. Die Glühkerze kann daher direkt in den
Einsprit/Mrahl des Motors ragen.
Die Bildung eines ausreichend zündfähigen Gemisches ist hierdurch wesentlich erleichtert. Andererseits
muD die Glühwendel nicht wie bei bekannten Glühstift·
kcrzen in einem Glührohr von eingestampftem Isolierpulver schwingungsfest und elektrisch isoliert
umgeben sein, was den Nachteil hat, daO die gesamte schlecht wärmeleitende Wärmemasse und das diese
umgebende Hüllrohr auf Glühtemperatur gebracht werden muß. wodurch sich eine entsprechend längere
Vorglühzeit ergibt als bei der Erfindung.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
40
45
50
55
60
65