DE1251575B - Entmistungsvorrichtung für Hühnerställe - Google Patents
Entmistungsvorrichtung für HühnerställeInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
AOIk
Deutsche Kl.: 45 h - 31/04
Nummer: 1 251 575
Aktenzeichen: T 31479 III/45 h
Anmeldetag: 29. Juni 1966
Auslegetag: 5. Oktober 1967
Bei Hühnerställen mit Stufenkäfighaltung oder Aufzuchiaufstallung über Kotgruben ist es erforderlich,
den sich unter den Stufenkäfigen oder in der Kotgrube nach und nach ansammelnden Hühnerkot
bzw. -mist von Zeit zu Zeit zu entfernen. Üblicherweise erfolgt dies in Abständen von 3 bis 4 Monaten,
in denen sich im allgemeinen eine Kotschicht von 60 bis 80 Zentimetern gebildet hat. Diese Entmistung erfolgte
von Hand mit Schaufel oder Spaten und stellt eine umständliche mühevolle und zudem unange- to
nehme Arbeit dar.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine speziell für die Entmistung von Hühnerställen geeignete
Entmistungsvorrichtung zu schaffen, und ist dadurch gekennzeichnet, daß ein an sich bekannter
Mistschlitten und eine an sich bekannte Seilzugantriebsvorrichtung mit einem frei verfahrbaren und in
Betrieb feststellbaren Trägergestell zu einer unabhängig beweglichen, selbständigen Arbeitseinheit
vereinigt sind.
Zweckmäßig weist das Trägerteil in seinem unteren Teil zwei um eine gemeinsame Achse
schwenkbar bewegliche, zu einer Gestellseite nach außen überstehende und sich in das Gestell hineinerstreckende,
den Mistschlitten an seinen seitlichen Bodenrandkanten umgreifende und diesen führende
Schienen auf, die eine Auf- und Ablauframpe bilden und den Schlitten in seiner in das Gestell eingeführten
Stellung abstützen. Vorteilhaft ist eine in unbelastetem Zustand die äußeren Schienenenden auf den Boden
abklappende Gewichtsverteilung der Schienen zu ihrer Schwenkachse vorgesehen. Vorzugsweise ist die
Drehebene der Seilzugscheibe und der zugehörigen gestellfesten Umlenkrollen der Antriebsvorrichtung
vertikal und zur Richtung der Auflauf- und Stützschienen parallel angeordnet. Dabei ist zweckmäßig
eine der gestellfesten Umlenkrollen etwa in Höhe und auf der Seite des rückwärtigen Schlittenendes bei in
das Trägergestell eingeführtem Schlitten am Gestell angeordnet.
Die Seilzugantriebsvorrichtung weist vorteilhaft eine koaxial zur Seilzugscheibe angeordnete und unabhängig
von oder gleichzeitig mit dieser antreibbare Wickeltrommel als Seilspeicher auf. Bei abgeschalteter
Antriebsvorrichtung ist die Wickeltrommel zweckmäßig arretierbar. Ferner kann die Seilzugantriebsvorrichtung
eine an sich bekannte, die Zugrichtung bei Überschreiten einer vorbestimmten Zugkraft im
Seil umkehrende Umschaltvorrichtung umfassen.
Die erfindungsgemäße Entmistungsvorrichtung behebt die Nachteile der Handentmistung mit einem
Mindestmaß an Kostenaufwand, da sie als ortsgebun-Entmistungsvorrichtung für Hühnerställe
Anmelder:
Walther Trillmich,
Espelkamp, Chemnitzer Str. 13
Walther Trillmich,
Espelkamp, Chemnitzer Str. 13
Als Erfinder benannt:
Walther Trillmich, Espelkamp
Walther Trillmich, Espelkamp
dene Vorrichtung für eine Vielzahl von Stufenkäfiggestellen bzw. Kotgruben zur Entmistung eingesetzt
werden kann. Dies ist im Gegensatz zu bekannten fest und unveränderbar installierten Schweine- und
Kuhstallentmistungsanlagen besonders wichtig, weil bei Hühnerställen mit verhältnismäßig geringem Kotanfall
eine je Stufenkäfiggestell oder Kotgrube vorgesehene, fest installierte Vorrichtung im Hinblick
auf die nur in großen Zeitabständen erforderliche Entmistung kostenmäßig untragbar ist.
Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus den Ansprüchen und der Beschreibung, in Verbindung
mit der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dargestellt ist,
es zeigt
F i g. 1 eine Draufsicht auf eine schematische Entmistungsvorrichtung
nach der Erfindung,
F i g. 2 eine Seitenansicht nach der Linie H-II in Fig. 1,
F i g. 3 eine Seitenansicht eines Stufenkäfiggestells
mit einem im Gestell unter den Käfigen entlanggeführten Mistschlitten,
F i g. 4 eine Ansicht nach der Linie IV-IV in Fig. 3.
Die Entmistungsvorrichtung umfaßt im wesentlichen einen Mistschlitten 1, eine Seilzugantriebsvorrichtung
2 und ein Trägergestell 3, die zu einer frei verfahrbaren, selbständigen Arbeitseinheit vereinigt
sind.
Das den Schlitten 1 und die Seilzugantriebsvorrichtung 2 vereinigende Trägergestell 3 ist als über
Schwenkräder auf dem Boden abgestütztes Rahmenträgergestell ausgerüstet und nimmt den Schlitten
1 in seinem unteren Bereich auf. Zur Abstützung des Schlittens weist das Trägergestell zwei an unteren
Querholmen um eine gemeinsame Achse 5 schwenkbar bewegliche, zu einer Gestellseite nach außen
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überstehende und sich in das Gestell 3 hineinerstreckende Schienen 6 mit Winkelprofil auf, welche
den Schlitten 1 an seinen seitlichen Bodenrandkanten umgreifen und diesen führen. Diese Schienen 6, die
eine in unbelastetem Zustand die äußeren Scbienenenden auf den Boden abklappende Gewichtsverteilung
zu ihrer Schwenkachse S haben, bilden eine Auf- und Ablauframpe zur Erleichterung des Hereinziehens
und des Herausführens des Schlittens aus dem Trägergestell 3. Ein Anschlag 7 begrenzt den
Schwenkweg der Schienen 6 auf der dem Schlittenablauf abgewandten Seite. Das Trägergestell 3 ist in
Betriebsstellung, z. B. über die schematisch dargestellten Haken 8, an der Stallwand festgelegt, wobei
der Angriffspunkt der Haken an der Wand zweckmäßig etwas tiefer liegt als der am Trägergestell, um
bei Beanspruchung auf Zug das Trägergestell zusätzlich auf den Boden zu drücken.
Die Seilzugantriebsvorrichtung 2 besteht im wesentlichen aus einem Antriebsmotor 10 mit einer auf
dessen Antriebswelle befestigten Seilzugscheibe 11, neben der koaxial eine als Seilspeicher dienende
Wickeltrommel 12 angeordnet ist. Diese ist zugleich mit oder auch unabhängig von der Seilzugscheibe 11
vom Motor 10 her antreibbar. Der samt Seilzugscheibe und Wickeltrommel über einen Ständer 13
auf oberen Gestellholmen befestigte Motor 10 ist vorzugsweise als in seiner Drehrichtung umkehrbarer
Elektromotor ausgebildet. In der Drehebene der Seilzugscheibe 11, die vertikal und zur Richtung der
Auflauf- und Stützschienen 6 parallel angeordnet ist, sind zwei übereinander angeordnete, gestellfeste Umlenkrollen
1,15 angeordnet, von denen die untere Umlenkrolle 15 bei in das Trägergestell 3 eingeführtem
Schlitten 1 etwa in Höhe und auf der Seite des rückwärtigen Schlittenendes angeordnet ist. Auf der
den Umlenkrollen 14,15 abgewandten Seite der Seilzugscheibe 11 ist etwa in Höhe der Umlenkrolle 14
eine weitere Umlenkrolle 16 vorgesehen, die an einem schwenkbar beweglichen und über eine Feder 17 in
einer Ausgangslage gehaltenen Hebel 18 gelagert ist. Dieser Schwenkhebel 18 wirkt mit einer Umschaltvorrichtung
19 zusammen, die jeweils bei Betätigung die Drehrichtung des Motors umkehrt. Eine Umschaltung
erfolgt jedesmal dann, wenn der Hebel 18 aus seiner Ausgangslage infolge einer eine vorbestimmte
Zugkraft im Seil überschreitenden Zugkraft ausgeschwenkt wird. Die Feder 17 bestimmt dabei die
für ein Ausschwenken des Hebels 18 erforderliche Zugkraft im Seil.
