DE1552944C - Verfahren zur Herstellung von Fugen, Aussparungen etc., deren Tiefe kleiner ist als die Materialstärke, wobei die Fugen, Aussparungen etc. durch Brennschneiden hergestellt werden - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Fugen, Aussparungen etc., deren Tiefe kleiner ist als die Materialstärke, wobei die Fugen, Aussparungen etc. durch Brennschneiden hergestellt werdenInfo
- Publication number
- DE1552944C DE1552944C DE19661552944 DE1552944A DE1552944C DE 1552944 C DE1552944 C DE 1552944C DE 19661552944 DE19661552944 DE 19661552944 DE 1552944 A DE1552944 A DE 1552944A DE 1552944 C DE1552944 C DE 1552944C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- cutting
- recesses
- cut
- joints
- pressure
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
- 238000005520 cutting process Methods 0.000 title claims description 73
- 239000000463 material Substances 0.000 title claims description 19
- 210000001503 Joints Anatomy 0.000 title claims description 8
- 238000004519 manufacturing process Methods 0.000 title claims description 6
- 238000000034 method Methods 0.000 title description 7
- 239000001301 oxygen Substances 0.000 claims description 35
- 229910052760 oxygen Inorganic materials 0.000 claims description 35
- MYMOFIZGZYHOMD-UHFFFAOYSA-N oxygen Chemical compound O=O MYMOFIZGZYHOMD-UHFFFAOYSA-N 0.000 claims description 34
- 235000010599 Verbascum thapsus Nutrition 0.000 claims description 7
- 241000722921 Tulipa gesneriana Species 0.000 claims description 6
- 230000000875 corresponding Effects 0.000 claims description 6
- 239000002737 fuel gas Substances 0.000 claims description 4
- 238000010438 heat treatment Methods 0.000 claims description 4
- 230000000149 penetrating Effects 0.000 claims 1
- 239000002893 slag Substances 0.000 description 9
- 230000003647 oxidation Effects 0.000 description 5
- 238000007254 oxidation reaction Methods 0.000 description 5
- 239000002184 metal Substances 0.000 description 3
- 229910052751 metal Inorganic materials 0.000 description 3
- 238000002360 preparation method Methods 0.000 description 3
- 210000003284 Horns Anatomy 0.000 description 2
- 238000006243 chemical reaction Methods 0.000 description 2
- 238000002485 combustion reaction Methods 0.000 description 2
- XEEYBQQBJWHFJM-UHFFFAOYSA-N iron Chemical compound [Fe] XEEYBQQBJWHFJM-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 2
- 239000007788 liquid Substances 0.000 description 2
- 238000003801 milling Methods 0.000 description 2
- 210000003800 Pharynx Anatomy 0.000 description 1
- 235000010627 Phaseolus vulgaris Nutrition 0.000 description 1
- 240000005158 Phaseolus vulgaris Species 0.000 description 1
- 241000282941 Rangifer tarandus Species 0.000 description 1
- 230000001154 acute Effects 0.000 description 1
- 238000004140 cleaning Methods 0.000 description 1
- 238000001816 cooling Methods 0.000 description 1
- 230000003111 delayed Effects 0.000 description 1
- 238000005553 drilling Methods 0.000 description 1
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 1
- 238000005516 engineering process Methods 0.000 description 1
- 125000002534 ethynyl group Chemical group [H]C#C* 0.000 description 1
- 238000002474 experimental method Methods 0.000 description 1
- 230000002349 favourable Effects 0.000 description 1
- 239000000446 fuel Substances 0.000 description 1
- 239000007789 gas Substances 0.000 description 1
- 230000017525 heat dissipation Effects 0.000 description 1
- 239000012535 impurity Substances 0.000 description 1
- 239000011261 inert gas Substances 0.000 description 1
- 229910052742 iron Inorganic materials 0.000 description 1
- 238000002844 melting Methods 0.000 description 1
- 125000001820 oxy group Chemical group [*:1]O[*:2] 0.000 description 1
- 230000035515 penetration Effects 0.000 description 1
- 238000000926 separation method Methods 0.000 description 1
- 230000035939 shock Effects 0.000 description 1
- 230000002459 sustained Effects 0.000 description 1
- 238000003466 welding Methods 0.000 description 1
Description
Das Brennschneiden war ursprünglich ein reines Trennverfahren. Es hat sich heute zu einem Fertigungsverfahren
entwickelt mit einer Genauigkeit und Wirtschaftlichkeit, die mit anderen Trennverfahren
vorteilhafterweise konkurrieren kann.
