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DE1145732B - Bariumtitanborat enthaltende Pigmente und Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents

Bariumtitanborat enthaltende Pigmente und Verfahren zu deren Herstellung

Info

Publication number
DE1145732B
DE1145732B DEB63431A DEB0063431A DE1145732B DE 1145732 B DE1145732 B DE 1145732B DE B63431 A DEB63431 A DE B63431A DE B0063431 A DEB0063431 A DE B0063431A DE 1145732 B DE1145732 B DE 1145732B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
barium
borate
titanium
titanium dioxide
metaborate
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEB63431A
Other languages
English (en)
Inventor
Stanley Joseph Buckman
John Dominic Pera
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Buckman Laboratories Inc
Original Assignee
Buckman Laboratories Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Buckman Laboratories Inc filed Critical Buckman Laboratories Inc
Publication of DE1145732B publication Critical patent/DE1145732B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09CTREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK  ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
    • C09C1/00Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
    • C09C1/0081Composite particulate pigments or fillers, i.e. containing at least two solid phases, except those consisting of coated particles of one compound
    • C09C1/0084Composite particulate pigments or fillers, i.e. containing at least two solid phases, except those consisting of coated particles of one compound containing titanium dioxide

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Composite Materials (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Compounds Of Heavy Metals (AREA)

Description

  • Bariumtitanborat enthaltende Pigmente und Verfahren zu deren Herstellung Die vorliegende Erfindung besteht darin., daß ein Pigment Bariumtitanborat enthält oder vorwiegend aus solchem Bariumtitanborat besteht. Diese Pigmente haben eine größere Widerstandsfähigkeit gegen das Auslaugen durch Wasser und einen höheren Brechungsindex als die bisher bekannten Bariumboratpigmente, wie Bariummetaborat und mit Kieselsäure überzogene Bariummetaboratpigmente. Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung solcher Pigmente.
  • Werden Bariumborate, und insbesondere Bariummetaborat, in Form von Pigmenten zu Farbträgern gegeben, so erhält man Farben, deren Filme sich durch ein erhöhtes Widerstandsvermögen gegen Zersetzung oder Abbau zufolge Wachstum und Vermehrung von Mikroorganismen und damit verbundener Schmutzansammlung auszeichnen. Titandioxyd oder andere Pigmente enthaltende Ölfarben, deren Filme normalerweise einer Verkalkung unterliegen, indem sich loses entfernbares Pulver auf oder unmittelbar der Filmoberfläche bildet, werden gegen solche Verkalkungserscheinungen widerstandsfähiger, wenn die Farbe ein Bariumboratpigment enthält. Die Anwendung von Bariumboraten, einschließlich Bariumborosilikat, und die durch die Anwesenheit solcher Pigmente in Farben erzielten Vorteile sind in der USA.-Patentschrift 2 818 344 beschrieben.
  • Bei der Verwendung in Wasseremulsionsfarben zeigen Bariumborate die Tendenz, größere, kristalline, hydratisierte Teilchen zu bilden, und sie sind in den wäßrigen Phasen solcher Emulsionsfarben löslicher als in trocknenden ölen oder anderen organischen Trägern oder Lösungsmitteln. Durch Überziehen von Bariummetaboratteilchen mit hydratisiertem amorphem Siliziumdioxyd können Pigmentteilchen erhalten werden, die durch Wasser weniger ausgelaugt werden als Bariummetaboratteilchen.
  • Solche mit Kieselsäure überzogene Bariummetaboratpigmente besitzen in Farbfilmen im wesentlichen die gleiche erwünschte fungitoxische Wirksamkeit wie nicht überzogene Bariummetaboratpigmente.Die Löslichkeit von Bariummetaborat in Wasser beträgt bei 20° C etwa 0,7 g je 100 em3, während die Gesamtmenge an Feststoffen, die aus Bariummetaboratpigmenten, die mit Kieselsäure überzogen sind, unter Bildung einer gesättigten Lösung durch Wasser extrahierbar oder auslaugbar sind, nicht mehr als 0,3 g je 100 cm3 Wasser beträgt. Wenn man das reine erfindungsgemäße Bariumtitanborat mit Wasser auslaugt, werden in den Extrakten etwa 0,005 g je 100 cm3 gelöste Substanzen (als Bariumoxyd und Bortrioxyd bestimmt) gefunden. Unter »Auslaugen« ist hier lediglich die Entfernung von Komponenten aus einer Mischung oder aus einer Verbindung durch Perkolation oder Extraktion zu verstehen.
