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Die Erfindung betrifft eine Fernschaltvorrichtung für ein Wechselgetriebe
eines Kraftfahrzeuges mit einem zwischen seinen Enden mit dem Gehäuse des Wechselgetriebes
gelenkig verbundenen, in senkrecht zueinander stehenden Ebenen schwenkbaren Schalthebel,
dessen einer als Schaltfinger ausgebildeter, getriebeinnerer Arm in der einen Schwenkrichtung
wahlweise mit einer von mindestens zwei Schaltgabeln des Wechselgetriebes kuppelbar
ist, die in der anderen Schwenkrichtung des Schalthebels verschoben wird, und dessen
anderer getriebeäußerer Arm mittels eines auf ihm gleitend geführten Verlängerungsstückes
verlängerbar ist, wobei der Schalthebel mittels einer dreh- und verschiebbaren,
etwa in Längsrichtung des Kraftfahrzeuges und oberhalb dessen Brennkraftmaschine
verlaufenden Schaltstange betätigbar ist, deren eines Ende einen Schalthandgriff
aufweist und deren anderes abgebogenes Ende über ein Verbindungselement mit dem
Ende des Verlängerungsstückes verbunden ist.
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Bei einer bekannten Schaltvorrichtung (französische Patentschrift
684 563) verläuft eine axial verschiebbare und drehbare Schaltstange oberhalb .der
Brennkraftmaschine und wirkt auf einen in einem Schaltgehäuse schwenkbar gelagerten
Schalthebel, der teleskopartig ausgebildet und an der Schaltstange mittels eines
Ansatzstückes und eines Kugelgelenkes befestigt ist. Wegen des großen Abstandes
der Achse der Schaltstange von dem Lager des Schalthebels muß dieser sehr lang ausgeführt
sein, was unter Verwendung des bekannten Gestänges lange Steuerwege der Schaltstange
ergibt. Diese sind für den Fahrer unbequem und haben darüber hinaus einen großen
Raumbedarf unter der Motorhaube zur Folge. Würde das nach unten abgebogene Ende
der Schaltstange zur Verkürzung des Schalthebels verlängert, so ergäbe sich eine
unangemessen große Querbewegung der Schaltstange.
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Durch die Erfindung soll eine einfache Änderung der wirksamen Länge
des Schalthebels des Wechselgetriebes und damit eine unabhängige übersetzungswahl
in beiden Betätigungsrichtungen des Schalthebels ermöglicht werden.
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Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß das Verbindungselement
eine Schwenkstange ist, deren eines Ende an dem abgebogenen Ende der Schaltstange
mit Hilfe eines ersten Bolzens in einer zu dieser Schaltstange etwa rechtwinklig
gelegenen Ebene schwenkbar angelenkt ist, während am anderen Ende der Schwenkstange
das Ende des Verlängerungsstückes mit Hilfe eines zum ersten Bolzen und zur Schwenkstange
rechtwinklig gerichteten zweiten Bolzens in einer parallel zur Schaltstange gelegenen
Ebene schwenkbar angelenkt ist.
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Durch die Erfindung wird erreicht, daß das Verbindungselement in der
einen Bewegungsrichtung der Schaltstange dieser zuzuordnen ist und deren abgebogenes
Ende verlängert, während das Verbindungselement in der anderen Bewegungsrichtung
zur Verlängerung des Schalthebels dient. Durch entsprechende Längenabstimmung des
abgebogenen Endes der Schaltstange, der als Verbindungselement dienenden Schwenkstange
und des getriebeäußeren Armes des Schalthebels sind die übersetzungsverhältnisse
in beiden Betätigungsrichtungen unabhängig voneinander wählbar, so daß bei von der
Getriebekonstruktion her gegebenen Verstellwegen des Schaltfingers günstige Betätigungswege
am Schalthandgriff zu erreichen sind, ohne daß ein zwischengelagerter Hebel oder
ein sonstiger Schaltgestängeteil erforderlich ist. Die Bauform ist somit einfach
und raumsparend.
