DE2431896C2 - Oberflächenstrukturierter Dekorfilm - Google Patents
Oberflächenstrukturierter DekorfilmInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Dekorfilme aus mit Aminoplastharz getränkten und beidseitig beschichteten,
oberseitig strukturierten Trägerbahnen mit einem Darrwert ^4% und ein Verfahren zur Herstellung von
solchen Dekorfilmen. Unter Aminoplastharzen versteht man dabei die aus Harnstoff, Thioharnstoff
und/oder Melamin mit Formaldehyd erhältlichen Umsetzungsprodukte.
Bei der dekorativen Beschichtung von Holzwerkstoffplatten
mit Trägerbahnen, welche mit Aminoplastharz.en getränkt und beschichtet sind, unterscheidet
man zwei verschiedene Arbeitsweisen. Die eine Arbeitsweise kann dadurch charakterisiert werden, daß
die Trägerbahnen mit Lösungen von Aminoplastharzvorkondensaten getränkt, beschichtet und nur so weit
getrocknet werden, daß die erhaltenen Verfahrensprodukte beim Aufpressen auf die Holzwerkstoffplatten
bei erhöhter Temperatur einerseits eine durch ausreichenden Fluß des Harzes geschlossene fehlerfreie
Oberfläche ergeben und andererseits die Harze der Unterseite infolge ihres niedrigen Vorkondensationsgrads
die Verklebung mit weiteren Filmen oder dem Untergrund bewirken. Der Darrwert dieser mit Aminoplastharz
beharzten Trägerbahnen liegt bei 6 bis 8%. Unter Darrwert versteht man dabei die Menge an
flüchtigen Bestandteilen, die entweicht, wenn man den Film in einem Umlufttrockenschrank bei Temperaturen
von 160°C 5 Minuten trocknet.
Eine zweite Verfahrensari besteht darin, daß man die in den Trägerbahnen enthaltenen Aminoplastharzvorkondensate
bei der Trocknung so weit vorkondensiert, daß sie weitgehend ausgehärtet sind, d. h., daß sie einen
Darrwert von <4% haben. Diese weitgehend ausgehärteten Verfahrensprodukte werden dann mittels spe- fo
zicllcr Klcbfilme oder Flüssigleime auf die Oberflächen von Holzwcrkstoffplatten aufgeklebt. Das Harz auf der
Oberseite dieser Verfahrensprodukte darf nicht mehr oder praktisch nicht mehr fließen, d. h. die Oberfläche
muß bereits vor dem Aufklebeprozeß fertig ausgebildet sein. Der Vorteil dieser sogenannten Fcrtigeffeklfilme
besteht darin, daß sie auch von Verbrauchern verwendet werden können, welche nur über Furnierpressen
verfügen und daß man auf die relativ aufwendigen Etagen- oder Kurztaktpressen, die zum Aufpressen der
erstgenannten beharzten Trägerbahnen notwendig sind, verzichten kann,
Die geringe Verformbarkeit der auf der Oberseite der Fertigeffektfilme befindlichen Harze ermöglicht es,
die Oberfläche z. B. mittels eines Prägekalanders zu strukturieren. Beim Aufpressen dieser Filme bleibt die
eingeprägte Struktur weitgehend erhalten. So ist es beispielsweise möglich, in beharzte Trägerbahnen, welche
ein Holzdekor aufweisen, Poren einzuprägen, die dem Fertigeffektfilm nach der Aufleimung und Verpressung
weitgehend natürlichen Holzcharakter verleihen.
Die Beschichtung der Fertigeffektfilme kann ober- und unterseitig mit verschiedenen Aminoplastharzvorkondensaten
erfolgen, die jeweils den geforderten anwendungstechnischen Eigenschaften angepaßt sind. So
kann man für die Oberseite des Fertigeffektfilmes ein Beschichtungsharz verwenden, welches unter Erhalt
der Strukturierung gute und gleichmäßige Oberflä chenbeschaffenheit zeigt, während man für die Unterseite
des Fertigeffektfilmes Harze verwenden kann, welche sich durch eine besonders gute Klebfähigkeit
auszeichnen.
Durch diese Asymmetrie der Beschichtung und durch die Prägung der Fertigeffektfilme, bei der Material
(Harz und Material der Trägerbahn) nach unten gedrückt wird, wird ein die Verarbeitung derartiger Fertigeffektfilme
sehr störender Effekt hervorgerufen: Die auf Format geschnittenen Fertigeffektfilme verwerfen
sich in Laufrichtung, bezogen auf die Filmoberseite, konvex. Durch die so entstehende Krümmung des Fertigeffektfilmes
kann dieser nicht plan auf die zu beschichtende Hozlwerkstoffplatte gebracht werden. Dabei
ergeben sich Störungen beim Einfahren des Preßpaketes in die Presse durch den vorgegebenen Abstand
der Heizplatten der geöffneten Presse. Gelingt aber das Einfahren durch entsprechend weite Beschickungsöffnungen, so bricht der relativ spröde Fertigeffektfilm
beim Schließen der Presse, insbesondere in den Randbereichen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen nachteiligen Effekt zu beseitigen und einen Fertigeffektfilm
mit Strukturierung zu schaffen, der trotz Strukturierung und gegebenenfalls asymmetrischer Beschichtung
plan bleibt.
