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Die Erfindung betrifft eine Steuereinrichtung für das Fokussiersystem
einer Kamera, beispielsweise einer Fernseh- oder Filmaufnahmekamera, und vorzugsweise
einer Kamera mit einem Zoomobjektiv, d. h. einem Objektiv mit unter Einfluß eines
Steuerelementes relativ zueinander bewegbaren Gliedern nur kontinuierlichen Veränderung
der Äquivalentbrennweite über einen vorgesehenen Bereich bei konstanter Bildebene.
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Für die Bedienungsperson einer Fernseh- oder Filmaufnahmekamera ist
es oftmals zweckmäßig, wenn der Gegenstand durch einen Bildsucher oder auf einem
Kontrollschirm betrachtet und das Fokussiersystem ohne Einstellskala entsprechend
der betrachteten Szene eingestellt werden kann. Hierzu ist bei veränderlicher Gegenstandsweite
eine große Erfahrung notwendig.
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Besondere Schwierigkeiten treten bei Kameras mit Zoomobjektiven auf,
weil sich die Schärfentiefe eines Zoomobjektivs bei einer Veränderung der Brennweite
stark ändert und am Weitwinkelende (Ende mit geringer Äquivalentbrennweite) des
Variobereichs sehr viel größer als an dessen Schmalwinkelende (Ende mit hoher Äquivalentbrennweite)
ist. Wenn ein Gegenstand in der Weitwinkelstellung fokussiert ist, dann findet beim
Übergang auf einen schmaleren Winkel eine Entfokussierung statt, und es ist für
die Bedienungsperson äußerst schwierig, die Fokussierung bei schnellen Änderungen
der Äquivalentbrennweite zu korrigieren. Bleibt die Gegenstandsbrennweite konstant,
dann kann man diese Schwierigkeit beseitigen, indem man in der Schmalwinkelstellung
des Objektivs auf den Gegenstand fokussiert, bevor man mit der Aufnahme der Szene
fortfährt, und dann die Einstellung während des Betriebs unverändert läßt. Die Schwierigkeiten
können jedoch nicht beseitigt werden, wenn sich während der Aufnahme die Gegenstandsweite
ändert.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Steuereinrichtung
für das Fokussiersystem einer Kamera vorzuschlagen, mit der die bestehenden Schwierigkeiten
beseitigt werden können.
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Eine Steuereinrichtung zur Steuerung der Fokussierung einer Kamera
mit einem bewegbaren Element zum Zwecke der Fokussierung enthält dazu gemäß der
Erfindung eine Hauptsteuereinheit zur Betätigung des bewegbaren Elementes mit einer
Geschwindigkeit, die von der Geschwindigkeit bzw. Drehzahl eines Stellgliedes abhängt,
ferner eine Hilfssteuereinheit, mit der das bewegbare Element derart betätigt wird,
daß seine Stellung von der Stellung eines Hilfsstellgliedes abhängt, und mit einem
Umschalter, mit dem die Steuerung des bewegbaren Elementes von der Hauptsteuereinheit
auf die Hilfssteuereinheit umgeschaltet werden kann. Mit einer derartigen Steuereinrichtung
kann die Hilfssteuereinheit auf eine vorgegebene Gegenstandsweite voreingestellt
werden, so daß beim Umschalten auf diese Gegenstandsweite das bewegbare Element
automatisch in die für diese Gegenstandsweite richtige Stellung gebracht wird. Zweckmäßigerweise
können zwei oder mehrere Hilfssteuereinheiten und ein Umschalter vorgesehen sein,
mit dem auf eine beliebige Hilfssteuereinheit umgeschaltet werden kann, damit die
Steuereinrichtung auf mehrere Gegenstandsweiten voreingestellt ist.
