DE1498698C3 - Verfahren und Vorrichtung zur objekti ven und kontinuierlichen Darstellung der Phasenumwandlung flussigfest - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur objekti ven und kontinuierlichen Darstellung der Phasenumwandlung flussigfestInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verahren und eine Vorrichtung
zur objektiven und kontinuierlichen Darstellung und Messung der Änderung der Viskosität von
Flüssigkeiten, die im Rahmen eines Reaktionsablaufes ihre Viskosität ändern, oder von der flüssigen
Phase in die halbfeste oder feste Phase übergehen (Polymerisieren, Koagulieren, Gelieren oder Gerinnen).
Dabei ändert sich die Viskosität der Flüssigkeit, wobei im Newtonschen Verhaltensbereich Viskositätsänderungen
eintreten und im nicht-Newtonschen Verhaltensbereich der Flüssigkeit Viskositätsanomalien (Strukturviskosität) das Verhalten der
Flüssigkeit bestimmen.
Verfahren und Vorrichtungen zur Bestimmung der Viskosität von Flüssigkeiten und der Viskositätsänderung
von gerinnbaren Flüssigkeiten sind bekannt. Sie sind Rotationsviskosimeter wechselnder Drehrichtung,
die entweder die Couetteschen Zylindersysteme (deutsche Patentschrift 845 720) oder den
Helmholtzschen Hohlkörper (Patentschrift 16 315 des Amtes für Erfindungs- und Patentwesen in Ost-Berlin,
deutsche Patentschrift 847 076) zur Viskositätsmessung heranziehen. Bei ersteren wird der äußere
Zylinder durch einen elektromotorischen Antrieb in wechselnde Drehrichtung versetzt und die
Bewegung des inneren Zylinders photograp'hisch registriert. Der Mangel dieses Verfahrens besteht
darin, daß eine Viskositätserhöhung wie auch das Auftreten von Strukturen innerhalb der gerinnenden
Flüssigkeit sich in einer Vergrößerung der Bewegung ( des inneren Zylinders auswirkt. Die zur Darstellung
der Blutgerinnung bekanntgewordene Vorrichtung (Patentschrift 16 315 des Amtes für Erfindungs- und
Patentwesen in Ost-Berlin), die die bei der Gerinnung erfolgenden Viskositätsänderungen durch den
Helmholtzschen schwingenden Hohlkörper erfassen will, arbeitet auf der Grundlage des Drehspulmagnetsystems,
wobei der Spule, die den Hohlkörper in sich trägt, durch ein mechanisches Kontaktwerk periodisch
ein Stromimpuls zugeleitet wird.
Bei diesem Prinzip bewirkt eine Viskositätserhöhung eine Amplitudenminderung des schwingenden
Hohlkörpers, wobei auch hier die Schwingungsamplitude photographisch registriert wird. Ändert sich die
Viskosität im Laufe der Gerinnung, so ändert sich auch die Frequenz des schwingenden Hohlkörpers.
Da die Erregerfrequenz bei dieser Vorrichtung nicht nachgeregelt wird, kommt es bei der Gerinnung zu
einer Resonanzverstimmung zwischen der Erregerfrequenz und der Eigenfrequenz des mit der Flüssigkeit
schwingenden Hohlkörpers, so daß kein eindeu- ^ tiger Zusammenhang zwischen der Schwingungsam-
plitude und der Viskosität mehr besteht.
Bei dem Verfahren und der Vorrichtung nach deutsches Patent 847 076 wird die Bremswirkung
festgestellt, die die zu untersuchende Flüssigkeit auf Grund ihres Trägheitsmomentes auf die Rückfederung
eines mit der Flüssigkeit gefüllten Versuchsgefäßes ausübt, nach dem dieses durch eine Spannkraft
in immer gleichbleibendem Maße verdreht wird. Das Versuchsgefäß ist als kreisförmige Rinne ausgebildet
und zwischen Spanndrähten zentrisch befestigt. Zur Meßaussage wird sowohl die Schwingungsamplitude
als auch die Schwingungsdauer herangezogen, wobei die Drehschwingung nicht ausklingt, sondern unterbrochen
wird. Eine kontinuierliche Aufzeichnung der Viskositätsänderungen sowie die Erfassung kurzzeitig
auftretender Änderungen in der Größe der inneren Reibung ist sonach nicht möglich.