Voraussetzung für die Herstellung von Schnittflächen mit hoher Oberflächengüte und Maßhaltigkeit
ist eine von Spritzern und Verunreinigungen saubere Schneiddüse, die richtige Einstellung der Heizflamme
und des Schneidsauerstoffdruckes sowie die Einhaltung der diesen Faktoren entsprechenden Vorschubgeschwindigkeit
des Brenners. Abhängig sind diese Faktoren wiederum von der zu schneidenden Materialdicke und Materialart, dem benutzten Brenngas,
und der Temperatur des Werkstückes. Beim Brennschneiden wird eine exotherme Reaktion benötigt.
Außerdem muß die Zündtemperatur des Metalls niedriger sein als seine Schmelztemperatur, und
das Verbrennungsprodukt muß sich vom Schneidsauerstoffstrahl leicht bewegen lassen.
Die Heizflamme hat die Aufgabe, den Werkstoff auf Zündtemperatur vorzuwärmen. Sie besteht im allgemeinen
aus mindestens einem Ring konzentrisch um die Schneidsauerstoffbohrung angeordneter Einzelflammen.
Die Wärmeübertragung an das Werkstück erfolgt dabei durch Strahlung des Flammenkegels
und Berührung des Werkstückes durch die Flammengase der Beiflamme.
Die richtige Schneidsauerstoffmenge ergibt sich durch den in Abhängigkeit von Düsengröße und damit
Materialdicke vorgeschriebenen Sauerstoffdruck. Dieser ist bei jedem Düsenfabrikat verschieden, und
die Einstellung erfolgt auf Grund der zu jedem Brenner gehörenden Schneidtabelle. .-.■■■
Der Schneidsauerstoff wird benötigt zur Verbrennung des in der zu bildenden Schnittfuge vorhandenen
Materials und zur kinetischen Entfernung des
ίο verbrannten Materials, nämlich der flüssigen
Schlacke. Zu letzterem sind Kräfte erforderlich, die vom Strahl auf die Schlacke übertragen werden
müssen und die proportional .der Zähigkeit, der Vorschubgeschwindigkeit
senkrecht zur Strömungsrichtung und der Berührungsfläche sind. Dabei ist man
bisher davon ausgegangen (SCHWEISSEN UND SCHNEIDEN, 1952, Heft 6, S. 204), daß die beiden
Sauerstoffmengen etwa gleich groß sind. Der Versuch, den Druck über das angegebene Maß hinaus zu
erhöhen, zeigte, daß zwar die Schnittgeschwindigkeit zunächst etwas erhöht wird, jedoch bei anhaltender
Druckerhöhung rasch abfällt. Die Ursache dieses Verhaltens wird damit erklärt, daß der zur Oxydation ((
benötigte Sauerstoffanteil für eine bestimmte Eisenmenge, die in Schlacke umgesetzt werden muß, immer
gleich groß bleibt. Die nicht an der Oxydation teilnehmende Sauerstoffmenge wird bei Druckerhöhung
größer. In gleicher Weise wird auch die Kühlwirkung durch die entstehende. Entspannungskälte intensiver,
so daß der Schneidvorgang in seinem Ablauf verzögert wird.
Die höchste Schneidgeschwindigkeit, d. h. Vorschubgeschwindigkeit des Brenners, ist die, bei der
der Schnitt gerade noch nicht abreißt. Dabei entsteht jedoch durch die Ablenkung des Sauerstoffstrahles
mit zunehmender Schnittiefe ein starker Riefennachlauf, der die Oberflächengüte des Schnittes gegebenenfalls
beeinträchtigen kann, beim Geradschnitt aber sonst nicht von Nachteil ist. Beim Schneiden
von Ecken kann allerdings der Schneidstrahl an der Oberkante des Werkstückes die Ecke bereits umfahren
haben, während auf der Unterkante die Ecke vom Schneidstrahl noch nicht erreicht wurde, so daß
hier der Schneidstrahl quer zur Schnittrichtung abge- π
lenkt wird und eine größere Abrundung der unteren V>
Kante erfolgt.