  • Das erfindungsgemäße Pigment setzt, wenn es in einem getrockneten Farbfilm enthalten ist, langsamer Barium- und Borationen in Freiheit ass nicht überzogenes oder mit Kieselsäure überzogenes Bariummetaborat und wird daher auch aus Farbfilmen durch Regen oder Wasser weniger auslaugt. Auch werden damit hergestellte Farbfilme durch Schimmelpilze und damit verbundene Schmutzansammlung weniger schnell zersetzt als Filme aus Farben, die mit nicht überzogenen oder mit Kieselsäure überzogenen Bariummetaboratpigmenten konserviert sind. Das Pigment weist die erwünschten Eigenschaften der Bariumborate auf, ist jedoch für die Verwendung in wäßrigen Emulsionsfarben und in wäßrigen Präparaten zum Überziehen von Papier, Textilien und ähnlichen Materialien besser geeignet ist als diese.
  • Grundlage der vorliegenden Erfindung ist die Tatsache, daß Bariummetaborat mit Titandioxyd eine kristalline Verbindung bildet, die durch Wasser viel weniger leicht ausgelaugt wird als Bariummetaborat, Bariumborosilikat oder mit Kieselsäure überzogenes Bariummetaborat, jedoch nicht so unlöslich und inert wie Bariumsulfat ist. Pigmente, die aus dieser Verbindung bestehen oder sie enthalten, können als Konservierungsmittel in Farben und wäßrigem Präparaten zum überziehen der obenerwähnten Materialien und für andere Zwecke, für die die löslächeren Bariumborate weniger geeignet sind, verwendet werden.
  • Die als Bariumtitanborat bezeichnete kristalline Verbindung entspricht der empirischen Formel Ba0 - Ti02' B2O3, die einer Zusammensetzung von 50,63,1/9 Bariumoxyd (Ba0), 26,38'% Titandioxyd (TiO2) und 22,99"/o Bortnoxyd (B203) entspricht. Während des Auslaugens scheint die Verbindung langsam zu hydrolysieren, wobei Barium- und Borationen frei werden. Insgesamt können aus dieser Verbindung durch Wasser bei 251 C etwa 0,005 g je 100 em3 Barium-und Borbestandteile (als BaO und B203 bestimmt) ausgelaugt werden. Dies ist nur wenig mehr, als der Löslichkeit von Bariumcarbonat in Wasser beä dieser Temperatur entspricht.
  • Der Schmelzpunkt von Bariumtitanborat beträgt 1008 ± 5° C und sein Brechungsindex zwischen 1,94 und 1,96 [mikroskopisch bestimmt mit Hilfe von Flüssigkeiten mit bestimmten Brechungsindex (Becke-Test)]. Der Brechungsindex ist somit größer als jener von Bariummetaborat (1,54 bis 1,56). Die Dichte beträgt etwa 4,28 g/cm3.
  • Bei der Herstellung von Bariumtitanborat und anderen erfindungsgemäßen Produkten werden die Anteile der Reaktionspartner so gewählt, daß Produkte erhalten werden, die praktisch ausschließlich aus Bariumtitanborat bestehen oder Bariummetaborat und Bariumtitanborat in einem vorher festgelegten Mengenverhältnis enthalten.
  • Obgleich es möglich ist, Präparate herzustellen, die größere Mengen Titandioxyd als die stöchiometrisch für Bariumtitanborat erforderliche Menge enthalten (26,38'%), scheint das überschüssige Titandioxyd in solchen Präparaten nicht gebunden zu sein. Es beeinflußt jedenfalls die Auslaugbarkeit des erhaltenen Produktes, die im wesentlichen gleich ist wie die von Bariumtitanborat, nicht. Derartige Produkte, die geringere Mengen als die stöchiometrische Menge auslaugbarer Barium- und Borverbindungen enthalten, sind jedoch in Farbfilznen nicht so lange wirksam wie Bariumtitanborat.
