DE2714464C2 - Verfahren zur Herstellung von Bleiglas - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von BleiglasInfo
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Description
SiO2 | 10 bis | 15 | Gew.-% |
Alkalioxide | 4 bis | 6 | Gew.-% |
Fluorid | 1,8 bis | 2 | Gew.-% |
Sulfat | Spuren |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Bleiglas, das wesentliche Mengen an Bleioxid
enthält, insbesondere Bleikristall und Hochbleikristall.
Bei der Herstellung von Bleiglas war es bisher anerkannte Praxis, möglichst reine Bleiverbindungen, z. B.
Glasmennige, einzusetzen.
Aus der DE-PS 2529 545 ist ein Verfahren zum Aufarbeiten des beim Säurepolieren von Bleiglas anfallenden
Schlammes zu basischem Bleicarbonat bekanntgeworden. Das solchermaßen hergestellte Produkt,
das sich durch eine hohe Reinheit, insbesondere einen Fluoridgehalt von unter 0,15 Gew.- % auszeichnet,
eignet sich für die Herstellung von Bleiglas.
Die Verwendung reiner Bleiverbindungen zur Herstellung von Bleiglas ist insoweit nachteilig, als reine
Bleiverbindungen teuer sind und die zu ihrer Herstellung erforderlichen Verfahren, beispielsweise das aus
der DE-PS 2529545 bekanntgewordene Verfahren, verhältnismäßig aufwendig sind.
Der Erfindung Hegt daher die Aufgabe zugrundef
ein Verfahren zur Herstellung von Bleiglas aufzuzeU gen, bei dem kostengünstige, als Abfallprodukte anfallende,
aufwendig zu deponierende Ausgangsprodukte für den Bleioxidanteil mit eingesetzt werden
können.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst, indem bei der Herstellung von Bleiglas ein Glasgemenge
eingesetzt wird, bei dem bis zu 50 Gew.-% des Bleioxidanteils aus einem Bleicarbonatkonzentrat
mit folgenden Analysenwerten stammen:
PbO 45 bis 75 Gew.-%
PbO 45 bis 75 Gew.-%
in SiO2 5 bis 30 Gew.-%
Alkalioxide 2 bis 10 Gew.-%
Fluorid 0,2 bis 3 Gew.-%
Sulfat 0 bis 1 Gew.-%
Vorzugsweise wird ein Bleicarbonatkonzentrat
π verwendet, das einen PbO-Gehalt von 60 bis 75
Gew.-%, insbesondere 65 bis 70 Gew.-%; einen SiO,-Gehaltvon 10 bis 15 Gew.-%; einen Alkalioxidgehalt
von 4 bis 6 Gew.-%; einen Fluoridgehalt von 0,5 bis 2,5 Gew.-%, insbesondere einen Gehalt unter
2 Gew.-%, wie beispielsweise 1,8 bis 2 Gew.-% und
einen Sulfatgehalt von 0 bis 0,6 Gew.-%, insbesondere nur Spuren, aufweist. Das Bleicarbonatkonzentrat
enthält neben den vorstehend aufgeführten Bestandteilen noch Wasser und Carbonationen. Die
Dichte des Konzentrats liegt im Bereich von etwa 4,8 bis 5,1 g/cm'.
Es wird bevorzugt, ein Glasgemenge einzusetzen, bei dem bis zu 30 Gew.-% des Bleioxidanteils aus
dem vorstehend angegebenen Bleicarbonatkonzen-
jo trat stammen.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß der Ersatz von üblicherweise verwendeten fluorfreien Rohstoffen
für die Bleiglasherstellung durch die vorstehend spezifizierten Bleicarbonatkonzentrate die Her-
j5 Stellung hochwertiger Bleikristallgläser ermöglicht.
Dies wäre insbesondere aufgrund des hohen Fluorgehalts der Bleicarbonatkonzentrate nicht zu erwarten
gewesen. Diesbezüglich wird auch auf die Beispiele verwiesen.
Es hat sich gezeigt, daß bei Verwendung von Bleicarbonatkonzentrat
anstelle von Mennige keine Verlängerung der notwendigen Schmelzzeit eintritt und
keine erhöhte Schaumbildung erfolgt. Ferner hat sich überraschenderweise gezeigt, daß die Tiegelstandzeiten
nicht verkürzt werden. Dies wäre aufgrund der relativ hohen Fluorid- und Sulfatgehalte zu befürchten
gewesen.
