-
Rehabilitationsgerät zur Erleichterung des Gehens für Körperbehinderte
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, die körperbehinderten Personen das Gehen
erleichtern soll.
-
Bei den bisher bekannten Gehhilfsmitteln handelt es sich meist um
schwerfällige Konstruktionen, die für einen Gebrauch in Krankenhäusern und Kliniken
gedacht sind. Diese Rehabilitationsgeräte haben normalerweise einen rechteckigen
oder hufeisenförmigen Grundriß. Sie bestehen im Prinzip aus zwei gleich großen,
übereinanderliegenden Rahmen, die durch senkrecht stehende Stäbe miteinander verbunden
sind. Der untere Rahmen trägt in der Regel vier Rollen, von denen die zwei vorderen
auf einer beweglichen Achse und die beiden hinteren auf einer starren Achse angeordnet
sind.
-
Auf diese Weise erzielt man zwar eine gute Standfestigkeit, dafür
muß aber in Kauf genommen werden, daß diese Geräte außerordentlich sperrig sind.
-
Bei der Aufbewahrung in Krankenzimmern oder auf den Korridoren von
Krankenhäusern beanspruchen sie viel Platz. Außerdem lassen sie sich nur schlecht
transportieren.
-
Durch eine Verkleinerung des Grundrisses werden diese Gehhilfen etwas
handlicher. Die Verringerung der Grundfläche hat jedoch zwangläufig eine Reduzierung
der Standfestigkeit zur Folge.
-
Es wurde deshalb schon vorgeschlagen, Rehabilitationsgeräte mit relativ
großer Grundfläche nach oben schmaler werden zu lassen. Derartige Hilfsmittel weisen
zwar eine gute Standfestigkeit auf, sie sind in der Praxis aber genauso sperrig
wie Vorrichtungen, die sich nach oben nicht verjüngen.
-
Weiter sind auch Konstruktionen mit nur drei Laufrädern bekannt,
von denen zwei starr an den hinteren Enden und das dritte beweglich vorn in der
Mitte des unteren Rahmens angebracht sind. Diese Bauweise erbringt außer einer unbedeutenden
Gewichtsverringerung keine Vorteile. Ohne daß ein Gewinn bezüglich des Platzbedarfs
zu verzeichnen wäre, geht dagegen bei der Reduzierung der Zahl der Rollen von vier
auf drei der Standfläche etwa um die Hälfte zurück. In gleichem Maße vermindert
sich naturgemäß auch die Stabilität bei der Benutzung.
-
Eine andere Art von Rehabilitationsgeräten stellen die Vorrichtungen
dar, die man als eine Weiterentwicklung der sogenannten »Gehbänkchen« ansehen kann.
Diese Geräte besitzen wiederum einen rechteckigen oder quadratischen Grundriß. Der
obere Rahmen wird jedoch eingespart und durch zwei einfache Handgriffe ersetzt,
die an den oberen Enden zweier dreieckig ausgebildeter Seitenteile befestigt sind.
Solche Gehhilfsmittel weisen ein wesentlich geringeres Gewicht auf, als die oben
angeführten Standardgeräte. Sie sind aber immer noch relativ sperrig, da eine gewisse
Mindestaufstellfläche nicht unterschritten werden darf, ohne daß die Sicherheit,
die dem Benutzer geboten wird, unter das zulässige Minimum absinkt.
-
Aus der deutschen Patentschrift 851 110 sind Vorrichtungen zur Erleichterung
des Gehens bekannt, die weniger sperrig im Aufbau und relativ leicht zu transportieren
sind. Vorder- und Hinterteil der Geräte sind von dem Benutzer während des Vorwärtsschreitens
abwechselnd gegeneinander zu klappen und wieder auseinander zu spreizen. Die vier
Füße dieser Geräte müssen gegen Gleiten geschützt sein.
-
Derartige Geräte erlauben lediglich, sich Schritt für Schritt fortzubewegen.