Die Ablenkung des Schneidsauerstoffstrahles entgegen der Schnittrichtung entsteht dadurch, daß der
auftretende Sauerstoff zu Anfang ziemlich rein vorhanden ist und damit eine große Oxydationsgeschwin- ,
digkeit besitzt, während mit dem Eindringen des Sauerstoffstrahles in die Schnittfuge der Reinheitsgrad
und damit auch die Oxydationsgeschwindigkeit abnehmen. Bei zu geringer Schneidgeschwindigkeit werden
die Riefen zu stark, und es entstehen Auswaschungen. Die Hersteller der Düsen haben daher
in den Schneidtabellen auch Werte für die günstigste Schneidgeschwindigkeit angegeben.
Das Anschneiden erfolgt normalerweise von einer Werkstückkante aus, wobei erst die Kante durch die
Heizflamme auf Zündtemperatur vorgewärmt wird und dann mit öffnen des Schneidsauerstoffventils der
Schnitt beginnt. Bei der Azetylen-Sauerstoff-Flamme liegt die heißeste Stelle dicht vor der Spitze des hell
leuchtenden Flammenkegels. Der Abstand des Brenners von der Werkstückoberfläche soll daher so groß
sein, daß die Kegelspitzen der Flammen fast aufsitzen, damit die Wärmeleistung voll ausgenutzt wird.
3 4
Wenn der Anschnitt im vollen Material erfolgen Allein der Hinweis, den Druck um mehr als die
soll, z. B. zum Schneiden von Aussparungen, muß Hälfte zu reduzieren, gibt ihm eine ausreichende
erst ein Loch gestochen werden. Hierzu ist die Rund- technische Lehre zum Handeln,
loch- und die Langloch-Stechmethode bekannt. Das überraschende Ergebnis des erfindungsgemä-Beim
Rundlochstechen wird die Schneiddüse zum 5 ßen Vorschlages besteht darin, daß es mit einem so
Vorwärmen senkrecht auf das zu schneidende Blech geringen Schneidsauerstoffdruck möglich ist, übergehalten,
wobei die Flammenkegelspitzen fast auf- haupt einen Schneidvorgang durchzuführen und
sitzen. Wenn die Werkstückoberfläche Zündtempera- außerdem noch normgerechte Schnitte zu erhalten. So
tür angenommen hat, wird das Schneidsauerstoff- geht aus dem Buch »Brennschneiden« von Hans
ventil langsam bis auf den in der Schneidtabelle an- io Horn (1951), S. 49 bis 51, hervor, daß bei einem
gegebenen Maximaldruck geöffnet, wobei der Bren- zu geringen Sauerstoffdruck und einer zu hohen
ner gleichzeitig je nach Blechdicke bis zu 40 mm an- Schnittgeschwindigkeit eine anomal breite, an den
gehoben wird, um die Düse vor Schlackenspritzer oberen Kanten stark angeschmolzene und deshalb
usw. zu schonen. Dabei bohrt sich der Schneidstrahl gänzlich falsche Schnittfuge entsteht. Das Werkstück
in das Blech ein, und die Schlacke spritzt nach oben 15 wird unbrauchbar. Horn nennt wohl einen Sauerstoffweg,
bis der Schneidstrahl an der Blechunterkante druck von 0,5 atü zum Durchschneiden von Werkaustritt,
stücken mit einer Dicke von 1300 mm. Diese Druck-Aus diesen und wirtschaftlichen Überlegungen wird angabe bezieht sich jedoch auf das sogenannte Niemeistens
das Langlochstechen angewendet. Dabei derdruckschneiden, bei dem der Sauerstoffstrahl unter
wird der Brenner beim kontinuierlichen Öffnen des 20 geringem Druck aus einer gegenüber üblichen
Schneidsauerstoffventils auf den in der Schneidtabelle Schneiddüsenbohrung wesentlich größeren Bohrung
angegebenen entsprechenden Maximaldruck, nicht austritt. Ferner haben frühere Untersuchungen (Technach
oben weggefahren, sondern in Schneidrichtung nische Mitteilung, 1959, Heft 2 — Cochius,
vorwärts bewegt. Mit dieser Methode ist ein Durch- Kohtz und Teske — Abs. 5.2 zur Thermodynamik
stechen bis 300 mm möglich. 25 des Brennschneidens) ergeben, daß der Sauerstoff-Aufgabe
der Erfindung ist es, das Brennschneid- druck um nicht mehr als 1,5 atü verändert werden
verfahren nutzbar zu machen auch für Brennschnitte, darf, wobei der Düsennenndruck innerhalb des Ändedie
nicht durch das Material hindurchgehen, sondern rungsbereiches liegt. Zu niedrige Drücke ergaben
nur bis zu einer bestimmten Tiefe in das volle Mate- einen zu starken Riefennachlauf und festheftende
rial eindringen. Eine weitere Aufgabe der Erfindung 30 Schlacken. Über diesen Betrag von 1,5 at geht der
besteht darin, unter Verwendung von in ihrer Tiefe erfindungsgemäße Vorschlag weit hinaus, wie die
definierten Schnitten, das Ausschneiden von Fugen, später aufgeführten Beispiele zeigen.