Die nachfolgenden Beispiele zeigen auch, daß ein durch das Fluorid zu befürchtendes Abgasproblem
-,o durch Bildung von Siliziumtetrafluorid beim Schmelzen
nicht auftritt. Es wurde vielmehr festgestellt, daß das Fluor bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
praktisch vollständig im Glas verbleibt.
Überraschenderweise hat sich ferner ergeben, daß bei der erfindungsgemäßen Herstellung von Bleiglas
keine Trübung des Bleikristallglases durch das im Glas verbleibende Fluor eintritt. Auch ein nachfolgender
Wärmeprozeß (Anlassen) führt /u keiner Trübung des Bleikristallglases.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich je^
doch insbesondere dadurch aus, daß das eingesetzte Bleicarbonatkonzentrat sehr kostengünstig und in
einfacher Verfahrensführung aus einem Abfallprodukt der Glaserzeugung, nämlich dem beim Säure-
polieren Von Bleiglas anfallenden Schlamm, gewonnen werden kann.
Der beim Säurepolieren anfallende Ätzschlämm stellt aufgrund des hohen Säuregehaltes und des Blel·
gehaltes ein Umweltproblem dar. Durch Einsatz eines Bleicarbonatkonzentrats, das aus eben diesem Ätzschlamm
gewonnen wird, werden daher auch die Umweltschutzprobieme bezüglich des Ätzbdilammes auf
ideale Weise gelöst. Für die Glashütte wird insgesamt durch das erfindungsgemäße Verfahren ein Recyclingprozeß
ermöglicht, bei dem das beim Säurepolieren des Bleiglases anfallende Abfallprodukt durch
ein einfaches Verfahren zu einem Bleicarbonatkonzentrat aufgearbeitet wird, das in vorteilhafter Weise
zur Bleiglasherstellung eingesetzt werden kann.
Bei der Herstellung des Bleicarbonatkonzentrats, auf die nachstehend näher eingegangen wird, ist im
Gegensatz zu dem aus der DE-PS 2529545 bekannten Verfahren kein Einsatz von Salpetersäure erforderlich.
Aus diesem Grund ist das Verfahren technologisch bedeutend weniger aufwendig, eine Belastung
des Abwassers durch Nitrate wird vermieden, und Chemikalien warden eingespart. Es fallen keinerlei
Abfallstoffe an, die deponiert werden müßten.
Das gemäß der Erfindung eingesetzte Bleicarbonatkonzentrat
kann aus dem Säurepolieren von Bleiglas anfallenden Schlamm gewonnen werden.
Gegenstände aus Bleiglas werden zur Oberflächenveredelung nach bekannten Verfahren mit einer Mischung
aus Flußsäure und Schwefelsäure gebeizt. Dabei reichert sich die Beizsäure zunehmend mit
Schlamm an.
Dieser Schlamm muß laufend aus der Beizsäure abgeschieden werden. Es sind zahlreiche Verfahren und
Vorrichtungen zum Abscheiden des Schlammes von der Beizsäure bekannt.
Die Zusammensetzung des beim Säurepolieren anfallenden
Schlammes hängt von des Zusammensetzung des säurepolierten Bleiglases ab. Die Hauptbestandteile
sind Bleisulfat und Alkalihexafluorosilikat. Daneben kann der Schlamm noch Bariumhexafluorosilikat,
Barium- und Calciumsulfat sowie im Falle starker borsäurehaltiger Bleigläser auch kleine Mengen
an Kaliumtetrafluoroborat enthalten. Die Zusammensetzung des Beizschlammes kann beispielsweise
innerhalb der nachstehend angegebenen Bereiche liegen: Schlammzusammensetzung (Gew.-%)
FbSO4 | 15 bis | 70 | ein Schlamm folgender | -% |
K2SiF6 | 20 bis | 50 | -% | |
Na2SiF6 | 10 bis | 25 | 46,2 Gew. | -% |
BaSiF6 + BaSO4 | O bis | K) | 34,8 Gew. | |
CaSO4 | O bis | 3 | 18,6 Gew. | |
KBF4 | O bis | 3 | ||
Üblicherweise enthalten | Beizschlämme 40 bis | 50 | ||
Gew.-% PbSO4, 30 bis 38 | Gew.-% K2SiF6 und | 16 | ||
bis 20 Gew.-% Na2SiF6. | ||||
Ein typisches Beispiel eines Schlammes aus einer | ||||
Hochbleikristallbeizerei ist | ||||
Zusammensetzung: | ||||
PbSO4 | ||||
K2SiF6 | ||||
Na2SiF6 |
Vorzugsweise wird der von der Beizsäure abgetrennte Schlamm vor der Umsetzung mit Wasser, vorzugsweise
be! einem pH-Wert von unter 3, gewaschen und filtriert, Dadurch werden Metallsalze herausgewaschen
und die im Schlämm enthaltene Satire entfernt,
wodurch der Alkalicarbönatverbrauch bei der nachfolgenden Umsetzung Verringert wird.
