DE2437130A1 - Gegen monomerenrueckspaltung stabilisiertes biuretpolyisocyanat-gemisch - Google Patents
Gegen monomerenrueckspaltung stabilisiertes biuretpolyisocyanat-gemischInfo
- Publication number
- DE2437130A1 DE2437130A1 DE19742437130 DE2437130A DE2437130A1 DE 2437130 A1 DE2437130 A1 DE 2437130A1 DE 19742437130 DE19742437130 DE 19742437130 DE 2437130 A DE2437130 A DE 2437130A DE 2437130 A1 DE2437130 A1 DE 2437130A1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- weight
- hexamethylene diisocyanate
- approx
- polyisocyanate
- formic acid
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Pending
Links
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08G—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
- C08G18/00—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates
- C08G18/06—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates with compounds having active hydrogen
- C08G18/70—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates with compounds having active hydrogen characterised by the isocyanates or isothiocyanates used
- C08G18/72—Polyisocyanates or polyisothiocyanates
- C08G18/80—Masked polyisocyanates
- C08G18/8061—Masked polyisocyanates masked with compounds having only one group containing active hydrogen
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C273/00—Preparation of urea or its derivatives, i.e. compounds containing any of the groups, the nitrogen atoms not being part of nitro or nitroso groups
- C07C273/18—Preparation of urea or its derivatives, i.e. compounds containing any of the groups, the nitrogen atoms not being part of nitro or nitroso groups of substituted ureas
- C07C273/189—Purification, separation, stabilisation, use of additives
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08G—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
- C08G18/00—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates
- C08G18/06—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates with compounds having active hydrogen
- C08G18/70—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates with compounds having active hydrogen characterised by the isocyanates or isothiocyanates used
- C08G18/72—Polyisocyanates or polyisothiocyanates
- C08G18/77—Polyisocyanates or polyisothiocyanates having heteroatoms in addition to the isocyanate or isothiocyanate nitrogen and oxygen or sulfur
- C08G18/78—Nitrogen
- C08G18/7806—Nitrogen containing -N-C=0 groups
- C08G18/7818—Nitrogen containing -N-C=0 groups containing ureum or ureum derivative groups
- C08G18/7831—Nitrogen containing -N-C=0 groups containing ureum or ureum derivative groups containing biuret groups
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Medicinal Chemistry (AREA)
- Polymers & Plastics (AREA)
- Polyurethanes Or Polyureas (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
- Paints Or Removers (AREA)
Description
Bayer Aktiengesellschaft
Zentralbereich Patente, Marken und Lizenzen
7/r/Hg 509 Leverkusen, Bayerwerk
31, Juli 1974
Gegen Monomerenrückspaltung stabilisiertes Biuretpolyisocyanat-
Gemisch
Polyisocyanate mit Biuretstrukturen insbesondere auf der Grundlage von Hexamethylendiisocyanat haben veitweit für die
Herstellung lichtechter und extrem witterungsbeständiger Lacke mit höchster Glanzhaltung technische Bedeutung erlangt.
Derartige Polyisocyanate werden in der Technik mit einem möglichst niedrigen Anteil an monomere© Diisocyanat hergestellt
und in den Handel gebracht. Umfangreiche toxikologische Untersuchungen und langjährige Erfahrungen bei der Verarbeitung
dies sr Produkte haben gezeigt, daß die für diese PoIyisoc3;ranate
eingehaltene obere Grenze von o,7 % an Monomerengehalt
(= Hexanethylendiisocyanat), bezogen auf den Feststoffgehalt,
eine gefahrlose Verarbeitung daraus hergestellter Lacke gewährleistet, sofern die für die Lackverarbeitung
üblichen Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Der vorgenannte Grenzwert von o,7 % hat in der Literatur, z. 3. im Merkblatt
"PUR-Änstrichstoffe" des Hauptverbandes der deutschen
gewerblichen Berufsgenossenschaft sowie in dem "Polyurethane Report" der Paintmakers Association Aufnahme gefunden.
Le A 15 9oo - 1 - ■
509887/0894
Neuere umfangreiche Untersuchungen haben gezeigt, daß bei den vorgenannten polymolekularen Polyisocyanat-Gemischen mit
Biuretstruktur bei längerer, insbesondere unkontrollierter
Lagerung, z. B. bei Schiffstransporten in südliche Länder
usw., durch T/fendkatalyse in Glas- oder Metallgebinden, bedingt
durch noch unbekannte katalytisch^ Effekte und analytisch nicht exakt erfaßbare Verunreinigungen in Abhängigkeit der
Temperatur, z. B.zwischen 2o - 6o°C dieser vorgenannter
Grenzwert von o,7 % an monomerem Hexanethylendiisocyanat
überschritten wird und im Verlaufe von 4-12 Monaten der Konomerengehalt auf über 1 % ansteigen kann. Insbesondere
bei niedrigviskosen Biuretpolyisocyanaten der Viskositätsbereiche 1ooo - 4ooo cP/2o C, die aus wenig Biuretisierungsmittel
und viel Hexamethylendiisocyanat hergestellt werden (= Molverhältnis ca. 2o - 11 Hexamethylendiisocyanat und
1 Mol tert. Butanol bzw. Wasser oder Wasser-abspaltende Verbindungen),
werden insbesondere schon bei 4o - 5o C in unverdünntem Zustand, aber oft auch schon bei Raumtemperatur
nach 2-3 kochen Rückspaltungsraten bis zu 1,5 Gew.-% an
monomerem Hexamethylendiisocyanat gefunden.
Da die Einhaltung des o,7 % Monomerengrenzwertes bei der
Produktion vorgenannter Polyisocyanate technisch möglich ist und die gefahrlose Verarbeitung solcher Produkte bereits über
mehr als ein Jahrzehnt erwiesen ist, ist die Erhöhung der Stabilität und Verminderung der Monomerenrückspaltung unter
technischen und ökologischen Gesichtspunkten von größter Eedeutung. Ebenso von großer Bedeutung ist eine Viskositätsverninderung
der Biuretpolyisocyanate des Standes der Technik auf der Grundlage von aliphatischen oder cycloaliphatischen
Diisocyanaten, die oft bei lo.oco cP - 12o.ooo cP bei 2o C
liegt. Durch eine solche Erniedrigung der Viskosität wird die Herstellung lösungsmittelfreier Ein- und Zweikomponenten-Polyurethanlacke
ermöglicht. Gerade lösungsmittelfreie,
Le A 15 9oo - 2 -
509887/0894
gegenüber Monomerenrückspaltung stabilisierte Biuretpolyisocyanate
gewinnen insbesondere im Hinblick auf die Bemühungen zur Umwelt-Reinerhaltung zunehmendes
Interesse.
Es war daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Biuretgruppen
aufweisende Polyisocyanate auf der Grundlage von Hexamethylendiisocyanat gegen Monomerenrückspaltung zu stabilisieren
und gleichzeitig ihre Viskosität zu vermindern, so daß eine bessere Verdünnbarkeit oder die lösungsmittelfreie
Applikation dieser Polyisocyanate ermöglicht wird.
Diese Aufgabe konnte erfindungsgemäß dadurch gelöst werden,
daß den Biuretgruppen enthaltenden Polyisocyanaten N-Formylgruppen
enthaltende Harnstoffe und Polyharnstoffe, die NCO-gruppen
besitzen, zugemischt werden, -wobei· diese Zumischung
entweder in einem gesonderten Arbeitsgang oder bei der in situ Herstellung von Biuretpolyisocyanaten durch Einsatz von
Biuretisierungsmitteln und zusätzlich Ameisensäure oder Ameisensäure abspaltenden "Verbindungen vorgenommen wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein gegenüber
Monomerenrückspaltung stabilisiertes Biuret-polyisocyanatgemisch auf Basis von Tris-(isocyanatohexyl)-biuret und dessen
höheren Homologen, gekennzeichnet durch einen solchen Gehalt an organischen Verbindungen mit N-Formylharnstoff-Gruppierungen
CH
-A-CO-NH ,
-A-CO-NH ,
der einer Konzentration von 1 - 36 Gewichtsprozent dieser Formylharnstoff-Gruppierungen im Polyisocyanatgemisch
entspricht.
Le A 15 9oo - 3 - '
509887/0894
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch die Verwendung dieses Gemisches als Isocyanatkomponente bei der Herstellung
von Polyurethan-Kunststoffen nach dem Isocyanat-Polyadditionsverfahren.
Die erfindungsgenäßen Mischungen zeigen gegenüber allen handelsüblichen Biuretpolyisocyanaten eine beträchtlich
erhöhte Stabilität gegenüber Monomerenrückbildung bei der
Lagerung bei Rauntemperatur. Selbst bei 5o°C zeigen die erfindungsgemäßen
bevorzugten Mischungen erhöhte Lagerstabilität und verbleiben in ihrem Monomerengehalt unter der eingangs
genannten Grenze von o,7 %> Sogar bei 4-wöchentlich fortlaufender
Erhitzung bei 800C ändert sich laut Befund gaschromatographischer,
dünnschichtchromatographischer oder gel-chromatographischer Analysen der Monomerengehalt nicht
nennenswert und übersteigt nicht den vorgenannten kritischen Grenzwert (siehe Beispiel 2).
Die erfindungsgemäßen Mischungen zeigen ferner in lösungsmittelfreier
Form überraschend erniedrigte Viskositätswerte gegenüber handelsüblichen Biuretpolyisocyanaten auf Basis
von Hexamethylendiisocyanat. Sie sind daher in besonderem Maße zur lösungsmittelfreien Applikation bei der Herstellung
von Lacküberzügen und Beschichtungen geeignet.
Die gefundene erhöhte Stabilität gegenüber Monomerenrückspaltung ist außerordentlich überraschend, denn es war anzunehmen,
daß N-Acylierung mit so starken Säuren, wie Ameisensäure, durch die Positivierung des Stickstoffs zu einer erhöhten
Rückspaltungstendenz der N-formylierten Harnstoffe bzw. Polyharnstoffe führen würde. Überraschenderweise sind
jedoch nicht nur die N-formylierten Harnstoffe bzw. Polyharnstoffe selbst sehr stabile Verbindungen ohne nennenswerte
Neigung zur Spaltung der Harnstoffgruppierungen selbst bei ·
Le A 15 9oo - 4 -
509887/0894
erhöhten Temperaturen von bis zu 800C, sondern vielmehr
zeigt sich darüber hinaus der überraschende erfindungsgenäß aufgefundene Effekt einer stabilisierenden Wirkung
der N-formylierten Harnstoffe bzw. Polyharnstoffe auf die
an sich bekannten Biuretpolyisocyanate.
