DE1172695B - Verfahren zur Behandlung eines Offsetgummituches - Google Patents
Verfahren zur Behandlung eines OffsetgummituchesInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: B 41 η
Deutsche Kl.: 151-8/03
Nummer: 1 172 695
Aktenzeichen: E 16546 VI b /151
Anmeldetag: 9. Oktober 1958
Auslegetag: 25. Juni 1964
Bei dem bekannten Offsetflachdruckverfahren wendet man einen Bildträger an, der aus Metall oder
einem anderen geeigneten Werkstoff besteht, bei dem die Teile der Oberfläche, die das Bild abdrucken
sollen, fettannehmend sind, während die Teile, die keine Druckfarbe aufnehmen sollen, hydrophil sind
und mit Wasser angefeuchtet werden. Um die Wasseraufnahme zu erleichtern, kann der Bildträger gekörnt
sein. Der Bildträger wird durch eine Auftragrolle mit Druckfarbe bedeckt, während man außerdem
eine feuchte Rolle auf dem Zylinder laufen läßt.
Man läßt den Bildträger darauf über einen mit einem feinen Gummituch überzogenen Zylinder
laufen. Die Druckfarbe des Bildes wird dabei von dem Gummituch übernommen und darauf wieder an
das Papier abgegeben, das über eine dritte Walze läuft, die an die Gummituchwalze gedrückt wird.
In der Praxis treten bei dem Offsetverfahren nachstehende Schwierigkeiten auf:
1. Ölartige Stoffe und Gummi lösen sich etwas ineinander.
Außerdem ist Gummi immer etwas porös. Das hat zur Folge, daß nicht alle auf der Bildschicht
vorhandene Druckfarbe an das Papier abgegeben wird. Versucht man die Menge an das Papier abgegebener
Druckfarbe zu vergrößern, indem man dem Bildzylinder mehr Druckfarbe zuführt, so wird
die Druckfarbe ausgewalzt, wodurch »Flecken« auftritt.
2. Das poröse Gummituch hat, wenn es mit den wassertragenden Teilen des Bildträgers in Berührung
kommt, auch die Neigung, einen Teil des Wassers zu adsorbieren. Meistens ist das Papier staubig; der
Staub wird durch das feuchte Tuch aufgenommen, wodurch Verschmutzung des Gummis und dadurch
auch des Bildträgers entsteht. Das hat zur Folge, daß die hydrophilen Teile der Bildfläche auf die Dauer
etwas Druckfarbe annehmen, wodurch man auf dem Papier an ungewünschten Stellen Druckfarbe bekommt.
Versucht man diesen Nachteil dadurch zu beheben, daß man auf den Bildträger mehr Wasser
aufbringt, so wird auch das Gummituch wieder mehr Wasser aufnehmen und mehr Papierstaub an dem
Gummi hängenbleiben, so daß keine Verbesserung erzielt wird. Weil durch das Vorhandensein des
Schmutzes die Oberflächenspannung zwischen dem Wasser und der fetten Druckfarbe verringert wird,
wird die Neigung des Wassers, in der Druckfarbe zu emulgieren, vergrößert. Dadurch wird der Farbwert
der Druckfarbe geringer, und es entsteht ein flauer Druck.
3. Bekanntlich ist Papier ziemlich hygroskopisch. Es nimmt somit beim Drucken Wasser von dem
Verfahren zur Behandlung eines
Offsetgummituches
Offsetgummituches
Anmelder:
Frederik Johannes Eekhout, Den Haag
Vertreter:
Dr.-Ing. A. v. Kreisler, Dr.-Ing. K. Schönwald
und Dr.-Ing. Th. Meyer, Patentanwälte,
Köln 1, Deichmannhaus
Als Erfinder benannt:
Frederik Johannes Eekhout, Den Haag,
Gerrit Jan Lutje Wooldrik,
Enschede (Niederlande)
Frederik Johannes Eekhout, Den Haag,
Gerrit Jan Lutje Wooldrik,
Enschede (Niederlande)
Beanspruchte Priorität:
Niederlande vom 27. Mai 1958 (228 116)
Gummituch auf, wobei das Papier sich dehnt, während es beim Trocknen wieder schrumpft. Es ist zumal
bei dem Mehrfarbendruck wesentlich, daß die Dehnung und das Schrumpfen auf ein Minimum beschränkt
bleiben, weil eine nächste Farbe genau auf eine vorher gedruckte Farbe passen soll.