Der gegebenenfalls gewaschene Ätzschlamm wird danach mit einer wäßrigen Alkalicarbonatlösung umgesetzt
und filtriert. Bei dieser Umsetzung wird das Bleisulfat in Bleicarbonat überführt und das Hexafluorosilikat
hydrolisiert. Vorzugsweise wird Alkalicarbonatlösung bis zu einem pH-Wert von oberhalb
S zugesetzt.
Der abfiltrierte Rückstand wird vorzugsweise wiederum mit Wasser gewaschen, um adsorbierte FIuoridionen
zu entfernen.
Dieses solchermaßen erhaltene Produkt kanti direkt
zur Bleiglasproduktion eingesetzt werden. Gegebenenfalls kann der Rückstand jedoch vorher, beispielsweise
bei Temperaturen zwischen 120 und 150° C getrocknet werden.
Nachstehend wird die Herstellung des Bleicarbonafkonzentrats
noch näher erläutert.
Üblicherweise wird der Polierschlamm mit einer geeigneten Abtrennvorrichtung, z.B. einer Filteipresse,
von der Beizsäure abgeschieden. Die Beizsäure besteht üblicherweise aus einer Mischung von
Schwefelsäure, Flußsäure und Wasser. Zur Abtren-
2i) nung des Schlammes von der Beizsäure können bekannte
Verfahren und Vorrichtungen angewandt werden. Vorzugsweise bestehen die mit der Beizsäure
und dem Schlamm in Berührung kommenden Teile der Vorrichtung, z.B. der Filterpresse, aus einem korrosionsbeständigen
Material, beispielsweise Kunststoff, wie Polypropylen. Die vom Schlamm befreite
Beizsäure wird wieder der Säurepolierung zugeführt. Wie bereits ausgeführt wurde, ist es vorteilhaft, den
abgetrennten Schlamm vor der Umsetzung zu wasehen und erneut zu filtrieren.
Der Schlamm wird danach mit Alkalicarbonat und Wasser in einer geeigneten Vorrichtung gründlich
durchmischt. Als Alkalicarbonat wird vorzugsweise Natriumcarbonat verwendet, da dieses am billigsten
J5 ist. Eine geeignete Vorrichtung stellt beispielsweise ein korrosionsbeständiger Rührkessel dar. Da das
Produkt zur Glasherstellung verwendet wird, ist ein besonders niedriger Eisengehalt wünschenswert. Als
Material für den Rührkessel oder zu dessen Auskleidung werden daher korrosionsbeständige, eisenfreie
Werkstoffe, z.B. Kunststoffe, wie Polypropylen, bevorzugt.
Das Mischungsverhältnis von Schlamm zu Wasser beträgt etwa 1:25 bis 1 :2,5 und vorzugsweise etwa
4) 1:5 Gewichtsteile. Die zugesetzte Menge Natriumcarbonat
wird so gewählt, daß sich nach Abschluß der Reaktion ein pH-Wert zwischen 7,5 und 12,0, vorzugsweise
zwischen 8,«) und 9,0, einstellt. Die Reaktionstemperatur ist nicht kritisch und kann zwischen
Raumtemperatur und Siedetemperatur liegen. Erhöhte Temperaturen beschleunigen jedoch die Reaktion.
Die Umsetzung ist je nach Temperatur und Intensität der Durchmischung nach einer halben bis drei
Stunden abgeschlossen.
Anschließend wird die feste Phase von der flüssigen Phase in einer geeigneten Vorrichtung, /.. B. einer Filterpresse
wie sie vorstehend beschrieben wurde, abgetrennt. Der Rückstand wird danach vorzugsweise
zur Verringerung des Fluoridgehalts mit Wasser ge-
6ö waschen und filtriert. Der gewaschene Riiekstand
kann schließlich getrocknet werden.