  • Es ist auch möglich, Präparate herzustellen, deren Gehalt an Bariumoxyd und Bortrioxyd mit dem durch Bariummetaborat gegebenen äquimolekularen Verhältnis nicht übereinstimmt. Obwohl anzunehmen ist, daß solche Zusammensetzungen geringe Mengen Bariumtitanborat enthalten, kann die Natur der anderen Bestandteile und ihre Auslaugbarkeit nicht vorhergesagt oder beeinflußt werden, wie dies bei den erfindungsgemäßen Produkten der Fall ist.
  • Die erfindungsgemäßen Produkte bestehen daher im wesentlichen aus der als Bariumtitanborat bezeichneten Verbindung oder aus Mischungen dieser Verbindung mit Bariummetaborat. Solche Produkte können kleinere oder größere Mengen nicht umgesetzter Ausgangsstoffe, einschließlich Bariumboraten (außer Bariummetaborat), sowie Verunreinigungen oder Spuren von Verunreinigungen, die aus den Ausgangsverbindungen stammen, enthalten. Die Verunreinigungen beeinflussen die Farbe und die Auslaugbarkeit von Barium- und Borationen aus dem Bariumtitanborat stärker als andere physikalische und chemische Eigenschaften. Der Titandioxydgehalt der erfindungsgemäßen Produkte ist nicht größer als etwa 26,4 Gewichtsprozent. Produkte mit weniger Titandioxyd enthalten auch Bariummetaborat, da das Mengenverhältnis der zur Herstellung von Bariumtitanborat erforderlichen Barium- und torhaltigen Komponenten das gleiche ist wie jenes, das stöchiometrisch für die Herstellung von Bariummetaborat erforderlich ist.
  • Bariumtitanborat und Pigmente aus Mischungen von Bariumtitanborat und Bariummetaborat können bequem folgendermaßen hergestellt werden: Mischungen von Titandioxyd und Bariummetaborat oder Mischungen aus Titandioxyd und Substanzen, aus denen Bariummetaborat entsteht, wie Bariumhyd'roxyd, Bariumsulfid und Bariumcerbonat als Quelle des Bariumoxyds und Borsäure als Qualle des Bortrioxyds, werden direkt auf Temperaturen oberhalb etwa 700° C erhitzt. Sie können auch durch Erhitzen von Mischungen aus Bariumtitanat und Bortrioxyd oder Bortrioxyd liefernden Substanzen, wie Borsäure, hergestellt werden.
  • Bei solchen Verfahren hängen die Eigenschaften der Produkte von den stöchiometrischen Mengen der verwendeten Reaktionspartner, der Temperatur und der Dauer des Erhitzens ab. Im allgemeinen sind Temperaturen zwischen 700 und 1300° C und Erhitzungszeiten von etwa 10 Minuten bis etwa 24 Stunden günstig. Da die Eigenschaften de Produkte bei. längeren Erhitzungszeiten praktisch unverändert bleiben, stellt die angegebene Maximalzeit von 24 Stunden keine unüberschreitbare Grenze dar.
  • Ein bevorzugtes Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Produkte und Verbindungen besteht im Erhitzen einer Gemisches von wasseshaltigam Titandioxyd und gefällten Bariummetaborat. Gefälltes Bariummetaborat kann durch Umsetzung von Bariumsulfid- oder -hydroxydlösungen mit Natriumtetraboratlösungen bequem hergestellt werden. Wasserhaltiges Titandioxyd ist leicht durch Hydrolyse von Titantetrachlorid oder -sulfat herstellbar.
