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DE2714464C2 - Verfahren zur Herstellung von Bleiglas - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Bleiglas

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Publication number
DE2714464C2
DE2714464C2 DE19772714464 DE2714464A DE2714464C2 DE 2714464 C2 DE2714464 C2 DE 2714464C2 DE 19772714464 DE19772714464 DE 19772714464 DE 2714464 A DE2714464 A DE 2714464A DE 2714464 C2 DE2714464 C2 DE 2714464C2
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DE
Germany
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lead
weight
glass
production
concentrate
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE19772714464
Other languages
English (en)
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DE2714464B1 (de
Inventor
Norbert Dr. Wattens Bilek
Wolfgang Dr. Hall Porcham
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
D Swarovski KG
Original Assignee
D Swarovski KG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by D Swarovski KG filed Critical D Swarovski KG
Priority to DE19772714464 priority Critical patent/DE2714464C2/de
Priority to DD20452878A priority patent/DD135187A5/de
Publication of DE2714464B1 publication Critical patent/DE2714464B1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE2714464C2 publication Critical patent/DE2714464C2/de
Expired legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03CCHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
    • C03C1/00Ingredients generally applicable to manufacture of glasses, glazes, or vitreous enamels
    • C03C1/002Use of waste materials, e.g. slags
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03CCHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
    • C03C1/00Ingredients generally applicable to manufacture of glasses, glazes, or vitreous enamels
    • C03C1/02Pretreated ingredients
    • C03C1/028Ingredients allowing introduction of lead or other easily volatile or dusty compounds
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03CCHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
    • C03C3/00Glass compositions
    • C03C3/04Glass compositions containing silica
    • C03C3/062Glass compositions containing silica with less than 40% silica by weight
    • C03C3/07Glass compositions containing silica with less than 40% silica by weight containing lead
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • C03CCHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
    • C03C4/00Compositions for glass with special properties
    • C03C4/0028Compositions for glass with special properties for crystal glass, e.g. lead-free crystal glass

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  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Crystallography & Structural Chemistry (AREA)
  • Glass Compositions (AREA)

Description

SiO2 10 bis 15 Gew.-%
Alkalioxide 4 bis 6 Gew.-%
Fluorid 1,8 bis 2 Gew.-%
Sulfat Spuren
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Bleiglas, das wesentliche Mengen an Bleioxid enthält, insbesondere Bleikristall und Hochbleikristall.
Bei der Herstellung von Bleiglas war es bisher anerkannte Praxis, möglichst reine Bleiverbindungen, z. B. Glasmennige, einzusetzen.
Aus der DE-PS 2529 545 ist ein Verfahren zum Aufarbeiten des beim Säurepolieren von Bleiglas anfallenden Schlammes zu basischem Bleicarbonat bekanntgeworden. Das solchermaßen hergestellte Produkt, das sich durch eine hohe Reinheit, insbesondere einen Fluoridgehalt von unter 0,15 Gew.- % auszeichnet, eignet sich für die Herstellung von Bleiglas.
Die Verwendung reiner Bleiverbindungen zur Herstellung von Bleiglas ist insoweit nachteilig, als reine Bleiverbindungen teuer sind und die zu ihrer Herstellung erforderlichen Verfahren, beispielsweise das aus der DE-PS 2529545 bekanntgewordene Verfahren, verhältnismäßig aufwendig sind.
Der Erfindung Hegt daher die Aufgabe zugrundef ein Verfahren zur Herstellung von Bleiglas aufzuzeU gen, bei dem kostengünstige, als Abfallprodukte anfallende, aufwendig zu deponierende Ausgangsprodukte für den Bleioxidanteil mit eingesetzt werden können.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst, indem bei der Herstellung von Bleiglas ein Glasgemenge eingesetzt wird, bei dem bis zu 50 Gew.-% des Bleioxidanteils aus einem Bleicarbonatkonzentrat mit folgenden Analysenwerten stammen:
PbO 45 bis 75 Gew.-%
in SiO2 5 bis 30 Gew.-%
Alkalioxide 2 bis 10 Gew.-%
Fluorid 0,2 bis 3 Gew.-%
Sulfat 0 bis 1 Gew.-%
Vorzugsweise wird ein Bleicarbonatkonzentrat
π verwendet, das einen PbO-Gehalt von 60 bis 75 Gew.-%, insbesondere 65 bis 70 Gew.-%; einen SiO,-Gehaltvon 10 bis 15 Gew.-%; einen Alkalioxidgehalt von 4 bis 6 Gew.-%; einen Fluoridgehalt von 0,5 bis 2,5 Gew.-%, insbesondere einen Gehalt unter 2 Gew.-%, wie beispielsweise 1,8 bis 2 Gew.-% und einen Sulfatgehalt von 0 bis 0,6 Gew.-%, insbesondere nur Spuren, aufweist. Das Bleicarbonatkonzentrat enthält neben den vorstehend aufgeführten Bestandteilen noch Wasser und Carbonationen. Die Dichte des Konzentrats liegt im Bereich von etwa 4,8 bis 5,1 g/cm'.