Bei den vorzugsweise erfindungsgemäß einzusetzenden N-formylierten
Harnstoffen bzw. Polyharnstoffen handelt es sich
um Umsetzungsprodukte von aliphatischen und/oder cycloäliphatischen
Isocyanaten, vorzugsweise von Hexanethylendiisocyanat mit Ameisensäure oder Ameisensäure-abspaltenden
Verbindungen bei Temperaturen zwischen 80 und 1900C. Vorzugsweise
werden dabei die Reaktionspartner in Mengenverhältnissen eingesetzt, die einem Molverhältnis Diisocyanat : Ameisensäure
von 2 : 1 bis 5o : 1, vorzugsweise 3:1 bis 16 : 1 und
besonders bevorzugt 5 ϊ 1 bis 8 : 1 entspricht. Die Herstellung
der N-formylierten Harnstoffe kann in weitgehender Analogie zu der, Verfahrensweise der deutschen, Patentschrift
1 174 760 erfolgen, wobei jedoch dafür Sorge getragen werden muß, daß bei der primären Umsetzung .von Ameisensäure mit
Hexamethylendiisocyanat vorzugsweise Temperaturen über 13o C
nicht überschritten werden·. Wie beispielhaft insbesondere durch die Methode der Gelchromatographie und durch analytische
Kontrolle der COo/CQ-Bilanzen beweisbar, hängt die Bildung
von N-Formylgruppen sehr stark von der Temperaturführung ab. Es ist hierbei eine wesentliche Erkenntnis, daß vorgebildete
i^-Fornylgruppen in aliphatischen und cycloaliphatischen
N-Formylharnstoffdiisocyanaten relativ hohe Temperaturbeständigkeit
zeigen und sogar bis i9o°C relativ temperaturstabil sind,
während N-Formylgruppen enthaltende aromatische Harnstoffdiisocyanate,
z. B. der Konstitution
Le A 15 9oo - 5 -
509887/0894
OCN Η' Vk-ffl-i x>—NCO
in wesentlich verstärktem Maße in Gegenwart von überschüssigen
Mengen an Polyisocyanaten schon bei 1oo - 13o°C CO abspalten und über die Stufe des intermediär gebildeten Harnstoffdiisocyants
in Biuretpolyis ο cyanate übergehen. Um N-Forinylgruppen
enthaltende Harnstoffe und Polyharnstoffe zu erhalten, darf man die Ameisensäure nicht nach der in Beispiel 1 der
deutschen Patentschrift 1 174 76o dargelegten Lehre dem Hexamethylendiisocyanat bei 15o°C zudosieren, denn bei dieser
Temperatur ist die wasserentziehende Wirkung des Isocyanats
gemäß
HCOOH > CO + Hp0
+ NCO *
zu groß. Stellt man hingegen die erfindungsgemäßen Mischungen
in einem im nachstehenden beispielhaft beschriebenen Zweistufenverfahren her, d.h. wenn man z.B. in einer ersten Stufe
zwischen 90 und 1300C und in einer zweiten Stufe zwischen
130 und 190°C arbeitet, so lassen sich insbesondere aliphatische, cycloaliphatische und araliphatisch^ Diisocyanate
der verschiedensten Konstitutionen in relativ hohen Ausbeuten in stabile, N-Formylgruppen enthaltende Polyisocyanatgemische
überführen. Die überragende PLOlle eines Zweistufenverfahrens
wurde in der deutschen Patentschrift 1 174 760 daher nicht erkannt und die dort gegebene Lehre basiert hauptsächlich auf
der leichten Zersetzlichkeit N-Formylgruppen enthaltender
aromatischer Harnstoff- und Polyharnstoffgruppen enthaltender Polyisocyanate, die sehr leicht schon bei Temperaturen um
90 - 1200C in Biuretpolyisocyanate überführbar sind.
Le A 15 900 - 6 -
509887/0894
Wie gefunden wurde, bilden sich N-Formylgruppen enthaltende
Harnstoffdiisocyanate des Hexamethylendiisocyanates aus Ameisensäure oder Ameisensäure abspaltenden Verbindungen
bevorzugt bei Temperaturen von 80 - 13ö Cr wobei die Molekulargewichte
der erhaltenen Polyisocyanate sowohl von der Dosierungsgeschwindigkeit, dem verwendeten Molverhältnis von
Hexamethylendiisocyanat zu Ameisensäure oder Ameisensäure abspaltenden Verbindungen und der Temperatur abhängen. Die
bevorzugte Temperatur ist 9o - 13o C. Die Frage,-ob anschliessend an diese Reaktion bei 80 - 130 C, vorzugsweise 90 - 1300C,
noch ein Nachheizen bei 130 - 1900C erforderlich ist, richtet
sich in erster Linie nach der Natur des neben Ameisensäure^ eingesetzten Biuretisierungsmittels. Ein Nachheizen empfiehlt
sich bei Verwendung von tert1. Alkoholen, primären Aminen und
Harnstoffen als Biuretisierungsmittel. Auch bei Verwendung von Ameisensäure allein empfiehlt sich eine zweistufige
Temperaturführung im Bereich von 80 - 1300C. Grundsätzlich wird der Anteil an
H
C=O
C=O
(I) OCN-(CH2)6-N-C-NH-(CH2)6-NCO ;
M = 338 "
% NCO: 24,8 % NCO
und polymerhomologen
(II) OCN-(CH2)
H
C=O
C=O
N-C-NH-(CH9)r-
H' C=O
N-Q-NH-(CH2)6-NC0
= 5o8, = 16,45 % NCO
Le A 15 900
- 7 -50 9887 /Ofi94
(χ = 1) mit steigenden Mengen an Hexamethylendiisocyanat zu Beginn
der Reaktion und nachfolgender Entfernung des unreagierten Überschusses, beispielsweise durch Dünnschichtdestillation,
größer und beträgt z. B. bei der Reaktion von 8 Mol Hexamethylendiisocyanat mit 1 Mol Ameisensäure für [I) etwa
36 - 38 Gewichtsprozent, bei der Reaktion von 24 Mol Hexamethylendiisocyanat mit einem Mol Ameisensäure für (I) etwa
65 - 68 Gewichtsprozent, bei der Reaktion von 32 Il/:ol Hexamethylendiisocyanat
mit einem Hol Ameisensäure'für (I) etwa 78 - 79 Gewichtsprozent und bei der Reaktion von 4o Mol
Hexamethylendiisocyanat mit einem Mol Ameisensäure für (I) etwa 89 Gewichtsprozent.
Aufgrund der gemessenen COp- und CO-Bilanzen und der gelchromatographisch
ermittelten Komponentenverteilung laufen bei der Reaktion von Hexamethylendiisocyanat mit Ameisensäure
oder Ameisensäure- abspaltenden Verbindungen neben den Reaktionen
OCN-(CH2)6-NCO + HCOOH
OCN-(CH9) ,--N-f-O-C
H θ'
H θ'
2o -
H
OCN-(CH2J6-NH-C +
OCN-(CH2J6-NH-C +
OCN-(CH2)6-NC0 + 2 HCOOH
2o - 5o C
si'
Le A 15 900
509887/0894
jj a η
b) C-C-C-NK-(CH0)c-NH-C-O-C
o .-■■■■■ o
5o - 6o°C
Ü H
C-N-(CH9)^-NH-C
8H 2 6 B
unter der Wasser entziehenden Wirkung des überschüssigen Hexamethylendiisocyanates auch die Reaktionen
c) HCCOH > CO + H2O
0 0
Il Ii
d) HCOOH + HCOOH > H-C-O-C-H + H2O
0 0
!I Il
e) HC-O-C-H > 2 CO + H
!I Il
e) HC-O-C-H > 2 CO + H
Für den Fall der Verwendung von Ameisensäure als Reaktionskomponente
ist die ermittelte CO-Menge, wie vergleichende gelchror.atographische
Untersuchungen in der Komponentenverteilung der Reaktionsprodukte zeigen, ein Maß für die bei der
Reaktion ablaufende Biuretisierung, da Wasser völlig für die Biuretisierung als Parallelreaktion eingeht.
Innerhalb des Temperaturbereiches von -2o bis 2o C können die Reaktionen c), d), e) zurückgedrängt werden. Oberhalb
der Temperaturen von 2o C laufen die Reaktionen c), d), e), die stets zur Biuretisierung beitragen, in erhöhtem Maße ab,
bei I00-I30 C etwa zu 3o - 4o % bezogen auf Reaktion a), nämlich
der Bildung eines N-Formyl-hexy!monoisocyanates, das die
Vorstufe zur Bildung von
-1O
Le A 15 900 - 9 -
5 09887/0894
HC
2^37130
Il
d. h. des ersten Gliedes in der homologen Reihe der N-PoIyformylpolyharnstoffdiisocyanate
der Formel
OCII-(CK9 )6-
CH
K-C-NH-(CH^ ii *
CH
-N-C-NH-(CH0)r-NCO
Ii 2 O
(n=0-1o, vorzugsweise ο - β) aarstellt.
Es ist sehr bemerkenswert, daß in der Regel die aus Kexamethylendiisocyanat und Ameisensäure hergestellten
Mischungen praktisch frei von dir.erem Hexamethylendiisocyanat
(= Uretdionen) und Pclyuretdionen sind.
Es ist ferner bemerkenswert, daß beim Eintropfen von Ameisensäure in Eexamethylendiisocyanat nach erfolgter gemischter
Anhydridbildung und nach erfolgter N-Foriaylierungsreaktion
etwa ab 1oo - 13o°C der Quotient COp/CO = 1,882, d. h. ca.
1,9 beträgt. Tatsächlich sollte entsprechend der Lehre der deutschen Patentschrift 1 174 76o für die offenbarten
Temperaturverhältnisse der Quotient aus CO9/CO exakt
1 sein. Der ermittelte Quotient C02/C0 = 1,882 zeigt neben
gelchromatographischen Untersuchungen bereits eindeutig an, da.3 die erfindungsgemäßen Polyisocyanat-Kischungen in hohen
Anteilen N-Formy!gruppen enthalten.
Le A 15 900
- 10 -
50988 7/0894
Bei der Umsetzung von Kexanethylendiisocyanat mit reiner
Axeisenhäure entstehen somit Biurete neben den erfindungsgemäß
als Stabilisatoren wirkenden N-formylierten Harnstoffen. Bei der Umsetzung von aliphatischen, cycloaliphatischen
oder araliphatischen Isocyanaten mit reiner Ameisensäure entstehen somit Biurete neben den erfindungsgemäß als
Stabilisatoren einzusetzenden N-formylierten Harnstoffen. Durch Entfernung des Überschusses an nicht umgesetztem
Ausgangs-Isocyanat, beispielsweise durch Dünnschicht-Destillation,
können so Gemische erhalten werden, welche 5 - 36 , vorzugsweise 10 - 20 Gew.-^ an formylierten Harnstoffgruppen
-N-C-NH-I!