  • Beim Erhitzen. eines Gemisches von Bariummetaboratpartikein. und wasserhaltigen Titaudioxydtpartikeln wird allmählich Wasser ausgetrieben, und bei etwa 700° C beginnen die Teilchen zu sintern und gehen in eine zusammenhängende feste Masse über, ohne völlig zu schmelzen oder zusammenzuschmelzen. Der Ausdruck »Sintern« wird zum Unterschied vom Schmelzen oder Kalzinieren verwendet. Unter letzte= rem versteht man ein Erhitzungsverfahren, bei dem größere Partikeln bröcklig und zu kleineren Partikeln abgebaut werden.
  • Mischungen von Bariummetaborat und Titandioxyd, die auf diese Weise gesintert wurden, enthalten wesentliche Mengen des oder bestehen vollständig aus dem erfindungsgemäßen Bariumtitanborat, je nach der Größe der einzelnen Teilchen, der Temperatur und der Dauer des Erhitzens. Bei über 900° C werden solche Massen nach und nach zusammenhängender und schmelzen bei etwa 1008° C zu einer klaren Flüssigkeit. Obwohl die Erhitzungstemperatur in der Praxis auf etwa 1300° C erhöht werden kann, wodurch das nachfolgende Pulvern oder Mahlen erleichtert wird, braucht die Masse normalerweise nicht zum vollständigem Schmelzen gebracht zu werden. Die durch Sintern oder Schmelzen erhaltenen Produkte werden zerkleinert, um Teilchen zu erhalten, die für Farben und andere Präparate verwendbar sind. An Stelle der reaktiveren wasserhaltigen Produkte, die durch Hydrolyse von Titantetrachlorid oder -sulfalt erhalten werden, kann auch Titandioxyd anderer Herkunft, einschließlich der handelsüblichen Anatas-Titandioxydpigmente, Rutil-Titandioxydpigmente und Titandioxyderze, verwendet werden.
  • An Stelle von Bariumcarbonat oder -hydroxyd kann auch Bariumsu'lfid verwendet werden. Es kann direkt mit Borsäure und Titandioxyd verschmolzen werden, wobei Bariumtitanborat und andere erfindungsgemäße Produkte, wie im Beispiel 4 beschrieben, erhalten werden. Während des Erhitzens solcher Mischungen werden Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxyd frei.
  • Die Eigenschaften der nach irgendeinem der erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Produkte hängen von der Reinheit der Ausgangsmaterialien und von einer eventuellen nachfolgenden Reinigung der Produkte ab.
  • Beispiel 1 Herstellung von Bariumtitanborat aus Bariumcarbonat, Titandioxyd und Borsäure durch Schmelzen a) Herstellung von wasserhaltigem Titandioxyd Das wasserhaltige Titandioxyd, das in diesem und in den folgenden Beispielen verwendet wurde, wurde wie folgt hergestellt: Technisches Titantetrachlorid (TiC14) wurde tropfenweise zu einer gewogenen Menge zerkleinertem Eis in einem in ein Eisbad eingetauchten Becherglas zugefügt. Es wurde so viel Titantetrachlorid zugegeben, daß eine etwa 10 Gewichtsprozent Titandioxyd äquivalente Menge vorhanden war. Unter Rühren wurde dann wäßriges Ammoniumhydroxyd (28-%ige NH3 Lösung) zugefügt, bis keine weitere Fällung eintrat, wobei die Temperatur auf 10 bis 20° C gehalten wurde. Das ausgefällte wasserhaltige Titandioxyd wurde dann abfiltriert und einige Male mit Wasser gewaschen, bis das Waschwasser praktisch frei von Ammonium- und Chlorionen war. Vor der Verwendung wurde eine Probe dieses wasserhaltigen Titandioxyds geglüht, um seinen Ti02 Gehalt zu bestimmen.
