DE2224336A1 - Erzeugung von Metaboliten durch Synthese in Pflanzenzellen - Google Patents
Erzeugung von Metaboliten durch Synthese in PflanzenzellenInfo
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Description
, EÄTENTÄNW/fCTE
DR. I. MAAS
DR. F. VOITHENLEITNER
DR. F. VOITHENLEITNER
8 MÜNCHEN 40
SCHLEISSHEIMERSTR.299-TEL 3592201/205
SCHLEISSHEIMERSTR.299-TEL 3592201/205
24 154
American Cyanamid Company, Wayne, New Jersey, V.St.A.
Die Erfindung bezieht sich auf die Erzeugung von chemischen Substanzen durch Züchten von Pflanzengeweben unter submersaeroben
Bedingungen in Flüssigkultur und betrifft insbesondere die Herstellung von chemischen Pflanzenstoffwechselprodukten.
Es ist seit vielen Jahren bekannt, daß Pflanzengewebe unabhängig von der ganzen Pflanze durch Züchten des Gewebes
unter Bedingungen vermehrt werden kann, die allgemein den Bedingungen ähnlich sind, die zur Züchtung von Microorganismen
für die Produktion von Antibiotica und dergleichen angewandt werden. Es ist anerkannt worden, daß
solche Pflanzengewebekulturen eine potentielle Quelle für wertvolle chemische Pflanzenmetaboliten, d.h. chemische
Substanzen, die während des normalen Wachstums der Pflanzen erzeugt werden, darstellen. Bisher wurde jedoch diese
Möglichkeit trotz des offensichtlichen Vorteils völlig geregelter Wachstumsbedingungen, die Pflanzengewöbekulturen
im Vergleich zu üblichen Agrikulturmethoden bieten,
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nicht verwirklicht. So wurde bereits vorgeschlagen, wertvolle Pflanzenmetaboliten durch Züchten ganzer Wurzelorgane
unter submers-aeroben Bedingungen in einem geeigneten
wässrigen Nährmedium nach einer Arbeitsweise, die der zur Produktion von Antibiotica angewandten
genau analog ist, zu erzeugen. Diese Technik hat zwar im Laboratorium mäßigen Erfolg erreicht, es erscheint
jedoch unwahrscheinlich, daß sie gewerblich verwertbar ist, hauptsächlich wegen der mechanischen Probleme
der Züchtung und Verarbeitung einer großen Masse von grobem faserartigem Wurzelmaterial. Ein anderer Lösungsversuch
beruhte auf der Züchtung von undifferenzierten einzelnen Zellen der Pflanze. Da selbst eine
einzelne Zelle einer Pflanze die gesamte genetische Information enthält, die für die Pflanze als Ganzes
charakteristisch ist, erscheint die Erwartung begründet, daß die Züchtung von einzelnen Pflanzenzellen unter geeigneten
Bedingungen zur Erzeugung der Metaboliten führt, die normalerweise bei der betreffenden Pflanze auftreten. In
der Tat sind einige Berichte veröffentlicht worden, wonach normale Pflanzenmetaboliten in dispersen nominell
undifferenzierten Zellenwuchssystemen nachgewiesen wurden. Selbst wenn jedoch die Berichte über diese früheren Arbeiten
für bare Münze genommen werden, liegen die erzielten Metabolitkonzentrationen erheblich unter denen,
die bei der normalen Pflanzenentwicklung erreicht werden. Eine solche Züchtung von undifferenzierten Zellen hat
daher keine praktische Anwendung gefunden.
überraschenderweise wurde nun gefunden, daß Pflanzenmetaboliten
in vorteilhaften Mengen durch Suspensionskultur erhalten werden können, indem Organprimordien
einer Pflanze, die den Metaboliten bekanntermaßen entwickelt, durch Verminderung der Konzentration an
2 0 9 8 4 9/0858 or|G)nal
Auxinaktivität in einem wässrigen aeroben Nährmedium mit wachsenden undifferenzierten Zellen oder Zellhaufen
der darin untergetauchten Pflanze erzeugt und die erhaltenen Organprimordien kultiviert werden, bis die
vorteilhaften Mengen an Pflanzenmetaboliten erhalten werden.
Dies wird erreicht/ indem ein wässriges Nährmedium mit kräftig wachsenden undifferenzierten Zellen der
Pflanze, die bekanntermaßen den Metaboliten entwickelt,
inokuliert wird. Die undifferenzierten Zellen werden in dem Medium einige Zeit unter submers-aeroben Bedingungen
in Gegenwart einer Substanz, die dem Medium Auxinaktivität verleiht, wachsen gelassen. Dann wird
die Konzentration der Auxinaktivität vermindert, wodurch eine Redifferenzierung der Pflanzenzellen unter
Auftreten von Pfanzenorganprimordien und der gleichzeitigen
Entwicklung des Metaboliten stattfindet. Die redifferenzierten Pflanzenzellen in dem Medium werden
einige Zeit unter submers-aeroben Bedingungen wachsen gelassen, wodurch eine Masse erzeugt wird, die als "reife
Vollmaische" bezeichnet wird. Dieses Wachstum führt zur Ansammlung vorteilhafter Mengen der Metaboliten, die dann
durch übliche Methoden isoliert und gewonnen werden.
Der Begriff "Primordium" , wie er hierin verwendet wird, bezeichnet ein rudimentäres Organ, das analoge mikroskopische
Strukturelemente enthält, wie sie in dem entsprechenden
Organ des normalen Pflanzenembryos in einem Abschnitt seiner Entwicklung zu sehen sind. So können die
Primordien Wurzelprimordien," die embryonalem Wurzelgewebe
erkennbar, ähnlich sind, Cotyledonprimordien, die den
Embryonalstufen der Cotyledonentwicklung ähnlich sind,und
Stengel- und Sproßprimordien, die wiederum solchen Teilen des normalen Embryos in einem Abschnitt seiner Entwicklung
analog sind, sein. Unter gewissen Umständen können
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~4~ 2 2 2 Λ 3 3 G
komplexere Primordien auftreten, die Elemente von mehr
als einer embryonalen Komponente enthalten, und in manchen Fällen können sogar ganze embryoidale Strukturen
erscheinen, die dann als Primordien der ganzen Pflanze angesehen werden.
Es ist für das erfindungsgemäße Verfahren wesentlich, daß die undifferenzierten Zellen oder Zellhaufen
unter Bedingungen, die für die Redifferenzierung und die Ausbildung von Primordien günstig sind, weiter gezüchtet
werden. So wurde gefunden, daß in solchen Fällen, in denen keine Zelldifferenzierung aufgetreten ist oder ihr
Auftreten behindert worden ist, keine Bildung von normalen chemischen Metaboliten stattfindet. Diese Ergebnisse
stehen im Widerspruch zu einigen der veröffentlichten Arbeiten über Einzelzellkulturen und die der Erfindung
zugrundeliegenden eigenen Versuche stützen im Gegenteil die Theorie, daß die Bildung chemischer Metaboliten, die
in geringem Ausmaß in nominell undifferenzierten Zellsystemen
von früheren Bearbeitern beobachtet wurde,
wahrscheinlich durch das Vorliegen '/on differenzierten
Zentren in Zellhaufen der Systeme bedingt war, wenn dies auch nicht erkannt wurde. Jedenfalls werden erfindungs·
gemäß Wachstumsbedingungen angewandt, die zur Bildung von Primordien in beträchtlichem Ausmaß führen, während bisher
Wachstumsbedingungen gewählt wurden, die für die Erhaltung von undifferenzierten Zellen günstig waren, d.h.
die Bildung von Primordien wurde absichtlich verhütet.
Als Beispiele für die Arten von chemischen Pflanzenmetaboliten, die auf dem erfindungsgemäßen Wege erhalten
werden können, sind zu nennen: Alkaloide, zum Beispiel Strychnin und Brucin aus Strychnos-Arten;
die Rauwolfiaalkaloide aus Rauwolfia- oder Alstonia-Arten;
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Vinblastin aus der Art Catharanthus (früher Vinca); Atropaalkaloide aus den Arten Beta vulgaris und Malva;
Farbstoffe aus den Arten Indigofera, Rhus, Beta und Lawsonia;
essentielle öle aus den Arten Mentha, Lavandula und Rosa; Pesticide aus den Arten Chrysanthemum, Derris
und Lonchocarpus; Harze aus Pinus- und Juniperusarten;
Kautschuk aus den Arten Parthenium argentatum, Heva, Ficus und Taraxacum; Aromastoffe aus den Arten Sassafras,
Smilax und Betula; Herzglycoside aus Convaleria und Digitalis; usw. Eine ausführliche Aufstellung von nützlichen
Pflanzenmetaboliten kann aus Handbüchern entnommen werden. Die Natur der chemischen Pflanzenmetaboliten,
die erfindungsgemäß erhältlich sind, kann jedoch nicht mit Hilfe von einzelnen Pflanzengattungen (genera) oder
-familien (familiae)und noch weniger mit Hilfe der tatsächlichen Produkte definiert werden, da die Erfindung
allgemeine Anwendbarkeit auf den gesamten samenbildenden Teil des Pflanzenreichs, d.h. auf den Stamm (phylum)
Spermatophyta hat, der einige 300 QOO Arten (species) umfaßt.
