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Vorrichtung zum selbsttätigen Herstellen von gepreßten Zwei-Schicht-Fliesen
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum selbsttätigen Herstellen von gepreßten
Zwei-Schicht-Fliesen mit zwei nacheinander in Betrieb gehenden, auf getrennten,
in zueinander senkrechten Richtungen angeordneten Bahnen verschiebbaren, jeweils
für die Beschickung einer Schicht bestimmten Materialkästen, mit einer einen absenkbaren
und wieder hebbaren Formboden aufweisenden Form, mit einer Presse, mit elektrischen
Steuervorrichtungen und mit Antriebsvorrichtungen.
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Fliesen bestehen im allgemeinen aus einer dicken Unterschicht aus
gewöhnlichem, billigem und einer dünnen Oberschicht aus besserem aber teurerem Material
und werden im ersten von mehreren Arbeitsgängen durch Zusammenpressen dieser Materialien
erhalten. Hydraulische Pressen oder Friktionsspindelpressen finden hierbei Verwendung.
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Bei einer bekannten Vorrichtung der eingangs genannten Art ist die
Presse als hydraulische Presse ausgebildet, welche einen großen Platzbedarf, einen
hohen Herstellungspreis und eine verhältnismäßig geringe Leistung hat.
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Bekannte Friktionsspindelpressen mit elektrisch ausgelösten Steuervorrichtungen
und druckmittelbetätigten Antriebsvorrichtungen haben einen geringen Platzbedarf,
eine große Leistung und sind billig herzustellen. Sie eignen sich aber nur zur Herstellung
von Ein-Schicht-Fliesen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Herstellung
von gepreßten Zwei-Schicht-Fliesen zu schaffen, deren Platzbedarf gering ist, deren
Herstellungspreis niedrig ist und mit welcher eine große stündliche Leistung mit
einem geringen Kraftbedarf erzielt wird.
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Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine an sich bekannte mit druckmittelbetätigten
Antriebsvorrichtungen ausgerüstete Friktionsspindelpresse angeordnet ist und daß
die Steuer- und Antriebsvorrichtungen mit Mitteln zum Absenken des Formbodens vor
dem Beschicken der Form mit der zweiten Schicht ausgestattet sind.
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Dadurch wird der Platzbedarf verringert und eine größere Leistung
bei geringerem Kraftbedarf erreicht. In weiterer Ausbildung der Vorrichtung nach
der Erfindung ist der Formboden von einem hydraulisch betätigten Kolben-Zylinder-Antrieb
mit zwei Kolben bewegt, von denen der eine in dem anderen teleskopartig verschiebbar
ist, und beide Kolben gleichzeitig ausschiebbar und nacheinander aetrennt einschiebbar
sind. Ein derartiger Antrieb für einen Formboden bietet noch den Vorteil, daß er
sich auch zum Pressen von Ein-Schicht-Fliesen eignet.
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C, In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung nach
der Erfindung dargestellt. Es zeigl F i g. 1 eine Ansicht einer in gestrichelten
Linien gezeichneten Friktionsspindelpresse mit Steuer- und Antriebsvorrichtungen
zum Absenken des Formbodens" welche durch ausgezogene Linien dargestellt sind, F
i g. 2 die Draufsicht auf die Anordnung der Füllbehälter und der Preßform
mit vier Ausstoßöffnungen, F i g. 3 einen Längsschnitt durch einen beweglichen
Füllbehälter mit der dazuaehörenden Abstützvorrichtung bzw. dem dazugehörigen Tra
C C ggestell, F i g. 4 die Draufsicht auf eine Friktionsspindelpresse
für den Betrieb mit einem einzigen Füllbehältei und einer Preßform mit zwei Ausstoßöffnungen.
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Nach den F i g. 1, 2 und 3 sind an einer Friktionsspindelpresse
zwei bewegliche Füllbehälter 1 und 2 vorgesehen, deren Traggestelle
l' und 2, welche auch als Führungsbahnen dienen, mit ihren Längsachsen symmetrisch
zu der in F i g. 2 gezeigten X-Achse der Friktionsspindelpresse sind und
untereinander einen Winkel von 90' bilden. Jeder Füllbehälter wird zur Hin-
und Herbewegung von einem eigenen Motor 3
bzw. 4 über eine elektromagnetische
Reibungskupplung 5, ein Untersetzungsgetriebe mit Zahnrädern 6
und
7, und einem Gestänge 5' angetrieben (vgl C C, gi. F i
g. 2 und 3). Zusammen mit den Zahnrädern 6
und 7 bewe
'gen sich zwei koaxiale Nocken 8 und 9,
welche auf die elektrischen
Kontakte 10, 11 auf dem
Traggestell l' einwirken,
während die Nocken S', 9'
auf die elektrischen Kontakte 12, 13 des
Traggestelles 2' ihre Wirkung ausüben.
