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DE2431896C2 - Oberflächenstrukturierter Dekorfilm - Google Patents

Oberflächenstrukturierter Dekorfilm

Info

Publication number
DE2431896C2
DE2431896C2 DE19742431896 DE2431896A DE2431896C2 DE 2431896 C2 DE2431896 C2 DE 2431896C2 DE 19742431896 DE19742431896 DE 19742431896 DE 2431896 A DE2431896 A DE 2431896A DE 2431896 C2 DE2431896 C2 DE 2431896C2
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
resin
darrwert
film
decorative
decorative film
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE19742431896
Other languages
English (en)
Other versions
DE2431896A1 (de
DE2431896B1 (de
Inventor
Hans Axel Dipl.-Ing. Petnk Bruno; Rose Fritz; Schmich Theo; Walter Peter; 4300 Essen Dietershagen
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Evonik Operations GmbH
Original Assignee
TH Goldschmidt AG
Filing date
Publication date
Application filed by TH Goldschmidt AG filed Critical TH Goldschmidt AG
Priority to DE19742431896 priority Critical patent/DE2431896C2/de
Publication of DE2431896A1 publication Critical patent/DE2431896A1/de
Publication of DE2431896B1 publication Critical patent/DE2431896B1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE2431896C2 publication Critical patent/DE2431896C2/de
Expired legal-status Critical Current