Ein. Verfahren, welches die Phasenumwandlung flüssig—fest erfassen und darstellen will, muß in der
Lage sein, sowohl das Newtonsche Verhalten wie auch das nicht-Newtonsche Verhalten der die Phase
wechselnden Flüssigkeit zu erfassen. Für die Erfassung und objektive Darstellung dieser Umwandlungsvorgänge besteht sowohl in der Chemie der polyme-
ren Verbindungen wie auch in der Medizin (Blutgerinnung)
und in der Kolloidchemie und -Physik ein Bedürfnis.
Die Erfindung bezweckt, die Nachteile der bekannten
Verfahren und Vorrichtungen zu beseitigen und von den in Betracht kommenden Flüssigkeiten
die Phasenwechselvorgänge und deren zeitlichen Verlauf mit größerer Genauigkeit meßbar zu erfassen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, die die
Umwandlung einer polymerisations-, koagulations-, gerinnungs- oder gelierfähigen Flüssigkeit in die feste
oder halbfeste Phase kontinuierlich darstellt und registriert.
Die Aufgabe wird mit einem Verfahren zur Messung von Viskositätsänderungen, basierend auf
einem zu reinen Drehschwingungen befestigten Hohlkörper, der die zu untersuchende Flüssigkeit enthält
und dessen Bewegungen mittels eines Lichtzeigers photographisch registriert werden, erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß dem drehschwingenden System im Schwingungsnullpunkt durch Selbststeuerung ein
konstanter und definierter Energiebetrag in Form eines Drehimpulses zugeführt wird, wobei der aufzeichnende
Lichtstrahl eine im Schwingungsnullpunkt angeordnete Photozelle (oder Photowiderstand)
ausleuchtet, die den Steuerimpuls für die Selbststeuerung liefert.
Der genannte Energiebetrag wird zweckmäßigerweise auf elektronischem oder elektromechanischen!
Wege erzeugt und definiert. Mit diesem Energiebetrag führt der entsprechend fixierte Hohlkörper bei
konstanten Reibungsverlusten Schwingungen konstanter Amplitude aus, wobei im eingeschwungenen
Zustand jede halbe Schwingung eine Messung der in der Flüssigkeit auftretenden Energieverluste bedeutet,
wenn der Hohlkörper jeweils im Schwingungsnullpunkt den erwähnten Energiebetrag zugeführt
bekommt. Wächst die Viskosität der Meßflüssigkeit, so erhöhen sich die Reibungsverluste, und der Hohlkörper
verringert seine Schwingungsamplitude. Verringern sich die Reibungsverluste durch das Auftreten
von Viskositätsanomalien (z.B. Auftreten von Strukturviskosität im Gelatinesol vor dem Gelatinierungspunkt),
so wächst die Schwingungsamplitude des Hohlkörpers. Da sich bei Viskositätsänderungen
neben der Schwingungsamplitude auch die Frequenz ändert, muß der schwingende Hohlkörper selbst den
Zeitpunkt festlegen, wann ihm der Energiebetrag zugeführt wird.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist unter Verwendung des Drehspulmagnetsystems
erfindungsgemäß so ausgeführt, daß ein Hohlkörper mittels eines Topfhalters und Haltestabes starr an
einem Bügel in der Drehachse auf der im Luftspalt des Permanentmagneten befindlichen Spule befestigt
ist, an der auf der entgegengesetzten Seite ein Zylinderspiegel angeordnet ist. Dem Zylinderspiegel ist
eine Photozelle zugeordnet, die über elektronische Bauelemente und einem Vorwiderstand mit der
Spule in Verbindung steht.
Der Hohlkörper ist in einer Thermokammer untergebracht, während das Drehspulmagnetsystem bei
Raumtemperatur arbeitet.