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Wenn man im Gegensatz zu einer Standortsteuerung eine Geschwindigkeitssteuerung
vorsieht, dann bleibt die Stellung des bewegbaren Elementes gewöhnlich nicht über
beliebig lange Zeiten hinweg in exakter Übereinstimmung mit der des Hauptstellgliedes,
da viele Umstände zu Standortfehlern führen können. Das erscheint zwar auf den ersten
Blick nachteilig, hat aber in Wirklichkeit nicht nur keine ernsten Folgen, besonders
wenn die Bedienungsperson die notwendige Steuerung in Übereinstimmung mit der visuellen
Betrachtung der aufzunehmenden Szene vornimmt, sondern auch wesentliche Vorteile
in anderer Hinsicht.
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Einige Probleme, die sich bei der Verwendung einer Standortsteuerung
ergeben, werden hier vermieden. Wenn nämlich in einem solchen Fall der Umschalter
zweckmäßigerweise durch einen Druckknopf betätigt wird, dann muß die Bedienungsperson
den Druckknopf, wenn es sich nicht um einen feststellbaren Druckknopf handelt, so
lange niedergedrückt halten, wie die Hilfssteuereinheit betrieben werden soll, so
daß eine möglicherweise gleichzeitig notwendige Korrektur der Fokussierung kaum
durchführbar ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um ein Zoomobjektiv
handelt, da die Bedienungsperson im allgemeinen eine Hand für die Einstellung des
Variobereiches benötigt, so daß nur die andere Hand zur Betätigung der Stellglieder
und der Knöpfe des Umschalters frei ist. Wenn dagegen feststellbare Druckknöpfe
verwendet werden, dann könnte zwar die Korrektur der Fokussierung durch die Betätigung
eines Hilfsstellgliedes bewirkt werden, doch würde die Bedienungsperson leicht verwirrt,
da zu verschiedenen Zeiten verschiedene Stellglieder zur Ausführung ähnlicher Operationen
verwendet werden müßten. Es könnten sich also ernsthafte Fehler ergeben, wenn das
falsche Stellglied betätigt wird. Bei der Freigabe des Druckknopfes kehrt dann das
bewegbare Element in jedem Fall in die Lage zurück, die es unmittelbar vor der Umschaltung
eingenommen hat, was nur selten erwünscht ist.
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Bei einer Geschwindigkeitssteuerung bleibt dagegen das bewegbare Element
nach Freigabe des Druckknopfes in der eingestellten Stellung, und die Hauptsteuereinheit
kann sofort in erforderlicher Weise zur Fokussierung verwendet werden. Weiterhin
braucht ein Hilfsstellglied niemals während der Aufnahme einer Szene betätigt werden,
weil die Betätigung und das schnelle Freigeben des Umschalters das einzige ist,
was zur schnellen Anpassung an eine veränderte Gegenstandsweite notwendig ist. Schließlich
kann die gesamte Steuerung der Fokussierung durch Betätigung des Hauptstellgliedes
bewirkt werden, während die Hilfsstellglieder nur zur Voreinstellung einer vorgewählten
Gegenstandsweite dienen.
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Das bewegbare Element wird vorzugsweise mittels eines elektrischen
Reversiermotors verstellt. Die Drehzahldes Reversiermotors wird beim Betrieb der
Hauptsteuereinheit vorzugsweise teils durch die Betriebsgeschwindigkeit oder Drehzahl
des Hauptstellgliedes und teils durch die Drehzahl des Reversiermotors selbst elektrisch
gesteuert. Zweckmäßigerweise könnte die Drehzahl des Motors durch eine Spannung
bestimmt werden, die von den Ausgangsklemmen zweier Tachodynamos abgeleitet wird,
die vom Hauptstellglied und vom Motor angetrieben werden. Der Ausdruck »Tachodynamo«
bedeutet hier ein Gerät, dessen Ausgangsspannung auf irgendeine Weise von der Drehzahl
abhängt, mit dem er angetrieben wird. Die Drehzahl des Reversiermotors kann
jedoch
auch, solange die Hauptsteuereinheit in Betrieb ist, durch die Frequenz von Impulsen
gesteuert werden, die mindestens teilweise in Abhängigkeit von der Betriebsgeschwindigkeit
bzw. Drehzahl des Hauptstellgliedes in einem Impulsgenerator erzeugt werden.