0
0
aufweisen. Diese erfindungswesentlichen Gruppen liegen in den erfindungsgemäßen Gemischen, vorzugsweise in Form von formylierten
Di-(isocyanatohexyl)-harnstoffen, cder ^,d^'-DiisccyanatohexylZ-pclyhexamethylen-poiyhamstoffen
vor, welche ggf. über Biuretvsrzweigungen weitere Isocyanatohexylgruppen
aufweisen können. Diese Gemische bzw, ihre Abmischungen mit
den Biuretpolyisocyanaten auf Basis von Hexamethylendiisocyanat
des Standes der Technik stellen die erfindungsgemäßen Gemische dar. Die Gemische können vrie gesagt den in an sich
bekannten Biuretisocyanaten auf Basis von Hexamethylendiisocyanat zugemischt v/erden. Die Mengenverhältnisse werden
dabei so gewählt, daß in den erfindungsgemäßen Gemischen
1-36 , vorzugsweise 1,6 - 18 Gewichtsprozent
an formylierten Harnstoffgruppen
CH
-N-C-NH-0
Le A 15 900 - 11 -
509887/0894
2A37130
vorliegen. Für die erfindungsgemäße Stabilisierung allein
wesentlich ist die Anwesenheit der genannten N-formylierten Harnstoffgruppen in den erfindungsgemäßen Gemischen. Dies
"bedeutet insbesondere, daß die Art der Substituenten an den erfindungswesentlichen N-formylierten Harnstoffgruppen
von untergeordneter Bedeutung sind. So wäre es im Prinzip durchaus möglich, Biuretpolyisocyanate auf Basis von Hexamethylendiisocyanat
unter Verwendung von N-formylierten Harnstoffen zu stabilisieren, welche nach dem vorstehend beschriebenen
Prinzip durch Umsetzung beliebiger aliphatischer, araliphatischer oder cycloaliphatischer Isocyanate mit
Ameisensäure erhalten wurden. In der Praxis wird man jedoch davon absehen, die als Stabilisatoren einzusetzenden N-formylierten
Harnstoffe aus Monoisocyanaten herzustellen, da
die so erhaltenen N-formylierten Harnstoffe keine weiteren Isocyanatgruppen mehr aufwiesen und in den letztlich aus den
stabilisierten Gemischen erhaltenen Polyurethan-Kunststoffen nicht einbaubar wären. Vorzugsweise werden erfindungsgemäß
zur Stabilisierung !der Biuretpolyisocyanate auf Basis von Hexamethylendiisocyanat N-formylierte Harnstoffe auf Basis
des gleichen Diisocyanats eingesetzt.
Sin weitere Möglichkeit zur Herstellung der erfindungsgemäßen
stabilisierten Gemische besteht in einer Einstufen-Reaktion, bei welcher die an sich bekannte Biuretisierungsreaktion
durch Umsetzung von Hexamethylendiisocyanat mit Biuretisierungsmitteln in Gegenwart von Ameisensäure bzw. Ameisensäureabspaltenden
Verbindungen durchgeführt wird.
Unter Biuretisierungsraitteln sollen in diesem Zusammenhang chemische Verbindungen verstanden werden, welche bei höheren
Temperaturen mit organischen Isocyanaten unter Bildung von Biureten reagieren. Monofunktioneile Biuretisierungsmittel
sind hierbei solche Verbindungen, die bei stöchiometrischer
Le A 15 9oo - 12 -
509887/0894
Reaktion in 1-molarer Menge die Umwandlung von 3 Mol
Isocyanatgruppen in eine Biuretgruppe bewirken. Typische Vertreter von monofunktionellen Biuretisierungsmitteln sind
beispielsweise Wasser oder Methylamin* So reagiert beispielsweise
das monofunktionelie Biuretisierungsmittel
Methylamin in 1-molarer Menge mit 3 Mol Monoisocyanat
gemäß nachstehender Gleichung zum entsprechenden Biuret:
3 R-NCO + CH3-NH2
R
HH CO R-MH-CO-N-R
HH CO R-MH-CO-N-R
CH3-NCO
Sin typisches difunktionelles Biuretisierungsmittel stellt
beispielsweise das 1,4-Bis-(dimethylhydroxymethyl)-benzol dar, welches bei stöchiometrischer Reaktion bereits in halbmolarer Konzentration zur Umwandlung von 3 Isocyanatgruppen
in eine Biuretgruppe ausreicht.
Bevorzugte Biuretisierungsmittel sind Wasser, Wasser abspaltende
Verbindungen, tertiäre Alkohole, insbesondere tert. Butanol, primäre Monoamine, wie Methylamin, Äthylamin,
Propylamin u, dgl. Diese Biuretisierungsmittel können in dieser zweiten Variante zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Gemische im Gemisch mit Ameisensäure oder aber auch in mit Ameisensäure chemisch gebundener Form eingesetzt werden.
Derartige kombinierte Formylierungs- und Biuretisierungsmittel sind z. B. Salze der Ameisensäure mit den genannten
primären Aminen oder aber auch Oxalsäuredihydrat, da, wie gefunden wurde, Polyisocyanate bei 1oo - 12o C Oxalsäure
in hohem Maße unter Bildung von Kohlendioxid und Ameisensäure
und nur in untergeordnetem Maße unter Bildung von Wasser Kohlendioxid und Kohlenmonooxid zersetzen. Selbstverständlich
Le A 15 9oo - 13 -
50 9887/08 9
JlH
ist es auch möglich, Salze der oxalsäure mit den genannten
primären Aminen als kombiniertes Formylierungs- und Biuretisierungsmittel einzusetzen.
Bei dem hier beschriebenen zweiten Weg zu den erfindungsgemäßen stabilisierten Gemischen wird Hexamethylendiisocyanat
mit der Kombination aus Biuretisierungsmittel und (potentieller) Ameisensäure zur Umsetzung gebracht, wobei
3 - 5o, vorzugsweise 4-18 KoI Diisocyanat pro Mol (potentieller) Ameisensäure + Biuretisierungsmittel zum Einsatz
gelangen (die letztgenannte Angabe bezieht sich auf die Gesamtzahl der Mole Biuretisierungsmittel + der Mole
Ameisensäure). Das Ko!verhältnis zwischen (potentieller)
Ameisensäure und Biuretisierungsmittel liegt dabei vorzugsweise zwischen 14:1 und 1:14, besonders bevorzugt bei 2:1 - 1:2.
Alle Mengenangaben bezüglich des Biuretisierungsmittels beziehen sich auf monofunktionelles Biuretisierungsmittel.
Bei dem hier beschriebenen zweiten Weg der Herstellung
der anspruchsgemäßen stabilisierten Gemische wird vorzugsweise
das Hexasethylendiisocyanat vorgelegt und dann das Gemisch aus Ameisensäure und Biuretisierungsmittel bei 80-130 C,
vorzugsweise 9C-130°C langsam zugetropft. Nach vollendeter Zugabe wird je nach Biuretisierungsmittel verzugsweise noch
1-3 Stunden bei 130 - 19O0C nachgeheizt. Anschließend wird
das nicht umgesetzte Hexamethylsndiisocyanat vorzugsweise
durch Dünnschicht-Destillation entfernt.
Auf diesem Wege entstehen direkt in einem Arbeitsgang die
erfindungsgemäßen Gemische mit einem Gehalt an N-formylierten
Harnstoffen
CH
ι
ι
-N-C-NH-O
Le A 15 9oo - 14 -
509887/0894
243713Q
von 1 - 36 , insbesondere 1,6 - 18 Gewichtsprozent.
Selbstverständlich kann man zum Beispiel bei der Herstellung
der erfindungsgemäßen Polyisocyanatgemische die Biuretisierungsmittel zusammen mit Ameisensäure in Lösung indifferenter
organischer Lösungsmittel zudosieren. Es hat sich gezeigt,
daß insbesondere polare Lösungsmittel, wie Acetonitril, Propionitril, Dioxan, Tetrahydrofuran, 1,3-Dioxolan, aber
auch Aceton, Methyläthylketon, Butylacetat hierfür besonders
geeignet sind.
Die erfindungsgemäßen N-Formylgruppen enthaltenden Polyisocyanat-Mischungen
können z. B. zur Erhöhung ihrer NCO-Funktionalität in situ derartig modifiziert werden, daß man
Triole wie Glycerin oder Trimethylolpropan bzw. Bernsteinsäure oder Adipinsäure in Anteilen von o,1 - o,5 Mol pro PIoI
Ameisensäure mitverwendet. Dabei entstehen anteilig mindestens tri- bis tetrafunktionelle Polyisocyanate.
Es kann ferner von Vorteil sein, alle vorgenannten Reaktionen
in geschlossenen Gefäßen, d. h. bei 2 - 60 atü unter dem
Eigendruck der entbundenen Gase COp und CO durchzuführen, um Verdampfungsverluste von Hexamethylendiisocyanat sowie
von Ameisensäure bzw. Wasser und hierdurch bedingte Bildung schwerlöslicher Polyharnstoffe in Abgangsleitungen der
Apparaturen zu vermeiden.
Eine weitere interessante Verfahrensvariante ist die Durchführung der Ameisensäure-N-Formylierungsreaktion bei etwa
I00 - 130 C, wobei Ameisensäure unter vermindertem Druck,
bevorzugt bei 2oo - 2o Torr in Hexamethylendiisocyanat in Dampfform eingezogen wird. Auffallend an so hergestellten
erfindungsgemäßen Mischungen ist ihre nahezu wa'sserhelle
Le A 15 9oo - 15 - '
509887/0894
/le
Farbe. Im Molverhältnis von 1o Mol Hexamethylendiisocyanat
und 1 Mol gasförmiger Ameisensäure läßt sich dabei das Diisocyanat der Formel
OCN-(CH2)6-N-C-NH-(CH2)6-NC0
zu etwa 42 Gewichtsprozent aufgrund von gelchromatographischen Analysen anreichern.
Insbesondere bei der Verwendung von Ameisensäure und tertiären Alkoholen als Formylierungs- und Biuretisierungsmittel kann
sich die Mitverwendung von die Biuretisierungsreaktion beschleunigenden Katalysatoren wie HCl, Phosgen oder Katalysatoren
gemäß der Lehre der deutschen Offenlegungsschrift
1 931 o55 als günstig erweisen. Auoh bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Polyisocyanat-Mischungen gemäß der
Lehre dieser deutschen Offenlegungsschrift unter Beachtung des hier erfindungswesentlichen Verhältnisses der verwendeten
Ameisensäure oder Ameisensäure abspaltender Mittel werden die verbesserten Raum-Zeit-Ausbeuten des Verfahrens der
deutschen Offenlegungsschrift 1 931 o55 erzielt unter gleichzeitiger Beibehaltung der im Vergleich zu den Biuretpolyisocyanaten
des Standes der Technik stark erniedrigen Viskosität bei zusätzlicher Stabilisierung der N-Formylgruppen
enthaltenden Polyisocyanat-Mischungen gegenüber Monomerenrückbildung.
Unabhängig von der Art der zur Herstellung der erfindungsgemäßen stabilisierten Polyisocyanatgemische eingesetzten
Formylierungs- und Biuretisierungsmittel zeichnen sich die erfindungsgemäßen Gemische gegenüber den Biuretpolyisocyanaten
Le A 15 9oo - 16 -
509887/0894
des Standes der Technik durch zwei wesentliche Vorteile aus:
1. Die Tendenz zur Monomerenrückspaltung ist stark herabgesetzt.
Im allgemeinen liegt der Gehalt an freiem Hexamethylendiisocyanat in den frisch zubereiteten erfindungsgemäßen
Gemischen nach der Entfernung des überschüssigen Hexamethylendiisocyanats durch Dünnschicht-Destillation
oder auch durch !Extraktion mit beispielsweise η-Hexan bei maximal 0,5 Gewichts-%. Die kritische Grenze von o,7 Gewichts-% freiem Hexamethylendiisocyanat wird auch bei
6-monatiger Lagerung -bei 25 - 35 C nicht überschritten,
während analoge frisch zubereitete Biuretpolyisocyanate des Standes der Technik bereits bei 3-wÖchiger Lagerung
bei 25 C im allgemeinen einen Gehalt an freiem Hexamethylendiisocyanat
von 1,2 - 1,5 Gewichts-% aufweisen.
