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Druckluftsteuergerät Elektrische Schalter werden vielfach mit Hilfe
von Druckluft betätigt. Dabei kann man die zur Steuerung notwendigen Ventile zu
einem sogenannten Druckluftsteuergerät zusammenfassen. In diesem sind auf verhältnismäßig
engem Raum eine große Anzahl von Ventilen an eine Rohrleitung angeschlossen, durch
die die Druckluft zugeführt wird.
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Die bisher verwendeten Rohrleitungen haben einen kreisförmigen Querschnitt.
An den Anschlußstellen der Ventile und an den Verbindungsstellen einzelner Leitungsstücke,
z. B. zwischen T-förmigen Abzweigstücken, sind Verschraubungen, zumeist in Form
von überwurfmuttern, vorgesehen. Durch die notwendige große Zahl solcher Verschraubungen
wird das Steuergerät kompliziert und teuer. Außerdem ist die Montage der Verschraubungen
wegen des geringen Platzes umständlich.
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Es ist ferner bekannt, auf eine Rohrleitung für den Anschluß der Ventile
zu verzichten und die Ventil-I' Glehäuse selbst als Leitung zu benutzen. Die Gehäuse
werden zu diesem Zweck mit gegenüberliegenden Seiten, die Bohrungen aufweisen, gegeneinandergeschraubt.
Sie bilden somit eine durchgehende Leitung. Hierbei ist aber eine genaue und entsprechend
teure Fertigung der Ventilgehäuse und ihrer Träger notwendig, um die gewünschte
Dichtigkeit zu erreichen. Sind die Verbindungsstellen der Ventilgehäuse nicht genau
auf die Befestigung an einem Träger, z. B. einer Tragplatte, od. dgl., abgestimmt,
so können starke mechanische Beanspruchungen und Undichtigkeiten auftreten.
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Um die mechanischen Beanspruchungen zu verringern, die beim Befestigen
der Ventile durch Verspannen entstehen können, hat man bei einer bekannten Ventilanordnung
die einzelnen Ventile nicht unmittelbar miteinander verschraubt, sondern über Hülsen
verbunden, die in Bohrungen einander zugekehrten Wände benachbarter Ventile eingreifen.
Auf diese Weise läßt sich zwar eine gewisse Beweglichkeit erreichen. Jedoch ist
es wegen der steckerartigen Hülsen dann nicht mehr möglich, ein Ventil auszubauen,
beispielsweise auszuwechseln, ohne daß die ganze Ventilanordnung aufgetrennt wird.
Da die Hülsen außerdem als zusätzliche Teile erhöhte Kosten verursachen und nur
mit Hilfe von Dichtungsringen abgedichtet werden können, befriedigt auch diese Ventilanordnung
nicht.
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Andere Ventilanordnungen mit mehreren Ventilen bieten zwar die Möglichkeit,
jedes einzelne der Ventile für sich an- oder abzubauen. Diese Möglichkeit wird aber
mit einem großen Aufwand erkauft. Die bekannten Ventilanordnungen benutzen nämlich
entweder besondere durch Rohrstücke verbundene Zwischengehäuse oder ganze Anschlußsockel,
auf die die Ventilgehäuse mit den beweglichen Ventiltellem aufgeschraubt sind. Die
Zwischengehäuse bzw. Anschlußsockel sind recht komplizierte Teile. Sie können nur
durch Gießen hergestellt werden und fallen dann naturgemäß schwer aus. Im übrigen
ist man bei derartigen Anschlußsockeln an bestimmte Ventilkombinationen gebunden,
wenn man nicht eine große Vielfalt von Sockeln verwenden will.
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Die Erfindung geht aus von einem Druckluftsteuergerät mit mehreren
an eine Rohrleitung angeschlossenen Ventilen mit Anschlußbohrungen. Erfindungsgemäß
wird mit einfachen Mitteln eine flexible, unempfindliche Anordnung dadurch erreicht,
daß der mit Anschlußbohrungen versehene Gehäuseteil der Ventile gegen den Rand von
öffnungen gepreßt wird, die sich an der abgeflachten Anschlußstelle der vorzugsweise
rechteckigen Rohrleitung befinden.
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Bei der Erfindung werden für den Anschluß der Ventile keine Schraubverbindungen
oder Abzweigstücke ün Zuge der Druckluftleitung benötigt. Als Rohrleitung genügt
ein einfaches geradliniges Rohrstück, an das alle Ventile angeschlossen werden können.
Die Ventile brauchen auch nicht fest miteinander verbunden zu sein. Die zwischen
den Ventilen liegenden Teile der Rohrleitung geben der ganzen Anordnung eine gewisse
Elastizität, so daß auch bei größeren Fertigungstoleranzen als bisher eine hohe
Dichtigkeit erreicht werden kann. Die Dichtigkeit kann im. übrigen in einfacher
Weise noch durch Dichtungen verbessert werden, die zweckmäßig zwischen der Wand
der Rohrleitung und dem gegen diese gedrückten Gehäuseteil der Ventile angeordnet
sind.
