DE1296747B - Vorrichtung zur Zufuhr einer metallischen Schmelze aus einem Vorratsbehaelter - Google Patents
Vorrichtung zur Zufuhr einer metallischen Schmelze aus einem VorratsbehaelterInfo
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Description
1 2
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung gefüllt halten kann, und womit man den sich gezur
Zufuhr einer metallischen Schmelze aus einem wohnlich im oberen Teil des Produktes während des
Vorratsbehälter über einen horizontalen Kanal aus Erstarrens bildenden Hohlraum oder Lunker verhitzebeständigem
Material in eine horizontale meiden oder zumindest weitgehend verkleinern kann. Stranggießkokille. 5 Ein weiterer Vorteil des Druckes in der Gieß-
Das kontinuierliche Gießen flüssiger Metalle weist kokille besteht darin, daß der Wärmeaustausch zwientsprechend
seinem Prinzip zahlreiche Vorteile sehen dem Metall und den Wänden der Gießkokille
gegenüber dem herkömmlichen Kokillenguß auf und verbessert wird, und daß das Erstarren erleichtert
ist bereits seit Jahren Gegenstand zahlreicher Unter- wird.
suchungen, und zwar auf dem Gebiet des Vertikal- io Man könnte hier einwenden, daß ein Gießen unter
als auch auf dem Gebiet des Horizontalgusses. Druck mit den entsprechenden Vorteilen theoretisch
Wenn auch der kontinuierliche Vertikalguß auf auch dadurch erreicht werden könnte, daß flußaufzahlreiche
Arten durchgeführt worden ist, so weist wärts der Gießkokille eine Säule aus flüssigem Metall
er doch einige Schwierigkeiten auf, von denen die von großer Höhe angeordnet wird; dies ist jedoch
schwerwiegendste in der vertikalen Abmessung 15 aus mehreren Gründen undurchführbar. Um beibesteht,
spielsweise Drücke von 10 kg/cm2 zu erreichen, wie
Der diesen Nachteil nicht aufweisende kontinuier- sie mit magnetischen Pumpen erreichbar sind, müßte
liehe Horizontalguß stößt auf bestimmte Schwierig- man über Einrichtungen von beachtlicher Höhe verkeiten,
die insbesondere von der horizontalen Lage fügen, und zwar mindestens bis zu 15 m für Stahlguß
des Barrens während des Erstarrens des Metalles 20 und noch höhere für die leichteren Metalle. Man
herrühren. würde dadurch den Hauptvorteil verlieren, den das
Zum einen ist es schwierig, bei horizontaler Stel- kontinuierliche horizontale Gießen gegenüber dem
lung des Barrens sicherzustellen, daß der von der klassischen Vertikalguß bietet. Außerdem würden
Zusammenziehung des Metalles während des Erstar- sicher unüberwindliche Schwierigkeiten beim Flüsrens
herrührende Lunker mit flüssigem Metall ge- 25 sighalten so hoher Metallsäulen auftreten; dies gilt
speist wird. Weiterhin bildet sich dieser Lunker insbesondere für Stahl. Offenbar wäre es dann besser,
nicht auf der Achse des Barrens, sondern er ist viel- zum gebräuchlichen Vertikalguß zurückzukehren, bei
mehr in den oberen Barrenteil verschoben. Zudem dem der größte Teil der Apparathöhe durch das
bildet sich im allgemeinen eine gewisse Unsymmetrie erstarrte Metall bedingt ist.