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Bei einer üblichen Anordnung eines Schalthebels an einer Schaltstange
unterhalb des Lenkrades (schweizerische Patentschrift 295 909) verbindet der Lenker
zwei gleich ausgebildete und auch in gleicher Weise gelagerte Hebel miteinander,
wovon der eine entsprechend dem Schalthebel am Schaltgehäuse und der andere an der
Lenkstützsäule gelagert ist.
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Einer anderen bekannten Vorrichtung (USA.-Patentschrift 2 168 645),
bei der die Schwenkstange mit etwa rechtwinklig sich kreuzenden Bolzen versehen
ist, liegt der Gedanke zugrunde, die Bewegung am Ende der Schaltstange, welche sonst
in eine Schaltgabel eingreift, auf eine von dem vom Fahrer bedienten Schalthebel
entfernte Stelle zu übertragen.
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In der Zeichnung ist eine Fernschaltvorrichtung als Ausführungsbeispiel
des Gegenstandes der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigt F i g. 1 eine Ansicht
mit Teilschnitt in einer Längsebene eines Fahrzeuges, F i g. 2 eine Stirnansicht
mit Teilschnitt, F i g. 3 die Lage eines Handgriffes zu einem Lenkrad des Fahrzeuges.
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Die Fernschaltvorrichtung hat eine in Längsebene eines Fahrzeuges
waagerecht angeordnete Schaltstange 1, welche in den Lagern 2 und 3 zu verschieben
ist. Das Lager 2 ist in einer Spritzwand 4 des Fahrzeuges mittels eines elastischen
Ringes 5 gehalten, während das Lager 3 mittels eines elastischen Ringes 7 und eines
Halters 8 am oberen Teil eines Kühlers 6 angebracht ist. Am hinteren Ende der Schaltstange
1 befindet sich ein Schalthandgriff 9. Das vordere Ende der Schaltstange 1 ist nach
unten abgebogen und weist einen Bügel 10 auf, an welchem mittels eines Bolzens
11 das vordere Ende einer aus einer Aluminiumlegierung bestehenden Schwenkstange
12 angelenkt ist. Das andere Ende dieser Stange ist mittels eines Bolzens 13 an
einem Bügel 14 am oberen Ende eines Rohres 15 angelenki, das auf einem Schalthebel
16 gleitend gelagert ist. Die Bügel 10 und 14 und daher auch die Gelenkzapfen
in Form der Bolzen 11 und 13 sind um 90° versetzt zueinander angeordnet. Die Achse
des Bolzens 11 verläuft parallel zur Achse der Schaltstange 1 und die Achse des
Bolzens 13 in einer Ebene senkrecht zur Achse der Schaltstange 1. Hierdurch ist
bei einer Betätigung der Schaltstange 1 mittels des Handgriffes 9 eine Verschiebung
des Schalthebels 16 in zwei senkrechten Ebenen möglich.
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Der Hebel 16 durchsetzt bei 17 die abgerundete Oberseite eines
Kegels 18, welcher eine Öffnung 19 in einem Gehäuse 20 des Wechselgetriebes abdeckt.
In dieses Gehäuse ragt das untere Ende des in Form eines Schaltfingers 21 ausgebildeten
Schalthebels hinein, welcher Schaltfinger wahlweise eine Schaltgabel 22 oder eine
Schaltgabel 23 längs einer Schaltschiene 24 im Innern des Wechselgetriebes verschieben
soll, auf welcher die Schaltgabeln gleitend gelagert sind.
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Der Schalthebel 16 ist in dem Schaltkegel 18 gelenkig
angeordnet. Hierzu dient eine aus Kunststoff bestehende Kugel 25, die an dem Hebel
befestigt ist. Eine Feder 26 sucht die Kugel 25 an dem abgerundeten Ende des Schaltkegels
18 zu halten. Die Feder 26 stützt sich auf einer zwischen dem Schaltkegel
18
und dem Gehäuse 20 vorgesehenen Anlaufplatte 27
ab, welche
die Längs- und Querbewegung des Schaltfingers 21 begrenzt und führt sowie
die Öffnung 19
umgibt.