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Zur weiteren Erleichterung der Montage kann an dem Gehäuseteil des
Ventils in an sich bekannter Weise ein rohrföriniger Vorsprung vorgesehen sein,
der vorzugsweise mit Spiel in die öffnungen der Rohrleitung
ragt
und von einer Dichtung konzentrisch umgeben ist. Der Vorsprung ergibt eine Führung
beim Aufsetzen der Ventile auf die Rohrleitung. Die Ventile sind dann nur noch in
der durch den Vorsprung bestimmten Lage zu befestigen. Dies geschieht besonders
vorteilhaft mit Hilfe von an sich bekannten Spannschrauben, die die Ventile gegen
den Rand der Öffnung in der Rohrleitung pressen und an einer Halterung auf der den
Ventilen abgekehrten Seite angreifen, so daß sie zugleich die Befestigung der Rohrleitung
übernehmen können.
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Ein besonders vorteilhafter Aufbau ergibt sich als weitere Ausbildung
der Erfindung dadurch, daß die Ventilgehäuse Vorsprünge aufweisen, die über die
Rohrleitung greifen und mit einer Platte auf der den Ventilen abgekehrten Seite
der Rohrleitung verschraubt sind. Die Vorsprünge können ebenfalls zur Zentrierung
der RQhrleitung und der Ventile gegeneinander dienen. Sie wirken außerdem als Distanzstücke,
durch die ein bestimmter Abstand zwischen der gegen die Leitung stoßenden Fläche
der Ventilgehäuse und der Platte vorgegeben ist. Dieser Ab-
stand kann auf
das Maß der Rohrleitung und der dazwischenliegenden Dichtung so abgestimmt werden,
daß ein gewünschter Anpreßdruck erreicht wird., Durch die Platte können die Ventile
und die Rohrleitung zusammengefaßt sein, da die Platte als gemeinsamer Träger für
diese Bausteine des Druckluftsteuergerätes dienen kann.
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Eine besonders -vorteilhafte Ausführungsforrn der Erfindung ist durch
eine Rohrleitung mit vorgefertiten Öffnungen gekennzeichnet, die für den Fall, daß
weniger Ventile als möglich anzuschließen sind, durch Stopfen aus elastischem Material
verschlossen werden. Die Stopfen können in einfachster Weise mit Hilfe eines Winkeleisens
befestigt sein, das mit dem einen Schenkel an einer Tragplatte anliegt und mit dem
anderen Schenkel mit Hilfe einer in die Tragplatte greifenden Schraube gegen die
Stopfen gepreßt wird.
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Zur Verwirklichung der Erfindung ist, wie erwähnt, insbesondere eine
Rohrleitung mit einem rechteckigen Querschnitt geeignet. Man kann aber auch Leitungen
mit einem ursprünglichen runden Querschnitt verwenden, die an den Anschlußstellen
durch Zusammendrücken abgeflacht sind. Das Verschließen der Enden der Rohrleitung
kann ebenfalls durch Zusammendrücken erfolgen.
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Zur näheren Erläuterung der Erfindung wird im folgenden an Hand der
Zeichnung ein Ausführungsbeispiel beschrieben. Dabei zeigt F i g. 1 die Ansicht
eines Ausschnittes eines Druckluftsteuergerätes bei abgenommener Frontplatte,
F i g. 2 den zugehörigen Querschnitt, F i g. 3 Einzelheiten der Anschlußstelle
der Ventile und F i g. 4 einen Verschlußstopfen für die Öffnungen der bei
der Erfindung verwendeten Rohrleitung.
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Mit 1 ist eine Tragplatte bezeichnet, auf der sämtliche Einzelteile
des Druckluftsteuergerätes montiert sind. Zu diesen Teilen gehören vor allem die
Steuerventile 2, die als Doppelventile ausgebildet sind. Sie bestehen aus zwei baulich
vereinigten Ventilen 3
und 4, von denen das Ventil 3 dem Einschalt-,
das Ventil 4 dem Ausschaltvorgang eines mit Druckluft betätigten oder gesteuerten
Hochspannungsschalters zugeordnet ist. Jedes der Steuerventile 2 ist mit vier Schrauben
7 befestigt. Die Tragplatte ist zu diesem Zweck mit Gewindebohrungen
8 für die Anbringung von sechs Ventilen 2 versehen.
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Die Ventile 2 werden von einer einstückigen Rohrleitung
10 gespeist, die sich annähernd über die ganze Höhe der Tragplatte erstreckt.