Es wird bevorzugt, ein Glasgemenge einzusetzen, bei dem bis zu 30 Gew.-% des Bleioxidanteils aus dem vorstehend angegebenen Bleicarbonatkonzen-
jo trat stammen.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß der Ersatz von üblicherweise verwendeten fluorfreien Rohstoffen für die Bleiglasherstellung durch die vorstehend spezifizierten Bleicarbonatkonzentrate die Her-
j5 Stellung hochwertiger Bleikristallgläser ermöglicht. Dies wäre insbesondere aufgrund des hohen Fluorgehalts der Bleicarbonatkonzentrate nicht zu erwarten gewesen. Diesbezüglich wird auch auf die Beispiele verwiesen.
Es hat sich gezeigt, daß bei Verwendung von Bleicarbonatkonzentrat anstelle von Mennige keine Verlängerung der notwendigen Schmelzzeit eintritt und keine erhöhte Schaumbildung erfolgt. Ferner hat sich überraschenderweise gezeigt, daß die Tiegelstandzeiten nicht verkürzt werden. Dies wäre aufgrund der relativ hohen Fluorid- und Sulfatgehalte zu befürchten gewesen.
Die nachfolgenden Beispiele zeigen auch, daß ein durch das Fluorid zu befürchtendes Abgasproblem
-,o durch Bildung von Siliziumtetrafluorid beim Schmelzen nicht auftritt. Es wurde vielmehr festgestellt, daß das Fluor bei dem erfindungsgemäßen Verfahren praktisch vollständig im Glas verbleibt.
Überraschenderweise hat sich ferner ergeben, daß bei der erfindungsgemäßen Herstellung von Bleiglas keine Trübung des Bleikristallglases durch das im Glas verbleibende Fluor eintritt. Auch ein nachfolgender Wärmeprozeß (Anlassen) führt /u keiner Trübung des Bleikristallglases.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich je^ doch insbesondere dadurch aus, daß das eingesetzte Bleicarbonatkonzentrat sehr kostengünstig und in einfacher Verfahrensführung aus einem Abfallprodukt der Glaserzeugung, nämlich dem beim Säure-
polieren Von Bleiglas anfallenden Schlamm, gewonnen werden kann.
Der beim Säurepolieren anfallende Ätzschlämm stellt aufgrund des hohen Säuregehaltes und des Blel·
gehaltes ein Umweltproblem dar. Durch Einsatz eines Bleicarbonatkonzentrats, das aus eben diesem Ätzschlamm gewonnen wird, werden daher auch die Umweltschutzprobieme bezüglich des Ätzbdilammes auf ideale Weise gelöst. Für die Glashütte wird insgesamt durch das erfindungsgemäße Verfahren ein Recyclingprozeß ermöglicht, bei dem das beim Säurepolieren des Bleiglases anfallende Abfallprodukt durch ein einfaches Verfahren zu einem Bleicarbonatkonzentrat aufgearbeitet wird, das in vorteilhafter Weise zur Bleiglasherstellung eingesetzt werden kann.
Bei der Herstellung des Bleicarbonatkonzentrats, auf die nachstehend näher eingegangen wird, ist im Gegensatz zu dem aus der DE-PS 2529545 bekannten Verfahren kein Einsatz von Salpetersäure erforderlich. Aus diesem Grund ist das Verfahren technologisch bedeutend weniger aufwendig, eine Belastung des Abwassers durch Nitrate wird vermieden, und Chemikalien warden eingespart. Es fallen keinerlei Abfallstoffe an, die deponiert werden müßten.
Das gemäß der Erfindung eingesetzte Bleicarbonatkonzentrat kann aus dem Säurepolieren von Bleiglas anfallenden Schlamm gewonnen werden.