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Beim Schalten der einzelnen Gänge folgen von oben gesehen die Bewegungen
des Schalthebels 16 der Form eines H, dessen horizontaler Querstrich der Totpunktlage
entspricht, während die beiden vertikalen Schenkel dem Rückwärtsgang und dem 1.
Gang einerseits sowie dem 2. und dem 3. Gang andererseits entsprechen, wenn es sich
um ein Dreiganggetriebe handelt.
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Die Teile der Schaltvorrichtung sind in F i g. 1 für das Schalten
des 2. Ganges angeordnet. Hierzu wird der Schalthandgriff 9 zunächst in die Totpunktlage
geschwenkt (Lage des Handgriffes bei A in F i g. 1), dann nach rechts geschwenkt
(s. F i g. 3) und hierauf hineingedrückt bzw. hineingeschoben (Lage B). Die Schwenkbewegung
des Handgriffes 9 verursacht über die Schaltstange 1, die Schwenkstange 12 und das
Rohr 15 den Eingriff des am Schalthebel 16 angebrachten Schaltfingers 21 in eine
Raste 28 in der Schaltgabel 22, während die Längsverschiebung der Schaltstange 1
nach vorn eine Längsverschiebung der Schaltgabel 22 nach hinten hervorruft. Wegen
der Anordnung der Achsen der Bolzen 11 und 13 unter einem Winkel von 90° zueinander
wird die Schwenkstange 12 bei einer Schwenkbewegung des Handgriffes 9 in die Totpunktlage
mit dem Hebel 16 fest verbunden, während bei einer Längsbewegung der Schaltstange
1 die Schwenkstange 12 mit dem abgebogenen Ende der Schaltstange 1 fest verbunden
wird. Die Schwenkstange 12 zusammen mit der Anordnung der Achsen der Bolzen 11 und
13 im Abstand voneinander und senkrecht zueinander gestatten somit eine Änderung
der wirksamen Länge des Schalthebels 16 bei den vom Schalthebel auszuführenden Bewegungen.
Das Ausmaß der vom Handgriff 9 auszuführenden Bewegungen kann daher vorher sorgfältig
festgelegt werden.
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Um vom 2. auf den 3. Gang zu schalten, wird der Schalthandgriff 9
bis in die Lage C verschoben, ohne in der Totpunktlage (Stellung A) eine Schwenkbewegung
vorzunehmen.
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Der Rückwärtsgang wird vom 2. Gang aus durch Hineinschieben des Handgriffes
9 bis in die Totpunktlage geschaltet, worauf der Handgriff um etwa 30° nach links
geschwenkt (in F i g. 3 gestrichelt dargestellt) und anschließend in die Lage B
hineingeschoben wird.
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Zum Schalten des 1. Ganges aus dem Rückwärtsgang wird der Schalthandgriff
9 aus der Lage B heraus bis in die Lage C verschoben, ohne in der Totpunktlage eine
Schwenkbewegung durchzuführen.
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Eine Schwenkbewegung des Schalthandgriffes 9 kann in der Totpunktlage
nur vorgenommen werden, wenn die Raste 28 in der Schaltgabel 22 und eine entsprechende
Raste 29 in der Schaltgabel 23 einander gegenüberstehen. In diesen Lagen der Rasten
28 und 29 kann der Schaltfinger 21 des Schalthebels 16 aus einer dieser Rasten herausgezogen
werden und in die andere Raste eingreifen. F i g. 2 zeigt in einer Ansicht von vorn
die Teile in Totpunktlage nach der Verschiebung des Schaltfingers 21 von der Raste
28 in die Raste 29 der Schaltgabel 23, wobei entweder der Rückwärtsgang oder der
1. Gang geschaltet wird.
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In F i g. 1 kann also die Lage B des Schalthandgriffes 9 entweder
dem Rückwärtsgang oder dem 2. Gang und die Lage C des Handgriffes dem 1. oder dem
3. Gang entsprechen. Ferner kann in F i g. 3 die Lage des ausgezogen dargestellten
Handgriffes dem 2. oder dem 3. Gang und die gestrichelte Lage entweder dem Rückwärtsgang
oder dem 1. Gang entsprechen.