Für die Durchführung des submersed Züchtiangsverfahrens
nach der Erfindung wird ein wässriges Medium wsrweadet,
das eine oder mehrere metabolisierbare Kohlenstoffquellen,
zum Beispiel Kohlenhydrate oder Fettsäurederivat©, und eine
assimilierbare Quelle für Stickstoff, zum Beispiel Nitrationen, Ammoniuraionen, Glycin oder Harnstoff enthält.
Die Bedürfnisse der verschiedenen Typen von Pflansengewebe sind im einzelnen etwas unterschiedlich. Stoffe wie
Glucose, Saccharose, Maissirup, Stärke, Dextrose und andere Substanzen dieser Art können jedoch als bevorzugte
Kohlenstoffquelle verwendet werden. Außerdem enthält das
Nährmedium Mineralsalze, darunter Phosphate, Chloride, Sulfate und Metalle, darunter Natrium, Kalium, Calcium,
Magnesium und solche Elemente, die in Spurenmengen erforderlich sind. Die Spurenmetalle sind normalerweise als
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Verunreinigungen in allen außer den am höchsten gereinigten anorganischen Verbindungen enthalten. Wenn gereinigte
Chemikalien in den Medien verwendet werden, können sie eigens zugesetzt werden. Der optimale Mineralbedarf
der jeweils verwendeten Kultur kann durch Routineversuche ermittelt werden. Häufig sind Mischungen von Metallsalzen,
wie sie in Medien für Pilzfermentationen verwendet werden, sehr geeignet. Eine weitere Komponente der Grundmedien
außer einer Kohlenstoffquelle, einer Stickstoffquelle
und Mineralsalzen sind Vitamine. Im allgemeinen können wenigstens eines oder mehrere der üblichen Vitamine für
ein optimales Wachstum der Pflanzengewebe in dem erfindungsgemäßen Verfahren erforderlich sein. Zu diesen
Vitaminen gehören Thiamin, Riboflavin, Pantothensäure und Niacin. Durch eine Mischung dieser Vitamine wird ein
befriedigendes Wachstum gewährleistet. Besonders vorteilhaft ist eine rohe Vitaminquelle, zum Beispiel Hefeextrakt.
Wie im Fall der Mineralsalze kann der Vitaminbedarf des jeweils verwendeten Gewebes verhältnismäßig leicht festgestellt
werden. Im allgemeinen wird eine mit Mineralen und Vitaminen verstärkte Kohlenhydratlösung zur Züchtung
der Pflanzengewebe verwendet. Geeignete Bereiche für die Nährstoffe in Milliäquivalent pro Liter sind Kalium, 2 bis 20;
Ammonium, 5 bis 50; Magnesium, 0,2 bis 2; Calcium, 0,5 bis 5; Phosphor, 0,25 bis 2,5; und Nitrat, 0 bis 50. Kohlenhydrate
werden zweckmäßig in Mengen von 5 bis 50 g/l und vorzugsweise 10 bis 30 g/l angewandt. Wenn eine auxinaktive
Substanz zur Förderung des richtigen Wachstums eines undiffsrenzierten Pflanzenmaterials verwendet wird,
soll sie in festen oder flüssigen Medien in sehr verdünnter Konsentration angewandt werden. Geeignet ist eine
—4 =-? ~6
1 χ 10 bis 0,5 χ 10 ' und vorzugsweise etwa 5 χ 10 molare Konzentration, jedoch können etwas höhere oder
niedrigere Konzentrationen angewandt werden«
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Der Begriff "Auxin", wie er hierin verwendet wird, ist eine allgemeine Bezeichnung für die wuchsfördernden
Phytohormone oder wachstumsregulierenden Bestandteile von Pflanzen. Zu natürlichen Auxinen, d.h. Substanzen,
die wachstumsregulierende Aktivität zeigen und in lebenden ganzen Pflanzen vorkommen, werden im allgemeinen 3-Indolessigsäure
und gewisse Derivate davon gerechnet, zum Beispiel ihre Ester, Glycoside, usw. Auxinaktive Substanzen umfassen
die natürlichen Auxine sowie künstlich hergestellte chemische Verbindungen, die wachstumsfördernde
phytohormonale Aktivität besitzen. Auxinaktive Substanzen
werden manchmal als das Wachstum von embryonalen Zellen stimulierende Stoffe bezeichnet. Typische auxinaktive
Substanzen, die für die erfindungsgemäßen Zwecke geeignet sind, sind allgemein bekannt. Beispiele dafür
sind 3-Indolessigsäure, 3-Indolbuttersäiire, 1-Naphthalinessigsäure,
p-Chlorphenoxyessigsäure, 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure,
2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure und dergleichen. Ebenfalls bekannt sind "Antiauxin"-Verbindungen,
d.h. Verbindungen, welche die phytohormonale Aktivität der auxinaktiven Substanzen hemmen oder neutralisieren
können. Typische bekannte Antiauxine sind beispielsweise 1-Naphthoxyessigsäure, Zimtsäure, Tropasäure, 2,3,5=
Trijodbenzoesäure und 2,4,6-Trichlorphenoxyessigsäure»
Verschiedene Nährmedien für die Züchtung von undifferenzierten
Pflanzenzellen sind in der Literatur beschrieben worden. Beispielsweise besteht ein adaptierter
Ansatz eines von P.R.White in der Literatur angegebenen
Mediums aus folgenden Bestandteilen:
ORIQiMAL INSFEOTiD 209849/0858
"•ft —
222A336
Konzentration Komponente mg/1
Calciumnitrat 200
Magnesiumsulfat 360 Kaliumnitrat 80
Kaliumchlorid 65
Natriumsulfat 200 Natriumdihydrogenphosphat 16,5
Ferrosulfat 2,5
Kaliumjodid 0,75
Manganosulfat 4,50
Zinksulfat 1,50
Borsäure 1,50
Thiamin 0,1
Pyridoxin 0,1
Nicotinsäure 0,5
Glycin 3,0
Saccharose 20 000
Naphthalinessigsäure nach Bedarf
Geeignet ist ferner das bekannte Grundnährmedium nach Heller, das folgende Bestandteile enthält:
Kaliumchlorid Natriumnitrat Magnesiumsulfatheptahydrat
Natriumdihydrogenphosphathydrat Calciumchloriddihydrat Saccharose
plus folgende Mikronährstoffe:
Ferrichlorid Zinksulfat Borsäure Manganosulfat
Cuprisulfat Aluminiumchlorid Nickelchlorid Kaliumjodid Natriummolybdat
Konzentration | ,0 |
mg/1 | ,0 |
750 | ,0 |
600 | ,1 |
250 | ,03 |
125 | ,03 |
75 | ,03 |
20 000 | ,01 |
1 | ,03 |
1 | |
1 | |
0 | |
0 | |
0 | |
0 | |
0 | |
0 | |
209 8 49/0858 ORIGINAL INSPECTED
Diese Medien sowie die verschiedenen anderen, die ebenfalls in der Literatur beschrieben sind, werden in der erforderlichen
Weise für den jeweiligen Zweck mit auxinaktiven Verbindungen oder Antiauxinen und/oder Cytokinenen
ergänzt. Das jeweilige Grundmedium hat jedoch allgemein keine große Bedeutung, sondern dient lediglich dem Zweck,
das Wachstum eines bestimmten Pflanzenmaterials zu optimieren. Es wurde gefunden, daß das Medium nach Linsmaier und Skoog
(vgl. Beispiel 29) oder das nach Gambory (vgl. Beispiel 10) ein angemessenes Grundmedium ist, aus dem optimale Medien
für Pflanzenmaterial aller Arten entwickelt werden können.
Zur praktischen Anwendung der Erfindung ist es erforderlich, zunächst eine kräftig wachsende undifferenzierte Zellkultur
der gewünschten Species zu erzeugen, und die Kenntnisse auf dem Gebiet der Pflanzengewebekultur haben sieh
nunmehr soweit entwickelt, daß dies nach Belieben durch einfache Experimente geschehen kann. Beispielsweise kann
eine Einzelzellenkultur von Catharanthus roseus durch Inokulieren der Oberfläche von Schrägagar, das aus eisern
Nährmedium, das eine auxinaktive Substanz enthält,, bereitet
ist, mit keimfreien lebenden Stengelabschnitten von
Catharanthus roseus erhalten werden. Vorteilhafterweise wird ein Cytokinen, zum Beispiel Kinetin oder Zeatin„
als Zellteilungshilfsfaktor zugesetzte Das Währmedium enthält die üblichen Hauptmineral·= und Spurenelemente g
eine assimilierbare Quelle für Kohlenstoff und für Stickstoff, zum Beispiel Ammonium- oder Mitrationen, und
vorzugsweise ein oder mehrere Vitamine der B-Gruppe. Nach einer Inkubationsdauer von einigen Tagen bis Wochen bei
15 bis 35 0C wird beobachtet, daß sich an dem ursprünglichen
Inoculumsegment "Kailus"-Gewebe, das aus einem
Verband oder Haufen von unorganisiertem neuem Zellenwuchs
besteht, gebildet hat. Dieses neue Wachstum wird abgeschnitten
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222433B
und aseptisch auf frisches Schrägagar oder vorzugsweise in flüssiges Medium mit der gleichen Zusammensetzung (ohne
das Agar) überführt und auf einer Schüttelvorrichtung, wiederum bei 15 bis 35 0C, inkubiert. Wenn weiteres
Wachstum stattfindet, werden eine Unterteilung und weitere Übertragungen des Zellenmaterials auf frisches
Medium vorgenommen, wobei besonders darauf geachtet wird, daß bevorzugt kleinere Aggregate, die sich in der vorhergehenden
Inkubationsstufe entwickelt haben, übertragen werden. Nach mehreren solchen Übertragungen auf
frisches Medium zeigt sich, daß eine Umwandlung des Materials in eine stärker zerstreute Wuchsform stattgefunden»
hat, und durch sachgemäßes Arbeiten ist es möglich, zu einem System zu gelangen, das praktisch völlig aus einem
Haufen von undifferenzierten Zellen oder einzelnen undifferensierten Zellen besteht, die in dem flüssigen Medium
dispergiert sind. Dies ist der ideale Zustand für die ErhaltungsZüchtung des Stammklons. Mit diesem Material
können nun Selektionen oder Mutationen des Pflanzenorganismus in genau der gleichen Weise vorgenommen werden, wie solche
Maßnahme» bei Mikroorganismen durchgeführt werden. So kann ein® Selektion von neuen Zellkulturlinien (Zellstämmen)
aus einer solchen Population entweder mit oder ohne begleitende Mutationsmaßnahmen aufgrund der Zellmorphologie,
Pigmentbildung (oder deren Fehlen), Wuchsgeschwindigkeit , Wuchsfähigkeit auf einem bestimmten
Medium oder ganz allgemein aufgrund irgendeines der Faktoren erfolgen, die für die klassische Selektion
von industriellen Mikrobenkulturen benutzt werden. Am zweckmäßigsten erfolgt die Selektion aufgrund der
Fähigkeit aur Bildung einer vermehrten Menge des gewünschten
Metaboliten in der produktiven differenzierten Stufe und diese Selektion wird aufgrund von Probeergebnissen
durchgeführt.