Gegenstände aus Bleiglas werden zur Oberflächenveredelung nach bekannten Verfahren mit einer Mischung aus Flußsäure und Schwefelsäure gebeizt. Dabei reichert sich die Beizsäure zunehmend mit Schlamm an.
Dieser Schlamm muß laufend aus der Beizsäure abgeschieden werden. Es sind zahlreiche Verfahren und Vorrichtungen zum Abscheiden des Schlammes von der Beizsäure bekannt.
Die Zusammensetzung des beim Säurepolieren anfallenden Schlammes hängt von des Zusammensetzung des säurepolierten Bleiglases ab. Die Hauptbestandteile sind Bleisulfat und Alkalihexafluorosilikat. Daneben kann der Schlamm noch Bariumhexafluorosilikat, Barium- und Calciumsulfat sowie im Falle starker borsäurehaltiger Bleigläser auch kleine Mengen an Kaliumtetrafluoroborat enthalten. Die Zusammensetzung des Beizschlammes kann beispielsweise innerhalb der nachstehend angegebenen Bereiche liegen: Schlammzusammensetzung (Gew.-%)
FbSO4 15 bis 70 ein Schlamm folgender -%
K2SiF6 20 bis 50 -%
Na2SiF6 10 bis 25 46,2 Gew. -%
BaSiF6 + BaSO4 O bis K) 34,8 Gew.
CaSO4 O bis 3 18,6 Gew.
KBF4 O bis 3
Üblicherweise enthalten Beizschlämme 40 bis 50
Gew.-% PbSO4, 30 bis 38 Gew.-% K2SiF6 und 16
bis 20 Gew.-% Na2SiF6.
Ein typisches Beispiel eines Schlammes aus einer
Hochbleikristallbeizerei ist
Zusammensetzung:
PbSO4
K2SiF6
Na2SiF6
Vorzugsweise wird der von der Beizsäure abgetrennte Schlamm vor der Umsetzung mit Wasser, vorzugsweise be! einem pH-Wert von unter 3, gewaschen und filtriert, Dadurch werden Metallsalze herausgewaschen und die im Schlämm enthaltene Satire entfernt, wodurch der Alkalicarbönatverbrauch bei der nachfolgenden Umsetzung Verringert wird.
Der gegebenenfalls gewaschene Ätzschlamm wird danach mit einer wäßrigen Alkalicarbonatlösung umgesetzt und filtriert. Bei dieser Umsetzung wird das Bleisulfat in Bleicarbonat überführt und das Hexafluorosilikat hydrolisiert. Vorzugsweise wird Alkalicarbonatlösung bis zu einem pH-Wert von oberhalb S zugesetzt.
Der abfiltrierte Rückstand wird vorzugsweise wiederum mit Wasser gewaschen, um adsorbierte FIuoridionen zu entfernen.
Dieses solchermaßen erhaltene Produkt kanti direkt zur Bleiglasproduktion eingesetzt werden. Gegebenenfalls kann der Rückstand jedoch vorher, beispielsweise bei Temperaturen zwischen 120 und 150° C getrocknet werden.
Nachstehend wird die Herstellung des Bleicarbonafkonzentrats noch näher erläutert.
Üblicherweise wird der Polierschlamm mit einer geeigneten Abtrennvorrichtung, z.B. einer Filteipresse, von der Beizsäure abgeschieden. Die Beizsäure besteht üblicherweise aus einer Mischung von Schwefelsäure, Flußsäure und Wasser. Zur Abtren-
2i) nung des Schlammes von der Beizsäure können bekannte Verfahren und Vorrichtungen angewandt werden. Vorzugsweise bestehen die mit der Beizsäure und dem Schlamm in Berührung kommenden Teile der Vorrichtung, z.B. der Filterpresse, aus einem korrosionsbeständigen Material, beispielsweise Kunststoff, wie Polypropylen. Die vom Schlamm befreite Beizsäure wird wieder der Säurepolierung zugeführt. Wie bereits ausgeführt wurde, ist es vorteilhaft, den abgetrennten Schlamm vor der Umsetzung zu wasehen und erneut zu filtrieren.