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Die Traggestelle l', 2' zur Führung der beweglichen Füllbehälter
1, 2 sind mit der Friktionsspindelpresse mittels der in den F i
g: 2 und 3 gezeigten Klemmstücke 14 bzw. 15,# -verbunden, welche
je einen rohrartigen mit eineih ir'aggestell Y bzw. 21 steif verbundenen
Körper 16 1d4seii. Die Klemmstücke 14, 15
sind an den seitlichmTeilen
der Rückwand des Friktionsspindelpressenuntersatzes17 befestigt.
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Ein drittes Klemmstück 18 ist nach F i g. 2 genau in
der Mitte der erwähnten Rückwand vorgesehen. Die Preßform 19,-I9# ist so- angeordnet,
daß eine Seite gegen den Füllbehälter 1 und die andere Seite gegen den Füllbehälter
2 gerichtet ist, um sowohl den Füllvorga,ng der. -Preßform 19 durch die beweglichen
Füllbehälter fÜnd i'äls- auch das Ausstoßen der bereits zusammengep'r'&j#ien
Fliesen mittels des Füllbehälters 1 zu erleichtern.
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Eine Platte 2 (vgl.-Fi Z. 1) trägt die Preßformböden 21, welche
gleichzeitig die Hebeorgane für die ge preßten Fliesen darstellen. Die Platte 20
wird - von Stangen 22 abgestü#4-,-die in gleicher Anzahl wie die Preßformböden
21 vorhandent' sind. Es besteht die Möglichkeit, die Platte 20 zu lösen, um die
Formböden 21 nach Anzahl und Anordnung zu verändern. Zu diesem Zweck- ist eine Unterplatte
23 vorgesehen, welche eine Anzahr Löcher 24, 25, 26, 27, 28 und
29
(F i g. 2) aufweist. Diese Löcher sind auf einem Kreis angeordnet
und dienen nach F i g. 1 zur Aufnahme des unteren Teils, der Stangen 22,
die darin eingeschraubt und mittels'Muttem befestigt werden. Im besonderen dienen
die Löcher 24, 25, 26 und 27 zur Abstützung der Stangen 22 einer Preßform.
mit vier Fächern, welche wie -in F ig. 2 gezeigt angeordnet ist. Die Löcher
28 u#d 29 dienen zur Befestigung der Stangen 22 einer gegen den beweglichen
Füllbehälter 1
gerichteten Doppelpreßform, während die Löcher 24 und
25 zur Befestigung der Stangen 22 einer Doppelpreßform dienen, die in F i
g. 4 dargestellt ist, d. h., wenn die Friktionsspindelpresse mit einem
Füllbehälter betrieben wird. Die Formböden 21 und die Platten 20 und 23 in
F i g. 1 werden mit einer hydraulischen Einrichtung bekannter Ausführung
bewegt, welche aus einer Elektropumpe 30 für das Öl und einem Doppelhebewerk
besteht, das einen ersten mit der Platte 23 verbundenen und in einem Zylinder
34 versetzbaren Kolben 33 aufweist. Der Zylinder 34 wird über das Elektroventil
31 mit Öl gefüllt. Das Doppelhebewerk weist noch einen zweiten, durch
den äußeren Körper des Zylinders 34 gebildeten und in einem Zylinder 35 wirkenden
Kolben auf. Das Elektroventil 32 dient zur Füllung des Zylinders
35 mit Öl.
Diese beiden Kolben wirken unter dem öldruck in entgegengesetzter
Richtung auf die Federn 36 und 37
ein, die auf zwei Schäften
38 und 39 sitzen und zwischen einem Querstück 40 und den verbreiterten
.Enden 41 und 42 der Schäfte 38 und 39 zusammengepreßt werden. Der
Zweck dieser Federn ist, den Kolben einen ersten Stoß zu erteilen, damit das Senken
der Preßformböden 21 beschleunigt wird.
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Ein drittes Elektroventü 43 dient zur Speisung der Zylinder 44 und
45 der hydraulischen Bremskörper 46 und 47 des Schwungrades 48 der Friktionsspindelpresse
mit Öl.