0 9 8 4 9/0858
2 2 2 Λ 3 3
Das Medium und andere Wachstumsbedingungen, die nötig sind, um die undifferenzierten einzelnen Pflanzenzellen
oder Zellhaufen zum Redifferenzieren bis zum Punkt der Bildung von Primordien und damit zum Eintritt in die
Phase der Produktion von chemischen Metaboliten zu veranlassen, werden ebenfalls durch Versuche ermittelt. Die
Redifferenzierungsphase des Wachstums kann auf festen Medien oder in halbfesten breiartigen oder flüssigen Medien
durchgeführt werden, die letzteren Medien werden jedoch bevorzugt. Vorzugsweise werden die undifferenzierten
Zellen und Zellenhaufen, die als "Präembryonen" bezeichnet werden können, in einem submers-aeroben flüssigen System
in genau der gleichen Weise gezüchtet, als ob sie Mikroorganismen wären, was sie in gewissem Sinn als freie Zellen
auch sind. Für eine submers-aerobe Kultur wird das Medium nicht durch ein Geliermittel verfestigt, niedere Konzentrationen
von Verdickungsmittel wie Agar oder Methylcellulose können jedoch nützlich sein, um die Viskosität
und damit die Scherwirkung in dem gerührten System zu modifizieren. Sonst enthält das Wuchsmedium wiederum
die üblichen Hauptmineral- und Spurenelementionen, verfügbaren Kohlenstoff, verfügbaren Stickstoff, Schwefel-
und Phosphorquellen und ein oder mehrere B-Vitamine. Allgemein gesprochen wird der Übergang von dem undifferenzierten
Zellenzustand" in die redifferenzierte Phase oder Metabolitenproduktionsphase durch Verminderung der Konzentration
des Wuchsmediums an Auxinaktivität erreicht» Diese verminderte Konzentration an Auxinaktivität kann
durch Überführung der undifferenzierten Zellen in ein Medium mit verminderter Konzentration an Auxinaktivität
oder durch Verdünnen des Mediums der undifferenzierten Wachstumsphase mit frischem Medium, das keine Auxinaktivität
enthält, oder durch Zusatz einer Antiauxinverbindung zu dem undifferenzierten Wachstumsphasenmedium,
nachdem ein brauchbares Ausmaß an undifferenziertem Wachstum erreicht ist, erfolgen. In den Fällen, in denen
2 Π 9 BA 9 / 0 8 5 8
die auxinaktive Substanz metabolisch unbeständig ist, zum
Beispiel 3-Indolessigsäure, kann man die Konzentration
an Auxinaktivität einfach natürlich mittels einer verlängerten Inkubationsdauer absinken lassen. Es ist schwierig
oder unmöglich, einen absoluten Wert für die Auxinaktivität anzugeben, bei dem undifferenziertes Wachstum
erhalten bleibt, da dieser Wert für verschiedene auxinaktive Verbindungen verschieden ist und auch für Zellen
von verschiedenen Pflanzenarten unterschiedlich ist. Diese gegenseitige Abhängigkeit von Species und Auxinaktivitätskonzentration
für aufrechterhaltenes undifferenziertes Wachstum ist wahrscheinlich eine Folge unterschiedlicher
Empfindlichkeit verschiedener Arten gegen bestimmte auxinaktive Verbindungen und kann auch von der Menge an
endogen erzeugtem Auxin abhängen, die sich ebenfalls von einer Art zu einer anderen ändert. Deshalb wird die
optimale Konzentration für eine gegebene auxinaktive Substanz zur Erhaltung undifferenzierten Zellenwachstums
einer gegebenen Pflanzenspecies durch Versuche ermittelt. Durch solche Versuche mit der gebräuchlichsten auxinaktiven
Substanz, nämlich 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure,
wurde gefunden, daß etwa 2 bis 20 χ 10 Mol pro Liter der auxinaktiven Verbindung ausreichen, um undifferenziertes
Zellenwachstum für viele Arten von Pflanzenmaterial zu erhalten. Bei einer zu hohen Konzentration an auxinaktiver
Substanz treten Anzeichen von Toxicität, zum Beispiel schlechtes Wachstum oder sogar Zelltod, auf.
Bei zu niedrigen Konzentrationen an auxinaktiver Verbindung bleibt die gewünschte undifferenzierte Wuchsform
nicht erhalten. Stärker aktive auxinaktive Verbindungen, zum Beispiel 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure, müssen in
geringeren Konzentrationen angewandt werden., als sie
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oben für 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure genannt wurden. Umgekehrt
müssen weniger aktive Auxinsubstanzen, zum Beispiel 1-Naphthalinessigsäure, in etwas höheren Konzentrationen
als den oben für 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure genannten angewandt werden.
Wenn eine Redifferenzierung eines gegebenen Pflanzenmaterials durch Verminderung der Konzentration an Auxinaktivität
herbeigeführt werden soll, ist es selbstverständlich zweckmäßig, wenn die Konzentration an auxinaktiver
Verbindung in dem Medium der undifferenzierten Phase nicht wesentlich höher als die Menge ist, die nötig ist, um gerade
ein Wachstum in der undifferenzierten Form aufrechtzuerhalten. Dann ist nur eine minimale Verdünnung mit auxinfreiern
Medium erforderlich, um die Konzentration an Auxinaktivität auf den Wert zu senken, bei dem eine Redifferenzierung
stattfinden kann. Im allgemeinen ist eine Verdünnung auf wenigstens das doppelte Volumen mit frischem
auxinfreiem Medium erforderlich, um die Auxinaktivität von der Konzentration für das undifferenzierte Wachstum auf
den Wert zu vermindern, der eine Redifferenzierung zuläßt. Verdünnungen in stärkerem Ausmaß ermöglichen die
Anwendung von weniger kritischen höheren Konzentrationen an Auxinaktivität· in der undifferenzierten Phase. Wenn die
Auxinaktivität durch Waschen der undifferenzierten Zellen entfernt wird, dann ist selbstverständlich keine Erhöhung
des Endvolumens erforderlich. Dies gilt auch dann (d.h. es ist keine Volumenerhöhung erforderlich), wenn zur
Verminderung der wirksamen Konzentration an Auxinaktivität ein Antiauxin zugesetzt wird.
Zur Einleitung des differenzierten Wachstums wird das geeignete Medium (mit niedrigerer Auxinaktivität), bezogen
auf sein Volumen,mit 5 bis 50 % der dispersen (undifferenzierten) Wuchsphase inokuliert, die wie oben für
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Catharantus roseus beschrieben erhalten wird, und dann in einem geschüttelten, gedrehten, oder gerührten Gefäß
bei 15 bis 35 0C und vorzugsweise 20 bis 30 C inkubiert,
bis organisiertes differenziertes Wachstum in dem gewünschten Ausmaß stattgefunden hat. Unter diesen Bedingungen
nimmt das organisierte Wachstum die Form von kleinen rundlichen Gebilden, gewöhnlich mit 0,5 bis 4 mm
in ihrer größten Abmessung, an, die eine mikroskopische odjer sogar makroskopische Struktur zeigen, die Strukturen
entspricht, wie sie in einem Organ oder Organen der intakten Pflanze zu sehen sind.
Wenn ein befriedigendes Wachstum in der differenzierten Wuchsphase erreicht ist, d.h. wenn beträchtliche Mengen
des gewünschten Metaboliten entstanden sind, gewöhnlich nach 3 Tagen bis 3 Wochen, wird die Aufschlämmung von
Pflanzenprimordien geerntet und normalerweise anschließend zur Gewinnung des gewünschten Metabolitprodukts aufgearbeitet.