Die Zusammensetzung des solchermaßen hergestellten Bleicarbonatkonzentrats bleibt innerhalb enger
Grenzen konstant, so daß dieses dem Glasge-
menge über eine automatische Dosieranlage zugeführt werden kann.
Der Einsatz eines Glasgemenges zur Herstellung von Bleiglas, bei dem mehr als 50 Gow.-% des Blei-
Qjcidanteils pus dem Bleicarbonatkonzentrat stammen,
ist aus zwei Gründen nicht vorteilhaft. Zum einen können bei höheren Gehalten Probleme bezüglich
der Glastrübung und der Abgasbelästigung auftreten. Zum anderen ist die bei der Säurepolierung anfallende
Menge an Beizschlamm und damit an Bleicarbonatkonzentrat geringer als die Menge an zur Bleiglasherstellung
erforderlichen Bleiverbindungen, so daß sich aus dem AbWf des Gesamtprozesses schon der Einsatz
des Bleicarbonatkonzentrals in kleineren Mengen als 50 Gew.-%, üblicherweise unter 30 Gew.-%, ergibt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Beispielen näher erläutert.
1500 kg abgepreßter Ätzschlamm aus einer Hochbleikristallbeizerei
mit einem Gehalt von 46,2 Gew.-% PbSO4, 34,8 Ge\v.-% K2SiF6 und 18,6 Gew.-%
Na1SiF6 wurden in einem mit Polypropylen ausgekleideten
Rührkesse! in 7000 ! Wasser von 20 bis 40° C bei einem pH-Wert von 2 auf geschlämmt, -eine Stunde
gerührt und abfiltriert. Dem Rückstand wurden 1050 kg Natriumcarbonat und soviel Wasser von 50° C zugesetzt,
daß beim Verrühren ca. 7000 I Suspension entstanden. Nach dreistündigem Rühren hatte sich
eine Temperatur von 35° C und ein pH-Wert von 9,5 eingestellt. Der Rückstand wurde abfiltriert, mit Wasser
von 20 bis 40° C gewaschen und bei 140° C getrocknet.
Es wurden 610 kg Bleicarbonatkonzentrat folgender Spezifikation erhalten:
PbO | 68,0 Gew.-% |
Na,O | 4,7 Gevv.-% |
K2O | 0,5 Gew.-% |
SiO, | 13,0 Gew.-% |
F | 2,1 Gew.-% |
so4 : | Spuren |
Farbe | weiß |
Dichte | 4,84 g/cm'. |
Mit diesem Bleicarbonatkonzentrat wurden die in Tabelle I aufgeführten Gläser erschmolzen, wobei jeweils
25 Gew.-Vi des PbO-Anteils im Gemenge durch
das Bleicarbonatkonzentrat in das Gemenge eingeführt wurde.
Tabelle I
Glas 1 Glas 2 Glas 3
Glas 1 Glas 2 Glas 3
AI2O,
Na2O
Gew. -r/r
Gew.-f#
Gew.-f#
Gew. -7r
Gew.-%
Gew.-%
61,2
25,0
4,1
4,1
58,0
0,2
1,9
0,2
1,9
25,3
2,6
2,6
55,3
1,7
1,7
3(1,0
3,8
3,8
K1O As2O3 |
Gew.-% Ge w. -<% |
9,7 0,2 |
12,4 0,2 |
9,2 0,2 |
Summe | Gew.-% | 100,2 | 100,6 | 100,2 |
Dichte | g/cm3 | 2,94 | 2,97 | 3,075 |
Das Schmelzen wurde parallel mit Vergleichsschmelzen ohne Verwendung von Bleicarbonatkonzentrat
durchgeführt. Bei den Vergleichsschmelzen
in wurde der PbO-Anteil, wie allgemein üblich, durch
Mennige in das Gemenge eingeführt.
Es zeigte sich, daß durch die Verwendung des Bleicarbonatkonzentrats
anstelle von Mennige keine Beeinflussung der Schmelztemperatur, keine Verlänge-
n rung der notwendigen Schmelzzeit und keine erhöhte
Schaumbildung erfolgten. Die solchermaßen hergestellten Gläser waren von ausgezeichneter Qualität
und wiesen keine Trübung auf.