2. Die erfindungsgemäßen Gemische weisen eine im Vergleich
zu den entsprechenden Biuretpolyisocyanaten des Standes der Technik stark verminderte Viskosität auf. Im allgemeinen
liegt die Viskosität der erfindungsgemäßen Gemische
bei 300 - 6000 cP/2o°C.
Aufgrund der letztgenannten niedrigen Viskosität der erfindungsgemäßen
Gemische eignen sich diese in vorteilhafter Weise als Isocyanatkomponente insbesondere bei der Herstellung
von lösungsmittelfreien Zweikomponenten-Polyurethanlacken. Grundsätzlich eignen sich die erfindungsgemäßen Gemische jedoch
als reaktive Verdünner für die klassichen Polyisocyanate des Standes der Technik. So läßt sich die Viskosität der
oft hochviskosen Polyisocyanate der in der Polyurethan-Chemie an sich bekannten Art durch Zugabe der erfindungsgemäßen
Gemische stark erniedrigen. Andererseits wäre es selbstverständlich
auch möglich, die hier beschriebene Formylierungsreaktion bei anderen aliphatischen, cycloaliphatischen
Le A 15 9oo - 17 -
509887/0894
2 i 3 71 3 O
oder araliphatischen Polyisocyanaten anzuwenden, um ebenso wie hier am Beispiel des Hexamethylendiisocyanats beschrieben,
zu modifizierten Polyisocyanaten stark verminderter Viskosität zu gelangen. Die erfindungsgemäßen Gemische
stellen nicht nur wertvolle Isocyanat-Komponenten für lösungsmittelfreie Zweikomponenten-Pclyurethaniacke dar,
sondern können auch in Gegenwart von Katalysatoren, wie z. B, den bekannten organischen Zink- oder Zinnsalzen als
Katalysatoren mit Luftfeuchtigkeit ohne jeden"Zusatz an Polyhydroxyverbindungen oder Lösungsmitteln zu überraschend
elastischen Lacken höchster Lichtechtheit ausgehärtet werden,
Beispiel 1 (Vergleich)
1oo Gewichtsteile HexamethyHaidiisocyanat (5,952 KoI) und
5o Gewichtsteile tert.-Butylalkohol (o,676 Mol) werden bei
Raumtemperatur gemischt. Das Holverhältnis entspricht 8,8 Mol Diisocyanat : 1 Mol tert.-Butanol. Im Verlauf von ca. 3o
Minuten wird die Temperatur des Reaktionsgemisches auf I6o C erhöht. Bei dieser Temperatur setzt kräftige Plohlendioxid-
und Isobutylenentwicklung ein. Während weiterer 3o Minuten wird die Temperatur langsam auf 185°C erhöht. Nach ca.
3 Stunden bei 185°C ist die COp- und Isobutylen-Gasentwicklung
und damit die Reaktion beendet. Das Reaktionsprodukt wird dann bei einem Druck von o,2 Torr und einer Temperatur
von 175 C im Dünnschichtverdampfer von monomerem Hexamethylendiisocyanat
befreit. Man erhält ca. 284 Gewichtsteile eines viskosen 3iuretpolyisocyanats. NCO-Gehalt: 21,3 Gewichtsprozent.
Die Viskosität des Produktes beträgt 52oo cP bei 2o°C.
Das so hergestellte Biuretpolyisocyanat weist aufgrund der geIchromatographischen Analyse und Auftrennung in einzelne
Fraktionen mit Tetrahydrofuran als Elutionsmittel folgenden Monomerengehait und folgende molekulare Zusammensetzung auf:
Le A 15 9oo - 18 -
609887/0894
2A37130
Konrponentenverteilung
Hexamethylendiisocyanat:
Dimeres Hexamethylendiisocyanat,
Molgewicht 336:
Triisocyanatohexylbiuret, Kolgewicht 478:
o,5 Gewichts-%
ca. 2,3 Gewichts-56
ca. 37,9 Gewichts-%
Polyisocyanato-polybiuret, Molgewicht 789:
Polyisocyanato-polybiuret, Molgewicht 1o99:
Polyisocyanato-polybiuret, Molgewicht ca. 141 ο:
Höhermolekulare Polyisocyanatopolybiurete
und Polyisocyanurate, Kolgewicht J>i6oo:
ca. 23,9 Gewichts-%
-1
ca. 11,9 Gewichts-% ca. 6,8 Gewichts-%
ca. 16,6 Gewichts-%
Bei 4-wöchentlicher Temperung dieses Biuretpolyisocyanatgemisches
bei 5o C steigt der Monomerengehalt von o,5 % Hexamethylendiisocyanat auf 1,1 Gewichts-% an. Diese und
alle folgenden Analysenwerte wurden durch Dünnschichtchromatographie bzw. Gaschromatographie oder Gelchromato- .
graphie ermittelt. Die festgelegte Grenze von o,7 % Hexamethylendiisocyanat wurde also um^+ = o,4 % überschritten.
Molverhältnis Hexamethylendiisocyanat : Ameisensäure = ca. 8:1.
2688 g (= 16 Mol) Hexamethylendiisocyanat werden zunächst unter Stickstoff auf 95 - 980C erhitzt. Anschließend werden
bei abgestellter N2-Zufuhr 92 g (= ca. 2 Mol) 98%iger
Ameisensäure unter gutem Rühren im Verlaufe von 2,5 Stunden
eingetropft. COp- und CO-Abspaltung (Volumverhältnis ca.
3:1, später ca. 2:1) setzen sofort ein. Nach Beendigung
Le A 15 9oo
- 19 -
569887/089&
der Ameisensäure-Dosierung wird ein entbundenes Gasvolumen von 54,4 1 gefunden. Nach 1-stündigem Nachrühren bei 1oo°C
beträgt die entbundene Gasmenge 64,4 Liter CO2 + CO. Zusammensetzung
gemittelt: ca. 2 Volumenteile CO2 + o,8 Volumenteile CO.
Anschließend wird 2 Stunden bei einer Innentemperatur von
13o nachgerührt. Die restliche Gasentwicklung ist sehr
klein und beträgt nur etwa 3 1. Summe von COp + CO = 67,7
Liter.
% NCO- der Lösung: 42,ο
Viskosität/77 2O oc: ^,2 cP
Viskosität/77 2O oc: ^,2 cP
Die Lösung ist bei Raumtemperatur völlig klar, wird Jedoch zur Entfernung von Staubteilchen etc. vor der Dünnschichtung
filtriert.
Die Dünnschichtung der Rohlösung erfolgte bei 175 C und ca.
o,1 Torr.
Ausbeute: 71 ο g (= bezogen auf eingesetzte Ameisensäure =
praktisch 1oo % der Theorie) Endprodukt: 23,1 % NCO
η =827 cP
/ 2o C
/ 2o C
Rest-Monomerengehalt: ca. o,3 Gewichts-% Hexamethylendiiso-
cyanat
Die fortlaufende gasanalytische Bestimmung des Kohlenoxid- und Kohlendioxid-Verhältnisses zeigt an, daß etwa von dem
theoretischen CO-Gehalt von 44,4 Litern CO für reine Biuretisierungsreaktion nur etwa 15 Liter CO entbunden
werden. Der Biuretisierungsgrad durch die verwendete Ameisensäure - im wesentlichen bedingt durch
Le A 15 9oo -2ο-
5G9887/0894
HCOOH
CO +
' > = Biuretisierungsmittel -
beträgt nur ca. 34 %, d. h. etwa 66 Gewichts-% -der für die
Reaktion eingesetzten Ameisensäure sind als N-Formylgruppen
gebunden worden. Der aus Gasanalysen ermittelte Formylierungsgrad zeigt eine relativ gute Übereinstimmung mit der wesentlich
genaueren Auftrennung der Einzelkomponenten des Reaktionsgemisches durch die Gelchromatographie.
Das N-Formylharnstoff- und N-Polyformylharnstoff-polyisocyanat
enthaltende Biuretpolyisocyanat-Gemisch -zeigt im GeI-chromatogramm
die folgende Komponentenverteilung:
Hexamethylendiisocyanat:
N-Formyl-diisocyanatohexylharnstoff,
Molgewicht 338:
Triisocyanatohexylbiuret,
Molgewicht 478:
Polyf orrayl-polyharnstoffdiisocyanate, Molgewicht 678:
Polyisocyanatopolybiuret, Plolgevicht 796:
Polyformyl-polyharnstoffpolyisocyanate, Molgewicht 1o18:
Polyisocyanato-polybiurete, Molgewicht: 1114:
Höhermolekulare Polyisocyanate mit Polyformyl-polyharnstoff und PoIybiuretstruktur,
Molgewicht ^6
Gesamtgehalt an -N(CHO)-CO-NH-:
o,4 Gewichts-%
3.6 Gewichts-^
34,5 Gewichts-%
11,8 Gewichts-%
8,8 Gewichts-%
3,6 Gewichts-%
2,5 Gewichts-%
2,9 Gewichts-% ca. 15,1 Gewichts-%
Le A 15 9oo
- 21 -
50988770894
243713Q
«3,
Während in Beispiel 1 der Monomerengehalt des Produktes bei
4-wöchentlicher Lagerung bei 5o C auf 1,1 % Hexamethylendiisocyanat
angestiegen ist und damit die festgelegte Monomerengrenze von o,7 Gewichts-j-o Hexamethylendiisocyanat um
/\ - + o,4 Gewichts-Jo überschritten wurde und die absolute
rlexamethylendiisocyanatrückspaltung /\= + o,6 c/->
beträgt, zeigt die genau vergleichbar durchgeführte Temperung der erfindungsgerben Mischung nach 4-wochentlicher Lagerung bei
5o C, daß der Ausgangswert von o,4 CA lediglich'auf o,5 %
Hecamethylendiisocyanat angestiegen ist. Die erfindungsgenäße
Folyisocyanat-Mischung weist daher eine überraschende Lagerstabilität auf und bleibt selbst nach 1-monatiger Lagerung
bei 5o C ue/\= - o,2 % unter der vorgenannten Monornerengrenze
von o,7 ;ό. Bei dieser Temperung bleibt die Viskosität
der Mischung praktisch auf dem vorgenannten, bemerkenswert niedrigen Viert von ca. 85o cP bei 5o°C. Selbst bei einer
3-wöchentlichen Teraperung der erfindungsgemäßen Polyisocyanat-Mischung
wird die o,7 %-Monomerengrenze nicht überschritten.
Das folgende Beispiel zeigt die ausgezeichnete Reproduzierbarkeit des Beispiel 2, wobei jedoch zum Unterschied von
Beispiel 2 die Nachreaktion bei 13o C um eine halbe Stunde verkürzt wurde. Nach der Dünnschichtung erhält man eine
Polyisocyanatmischung mit einem NGO-Wert von 22,9, einer
Viskosität von 867 cP bei 2o C.