Aussparungen, usw. bestimmter Tiefe bzw. Höhe Eine Erklärung für das Ergebnis wird darin ge-
oder Länge zu ermöglichen. sehen, daß durch den reduzierten Sauerstoffdruck Durch das deutsche Patent 1112 874 ist es be- 35 und der damit reduzierten Sauerstoffmenge in der
kannt, zum Brennschneiden einer Tulpennahtflanken- Schnittfuge ziemlich bald eine Reduzierung der Oxyform
zunächst in die Stirnseite des Bleches in der dationsgeschwindigkeit eintritt auf Grund des ra-Nähe
ihres unteren Randes und parallel zu diesem sehen Abnehmern des Sauerstoff-Reinheitsgrades,
mit Hilfe eines autogenen Schneidbrenners eine halb- Diese Abnahme bedingt eine Ablenkung des Schneidzylindrische
Hohlkehle auszuschneiden und dann 40 Strahles, die, wie Versuche zeigten, offenbar derart
einen Gehrungsschnitt auszführen, der die über der intensiv ist, daß die flüssige Schlacke in einem erheb-Hohlkehle
liegende Kante wegschneidet. Es hat sich liehen Abstand vom Brenner nach oben aus der
gezeigt, daß der Gehrungsschnitt in jedem Fall die Schnittfuge herausgeblasen wird. Die nach Beendiuntere
Kante wegschneidet, wenn der Schneidstrahl gung des Schnittes in der Fuge erkaltende Schlacke
die Hohkehle nur tangiert und zum Teil auch dann 45 haftet kaum an den Schnittflächen. Auch die Schlakwegschneidet,
wenn er voll in die Hohlkehle trifft. kenmenge ist überraschenderweise geringer als bei
Dies ist dadurch bedingt, daß der Verbrennungsvor- den bisherigen vergleichbaren Schnitten,
gang bei einem Tangieren der Hohlkehle nicht abge- Die Möglichkeit, in ihrer Tiefe definierbare Schnitte
bremst wird. Um dieses Verfahren zu verbessern, auszuführen, wobei die Schnittiefe mit einer Toleranz
wurde seinerzeit vorgeschlagen, als Bremse für den 50 von mindestens plus/minus 0,5 mm eingehalten wer-Verbrennungsvorgang
Luft oder Inertgas während den kann, eröffnet dem Brennschneiden eine Reihe des Gehrungsschnittes in die Hohlkehle einzublasen. neuer Arbeitsgebiete. Gemäß einem weiteren Vor-Gemäß
der Erfindung wird zur Herstellung von schlag der Erfindung werden mit dem neuen Verfah-Fugen,
Aussparungen usw., deren Tiefe kleiner ist als ren gleichzeitig oder nacheinander mindestens zwei
die Materialstärke, wobei die Fugen, Aussparungen 55 Schnitte ausgeführt, die sich unter einem der Querusw.
durch Brennschneiden hergestellt werden, vor- schnittsform der auszuschneidenden Fuge entspregeschlagen,
daß der Schneidsauerstoffdruck gegen- chenden Winkel treffen. Damit ist es möglich, die in
über dem zur Erzeugung von das Material durch- F i g. 1 a bis Ie aufgezeichneten Aussparungen und
setzenden Schnitten für die jeweils verwendete Bren- Schweißkantenvorbereitungen durchzuführen,
nerart abhängig von Düsenform, Brenngasart, Mate- 60 Bei den Beispielen a bis c werden zwei recht-,
rialart und -dicke, Schneidgeschwindigkeit und Werk- stumpf- oder spitzwinklig zueinander verlaufende
Stücktemperatur vorgeschriebenen Druck um mehr Schnitte gleicher oder unterschiedlicher Tiefe ausgeals
50 %, vorzugsweise um mehr als 75 % reduziert führt, und zwar über die ganze Länge des Werkstükwird.
kes. Das abgetrennte Teilstück läßt sich leicht ent-Der in Abhängigkeit von dem genannten Para- 65 fernen. Die Beispiele a und b sind Schweißkantenvormeter
erforderliche Sauerstoffdruck kann von jedem bereitungen, wie sie insbesondere bei Stoß bean-Fachmann
in der üblichen empirischen Weise unter spruchten Plattenverbindungen verwendet werden.