Aus all diesen Gründen verursacht das Vorhandensein von Wasser auf dem Gummituch Unsicherheiten
beim Drucken. Es ist somit erwünscht, die Gummifläche derart zu behandeln, daß sie möglichst
wenig Wasser aufnimmt, was dadurch erzielt werden kann, daß die Porosität des Gummis verringert
wird. Der Gummi muß wohl die Affinität zu fetter Druckfarbe behalten, aber Druckfarbe und
Gummi müssen sich möglichst wenig ineinander lösen. Es soll somit eine geschlossene Fläche entstehen,
die wenig oder kein Wasser aufnimmt und praktisch alle Farbe an das Papier abgibt.
Das Verfahren zur Verbesserung der Oberflächeneigenschaften eines Offsetgummituches unter Verwendung
von Kunstharzlacken gemäß der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß man auf die Oberfläche
des Tuches ein Präparat aufträgt, das aus einem Polyester, einem Isocyanat oder Polyisocyanat,
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3 4
insbesondere einem Diisocyanat, Nitrocellulose und Es ist zwar schon bekannt, Offsetgummitücher
einem organischen Lösungsmittel für diese Stoffe durch eine Behandlung mit Vinyl- bzw. Vinyliden-
besteht, und das in dieser Weise behandelte Tuch bei harzen oder Celluloseesterharzen "wasserabstoßend zu
erhöhter Temperatur trocknet. machen. Auch hat man in der Druckerei Harze auf
Das Präparat wird auf das Gummituch gebracht, 5 Polyester-Polyisocyanat-Basis als Deckschichten für
nachdem dessen Oberfläche gereinigt ist, z. B. mittels Gewebe benutzt, die als Drucktücher oder zur BeÄthyl-
und/oder Butylacetat. Diese Flüssigkeiten kleidung von Druckwalzen verwendet werden. Außerkönnen
auch als organische Lösungsmittel in obiger dfem sind' die Polyester-Polyisocyanatharze als
Zusammensetzung benutzt werden. Gummilacke empfohlen worden, jedoch noch nie für
Nach Auftragen des Präparates auf das Gummi- io Offsetgummitücher. Um so überraschender war es
tuch wird dieses unter Erwärmung getrocknet, vor- dabei, daß gerade durch die erfindungsgemäße Oberzugsweise
durch Infrarotbestrahlung. Dabei tritt flächenbehandlung von Offsetgummitüchern mit
Kondensation des Polyesters mit dem Isocyanat bzw. Präparaten auf Polyester-Polyisocyanat-Basis, die zu
Polyisocyanat auf, wobei Polyurethanharze ent- gleicher Zeit Nitrocellulose enthalten, die besondestehen.
15 ren Vorteile erzielt werden können.
Nach einer einzigen Behandlung ist die gebildete Das erfindungsgemäße Verfahren kann in folgen-
Schicht meistens noch zu dünn. Es empfiehlt sich der Weise ausgeführt werden:
deshalb, die Behandlung einige Male zu wieder- Man spannt das Gummioffsettuch auf eine große
holen. motorisch angetriebene Walze. Unter die Walze wird
Da die Bestandteile der erfindungsgemäß verwen- ^0 eine Mulde gestellt, die eine Flüssigkeit nachstehendeten
Präparate miteinander reagieren, sind die der Zusammensetzung enthält: Präparate nur begrenzt haltbar, und demzufolge 50 des Handelspräparates Definal M,
müssen die Bestandteile erst kurz vor der Behandlung
vermischt werden. 40 g des Handelspräparates Definal G. K.,
Durch Anwendung der Behandlung gemäß der 25 ^O g Äthylacetat.
Erfindung werden nachstehende Vorteile erhalten: _„_ _ .
λ »,,...· <_ T^ , τ j τ · · 830 g Butylacetat,
a) Man erhalt einen besseren Druck. Jede Linie
tritt haarscharf hervor. 35 g des Handelspräparates Desmodur R,
b) Das Tuch braucht weniger gereinigt zu werden, 15 g einer 15°/oigen Lösung von Nitrocellulose
und der dazu erforderliche Zeitaufwand kann 3° in Aceton.
in der Praxis bis auf ein Zehntel verringert ^ c 1»,· · · r·· · ■ ~, * -r , ,
werden Definal M ist eine Losung eines mit 2,4-Toluylen-
. ,, , , . , . ,. TT diisocyanat vorkondensierten Polyesters aus 3 Mol
c) Man kann rascher arbeiten und somit die Um- Ααίρίη5ΜυΓε, 3 Mol 1,4-Butylenglycol und 1 Mol
drehungszahl der Walzen steigern. Die Steige- 35 Hexantriol5 mit einem Zusatz von 7„/o eines sehr
rung der Leistung in bezug auf die bekannten feben siO.-Pigmentes.
