[go: up one dir, main page]

DE1135432B - Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsaeurefuellstoffes - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsaeurefuellstoffes

Info

Publication number
DE1135432B
DE1135432B DEC21370A DEC0021370A DE1135432B DE 1135432 B DE1135432 B DE 1135432B DE C21370 A DEC21370 A DE C21370A DE C0021370 A DEC0021370 A DE C0021370A DE 1135432 B DE1135432 B DE 1135432B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acid
silicate
alkali
sodium silicate
solutions
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEC21370A
Other languages
English (en)
Inventor
Gosta Bertil Lagerstrom
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
PPG Industries Inc
Original Assignee
Pittsburgh Plate Glass Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Pittsburgh Plate Glass Co filed Critical Pittsburgh Plate Glass Co
Priority to DEC21370A priority Critical patent/DE1135432B/de
Publication of DE1135432B publication Critical patent/DE1135432B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B33/00Silicon; Compounds thereof
    • C01B33/20Silicates
    • C01B33/22Magnesium silicates
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B33/00Silicon; Compounds thereof
    • C01B33/20Silicates
    • C01B33/24Alkaline-earth metal silicates
    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H17/00Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its constitution; Paper-impregnating material characterised by its constitution
    • D21H17/63Inorganic compounds
    • D21H17/67Water-insoluble compounds, e.g. fillers, pigments
    • D21H17/68Water-insoluble compounds, e.g. fillers, pigments siliceous, e.g. clays