Je nach der Natur des erzeugten Metaboliten kann dies durch Extraktion mit Lösungsmittel oder durch
kurzes Kochen mit anschließender Filtration zur Entfernung der erschöpften festen Pflanzenteile und spezifische
Fällung des gewünschten Produkts oder durch Abtrennung des Produkts durch Adsorption oder durch Ionenaustausch
erfolgen. Die Isolierungsmethode folgt allgemein dem Verfahren, das zur Isolierung des betreffenden Metaboliten
aus ganzen Pflanzen angewandt wird, und die Erfindung liegt nicht in der im Einzelfall angewandten Isolierungsmethode.
In manchen Fällen ist es nicht nötig, das gewünschte Stoffwechselprodukt aus der Masse der Pflanzenprimordien
zu isolieren, sondern diese Masse selbst kann das gewünschte Produkt sein. Beispielsweise kann das erfindungsgemäße
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Verfahren auf die Maiszüchtung mit hohem Lysingehalt ange wandt werden, so daß im Ergebnis billige Saccharose und
Ammonium- oder Nitrationen in hochwertiges Protein umgewandelt werden.
Durch die folgenden Beispiele, in denen sich alle Teile und Prozentsätze auf das Gewicht beziehen, wenn nichts
anderes angegeben ist, wird die Erfindung näher erläutert.
Einleitung und Erhaltung von Kalluswachstum von Beta vulgaris
auf normalem Pflanzenmaterial auf verfestigtem Medium
Samen der gewöhnlichen roten Rübe Beta vulgaris, Varietät Detroit Select Globe, werden auf feuchtem Filterpapier gekeimt
und nach völligem Auskeimen werden die gekeimten Sämlinge durch 5 Minuten langes Eintauchen in 1-prozentige Hatriumhypochloritlösung
sterilisiert. (Von diesem Zeitpunkt ab werden alle Vor.gänge,an denen lebendes Gewebe beteiligt
ist, unter streng aseptischen Bedingungen durchgeführt)» Die Keimlinge werden auf ein feuchtes steriles rundes
Filterpapier überführt^ und in Wurzelsegmente, Hypoeotylsegmente
und Cotyledonsegmente zerschnitten. Jedes dieser Segmente wird in getrennte 10 cm (4") Petrischalen
überführt, die jeweils 30 ml des folgenden Mediums enthalten.
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MS-Medium
Komponente | Konzen tration mg/1 |
|
(Kaliumnitrat | 950 | |
Hauptmineral- | (Ammoniumnitrat | 720 |
ionen und Stick | (Magnesiumsulfatheptahydrat | 185 |
stoffquellen | (Calciumchloriddihydrat | 220 |
(Kaliumphosphat | 68 | |
(Ferrosulfatheptahydrat | 30 | |
(Manganosulfathydrat | 7 | |
(Zinksulfatheptahydrat | 4 | |
Spurenelemente | (Borsäure, wasserfrei | 2 |
(Ammoniummolybdat | 0,1 | |
(Kaliumjodid | 0,4 | |
(Cuprisulfatpentahydrat | 0,12 |
Kohlenstoffquelle
Saccharose
Verfestigungsmittel Agar
Vitamine
(Biotin
(Cholinchlorid
(Inosit
(Nicotinsäure
(Pantothensäure
(Pyridoxin
(Riboflavin
(Thiamin
20000 10000
1000 1 1 1 1 1
auxin-aktive
Verbindung
Verbindung
Cytokinin
2,4-Dichlorphenoxyessigsäure
Kinetin
Destilliertes Wasser bis auf 1 Liter
8 49/0853
Das Medium wird 20 Minuten im Autoklaven bei einem Wasserdampfdruck
von 1,05 atü (15 psig) sterilisiert. Die inokulierten Schalen werden bei 25 0C und gedämpftem Licht inkubiert.
Nach 3 Wochen zeigen sich Klumpen von Kallusgewebe an den Enden mehrerer der ursprünglichen Inokulumstücke.
Einige Schalen sind durch Pilz- oder Bakterienbewuchs kontaminiert und werden verworfen. Der Kallus, der auf den
unkontaminierten Schalen erscheint, wird in 100 ml Kolben überführt, die jeweils 30 ml des gleichen Agarmediums enthalten,
und die Inkubation wird weitere 5 Wochen unter den gleichen Bedingungen fortgesetzt. Nach dieser Zeit
hat genügend Wachstum stattgefunden, so daß Subkulturen
auf mehrere weitere Kolben übertragen werden können.
Einleitung von unorganisiertem Wachstum in flüssigem Medium und Selektion von Subklonen mit gewünschten Wuchseigenschaften
Aus jedem der mehreren Agarsubkulturkolben von Beispiel 1 wird ein Klumpen aus dunkelbraunem Kallusgewebe mit einem
Durchmesser von etwa 8 mm in einen 250 ml-Erlenmeyerkolben
überführt, der 60 ml Medium mit der oben angegebenen Zusammensetzung, jedoch ohne das Agar, enthält. Diese Kolben, die
nun das inokulierte flüssige Medium enthalten, werden auf eine Rotationsschüttelvorrichtung gebracht, die mit 120 UpM
und einem Schüttelkreis von 25 mm arbeitet, und unter ständigem
Schütteln in diffusem Licht 4 Wochen bei 25 0C inkubiert.
Nach dieser Zeit zeigen sich in den verschiedenen Kolben unterschiedliche Ergebnisse, die in gewissem Ausmaß
die unbeabsichtigte Selektion "von Zelltypen i-yänrend
der vorhergehenden Stufen wiedergebeno Einige Kolben zeigen nur einen größeren Kallusklumpen t einige enthalten den
Stammklumpen sowie einige kleinere anscheinend identische
209849/ÖSS
Fragmente, die Sektoren darstellen, die aus dem Stammklumpen
gewachsen sind und während der Inkubation abgebrochen sind, und einige Kolben enthalten abgebrochene Fragmente, die sich
selbst im Aussehen unterscheiden und wahrscheinlich eine weitere Segregation von Zelltypen darstellen. '
Die Kolben, die kleinere Fragmente enthalten,und die Kolben,
die Fragmente mit anderem Aussehen als dem der Stammklumpen enthalten, werden zur weiteren Subkultur ausgewählt. Nach 6
solchen Stufen weiterer Selektion,überführung und Inkubation wird eine Zellkulturlinie erhalten,welche die gewünschten Eigenschaften
eines raschen Wachstums in Schüttelkolben und eines Wachstums in Form von völlig unpigmentierten einzelnen Zellen und
kleinen Aggregaten mit einem Durchmesser von weniger als 0,5 mm aufweist. Diese Aggregate zeigen anders als die Zellen
der Pflanzenteile im Mikroskop keine Feinstruktur. Das Wachstum erfolgt mit solcher Geschwindigkeit, daß ausgehend von
weniger als 1 Volumenprozent Zellen in dem Inokulum das Zellenvolumen nach 2 Wochen langer Inkubation auf der Rotationsschütte!vorrichtung
20 % des gesamten Flüssigkeitsvolumens beträgt. Diese Eigenschaften bleiben bei überführung in dem
gleichen Medium stabil.
Einleitung von differenziertem Wachstum in Form von
Pflanzen-Primordien in submers-aerober Flüssigkultur
Der Inhalt eines der Kolben. mit dispersem nichtpigmentiertem
unorganisiertem Zellenmaterial von Beta vulgaris, wie es in
Beispiel 2 erhalten wird, wird absitzen gelassen, und die überstehende klare Flüssigkeit wird abdekantiert und verworfen.
Die abgesetzten Zellen and Zellhaufen werden zweimal
gewaschen, iaicir jt.wsils 60 mxl au::infreies f liku."ic":■;£■· Medium
209849 /0359
(das Medium von Beispiel 1, jedoch ohne die 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure
und auch ohne das Agar) zugesetzt werden und die freie Flüssigkeit abdekantiert wird, nachdem sich
das Zellenmaterial abgesetzt hat. Dann werden jeweils gleiche Teile der gewaschenen Zellen zum Inokulieren von zehn 250 ml-Erlenmeyerkolben
verwendet, von denen jeder 60 ml des auxinfreien flüssigen Mediums enthält. Die Kolben werden wie
oben auf der Rotationsschüttelvorrichtung drei Wochen bei' 25 0C inkubiert. Während dieser Inkubationszeit erfolgt eine
beträchtliche Vermehrung der Inokulumzellen und -zellhaufen,
und gegen Ende der Inkubationsdauer findet Redifferenzierung statt, wodurch sich eine Aufschlämmung von leuchtend orangefarbenen
und roten Teilchen bildet, die, wie in einem wenig vergrößernden Mikroskop zu sehen ist, fast völlig aus winzigen
Wurzelprimordien bestehen, von denen jedes das normale Pigment der verwendeten ursprünglichen Kulturrasse von
Beta vulgaris in reichlichem Maße enthält.
Beispiel 4 Isolierung des Pigments
Die Aufschlämmung von Wurzelprimordien aus den zehn Kolben
des vorhergehenden Beispiels wird filtriert. Zu diesem Zeitpunkt zeigt sich, daß das gesamte Pigment in der Zellenfraktion
und keines in dem Filtrat, das verworfen wird, vorliegt. Die Zellenmasse wird in 500 ml Wasser wieder
aufgeschlämmt, und die Mischung wird gekocht, wodurch, das
Pigment in die Flüssigkeit abgegeben wird. Durch Filtration werden verbrauchte Zellen, die verworfen werden, von
einem leuchtend-roten Filtrat abgetrennt, das zur weiteren Aufarbeitung langsam durch eine 2,5 cm χ 15 cm(l" χ 6")-
(R) Säule mit Kationenaustauscherharz Dowex 50X2 v geleitet
wird, die praktisch das gesamte Pigment als 5 cm(2") breite leuchtend-rote Bande nahe am oberen Ende der Säule zurückhält.
