DE1170537B - Strommessgeraet unter Ausnutzung des Halleffekts - Google Patents
Strommessgeraet unter Ausnutzung des HalleffektsInfo
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Description
- Strommeßgerät unter Ausnutzung des Halleffekts Zusatz zum Patent: 1 148 325 Das Hauptpatent bezieht sich auf Anordnungen zur Messung von Strömen, insbesondere Gleichströmen, wobei die Änderungen der elektrischen Eigenschaften von Halbleitern unter dem Einfluß eines Magnetfeldes zur Messung nutzbar gemacht sind. In der Figur des Hauptpatentes ist bereits eine Schaltung dargestellt, bei der ein Hallgenerator, d. h. ein magnetfeld abhängiger Halbleiter mit einer Trägerbeweglichkeit von 6000 cm2,Volt sec .oder mehr, insbesondere vom Typ A111 Bv, im Magnetfeld eines Stromes angeordnet ist und seine der Stromstärke proportionale Hallspannung zur Messung herangezogen wird. Die vorliegende Erfindung betrifft eine besonders vorteilhafte Einrichtung zur Messung hoher Gleichströme, einen sogenannten Gleichstromwandler, der ebenfalls auf der Ausnutzung des Halleffektes beruht.
- Zur Absolutmessung sehr hoher Gleichströme werden heute allgemein Gleichstromwandler verwendet. Die bisher üblichen Wandler arbeiten nach dem Prinzip der Kompensation der primären Gleichstromamperewindungszahl durch eine aus dem Wechselstromnetz gelieferte sekundäre Amperewindungszahl. Dieser Meßwandlertyp weist jedoch einen schwerwiegenden Nachteil auf, der seine Ursache in dem Grundprinzip der Meßweise hat und durch Korrekturmaßnahmen nicht völlig beseitigt werden kann. Da es ja darauf ankommt, die Gesamtinduktion im Eisenkern zu kompensieren, ist die ganze Anordnung im höchsten Maße gegen in der Nähe befindliches Eisen sowie gegen Streufelder empfindlich. Es wirken sich daher die Art der Rückführungsverlegung der Stromschienen, ferner die Magnetfelder anderer, unabhängiger Stromkreise sowie in der Umgebung befindliche Eisenmassen, ja sogar die Moniereinlagen in Eisenbetonbauten im Sinne einer starken Verfälschung des Meßergebnisses aus.
- Wird ein derartiger Meßwandler nach der Fertigung im Prüffeld abgeglichen und dann an den Einbauort gebracht, so sind in den meisten Fällen Maßnahmen zum Nachabgleich je nach den örtlichen Verhältnissen notwendig. Hierbei muß unter Umständen sogar eine Veränderung der Rückführungsverlegung vorgenommen werden. Die Einflüsse anderer, unabhängiger Stromkreise sind überhaupt nicht kompensierbar, da sich die Stromstärken in ihnen jederzeit ändern können. Es besteht daher ein dringendes Bedürfnis nach einem Gleichstrommeßwandler, bei dem diese Fehler schon vom Meßprinzip her ausgeschaltet sind. Ein solcher Meßwandler bildet den Gegenstand der Erfindung.
- Die Erfindung bezieht sich auf ein Strommeßgerät, dessen Wirkungsweise auf der Erfassung der Hallspannung beruht, die an einem stromdurchflossenen Halbleiterkörper unter der Wirkung eines von einem strom-, vorzugsweise gleichstromdurchfiossenen Leiters erzeugten Magnetfeldes auftritt und zur Messung dieses Stromes nutzbar gemacht ist, nach Patent 1 148325. Erfindungsgemäß ist um die Stromschiene ein Kern aus einem Material mit weitgehend linearen Magnetisierungskenninlen mit zwei oder mehreren Luftspalten gelegt, in welchen je ein von einem konstanten Hilfsgleichstrom durchflossener Hallspannungserzeuger, vorzugsweise ein Hallgenerator vom Typ A111 Bv so angeordnet ist, daß die Hallspannungserzeuger von dem Magnetfeld des zu messenden Stromes durchsetzt werden, während an eine Reihenschaltung aller Hallelektroden ein Meßgerät angeschlossen ist, dessen Ausschlag ein Maß für das Linienintegral der Luftspaltfeldstärken und damit für den Meßgleichstrom ist.