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Die Hilfssteuereinheit kann zur Herstellung der erwünschten Standortsteuerung
in verschiedener Weise ausgebildet sein. In einem Ausführungsbeispiel enthält eine
Hilfssteuereinheit eine Spannungsquelle, ein von dieser gespeistes Potentiometer
mit verstellbarem Abgriff, dessen Stellung durch die Stellung eines Hilfsstellgliedes
bestimmt ist, und ein weiteres von dieser Spannungsquelle gespeistes Potentiometer
mit verstellbarem Abgriff, dessen Stellung von der Stellung des bewegbaren Elementes
abhängt. Das bewegbare Element wird dabei von dem Reversiermotor angetrieben, dessen
Drehzahl gemeinsam durch die Ausgangsspannungen der beiden Potentiometer gesteuert
wird. Vorzugsweise wird dem Reversiermotor noch eine kleine, vom Ausgang des vom
Reversiermotor angetriebenen Tachodynamos abgeleitete Spannung zur Dämpfung zugeführt.
Die Lage des Brennpunktes des Kameraobjektivs ändert sich, wenn es sich um ein Zoomobjektiv
handelt, mit den verschiedenen Einstellungen des Variobereiches sehr stark, so daß
die Empfindlichkeit der Fokussierungssteuerung an den beiden Enden des Variobereiches
sehr unterschiedlich ist. Die Fokussierungssteuerung kann im Bedarfsfall durch Einbau
einer Anordnung in die Hauptsteuereinheit vereinfacht werden, die bereits in der
deutschen Patentanmeldung R 36990 vorgeschlagen ist. Diese Anordnung enthält Mittel,
mit deren Hilfe bei der Bewegung des Steuerelementes für den Variobereich auch das
Übertragungsverhältnis zwischen dem Hauptstellglied und dem bewegbaren Element verändert
wird. Diese Mittel bestehen beispielsweise aus einem Potentiometer, das von der
Ausgangsspannung des obenerwähnten, vom elektrischen Reversiermotor angetriebenen
Tachodynamos gespeist wird.
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Da die Stellung des bewegbaren Elementes nicht notwendigerweise der
des Hauptstellgliedes entspricht, besteht die Gefahr, daß die Bedienungsperson das
Hauptstellglied noch betätigt, wenn das bewegbare Element in der einen oder der
anderen Richtung das Ende seiner Bewegungsbahn erreicht hat. Durch den Aufprall
des bewegbaren Elementes oder eines von diesem bewegten, mit einer Anschlagfläche
zusammenwirkenden Bauteils können Geräuscheffekte oder möglicherweise Beschädigungen
eintreten, besonders wenn die Bewegungsgeschwindigkeit relativ hoch ist. Durch Verwendung
einer Anordnung innerhalb der Hauptsteuereinheit kann man diesen Nachteil jedoch
beseitigen. In der bereits vorgeschlagenen Anordnung sind Mittel vorgesehen, die
auf die Stellung des bewegbaren Elementes ansprechen und dessen Bewegungsgeschwindigkeit
auf einen sehr geringen Wert herabsetzen, wenn es sich in einer Richtung dem Ende
seiner Bewegungsbahn nähert. Diese Mittel enthalten ein Potentiometer, das die Geschwindigkeit
des bewegbaren Elementes bei der Annäherung an die Anschlagflächen verringert.
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Die im folgenden gezeigten Ausführungsbeispiele betreffen ein Objektiv
mit veränderbarer Äquivalentbrennweite, welches beispielsweise in den vorderen Teil
einer Fernsehkamera eingebaut ist, in deren rückwärtigem Teil eine Steuereinrichtung
für das Objektiv und daneben ein Kontrollschirm für die Bedienungsperson vorgesehen
ist.
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Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines in den Figuren der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels im einzelnen erläutert.