Der Schlamm wird danach mit Alkalicarbonat und Wasser in einer geeigneten Vorrichtung gründlich durchmischt. Als Alkalicarbonat wird vorzugsweise Natriumcarbonat verwendet, da dieses am billigsten
J5 ist. Eine geeignete Vorrichtung stellt beispielsweise ein korrosionsbeständiger Rührkessel dar. Da das Produkt zur Glasherstellung verwendet wird, ist ein besonders niedriger Eisengehalt wünschenswert. Als Material für den Rührkessel oder zu dessen Auskleidung werden daher korrosionsbeständige, eisenfreie Werkstoffe, z.B. Kunststoffe, wie Polypropylen, bevorzugt.
Das Mischungsverhältnis von Schlamm zu Wasser beträgt etwa 1:25 bis 1 :2,5 und vorzugsweise etwa
4) 1:5 Gewichtsteile. Die zugesetzte Menge Natriumcarbonat wird so gewählt, daß sich nach Abschluß der Reaktion ein pH-Wert zwischen 7,5 und 12,0, vorzugsweise zwischen 8,«) und 9,0, einstellt. Die Reaktionstemperatur ist nicht kritisch und kann zwischen Raumtemperatur und Siedetemperatur liegen. Erhöhte Temperaturen beschleunigen jedoch die Reaktion. Die Umsetzung ist je nach Temperatur und Intensität der Durchmischung nach einer halben bis drei Stunden abgeschlossen.
Anschließend wird die feste Phase von der flüssigen Phase in einer geeigneten Vorrichtung, /.. B. einer Filterpresse wie sie vorstehend beschrieben wurde, abgetrennt. Der Rückstand wird danach vorzugsweise zur Verringerung des Fluoridgehalts mit Wasser ge-
6ö waschen und filtriert. Der gewaschene Riiekstand kann schließlich getrocknet werden.
Die Zusammensetzung des solchermaßen hergestellten Bleicarbonatkonzentrats bleibt innerhalb enger Grenzen konstant, so daß dieses dem Glasge-
menge über eine automatische Dosieranlage zugeführt werden kann.
Der Einsatz eines Glasgemenges zur Herstellung von Bleiglas, bei dem mehr als 50 Gow.-% des Blei-
Qjcidanteils pus dem Bleicarbonatkonzentrat stammen, ist aus zwei Gründen nicht vorteilhaft. Zum einen können bei höheren Gehalten Probleme bezüglich der Glastrübung und der Abgasbelästigung auftreten. Zum anderen ist die bei der Säurepolierung anfallende Menge an Beizschlamm und damit an Bleicarbonatkonzentrat geringer als die Menge an zur Bleiglasherstellung erforderlichen Bleiverbindungen, so daß sich aus dem AbWf des Gesamtprozesses schon der Einsatz des Bleicarbonatkonzentrals in kleineren Mengen als 50 Gew.-%, üblicherweise unter 30 Gew.-%, ergibt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Beispielen näher erläutert.
Beispiel 1
1500 kg abgepreßter Ätzschlamm aus einer Hochbleikristallbeizerei mit einem Gehalt von 46,2 Gew.-% PbSO4, 34,8 Ge\v.-% K2SiF6 und 18,6 Gew.-% Na1SiF6 wurden in einem mit Polypropylen ausgekleideten Rührkesse! in 7000 ! Wasser von 20 bis 40° C bei einem pH-Wert von 2 auf geschlämmt, -eine Stunde gerührt und abfiltriert. Dem Rückstand wurden 1050 kg Natriumcarbonat und soviel Wasser von 50° C zugesetzt, daß beim Verrühren ca. 7000 I Suspension entstanden. Nach dreistündigem Rühren hatte sich eine Temperatur von 35° C und ein pH-Wert von 9,5 eingestellt. Der Rückstand wurde abfiltriert, mit Wasser von 20 bis 40° C gewaschen und bei 140° C getrocknet. Es wurden 610 kg Bleicarbonatkonzentrat folgender Spezifikation erhalten:
PbO 68,0 Gew.-%
Na,O 4,7 Gevv.-%
K2O 0,5 Gew.-%
SiO, 13,0 Gew.-%
F 2,1 Gew.-%
so4 : Spuren
Farbe weiß
Dichte 4,84 g/cm'.
Mit diesem Bleicarbonatkonzentrat wurden die in Tabelle I aufgeführten Gläser erschmolzen, wobei jeweils 25 Gew.-Vi des PbO-Anteils im Gemenge durch das Bleicarbonatkonzentrat in das Gemenge eingeführt wurde.