beim Entmischen und Absetzen der Verunrei- 30 . Magnetische Pumpen sind bereits bekannt; sie
nigungen. sind auf einem anderen technischen Gebiet als auf
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die dem der Erfindung bereits in Gebrauch; beispiels-Zufuhr
der Schmelze in die Stranggießkokille sowie weise als Umwälzpumpen für flüssige Metalle mit
deren Erstarrung zu verbessern. niedrigem Schmelzpunkt, wie z. B. Natrium, die als
Zur Lösung dieser Aufgabe ist gemäß der Erfin- 35 Kühlflüssigkeiten bei bestimmten Kernreaktortypen
dung vorgesehen, daß bei einer Vorrichtung zur verwendet werden. Es gibt zwei Arten von magne-Zufuhr
der Schmelze aus einem Vorratsbehälter über tischen Pumpen, und es ist in Hinblick auf das Prineinen
horizontalen Kanal aus hitzebeständigem zip der Erfindung gleichgültig, ob Einrichtungen der
Material in eine horizontale Stranggießkokille eine einen Art, der anderen, oder einer noch zu entmagnetische
Pumpe um den Kanal angeordnet ist. 40 wickelnden angewandt werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Er- Bei den Einrichtungen der ersten Gruppe läßt man
findung ist dabei vorgesehen, daß der Kanal einen einen starken Strom in Querrichtung in der Ader aus
spaltförmigen Durchgangsquerschnitt in Form eines flüssigem Metall fließen, wobei eine Stelle der Ader
Rechtecks mit geringer Höhe aufweist. in einem starken magnetischen Feld liegt, dessen
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung 45 Kraftlinien normal zu den elektrischen Stromfäden
der Erfindung ist vorgesehen, daß die magnetische und zur Achse der Metallader sind; dadurch wird auf
Pumpe aus dreiphasig zusammengeschalteten ver- die Metallader parallel zu ihrer Achse eine Kraft
setzten Reihen-Wellen-Wicklungen gebildet ist. ausgeübt. Wenn ein magnetisches Gleichfeld vorliegt,
Es ist möglich die magnetische Pumpwirkung da- wie es durch einen Magneten oder durch eine gleichdurch
zu erzeugen, daß man einen elektrischen so strom-durchflossene Spule erzeugt wird, dann wird
Strom quer durch die Ader des flüssigen Metalls der das Metall durchsetzende Strom ebenfalls ein
beim horizontalen Ausfließen schickt und in dem _ Gleichstrom sein. Es kann auch Wechselstrom und
man ein Magnetfeld im wesentlichen senkreefff zur ein Wechselstiömmägnetfeld gleicher Frequenz an-Richtung
des genannten elektrischen Stroms und zur gewendet werden, wobei natürlich in diesem Falle
Ausflußrichtung des Metalls anlegt. 55 die Phasen in solcher Beziehung zueinander stehen
Die magnetische Pumpwirkung kann aber auch müssen, daß die mittlere, auf das Metall ausgeübte
durch mindestens ein das flüssige Metall durchset- Kraft in der erwünschten Richtung ihr Maximum
zendes Magnetfeld erzeugt werden, welches sich in hat. Für Metalle mit niedrigem Schmelzpunkt sind
Richtung des ausfließenden flüssigen Metalls ver- diese Pumpeinrichtungen unter der Voraussetzung
schiebt. Ferner ist es möglich, die auf das flüssige 60 geeignet, daß ein Material von guter elektrischer
Metall ausgeübte Magnetkraft entsprechend ihrer Leitfähigkeit, das ausreichend hitzebeständig ist und
Füllhöhe des Metalls im Vorratsbehälter zu regeln. nicht vom flüssigen Metall angegriffen wird, für die
Man sieht daraus, daß das Verfahren bei den Kontakte zum Stromdurchgang in der Ader gefun-Schwierigkeiten,
die man bei den bis heute gebrauch- den wird. Dabei handelt es sich um ein oft schwierig
liehen Verfahren zum kontinuierlichen horizontalen 65 zu lösendes Problem.
Gießen kennt, Abhilfe schaffen kann. Das flüssige Bei den Einrichtungen der zweiten Gruppe erzeu-
Metall wird in der Gießkokille ständig unter Druck gen von entsprechenden Wechselströmen durchflosgehalten,
wodurch man diese Gießkokille stets gut sene Wicklungen magnetische Felder, die in der
fyletallader Induktionsströme entstehen lassen. Die
Rückwirkung dieser Ströme auf die induzierendeh Felder erzeugt pumpende Kräfte, wenn die induzierten
Ströme in geeigneter Weise gerichtet sind.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines
Aüsführungsbeispiels an Hand der Zeichnung. Es zeigt
Fi g. 1 einen vereinfachten Längsschnitt einer Einrichtung
zum kontinuierlichen horizontalen Gießen gemäß der Erfindung,
F i g. 2 eine schematische Darstellung der elektromagnetischen
Pumpeinrichtung.
In F ί g. 1 sieht man den das flüssige Metall 2 enthaltenden
Vorratsbehälter 1 von üblicher Bauart, der aus einer Stahlumhüllung 3 und einer hitzebeständigen
Auskleidung 4 besteht. Der Vorratsbehälter wird in nicht gezeigter, herkömmlicher Weise durch
Gießen aus einer Pfanne mit flüssigem Metall gespeißt. Am unteren Teil der senkrechten Wand 6 »0
dos Vorratsbehälters 1 ist in einer entsprechenden konischen Öffnung ein in das Innere des Vorratsbehälter
hineinführendes Mundstück 7 eingelassen, und zwar in der für Gießöffnungen üblichen Weise.