Zuhilfenahme der Schneidtabellen ermittelt werden. Ein Herausarbeiten dieser Schweißkanten mit einem
Fräswerkzeug oder einer Säge würde ein Vielfaches der Werkzeug- und Lohnkosten gegenüber dem
Brennschneiden erfordern. Daher wurde in der Regel von derartigen an sich vorteilhaften Kantenvorbereitungen
Abstand genommen.
Bei dem Beispiel d (die A b b. dx zeigt die Stirnseite
eines Werkstückes und die Abb. dn einen Schnitt gemäß Linie II-II) wird aus einem Werkstück
ein quaderförmiges Teil herausgeschnitten, um eine entsprechende Aussparung zu erzielen. Diese Aussparung
braucht nicht quaderförmig zu sein, sondern könnte beliebig verlaufende Seitenwände aufweisen.
Wie derartige Kurvenschnitte hergestellt werden ist in der Brennschneidtechnik allgemein bekannt. Zum
Abtrennen des Quaders vom Werkstück ist es aber notwendig, daß nicht nur die Seiten 1 bis 3 des Quaders
geschnitten werden, sondern auch die Unterseite 4. Dies kann bei kurzen Schnittiefen mit einem
horizontal angeordneten Brenner erfolgen. Bei größeren Schnittiefen ist es zweckmäßig, das Werkstück
so anzuordnen, daß der Schnitt senkrecht erfolgen kann. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist es zweckmäßig,
zur Reduzierung des Riefennachlaufes an der Stelle, an der die Kanten 1 bis 4 zusammenstoßen,
die Vorschubgeschwindigkeit zu verringern. Das Beispiel e zeigt weitere Anwendungsmöglichkeit des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Im nachfolgenden werden an Hand von einigen Beispielen die Schneiddaten des erfindungsgemäßen
Verfahrens veranschaulicht:
Schneiddüse
Brenngas: Azetylen
Material: St 37
Temperatur: Raumtemperatur
Material: St 37
Temperatur: Raumtemperatur
Eindringtiefe mm |
Schneiddüse | Oo-Druck atü |
FlammeD· kegellänge mm |
Düsenabstand vom Werkstück mm |
Schneid geschwindigkeit mm/min |
Schnittfugen breite in der oberen Hälfte mm |
Oo-Druck bei Trennschnitt bisher |
0,5 2,5 15,0 2,5 6,0 15,0 15,0 30,0 50,0 60,0 |
3 bis 10 30 bis 60 60 bis 100 200 bis 300 |
0,02 0,08 0,5 0,08 0,16 0,75 0,6 0,1 0,2 0,1 |
2 bis 3 4 bis 5 4 bis 5 6 bis 7 |
3 5 6 10 |
700 700 300 700 300 250 270 200 200 100 |
0,3 0,8 1,2 1,7 1,2 1,2 3,0 3,8 3,5 3,8 |
2,5 3,25 2,5 2,75 3,25 3,0 4,5 4,5 4,5 |
Der Anschnitt erfolgt hierbei jeweils von der Stirnseite aus.
Gemäß einem weiteren Vorschlag der Erfindung wird eine für das neue Trennverfahren entwickelte
Methode zum Einstechen auf bestimmte Tiefe vorgeschlagen, gemäß der in Abweichung von dem eingangs
beschriebenen Langlochstechen der Schneidsauerstoff beim Einschalten des Brennervorschubes
sofort den reduzierten Druck aufweist, der auch für die Durchführung des Schnittes benötigt wird. Durch
die erfindungsgemäße Druckreduzierung tritt kein Spritzen der Schlacke gegen den Brenner auf. Diese
wird vielmehr durch den abgelenkten Sauerstoffstrahl entgegengesetzt der Vorschubrichtung weggeblasen.