Die Leitung 10 hal einen rechteckigen Querschnitt (F i g. 2). Sie
liegt mil der einen Breitseite 11 an der Tragplatte 1 an. In det gegenüberliegenden
Breitseite 12 sind dreizehn öffnungen 13 vorgesehen. Die Enden 14 und
15 der Leitung 10 sind durch Zusammendrücken verschlossen. Durch das
zusammengedrückte Ende 15 ist ein Stift 16 gesteckt, der in eine Bohrung
der Tragplatte 1 eingreift.
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An die unterste, dem Ende 14 benachbarte Öffnung 13 der Rohrleitung
10 ist ein Hauptventil 20 angeschlossen. Das Hauptventil ist über nicht dargestellte
übliche Druckluftleitungen, die bei 21 und 22 mit Hilfe von überwurfinuttem
23 in bekannter Weise befestigt werden können, mit einer Druckluftquelle
verbunden, die die Rohrleitung 10 speist. An die oberen acht Öffnungen
13 der Rohrleitung 10 sind vier Steuerventile 2 angeschlossen. Einzelheiten
des Anschlusses der Ventile gehen aus den F i g. 2 und 3
hervor.
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An der Anschlußstelle besitzen alle Ventilgehäuse 25 eine ebene
Fläche 26, aus der ein rohrförmiger Vorsprung 27 herausragt. An die
Öffnung 24 des Vorsprunges schließt sich ein Kanal 32 an, der in das Innere
der Ventile führt. Konzentrisch zum Vorsprung 27 ist in die Fläche
26 eine Ringnut: 28 eingedreht. Darin liegt ein Rundschnurring
29. Ferner sind die Ventilgehäuse angrenzend an die Anschlußstelle mit Vorsprüngen
30 versehen, die über die Fläche 26 etwa um die Höhe der Rohrleitung
10 in Richtung auf die Tragplatte 1 vorstehen. Die Vorsprünge
30 sind zur Aufnahme der Schrauben 7
durchbohrt.
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Bei der Montage des Druckluftsteuergerätes wird zunächst die Rohrleitung
10 auf die Platte 1 gelegt. Die richtige Lage in der Höhe der Platte
ist dabei durch den in die Platte eingreifenden Stift 16 gewährleistet. Danach
werden die Gehäuse 25 der Ventile 2 und 20 auf die Platte 1 gesetzt,
die zuvor mit den Rundschnurringen 28 versehen worden sind. Die in die Öffnungen
13 der Leitung 10 eingreifenden Vorsprünge 27 ergeben hierbei
bereits die richtige seitliche Lage zwischen den Ventilgehäusen 25 und der
Leitung 10. Die Ventilgehäuse werden dann mit Hilfe der Schrauben
7 befestigt, die in die Gewindebohrungen 8 der Platte 1 eingeschraubt
werden. Hierbei sorgen die Vorsprünge 30 dafür, daß zwischen der stampf gegen
die Leitung 10 stoßenden Fläche 26 und der Platte 1 der für
einen geeigneten Dichtungsdruck erforderliche Abstand eingehalten wird. Mit dem
Anschrauben der Ventilgehäuse 25 wird somit zugleich die Leitung
10 festgelegt. Weitere Befestigungen, Anschlüsse oder Schraubverbindungen
sind nicht erforderlich.
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Die Leitung 10 ist beün Ausführungsbeispiel für den Anschluß
von sechs Steuerventilen 2 eingerichtet. Werden in einem Steuergerät weniger Ventile
benötigt, z. B. vier, wie beim Ausführungsbeispiel an-genommen wurde, so
werden die nicht benötigten vier Öffnungen 13 durch Verschlußstopfen abgedichtet.
Dies ist in der F i g. 4 näher dargestellt.
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Die Stopfen 35 sind im wesentlichen zylindrische Gununikörper
mit einem größeren Durchmesser als der Durchmesser der Öffnung 13. An der
einen Stimseite
ist ein Vorsprung 36 vorgesehen, dessen
Querschnitt etwas kleiner ist als der Querschnitt der Öff-
nungen
13. Mit diesem Vorsprung werden die Stopfen 35 in die Öffnungen
13 eingesetzt. Dann wird ein Winkeleisen 38 mit dem einen Schenkel
39 so auf die Platte 1 gesetzt, daß der andere Schenkel 40 auf den
Stopfen 35 aufliegt. Das Winkeleisen wird nun mit den Befestigungsschrauben
7 angezogen. Es wirkt dabei als einarmiger Hebel, der die Stopfen
35 gegen das Rohr 10 preßt.
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Die beiden Winkeleisen 38, die beim Ausführungsbeispiel an
Stelle zweier Steuerventile 2 vorgesehen sind, können mit den gleichen Schrauben
7 und Gewindebohrungen 8 befestigt werden, die für die Anbringung
der Steuerventile vorgesehen sind. Sie stimmen in Längsrichtung der Leitung
10 etwa mit den Abmessungen der Steuerventile 2 überein. Dies bedeutet, daß
für den Aufbau unterschiedlicher Steuergeräte weitgehend gleiche Elemente verwendet
werden. können.