Aiii Ausgang des Vorratsbehälters wird der Druck «5
auf das sich frei durch die Öffnung 7 ergießende flüssige Metall durch eine weiter unten zu beschreibende
elektromagnetische Pumpeinrichtung 8 erhöht. Das Metall durchfließt diese Einrichtung 8 in einem
hitzebeständigen Kanal 9 hohen Widerstands und stark abgeflachten rechteckigen Querschnitts, der
beispielsweise aus gesinterter oder schamottierter Tonerde, Zirkonerde oder aus einer Mischung der
beiden besteht. Der Vorratsbehälter 1 und die Pumpeinrichtung 8 sind dicht über eine hitzebeständige
Zuleitung 10 kreisförmigen Querschnitts verbunden, die in einem zylindrischen Stahlrohr 11 untergebracht
ist, das mittels nicht gezeigten Bolzen durch Flansche
12 befestigt ist.
Die elektromagnetische Pumpeinrichtung ist für einen Durchsatz von 50 t/h flüssigen Stahl unter
einem maximalen Druck von 10 kg/cm2 ausgelegt. Das unter Druck stehende Metall tritt in eine wasserumlaufgekühlte
horizontale Stranggießkokille 13 ein, mit welcher sie über eine in einem gleichfalls
zylindrischen metallischen Rohr 15 gehalterte hitzebeständige zylindrische Leitung 14 verbunden ist.
Das Rohr 15 ist mit einer Doppelwand ausgestattet und wird durch Wasserumlauf mittels der Röhre 16 a
und 16 b gekühlt. Dieses Rohr 15 ist mit der Pumpeinrichtung durch einen Flansch 17 verbunden.
Zwischen dem Rohr 15 und der Stranggießkokille
13 befindet sich eine mit einem Ringkanal 19 versehene Ringscheibe 18; der Ringkanal mündet in den
Gießkanal durch am ganzen Umfang verteilte kleine öffnungen 20, um die Einführung eines Schmiermittels
entlang den Wänden der Gußform zu ermöglichen. Das unter Druck durch die Röhre 21 eingespeiste
Schmiermittel kann aus dem bekannten Rüböl bestehen, dem eventuell pulverisierter Graphit
in Suspension beigemengt ist.
Die Stranggießkokille 13 von kreisförmigem Querschnitt besteht aus Kupfer und wird mittels einer
Ummantelung 22 wassergekühlt, die mit einem elastischen gewellten Teil 23 versehen ist, um die
Ausdehnungsunterschiede zwischen Stranggießkokille und Ummantelung auszugleichen. Die Ummantelung
22 ist mittels runder Flansche 24 a und 246 und »ezeigtef Bolzen an der Stranggießkokille 13
befestigt; sie ist auf diese Weise leicht abnehmbar, Um die Stranggießkokille nach dem Verschleiß austauschen
zu köniieh.
Wähjend das Metall durch die Kokille läuft, gibt
es seine Wärme an die Wändo der Kokille 13 ab, so daß es erstarrt und in Fortii eines Barrens 26 mit
kreisförrriigem Querschnitt aus der Kokille austritt.
Die Führung und Regelung der Äbzüggeschwindigkeit des Steffens erfolgt durch zwei gerillte Rollen
26 a und 26 b.
Die gesamte Vorrichtung zum kontinuierlichen
Gießen1 rollt Über z#ei Rollen 28 α und 286 auf
eitiem Metällgesteil ΪΪ; auf diese Weise kann sich
der Aufbau bezüglich des Vorrätsbehälters i rollend
bewegen, umso ohne für das Verhalten des Materials nachteilige Beanspruchungen die Sich im Betrieb
ergebend&i Dehnungen auszugleichen, die über
die Länge der Vorrichtung iÖ riüri erreifcnen können.
im folgeiideh vtfird die Arbeitsweise der elektromägrietischen
Pumpeinrichtutig 8 mehr ins Einzelne gehend tesbnrietien.
In F i g. I sieht dian den hitzebeständigeri Durchflußkanal
9, in weicHeiii das Metall fließt. Oberhalb
und Ünteffiälfe dieses bürchflüßkahals sind senkrecht
zur Achse der Gießrichtühg des Mfetälls horizontale
Leiterstäbe 29 angebracht, die in entsprechenden Nuten in den geblätterten Magnetpolen (nicht gezeigt
in Fig. 1) untergebracht sind; deren aktive Oberflächen sind bei 30a und 306 in Fig. 2 sichtbar.
Diese Stäbe sind in F i g. 2 besser zu sehen, in der die unteren und oberen Stäbe in der Draufsicht
getrennt gezeigt sind. Normalerweise müßten die zwei Teile der F i g. 2 aufeinanderliegen.
