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Zeilentransformator für Fernsehempfänger mit Transistoren für Batteriebetrieb
Bei batteriebetriebenen, transistorisierten Fernsehempfängern ist es im Hinblick
auf eine möglichst lange Betriebsdauer der Batterie erforderlich, den Leistungsbedarf
der Zeilenendstufe so weit wie möglich zu senken. Da in Leistungstransistoren wegen
der Beschränkung in der anwendbaren Spannung ein relativ starker Strom fließt, muß
man die Verluste in der Primärwicklung des Zeilentransformators durch Verwendung
eines entsprechend dicken Drahtes oder durch Parallelschaltung mehrerer Drähte,
mit denen gleichzeitig gewickelt wird, gering halten.
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Die Erfindung zeigt, wie man die Verluste noch weiter herabsetzen
kann. Erfindungsgemäß sind im Niederspannungswickel Wicklungsdaten angewendet, welche
die Streuung zwischen der Primärwicklung und der die Ablenkspule speisenden Sekundärwicklung,
zwischen denen eine wesentliche Aufwärtsübersetzung (z. B. 1 : 6) stattfindet, wesentlich
vermindern.
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Auf diese Weise wird die Streuinduktivität des Niederspannungswickels
herabgesetzt, so daß die Verluste in dieser Streuinduktivität entsprechend kleiner
sind. Bei Zeilentransformatoren von Röhrenempfängern würden besondere Mittel zur
wesentlichen Herabsetzung der Streuung keinen großen Vorteil bringen, weil sich
bereits mit einer normalen Wicklung die Streuung genügend klein halten läßt. In
Zeilentransformatoren von Transistorempfängern muß man dagegen für die Primärwicklung
einen so dicken und deshalb sperrigen Draht verwenden, daß die Primärwicklung einen
größeren Raumbedarf hat und deshalb die Kopplung mit der Sekundärwicklung schlechter
ist. Bei Versuchen ergab sich, daß bei Anwendung der Erfindung und gleichbleibender
Betriebsspannung der Kollektorgleichstrom in der Primärwicklung für die gleiche
Ablenkleistung von 900 auf 600 mA herabgesetzt werden konnte.
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Durch die Verkleinerung der Streuinduktivität des Niederspannungswickels
ergibt sich zusätzlich noch der Vorteil, daß die sogenannten langwelligen Partialschwingungen
im Ablenkstrom, die vom Hochspannungswickel herrühren und sich im Bild störend bemerkbar
machen, verringert werden. Dies kommt daher, daß die Partialschwingungen in den
Ablenkstromkreis dadurch gelangen, daß vom Hochspannungswickel her an der Streuinduktivität
des Niederspannungswickels eine Partialschwingungsspannung erzeugt wird, die einen
entsprechenden Anteil im Ablenkstrom erzeugt. Der Vorteil der Herabsetzung des Partialschwingungsstromes
ist besonders in einem transistorisierten Fernsehempfänger wichtig, weil sich der
Hochspannungswickel nicht so leicht wie bei einem Röhrenempfänger so bemessen läßt,
daß die Partialschwingungen schon im Hochspannungswickel unterdrückt werden. Man
arbeitet nämlich zur Herabsetzung der Verluste mit kleineren Induktionen im Kern,
was höhere Windungszahlen und damit eine größere Streuinduktivität des Hochspannungswickels
zur Folge hat. Für die gleiche Frequenzlage wäre also eine kleinere Eigenkapazität
erforderlich, z. B. 3,5 statt 8 pF.
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Ein gemäß der Erfindung anwendbares Mittel besteht z. B. im folgenden
Wicklungsaufbau. Die beiden erwähnten Wicklungen werden gleichzeitig aus mehreren
voneinander isolierten, z. B. miteinander verdrillten Drähten gewickelt. Davon bildet
z. B. ein Draht die Primärwicklung, und die anderen Drähte werden untereinander
in Reihe geschaltet und bilden die Sekundärwicklung zur Speisung der Ablenkspule.
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Ein anderes, bezüglich der Herstellung der Wicklungen einfacheres
Mittel besteht im folgenden. Mindestens eine der beiden, die Transformierung zur
Ablenkspule bewirkenden Wicklungen des (z. B. in Lagenwicklung hergestellten) Niederspannungswickels
des Zeilentransformators werden in mindestens zwei parallel geschaltete Teilwicklungen
gleicher oder annähernd gleicher Windungszahl aufgeteilt, zwischen denen die andere
Wicklung ganz oder teilweise angeordnet ist. Ein drittes Mittel ist am Ende der
Beschreibung angegeben.