Die Photozelle ist vorteilhafterweise über einen
Verstärker mit einer Impulsformerstufe und einem bistabilen Multivibrator derart verbunden, daß jeder
Schwingungsrichtung des Hohlkörpers an einem bistabilen Multivibrator ein stabiler Zustand zugeordnet
ist. Die Definition des genannten Energiebetrages wird durch je eine nachgeschaltete Impulsformerstufe
an jeder Anode des bistabilen Multivibrators
vorgenommen, die in definierter Weise je ein Röhrensystem
(Arbeitsstufe) aussteuern, wobei die Spule des Drehspulmagnetsystems über einen Vorwiderstand
zwischen den beiden Arbeitsstufen liegt. Der Spule ist zur kontinuierlichen oder stufenweisen Ein>stellung
der Schwingungsamplitude des Hohlkörpers ein variabler Widerstand vorgeschaltet.
Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung ist schematisch dargestellt und wird nachfolgend näher erläutert.
Es zeigt
F i g. 1 eine Prinzipschaltskizze der Vorrichtung,
F i g. 2 das Blockschema der elektronischen Steuerung,
F i g. 3 die charakteristische Kurve des Verfahrens.
Nach F i g. 1 ist der Hohlkörper α durch Verwendung des Drehspulmagnetprinzips befähigt, Drehschwingungen
auszuführen und einen genau definierten Energiebetrag aufzunehmen. Der Hohlkörpern
ist durch den Topfhalter b über den Topfträger c starr mit der Spule d verbunden und führt reine
Drehschwingungen vorteilhafterweise in einer Thermokammer e aus. Das Drehspulmagnetsystem N-S
arbeitet bei Raumtemperatur.
Die Bewegungen der Spule d werden über den Zylinderspiegel/
durch einen Lichtzeiger auf Photopapier registriert. Der zum Messen notwendige Energiebetrag
ist durch einen nach Richtung, Größe und Dauer definierten konstanten Stromimpuls durch die
Spule d und den durch deren Reaktion mit dem permanenten Magneten entstehenden Drehimpuls gegeben.
Gemäß Fig.2 wird die Selbststeuerung dadurch realisiert, daß der die Bewegung der Spule schreibende
Lichtzeiger eine dem Zylinderspiegel/ zugeordnete Photozelle 1 (die bis auf einen Spalt abgedeckt
ist) ausleuchtet. Der entstehende positive Impuls wird aus dem Zellenkreis ausgekoppelt und
bringt über einen Verstärker 2 eine Impulsformerstufe 3 zum Ansprechen. Der so entstandene Rechteckimpuls
läßt eine bistabile Multivibratorstufe 4 ihre Stellung wechseln. Der dabei aus einem Anodenkreis
ausgekoppelte Impuls wird in einer Impulsformerstufe
5 zu einem Rechteckimpuls umgeformt, der unverzerrt auf das Gitter einer Arbeitsstufe 6 gegeben wird. An dem zweiten Anodenkreis
des bistabilen Multivibrators 4 ist ebenfalls eine Impulsformerstufe
7 und daran die Arbeitsstufe 8 angeschlossen. Zwischen den beiden Kathoden der Arbeitsstufen
6 und 8 liegt die Spule d über einem zwischengeschalteten, variablen Vorwiderstand 9, die
auf diese Weise den konstanten und definierten Stromimpuls erhält. Dabei löst jeder zweite von der Photozelle
1 kommende Impuls einen Stromfluß durch die Spule d von g nach h aus und jeder erste einen
solchen von h nach g.
Die beiden Arbeitsstufen 6 und 8 sind so abgeglichen,
daß die Spule i2 ohne Vorhandensein eines
Steuerimpulses stromfrei ist. Die Stromstärke im Spulenkreis wird über den variablen Vorwiderstand 9
festgelegt, so daß die Schwingungsamplitude des Hohlkörpers α kontinuierlich oder stufenweise regelbar
ist.
Eine elektromechanische Steuerung des Systems
läßt sich in der Form aufbauen, daß der verstärkte Photozellenimpuls einen bistabilen Multivibrator auf
Thyratronbasis aussteuert, wobei in den Anodenkreisen je ein vierpoliges Kontaktrelais liegt und der definierte
Energiebetrag durch die Entladung eines s Kondensators über die Spule geliefert wird.