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F i g. 1 zeigt eine Fernsehkamera mit einer elektrischen Steuereinrichtung
nach der Erfindung; F i g. 2 bis 5 zeigen weitere Ausführungsbeispiele für derartige
Steuereinrichtungen; F i g. 6 und 7 zeigen eine mechanische Steuereinrichtung nach
der Erfindung.
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In der F i g. 1 besteht ein Hauptstellglied zur Steuerung der Fokussierung
des Objektivs aus einem Handrad A, das über ein Zahnrad A1 mit der Eingangswelle
BI eines Tachodynamos B gekoppelt ist, der hierdurch wesentlich schneller als das
Handrad A angetrieben wird. Der Tachodynamo B und das Zahnrad A 1 können geeignet
in einem Gehäuse C angeordnet sein, das an der Rückseite einer Kamera D befestigt
ist. Das Zahnrad A1 kann jedoch auch auf andere Weise angeordnet und beispielsweise
durch einen Reibungsantrieb ersetzt sein.
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Das Ausgangssignal des Tachodynamos B, das in Vorzeichen und Größe
der Richtung und der Drehzahl der Bewegung des Handrades A proportional ist, wird
einer elektrischen Servoeinrichtung zugeführt, die in einem kleinen Gehäuse E untergebracht
ist, das neben dem Objektivgehäuse !#' an der Vorderseite der Kamera D vorgesehen
ist. In der F i g. 1 ist die Größe der Gehäuse C und E zum besseren Verständnis
stark vergrößert dargestellt, d. h., in der Praxis können diese Gehäuse und die
in ihnen enthaltenen Teile sehr klein sein. Die Servoeinrichtung enthält einen elektrischen
Reversiermotor G und einen weiteren Tachodynamo G1, dessen Eingangswelle G= starr
mit der Ausgangswelle G3 des Reversiermotors G verbunden ist. Das Ausgangssignal
des Reversiermotors wird über ein Untersetzungszahnrad G4 zum Verstellen des aus
Fokussiergründen bewegbaren Elementes des Objektivs verwendet. In einem Ausführungsbeispiel
besteht dieses bewegbare Element des Objektivs aus einem Element F2 des Vordergliedes
im vorderen Teil des Objektivs, das in einem vergrößerten Abschnitt F1 des Objektivgehäuses
F sitzt. Das bewegbare Element F2 wird zweckmäßigerweise durch ein ein geringes
Drehmoment erforderndes Schneckenradgetriebe in axialer Richtung verstellt, so daß
ein Motor mit geringer Antriebskraft verwendet werden kann und ein ruhiger Gang
möglich ist.
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Der Reversiermotor G wird zweckmäßigerweise mit einem mehrstufigen
Verstärker H hoher Verstärkung (F i g. 2) betätigt, dem eine gemischte Spannung
zugeführt wird, die aus den Ausgangsspannungen der beiden Tachodynamos B und G1
abgeleitet wird, die vom Handrad A bzw. vom Reversiermotor G angetrieben werden.
Die eine Ausgangsklemme jedes Tachodynamos ist geerdet, während die andere Ausgangsklemme
jedes Tachodynamos über einen Widerstand J bzw. J1 mit dem normalerweise geschlossenen
Kontakt K1 eines Druckschalters K verbunden ist, dessen beweglicher Kontakt an einer
Eingangsklemme des Verstärkers H liegt, dessen andere Eingangsklemme geerdet ist.
Die Ausgangsklemmen des Verstärkers sind an den Reversiermotor G angeschlossen und
bestimmen dessen Drehzahl. Die Kontakte könnten in einer anderen Ausführungsform
auch
einem durch einen solchen Druckschalter gesteuerten Relais zugeordnet sein.