  • b) Vermischen und Schmelzen Stöchiometrische Mengen von reagenzienreinem Bariumcarbonat (BaC03, Molekulargewicht 197,4), Borsäure (2 Mol H3B03, Molekulargewicht 61,84) und wasserhaltigem Titandioxyd (Ti0z, Molekulargewicht 79,90), das wie oben beschrieben hergestellt wurde, wurden durch Vermahlen in einem Mörser mit Pistill vermischt und in einen Platintiegel gegeben. Die Mischung wurde dann in einem geschlossenen Muffelofen zum Schmelzen erhitzt und etwa 1 Stunde lang oberhalb der Schmelztemperatur (etwa 1100° C) gehalten. Während des Erhitzens wurde der Inhalt des Tiegels von Zeit zu Zeit bewegt, um die gelbe geschmolzene Masse zu verteilen. Während des Erhitzens wurden Wasser und Kohlendioxyd ausgetrieben. Die Masse wurde langsam kristallisieren und abkühlen gelassen. Das geschmolzene Produkt war nach dem Abkühlen weiß und wurde dann pulverisiert. Die so erhaltenen Teilchen waren unter dem Polarisationsmikroskop kristallin und zeigten einen Brechungsindex zwischen 1,94 und 1,96. c) Extraktion der Produkte mit Wasser zur Bestimmung ihrer Auslaugbarkeit Die Menge von Stoffen, die aus den Produkten durch Wasser auslaugbar oder extrahierbar sind, wurde wie folgt bestimmt: 5 g des Produktes wurden in 100 cm3 ausgekochtes destilliertes Wasser, das in einer verschlossenen Polyäthylenflasche enthalten war, gegeben und die Suspension 20 Stunden lang bei Raumtemperatur geschüttelt. Die klare Lösung wurde dann vom festen Rückstand durch Filtration abgetrennt und dem Rückstand weitere 100 cm3 Wasser zugefügt und die Suspension wieder 20 Stunden lang geschüttelt und sodann filtriert. Die Extraktion des Produktes wurde auf diese Weise fortgesetzt, um die Konstanz der Zusammensetzung der aufeinanderfolgenden Extrakte zu prüfen.
  • In jedem der so erhaltenen Extrakte wurde der Gehalt an Barium und Bor bestimmt. Im Fall der erfindungsgemäßen Produkte enthielten die Extrakte keine löslichen Titanverbindungen, was darauf hinweist, daß Bariumtitanborat bei Berührung mit Wasser nur langsam unter Freisetzung von Barium- und Borationen hydrolysiert. Die Gehalte der Extrakte an Barium und Bor (als Ba0 und B,03) je 100 cm3 Extrakt waren wie folgt:
    Extraktion Nr. Ba0 B203
    (Gramm je 100 cm3)
    (Gramm je 100 cms)
    1 0,076 0,056
    2 0,057 0,045
    3 0,018 0,015
    4 0,0062 0,0056
    5 0,0032 0,0035
    6 0,0026 0,0030
    7 0,0020 0,0025
    8 0,0016 0,0023
    9 0,0013 0,0020
    10 0,0014 0,0024
    d) Röntgenanalyse Die durch übliche Röntgenpulverdiagrammanalyse bestimmten Gitterebenenabstände der obigen Produkte waren wie folgt:
    Gitterebenenabstand Relative Intensität
    (d-Werte)
    Angström 1/11 - 100
    5,53 98
    4,24 15
    3,88 74
    3,00 100
    2,91 16
    2,74 49
    2,63 26
    2,52 25
    2,29 10
    2,16 12
    2,11 18
    1,86 71
    1,82 41
    1,61 8
    1,54 19
    1,37 36
    1,13 17
    0,99 23
    In der vorigen Tabelle sind die Zwischenebenenabstände im Kristall in Angström angegeben und bedeuten die d-Werte aus der Braggschen Gleichung nx = 2 d sin0, worin n die Ordnung der Beugung (1 oder eine andere ganze Zahl), A. die Wellenlänge der Röntgenstrahlen in. Angström und 0 der Einfallswinkel oder die Hälfte des Streuwinkels der Strahlen bedeuten. Die relative Intensität (1/I1) ist der Quotient aus der Intensität der einzelnen Beugungslinie in willkürlichen Einheiten (1) und der Intensität der stärksten Linie in der gleichen willkürlichen Einheit (11).
  • Die obigen Röntgenstrahlergebnisse wurden durch direkte Messungen mit einem Spektrogoniometer erhalten, der mit einem Proportionalzählrohr ausgestattet war, wobei die Winkelmessung bei einer Geschwindigkeit von 2° pro Minute ausgeführt wurde. Als Röntgenstrahlenquelle diente Kupfer, dessen Strahlung durch eine Nickelplatte filtriert wurde, um eine Strahlung mit einer effektiven Wellenlänge von 1,54 Angström zu erhalten.