Die Stäbe 29 sind entsprechend dem Schema der F i g. 2 elektrisch so verbunden, daß sie analog zu
denen eines Induktionsmotors eine dreiphasig zusammengeschaltete versetzte Reihen-Wellen-Wicklung
bilden; sie werden bei A, B und C aus einem elektrischen Dreiphasennetz gespeist. Die Darstellung
ist ähnlich, wie wenn man den Stator eines Dreiphasensynchronmotors in eine Ebene abwickelt. Das
Drehfeld eines solchen Asynchronmotors wird also hier ersetzt durch ein zur Ebene der F i g. 2 senkrecht
»gleitendes« Feld, das sich parallel zu sich selbst und zur Achse des hitzebeständigen Durchflußkanals
verschiebt. Dieses gleitende Feld induziert im Metall Ströme, auf die es Elementarkräfte ausübt,
die das Metall im Richtungssinne der Verschiebung des Feldes mitnehmen.
Um die größtmögliche Magnetfeldstärke zu erhalten, ist die vertikale Dicke des Durchflußkanals so
klein wie möglich gehalten. Das flüssige Metall strömt hier in Form einer Schicht von etwa 1 cm
Dicke und 20 cm Breite.
Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Einrichtung 8 für einen maximalen Durchsatz von
50 t/h flüssigen Stahl bei einem Druck von etwa 10 kg/cm2 ausgelegt. Zu diesem Zweck enthält sie
60 Leiterstäbe 29 oberhalb des Durchflußkanals 9 und ebensoviel unter diesem, die von Strom mit etwa
300 Ampere durchflossen werden. Die aufgenommene Leistung liegt in der Größenordnung von
150 bis 200 kW.
Das bei 31 aus der Einrichtung 8 austretende flüssige Metall tritt dann unter Druck in die Stranggießkokille
13 ein, wo es an den Wänden zu erstarren beginnt. Der vom flüssigen Metall auf die sich bil-
dende Außenhaut des erstarrten Metalls wirkende Druck sucht diese in Berührung mit der Wand der
Stranggießkokille zu halten, wodurch das Auftreten von Ablösungen und die daraus sich ergebende Verzögerung
des Wärmeaustausches begrenzt wird. In gleicher Weise wird der Lunker, der sich immer während
des Abkühlens eines Blocks oder Barrens auf Grund der Zusammenziehung des Metalls zu bilden
sucht, wenn die äußere Wand bereits erstarrt ist, vermöge des Druckes dauernd mit flüssigem Metall
gespeist; es kann sich also kein Lunker bilden.
Um die Berührung zwischen dem erstarrten Barren und der Stranggießkokille zu fördern, kann man
dieser eine leicht, in der Größenordnung von beispielsweise 1"0Io, konisch zusammenlaufende Form
geben.
Die den Barren 25 abziehenden Rollen 26 A, 26B
werden in bekannter Weise mit regulierbarer konstanter Drehzahl von einem Elektromotor angetrieben,
was aber nicht zur Erfindung gehört. Im all- ao gemeinen ist es nicht notwendig, auf den Barren eine
starke Abzugskraft auszuüben, da zum Herausziehen des Barrens der angewandte Druck ausreicht. Die
Rollen 26^4, 26 B gewährleisten einen regelmäßigen
Barrenvorschub, in dem sie entweder einen leichten Zug ausüben oder umgekehrt diesen etwas zurückhalten.
Die Einrichtung gemäß der Erfindung ist besonders vorteilhaft für das Gießen von Teilen mit
kleinen Querschnitten, denn sie gestatten eine beachtliche Erhöhung der Gießgeschwindigkeit im
Vergleich zu bekannten Verfahren. Der bei diesem Ausführungsbeispiel erwähnte Druck von 10 kg/cm2
hat keine einschränkende Bedeutung, die Vorteile der Erfindung können sehr wohl auch mit anderen
Drücken erreicht werden, insbesondere mit schwächeren Drücken bei anderen Arbeitsbedingungen.
Claims (3)
1. Vorrichtung zur Zufuhr einer metallischen Schmelze aus einem Vorratsbehälter über einen
horizontalen Kanal aus hitzebeständigem Material in eine horizontale Stranggießkokille, dadurch
gekennzeichnet, daß eine magnetische Pumpe (8) um den Kanal (9) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (9) einen spaltförmigen
Durchgangsquerschnitt in Form eines Rechtecks mit geringer Höhe aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die magnetische Pumpe aus
dreiphasigen zusammengeschalteten versetzten Reihen-Wellen-Wicklungen gebildet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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