Die gelchromatographische Bestimmung zeigt folgende Komponentenverteilung
:
Hexamethylendiisocyanat o,4 Gewichts-70
■tf-Formyldiisocyanato-hexylharnstoff,
Molgewicht 338: ca. 35,8 Gewichts-y^
Le A 15 9oo - 22 -
509887/0894
?Α37·130
Triisocyanatohexylbiuret, Molgewicht 478:
Polyformyl-polyharnstoff-diisocyanate,
Molgewicht ca. 673
Polyisocyanatopolybiuret, möglicherweise partiell enthaltend IT-Formylgruppen, Molgewicht 796*·
Po lyforrnyl-polyharnstof f -polyisocyanate, Kolgewicht 1o18:
Polyisocyanatopolybiurete, Kolgewicht 1114:
Höhermolekulare Polyisocyanate mit Polyformylharnstoff- und Polybiuretstruktur,
Molgewicht > I6oo:
-N(CHO)-CO-NH-:
35,5 Gewichts-% ca. 11,9 Gewichts-%
ca. 8,1 Gewichts-% ca. 3t5. Gewichts-%
ca. 2,1 Gewichts-%
ca. 2,7 Gewichts-% ca. 14,8 Gewichts-%
Während in Beispiel 1 der Monomerengehalt des Produktes bei
4-wöchentlicher Lagerung von seinem Ausgangswert von o,5 Gewichts-%
auf 1,1 Gewichts-% monomeres Hexamethylendiisocyanat angestiegen ist und damit die festgelegte Monomerengrenze
von o,7 Gewichts-% Hexamethylendiisocyanat im /\ = + c, 4 Gewichts-%
überschritten wurde und die absolute Eexamethylendiisocyanatrückbildung /\ = + o, 6 % beträgt, zeigt die genau
gleich ausgeführte Temperung der erfindungsgemäßen Mischung bei 5o C, daß der Ausgangswert von o,4 Gewichts-% monomerem
Hexamethylendiisocyanat lediglich auf o,5 Gewichts-% angestiegen ist, d. h. der gefundene /\ +Anstieg liegt innerhalb
der Fehlergrenze. Die erfindungsgemäße Mischung weist daher
eine überraschende Lagerbeständigkeit auf und bleibt selbst nach 1-monatiger Lagerung bei 5o C um ^\- o,2 Gewichts-%
unterhalb der vorgenannten Monomerengrenze von o,7 Gewichts-% Hexamethylendiisocyanat. Selbst bei einer 3-wöchentlichen
Lagerung bei 8o°C steigt der Monomerengehalt nur auf o,6 Gewichts-% und beträgt sogar bei 4wöchentlicher Lagerzeit bei
8o°C nur o,7 Gewichts-% monomeres Hexamethylendiisocyanat.
Le A 15 9oo
- 23 -
509887/0894-
243713Q
I4an mischt 1oo Gewichtsteile eines 1oo%igen Biuretpolyisocyanates,
das die in Beispiel 1 angeführte gelchromatographische Komponentenverteilung aufweist, mit 1oo Gewichtsteilen der in Beispiel 3 beschriebenen erfindungsgemäßen
Mischung. Diese Mischung bewirkt, daß die Ausgangsviskosität der 1oo%igen Handelsware, die bei etwa 52oo cP/2o°C liegt,
auf eine Viskosität der Mischung von 11oo cP herabgesetzt wird. Die viskositätsvermindernde Wirkung der erfindungsgeoäßen
Mischung auf hochviskose Biuretpolyisocyanate ist also außerordentlich hoch. Der Monomerengehalt der Mischung
beträgt o,4 Gewichts-% Hexamethylendiisocyanat. Die aus den Komponentenverteilungen des Beispiel 1 und 3 rechnerisch
ermittelte Komponentenverteilung in der 1 : 1-Mischung beträgt nunmehr:
Hexamethylendiisocyanat:
Dimeres Hexamethylendiisocyanat, Molgewicht 336:
Triisocyanatohexylbiuret, Molgewicht 478:
o,4 Gewichts-% ca. 1,2 Gewichts-% ca. 37,2 Gewichts-%
N-Formyldiisocyanatohexylharnstoff,
Molgewicht
Polyformyl-polyharnstoffdiisocyanate,
Molgewicht 678:
Polyisocyanatopolybiurete, Molgewicht 796:
Polyisocyanato-polybiurete, Molgewicht 1o99:
Polyisocyanato-polybiurete, Molgewicht I4io:
ca. 19,5 Gewichts-% ca. 5,9 Gewichts-?
ca. 14,2 Gewichts-% ca. 7,1 Gewichts-% ca. 4,7 Gewichts-%
Le A 15 9oo
- 24 -
509887/0694
ar
Polyformylharnstoff-polyisocyanate,
Molgewicht 1o18: ca. 1,7 Gewichts-%
Höhernolekulare Polyisocyanate mit
Polyformy!harnstoff- und Polybiuret-
strukturen, Molgewicht 15oo: ca. 1,4 Gewichts-%
Köherinolekulare Polyisocyanate- .
polybiurete, Molgewicht 15oo: ca. 7,6 Gewichts-%
-M(CKC)-CO-JJH-: . - ca. 7,4 Gewichts-?;
Während das für die Herstellung der erfindungsgemäßen
Mischung verwendete Biuretpolyisocyanat-Gernisch "bei 4-wöchentlicher
Lagerung bei 5o C von seinem Ausgangswert von o,4 %
monomerem Hexamethylendiisocyanat auf 1,2 Gewichts-% an monomer
em Hexamethylendiisocyanat ansteigt, damit die festgelegte
Monomerengrenze von o,7 Gewichts-% un /\ + o,5 % überschreitet
und die absolute Hexamethylendiisocyanatrückbildung /\ =+0,8 Gewichts-% beträgt, zeigt die 4-wöchentliche
Lagerung der erfindungsgemäßen Mischung dieses Beispiels
bei 5o°C Temperung lediglich einen Anstieg auf o,7 Gewichts-%
monomeres Hexamethylendiisocyanat und bleibt damit innerhalb
der angeführten Grenze von o,7 Gewichts-% Hexamethylendiisocyanat.
Man stellt die erfindungsgemäßen Mischungen in ähnlicher
Komponentenverteilung wie in Beispiel 4 her, mit dem Unterschied, daß man nicht die Sinzelkomponenten mischt, sondern
die Biuretisierung und Bildung der N-Formylgruppen aufweisenden
Harnstoff- und Polyharnstoff-polyisocyanate in situ, d.h. in einem Arbeitsgang vornimmt, indem man
a j 74 Gewichtsteile (= 1 Mol tert.-Butanol) und 46 C-ewichtsteile
(= 1 Mol) etwa 98%iger Ameisensäure mit 2688 Gewichtsteilen Hexamethylendiisocyanat (=16 Mol), zunächst
bei 93°C, dann 2 Stunden auf i4o°C und anschließend 2 Stunden auf 185°C erhitzt und das
Le A 15 9oo - 25 - :
509887/089-4
Polyisocyanat-Geinisch rait Dünnschichtverdampfer auf einen
Restgehalt von o,4 % Hexamethylendiisocyanat reinigt. % HCO des Polyisocyanat-Gemisches: 22,8 %
b) Eine Mischling von 45 g wasserfreier Ameisensäure (1 Mol)
und 18 Gewichtsteilen Wasser (1 Mol) mit 2688 Gewichtsteilen
Hexanethylendiisocyanat (16 Mol) bei 97°C umsetzt, schließend 3 Stunden bei 13o C hält und dann von monomerem
Hexanethylendiisocyanat im Dünnschichtverdampfer befreit. Restgehalt an monomerem Hexamethylendiisocyanat: o,3 C-ew.-%.
% NCO des Folyisocyanat~Geinisches:23,1 %
c) 75,6 Gewichtsteile 86%iger wässriger Ameisensäure, enthaltend
65 Gewichtsteile Ameisensäure (1,41 KoI) und 1o,6
Gewichtsteile Wasser (o,59 Mol) und 2688 Gewichtsteile HexamethyJendiisocyanat (16 Mol) werden wie unter b) beschrieben
umgesetzt und von überschüssigem Hexamethylendiisocyanat im Dünnschichtverdampfer befreit.
Hexamethylendiisoc2Γanat-Restgehalt: o,4 Gewichts-;^
% NCO-Gehalt des Polyisocyanat-Gemisches: 23,4 %
d) 63 Gewichtsteile Amiconiumformiat (1 Mol) und 2688 Gewichtsteile Hexamethylendiisocyanat (16 Mol) werden wie unter t)
beschrieben umgesetzt und gereinigt. Hexariethylendiisocyanat-Restgehalt: o,5 Gewichts-%
z/a NCC-Gehalt des Polyisocyanat-Gemisches: 21,8 %
e) 172 Gewichtsteile des N-,N'-Bisformy!hexamethylendiamin^
und 672 Gewichtsteile (= 4 Mol) Hexamethylendiisocyanat werden gemäß b) umgesetzt und gereinigt. Hexamethylendiisocyanat-Restgehalt:
o,4 Gev^ichts-^o 73 ITCO-Gehalt des Polyformyl-polyharnstoff-polyisocyanats:
21,4 %
Le A 15 9oo - 26 -
609887/0894
Die erhaltenen N-Formylgruppen enthaltenden Polyisocyanatmischungen
zeigen alle bei 4-\röchentlicher Lagerung bei 5o°C
eine erhöhte Beständigkeit gegenüber Beispiel 1 und zeigen nach der analytischen Bestimmung des Hexamethylendiisocyanats
nach der Methode der Dünnschichtchromatographie folgende gegenüber Beispiel 1 stark verminderte Monomerengehalte:
a) ο, 6 %
b) o,7 % .
c) o,6 %
d) o,6 %
e) o,5 %
Der Biuretpolyisocyanatanteil liegt bei allen Polyisocyanaten a) bis e) aufgrund der gelchromatographlschen Bestimmung
etwa zwischen 29 und 34 Gewichts-%. Der Gehalt an -N(CHO)-CO-NH- liegt jeweils zwischen 7 und 9 Gewichts-
Beispiel 6 ■ . " ■ " . ■
Zin aus 1 Mol Wasser und 16 Mol Hexamethylendiisocyanat hergestelltes
und durch Dünnschichtdestillation gereinigtes Biuretgruppen enthaltendes Polyisocyanatgemisch besitzt eine
Viskosität von 3o49, einen NCO-Gehalt von 23,5 und einen Restgehalt von Hexamethylendiisocyanat von o,4 Gewichts-%.
Es weist im Gelchromatogramm folgende Komponentenverteilung
auf: ' - .