- Es sei darauf hingewiesen, daß grundsätzlich auch eine Anordnung möglich ist, bei der die Stromschiene von einem Kern mit nur einem Luftspalt umgeben ist. Es ist dann auch nur ein Hallgenerator erforderlich. Diese an sich bereits bekannte Ausführungsform ist jedoch für den vorliegenden Zweck unvorteilhaft, und zwar aus mehreren Gründen. Zunächst würde in dem luftspaltlosen Schenkel schon bei verhältnismäßig kleinen Strömen infolge der Feldverdrängung Sättigung auftreten, während die Luftspaltfeldstärke erst einen geringen Wert besitzt.
- Man müßte den luftspaltlosen Schenkel dann mit größerem Querschnitt ausführen und erhielte eine unsymmetrische Anordnung. Da ferner zur Vermeidung der Sättigung der Luftspalt bei hohen Strömen sehr groß gemacht werden muß, kommt man zu Luftspaltbreiten, die bereits eine erhebliche Streuung der Feldlinien zulassen. Schließlich macht ein Kern mit nur einem Luftspalt, genau wie die Ringkerne der bisher üblichen Wandler, die Schaffung eines Umgehungsstromweges und die Auftrennung der Stromschiene für die Dauer der Montage erforderlich.
- Alle diese Nachteile werden in Weiterbildung der Erfindung dadurch vermieden, daß der Eisenkern in an sich bekannter Weise aus zwei U-förmigen Teilen besteht, die an jeder beliebigen Stelle der Stromschienen auch nachträglich angebracht werden können. Die Luftspaltbreite wird auf zwei Luftspalte verteilt und damit die Homogenität des Feldes weitgehend erhalten. Die beiden Teile können gleiche Querschnittsfläche haben und ergeben eine völlig symmetrische Anordnung. Um eine Absolutmessung zu ermöglichen, muß allerdings in beiden Luftspalten ein Hallgenerator vorgesehen werden. In Sonderfällen, z. B. bei extrem hohen Gleichströmen, kann man auch mehrere Luftspalte verwenden. Es sind dann entsprechend viele Hallgeneratoren erforderlich.
- In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen F i g. 1 a und 1 b die Schaltungsanordnung, Fig.2 in vereinfachter Darstellung die elektrischen und magnetischen Verhältnisse.
- Nach F i g. 1 a ist in den beiden Luftspalten eines zweiteiligen Kerns 3, 4 je ein Hallgenerator 1, 2 angeordnet. Wie Fig. lb zeigt, wird jeder der beiden Hallgeneratoren von einem konstanten HilfsgleichstromiSl bzw. 1s2 durchflossen und von den Feldlinien des Magnetfeldes des zu messenden Gleichstromes durchsetzt, der z. B. mittels einer Stromschiene 5 durch den Kern geführt wird. Infolge der Einwirkung des Magnetfeldes und der Steuerströme wird in den beiden Hallgeneratoren je eine Hallspannung erzeugt, die in der dargestellten Reihenschaltung der Hallelektroden summiert und einem Gleichstrommeßinstrument zugeführt wird, das beispielsweise an die Klemmen7, 8 angeschlossen ist.
- Die beiden Widerstände 9 und 10 stellen die Grundlast für die Hallgeneratoren dar. Die Anzeige des Instrumentes ist genau proportional der Stärke des zu messenden Gleichstromes, wenn die Hilfsgleichströme konstant gehalten werden und die Linearität der Magnetisierungskennlinie des Kemmaterials und der Funktion »Hallspannung/magnetische Induktiona des Hallgenerators eingehalten wird.
- Hinsichtlich der letzteren Bedingung bestehen keine Schwierigkeiten, da der Halleffekt an sich eine lineare Beziehung darstellt. Für das Kernmaterial wird man vorzugsweise siliziertes Eisenblech verwenden, welches bei der Herstellung eine magnetische Vorzugsrichtung erhalten hat, wie z. B. die unter der Handelsbezeichnung Trancor XXX bzw.
- Oriented M7X bekannte Eisensorte, welche bis zu sehr hohen Induktionen (etwa 17000 Gauß) vernachlässigbare Abweichungen von der Linearität der Magnetisierungskennlinie aufweist. Es empfiehlt sich auch, den Kern in an sich bekannter Weise geschichtet auszuführen.