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Description

Die Erfindung betrifft Dekorfilme aus mit Aminoplastharz getränkten und beidseitig beschichteten, oberseitig strukturierten Trägerbahnen mit einem Darrwert ^4% und ein Verfahren zur Herstellung von solchen Dekorfilmen. Unter Aminoplastharzen versteht man dabei die aus Harnstoff, Thioharnstoff und/oder Melamin mit Formaldehyd erhältlichen Umsetzungsprodukte.
Bei der dekorativen Beschichtung von Holzwerkstoffplatten mit Trägerbahnen, welche mit Aminoplastharz.en getränkt und beschichtet sind, unterscheidet man zwei verschiedene Arbeitsweisen. Die eine Arbeitsweise kann dadurch charakterisiert werden, daß die Trägerbahnen mit Lösungen von Aminoplastharzvorkondensaten getränkt, beschichtet und nur so weit getrocknet werden, daß die erhaltenen Verfahrensprodukte beim Aufpressen auf die Holzwerkstoffplatten bei erhöhter Temperatur einerseits eine durch ausreichenden Fluß des Harzes geschlossene fehlerfreie Oberfläche ergeben und andererseits die Harze der Unterseite infolge ihres niedrigen Vorkondensationsgrads die Verklebung mit weiteren Filmen oder dem Untergrund bewirken. Der Darrwert dieser mit Aminoplastharz beharzten Trägerbahnen liegt bei 6 bis 8%. Unter Darrwert versteht man dabei die Menge an flüchtigen Bestandteilen, die entweicht, wenn man den Film in einem Umlufttrockenschrank bei Temperaturen von 160°C 5 Minuten trocknet.
Eine zweite Verfahrensari besteht darin, daß man die in den Trägerbahnen enthaltenen Aminoplastharzvorkondensate bei der Trocknung so weit vorkondensiert, daß sie weitgehend ausgehärtet sind, d. h., daß sie einen Darrwert von <4% haben. Diese weitgehend ausgehärteten Verfahrensprodukte werden dann mittels spe- fo zicllcr Klcbfilme oder Flüssigleime auf die Oberflächen von Holzwcrkstoffplatten aufgeklebt. Das Harz auf der Oberseite dieser Verfahrensprodukte darf nicht mehr oder praktisch nicht mehr fließen, d. h. die Oberfläche muß bereits vor dem Aufklebeprozeß fertig ausgebildet sein. Der Vorteil dieser sogenannten Fcrtigeffeklfilme besteht darin, daß sie auch von Verbrauchern verwendet werden können, welche nur über Furnierpressen verfügen und daß man auf die relativ aufwendigen Etagen- oder Kurztaktpressen, die zum Aufpressen der erstgenannten beharzten Trägerbahnen notwendig sind, verzichten kann,
Die geringe Verformbarkeit der auf der Oberseite der Fertigeffektfilme befindlichen Harze ermöglicht es, die Oberfläche z. B. mittels eines Prägekalanders zu strukturieren. Beim Aufpressen dieser Filme bleibt die eingeprägte Struktur weitgehend erhalten. So ist es beispielsweise möglich, in beharzte Trägerbahnen, welche ein Holzdekor aufweisen, Poren einzuprägen, die dem Fertigeffektfilm nach der Aufleimung und Verpressung weitgehend natürlichen Holzcharakter verleihen.
Die Beschichtung der Fertigeffektfilme kann ober- und unterseitig mit verschiedenen Aminoplastharzvorkondensaten erfolgen, die jeweils den geforderten anwendungstechnischen Eigenschaften angepaßt sind. So kann man für die Oberseite des Fertigeffektfilmes ein Beschichtungsharz verwenden, welches unter Erhalt der Strukturierung gute und gleichmäßige Oberflä chenbeschaffenheit zeigt, während man für die Unterseite des Fertigeffektfilmes Harze verwenden kann, welche sich durch eine besonders gute Klebfähigkeit auszeichnen.
Durch diese Asymmetrie der Beschichtung und durch die Prägung der Fertigeffektfilme, bei der Material (Harz und Material der Trägerbahn) nach unten gedrückt wird, wird ein die Verarbeitung derartiger Fertigeffektfilme sehr störender Effekt hervorgerufen: Die auf Format geschnittenen Fertigeffektfilme verwerfen sich in Laufrichtung, bezogen auf die Filmoberseite, konvex. Durch die so entstehende Krümmung des Fertigeffektfilmes kann dieser nicht plan auf die zu beschichtende Hozlwerkstoffplatte gebracht werden. Dabei ergeben sich Störungen beim Einfahren des Preßpaketes in die Presse durch den vorgegebenen Abstand der Heizplatten der geöffneten Presse. Gelingt aber das Einfahren durch entsprechend weite Beschickungsöffnungen, so bricht der relativ spröde Fertigeffektfilm beim Schließen der Presse, insbesondere in den Randbereichen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesen nachteiligen Effekt zu beseitigen und einen Fertigeffektfilm mit Strukturierung zu schaffen, der trotz Strukturierung und gegebenenfalls asymmetrischer Beschichtung plan bleibt.