Das Pigment wird aus der Säule mit Hilfe einer
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1-prozentigen Natriuinbicarbonat lösung eluiert und aus dem Eluat durch Ansäuern auf pH 5, Gefriertrocknen der
Lösung und Extrahieren des freien Betanidinpigments aus dem gefriergetrockneten Produkt mit Methanol isoliert.
Betanidin ist als pflanzlicher Farbstoff zum Färben von Lebensmitteln vorteilhaft.
Beispiel 5 Züchtung von Beta vulgaris-Primordien in größerem Maßstab
Gewaschenes Inokulum wird wie in Beispiel 2 erzeugt, und 1 Kolben dieses Inokulums wird zum Inokulieren einer Zwischenkulturstufe
verwendet, die aus 500 ml des flüssigen Mediums von Beispiel 3 besteht, das in einer 1-Liter-Borsilicatglasflasche
enthalten ist. Nach 8 Tage langem Schütteln mit 120 UpM bei 25 0C wird der gesamte Inhalt
dieser Flasche zum Inokulieren von 10 Liter des gleichen Mediums verwendet, das in einem 20 Liter-Borsilicatglasballon
enthalten ist. Dieses Medium wird dann unter Verwendung eines magnetischen Rührers zur Durchmischung
und unter Durchleiten von steriler Luft mit einer Geschwindigkeit von 1 Liter pro Minute durch einen untergetauchten
Sprühverteiler inkubiert. Das Produkt ist eine rote Aufschlämmung von Wurzelprimordien, die der
Aufschlämmung, die in den Laboratoriumsschüttelkolbenkulturen
erhalten wird, völlig analog ist.
Erzeugung undifferenzierter Zellkulturen von Digitalis purpurea durch Staubbeutelkultur
Von einer im Freien gezogenen Pflanze von Digitalis purpurea wird eine ungeöffnete Blütenknospe abgenommen und durch kurzes
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Eintauchen in 1-prozentige Natriumhypochloritlösung oberflächensterilisiert.
Die Knospe wird unter aseptischen Bedingungen zerschnitten, und die Staubbeutel werden auf
die Agaroberflache einer Petrischale überführt, die 15 ml des verfestigten MS-Mediums, wie es in Beispiel 1 beschrieben
ist,enthält. Nach 18 Tage langer Inkubation bei 28 °C sind mehrere kleine Kallusklumpen zu sehen, die aus den
verpflanzten Staubbeuteln gewachsen sind. Nach weiteren 20 Tagen hat ein umfangreiches weiteres Wachstum der undifferenzierten
Kallusklumpen stattgefunden. Die Kallushaufen werden abgetrennt, auf frische Agarplatten des
gleichen Mediums überführt und auf diesem Medium gehalten, wobei alle 14 Tage eine überführung vorgenommen
wird.
Wachstum undifferenzierter Zellen von Digitalis pupurea als disperse Kultur in Schüttelkolben
Kallushaufen mit einem Durchmesser von etwa 8 mm von einer
Agarplatte von Beispiel 6 werden als Inokulum für fünf Erlenmeyerkolben
verwendet, die jeweils 25 ml flüssiges steriles Medium mit folgender Zusammensetzung enthalten.
MMS-Medium
Konzentration Komponente mg/1
Kaliumnitrat 950
Magnesiumsulfatheptahydrat 185
Calciumchloriddihydrat ' 220
Kaliumdihydrogenphosphat 68
209849/085 8
plus die Spurenelemente, Saccharose, Vitamine, auxinaktive Verbindung und Cytokinen des MS-Mediums.
Nach 18 Tage langer Inkubation wird der Inhalt der Kolben, die das beste und zerstreuteste Wachstum zeigen, vereinigt,
das Zellenmaterial wird absitzen gelassen, die überstehende klare Flüssigkeit wird abgegossen und die Zellenmasse wird
mit 50 ml frischem auxinfreiem MMSR-Medium mit folgender Zusammensetzung gewaschen.
MMSR-Medium | Komponente | Konzentration |
Kaliumnitrat | mg/1 | |
Magnesiumsulfatheptahydrat | 950 | |
Calciumchloriddihydrat | 185 | |
Kaliumdihydrogenphosphat | 220 | |
Ferrosulfatheptahydrat | 68 | |
Manganosulfathydrat | 30 | |
Zinksulfatheptahydrat | 7 | |
Borsäure | 4 | |
Ammoniummolybdat | 2 | |
Kaliumjodid | 0,1 | |
Cuprisulfatpentahydrat | 0,4 | |
Saccharose | O712 | |
Biotin | 20000 | |
Cholinchlorid | 0,1 | |
meso-Inosit | 1,0 | |
Nicotinsäure | lOOO | |
Pantothensäure | 1,0 | |
Pyridoxin | 1,0 | |
Riboflavin | 1,0 | |
Thiamin | 1,0 | |
Kinetin | 1,0 | |
0,06 |
209849/0853
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Die rekonstituierte Zellsuspension wird 5 Minuten lang geschüttelt
und dann erneut absitzen gelassen. Die klare überstehende Flüssigkeit wird abgegossen und verworfen. Die Zellenmasse
wird in der gleichen Weise ein weiteres Mal mit MMSR-Medium gewaschen.
Wachstum von Digitalis pupurea-Zellen unter Redifferenzierungsbedingungen
Die gewaschene Zellmasse des vorhergehenden Beispiels wird
zum Inokulieren von 20 Kolben (250 ml Erlenmeyerkolben) verwendet,
von denen jeder 25 ml MMSR-Medium enthält. Die Kolben werden auf der Rotationsschütte!vorrichtung bei gedämpftem
Licht und 28 0C 10 Tage lang inkubiert. Zu dieser Zeit enthält jeder Kolben eine Vielzahl von kleinen Teilchen,
von denen jedes Teilchen aus einer kleinen Kallusmasse
mit einer oder mehreren ausstrahlenden Primordialwurzeln besteht.
Bei. spiel 9
von Digitalis purpurea
Der Inhalt der Kolben mit Digitalis purpurea-Wurzelprimordiensuspension
aus dem vorhergehenden Beispiel wird vereinigt und unter Schwerkraftwirkung durch ein gefaltetes
Papierfilter filtriert. Die gesammelte feste Masse wird bei 60 C über Nacht getrocknet und liefert 14 g trockenen
Feststoff. 100 mg dieses Produkts werden mit 3 ml 70-prozentigem wässrigem Äthanol eine Stunde bei Rückflußtemperatur
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gehalten, und der äthanolische Extrakt wird durch Zentrifugieren abgetrennt. Der äthanolische Extrakt wird in einem
Stickstoffstrom auf ein Volumen von 0,9 ml eingedampft,
und dieser wässrige Rückstand wird zweimal mit Chloroform extrahiert. Der gesamte Chloroformextrakt wird auf eine
Kieselsäure-Dünnschichtchromatogrammplatte aufgetüpfelt,
und das Chromatogramm wird mit einer Lösungsmittelmischung aus 50 Teilen Cyclohexan, 50 Teilen Aceton und 2 Teilen
Eisessig entwickelt. Nach der Entwicklung wird die Dünnschichtplatte getrocknet und mit einer gesättigten Lösung
von Vanillin in 50-prozentiger wässriger Phosphorsäure besprüht. Die besprühte Platte wird in einem Heißluftofen
15 Minuten auf 120 0C erwärmt. Zu dieser Zeit sind dunkelblau-graue Flecken bei Rf 0,32 und Rf 0,50 zu sehen, deren
Lage mit der von Kontrollflecken von Digitoxin und Digoxin
auf der gleichen Platte genau übereinstimmt. Weitere Steroid-Glycoside sind bei Rf 0,0, 0,05 und 0,80 zu sehen, diese
wurden jedoch nicht positiv identifiziert.
In Töpfen gezogene Schößlinge von Datura stramonium werden
1 cm über dem Boden abgeschnitten, und der abgeschnittene Trieb wird durch 1 Minute langes Eintauchen in 1-prozentige
Natriumhypochloritlösung oberflächensterilisiert. Dann wird der gesamte Trieb in sterilem Wasser gewaschen, und quadratische
Stücke von mehreren Blättern mit 5 mm werden auf die Oberfläche von Agar G(Gamborg)-Medium in 100 mm-Petrischalen
überpflanzt.
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G-Medium | Komponente | Konzentration |
Kaliumnitrat | mcr/1 | |
Ammoniumsulfat | 2500 | |
Natriumdihydrogenphosphatmonohydrat | 134 | |
Magnesiumsulfatheptahydrat | 150 | |
Calciumchloriddihydrat | 250 | |
Ferroäthylendiamintetraacetat | 150 | |
Manganosulfatmonohydrat | 28 | |
Borsäure | 10 | |
Zinksulfatheptahydrat | 3 | |
Natriummolybdatdihydrat | 2 | |
Cuprisulfatpentahydrat | 0,250 | |
Cobaltochloridhexahydrat | 0,025 | |
Kaliumjodid | 0,025 | |
meso-Inosit | 0,750 | |
Nicotinsäure | 100 | |
Thiamin | 1 | |
Pyridoxin | 10 | |
gereinigtes Agar | 1 | |
Saccharose | 1000 | |
2,4-Dichlorphenoxyessigsäure | 20000 | |
Kinetin | 1 | |
0,060 |
Der pH-Wert wird nötigenfalls auf 5,5 eingestellt.