Für einen Entmistungsvorgang wird die Entrmstungsvorrichtung
vor die Stirnseite eines in Stirnansicht in F i g. 3 veranschaulichten Stufenkäfiggestells
oder stirnseitig vor eine Kotgrube gefahren und an der Stallwand oder an einem sonst geeigneten
Festpunkt über die Haken 8 festgestellt, so daß die Schlittenvorderseite dem Stufengestell 20, in dem die
Käfige in bekannter Weise im Abstand über dem Boden eingehängt sind, zugewandt ist. Auf der der
Entmistungsvorrichtung abgekehrten Seite des Stufenkäfiggestells wird nun eine nicht dargestellte,
freie Umlenkrolle an der Stallwand oder an einem sonst geeigneten Festpunkt so angehängt daß die
Drehebene der Umlenkrolle in der Drehebene der Seilzugscheibe 11 liegt. Anschließend wird das auf
der Wickeltrommel 12 aufgewickelte Zugseil 21 von der Wickeltrommel 12 abgewickelt und gleichzeitig
von Hand oder mittels eines Hilfsseils unter dem Gestell entlang und zur losen Umlenkrolle geführt und
in diese eingehängt. Ein Ende des Zugseils 21 wird bei 22 an der Vorderseite des Schlittens 1 eingehängt,
während das andere Ende über die Umlenkrolle 16, die Seilzugscheibe 11 und die Umlenkrollen 14,15
geführt und am rückwärtigen Ende des Schlittens 1 bei 23 an diesem eingehängt wird. Durch Antrieb der
Seilzugscheibe 11 in Richtung des Pfeils 24 zieht sich der Schlitten 1, der aus zwei Seitenwänden 25 und
ίο einer zwischen diesen im rückwärtigen Schlittenbereich
um eine Achse 26 frei schwenkbar aufgehängten Schürfklappe 27 besteht, aus dem Trägergestell 3
heraus, legt sich auf den Boden auf und beginnt seine schürfkübelartige Entmistungstätigkeit unter dem
Stufenkäfiggestell 20. Wie aus F i g. 3 und 4 ersichtlich
ist, ist der Mistschlitten 1 vorzugsweise schmaler als der zu entmistende Raum eines Stufenkäfiggestells
oder einer Kotgrube üblicher Breite und nach Entmisten eines seiner Breite entsprechenden Teilstreifens
wird die Vorrichtung als Ganzes ein Stück seitlich versetzt, woraufhin die Entmistung des restlichen
Streifens erfolgen kann. Zweckmäßig überlappen sich dabei die Arbeitsbereiche des Schlittens, um eine
vollständige Räumung des Kotes zu gewährleisten.
Der Schlitten transportiert den Kot zu einer innerhalb oder vorzugsweise außerhalb des Stallraums gelegenen
Abwurfstelle, die oberhalb einer Kotsammelstelle, eines Transportfahrzeugs oder eines Förderers
liegen kann, der den Kot zu einer gewünschten Stelle transportiert.