  • Die obigen Röntgenwerte, die für das Produkt dieses Beispiels erhalten wurden, sind von jenen von Bariummetabcrat, Bariumtitanat und sowohl Anatasals auch Rutiltitandioxyden verschieden. Da solche Werte für die Kristallform. und räumliche Anordnung charakteristisch sind und demgemäß chemische Verbindungen und nicht einzelne Elemente oder chemische Gruppen charakterisieren, beweisen sie, daß das gebildete Produkt nicht nur eine Mischung der einzelnen Ausgangsstoffe, sondern eine chemische Verbindung ist. Ihr Röntgendiagramm ist einzigartig und verschieden von den Röntgendiagrammen aller anderen Verbindungen, deren Röntgenwerte bis jetzt mitgeteilt oder bestimmt wurden.
  • Abwohl eine Linie (3,00 A) im obigen Diagramm die gleiche relative Intensität hat wie im Röntgendiagramm von Bariummetaborat, beweist die Abwesenheit anderer relativ starker Bariummetaboratlinien und die Anwesenheit von Linien, die im Bariummetaborat nicht gefunden wurden, d'aß das Produkt kein Bariummetaborat ist. Beispiel 2 Herstellung einer geschmolzenen Mischung von Bariumtitanborat und Bariummetaborat Bariumcarbonat, wasserhaltiges Titandioxyd (nach Beispiell hergestellt) und Borsäure wurden in solchen Anteilen vermischt, daß in der Mischung ein Mol Titandioxyd auf je 2 Mol Bariumoxyd und Bortrioxyd vorhanden war. Diese Mischung wurde in einem Mörser mit Pistill vermahlen und in einen Platintiegel übergeführt, worin sie in einem geschlossenen Muffelofen 1 Stunde lang auf etwa 1100'C erhitzt wurde. Die klare Schmelze ergab nach dem Abkühlen ein. festes weißes, kristallines Material, welches vermahlen und dem im Beispiel 1, c) beschriebenen Auslaugtest unterworfen wurde. Bei den anfänglichen Auslaugungen dieses Produktes erschienen Bariumoxyd und Bortrioxyd im Gewichtsverhältnis 2,18: 1. Das Gewichtsverhältnis von Bariumoxyd zu Bortrioxyd im Bariummetaborat beträgt 2,20:1. Das Gewichtsverhältnis wurde ebenso wie die Menge des extrahierten Materials bei weiterem Auslaugen des Produktes kleiner.
  • Beim Auslaugen wurden folgende Ergebnisse erhalten:
    Extraktion Nr. Ba0 B20$
    (Gramm je 100 cm$) (Gramm je 100 cms)
    1 0,433 0,197
    2 0,444 0,203
    3 0,207 0,104
    4 0,088 0,064
    5 0,0397 0,0310
    6 0,0085 0,0067
    7 0,0034 0,0029
    8 0,0027 0,0018
    9 0,0025 0,0021
    10 0,0024 0,0016 , ,
    Die Gehalte der ersten Extrakte zeigen, daß das Bariummetaborat im geschmolzenen Produkt mit der gleichen Geschwindigkeit ausgelaugt wurde, wie. es für Bariummetaborat erwartet wurde, und daß nach der siebenten Extraktion die ausgelaugten Mengen`so waren, wie es für die Auslaugung von annähernd reinem Bariumtitanborat erwartet wurde. Der Rückstand nach zehn Auslaugungen wurde untersucht und sein Röntgendiagramm war wie folgt:
    Gitterebenenabstand Relative Intensität
    (d-Werte)
    Angström I/11-100
    5,50 18,4
    4,23 21,9
    3,86 73,7
    3,00 100
    2,74 9,6
    2,63 21,1
    2,52 32,4
    2,29 13,2
    2,16 18,4
    2,11 27,2
    1,85 43,9
    1,83 14,9
    1,61 14,9
    1,53 14,9
    1,37 11,4
    Die obigen Röntgenwerte bestätigen, daß der Rückstand nach dem zehnten Auslaugen im wesentlichen aus Bariumtitanborat besteht.