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Wenn das Handrad A mit vorgewählter Drehzahl in eine Richtung gedreht
wird, dann wird, wenn alle Teile der Steuereinheit in Ruhe sind, eine Spannung mit
von der Drehrichtung abhängiger Polarität über den Verstärker H auf den Reversiermotor
G gegeben, der dann in der richtigen Richtung anläuft und das bewegbare Element
F2 und den zugeordneten Tachodynamo G1 antreibt. Vom Tachodynamo G1 wird dem Verstärker
H eine Gegenspannung zugeführt, die bei schneller Erhöhung der Drehzahl des Motors
anwächst, bis ein stabiler Zustand erreicht ist, in dem die Drehzahl des Motors
proportional der Drehzahl des Handrades A ist. Die Teile der Steuereinheit sind
derart gewählt, daß der Reversiermotor G nahezu sofort auf eine Bewegung des Handrades
A und Änderungen von dessen Drehzahl anspricht. Sobald die erwünschte Fokussiereinstellung
ausgeführt ist, wird das Handrad angehalten, und der vom Motor angetriebene Tachodynamo
G2 gibt eine relativ große und derart gerichtete Spannung ab, daß der Reversiermotor
nach Anhalten des Handrades nahezu sofort zur Ruhe kommt. Weitere Einstellungen
zum Zwecke der Fokussierung können im Bedarfsfall in ähnlicher Weise durch Drehen
des Handrades in die geeignete Richtung vorgenommen werden.
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Bei einer plötzlichen Veränderung der Gegenstandsweite, z. B. wenn
das Kameraobjektiv auf einen anderen Gegenstand fokussiert werden soll, wird der
Druckschalter K niedergedrückt, wodurch der normalerweise geschlossene Kontakt KI
geöffnet und damit die Hauptsteuereinheit abgeschaltet wird, während gleichzeitig
ein normalerweise offener Kontakt K2 geschlossen und damit eine Hilfssteuereinheit
zugeschaltet wird.
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Die Hilfssteuereinheit enthält zwei gleiche Potentiometer L und L1,
die von einer geeigneten Gleichspannungsquelle gespeist werden. Verstellbare Abgriffe
dieser Potentiometer sind über Minus-Widerstände L2 und L3 mit einem Kontakt K2
des Druckschalters K verbunden. Die beiden Potentiometer sind in entgegengesetzter
Richtung geschaltet, wobei die negative Seite jedes Potentiometers geerdet ist,
so daß in der normalen Nullstellung beider Abgriffe keine Spannung dem Verstärker
H zugeführt wird. Der Abgriff des Potentiometers L ist von der Stellung eines Handschalters
L4 bzw. dem Hilfsstellglied abhängig, das auf eine vorgewählte Stellung entsprechend
einer vorgewählten Gegenstandsweite des Gegenstandes, auf den das Objektiv fokussiert
werden soll, voreingestellt ist. Der verstellbare Abgriff des anderen Potentiometers
L1 hängt von der Stellung des bewegbaren Elementes F" ab, und da im Augenblick der
Betätigung des Druckschalters K diese Stellung einer wesentlich anderen Gegenstandsweite
als der gewünschten entspricht, wird dem Verstärker H eine Spannung mit einer solchen
Polarität zugeführt, daß der Motor G in der richtigen Richtung anläuft. Wenn der
Abgriff des Potentiometers L1, der vorn bewegbaren Element F2 gesteuert wird, die
der vorgewählten Stellung des Abgriffs des anderen Potentiometers entspricht, dann
sinkt die dem Verstärker H zugeführte Spannung auf Null, und der Motor G wird angehalten.
Zur Vermeidung von überschwingungen wird dem Verstärker H eine zusätzliche kleine
Dämpfungsspannung zugeführt, die über einen hohen Widerstand J2 von dem vom Reversiermotor
G angetriebenen Tachodynamo GI abgeführt wird. Die Teile der Hilfssteuereinheit
sind derart dimensioniert, daß die erwünschte Änderung der Fokussierung sehr schnell
erreicht wird, so daß ein Herunterdrücken und schnelles Freigeben des Druckschalters
K zur erwünschten Fokussierungsänderung ausreicht und die Steuerung anschließend
wieder auf die Hauptsteuereinheit umgeschaltet wird.