Überraschenderweise weist diese Eigenschaft ein strukturierter Dekorfilm mit einem Darrwert ;£ 4%dann auf, wenn er erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet ist, daß das Harz der Unterseite des Dekorfilms einen niedrigeren Darrwert als das Harz der Oberseite aufweist.
Vorzugsweise ist der Darrwert des Harzes der Dekorfilmunterseite um mindestens 25% kleiner als der Darrwert des Harzes der Dekorfilmoberseite. Beträgt also der Darrwert des Harzes der Oberseite 4%, muß der Darrwert des Harzes der Unterseite in diesem Falle 3% oder kleiner sein. Die untere Grenze des Darrwertes des Harzes der Oberseite ist dadurch gegeben, daß der Film noch zur Handhabung genügend flexibel sein muß und vor allem für die Porenprägung noch nicht zu spröde und brüchig ist.
Das Harz der Dekorfilmunterseite kann dagegen in weitaus höherem Maße auskondensiert werden, d. h. auch einen um mehr als 25% niedrigeren Darrwert aufweisen, da man zur Verklebung des Fertigeffektfilmes auf die Holzwerkstoffplatten nicht unbedingt auf die
Klebceigenschaften des Harzes der Filmrückseite angewiesen ist und nur noch eine Restklebfähigkeit benötigt, um den Verbund zu Klebfilmen oder der durch einen Flüssigkleber erzielten Lcimfuge beizubehalten.
Der Darrwert der Harze der Oberseite bzw. derjenigen der Unterseite des Harzfilmes kann dadurch miteinander vergleichend geprüft werden, daß man jeweils die Beschichtungsharze mit einer geeigneten Vorrichtung von der Dekoroberfläche abschabt und getrennt den Gehalt an flüchtigen Bestandteilen bestimmt. to
Die erfindungsgetnäßen, oberseitig strukturierten Dekorfilme können so hergestellt werden, daß man zunächst in an sich bekannter Weise eine Trägerbahn, vorzugsweise aus Papier, mit der Lösung eines Aminoplasthar/.es tränkt:, das Verfahrensprodukt vortrocknet und anschließend in einem oder mehreren Arbeitsgängen, gegebenenfalls mit Zwischentrocknung, unter Verwendung gleicher oder verschiedener Harze beidseitig beschichtet und diesen mit Aminoplastharzvorkondensat getränkten und beschichteten Dekorfilm dann κ drucklos durch Einwirkung von Wärme auf einen Darrwert von ^4% trocknet,
Dies bedeutet, daß der Kondensationsgrad der Harze erheblich erhöht wird. 1st der erwünschte Darrwert erreicht, wird der erhaltene Dekorfilm abgekühlt und, gegebenenfalls nach einer Zwischenlagerung, mittels eines Prägekalanders strukturiert. Die Kalandrierwalze weist dabei /.weckmäßig eine Temperatur von 100 bis
13O0C auf.
Um den erfindungsgemäßen Film zu erhalten, wird der strukturierte Dekorfilm abschließend einseitig, und zwar an der Unterseite, während einer Dauer von 5 bis 20 Sekunden auf eine Temperatur von 80 bis 140° C erwärmt. Erwärmungsdauer und Temperaturhöhe entsprechen sich dabei indirekt. Bevorzugt ist eine Erwärmung der Unterseite des Dekorfilmes von 80 bis HO0C für eine Zeildauer von 10 bis 15 Sekunden.
Die erfindungsgemäßen Verfahrensprodukte bleiben auch bei längerer Lagerung unter verschiedenen klimatischen Bedingungen plan und lassen sich in üblicher Weise entsprechend dem Stand der Technik verarbeiten.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Dekorfilme aus mit Aminoplastharz getränkten und beidseitig beschichteten, oberseitig strukturier- S ien Trägerbahnen mit einem Darrwert 5ί4%, dadurch gekennzeichnet, daß das Harz der Unterseite des Dekorfilms einen niedrigeren Darrwert als das Harz der Oberseite aufweist.
2. Dekorfilme nach Anspruch 1, dadurch gekenn- <o zeichnet, daß der Darrwert des Harzes der Unterseite des Dekorfilms um mindestens 25% niedriger als der Darrwert des Harzes der Oberseite ist.
3. Verfahren zur Herstellung der Dekorfilme nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, ·5 daß man eine Trägerbahn, vorzugsweise aus Papier, in bekannter Weise mit der Lösung eines Aminoplastharzes tränkt, das Verfahrensprodukt vortrocknet, sodann mit weiterem Harz beidseitig beschichtet, auf einen Darrwert iS4% trocknet, struk- *> turiert und anschließend unterseitig für 5 bis 20 Sekunden auf 80 bis 1400C erwärmt.
DE19742431896 1974-07-03 Oberflächenstrukturierter Dekorfilm Expired DE2431896C2 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19742431896 DE2431896C2 (de) 1974-07-03 Oberflächenstrukturierter Dekorfilm

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Application Number Priority Date Filing Date Title
DE19742431896 DE2431896C2 (de) 1974-07-03 Oberflächenstrukturierter Dekorfilm

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE2431896A1 DE2431896A1 (de) 1975-11-27
DE2431896B1 DE2431896B1 (de) 1975-11-27
DE2431896C2 true DE2431896C2 (de) 1977-08-04

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