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Planungsgerät Die Erfindung betrifft ein Planungsgerät zur Vorbereitung,
Einordnung und Darstellung mehrerer Arbeitsabläufe im Rahmen der zur Verfügung stehenden
Produktionsmittel, wobei in einem Koordinatensystem an der einen Koordinate die
Produktionsmittel aufgetragen sind und auf der anderen Koordinate deren zeitliche
Besetzung.
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Auf dem zweiachsigen Koordinatensystem aufbauende Planungsgeräte zur
optischen Darstellung der Arbeitsplatz- oder Maschinenbesetzung, zur Darstellung
eines Arbeitsfortschrittes, zur Auftragsüberwachung, zur Lagerüberwachung, zur Darstellung
der Verkaufserfolge u. dgl. sind bekannt. Sie bestehen grundsätzlich aus einem Darstellungsträger,
z. B. einer Tafel in all ihren Abwandlungen als Wand-, Stand-, Schiebeschrank oder
Schwenktafel, und aus den Darstellungselementen, wie Einsteckmarken, Einsteckstiften
zur Punktdarstellung und Einsteckstreifen, ausziehbaren Schnüren zur Strichdarstellung.
Diese Elemente sind farbig, beschriftbar, manchmal auch durchscheinend, die Streifen
gegebenenfalls übereinander verschiebbar und werden zur weiteren Aussage auch noch
mit Signalmarken versehen.
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Die Tafeln setzen sich aus staffelförmig angeordneten Sichtkarteitaschen,
aus einzelnen Schienen u. dgl. zusammen oder sind als Lochtafeln auch durchgehend
gelocht.
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Daneben sind ebenfalls zur graphischen Darstellung von Werkstattbelastung
und Betriebsmittelausnutzung Geräte bekanntgeworden, wonach zur Verringerung der
Anzahl der Übersichtsblätter und zur Vermeidung der Übertragung von Werten von einem
Arbeitsblatt auf das andere ein längeres Band mit Gitternetzeinteilung verwendet
wurde, das auf Rollen aufgewickelt in einem Kasten über eine Schreibplatte und über
die Schreibplatte in beiden Richtungen der Gitternetzteilung ein mit einem Zeitmaßstab
versehenes Lineal geführt werden konnte.
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Außerdem hat man Arbeitskarten als Zeitmarken in Tafeln auf im Zeitmaß
bewegte Bänder aufgesteckt, um so den Ablauf der Fertigungsaufträge zu überwachen.
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Während die einen Geräte nur zur Darstellung eines Zustandes, zur
Darstellung der eingeordneten, voneinander unabhängigen Arbeitsgänge dienen und
in erster Linie nur Schaubild sind, dienen die anderen, um den zeitlichen Ablauf
der Arbeitsgänge zu überwachen und zu zeigen, wie weit die Aufträge bearbeitet sind.
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Der Erfindungsgegenstand hingegen soll in erster Linie zur Einordnung
der verschiedenen, teils in zeitlicher Aufeinanderfolge bestimmter, teils voneinander
unabhängiger Arbeitsgänge in bezug auf die Produktionsmittel dienen. In einem mechanischen
Verfahren führt er zu der günstigsten Einordnung der Arbeitsgänge, zur Lösung der
Aufgabe. Die bekannten Einrichtungen setzen die gedanklich gefundene Lösung voraus,
dienen zu ihrer Darstellung, aber nicht zu ihrem Auffinden. Mit dem Erfindungsgegenstand
bereitet es keinerlei Schwierigkeiten, notwendige Änderungen in den Fertigungsablauf
einzufügen. Das gilt insbesondere für die Einordnung voneinander abhängiger Arbeitsgänge
zu einer möglichst geschlossenen Arbeitsplatz- und Maschinenbesetzung.
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Nach der Erfindung wird zur Vorbereitung, Einordnung und Darstellung
mehrerer Arbeitsgänge mittels eines Erzeugnislaufplanes und eines Durchlaufplanes
ein Planungsgerät vorgeschlagen, bei dem erfindungsgemäß der Erzeugnislaufplan und
der Durchlaufplan auf durchscheinendes Papier aufgetragen sind, der Erzeugnislaufplan
gegen eine von rückwärts durchleuchtete Platte geheftet ist und der Durchlaufplan
in einen in bestimmter Zuordnung zum Erzeugnislaufplan verschiebbaren Rahmen eingesetzt
ist.
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Sowohl der Erzeugnislaufplan als auch der allgemeine Durchlaufplan
sind dabei nach dem Strich-oder Streifensystem aufgebaut, bei dem die Längeneinheit
einer bestimmten Zeit entspricht. Der Soll-Durchlauf auf dem Erzeugnislaufplan gibt
in seiner zeitlichen Staffelung sowohl die frühestmögliche Weiterbearbeitung der
einzelnen Teile und Teilerzeugnisse des Erzeugnisses an als auch dessen kürzeste
Fertigstellungsdauer; er zeigt die zeitlich gebundene Zuordnung der Arbeitsgänge
zueinander. Wird der allgemeine Durchlaufplan mit dem Erzeugnislaufplan mit der
Produktionsmittel-Koordinate in Deckung gebracht und dann in Richtung der Zeit-Koordinate
verschoben, so wird nacheinander die frühestmögliche Einordnung jedes Arbeitsganges
für das Erzeugnis in den allgemeinen Durchlaufplan
ersichtlich
und damit der früheste Termin für die Fertigstellung ohne Störung des bereits geplanten
allgemeinen Durchlaufes. Liegt dieser Termin für die Fertigstellung des neu einzuplanenden
Erzeugnisses zu spät, ist andererseits aus dem allgemeinen Durchlaufplan zu ersehen,
welche anderen Erzeugnisse betroffen würden und um welche Dauer sich deren Fertigstellung
verzögerte.