Nach fünf Wochen langer Inkubation in der Dunkelheit bei 28 0C zeigt sich an der Oberfläche und den Rändern der
überpflanzten Blatteile kräftiges Wachstum von Kallushaufen.
Einige dieser Kallusklumpen werden abgetrennt und jeweils aseptisch in 250 ml-Erlenmeyerkolben überführt,
die 50 ml flüssiges G-Medium (Zusammensetzung wie oben, jedoch ohne das Agar) enthalten. Die Kolben
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werden auf der Rotationsschüttelvorrichtung bei gedämpftem Licht und 25 0C inkubiert. Wenn das undifferenzierte Kallusmaterial
wächst, werden in einem Cyclus von 14 Tagen Subkulturen in ähnliche Kolben überführt, wobei das stärker zerstreute
Material gewählt wird, wo es erscheint. Nach drei solchen Selektionen und Überführungen wird eine Zellkulturlinie
erhalten, die die gewünschte Wuchsform in einzelnen Zellen und kleinen Zellhaufen aufweist.
zu Wurzelprimordien
Ein Kolben mit disperser undifferenzierter Zellenkultur von
Datura stramonium, wie sie in dem vorhergehenden Beispiel erhalten wird, wird 6 Tage nach der vorhergehenden überführung
ausgewählt und aseptisch unter Schwerkraftwirkung auf einem 100 Mikron-Nylonsiebfilter filtriert. Die Zellenmasse
wird mit G-Medium, in dem die 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure
fehlt, gewaschen, und die erhaltenen auxinfreien Zellen werden zum Inokulieren einer Reihe von 5 Kolben
verwendet, die jeweils G-Medium enthalten, in denen jedoch die jeweilige Gesamtkonzentration an zugesetzter
2,4-Dichlorphenoxyessigsäure 0,002, 0,004, 0,008, 0,016
bzw. 0,032 mg pro Liter beträgt. Die Kolben werden auf der Rotationsschüttelvorrichtung bei gedämpften Licht
und bei 28 0C 10 Tage lang inkubiert. Zu diesem Zeitpunkt
zeigen die drei Kolben mit den niedrigsten Konzentrationen an zugesetzter Auxinaktivität reichliche Bildung
von Wurzelprimordien.
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Beispiel 12
Isolierung von Hyoscyamin und/oder seines Racemats Atropin aus Kulturen differenzierter Zellen von Datura stramonium
Der Inhalt eines der Kolben aus dem vorhergehenden Beispiel (enthält ursprünglich O,004 mg pro Liter 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure)
wird unter Schwerkraftwirkung durch ein gefaltetes Papierfilter filtriert. Die gesammelte Masse von Wurzelprimordien
wird mit Wasser gewaschen, und die erhaltene feuchte Gewebemasse (7 Gramm feucht) wird mit 5 ml 0,1 η
wässriger Schwefelsäure verrieben. Die freie Flüssigkeit wird durch Zentrifugieren abgetrennt, mit konzentriertem
Ammoniumhydroxid alkalisch gemacht und dreimal mit je 10 ml Chloroform extrahiert. Die vereinigten Chloroformextrakte
werden mit 2 ml 0,1 η Schwefelsäure rückextrahiert, wodurch ein wässriges Konzentrat von Alkaloidprodukten erhalten
wird, das wiederum mit konzentriertem Ammoniumhydroxid alkalisch gemacht und mit O,6 ml Chloroform extrahiert
wird. Der Chloroformextrakt wird auf etwa 50 Mikroliter eingedampft, und die gesamte Menge wird auf die Anfangsstelle einer KiesQlsäuredünnschichtchromatogrammplatte
aufgetüpfelt. Die Platte wird mit einer Lösungsmittelmischung
aus 9 Teilen Chloroform und 1 Teil Diäthylamin entwickelt. Nach Trocknen der entwickelten Platte wird mit
Jodplatinatlösung (0,5 ml 10-prozentige Platinchloridlösung
werden zu 25 ml 2-prozentiger Kaliumjodidlösung gegeben)
besprüht, wodurch sich mehrere Alkaloidflecken zeigen,
von denen der stärkste bei Rf 0,45 in genauer Obereinstimmung mit einem Kontrollfleck von Atropin auf der gleichen
Platte erscheint. Das Alkaloid, das gewöhnlich in Datura stramonium-Pflanzen im natürlichen Zustand gefunden wird,
ist das optisch aktive 1-Hyoscyamin, dieses Material wird
jedoch gewöhnlich in der Medizin in seiner racemisierten Form, die als Atropin bekannt ist, verwendet. Im Chromatogramm
wird zwischen der aktiven Form und der Racematform nicht unterschieden.
2098 4 9/0858
222^336
Beispiel 13
Redifferenzierung von Datura stramonium in Suspensionskultur
zu ganzen Pflanzenprimordien
Sterile Blattausschnitte von Datura stramonium werden als Inokulum für Schüttelkolben verwendet, die G-Medium mit
einem Gehalt von 2 mg/1 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure enthalten.
In 8 Tagen bildet sich Kallus, der auf das gleiche Medium überführt und weitere 10 Tage inkubiert wird, wodurch
eine disperse undifferenzierte Suspension von freien Zellen und kleinen Zellenhaufen erhalten wird. Dieses Zellenmaterial
wird mit auxinfreiem G-Medium gewaschen und als Inokulum für Schüttelkolben verwendet, die das auxinfreie G-Medium
enthalten. Nach 16 Tage langer Inkubation auf einer Pendelschüttelvorrichtung
bei 25 0C zeigt die mikroskopische Untersuchung das Vorliegen einer großen Zahl von Ganzpflanzenprimordien,
d. h. embryoartigen Gebilden, die in ihrer Struktur der "Herz-Phase" und "Torpedo-Phase" der normalen
Pflanzenembryoentwicklung entsprechen.
Erzeugung von Kulturen undifferenzierter Zellen von
Rauwolfia serpentina
Frische im Handel erhältliche von Fruchtfleisch befreite
Früchte von Rauwolfia serpentina werden durch sorgfältiges Zerbrechen der harten Schale und Entnahme des unversehrten
inneren Samens geschält. Die Samen werden durch 5 Minuten langes Eintauchen in 1-prozentige Natriumhypochloritlösung
oberflächensterilisiert und mit sterilem Wasser
2 0 9 8 A 9 / 0 8 5 8 ORIGINAL
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gewaschen. Die sterilen Samen werden durch Inkubieren auf sterilem feuchtem Filterpapier in Petrischalen in einem
Inkubator mit 28 0C gekeimt. Die Keimung setzt in 8 Tagen
ein, und nach etwa 18 Tagen haben sich die Schößlinge vollständig aus der Samenhülle entwickelt. Die sterilen Schößlinge
werden unzerteilt auf die Agaroberfläche von Petrischalen überführt, die MMS-Agar-Medium enthalten, dem
10 Volumenprozent sterile Kokosnußmilch zugesetzt wurden. Nach 2 Wochen sind Kallusmassen auf den Wurzeln, Stengeln
und Cotyledonen der Schößlinge erschienen, und dieses Kallusmaterial wird abgeschnitten und in frisches Medium
der gleichen Art in Petrischalen überführt. Zwei weitere solche Überführungen werden in 2 Wochen-Abständen vorgenommen,
und dann werden ausgewählte Kailusteile in 50 ml-Anteile von flüssigem MMS-KokosnußmiIch-Medium in 250 ml-Erlenmeyerkolben
überführt. In mehreren Kolben tritt disperses undifferenziertes Zellenwachstum auf, und dieses Material
wird dann durch Überführungen in Abständen von 2 Wochen in G-Medium erhalten.
Material
Zwei Kolben mit dem dispersen Wachstum von Rauwolfia serpentina aus dem vorhergehenden Beispiel werden vereinigt,
und die Zellenmasse wird durch Dekantieren mit dreimal ausgetauschtem G-Medium, in dem die 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure
fehlt, gewaschen. Die auxinfreie gewaschene Zellmasse wird als Inokulum für Kolben mit
auxinfreiem G-Medium verwendet, das folgende Zusätze
enthält:
209849/0858
2 2 2 A 3 3 B
1 | kein Zus |
2 | 0,1 mg/1 |
3 | 1,0 mg/1 |
4 | 5,0 mg/1 |
5 | 1,0 mg/1 |
6 | 5,0 mg/1 |
7 | 10,0 mg/1 |
8 | 20,0 mg/1 |
9 | 0,5 mg/1 |
10 | 1,0 mg/1 |
11 | 5,0 mg/1 |
1-Naphthalinessigsäure 1-Naphthalinessigsäure
1-Naphthalinessigsäure 3-Indolessigsäure
3-Indolessigsäure 3-Indolessigsäure 3-Indolessigsäure
2,4-Dichlorphenoxyessigsäure 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure
2 ,4-Dichlorphenoxyessigsäure
Nach 8 Tage langer Inkubation auf der Rotationsschüttelvorrichtung
zeigen die ersten neun Kolben (Kolben 1 bis 9) verschiedene Grade an Redifferenzierung (am Auftreten von
Wurzelprimordien ersichtlich), die von schwacher Redifferenzierung
in Kolben 5 und 9 bis zu ausgedehnter Redifferenzierung in Kolben 1 und 8 reicht. Diese Ergebnisse
stehen in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten relativen Intensitäten der Auxinaktivität der drei verwendeten
Substanzen. 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure ist nämlich wesentlich aktiver als 1-Naphthalinessigsäure, und diese
ist ihrerseits wesentlich aktiver als 3-Indolessigsäure. Durch überführung von Rauwolfia serpentina-Zellen von
G-Medium, das 1 mg/1 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure enthält, auf G-Medium, das keine Auxinaktivität enthält,oder
G-Medium, das 20 mg/1 3-Indolessigsäure enthält, wird also eine Nettoverminderung der Auxinaktivität erzielt,
und es erfolgt die gewünschte Redifferenzierung.