Nach einer wesentlich kürzeren Zeit als beim bekannten Langlochstechen mit kontinuierlicher Druckerhöhung
wird die gewünschte Schnittiefe erreicht. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem bekannten
Langlochstechen besteht darin, daß auf Grund der von Anfang an bestehenden Fokussierung des
Schneidsauerstoff Strahles eine schmale Schnittfuge erzielt
wird. Mit diesem Verfahren kann ein dem Fräsen oder Sacklochbohren entsprechender Arbeitsvorgang
ausgeführt werden. Für diesen Zweck ist eine möglichst breite Schnittfuge von Vorteil.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, das erfindungsgemäße Schneidverfahren
zur Herstellung von Tulpennahtflanken zu verwenden. Bisher wurden Tulpennahtflanken, wie aus
der deutschen Patentschrift 1171708 und dem dort
angezogenen Stand der Technik sowie der britischen Patentschrift 618 065 hervorgeht, durch Fugenhobeln
hergestellt. Bei diesem Verfahren ist es notwendig, das abzuarbeitende Material in seiner Gesamtheit
durch exotherme Reaktion zu verbrennen. Bei dem erfindungsgemäßen Schneidverfahren wird dagegen
unter Ausnutzung der Ablenkfähigkeit des Schneidstrahles ein Schnitt durchgeführt und nur ein Teil des
abzuarbeitenden Materials verbrannt, der andere Teil dagegen abgeschnitten. In Fig. 2 ist der abgeschnittene
Teil schraffiert gezeichnet. Bei einem kleinen Abstand A kann es allerdings passieren, daß der
schraffierte Teil durch die Hitze in der Schnittfuge ebenfalls mehr oder weniger abgeschmolzen wird.
Daß mit einem Brennschnitt eine Tulpennahtflanke hergestellt werden kann, ist überraschend. Die Ablenkung
des Schneidstrahles zur Stirnfläche hin ist dadurch zu erklären, daß der Sauerstoffstrahl auf
Grund der im schraffierten Teil höheren Wärme — hier ist eine Wärmeableitung kaum möglich, im
Gegensatz zu dem Werkstück selbst, in dem sich die Wärme verteilen kann — eine besonders starke
Affinität zu dem schraffierten Teil hat, die durch eine reduzierte Oxydationsgeschwindigkeit offenbar
noch gefördert wird. Das Ergebnis ist, daß im unteren Teil der Stirnfläche ein Durchbruch des
Schneidstrahles eintritt und die Tulpennahtform entsteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von Fugen, Aussparungen usw., deren Tiefe kleiner ist als die
Materialstärke, wobei die Fugen, Aussparungen usw. durch Brennschneiden hergestellt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidsauerstoffdruck gegenüber dem zur Erzeugung
von das Material durchsetzenden Schnitten für die jeweils verwendete Brennerart abhängig
von Düsenform, Brenngasart, Mäterialart und -dicke, Schneidgeschwindigkeit und Werkstücktemperatur
vorgeschriebenen Druck um mehr als 50%, vorzugsweise um mehr als 75% reduziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidsauerstoffdruck
0,01 bis 1 atü, vorzugsweise 0,1 bis 0,5 atü beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß gleichzeitig oder nacheinander
mindestens zwei Schnitte ausgeführt werden, die sich unter einem der Querschnittsform
der auszuschneidenden Fuge entsprechenden Winkel treffen.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 zur Herstellung von Einstichen, dadurch gekennzeichnet,
daß nach Erwärmen des Materials an der Einstichstelle auf Zündtemperatur unter gleichzeitigem
Einschalten des für den Schnitt optimalen Brennervorschubes der Schneidsauerstoff eingeschaltet
wird, wobei dieser den eingestellten, reduzierten Druck aufweist.
5. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2 zur Herstellung von Tulpennahtflanken.