Nach Beendigung des infolge der Umschaltung der Zugrichtung bei Überschreiten einer vorbestimmten
Zugkraft im Seil vollautomatisch vonstatten gehenden Entmistungsvorgangs wird der Schlitten 1 über
die Auflaufschienen 6 in das Trägergestell zurückgezogen, das Zugseil 21 vom Schlitten gelöst, insgesamt
aus den Umlenkrollen ausgehängt und auf der Wickeltrommel 12 aufgewickelt. Das letzte Ende des
Zugteils kann dabei wieder bei 23 am Schlitten 1 eingehängt und die Wickeltrommel 12 anschließend
arretiert werden, so daß der Schlitten 1 im Trägergestell 3 festgehalten ist. Nach Lösen der Haken 8 ist
daraufhin die Entmistungsvorrichtung für eine neuen Entmistungsvorgang unter einem anderen
Stufenkäfiggestell oder in einer anderen Kotgrube bereit. In der Zwischenzeit zwischen Entmistungsvorgängen
kann die Seilzugantriebsvorrichtung als Antriebsvorrichtung für andere Arbeiten verwendet
werden, wie sie allgemein auf Hühnerfarmen, Höfen
u. dgl. vorkommen.
Claims (10)
1. Entmistungsvorrichtung für Hühnerställe, dadurch gekennzeichnet, daß ein an
sich bekannter Mistschlitten (1) und eine an sich bekannte Seilzugantriebsvorrichtung (2) mit einem
frei verfahrbaren und im Betrieb feststellbaren Trägergestell (3) zu einer unabhängig bewegliehen,
selbständigen Arbeitseinheit vereinigt sind.
2. Entmistungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägergestell
(3) in seinem unteren Teil zwei um eine gemeinsame Achse (5) schwenkbar bewegliche, zu einer
Gestellseite nach außen überstehende und sich in das Gestell (4) hineinerstreckende, den Mistschlitten
(1) an seinen seitlichen Bodenrandkanten
umgreifende und diesen führende Schienen (6) aufweist, die eine Auf- und Ablauframpe bilden
und den Schlitten (1) in seiner in das Gestell (3) eingeführten Stellung abstützen.
3. Entmistungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine im unbelastetem
Zustand die äußeren Schienenenden auf den Boden abklappende Gewichtsverteilung der
Schienen (6) zu ihrer Schwenkachse (5).
4. Entmistungsvorrichtung nach Anspruch 2 to oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schienen
(6) ein Winkelprofil aufweisen.
5. Entmistungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drehebene der Seilzugscheibe (11) und der zügehörigen gestellfesten Umlenkrollen (14,15) der
Antriebsvorrichtung (2) vertikal und zur Richtung der Auflauf- und Stützschienen (6) parallel
angeordnet ist.
6. Entmistungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine der gestellfesten
Umlenkrollen (15) etwa in Höhe und auf der Seite des rückwärtigen Schlittenendes bei in
das Trägergestell (3) eingeführtem Schlitten (1) am Gestell (3) angeordnet ist.
7. Entmistungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Seilzugantriebsvorrichtung (2) eine koaxial zur Seilzugscheibe (11) angeordnete und unabhängig
von der gleichzeitig mit dieser antreibbare Wickeltrommel (12) als Seilspeicher aufweist.
8. Entmistungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Wickeltrommel
(12) bei abgeschalteter Antriebsvorrichtung (2) arretierbar ist.
9. Entmistungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Seilzugantriebsvorrichtung (2) eine an sich bekannte, die Zugrichtung bei Überschreiten einer
vorbestimmten Zugkraft im Seil (21) umkehrende Umschaltvorrichtung (19) umfaßt.
10. Entmistungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Seilzugantriebsvorrichtung (2) eine lose, im Abstand vom Trägergestell stallseitig einhängbare
Umlenkrolle umfaßt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
709 650/99 9. 67 © Bundesdruckerei Berlin
Publications (1)
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