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Im Bedarfsfall können gemäß der F i g. 3 mehrere solcher Hilfssteuereinheiten
vorgesehen sein. In diesem Ausführungsbeispiel ist der Druckschalter K durch mehrere
Druckschalter M ersetzt, deren Hauptkontakte Ml in Serie liegen und die der Hauptsteuereinheit
zugeordnet sind, so daß bei Betätigung irgendeines Schalters die Hauptsteuereinheit
abgeschaltet wird.
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Jedem Druckschalter M ist ein eigenes Potentiometer L5, das durch
einen Handschalter bzw. ein Hilfsstellglied voreingestellt wird und dem Potentiometer
L in der F i g. 2 entspricht, und ein Kontakt M2 zugeordnet, durch den das entsprechende
Potentiometer beim Eindrücken dieses Druckschalters zugeschaltet wird. Hierdurch
kann man durch verschiedene Voreinstellungen der Hilfssteuereinheiten vorgewählte
Gegenstandsweiten voreinstellen und eine beliebige dieser Gegenstandsweiten zu einem
beliebigen Zeitpunkt auswählen.
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Die Wirkungsweise der Hauptsteuereinheit kann bei Verwendung eines
Zoomobjektivs vereinfacht werden, wenn einige oder mehrere der Anordnungen verwendet
werden, wie diese. Ein Potentiometer N, an dem die Ausgangsspannung des vom Reversiermotor
G angetriebenen Tachodynamos G1 liegt, besitzt einen verstellbaren Abgriff
NI, der normalerweise in einer mittleren Nullstellung gehalten wird, in der
kein Potential an ihm liegt, der jedoch unter Einfluß eines Steuerelementes N2 zur
Veränderung der Brennweite in beide Richtungen bewegt werden kann. Hierdurch wird
in Abhängigkeit von den Bewegungen im Variobereich eine zusätzliche Steuerung der
Drehzahl des Reversiermotors F vorgenommen. Der übrige Teil der Schaltungsanordnung
entspricht der F i g. 2.
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Da die Hauptsteuereinheit eine von der Drehzahl des Hauptstellgliedes
abhängige Steuerung vornimmt und nicht sicher ist, ob sich die Stellungen des Hauptstellgliedes
und des bewegbaren Elementes entsprechen, besteht die Gefahr, daß die Bedienungsperson
das Hauptstellglied unter Umständen mit hoher Drehzahl weiter betätigt, wenn das
bewegbare Element schon das Ende seiner Bewegungsbahn in einer Richtung erreicht
hat. Dieses könnte zu Geräuschen oder möglicherweise zu Beschädigungen des Gerätes
durch Aufprall des bewegbaren Elementes oder eines damit verbundenen und angetriebenen
Teils auf einen Anschlag führen. Zur Vermeidung derartiger Nachteile enthält die
Hauptsteuereinheit vorzugsweise ein oder mehrere geignete Anordnungen, die bereits
in der älteren deutschen Patentanmeldung R 37168 vorgeschlagen sind, und
Mittel aufweisen, welche in Abhängigkeit von der Lage des bewegbaren Elementes die
Bewegungsgeschwindigkeit dieses Elementes auf einen relativ kleinen Wert herabsetzen,
wenn es sich dem Ende seiner Bewegungsbahn in einer Richtung nähert. Das in der
F i g. 4 gezeigte Ausführungsbeispiel kann gemäß der F i g. 5 mit einer derartigen
Anordnung gekoppelt sein. Hier enthalten die Mittel
ein Potentiometer
O, das vom elektrischen Reversiermotor G angetrieben wird. Sein verstellbarer Abgriff
erreicht das Ende der Potentiometerwicklung in einer Richtung zur gleichen Zeit
wie das bewegbare Element F= das Ende seiner Bewegungsbahn in einer Richtung. Die
beiden Potentiometerenden O liegen über Widerstände 02 an Erde und über in entgegengesetzte
Richtungen leitende Dioden 03 am Kontakt KI des Druckschalters K und damit
in der normalen Stellung dieses Druckschalters K auch am Verstärkereingang. Der
verstellbare Abgriff des Potentiometers O ist direkt mit der nicht geerdeten Ausgangsklemme
des vom Reversiermotor G angetriebenen Tachodynamos G1 verbunden. Auf diese Weise
werden Überschwingungen am Reversiermotor vermieden, indem die Geschwindigkeit des
Reversiermotors auf einen relativ kleinen Wert erniedrigt wird, so daß ein schwerer
und damit geräuschvoller Aufprall auf eine Anschlagfläche vermieden wird, wenn das
Hauptstellglied A zu lange betätigt wird. An Stelle von Gleichspannungen können
im Bedarfsfalle auch jeweils Wechselspannungen Anwendung finden.