Eine wirklich fließende Vorwärtsbewegung ist gehbehinderten Personen jedoch nicht
möglich, weil die Geräte selbst nur diskontinuierlich vorwärts bewegt werden können.
Hinzu kommt, daß das Verhältnis des Angriffspunktes der Last zur Unterstützungsfläche
sich bei der Benutzung ständig verändert, was für den Benutzer das Gefühl der Sicherheit
beeinträchtigt. Außerdem besteht die Gefahr eines Verklemmens.
-
Es wurden schließlich noch Geräte beschrieben, die aus einem Vorderteil
und zwei unten offenen U-förmigen Seitenteilen bestehen, die gegeneinander geklappt
werden können. Auch diese Geräte lassen Wünsche offen. So können sie nicht in maximale
Nähe eines beispielsweise auf einer Bettkante oder Bank Sitzenden herangezogen werden,
was dem Benutzer das Aufstehen erschwert oder gar unmöglich macht.
-
Die Erfindung betrifft ein Rehabilitationsgerät zur Erleichterung
des Gehens für Körperbehinderte, das sich durch große Standfestigkeit, geringes
Gewicht
und leichte Transportierbarkeit auszeichnet, und das die
beschriebenen Nachteile nicht aufweist.
-
Erfindungsgemäße Rehabilitationsgeräte sind dadurch gekennzeichnet,
daß an einem in sich starren Rahmen, der normalerweise die Form eines unten offenen
Rechteckes hat und an seinen beiden unteren Enden je eine auf starrer oder beweglicher
Achse angeordnete Laufrolle trägt, zwei Verstrebungen schwenkbar angebracht sind,
die in ausgeschwenktem Zustand zusammen mit den beiden Rollen eine rechteckige,
quadratische oder trapezförmige Fläche einschließen. Dadurch wird bei relativ geringem
Gewicht eine hohe Standfestigkeit gewährleistet.
-
Zur weiteren Stabilisierung des Gerätes kann der starre Rahmen mit
Vorteil durch Verstrebungen, z. B. durch ein Verbindungsstück zwischen seinen beiden
unteren Enden, versteift werden.
-
Die oberen Enden der Verstrebungen sind zu Handgriffen ausgebildet,
auf die Gummi- oder Kunststoffgriffe aufgeschoben werden. Insbesondere für Geräte,
die, wie es in Kliniken und Krankenhäusern üblich ist, von verschiedenen Personen
benutzt werden sollen, ist es von Vorteil, wenn die Griffe in der Höhe verstellbar
sind. Dies kann beispielsweise durch Anordnung einer der von den Krückstöcken her
bekannten Verstelleinrichtungen in den oberen Teilen der Verstrebungen ohne Schwierigkeit
erreicht werden.
-
An ihren unteren Enden tragen die Verstrebungen vorteilhaft keine
Rollen, sondern Gummi- oder Kunststoffpuffer. Um die beim Gehen auftretenden Erschütterungen
zu vermindern, können die unteren Enden der Verstrebungen mit einem Federmechanismus,
z. B. einer Teleskopfederung, versehen werden.
-
Auch die beiden an dem Rahmen angeordneten Rollen können federnd angebracht
sein.
-
Die Verbindung der schwenkbaren Verstrebungen mit dem Rahmen erfolgt
auf an sich bekannte Weise, z. B. über Scharniere oder Lagerung der Schellen.
-
Um Gehbehinderten eine optimale Sicherheit bei dem Gebrauch des Rehabilitationsgerätes
zu geben, sind die Verstrebungen nach dem Ausschwenken in mindestens einer Stellung
arretierbar. Daneben ist es von Vorteil, wenn auch eine Feststellmöglichkeit für
die zusammengeklappte Vorrichtung vorgesehen wird. Die Arretierung kann wiederum
auf schon bekannte Weise, z. B. mit Hilfe von Schrauben, Riegeln, Haken oder Bolzen,
erfolgen.