- In Fig.2 ist die Ausbildung der magnetischen Feldstärke H1, H2 in den beiden Luftspalten dargestellt. Unter Vernachlässigung des Eisenweges ist das Linienintegral q> Hds H1 1 £ H2 <2 ein genaues Maß für die Stromstärke in der Schiene 5, unabhängig von den Luftspaltbreiten b du. Streufelder beliebiger Art gehen nicht in die Messung ein. Die Rückführungsschiene 6 kann beliebig verlegt werden.
- Die Gleichstrommeßeinrichtung gemäß der Erfindung eignet sich insbesondere für Messungen in Elektrolyseanlagen auf Grund ihrer hohen Meßgenauigkeit. Es wurden Fehlergrenzen von weniger als tor 0,1 O/o erreicht, wobei die Genauigkeit praktisch nur davon abhängt, wie genau die beiden Hilfsgleichströme s 1 und i, o konstant gehalten werden können.
- Hierzu wird vorzugsweise eine Regeleinrichtung verwendet. die die Hilfsstromstärke dauernd mit einem Normal vergleicht. Je nach der Wirkungsweise dieser an sich bekannten Regelung kann als Normal eine Stabilisierungsröhre, ein Permanentmagnet, ein Normalelement od. ä. dienen. Bei Anwendung einer solchen Regelung ist der Meßwandler mit besonderem Vorteil auch für die Amperestundenzählung von hohen Gleichströmen anwendbar. Die Meßleistung ist in allen Fällen in erster Linie von der Stärke der Hilfsgleichströme abhängig.
Claims (5)
- Patentansprüche: 1. Strommeßgerät, das auf der Erfassung der Hallspannung beruht, die an einem stromdurchflossenen Halbleiterkörper unter der Wirkung eines von einem strom-, vorzugsweise gleichstromdurchflossenen Leiters erzeugten Magnetfeldes auftritt und zur Messung dieses Stromes nutzbar gemacht ist, nach Patent 1148 325, d adurch gekennzeichnet, daß um die Stromschiene ein Kern aus einem Material mit weitgehend linearen Magnetisierungskennlinien mit zwei oder mehreren Luftspalten gelegt ist, in welchen je ein von einem konstanten Hilfsgleichstrom durchflossener Hallspannungserzeuger, vorzugsweise ein Hallgenerator vom Typ A111 Bv so angeordnet ist, daß die Hallspannungserzeuger von dem Magnetfeld des zu messenden Stromes durchsetzt werden, während an eine Reihenschaltung aller Hallelektroden ein Meßgerät ange schlossen ist, dessen Ausschlag ein Maß für das Linienintegral der Luftspaltfeldstärken und damit für den Meßgleichstrom ist.
- 2. Strommeßgerät nach Anspruch 1 mit zwei Luftspalten, gekennzeichnet durch einen Kern, der in an sich bekannter Weise aus zwei U-förmigen gleichen Teilen aufgebaut ist.
- 3. Strommeßgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Kernmaterial mit weitgehend linearer Magnetisierungskennlinie kaltgewalztes siliziertes Eisenblech verwendet ist.
- 4. Strommeßgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern in an sich bekannter Weise geschichtet ausgeführt ist.
- 5. Strommeßgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Regeleinrichtung zur Konstanthaltung der Hilfsgleichströme.In Betracht gezogene Druckschriften: Zeitschrift Proc. IEE, Bd. 102, (1955), S. 179 bis 185.
Priority Applications (1)
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DE1170537B true DE1170537B (de) | 1964-05-21 |
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Family Applications (1)
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DE (1) | DE1170537B (de) |
Cited By (2)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
EP0772046A3 (de) * | 1995-10-30 | 1998-02-18 | Sentron Ag | Magnetfeldsensor und Strom- und/oder Energiesensor |
EP2116855A3 (de) * | 2008-04-17 | 2013-12-25 | Adaptive Regelsysteme Gesellschaft mbH | Strommesseinrichtung und Verfahren zur galvanisch getrennten Messung von Strömen |
-
1955
- 1955-07-14 DE DES44741A patent/DE1170537B/de active Pending
Non-Patent Citations (1)
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EP0772046A3 (de) * | 1995-10-30 | 1998-02-18 | Sentron Ag | Magnetfeldsensor und Strom- und/oder Energiesensor |
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