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Beispiel 16
Nachweis der Gegenwart von Reserpin in redifferenziertem Rauwolfia serpentina-Material
Die Flüssigkeit in Kolben 8 aus dem vorhergehenden Beispiel
wird abdekantiert, und das Wurzelprimordien enthaltende feste Material wird im Vakuum 6 Stunden bei 40 0C getrocknet.
Die getrocknete Masse wird in einem Mörser zu einem· Pulver gemahlen, mit 5 ml konzentriertem Ämmoniumhydroxid
befeuchtet und mit 30 ml Benzol verrieben. Die Benzolphase wird durch Zentrifugieren abgetrennt und bei 40 C in einem
Stickstoffstrom zur Trockne eingedampft. Der Rückstand
wird in 2 ml 1 η Salzsäure aufgeschlämmt, und die wässrige
Säure wird mit 2 ml Chloroform extrahiert (das Hydrochloridsalz von Reserpin ist chloroformlöslich). Der Chloroformextrakt
wird zur Trockne eingedampft, der Rückstand wird in 0,1 ml Chloroform aufgenommen, und diese Lösung wird
entlang der Ursprungslinie einer 5 cm χ 20 cm(2"x8")-Kieselsäuredünnschichtchromatogrammplatte
aufgestrichen. Bei Entwicklung mit einer Lösungsmittelmischung aus .16 Teilen
n-Butanol, 1 Teil Essigsäure und 4 Teilen Wasser wird ein Chromatogramm erhalten, das unter einer 365 nm-üV-Lampe
sieben fluoreszierende Banden zeigt, darunter eine mit dem gleichen Rf-Wert (0,61) wie eine authentische Probe
von Reserpin, die in der gleichen Weise auf einer anderen Platte chromatographiert wurde. Die fluoreszierende Bande
bei Rf 0,61 ist offensichtlich kein reines Reserpin, da die Fluoreszenzfarbe wesentlich blauer als bei reinem
Reserpin ist. Deshalb wird diese Bande von der Platte abgeschabt, das Adsorbens wird mit 2 ml Methanol ausgelaugt,
und das Methanoleluat wird durch Massenspektrometrie mit hoher Auflösung untersucht. Das Massenspektrum
zeigt nur eine Gruppe von Banden im Massenbereich von 600 bis 650, die ausgezeichnet mit denen, die bei reinem
Reserpin beobachtet werden, übereinstimmt. Die Feststellung des Maximums der Hauptmassenbande der Gruppe ergibt genau
eine Masse von 608,2724 Masseneinheiten in ausgezeichneter
209 849/0858
2 2 ? Λ 3 3 β
Übereinstimmung mit dem für Reserpin erwarteten Wert, für
das die für das Molekülion berechnete genaue Masse 608,2733 Masseneinheiten beträgt. Damit wird also bewiesen, daß eine
redifferenzierte Suspensionskultur von Rauwolfia serpentina Reserpin erzeugt.
Im Handel erhältliche Pflanzen von Catharanthus roseus (auch als Vinca rosea bekannt) werden wie folgt als Quelle für
vegetatives Gewebe verwendet. Ein Schößling von Catharanthus roseus mit einer Höhe von etwa 100 mm wird 10 mm über der
Bodenoberfläche gekappt, und der gesamte Pflanzentrieb wird durch 2 Minuten langes Eintauchen in eine 1-prozentige Natriumhypochloritlösung
oberflächensterilisiert. Der Pflanzentrieb wird mit sterilem Wasser gewaschen, und Teile werden
davon aseptisch abgeschnitten und auf die Oberfläche von Agar-G-Medium überführt, das in Petrischalen enthalten ist.
Nach 18 Tage langer Inkubation bei 25 0C werden die entstandenen
Kallusauswüchse direkt in 50 ml-Anteile von G-Medium
in 250 ml Erlenmeyerkolben überführt und bei 25 0C auf der
Rotationsschüttelvorrichtung inkubiert. Unabhängig davon, ob das ursprüngliche Pflanzenstück vom Stengel, vom Blattstiel
oder der Blattspreite stammt, zeigt sich rasch ein sehr disperses kräftiges undifferenziertes Wachstum. Die
undifferenzierte Zellsuspension wird durch überführung auf
frisches flüssiges G-Medium nach jeweils 7 Tagen erhalten.
Beispiel 18
Wachstum von Catharanthus roseus als redifferenziertes Material
Ein Kolben mit einer 7 Tage alten undifferenzierten Suspensionskultur
von Catharanthus roseus wird mit 50 ml frischem G-Medium versetzt, in dem 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure fehlt.
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Durch diese Maßnahme wird die ursprünglich in dem Kolben enthaltene
Auxinaktivität auf die Hälfte ihres ursprünglichen Werts verdünnt. Die Hälfte der so vermehrten Zellsuspension wird verworfen,
und die andere Hälfte wird für weitere 7 Tage auf die Rotationsschütte!vorrichtung
gebracht. In dieser Zeit erfolgt ein kräftiger Neuwuchs. Es werden wiederum 50 ml auxinfreies G-Medium zugesetzt
und vermischt, und die Hälfte der erhaltenen Suspension wird verworfen. Die andere Hälfte, die nunmehr höchstens ein Viertel
der Ausgangsmenge an 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure enthält, wird für eine weitere Zeit von 7 Tagen auf die Rotationsschüttelvorrichtung
gebracht. Dieser Zyklus der Verdünnung mit auxinfreiem Medium und Inkubation wird noch dreimal wiederholt, so daß
der Kolben schließlich nur 1/32 der ursprünglichen Menge an 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure
oder in anderen Worten etwa 0,031 mg/1 dieser Auxinaktivität enthält. Bei dieser Konzentration .an Auxinaktivität
erfolgt bei weiterer 4 Tage langer Inkubation eine offensichtliche Redifferenzierung des Catharanthus roseus-Materials
mit Erscheinen von Wurzelprimordien. Catharanthus roseus ist die Quelle für die wichtigen Antitumormittel Vinblastin und Vincristin.
in Suspensionskultur
Samen von Phytolacca americana werden im Handel erworben und 3 Monate
bei 5 0C zwischen Schichten von feuchtem Torfmoos gelegt.
Dann wird der Samen durch 3 Minuten langes Eintauchen in Bromwasser oberflächensterilisiert, mit sterilem Wasser gewaschen und zum
Keimen auf steriles Filterpapier in Petrischalen gelegt. Die Keimung erfolgt prompt, und die entwickelten Triebe werden in ihre
Teile aus Wurzel-, Hypocotyl- und Cotyledonabschnitten zerschnitten, und diese Teile werden direkt in Anteile von 5 ml flüssigem
G-Medium mit einem Gehalt von 6 mg/1 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure in 2,5cmx2Ocm(l"x8")-Reagensgläser auf einer Pende!schüttelvorrichtung
(Schüttelausschlag 2,5 cm, 100 Ausschläge pro Minute) bei 28 C gelegt. Nach 14 Tagen haben sich Kallüsmassen gebildet, es
liegen abgebrochene Stammstücke vor, und es ist ein kräftiges undifferenziertes
Wachstum im Gange.
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Beispiel 20 Redifferenzierung von Phytolacca americana
Die überführung von undifferenziertem Kallus aus dem vorhergehenden
Beispiel auf G-Medium, das nur 0,5 mg/1 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure
enthält, führt zur Redifferenzierung unter Erscheinung von cotyledonartigen Primordien.
Die überführung des undifferenzierten Kallus aus dem vorhergehenden
Beispiel auf G-Medium, das 1 mg/1 1-Naphthalinessigsäure
enthält, führt zu prompter Redifferenzierung, wie sich an der reichlichen Bildung von Wurzelprimordien
zeigt. Phytolacca americana ist die Quelle für das Alkaloid Phytolaccin und für das Forschungsreagens Kermesbeeren-Mitogen.
in Suspensionskultur
Ein Blatt vom dritten Internodium einer im Topf gezogenen Ficus elastica-Pflanze wird abgeschnitten, durch Eintauchen
in 1-prozentige Natriumhypochloritlösung oberflächensterilisiert und ein Teil von 5 cm χ 5 cm wird aseptisch
entfernt. Dieser Teil wird in quadratische Stücke von lern geschnitten, die zum Inoculieren von Schüttelkolben mit
G-Medium verwendet werden. Nach 21 Tage langer Inkubation auf dem Pendelschüttler wird ein kräftiges Wachstum von
undifferenziertem Kallusmaterial beobachtet. Ficus elastica ist die Quelle für indischem Kautschuk.