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Die oben als zweites Beispiel beschriebene streuarme Wicklungsart
mit parallel geschalteten Teilwicklungen ist an sich bekannt, nämlich bei Niederfrequenztransformatoren
(deutsche Patentschrift 575 183). Dort bezweckt die Herabsetzung des Streufaktors
eine Vergrößerung des übertragenen Frequenzbereiches. Dies gibt aber keine Anregung
dazu, durch Herabsetzung der Streuung bei einem Zeilentransformator
mit
Aufwärtsübersetzung den Leistungsbedarf herabzusetzen und damit die Betriebsdauer
der Batterie zu erhöhen und gleichzeitig die Partialschwingungen zu verringern.
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Es ist bei einem Fernsehempfänger mit Röhren, bei dem zwischen der
Primärwicklung des Zeilentransformators und der die Ablenkspule speisenden Sekundärwicklung
eine Abwärtsübersetzung stattfindet, bekannt (USA.-Patentschrift 2678413),
die obenerwähnten Partialschwingungen in der Sekundärspule und damit auch in der
Ablenkspule dadurch zu unterdrücken, daß die Ablenkspule an ganz bestimmte Punkte
der Primärwicklung angeschlossen wird, zwischen denen keine Partialschwingungsspannung
auftritt. Diese Punkte liegen im mittleren Teil der Primärwicklung. Eine solche
Schaltung könnte offenbar nicht angewendet werden, wenn eine Aufwärtsübersetzung
zur Ablenkspule hin stattfindet. Bei Verwendung einer getrennten Sekundärwicklung
wird diese zwischen bestimmten, sehr ungleichen Teilen der Primärwicklung angeordnet.
Deshalb wird hierdurch die Streuung kaum vermindert. Dies würde auch im Falle einer
Aufwärtsübersetzung zutreffen, weil das Verhältnis der beiden Teile zueinander auch
bei einer Aufwärtsübersetzung bestehenbleiben würde.
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Man könnte daran denken, die Streuinduktivität durch Verwendung eines
Übersetzungsverhältnisses 1:1 herabzusetzen, jedoch wäre dies im Gegensatz zur Erfindung
ungünstig, weil dann sehr hohe Ströme in der Ablenkspule und ihren Zuleitungen fließen
würden und die Kapazität des zur Tangensentzerrung dienenden Kondensators im Ablenkstromkreis
sehr groß (wesentlich größer als 0,2 J, deshalb teurer Kondensator) sein oder sogar
fortfallen müßte.
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Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. Der Zeilentransformator
besteht in bekannter Weise aus einem Ferritkern K, auf dessen unterem Schenkel sich
der Niederspannungswickel und auf dem oberen Schenkel der Hochspannungswickel H
befindet. Der Niederspannungswickel besteht hauptsächlich aus der mit dem Kollektor
der Zeilenendstufe verbundenen Primärwicklung und der die Ablenkspule speisenden
Sekundärwicklung S. Die zusätzlich meist vorhandenen Hilfswicklungen sind nicht
dargestellt. In diesem Beispiel besteht erfindungsgemäß die Primärwicklung aus zwei
parallel geschalteten Teilwicklungen P1 und P., zwischen denen sich die Sekundärwicklung
S befindet. Hierdurch wird in an sich bekannter Weise die Streuung zwischen den
beiden Wicklungen wesentlich vermindert. Diese Aufteilung ist auf der Primärseite
vorteilhaft, weil in der Zeilenendstufe eines Transistorempfängers ein so starker
Strom fließt, daß es zur Erzielung eines ausreichenden Drahtquerschnittes ohnehin
günstig ist, zwei oder mehr Drähte parallel zu schalten. Zwischen der Primär- und
Sekundärwicklung findet eine Herauftransformierung z. B. von 100 auf 600 V", statt.
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Wie gesagt, kann auch eine Reihenschaltung der Teilwicklungen in der
Weise angewendet werden, daß die Primärwicklung zwischen die beiden Teile der Sekundärwicklung
gelegt wird. Die die Ablenkspule speisende Sekundärwicklung ist nämlich bekanntlich
ohnehin im allgemeinen in der Mitte angezapft und dort geerdet, damit infolge der
Symmetrie des Ablenkspulenkreises die Ausstrahlung von Störspannungen vermieden
wird.