Priority Applications (12)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
FR95971D FR95971E (de) | 1966-12-07 | ||
DE19661552944 DE1552944C (de) | 1966-12-07 | 1966-12-07 | Verfahren zur Herstellung von Fugen, Aussparungen etc., deren Tiefe kleiner ist als die Materialstärke, wobei die Fugen, Aussparungen etc. durch Brennschneiden hergestellt werden |
BE707174D BE707174A (de) | 1966-12-07 | 1967-11-28 | |
GB54306/67A GB1205616A (en) | 1966-12-07 | 1967-11-29 | Method of flame cutting |
FR1548755D FR1548755A (de) | 1966-12-07 | 1967-11-30 | |
SE16543/67A SE323568B (de) | 1966-12-07 | 1967-12-01 | |
NL676716470A NL149729B (nl) | 1966-12-07 | 1967-12-04 | Werkwijze voor het door autogeen snijden in een metalen werkstuk vormen van groeven, uitsparingen of dergelijke. |
AT927768A AT301304B (de) | 1966-12-07 | 1968-09-23 | Brenner |
BE721423D BE721423A (de) | 1966-12-07 | 1968-09-26 | |
GB4702968A GB1212787A (en) | 1966-12-07 | 1968-10-03 | Method for flame cutting kerfs |
NL6814161A NL6814161A (de) | 1966-12-07 | 1968-10-03 | |
US69974A US3661654A (en) | 1966-12-07 | 1970-09-04 | Process for autogeneous flame cutting |
Applications Claiming Priority (2)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEM0071919 | 1966-12-07 | ||
DE19661552944 DE1552944C (de) | 1966-12-07 | 1966-12-07 | Verfahren zur Herstellung von Fugen, Aussparungen etc., deren Tiefe kleiner ist als die Materialstärke, wobei die Fugen, Aussparungen etc. durch Brennschneiden hergestellt werden |
Publications (3)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE1552944A1 DE1552944A1 (de) | 1970-01-08 |
DE1552944B2 DE1552944B2 (de) | 1972-06-15 |
DE1552944C true DE1552944C (de) | 1973-01-11 |
Family
ID=
Similar Documents
Publication | Publication Date | Title |
---|---|---|
EP4200101B1 (de) | Verfahren zur herstellung mindestens eines werkstückteils und eines restwerkstücks aus einem werkstück | |
WO2019025327A2 (de) | Verfahren zum laserschneiden plattenförmiger werkstücke und zugehöriges computerprogrammprodukt | |
CH671176A5 (de) | ||
DE10218469A1 (de) | Laser-Durchbohrungsverfahren | |
EP4238687A1 (de) | Verfahren zur bearbeitung eines platten- oder rohrförmigen werkstücks | |
EP3074167B1 (de) | Verfahren zur herstellung eines vormaterials für ein zerspanungswerkzeug | |
DE69413214T2 (de) | Plasmalichtbogenverfahren- und vorrichtung | |
DE2638268C3 (de) | Verfahren und Düse zum selektiven Ausflämmen von Fehlern | |
DE1552944C (de) | Verfahren zur Herstellung von Fugen, Aussparungen etc., deren Tiefe kleiner ist als die Materialstärke, wobei die Fugen, Aussparungen etc. durch Brennschneiden hergestellt werden | |
DE2841704A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum thermochemischen flaemmen eines metallischen werkstueckes | |
DE1552944B2 (de) | Verfahren zur herstellung von fugen, aussparungen etc., deren tiefe kleiner ist als die materialstaerke, wobei die fugen, aussparungen etc. durch brennschneiden hergestellt werden | |
CH471626A (de) | Verfahren zum Brennschneiden von Einschnitten bestimmter Tiefe sowie Anwendung des Verfahrens | |
DE2638304C3 (de) | Düse zum Maschinenflämmen von Einzelfehlern | |
EP0068165B1 (de) | Brenner zum thermochemischen Trennen und/oder Abhobeln von Werkstücken aus Stahl | |
DE675705C (de) | Verfahren zur Herstellung von Schweisskanten fuer Kelchnaehte durch Brennschneiden | |
DE2722283C2 (de) | Schneidwerkzeug zum Einschneiden einer Nut | |
DE2943539A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum bartfreien brennschneiden | |
EP0235588B1 (de) | Verfahren zum Entfernen des beim Brennschneiden entstehenden Schlackebartes | |
DE2748789A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum thermochemischen flaemmen | |
AT393241B (de) | Verfahren zum laserschneiden von metallischen werkstuecken | |
EP4238690A1 (de) | Verfahren zur bearbeitung eines platten- oder rohrförmigen werkstücks | |
DE3050278C2 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Plasmalichtbogenumschmelzen der Oberfl{chenschicht eines flachen Metallwerkst}cks | |
DE2658654A1 (de) | Elektrisches schutzgasschweissverfahren | |
EP0528062A1 (de) | Verfahren zum schnellen Trennen von Dünnbrammensträngen | |
DE2364556C3 (de) | AuBenmischende Brennschneiddüse |