  • Produkte wie die obigen, die Bariummetaborat zusammen mit Bariumtitanborat enthalten, sind erwünscht, wenn es erforderlich ist, daß anfänglich viel Barium- und Borationen frei werden, wie bei Emulsionsfarben, wo sowohl die Konservierung der Farbe im Originalbehälter als auch ein lang anhaltender Schutz des Farbfilms gegen Zersetzung durch Schiur melpilzwachstum erwünscht sind. Ähnliche Verhältnisse liegen auch bei der Herstellung von Schutzüberzügen für Packpapier und Kartons für Seife und ähnliche Produkte vor, die gegen eine Zerstörung durch Schimmelpilze und Bakterien anfällig sind. Beispiel 3 Herstellung von gesintertem Bariumtitanborat aus Bariumsulfid, wasserhaltigem Titandioxyd und Borax Zu einer wäßrigen Lösung von handelsüblichem Bariumsulfid, die in einem Kolben mit Rührer und Rückflußkühler aus 55 bis 60° C gehalten wurde, wurden unter Rühren wasserhaltiges Titandioxyd (hergestellt nach Beispiel 1, a)] in einer solchen Menge zugegeben, daß in der Lösung je Mol BaS 1 Mol TiO., zugegen war, worauf eine solche Menge Borax (NäzB407. 5 H z0) zugegeben wurde, daß je Mol Bariumsulfid 1/z Mol Borax zugegen war. Während dieser Zugabe wurde etwas Schwefelwasserstoff frei, und die Reaktionsmischung wurde schwach gelb. Die Mischung wurde dann innerhalb 20 Minuten auf 100° C erhitzt, und das Erhitzen wurde bei einer solchen Temperatur fortgesetzt, daß während weiterer 4 Stunden leichtes Sieden unter Rückfluß aufrechterhalten wurde, worauf die Mischung auf 70° C gekühlt wurde. Die Feststoffe wurden abfiltriert und mit einer Menge Wasser gewaschen, die etwa gleich dem Volumen des Filtrats war.
  • Danach bildete das Produkt einen weißen amorphen Festkörper, der einen großen Anteil Wasser enthielt. Nachdem eine Probe über Nacht in einem Ofen zwischen 140 und 150° C getrocknet und dann in einem Mörser mit Pistill pulverisiert worden war, zeigten die Teilchen Brechungsindizes zwischen 1,62 und 1,80 (mikroskopisch bestimmt mit Hilfe von Flüssigkeiten mit bestimmtem Brechungsindex). Dieses Zwischenprodukt ist beim Auslaugen mit Wasser wie im Beispiel 1, c) nicht so stark auslaugbar wie Bariummetaborat und stärker auslaugbar als Bariumtitanborat. Die Ergebnisse des Auslaugens waren wie folgt:
    Extraktion Nr. Ba0 B=03
    (Gramm je 100 cm3)
    (Gramm je 100 cm:)
    1 0,132 0,071
    2 0,116 0,068
    3 0,105 0,066
    4 0,096 0,063
    5 0,095 0,063
    Das auf diese Weise aus Bariumsulfid, Borax und wasserhaltigem Titandioxyd erhaltene, getrocknete Produkt wurde dann 2 bis 3 Stunden lang in einem Platintiegel auf 900° C erhitzt. Das erhaltene Produkt war keine feste verschmolzene Masse wie jenes, im Beispiel 1, sondern bestand aus ,einer gesinterten Masse einzelner granulierter Teilchen, deren Oberflächen an verschiedenen Punkten miteinander verschmolzen waren. Sie waren durch Höhlräuriie voneinander getrennt und hatten ein Gefüge, das poröser Schlacke oder der Asche, die sich nach dem Verbrennen eines Kohlenblocks bildet, ähnlich war. Das gesinterte Produkt ergab nach dem Mahlen in einem Mörser mit Pistill weiße kristalline Teilchen mit Brechungsindizes zwischen 1,94 und 1,96. Das so hergestellte gesinterte Bariumtitanborat ergab nach wiederholtem Auslaugen wie im Beispiel 1, c) Extrakte, die eine Gesamtmenge von etwa 0,005 g Bariumoxyd und Bortrioxyd je 100 cm3 enthielten, was im wesentlichen der Auslaugbarkeit des im Beispiel 1 beschriebenen Produktes entspricht. Beispiel 4 Herstellung von Bariumtitanborat aus Bariumsulfid, wasserhaltigem Titandioxyd und Borsäure 12,5g wasserhaltiges Titandioxyd, hergestellt durch Hydrolyse von Titansulfat, mit einem Gehalt von 64,0 Gewichtsprozent TiO, (entsprechend 0,10 Mol Tioz) wurden mit 12,4 g Borsäure (0,20 Mol) durch Mahlen vermischt. Diese pastenförmige Mischung wurde in ein Becherglas gegeben und mit 120 g einer 14,lgewichtsprozentigen Lösung von handelsüblichem Bariumsulfid (entsprechend 0,10 Mol) versetzt. Es entwickelte sich allmählich Schwefelwasserstoff.