Hexamethylendiisocyanat
Dimeres Hexamethylendiisocyanat (= Uretdion) Molgewicht 336
Triisocyanatohexylbiuret Kolgewicht 478
o,4 Gewichts-% ca. 4,5 Gewichts-% ca. 51,5 Gewichts-%
Polyisocyanatobiuret Molgewicht 789
Le A 15 9oo
- 27 -
ca. 17,4 Gewichts-%
SG9887/0894
37130
Folyisocyanato-polybiuret Molgewicht 1o99
ca. 8,9 Gewichts-%
Polyisocyanatopolybiuret Molgewicht 141 ο
Polyisocyanato-polybiuret olgewicht 172o
Köhermolekulare Polyisocyanate—
polybiurete mit möglicherweise Uretdion- und Isocyanuratgruppen Kolgewicht
> 17oo
ca. 7,0 Gewichts-%
ca. 3,o Gewichts-% ca. 7,o Gewichts-%
Dieses Biuretpolyisocyanatgemisch zeigt bereits nach 4-wöchentlicher
Temperung bei 5o°C einen Wert von o,9 Gewichts-% an nonomerem Hexamethylendiisocyanat und überschreitet somit die
festgelegte Hexamethylendiisocyanat-^Monomerengrenze von
o,7 Gewichts-% um + o,2 Gewichts-%. Mischt man jedoch 1oo Ge\?ichtsteile dieses Polyisocyanatgemisch.es mit 1oo Gewichtsteilen des in Beispiel 2 beschriebenen N-Formylgruppen enthaltenden
erfindungsgemäßen Polyisocyanat-Gemisches, so erhält
man eine Mischung, die bei 4-wöchentlicher Temperung
bei 5o C noch im Bereich der 0,7%-Grenze bleibt, und im Dünnschichtchromatogramm
einen Gehalt von o,7 % Hexamethylendiisocyanat aufweist.
Besonders interessante, erfindungsgemäß stark viskositätsvermindernde
N-Formylgruppen enthaltende Polyisocyanatgemische erhält man nach der Verfahrensweise des Beispiel 2,
jedoch werden 2o Mol Hexamethylendiisocyanat mit 1 Mol Ameisensäure umgesetzt. Die Reinigung erfolgt ebenfalls wie
in Beispiel 2; Restmonomerengehalt o,4 Gewichts-% Hexa-
Le A 15 9oo
- 28 -
503887/Q834
methylendiisocyanat. Die erfindungsgemäße Polyisocyanat-Mischung
besitzt überraschenderweise lediglich eine Viskosität von etwa 35o cP/2o C. Es besteht aufgrund der gelchromatographischen
Analyse aus folgenden Komponenten: ·
Komponentenverteilung: Hexamethylendi is ο cyanat
N-Formyldiisocyanato-hexylharnstoff,
Molgewicht
TriisocyanatohexyIbiuret
Molgewicht 478
Polyformyl-polyharnstoffdiisocyanate Molgewicht 678
Polyformyl-polyharnstoif-polyisocyanate
+ Polyisocyanatopolybiurete, Kolgewicht 1114
)ff und
Höhermolekulare Polyisocyanate mit Polyformylpolyhamstoj
Polybiuretstruktur Molgewicht >13oo
-N(CHO)-CO-NH-
ca. o,4 Gewichts-%
ca. 5o,8 Gewichts-%
ca. 38,5 Gewichts-%
ca. 4,5 Gewichts-%
ca. 3,9 Gewichts-%
ca. 2 Gewichts-%
ca. 12,8 Gewichts-%
Dieses niedrigviskose Polyisocyanatgemisch stellt ein
vorzügliches reaktives und viskositätsverminderndes Verdünnungsmittel bzw. einen "Flüssigmacher" mit reaktiven,
einlauffähigen NCO-Gruppen für die verschiedensten hochviskosen Diisocyanatpolyadditionsprodukte dar.
Das vorgenannte, extrem niedrigviskose 'erfindungsgemäße
rolyisocyanatgemisch kann auch für alle hochviskosen Biuretpolyisocyanate
der verschiedensten nachstehend genannten Art sowie für Urethangruppen enthaltende Polyisocyanate aus
Trimethylolpropan oder Glycerin als reaktiver Verdünner verwendet
werden, wobei man z. B,in 1:1 Mischung, lösungsmittel-
Le A 15 9oo
- 29 -
24 37 13Π
freie, in ihrer Viskosität stark verminderte Polyisocyanate erhält:
a) Sin nach der deutschen Patentschrift 1 1o1 394 hergestelltes Biuretpolyisocyanat aus Hexamethylendiisocyanat und
7fesser im Molverhältnis 6 : 1 besitzt eine Viskosität von
1o 5oo cP bei 2o°C. v/erden 1 oo Gewichtsteile dieses Polyisocyanates
mit 1oo Gewichtsteilen der in Beispiel 7 beschriebenen
erfindungsgemäßen Mischung aus N-Formylharnstoff-
und N-Polyformyl-harnstoff-polyisocyanate gemischt, so findet man eine Viskosität von nur 25oo cP.
b) Sin aus Trinethylolpropan und Hexamethylendiisocyanat
im Xolverhältnis 1 : 8 hergestelltes und gereinigtes Polyurethan-polyisocyanat-Gemisch zeigt nach der Monome
renbefre iung durch Dünnschichtdestillation eine Viskosität von ca. 12O.OOO cP bei 2o°C. Mischt man dieses PoIyisocyanat
wie unter a) beschrieben mit der erfindungsgemäßen Mischung des Beispiels 7,' so findet man eine
reduzierte Viskosität von etwa 12.5oo cP/2o C.
c) Sin Biuretpolyisocyanat aus 20Mol 3,3,5-Trimethylol-5-isocyanato-methyl-cyclohexylisocyanat
(= Isophorondiisocyanat) und 1 Mol tert.-Butanol besitzt nach der Dünnschichtung
eine Viskosität von 135»5oo cP/2o C. Mischt man
dieses Polyisocyanat wie unter a) beschrieben mit der erfindungsgemäßen Mischung des Beispiels 7, so findet man
eine Viskosität von 12.8oo cP/2o°C.
Stwa um eine 1o-er Potenz verminderte Viskositäten findet
man entsprechend c) bei Biuretpolyisocyanaten aus 1-Keth3,rl-2,4-diisoc3/anatocyclohexan,
4,4'-Diisocyanatodicyclohexylmethan, m-Xylylendiisocyanat, deren Viskositäten ohne
den erfindungsgemäßen reaktiven Verdünner größer als 130.000 cP bei 2o°C sind.
Le A 15 9o<n> -3ο-
609887/0894
Beispiel 8 (Verwendungsbeispiel)
Zu 1o Gewichtsteilen der niedrigviskosen Mischung, a) des Beispiels
7 werden 2o mg eines Zinksalzes der 2-Athylcapronsäure
zugesetzt. Das niederviskose Polyisocyanat läßt sich leicht auf Unterlagen beliebiger Art gießen. Auf Glasunterlagen
aufgebracht, erhält man einen ausgezeichneten Verlauf ohne Zusatz irgendeines Lösungsmittels. Der Lack vernetzt im
Verlaufe von 48 Stunden zu einem elastischen,, lichtbeständigen
Film über durch Reaktion mit Luftfeuchtigkeit entstehende Harnstoffgruppen.
Läßt man 2oo Gewichtsteile des in Beispiel 7 beschriebenen,
extrem niedrigviskosen Polyisocyanatgemiscnes mit o,2 Gewichtsteilen Wasser (= in 2 Gewichtsteilen Äthylglykolacetat gelöst)
abreagieren, so entsteht bei Raumtemperatur nach ca. 3 "Wochen durch Harnstoff-Verknüpfung und Biuretisierung unter
COp-Entwicklung die folgende gelchrbmatographisch ermittelte
Komponentenverteilung, wobei die Ausgangsviskosität des Produktes von 35o cP auf ca. 1723 cP/2o°C gesteigert wird. .
Dabei bleibt das erhaltene Polyisocyanatgemisch vollständig klar und es tritt auch nicht spurenweise Bildung von unlöslichen
Polyharnstoffen ein. Das Endprodukt zeigt im GeI-chromatogramni
gegenüber der Komponentenverteilung des Beispiel 7 folgende Zusammensetzung und Erhöhung der Molekulargewichtsbereiche
an:
Komponentenverteilung:
Hexamethylendiisocyanat ca. o,5 Gewichts-%
N-Formy1diisοcyanato-
hexylharnstoff, Molgewicht 338 . ca. 3o,6 Gewichts-%
Triisocyanatohexylbiuret,
Molgewicht 478 ca. 15,5 Gewichts-%
Le A 15 9oo - 31 -
509887/083.4
Polyformyl-polyharnstoff-
diisocyanate, Molgewicht 678 ca. 15,1 Gewichts-%
Polyfornyl-polyharnstoff-
polyisocyanate, Molgewicht 1o18 ca. 7,7 Gewichts-%
Polyformyl-polyharnstoff-polyisocyanate
+ Polyisocyanatopolybiurete, Molgewicht 1114 ca. 5,4 Gewichts-%
Höhermolekulare Polyisocyanate
mit Folyformyl-polyharnstoff- und
Polybiuretstrukturen
Molgewicht > 17oo ca. 25,4 Gewichts-%
Aus dem Vergleich mit der Komponentenverteilung des Beispiels läßt sich erkennen, daß durch die Wasserreaktion das
Spektrum der hochmolekularen Polyformyl-polyharnstoff-polyisocyanate
und Polyisocyanato-polyMurete sich um ca. 22,5 Gewichts-% in Richtung der höhermolekularen Bereiche
verschoben hat.
Dieses Beispiel zeigt eine weitere vorteilhafte Verfahrensvariante in der Herstellung der erfindungsgemäßen Polyisocyanat-Mischungen,
wobei fast wasserhelle Polyisocyanat-Mischungen erhalten werden:
1oo8 Gewichtsteile Hexamethylendiisocyanat (6 Mol) werden unter fortlaufender Entfernung des gelösten Luftsauerstoffs
durch einen trockenen Stickstoffstrom auf 6o°C erwärmt. Nun werden bei 14 Torr aus einem an die Rührapparatur angeschlossenen
Kölbchen 23 Gewichtsteile wasserfreier Ameisensäure (o,5 Mol) im Verlaufe von 2 Stunden eingesogen. Es wird
1 Stunde nachgerührt, wobei alles Kohlendioxid aus dem Reaktionsansatz entbunden wird. Anschließend wird die Temperatur
auf 850C gesteigert, wobei in der zweiten Stufe etwa
6,5 Liter Kohlenoxid entbunden werden. Durch Nachrühren bei
Le A 15 9oo - 32 -
12o°C wird die Gas-Abspaltung vervollständigt.
Durch wiederholte Extraktion des Reaktionsgemisches mit η-Hexan (4-malige Extraktion) wird monomeres Diisocyanat
aus dem Polyisocyanatgemisch entfernt. Räch der Entfernung
des Extraktionsmittels erhält man ein Polyisocyanat-Gemisch mit extrem verminderter Viskosität, das etwa 42 Gewichts-%
des N-Formylharnstoffdiisocyanats der Konstitution
HC
OCN-(CHg)6-H-C-NH-(CHg)6-NCO
OCN-(CHg)6-H-C-NH-(CHg)6-NCO
und etwa 15 Gew.-96 -N-(CHO)-CO-NH- enthält. Ausbeute: 376 Gewichtsteile; NCO-Gehalt: 24,8 %;
Viskosität bei 2o°C: 73o cP
Interessant ist die Verwendung von wasserfreier Oxalsäure oder Oxalsäuredihydrat als biuretisierendes und gleichzeitig
formylierendes Mittel. So erhält man bei der Umsetzung von
1 Mol Oxalsäure mit 32 Mol Kexamethylendiisocyanat gemäß
Beispiel 2 nach erfolgter Reinigung erfindungsgemäße N-Formylgruppen
enthaltende Polyisocyanat-Gemische, die eine Viskosität von etwa 15oo cP bei 2o C besitzen. Restmonomeren-Gehalt:
o,4 Gewichts-% Hexamethylendiisocyanat. Das Polyisocyanat-Gemisch mit einem % NCO-Gehalt von 22,8 besitzt
etwa einen Anteil von 25 Gewichts-%
H
C=O
C=O
OCN-(CHg)6-N-C-NH-(CHg)6-NCO
0
und 11 Gew.-96 -N(CHO)-CO-NH-.
und 11 Gew.-96 -N(CHO)-CO-NH-.