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Wenn die Friktionsspindelpresse nach dem Pressen der Fliesen ihren
Aufwärtslauf durchführt, berührt das Betätigungsorgan 49 den ersten Kontakt 50,
welcher gleichzeitig die Stromkreise der beiden Elektroventile 31 und
32 schließt, die dadurch geöffnet werden, so daß die Zylinder 34 und
35 unter Druck gesetzt werden, die betreffenden Kolben und gleichzeitig auch
die Formböden 21 bis zu ihrer Höchstlage Crenau. auf das Niveau der Form
19 an-ehoben werden, wie in Fig. 1 gezeigt. Die gepreßten Fliesen
werden somit aus der. Preßform 19, 19' ausgestoßen. Sobald der bewegliche
Teil der Friktionsspindelpresse seinen oberen Totpunkt erreicht hat, werden fast
gleichzeitig die beiden Kontakte 51 und 52 betätigt. Der Kontakt
51 öffnet den Stromkreis des Elektroventils 43, das geschlossen wird, wodurch
-die-.Brem- svorrichtungen 46 und 47 betätigt werden, um das Schwungrad 48 in der
oberen Lage für die Zeit, die zur Durchführuno, der Arbeiten der beiden beweglichen
Füllbehälter nötig ist, festzustellen. Der Kontakt 52 schließt die elektromagnetische
Reibungskupplung des Füllbehälters 1, welcher seinen Vorwärtshub zum Ausstoßen
der zusammengepreßten Fliesen und gleichzeitig zur ersten Einfüllung der Preßform
19, 19' ausführen kann. Die Nocken 8
und 9 beginnen, sich zusammen
mit dem in F i g. 2 gezeigten Füllbehälter 1 zu bewegen, der Nocken
8
betätigt den Kontakt 10, sobald der Füllbehälter die zusammengepreßten
Fliesen aus der Friktionsspindelpresse herausgeschoben hat. Der Kontakt
10 öffnet den Stromkreis des Elektroventils 31 (vgl. F i g.
1),
welches somit geschlossen, und dadurch der Druck ün Zylinder 34 aufgehoben
wird, so daß der Kolben 33 fällt und die Preßformböden 21 sich bis zu einei
tieferen Höhe herabsetzen, bei der die vom Füllbehälter 1 mitgebrachte Materialmenge
sich in der Preßform verteilt. Der bewegliche Füllbehälter 1
nach F i
g. 2 geht dann in seine Ausgangslage zurück und wird stillgestellt, um die
Bewegung des Füllbehälters 2 nicht zu stören. Zu diesem Zeitpunkt schließt der Nocken
9 den Kontakt 11, welcher die elektromagnetische Reibungskupplung
des Füllbehälters 2 einschaltet, so daß der Füllbehälter 2 zusammen mit den Nocken
8' und 9' in Bewegung gesetzt wird. Während dieser Bewegung steuert
der Nocken 8' den Kontakt 12, und es wird der Stromkreis des Elektroventils
32 in F i g. 1 geöffnet, welches sich schließt, so daß der öldruck
im Zylinder 35 aufgehoben wird. Der entsprechende Kolben fällt, und die Preßformböden
21 bewegen sich nun in die unterste Lage in der Preßfonn 19, 19', so daß
das vom beweglichen Füllbehälter 2 mitgebrachte und von der Erstfüllung verschiedene
Material in der Preßform auch verteilt werden kann. Sobald dieser Vorgang beendet
ist, geht der Füllbehälter 2 in seine Ausgangslage zurück. Sobald der Füllbehälter
2 aus dem Arbeitsbereich der beweglichen Teile der Friktionsspindelpresse heraus
ist, wird der Kontakt 13
vom Nocken 9' geschaltet und dadurch der Stromkreis
des Elektroventils 43 geschlossen und dieses geöffnet, so daß Hydrauliköl unter
Druck zu den Bremsvorrichtungen 44 und 45 gefördert wird, diese gelöst werden und
das Schwungrad 48 freigeben. Gleichzeitig schließt der Kontakt 13 den Stromkreis
des Magneten 53, wodurch die Scheibe zur Abwärtsbewegung des Preßstempels
eingerückt wird, und die Friktionsspindelpresse ihre Arbeit mit zwei nacheinanderfolgenden
Bewegungen gemäß der üblichen Arbeitsweise unter der Steuerung der beiden Kontakte
54 und 55 ausführen wird. Nach der zweiten Bewegung
des
Preßstempels geht dieser nach oben zurück und es wiederholt sich der Arbeitskreislauf.
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F i g. 4 zeigt, wie die Friktionsspindelpresse zur Herstellung
von Ein-SchichtTliesen umgebaut werden kann. Die beweglichen Füllbehälter
1 und 2 in F i g. 3
werden aus ihren Traggestellen 14 und
15 herausgenommen und statt derer wird auf das Klemmstück 18 ein Zentralfüllbehälter
aufgebaut. Die Preßform wird, wie in F i g. 4 dargestellt, ausgerichtet,
was infolge der Verstellmöglichkeit der Stangen 22 der Platte 20 in die in der weiteren
Platte 23 voraesehenen Löcher 24 und 26 erreicht werden kann.
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Der Hub eines der beiden Kolben, z. B. des Kolbens 33, ist
einstellbar; damit können die Einfüllhöhen der verschiedenen Materialschichten in
der Preßform und somit die Dicke der Materialschichten der fertiggepreßten Fliesen
eingestellt werden. Beim Betrieb der Friktionsspindelpresse mit einem Füllbehälter
zur Herstellung von Ein-Schicht-Fliesen dient diese Einstellmöglichkeit zur Einstellung
der Dicke der fertiggepreßten Fliesen.