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Ein mechanisches Ausführungsbeispiel ist in den F i g. 6 und 7 gezeigt.
Das Hauptstellglied besteht hier aus einem Handrad 30, das mit einer Welle 32 und
mit dem Fokussiersystem für die Linsen und mittels einer federgespannten Rutschkupplung
34 mit einer herzförmigen Steuerscheibe 36 gekoppelt ist. Ein Nachlaufelement 38
wird normalerweise durch Federdruck von der Steuerscheibe abgehalten und kann mittels
eines manuell betätigbaren Hebels 40
gegen die Steuerscheibe gedrückt werden.
Die Betätigung des Hebels bewirkt eine Drehung der herzförmigen Steuerscheibe in
eine Bezugsstellung. Wird der Hebel in dieser Stellung festgehalten, dann kann das
Handrad 30 bis zur Fokussierung der Linsen aus einen vorgewählten Gegenstand gedreht
werden, wobei der Druck auf den Hebel 40 und das Nachlaufelement 38, das die Steuerscheibe
36 gegen eine Drehung arretiert, so groß ist, daß die Rutschkupplung 34 schleift.
Die relative Stellung der Steuerscheibe auf der Welle ist eine Information für den
voreingestellten Brennpunkt, mittels der ein vorgewählter Brennpunkt im Bedarfsfall
eingestellt werden kann, indem das Handrad 30 freigegeben und der Hebel 40 betätigt
wird. Ähnlich wie im elektrisch betätigten Ausführungsbeispiel können mehrere Steuerscheiben
mit unterschiedlichen Voreinstellungen vorgesehen sein, die verschiedenen einstellbaren
Brennpunkten entsprechen.
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In einem gegenüber den F i g. 6 und 7 modifizierten Ausführungsbeispiel
kann die federgespannte Rutschkupplung durch eine lösbare Kupplung ersetzt werden,
die mit der Steuereinheit verbunden sein kann. Zusätzliche Steuerscheiben zur Voreinstellung
weiterer Brennpunkte können auch in diesem Beispiel verwendet werden. Außerdem kann
zur Voreinstellung eines Brennpunktes eine geeichte Bewegung zwischen der Steuerscheibe
und der Welle vorgesehen sein, ohne wirklich eine Vorfokussierung vorzunehmen. Die
relative Lage von Steuerscheibe und Fokussiermechanismus könnte in einem anderen
Ausführungsbeispiel durch einen geeichten Knopf eingestellt werden, auf dem entweder
eine Skala oder ein Index fixiert sind, indem ein unterschiedliches Zahnrad od.
dgl. verwendet wird. Bei noch einem anderen mechanisch betätigten Ausführungsbeispiel
werden die voreingestellten Brenpunkte dadurch erhalten, daß man die Steuerscheibe
durch einen Mechanismus ersetzt, bei dem auf der Achse, auf der die Linsen zur Fokussierung
bewegt werden, ein oder mehrere Bauteile bewegt werden und ein oder mehrere in axialer
Richtung wirksame Anschläge direkt die Bewegung der fokussierenden Elemente des
Linsensystems auf deren Achse steuern.