,„ Beispiel 2
Es wurden Gläser erschmolzen, die der Zusammensetzung des Glases 3 des Beispiels 1 entsprachen,
wobei von dem PbO-Anteil 25 bzw. 35 Gew.- % durch Bleicarbonatkonzentrat in das Gemenge eingebracht
2i wurde. Das eingesetzte Bleicarbonatkonzentrat
wurde gemäß der in Beispiel 1 beschriebenen Arbeitsweise hergestellt und bestand aus 69,9 Gew.-%
PbO, 13,0 Gew.-% SiO2, 4,7 Gew.-% Na2O, 0,5
Gew.-'Jf K2O und 2,25 Gew.--# F und wies eine
Dichte von 5,0 g/cm' auf.
Wie aus der nachstehenden Tabelle II ersichtlich ist, tritt auch beim Einsatz von 35% Bleicarbonatkonzentrat
beim Schmelzprozeß praktisch kein Fluorverlust auf, so daß ein Entweichen von Siliziumtetra-
r> fluorid nicht zu besorgen ist.
Glas 4 Gias5
Ί« Mennigeanteil (Gew.-%)
rieicarbonatkonzentrat-
anteil (Gew.-%)
Dichte (g/cm1)
Fluor im Gemenge (Gew.-%)
4> Fluor im Glas (Gew.-%)
4> Fluor im Glas (Gew.-%)
75
65
25 | 35 |
3,05 | 3,03 |
0,24 | 0,34 |
0,22 | 0,32 |
Anlaß versuche bei Temperaturen bis zu 650° C und Zeiten bis 72 h zeigten, daß bei den Gläsern des
Beispiels 2 auch bei diesen extremen Bedingungen jo keine Trübung eintritt. Beiden praktisch auftretenden
Einsatzmengen von maximal 20 Gew.-% Bleicarbonatkonzentrat ist deshalb eine Beeinträchtigung der
Glasqualität durch Trübungseffekte absolut auszuschließen.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Bleiglas unter Einsatz von Bleicarbonat, dadurch gekennzeichnet»
daß ein Glasgemenge eingesetzt wird, bei dem bis zu 50 Gew.-% des Bleioxidanteils aus
einem Bleicarbonatkonzentrat mit folgenden Analysenwerten stammen:
PbO 45 bis 75 Gew.-%
SiO2 5 bis 30 Gew.-%
Alkälioxide 2 bis 10 Gew.-%
Fluorid 0,2 bis 3 Gew.-%
Sulfat 0 bis 1 Gew.-%
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Glasgemenge eingesetzt wird, bei dem bis zu 30 Gew.-% des Bleioxidanteüs
aus einem Bleicarbonatkonzentrat mit folgenden Analysenwerten stammen:
PbO 45 bis 75 Gev/.-%
SiO, 5 bis 30 Gew.-%
Alkälioxide 2 bis 10 Gew.-%
Fluorid 0,2 bis 3 Gew.-%
Sulfat 0 bis 1 Gew.-%
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bleicarbonatkonzentrat
mit folgenden Analysenwerten eingesetzt wird: PbO 60 bis 75 Gew.-%
SiO2 10 bis 15 Gew.-% Alkalioxide 4 bis 6 Gew.-%
Fluorid 0,5 bis 2,5 Gew.-% Sulfat 0 bis 0,6 Gew.-%
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bleicarbonatkonzentrat
mit folgenden Analysenwerten eingesetzt wird: PbO 65 bis 70 Gew.-%
Priority Applications (2)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19772714464 DE2714464C2 (de) | 1977-03-31 | 1977-03-31 | Verfahren zur Herstellung von Bleiglas |
DD20452878A DD135187A5 (de) | 1977-03-31 | 1978-03-31 | Verfahren zur herstellung von bleiglas |
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19772714464 DE2714464C2 (de) | 1977-03-31 | 1977-03-31 | Verfahren zur Herstellung von Bleiglas |
Publications (2)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE2714464B1 DE2714464B1 (de) | 1978-05-11 |
DE2714464C2 true DE2714464C2 (de) | 1979-01-04 |
Family
ID=6005289
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DE19772714464 Expired DE2714464C2 (de) | 1977-03-31 | 1977-03-31 | Verfahren zur Herstellung von Bleiglas |
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Country | Link |
---|---|
DD (1) | DD135187A5 (de) |
DE (1) | DE2714464C2 (de) |
-
1977
- 1977-03-31 DE DE19772714464 patent/DE2714464C2/de not_active Expired
-
1978
- 1978-03-31 DD DD20452878A patent/DD135187A5/de unknown
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
DD135187A5 (de) | 1979-04-18 |
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