Verfahren kann bei Papier das bis jetzt schwer Definal G. K. enthält kein Pigment, hat jedoch
zu verarbeiten war, bis 250-/» betragen. sonst dje gleiche Zusammensetzun S g wie Defin^ M.
d) Da die Farbe praktisch völlig von dem Bild- Desmodur R besteht aus Triphenylmethan-4,4',4"-zylinder
durch Vermittlung des Gummituches 40 triisocyanat (Triisocyanat des Leukorosanilins) und
an das Papier abgegeben wird, wird eine we- dient als Vernetzerkomponente für den vorkondensentliche
Ersparnis an Druckfarbe erzielt, näm- sierten Polyester.
lieh von 20 bis 40%. Die Ersparnis ist bei »Definal« und »Desmodur« sind den Farbenfabri-
den kostspieligeren pigmentreichen Druckfarben ken Bayer, Leverkusen, geschützte Warenzeichen,
am größten. ' 45 Dje genannten Stoffe werden innig vermischt, so
e) Man kann auch mit billigeren Papiersorten, die daß eine homogene Lösung erhalten wird.
sich bisher für den Offsetdruck nicht oder wenig Nachdem das Tuch auf die Walze aufgespannt ist,
eigneten, gute Resultate erzielen. Man wird wird es mit einem Gemisch von Äthyl- und Butyl-
auch in diesem Falle weniger Schwierigkeiten acetat gereinigt. Man läßt das Tuch einmal durch
durch Ausfließen (Verdickung von Linie oder 50 die Mulde laufen und trocknet es mittels über der
Druckpunkten) haben und ein genaues Register Walze angeordneten Infrafillampen. Hierbei tritt
der Farben zueinander erzielen. Kondensation des Polyesters und des Diisocyanates
f) Die Lebensdauer des Tuches wird verlängert, 'nunter anderem dadurch, daß das Öl der Druck- Diese Behandlung wird in der gleichen Weise
farbe sieh nicht in dem Gummi löst. 55 noch zweimal wiederholt. Die Mulde mit Flüssigkeit
g) Man kann das Gummituch zwecks Entfernung ™rd nunmehr ausgeschaltet doch läßt man die
von Farbresten reinigen, ohne daß die Prägnie- Walze n°ch. dreimal die Infrafillampen passieren,
rung angegriffen wird. Die Reinigung kann z. B. Pas Tuch wird dann entspannt und 48 Stunden gemit
Petroleum oder mit einem Gemisch aus lagert, worauf es gebrauchsfertig ist.
Wasser, Petroleum und Benzin erfolgen. Es ist 6o , Der ^tand df Infrafillampen von der Walze
jedoch dafür zu sorgen, daß das Tuch nicht mit kann, z; £· ?0 bis 40 cm betragen Das Tuch ist überräuhen
Gegenständen, z. B. mit Bimsstein, be- all gleichmäßig zu erwarmen und man wendet desarbeitet
wird n ° eme §ro«e Zahl von über die Oberflache des
Tuches verteilten Infrafillampen an. Aus demselben
Das Einreiben des Tuches mit Talkpuder nach 65 Grunde ist es auch erwünscht, die Behandlung mit
Ablauf des Tagewerkes, wie das für die gewöhnlichen dem Präparat maschinell auszuführen; wird die
Gummitücher üblich ist, soll unterbleiben; es hat Schicht von Hand aufgetragen, so wird sie nicht
sich sogar als nachteilig erwiesen. gleichmäßig, was sich bei Anwendung eines in die-
ser Weise präparierten Gummituches in einen ungleichmäßigen Druck auswirkt.
Claims (5)
1. Verfahren zur Verbesserung der Oberflächeneigenschaften eines Offsetgummituches
unter Verwendung von Kunstharzlacken, dadurch gekennzeichnet, daß man auf die
Oberfläche des Tuches ein Präparat aufträgt, das aus einem Polyester, einem Isocyanat oder Polyisocyanat,
insbesondere einem Diisocyanat, Nitrocellulose und einem organischen Lösungsmittel
für diese Stoffe besteht, und das in dieser Weise behandelte Tuch bei erhöhter Temperatur
trocknet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als organisches Lösungsmittel
Äthylacetat und/oder Butylacetat verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung mindestens
einmal wiederholt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man mittels Infrarotbestrahlung
trocknet.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man das Tuch vor der Behandlung
mit Äthylacetat und/oder Butylacetat reinigt.
In Betracht gezogene Druckschnften:
Deutsche Gebrauchsmuster Nr. 1 729 253,
736142;
USA.-Patentschriften Nr. 2454 678, 2 562 782.
Deutsche Gebrauchsmuster Nr. 1 729 253,
736142;
USA.-Patentschriften Nr. 2454 678, 2 562 782.
409 627/266 6.64 © Bundesdruckerei Berlin
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NL228116 | 1958-05-27 |
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