F i g. 3 zeigt die sich im Laufe der Phasenumwandlung
ergebende charakteristische Kurvenform. Der Kurvenabschnitt 10 stellt die Schwingungsamplitude
des leeren Hohlkörpers α und der Kurvenabschnitt 11 die Schwingungsamplitude des mit der Meßflüssigkeit
gefüllten Hohlkörpers dar. Die die Phasenumwandlung einleitende Viskositätserhöhung äußert
sich bis zum Schwingungsminimum 12 in einer Verringerung der Schwingungsamplitude. Die während
der Phasenumwandlung auftretende Viskositätsanomalie läßt die Schwingungsamplitude wieder bis in
die Nähe des Amplitudenwertes des leeren Hohlkörpers aufschwingen. In diesem Punkt 13 verhält sich
die ehemalige Flüssigkeit gegenüber dem Meßvorgang wie ein halbfester oder fester Körper, so daß
von dem zugeführten konstanten Energiebetrag keine Energie mehr in die Meßsubstanz abwandert, die
Schwingungsamplitude also so groß ist, wie sie sich für einen festen Körper gleichen Gewichts einstellen
würde. Tritt Synärese oder Retraktion auf, so verringert sich die Schwingungsamplitude 14 durch die nun
wieder freigesetzte Flüssigkeit. Die zeitliche Dauer der einzelnen Phasen ergibt sich aus der Länge der
Kurven in cm und dem bekannten Photopapiervorschub, der in üblicher Weise durch einen Synchronmotor
erfolgt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Verfahren zur objektiven und kontinuierlichen Darstellung der Phasenumwandlung flüssig—
fest, basierend auf einem zu reinen Drehschwingungen befähigten Hohlkörper, der die zu untersuchende
Flüssigkeit enthält und dessen Bewegungen mittels eines Lichtzeigers photographisch
registriert werden, dadurch gekennzeichnet,
daß dem drehschwingenden System im Schwingungsnullpunkt durch Selbststeuerung ein konstanter und definierter Energiebetrag in
Form eines Drehimpulses zugeführt wird, wobei der aufzeichnende Lichtstrahl eine im Schwingungsnullpunkt
angeordnete Photozelle (oder Photowiderstand) ausleuchtet, die den Steuerimpuls für die Selbststeuerung liefert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der genannte Energiebetrag
auf elektronischem oder elektromechanischen! Wege erzeugt und definiert wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 unter Verwendung des
Drehspulmagnetsystems, dadurch gekennzeichnet, daß ein Hohlkörper (α) mittels eines Topfhalters
(b) und Haltestabes (c) starr an einem Bügel in der Drehachse auf der im Luftspalt des
Permanentmagneten (N-S) befindlichen Spule (d)
befestigt ist, an der auf der entgegengesetzten Seite ein Zylinderspiegel (/) angeordnet ist, dem
eine Photozelle zugeordnet ist, die über elektronische Bauelemente (2 bis 8) und einem Vorwiderstand
(9) mit der Spule (d) in Verbindung steht.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper (o) sich in
einer Thermokammer (e) befindet, während das Drehspulmagnetsystem (N-S) bei Raumtemperatur
arbeitet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Photozelle (1) über einen
Verstärker (2) mit einer Impulsformerstufe (3) und einem bistabilen Multivibrator (4) derart verbunden
ist, daß jeder Schwingungsrichtung des Hohlkörpers (α) an einem bistabilen Multivibrator
(4) ein stabiler Zustand zugeordnet ist und die Definition des genannten Energiebetrages durch
je eine nachgeschaltete Impulsformerstufe (5, 7) an jeder Anode des bestabilen Multivibrators (4)
vorgenommen wird, die in definierter Weise je ein Röhrensystem (6, 8) (Arbeitsstufe) aussteuern,
wobei die Spule (d) des Drehspulmagnetsystems (N-S) über einen Vorwiderstand (9) zwischen den
beiden Arbeitsstufen; liegt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Spule (d) ein variabler
Widerstand (9) zur kontinuierlichen oder stufenweisen Einstellung der Schwingungsamplitude
des Hohlkörpers (a) vorgeschaltet ist.
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