Le A 15 9oo - 33■-
5G9B87/Ö8S4
2/ O ' 7 1 "i Π
JH
Zur Herstellung eier erfindungsgemäßen N-Formylgruppen besitzenden
Polyisocyanat-Mischungen lassen sich auch andere Ameisensäure-abspaltende Mittel einsetzen, wie nachstehend gezeigt
wird.
Man verfährt wie in Beispiel 2, verwendet 6 Mol Hexamethylendiisccyanat
und als Biuretisierungs- und Formylierungsmittel wirkende Substanzen die folgenden Verbindungen in einer Menge
von jeweils o»5 KoI, d.h. man arbeitet bei der Formulierung
und Biuretisierung in Kolverhältnis 12 : 1:
a) 3o,5 Gewichtsteile Ammoniumformiat
b) 33 Gewichtsteile Methylammoniumformiat
c) 22 Gewichtsteile N,N'-Dimethy!harnstoff und 11,5 Gewichtsteile 98>oiger Ameisensäure
Zunächst wird die Umsetzung unter Stickstoff als Schutz- und Treibgas bei 12o°C durchgeführt, anschließend wird die
Temperatur auf 145°C gesteigert und es wird bei 4oo mm Hg bei Versuch b) und c) Kethylisocyanat in Kühlfallen bei
-7o C auskondensiert. Man erhitzt weitere 1,5 Stunden auf 15o C. Die Lösungen werden anschließend im Dünnschichtverdampfer
bei o,15 Torr von monomeren Hexamethylendiisocyanat befreit. Man erhält extrem niedrigviskose erfindungsgemäße
Mischungen mit folgenden NCO-Gehalten und mit folgenden
Viskositäten bei 2o C:
a; NCO-Gehalt: 23,3 %; 85o cP/2o°C
b; NCO-Gehalt: 22,4 %; 956 cP/2o°C
cj NCO-Gehalt: 22,9 %; I080 cP/2o°C
Alle Polyisocyanatgemische enthalten aufgrund der gelchromatographischen
Analyse N-Formylharnstoff-diisocyanatgehalte zwischen 3o - 35 Gewichts-^ bzw. einen Gehalt an
-N(CHO)-CO-M- von etwa 5,5 - 7 Gewichts-%.
Le A 15 9oo - 34 -
SO3887/0894
2 U 3 7 1 3 O
Beispiel 13 ·
Unerwarteterweise zeigt dieses Beispiel, daß auch erfindungsgemäße
N-Formylgruppen enthaltende Polyisocyanate mit nur mäßig erhöhten Viskositätswerten hergestellt werden können,
wenn man Hexamethylendiisocyanat und etwa 98%ige Ameisensäure
im Molverhältnis 4:1 (= a) bis 3 : - 1 (= b) entsprechend Beispiel 2 in einem Zweistufenverfahren umsetzt und reinigt:
a) % NCO = 22,8; Viskosität 12oo cF/2o°C .>*■·■
b) % NCO = 18,4; Viskosität 21oo cP/2o°C -
Die erfindungsgemäßen Polyisocyanatmischungen enthalten ca.
15 Gewichts-% an monomerem Diisocyanatohexyl-K-formylharnstoff
und etwa nur 15 Gewichts-% an Biuretpolyisocyanaten. Der Rest besteht aus N—Polyformyl-polyharnstoff-polyisocyanaten.
Gehalt an -N(CHO)-C-NH- etwa 32 - 36 Gew.-%.
It
Bei einem Rest-Monomerengehalt von o,4 Gewichts-% bei a) wird
nach 4-wöchentlicher Temperung bei *5o°C nur ein Anstieg des Monomerengehaltes von o,2 % gefunden. Dieses Beispiel zeigt,
daß also auch bei sehr variabler Komponentenverteilung der erfindungsgemäßen Polyisocyanatmischungen gegenüber den Biuretpolyisocyanaten
des Beispiels 1 und deren 4-wöchentlicher Temperung bei 5o°C eine starke Stabilisierung gegenüber
Mononerenrückspaltung erreicht wird.
Beispiel 14 (Verwendungsbeispiel)
Man verfährt genau wie in Beispiel 5 a), verwendet aber als Katalysator eine Mischung von o,3 Gewichtsteilen Dimethylammoniumchlorid,
o,5 Gewichtsteilen Ν,Ν-Dimethylhydraziniumchlorid
und 1,5 Gewichtsteilen Dimethylcarbamidsäurechlorid als Katalysator und führt die Umsetzung bei einer Temperatur
von 165°C durch.
Gegenüber der unkatalysierten Reaktion wird ein stark beschleunigter
tert.-Butylurethan-Zerfall gefunden, wobei
Le A 15 9oo - 35 -
wiederum ein N-Formylgruppen enthaltendes erfindungsgemäßes
Polyisocyanat-Gemisch stark erniedrigter Viskosität und hoher Wärmefarbbeständigkeit erhalten wird. Ss liefert beim Einbrennen
mit Polyhydroxyverbindungen praktisch farblose Lacke höchster Lichtechtheit und Glanzhaltung.
T, 2ooc: 1337 cP; NCO-Gehalt: 26,15 %; Ausbeute: 234,5 Gewichtsteile.
Unpigmentierte Einbrennlacke aus dem Polyisocyanat-Gemisch
dieses Beispiels bleiben bei 2oo°C lange Zeit farblos, während ohne Katalysator hergestellte Polyisocyanate nach
dem Einbrennen mit Polyhydroxylverbindungen braunstichig verfärbt sind.
Beispiel 15 (Verwendungsbeispiel)
1oo Gewichtsteile eines Polyesters aus 3 Hol Phthalsäure
und 4 Mol Trimethylolpropan (1o,1 %'0'd) werden mit 1oo Gewichtsteilen
eines Gemisches aus gl'eichen Teilen Toluol, Äthylacetat, Butylacetat und Glykolmonomethylätheracetat
sowie 1o5 Gewichtsteilen Titandioxid (= Rutiltype) zu einer Paste verarbeitet. Dieser Paste setzt man weitere 179 Gewichtsteile des Lösungsmittelgemisches und 2 Gewichtsteile Polyvinylmethyläther
zu. Dem pigmenthaltigen Gemisch wird ohne jeden weiteren Lösungsmittelzusatz die erfindungsgemäße Mischung
des Beispiels 2 (= 1o6 Gewichtsteile) als Vernetzer in einer derartigen Menge zugesetzt, daß der Hydroxylgruppen enthaltende
Polyester im NCO/OH-Verhältnis 1 : 1 vernetzt wird. Die Mischungen haben eine ausreichend lange Standzeit. Trägt
man die Lacklösungen auf beliebige Unterlagen auf, so werden nach dem Durchtrocknen hervorragend beständige, elastische
Lacke erhalten. Setzt man den Lackmischungen o,1 Gewichtsteile eines Zinn-II-Salzes der 2-Äthylcapronsäure oder Zink-II-Salze
der 2-Äthylcapronsäure zu, so sind die entstehenden Lacke
bereits nach 24 Stunden hart und kratzfest und beständig
Le A 15 9oo - 36 -
509887/0894
gegen Lösungsmittel, wie z. B. Toluol. Sie zeigen bei künstlicher und natürlicher Belichtung keine Vergilbung
und weisen eine hervorragende Glanzhaltung'auf.
Beispiel 16 (Verwendungsbeispiel)
75 Gewichts-ji£ige Lösungen eines Polyesters aus Phthalsäure
und Triinethylolpropan mit einem Hydroxylgruppengehalt von
3,5 % werden in Athylglykolätheracetat und Methylethylketon
(1:1) mit der nach Beispiel 3 hergestellten erfindungsgeraäßen Polyisocyanat-Mischung (= 22,9 /o NCO-Gehalt, 8o Gewichtsteile)
zu einer Zweikomponenten-Klarlacklösung mit
hervorragendem Verlauf verdünnt, wobei keine Trübung einsetzt. ■
Dieser Mischung werden o,o5o Gewichtsteile an Zink-Salz, der
2-Athylcapronsäure als Katalysator zugesetzt. ¥ird die
Mischung in dünner Schicht auf Oberflächen aufgetragen, so bilden sich bei Raumtemperatur im Verlaufe von 24 Stunden
harte, glänzende und im Licht nicht vergilbende Klarlackfilme.
Beispiel 17 (Verwendungsbeispiel)
a) 2oo Gewichtsteile eines Hexandiolpolycarbonats (OH-Zahl 56)
bzw. 168 Gewichtsteile eines Polyesters aus Adipinsäure,
Keopentylglykol und Hexandiol und 1r4-Butylenglykol (Verhältnis
der Diole 1 : 1 : 1) sowie 2oo Gewichtsteile eines Polyesters aus Adipinsäure und 1 ,.4-Butandiol der OH-Zahl
werden jeweils bei 75 C ohne vorzeitige Vernetzung mit jeweils 3oo Gewichtsteilen des in Beispiel 2 beschriebenen
niederviskosen N-Formylgruppen enthaltenden Polyisocyanats
(= NCO-Gehalt 23,3 56·) gemischt. Hierbei bilden sich
Mischungen von KCQ-Präpolymeren durch Reaktion der linearen Hydroxylpolyester mit den im Überschuß eingesetzten
erfindungsgemäßen Polyisocyanat-Mischungen, ohne
vorzeitige Vernetzungsreaktionen.
Le A 15 9oo - 37 -
2 O 7 130
b) Aus Schmelzen dieser NCO-Präpolymermischungen lassen
sich hochelastische Beschichtungen auf beliebigen Unterlagen herstellen und durch Luftfeuchtigkeit vernetzen.
Sie besitzen gummielastischen Charakter und zeigen eine hervorragende Lichtechtheit,
cj Setzt man den vorgenannten KCO-Präpolymermischungen in
Abvresenheit von Lösungsmitteln £. -Caprolactam, Methyläthylketoxim
, Phenol zu, so bilden sich in langsamer Reaktion die entsprechenden Isocyanat-Abspalter. Durch
Auftragen der bei 9o°C schmelzenden, gut verstreichbaren Abspalter und ihrer Vernetzung mit geschmolzenem Tr irnethylo
!propan -werden elastische, gummiartige Beschichtungen
erhalten.
Le A 15 9oo - 38 -
Claims (2)
1. Gegen Monomerenrückspaltung stabilisiertes Biuretpolyisocyanatgemisch
auf Basis von Tris-(isocyanatohexyl)-biuret und dessen höheren Homologen, gekennzeichnet
durch einen solchen Gehalt an organischen Verbindungen mit N-Formylharnstoff-Gruppierungen
ι ■■■■-■
CH .