°R'GiNAL INSPECTED
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Beispiel 22
in Suspensionskultur
Von einem Ficus carica-Baum wird ein junges Blatt abgeschnitten und oberflächensterilisiert. Teile des Blatts
werden zum Inokulieren von Schalen mit Agar-G-Medium verwendet. In 15 Tagen treten kräftig wachsende Kallusklumpen
auf. Diese werden auf flüssiges G-Medium in Schüttelkolben überführt, worauf weiteres Wachstum in
gut zerstreuter Form erfolgt. Bei überführung auf G-Medium,
das 0,5 mg/1 1-Naphthalinessigsäure enthält, findet Redifferenzierung
mit dem Erscheinen von Wurzelprimordien
statt. Ficus carica, die gewöhnliche Fruchtfeige, ist die Quelle für das milchcoagulierende Enzym Ficin.
Beispiel 23 Wachstum von Camptotheca acuminata in Suspensionskultur
Samen von Camptotheca acuminata werden durch 10 Minuten langes Eintauchen in 1-prozentige Natriumhypochloritlösung
oberflächensterilisiert, mit sterilem Wasser gewaschen und auf feuchtem Filterpapier in Petrischalen
gekeimt. Die aufgelaufenen Schößlinge werden ganz in Schüttelkolben überführt, die G-Medium enthalten,und bei
28 C auf der Rotationsschüttelvorrichtung incubiert. Es erfolgt kräftiges Kalluswachstum und nach Überführung
wird eine Zellkulturlinie erhalten, die die gewünschte
disperse Wuchsform zeigt. Camptotheca acuminata ist die Quelle für Camptothecin, ein wichtiges Mittel gegen
Krebs.
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Beispiel 24 Wachstum von Sassafras alibiduitt in disperser Suspensionskultur
Von einem im Wald gewachsenen Sassafras alibidum-Baum werden
grüne neue Ruhetriebe entfernt und durch Eintauchen in 70-prozentiges Äthanol und dann in 1-prozentige Natriumhypochloritlösung
oberflächensterilisiert. Die Triebe werden in 2 bis 5 mm dicke Querschnitte zerschnitten und
diese sterilen Abschnitte werden auf Agar-G-Medium gelegt, um Kallus zu erzeugen. Wenn sich Kallusklumpen gebildet
haben, werden sie in flüssiges G-Medium in Schüttelkolben auf einer Rotationsschüttelvorrichtung überführt. Weitere
Incubation führt zu dispersen Kulturen von undifferenzierten Zellen und Zellhaufen. Sassafras alibidum ist eine Quelle
für den Aromastoff Sassafrasöl und für Safrol.
Beispiel 25 Wachstum von Artemesia absintfaliam ig gadifferenzierter Zellkultur
Sterile Samen von Artemesia absinthium werden gekeimt und die Schößlinge werden auf flüssiges G-Medium überführt und
wie oben beschrieben incubiert. Es bildet sich Kallusgewebe, das nach überführung auf G-Medium kräftig in Form von dispersen
Zellen und Zellhaufen wächst.
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Beispiel 26
Gewaschene undifferenzierte Zellen aus dem vorhergehenden
Beispiel werden zum Inokulieren von Kolben mit G-Medium verwendet, das nur 0,5 mg/1 1-Naphthalinessigsäure als
Auxinaktivität enthält. Es erfolgt prompt Redifferenzierung,
wie das Auftreten von Wurzelprimordien zeigt. Artemesia absinthium wird zur Aromatisierung in Wermutwein verwendet.
Beispiel 27 Wachstum von Nicotiana tabacum in undifferenzierter Zellkultur
Samen von Nicotiana tabacum werden oberflächensterilisiert und auf feuchtem Filterpapier gekeimt. Stengelteile der Schößlinge
werden auf Agar-MS-Medium überführt, worauf sich Kallusmassen bilden. Diese werden auf flüssiges MS-Medium
in Schüttelkolben überführt und selektioniert, wodurch eine dispers wachsende Zellkulturlinie von undifferenziertem
Material erhalten wird.
Beispiel 28 Redifferenzierung von Nicotiana tabacum zu Triebprimordien
Gewaschene Zellen aus dem vorhergehenden Beispiel werden zum Inokulieren von Kolben mit auxinfreiem MS-Medium verwendet
und nach 5 Wochen langer Inkubation in gedämpftem Licht auf einer langsam rotierenden Schüttelvorrichtung
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(60 UpM) zeigt sich kräftige Bildung von grünen Triebprimordien.
Nicotiana tabacum ist eine Quelle für das Alkaloid Nicotin.
Beispiel 29
Erzeugung und Wachstum undifferenzierter Zellen von Lavandula
officinalis in Suspensionskultur
Im Handel bezogene Samen von Lavandula officinalis werden durch Eintauchen in 1-prozentige Natriumhypochloritlösung
oberflächensterilisiert und dann auf feuchtem Filterpapier gekeimt. Die aufgelaufenen Schößlinge werden in 1 cm Segmente
geschnitten und diese Segmente werden auf die Oberfläche von Agar-MS-Medium gelegt, das 6 mg/1 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure
enthält. Nach 6 Wochen werden die entstandenen Kallushaufen in einzelne Schüttelkolben mit
flüssigem MS-Medium überführt und die Kolben, die eine stärker disperse Wuchsform zeigen, werden zur weiteren Überführung
ausgewählt. Zehn solche aufeinanderfolgende Selektionen und Überführungen werden in Abständen von etwa 1 Woche durchgeführt
und die kräftigste Zellkulturlinie wird dann auf LS-Medium, das 6 mg/1 2 ,4-Dichlorphenoxyessigsäure enthält,
überführt, worin ein noch rascheres und kräftigeres Wachstum erfolgt.
LS-Medium | Komponente | Konzentration mg/1 |
Ammoniumnitrat Kaliumnitrat CalciumchlOi-iddihydrat |
1650 1900 440 |
|
2 Π Tk O ■' r- .'" !■", *'■' '■
Magnesiumsulfatheptahydrat Kaliumdihydrogenphosphat Ferroäthylendiamintetraacetat
Borsäure
Manganosulfattetrahydrat Zinksulfattetrahydrat Kaliumjodid
Natriummolybdatdihydrat Cuprisulfatpentahydrat Cobaltochloridhexahydrat
Saccharose
Kinetin
Thi aminhydrochlorid meso-Inosit
Caseinhydrolysat Auxin
370 170 65 6,2 22,3 8,6 0,83 0,25 0,025 0,025 000,0
0,030 0,4 100 1000
Konzentration
von verwendeter auxin-aktiver Substanz und Zweck des Mediums
abhängig»
In diesem LS-Medium besteht das Wachstum von Lavandula ©££icinalis
völlig aus kleinen Haufen (Durchmesser etwa OpI mm)
von völlig undifferenzierten Zellen, die mit einer Verdopplungszeit
des Zellenvolumens von etwa 36 Stunden wachsen? bis die Zellenmasse 100 % des Volumens ausfüllt« Lavandula officinalis
ist die Quelle für Lavendelöl.
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Claims (8)
1. Verfahren zur Erzeugung von chemischen Pflanzenmetaboliten
durch Suspensionskultur, dadurch gekennzeichnet, daß Organprimordien einer Pflanze, die den Metaboliten
bekanntermaßen erzeugt, durch Verminderung der Konzentration an Auxinaktivität in einem wässrigen aeroben
Nährmedium mit submers darin wachsenden undifferenzierten
Zellen oder Zellhaufen der Pflanze erzeugt werden und (b) die entstandenen Organprimordien gezüchtet werden, bis
beträchtliche Mengen des Metaboliten entstanden sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß (a) ein wässriges Nährmedium mit kräftig wachsenden
undifferenzierten Zellen einer Pflanze, die bekanntermaßen den Metaboliten erzeugt, inoculiert wird, (b) das Wachstum
der undifferenzierten Pflanzenzellen in dem Medium einige Zeit unter submers-aeroben Bedingungen in Gegenwart
einer Substanz, die dem Medium Auxinaktivität verleiht, aufrechterhalten wird, (c) die Konzentration an Auxinaktivität
in dem Medium vermindert und dadurch eine Redifferenzierung der Pflanzenzellen mit Auftreten von
Pflanzenorganprimordien und gleichzeitiger Erzeugung des Metaboliten herbeigeführt wird, (d) das Wachstum der redifferenzierten
Pflanzenzellen in dem Medium einige Zeit unter submers-aeroben Bedingungen unter Ansammlung des
Metaboliten aufrechterhalten und dadurch eine reife Vollmaische erzeugt wird, und (e) der Metabolit aus der
reifen Vollmaische gewonnen wird.
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3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Substanz, die für Auxinaktivität sorgt, 3-Indolessigsäure,
3-Indolbuttersäure, 1-Naphthalinessigsäure, p-Chlorphenoxyessigsaure,
2,4-Dichlorphenoxyessigsäure oder 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Konzentration an Auxinaktivität in dem Medium durch Verdünnen des Mediums mit wenigstens einem Teil frischem
Medium ohne Auxinaktivität je Teil des Mediums vermindert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration an Auxinaktivität in dem Medium durch
Zusatz einer Antiauxinverbindung zu dem Medium vermindert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Konzentration an Auxinaktivität in dem Medium durch Abtrennen der undifferenzierten Pflanzenzellen von dem
Medium und Resuspendieren der undifferenzierten Pflanzenzellen
in frischem Medium mit verringerter Auxinaktivität vermindert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das wässri«
gehalten wird.
gehalten wird.
daß das wässrige Nährmedium bei einer Temperatur von 15 - 35 0C
8. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das wässrige Nährmedium assimilierbare Quellen für Kohlenstoff, Stickstoff, Kalium, Phosphor, Magnesium und Vitamine
enthält.
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