Tabelle I
Glas 1 Glas 2 Glas 3
AI2O,
Na2O
Gew. -r/r
Gew.-f#
Gew. -7r
Gew.-%
61,2
25,0
4,1
58,0
0,2
1,9
25,3
2,6
55,3
1,7
3(1,0
3,8
K1O
As2O3
Gew.-%
Ge w. -<%
9,7
0,2
12,4
0,2
9,2
0,2
Summe Gew.-% 100,2 100,6 100,2
Dichte g/cm3 2,94 2,97 3,075
Das Schmelzen wurde parallel mit Vergleichsschmelzen ohne Verwendung von Bleicarbonatkonzentrat durchgeführt. Bei den Vergleichsschmelzen
in wurde der PbO-Anteil, wie allgemein üblich, durch Mennige in das Gemenge eingeführt.
Es zeigte sich, daß durch die Verwendung des Bleicarbonatkonzentrats anstelle von Mennige keine Beeinflussung der Schmelztemperatur, keine Verlänge-
n rung der notwendigen Schmelzzeit und keine erhöhte Schaumbildung erfolgten. Die solchermaßen hergestellten Gläser waren von ausgezeichneter Qualität und wiesen keine Trübung auf.
,„ Beispiel 2
Es wurden Gläser erschmolzen, die der Zusammensetzung des Glases 3 des Beispiels 1 entsprachen, wobei von dem PbO-Anteil 25 bzw. 35 Gew.- % durch Bleicarbonatkonzentrat in das Gemenge eingebracht
2i wurde. Das eingesetzte Bleicarbonatkonzentrat wurde gemäß der in Beispiel 1 beschriebenen Arbeitsweise hergestellt und bestand aus 69,9 Gew.-% PbO, 13,0 Gew.-% SiO2, 4,7 Gew.-% Na2O, 0,5 Gew.-'Jf K2O und 2,25 Gew.--# F und wies eine
Dichte von 5,0 g/cm' auf.
Wie aus der nachstehenden Tabelle II ersichtlich ist, tritt auch beim Einsatz von 35% Bleicarbonatkonzentrat beim Schmelzprozeß praktisch kein Fluorverlust auf, so daß ein Entweichen von Siliziumtetra-
r> fluorid nicht zu besorgen ist.
Tabelle II
Glas 4 Gias5
Ί« Mennigeanteil (Gew.-%)
rieicarbonatkonzentrat-
anteil (Gew.-%)
Dichte (g/cm1)
Fluor im Gemenge (Gew.-%)
4> Fluor im Glas (Gew.-%)
75
65
25 35
3,05 3,03
0,24 0,34
0,22 0,32
Anlaß versuche bei Temperaturen bis zu 650° C und Zeiten bis 72 h zeigten, daß bei den Gläsern des Beispiels 2 auch bei diesen extremen Bedingungen jo keine Trübung eintritt. Beiden praktisch auftretenden Einsatzmengen von maximal 20 Gew.-% Bleicarbonatkonzentrat ist deshalb eine Beeinträchtigung der Glasqualität durch Trübungseffekte absolut auszuschließen.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Bleiglas unter Einsatz von Bleicarbonat, dadurch gekennzeichnet» daß ein Glasgemenge eingesetzt wird, bei dem bis zu 50 Gew.-% des Bleioxidanteils aus einem Bleicarbonatkonzentrat mit folgenden Analysenwerten stammen:
PbO 45 bis 75 Gew.-%
SiO2 5 bis 30 Gew.-%
Alkälioxide 2 bis 10 Gew.-%
Fluorid 0,2 bis 3 Gew.-%
Sulfat 0 bis 1 Gew.-%
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Glasgemenge eingesetzt wird, bei dem bis zu 30 Gew.-% des Bleioxidanteüs aus einem Bleicarbonatkonzentrat mit folgenden Analysenwerten stammen:
PbO 45 bis 75 Gev/.-%
SiO, 5 bis 30 Gew.-%
Alkälioxide 2 bis 10 Gew.-%
Fluorid 0,2 bis 3 Gew.-%
Sulfat 0 bis 1 Gew.-%
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bleicarbonatkonzentrat mit folgenden Analysenwerten eingesetzt wird: PbO 60 bis 75 Gew.-% SiO2 10 bis 15 Gew.-% Alkalioxide 4 bis 6 Gew.-% Fluorid 0,5 bis 2,5 Gew.-% Sulfat 0 bis 0,6 Gew.-%
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bleicarbonatkonzentrat mit folgenden Analysenwerten eingesetzt wird: PbO 65 bis 70 Gew.-%
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