-N-CO-NH- ,
der einer Konzentration von 1 - ·3β Gewichtsprozent dieser Formylharnstoff-Gruppierungen im Polyisoyanatgemisch
entspricht.
2. Verwendung des Polyisocyanatgemischs gemäß Anspruch 1
als Isocyanatkomponente bei der Herstellung von Polyurethan-Kunststoffen
nach dem Isocyanat-Polyadditionsverfahren. *
Le A 15 9oo - 39 -
SO 9-8-37/Ο'βί
Priority Applications (13)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19742437130 DE2437130A1 (de) | 1974-08-01 | 1974-08-01 | Gegen monomerenrueckspaltung stabilisiertes biuretpolyisocyanat-gemisch |
GB3168075A GB1460685A (en) | 1974-08-01 | 1975-07-29 | Biuret polyisocyanate mixture stabilised against monomer reversion |
LU73105A LU73105A1 (de) | 1974-08-01 | 1975-07-30 | |
BE158760A BE831911A (fr) | 1974-08-01 | 1975-07-30 | Melange de polyisocyanate-biurets stabilise contre la degradation en monomeres |
AU83514/75A AU8351475A (en) | 1974-08-01 | 1975-07-30 | A biuret polyisocyanate mixture stabilised against monomer reversion |
SE7508691A SE7508691L (sv) | 1974-08-01 | 1975-07-31 | Mot monomeraterspeljkning stabiliserad biuretpolyisocyanatblandning till anvendning som isocyanatkomponent vid framstellning av polyuretanplaster |
NL7509158A NL7509158A (nl) | 1974-08-01 | 1975-07-31 | Tegen monomerenterugsplitsing gestabiliseerd biureetpolyisocyanaatmengsel. |
IE171475A IE41439B1 (en) | 1974-08-01 | 1975-07-31 | A biuret polyisocyanate mixture stabilised against monomer reversion |
ES439879A ES439879A1 (es) | 1974-08-01 | 1975-07-31 | Procedimiento para preparar composiciones de poliisocianatosestabilizadas contra la inversion monomerica. |
DK348975A DK348975A (da) | 1974-08-01 | 1975-07-31 | Biuretpolyisocyanatblanding, der er stabiliseret mod spaltning i monomere, og dennes anvendelse |
BR7504922A BR7504922A (pt) | 1974-08-01 | 1975-08-01 | Composicao de biuretopoliisocianato estabilizada contra redissociacao de monomeros |
JP50093265A JPS5152124A (en) | 1974-08-01 | 1975-08-01 | Monomaaheno gyakumodorinitaishiteanteikasareta piuretsutohoriisoshianeetokongobutsu |
FR7524175A FR2280682A1 (fr) | 1974-08-01 | 1975-08-01 | Melange de polyisocyanate-biurets stabilise contre la degradation en monomeres |
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19742437130 DE2437130A1 (de) | 1974-08-01 | 1974-08-01 | Gegen monomerenrueckspaltung stabilisiertes biuretpolyisocyanat-gemisch |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE2437130A1 true DE2437130A1 (de) | 1976-02-12 |
Family
ID=5922193
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DE19742437130 Pending DE2437130A1 (de) | 1974-08-01 | 1974-08-01 | Gegen monomerenrueckspaltung stabilisiertes biuretpolyisocyanat-gemisch |
Country Status (13)
Country | Link |
---|---|
JP (1) | JPS5152124A (de) |
AU (1) | AU8351475A (de) |
BE (1) | BE831911A (de) |
BR (1) | BR7504922A (de) |
DE (1) | DE2437130A1 (de) |
DK (1) | DK348975A (de) |
ES (1) | ES439879A1 (de) |
FR (1) | FR2280682A1 (de) |
GB (1) | GB1460685A (de) |
IE (1) | IE41439B1 (de) |
LU (1) | LU73105A1 (de) |
NL (1) | NL7509158A (de) |
SE (1) | SE7508691L (de) |
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
US6500548B2 (en) | 2000-02-25 | 2002-12-31 | Degussa Ag | Transparent or pigmented powder coating materials with crosslinkers comprising hydroxyalkylamides and blocked nonaromatic polyisocyanates |
Families Citing this family (6)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE3228721A1 (de) * | 1982-07-31 | 1984-02-02 | Bayer Ag, 5090 Leverkusen | Verfahren zur herstellung von modifizierten polyisocyanaten und ihre verwendung |
DE3403278A1 (de) * | 1984-01-31 | 1985-08-01 | Bayer Ag, 5090 Leverkusen | Verfahren zur herstellung von polyisocyanaten mit biuretstruktur |
DE3742181A1 (de) * | 1987-12-12 | 1989-06-22 | Bayer Ag | Verfahren zur herstellung von biuretpolyisocyanaten, die nach diesem verfahren erhaltenen verbindungen und ihre verwendung |
CN106084182B (zh) * | 2016-06-17 | 2018-10-19 | 万华化学集团股份有限公司 | 一种储存稳定的缩二脲多异氰酸酯的制备方法 |
CN115304515B (zh) * | 2022-07-04 | 2023-07-25 | 山东新和成精化科技有限公司 | Hdi缩二脲的制备方法、hdi三聚体和hdi缩二脲的联产方法和联产装置 |
CN115024389A (zh) * | 2022-07-06 | 2022-09-09 | 青岛元农生物科技有限公司 | 一种缓释非蛋白氮添加剂及其制备和使用方法 |
-
1974
- 1974-08-01 DE DE19742437130 patent/DE2437130A1/de active Pending
-
1975
- 1975-07-29 GB GB3168075A patent/GB1460685A/en not_active Expired
- 1975-07-30 AU AU83514/75A patent/AU8351475A/en not_active Expired
- 1975-07-30 LU LU73105A patent/LU73105A1/xx unknown
- 1975-07-30 BE BE158760A patent/BE831911A/xx unknown
- 1975-07-31 DK DK348975A patent/DK348975A/da unknown
- 1975-07-31 NL NL7509158A patent/NL7509158A/xx unknown
- 1975-07-31 IE IE171475A patent/IE41439B1/en unknown
- 1975-07-31 ES ES439879A patent/ES439879A1/es not_active Expired
- 1975-07-31 SE SE7508691A patent/SE7508691L/ not_active Application Discontinuation
- 1975-08-01 FR FR7524175A patent/FR2280682A1/fr active Granted
- 1975-08-01 BR BR7504922A patent/BR7504922A/pt unknown
- 1975-08-01 JP JP50093265A patent/JPS5152124A/ja active Pending
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
US6500548B2 (en) | 2000-02-25 | 2002-12-31 | Degussa Ag | Transparent or pigmented powder coating materials with crosslinkers comprising hydroxyalkylamides and blocked nonaromatic polyisocyanates |
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
JPS5152124A (en) | 1976-05-08 |
NL7509158A (nl) | 1976-02-03 |
BR7504922A (pt) | 1976-08-03 |
SE7508691L (sv) | 1976-02-02 |
ES439879A1 (es) | 1977-03-01 |
AU8351475A (en) | 1977-02-03 |
GB1460685A (en) | 1977-01-06 |
DK348975A (da) | 1976-02-02 |
IE41439L (en) | 1976-02-01 |
FR2280682A1 (fr) | 1976-02-27 |
BE831911A (fr) | 1976-01-30 |
LU73105A1 (de) | 1976-05-31 |
IE41439B1 (en) | 1980-01-02 |
FR2280682B3 (de) | 1978-03-17 |
Similar Documents
Publication | Publication Date | Title |
---|---|---|
EP0330966B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Isocyanuratgruppen aufweisenden Polyisocyanaten | |
EP0000348B1 (de) | Polyuret-Polyisocyanate, Verfahren zu deren Herstellung, sowie deren Verwendung bei der Herstellung von Polyurethankunststoffen. | |
DE2308015B2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Polyisocyanaten mit Biuretstruktur | |
DD212041A1 (de) | Verfahren zur herstellung von arylaliphatischen polyisozyanuraten | |
EP0649866A1 (de) | Lackpolyisocyanate und ihre Verwendung | |
DE4416321A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Allophanatgruppen aufweisenden lichtechten Polyisocyanaten | |
DE1215365B (de) | Verfahren zur Herstellung von hoehermolekularen Polyisocyanaten mit Biuret-Struktur | |
DD246763A5 (de) | Verfahren zur herstellung von polyisocyanaten-polyisocyanuraten | |
EP0133223B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von organischen Polyisocyanaten mit zumindest teilweise blockierten Isocyanatgruppen, die nach dem Verfahren erhältlichen Verbindungen und ihre Verwendung zur Herstellung von Polyurethanen, Einbrennlacken oder wässrigen Polyisocyanatlösungen bzw. -dispersionen | |
EP0012973B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Biuret- und/oder höhere Polyuretgruppen aufweisenden Polyisocyanaten, die nach diesem Verfahren erhältlichen Verbindungen, sowie ihre Verwendung als Aufbaukomponente bei der Herstellung von Polyurethankunststoffen | |
DE2342603C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von Malonsäuredialkylesterblockierten Biuretpolyisocyanaten sowie deren Verwendung | |
EP0341516B1 (de) | Stabilisierte Polyisocyanate | |
DE2437130A1 (de) | Gegen monomerenrueckspaltung stabilisiertes biuretpolyisocyanat-gemisch | |
DE4021659A1 (de) | Bisoxazolane, im wesentlichen aus diesen bestehende oxazolangemische, ein verfahren zu deren herstellung und ihre verwendung als haerter fuer isocyanatgruppen aufweisende kunststoffvorlaeufer | |
EP0183150B1 (de) | Verfahren zur Herstellung von modifizierten Polyisocyanaten und ihre Verwendung in Polyurethananlacken | |
EP0012970B1 (de) | Neue Polyisocyanate, ein Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung | |
DE3151855A1 (de) | Neue isocyanato-isocyanurate sowie ein verfahren zu deren herstellung | |
DE1695520B2 (de) | Isocyanuratgruppen aufweisende polyisocyanate und deren verwendung zur herstellung von polyurethanen | |
DE2619548A1 (de) | Verfahren zur herstellung von biuretgruppen aufweisenden polyisocyanaten | |
DE602005000228T2 (de) | IPDI-PPG Prepolymer mit niedrigem Restmonomergehalt | |
DE69526633T2 (de) | Auf 2-methyl-1,5-pentandiamin basierenden Aldiminen und ihre Verwendung zur Herstellung von Polyharnstoffbeschichtungen | |
EP0726284A1 (de) | Blockierte Polyisocyanate, Verfahren zu ihrer Herstellung und daraus hergestellte Lacke und Beschichtungssysteme | |
EP0132514B1 (de) | Feuchtigkeitshärtende Lacke auf Isocyanatharz-Basis | |
EP0082973B1 (de) | Neue biuretgruppenhaltige Polyisocyanate sowie ein Verfahren zu deren Herstellung | |
DE3420923A1 (de) | Verfahren zur herstellung von isocyanuratgruppen aufweisenden polyisocyanaten, die nach diesem verfahren erhaeltlichen verbindungen und ihre verwendung zur herstellung von polyurethanen |
Legal Events
Date | Code | Title | Description |
---|---|---|---|
OHN | Withdrawal |