-
Erfindungsgemäße Rehabilitationsgeräte erlauben ein nahezu kontinuierliches
Gehen, wobei dem Benutzter stets das Gefühl absoluter Sicherheit vermittelt wird.
Zur Vorwärtsbewegung müssen die Geräte nicht angehoben werden. Vielmehr genügt ein
geringfügiges Vorwärtsdrücken der Handgriffe, um sie leicht über den Boden gleiten
zu lassen.
-
Bei der Benutzung auf waagerechter oder ansteigender Ebene wird durch
die Bremswirkung der an den rückwärtigen Verstrebungen angeordneten Puffer ein unbeabsichtigtes
Gleiten der Geräte vermieden.
-
Auf in zumutbaren Grenzen abfallender Ebene genügt ein leichter Druck
auf die Griffe, um den gleichen Effekt zu erreichen.
-
Erfindungsgemäße Geräte lassen sich durch wenige, einfache Handgriffe,
die weder große Geschicklichkeit noch Kraft erfordern, auseinander- und zusammenklappen.
In zusammengeklapptem Zustand beanspruchen sie nur sehr wenig Platz. Das erleich-
tert
ihre Aufbewahrung und vor allem ihren Transport ganz außerordentlich. So können
sie beispielsweise von Gehbehinderten ohne Schwierigkeit in einem Personenkraftwagen
mitgeführt werden.
-
In der Zeichnung ist ein Rehabilitationsgerät gemäß der Erfindung
als Beispiel in einer Ausführungsform schematisch dargestellt; und zwar zeigt Fig.
1 das betriebsbereite Gerät in Seitenansicht, Fig. 2 das zusammengeklappte Gerät
in Vorderansicht, F i g. 3 die Arretiervorrichtung in vergrößerter Schnittansicht,
Fig.4 das zusammengeklappte Gerät in Draufsicht (Transportstellung).
-
Das Rehabilitationsgerät besteht aus einem in sich starren Rahmen
11, der unten zwei Rollen 12 trägt.
-
An diesem Rahmen sind zu beiden Seiten je eine Verstrebung 13 schwenkbar
angebracht. Die Verstrebungen sind in ihrem oberen Teil zu Handgriffen 14 ausgebildet
und mit Kunststoffgriffen versehen.
-
Die unteren Teile der Verstrebungen sind gegenüber dem starren Rahmenll
abgebogen und tragen an ihren Enden Gummipuffer 15.
-
Die Verstrebungen 13 sind schwenkbar in je zwei an dem Rahmen 11
befestigten Halterungen 16 gelagert. Zwischen den Halterungen sind sie durch je
ein festsitzendes Distanzrohr22 verstärkt. Dadurch werden die Verstrebungen in der
gewünschten Höhe gehalten.
-
Zwischen den Halterungspaaren ist je eine Arretiervorrichtung 17
angeordnet, deren Einzelheiten F i g. 3 entnommen werden können.
-
In der Verstrebung 13 befindet sich eine Bohrung, über die ein kurzer
Führungsstutzen 19 gesetzt ist. In dieser Führung ist ein abgesetzter Bolzen 20
beweglich gelagert, dessen vorderes, stärkeres Ende leicht angeschliffen wurde.
Sein schwächeres Hinterende trägt eine Griffscheibe 21. Durch die auf den Bolzen
20 aufgeschobene Spiralfeder 23 wird dieser nach vorn gedrückt, gleitet in die Führungsbuchse
24, die sich in dem Rahmen 11 befindet, und arretiert damit die schwenkbare Verstrebung.
-
In dem beschriebenen Beispiel können die Verstrebungen jeweils nur
in einer Stellung fixiert werden. Baut man dagegen den Bolzenmechanismus in den
Rahmenll ein, so besteht die Möglichkeit, in den Verstrebungen 13 mehrere Führungsbuchsen
vorzusehen. Somit lassen sich die Verstrebungen in verschiedenen Stellungen, vorteilhaft
auch in der Stellung geringsten Platzbedarfs, arretieren.