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In der Zeichnung ist ein Beispiel des erfindungsgemäßen Gerätes im
Prinzip dargestellt.
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F i g. 1 und 2 zeigen den Gesamtaufbau des Gerätes in einer Vorderansicht
und in einem Seitenschnitt, F i g. 3 einen Erzeugnislaufplan mit dem Soll-Durchlauf
und F i g. 4 einen allgemeinen Durchlaufplan mit dem eingefügten Ist-Durchlauf gemäß
F i g. 3.
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Nach F i g. 1 und 2 ist das Gerät als Pult aufgebaut. In die Pultplatte
1 ist die durchscheinende Platte 2 eingelegt, die durch die in das Pult eingebauten
Leuchtkörper 3 durchleuchtet wird. Über die durchscheinende Platte 2 ist mit den
Haltestiften 5 der durchsichtige Erzeugnisplan 4 mit dem Soll-Durchlauf nach
F i g. 3 gespannt. Der ebenfalls durchsichtige allgemeine Durchlaufplan 10 nach
F i g. 1 ist in den auf der Pultplatte 1 verschiebbaren Rahmen 6 so eingespannt,
daß sich die Koordinaten der Produktionsmittel der beiden Laufpläne decken.
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Zum leichten Einspannen des allgemeinen Durchlaufplanes in den Rahmen
6 ist vorteilhafterweise am rechten Rahmenende eine Klemmleiste 7 mit den zur Fixierung
zusätzlichen Haltestiften 8 angeordnet. Am linken Rahmenende dagegen sind in den
Ecken leicht federnd, z. B. mit einem Gummiband, als Spannlaschen die Klammern 9
aufgehängt, die an den Ecken des Durchlaufplanes angeklemmt werden. Dadurch ist
auf einfache Weise der Durchlaufplan 10
im Verschieberahmen 6 verzerrungsfrei
und faltenfrei eingespannt.
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Im Erzeugnislaufplan 4 nach F i g. 3 sind im rechtwinkligen Koordinatensystem
als Ordinate die Produktionsmittel a, b, c ... aufgetragen und als Abszisse
die Zeit in Arbeitstagen. In das Koordinatensystem sind die Arbeitsabläufe als Streifen
eingetragen. Die fortschreitende Fertigstellung des Erzeugnisses bedingt eine zeitgebundene
Aufeinanderfolge des gesamten Arbeitsablaufes, weil die Weiterbearbeitung des einen
Teiles nur nacheinander und die Montage der Teile zum Teilerzeugnis und dessen Weiterbearbeitung
erst nach Fertigstellung der Einzelteile vorgenommen werden kann. Durch Beschriftung
oder andere Kennzeichnung lassen die Streifen die Einzelteile und Teilerzeugnisse
erkennen.
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Im allgemeinen Durchlaufplan 10 nach F i g. 4, dessen Ordinate und
dessen Zeitmaßstab der Abszisse die gleichen sind wie beim Erzeugnislaufplan
4
nach F i g. 3, sind vier Erzeugnislaufpläne eingeordnet, darunter der Erzeugnislaufplan
4 mit ausgefüllten Streifen. Zweckmäßigerweise werden hier an Stelle der fortlaufenden
Arbeitstage die Tage des Monats eingetragen. Bei der Einordnung des Erzeugnislaufplanes
in den allgemeinen Laufplan durch Indeckungbringen der Laufpläne mit dem bestimmten
zeitlichen Einsatz am 4. Monatstag ergibt sich, daß das Produktionsmittel »n« am
10. Monatstag = dem 6. Arbeitstag nach dem Soll-Durchlauf bereits besetzt ist. Durch
Verschiebung des allgemeinen Durchlaufplanes ergibt sich die Weiterbearbeitung am
darauffolgenden Tag, so daß eine Verzögerung der Fertigstellung um einen Tag eintritt,
da für den weiteren Arbeitsablauf keine Überdeckung mehr erfolgt, wenn mit dem letzten
Arbeitsgang, z. B. der Montage, bereits einen halben Tag früher begonnen wird, ehe
die vorletzten Arbeitsgänge, die gleichzeitig an zwei verschiedenen Teilen vorgenommen
werden, beendet sind. Ohne Überschneidung der letzten Arbeitsgänge um einen halben
Tag würde sich eine Verzögerung um zwei weitere Arbeitstage ergeben.
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Die Unterscheidung der Erzeugnisse im allgemeinen Durchlaufplan kann
durch verschiedene Schraffur der Streifen, wie nach F i g. 4, oder durch Farben
oder durch sonstige Unterscheidungsmerkmale erfolgen.