Überraschenderweise weist diese Eigenschaft ein strukturierter Dekorfilm mit einem Darrwert ;£ 4%dann
auf, wenn er erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet ist, daß das Harz der Unterseite des Dekorfilms einen
niedrigeren Darrwert als das Harz der Oberseite aufweist.
Vorzugsweise ist der Darrwert des Harzes der Dekorfilmunterseite um mindestens 25% kleiner als der
Darrwert des Harzes der Dekorfilmoberseite. Beträgt also der Darrwert des Harzes der Oberseite 4%, muß
der Darrwert des Harzes der Unterseite in diesem Falle 3% oder kleiner sein. Die untere Grenze des Darrwertes
des Harzes der Oberseite ist dadurch gegeben, daß der Film noch zur Handhabung genügend flexibel
sein muß und vor allem für die Porenprägung noch nicht zu spröde und brüchig ist.
Das Harz der Dekorfilmunterseite kann dagegen in weitaus höherem Maße auskondensiert werden, d. h.
auch einen um mehr als 25% niedrigeren Darrwert aufweisen, da man zur Verklebung des Fertigeffektfilmes
auf die Holzwerkstoffplatten nicht unbedingt auf die
Klebceigenschaften des Harzes der Filmrückseite angewiesen
ist und nur noch eine Restklebfähigkeit benötigt, um den Verbund zu Klebfilmen oder der durch
einen Flüssigkleber erzielten Lcimfuge beizubehalten.
Der Darrwert der Harze der Oberseite bzw. derjenigen
der Unterseite des Harzfilmes kann dadurch miteinander vergleichend geprüft werden, daß man jeweils
die Beschichtungsharze mit einer geeigneten Vorrichtung von der Dekoroberfläche abschabt und getrennt
den Gehalt an flüchtigen Bestandteilen bestimmt. to
Die erfindungsgetnäßen, oberseitig strukturierten Dekorfilme können so hergestellt werden, daß man zunächst
in an sich bekannter Weise eine Trägerbahn, vorzugsweise aus Papier, mit der Lösung eines Aminoplasthar/.es
tränkt:, das Verfahrensprodukt vortrocknet und anschließend in einem oder mehreren Arbeitsgängen,
gegebenenfalls mit Zwischentrocknung, unter Verwendung gleicher oder verschiedener Harze beidseitig
beschichtet und diesen mit Aminoplastharzvorkondensat getränkten und beschichteten Dekorfilm dann κ
drucklos durch Einwirkung von Wärme auf einen Darrwert von ^4% trocknet,
Dies bedeutet, daß der Kondensationsgrad der Harze
erheblich erhöht wird. 1st der erwünschte Darrwert erreicht, wird der erhaltene Dekorfilm abgekühlt und,
gegebenenfalls nach einer Zwischenlagerung, mittels eines Prägekalanders strukturiert. Die Kalandrierwalze
weist dabei /.weckmäßig eine Temperatur von 100 bis
13O0C auf.
Um den erfindungsgemäßen Film zu erhalten, wird der strukturierte Dekorfilm abschließend einseitig, und
zwar an der Unterseite, während einer Dauer von 5 bis 20 Sekunden auf eine Temperatur von 80 bis 140° C
erwärmt. Erwärmungsdauer und Temperaturhöhe entsprechen sich dabei indirekt. Bevorzugt ist eine Erwärmung
der Unterseite des Dekorfilmes von 80 bis HO0C
für eine Zeildauer von 10 bis 15 Sekunden.
Die erfindungsgemäßen Verfahrensprodukte bleiben auch bei längerer Lagerung unter verschiedenen klimatischen
Bedingungen plan und lassen sich in üblicher Weise entsprechend dem Stand der Technik verarbeiten.
Claims (3)
1. Dekorfilme aus mit Aminoplastharz getränkten und beidseitig beschichteten, oberseitig strukturier- S
ien Trägerbahnen mit einem Darrwert 5ί4%, dadurch
gekennzeichnet, daß das Harz der Unterseite des Dekorfilms einen niedrigeren Darrwert
als das Harz der Oberseite aufweist.
2. Dekorfilme nach Anspruch 1, dadurch gekenn- <o
zeichnet, daß der Darrwert des Harzes der Unterseite des Dekorfilms um mindestens 25% niedriger
als der Darrwert des Harzes der Oberseite ist.
3. Verfahren zur Herstellung der Dekorfilme nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, ·5
daß man eine Trägerbahn, vorzugsweise aus Papier, in bekannter Weise mit der Lösung eines Aminoplastharzes
tränkt, das Verfahrensprodukt vortrocknet, sodann mit weiterem Harz beidseitig beschichtet,
auf einen Darrwert iS4% trocknet, struk- *>
turiert und anschließend unterseitig für 5 bis 20 Sekunden auf 80 bis 1400C erwärmt.
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19742431896 DE2431896C2 (de) | 1974-07-03 | Oberflächenstrukturierter Dekorfilm |
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DE19742431896 DE2431896C2 (de) | 1974-07-03 | Oberflächenstrukturierter Dekorfilm |
Publications (3)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE2431896A1 DE2431896A1 (de) | 1975-11-27 |
DE2431896B1 DE2431896B1 (de) | 1975-11-27 |
DE2431896C2 true DE2431896C2 (de) | 1977-08-04 |
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