  • Die pastenförmige Mischung wurde dann auf einer Heizplatte erhitzt. Um sie vor Luft zu schützen, wurde ein Glastrichter in das Becherglas direkt oberhalb der Oberfläche der Mischung gegeben und von der Spitze des Trichters her Stickstoff zugeführt, wodurch gleichzeitig die Entfernung von Wasser und Schwefelwasserstoff erleichtert wurde. Die Mischung wurde dann auf der Heizplatte auf 150° C erhitzt und das Erhitzen 2 Stunden lang forgesetzt, bis das Produkt trocken erschien. Die trockene Mischung, in der Teilchen von freiem Schwefel sichtbar waren, wurde dann in einen Muffelofen gegeben und zur Oxydation des Schwefels und Austreibung des gebildeten Schwefeldioxyds 2 Stunden lang auf 700° C erhitzt. Die erhaltene Mischung wurde dann in einen Platintiegel gegeben und bis zum Schmelzen erhitzt, was bei etwa 1250° C eintrat.
  • Das Produkt dieses Beispiels war in jeder Hinsicht praktisch identisch mit dem Bariumtitanborat der früheren Beispiele. Bei der Extraktion mit Wasser wie im Beispiel 1, c) wurden folgende Ergebnisse erhalten:
    Extraktion Nr. Ba0 B203
    (Gramm je 100 cm3)
    (Gramm je 100 cm3)
    1 0,143
    0,170
    2 0,047 0,049
    3 0,010 0,010
    4 0,007 0,007
    5 0,008 0,007
    6 0,004 0,004
    7 0,004 0,004
    8 0,004 0,004
    9 0,003 0,004
    10 0,003 0,003

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Pigment, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Bariumtitanborat mit der Formel BaO - TiO@ - B.,03.
  2. 2. Pigment nach Anspruch 1, bestehend aus Bariumtitanborat und Mischungen von Bariummetaborat und Bariumtitanborat.
  3. 3. Verfahren zur Herstellung der Pigmente nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß 1. Titandioxyd und Bariummetaborat oder Mischungen von Barium- und Borverbindungen, die durch Erhitzen in Bariummetaborat übergehen, oder z. Bariumtitanat und Bonverbindungen, die durch Erhitzen in Bortrioxyd übergeführt werden können, in solchen Mengenverhältnissen gemischt werden, daß der Titandioxydgehalt des Endproduktes etwa 26,4 Gewichtsprozent nicht übersteigt und das Gemisch etwa 10 Minuten bis etwa 24 Stunden lang auf etwa 700 bis 1300° C erhitzt und anschließend gemahlen wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsmaterial eine Mischung von Bariummetaborat und Titandioxyd in etwa äquimolekularen Anteilen verwendet wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsmaterial eine Mischung von Bariumsulfid, Titandioxyd und Borsäure im annähernden Molverhältnis 1:1:2 verwendet wird.
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