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Dispersion Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Silicon Compounds (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsäurefüllstoffes Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsäurefüllstoffes aus Alkalisilicatlösungen, Säure und Erdalkalisalzlösungen, wobei das Alkalisilicat mit 0,3 bis 0,7 Äquivalenten Säure pro Äquivalent Alkalioxyd des Alkalisilicats sowie mit genügend Erdalkalisalz entsprechend dem nicht mit der Säure umgesetzten Alkalisilicat umgesetzt wird, indem die Ausgangslösungen gleichzeitig in eine stark bewegte Zone eingeführt und durch kurzes heftiges Rühren in weniger als 1 Sekunde so gemischt werden, daß die Ausfällung des Kieselsäurefüllstoffes dann erst außerhalb der genannten stark bewegten Zone stattfindet. Der auf diese Weise hergestellte feinteilige Kieselsäurefüllstoff eignet sich besonders gut als Papierfüllstoff.
  • Bei den bisherigen Verfahren zur Herstellung von Kieselsäurefüllstoffen, die sich als Kautschukfüllstoffe eigneten, wurden die Alkalisilicatlösungen entweder ohne Zugabe von Säure oder aber in Gegenwart einer verhältnismäßig großen Säuremenge, d. h. mindestens 1 Äquivalent Säure pro Äquivalent Alkalioxyd des Alkalisilicats, mit den Erdalkalisalzlösungen gemischt. Darüber hinaus wurde der Füllstoff bisher unter Rühren gefällt, d. h., es wurde so lange gerührt, bis die Fällung vollständig war bzw. eine Suspension vorlag.
  • Eine vollständige homogene Durchmischung der Ausgangslösungen konnte auch bisher schon in weniger als 1 Sekunde erreicht werden; es wurde aber dabei nicht die erfindungsgemäße Menge Säure zugesetzt, und das rasch aus der Mischzone abgeführte Gemisch lag bereits in Form der Suspension vor.
  • Es wurde gefunden, daß es für die Herstellung feinteiliger Kieselsäurefüllstoffe von ausschlaggebender Bedeutung ist, daß die Alkalisilicatlösung mit der Säure und der Erdalkalisalzlösung im richtigen Mengenverhältnis gleichzeitig in eine stark bewegte Zone eingeführt und durch kurzes heftiges Rühren in weniger als 1 Sekunde so gemischt wird, daß die Ausfällung des Kieselsäurefüllstoffes dann erst außerhalb der stark bewegten Zone stattfindet. Dabei ist darauf zu achten, daß gleichzeitig mit der Bildung des die Reaktionsteilnehmer enthaltenden wäßrigen Mediums dieses für kurze Zeit schnell und heftig, d. h. wirbelnd, gerührt werden muß, so daß sich ein homogenes oder gut vermengtes Gemisch der Reaktionsteilnehmer bildet, worauf das Rühren plötzlich abgebrochen wird.
  • Sehr wichtig für die Gewinnung hochwertiger Füllstoffzusammensetzungen ist, daß gleichzeitig mit der Bildung eines wäßrigen Mediums für derartiges Rühren gesorgt wird. -Die Reagenzien sollen also erst kurz vor dem Rühren als reaktives Gemisch zusammengebracht werden. Es ist somit nicht möglich, das Reaktionsmedium vorher zu bilden oder die Komponenten des Reaktionsmediums, die untereinander reaktionsfähig sind, vorher zu vermischen. Sowohl Säure als auch Calciumchlorid werden nicht im voraus mit dem Natriumsilicat vermischt. Es ist auch zu vermeiden, daß sich ein Medium bildet und starkem Rühren unterworfen wird, welches schon vorher ausgeschiedenes siliciumdioxydhaltiges Material enthält.
  • Folglich umfaßt zur Erfüllung dieser Bedingungen der Füllstoffherstellung die hier behandelte Kieselsäurefüllstoffgewinnung ein plötzliches, starkes und nicht lange anhaltendes Rühren eines wäßrigen Mediums, das unmittelbar vor (oder in der Praxis gleichzeitig mit) dem Rührvorgang gebildet wird. Das bedeutet, daß zunächst alle drei Reaktionsteilnehmer in einem gemeinsamen Medium zusammengebracht werden, welches dann sofort stark gerührt werden muß. Unbedingt vermieden wird es, das Alkalimetallsilicat mit Säure oder Calciumchlorid im voraus zu mischen. Ebenso ist es nicht zweckmäßig, die Reaktionsteilnehmer in ein bereits bestehendes wäßriges Medium zu bringen, das schon ausgeschiedenes siliciumdioxydhaltiges Material enthält.
  • Das Rühren nimmt nur kurze Zeit in Anspruch, weniger als 1 Sekunde und vorzugsweise zwischen 0,001 und 0,1 Sekunden. Das Medium unterliegt also dem Einfluß einer positiven Rührkraft für die Dauer von weniger als 1 Sekunde, danach läßt man diese Kraft nicht mehr einwirken. Diese besonderen Bedingungen der Füllstofher-Stellung werden erstaunlich gut eingehalten, wenn ein Strom wäßriger Natriumsilicatlösung mit einem Strom von wäßrigem Calciumchlorid und Säure unter solchen Bedingungen gemischt wird, daß das Gemisch bei seiner Bildung hochgradiger Aufwirbeiung und fast augenblicklichem Mischen ausgesetzt und im Anschluß daran die Vorrichtung, welche diese Wirbelung erzeugt, schnell außer Betrieb gesetzt wird. Sehr gut erreicht man das erforderliche Mischen und das praktisch augenblicklich einsetzende heftige Rühren oder Aufwirbeln gleichzeitig mit dem Mischvorgang, wenn die beiden Ströme dicht nebeneinander in den Mittelraum einer Zentrifugalpumpe gebracht werden. Unter diesen Verhältnissen unterliegt das Gemisch der Rührtätigkeit, sobald die zugeführten Ströme der Reaktionsteilnehmer durch den Pumpenmotor radial nach außen geschleudert werden. Die Zentrifugalpumpe wird mit so viel Material beschickt, daß in jedem einzelnen Fall das Rühren gleichzeitig mit dem Mischvorgang durchgeführt wird. Wird das Medium aus der Pumpe entfernt, wirkt keine aufwirbelnde Kraft mehr darauf ein.
  • In den meisten Fällen wird es als wünschenswert erachtet, die Zugabe der Ströme, die in die Pumpe eintreten, auf einem Wert unter der Kapazität der Pumpe zu halten. Vermag die Pumpe beispielsweise 3781 je Minute auszustoßen, so wird die Lösung der Reaktionsteilnehmer, die der Pumpe zugeführt wird, in ihrer Menge mindestens bis 100/" normalerweise jedoch bis 350/, oder mehr unter dieser Menge gehalten. Ofensichtlich erreicht man damit die günstigste Rührwirkung bei der Reaktionslösung und die Gewinnung von Kieselsäurefüllstofen, die als Papierpigmentiermittel erstaunliche gute Eigenschaften aufweisen.
  • Weitere Vorteile bei der Verwendung dieses Pumpenreaktors od. dgl. bieten sich, wenn bei Lösungsdurchsatzgeschwindigkeiten gearbeitet wird, die die Feststoff abscheidung in der Pumpe auf ein Mindestmaß herabsetzen. Weiter ist es von Vorteil, Luft in die Pumpenkammer zu lassen, wenn die Pumpe in Betrieb ist, indem man z. B. durch das in der Pumpenkammer entstandene Vakuum Luft einsaugt.
  • Bedient man sich eines Pumpenreaktors, so ist es auch sehr von Vorteil, wenn eine Füllstofabscheidung in der Pumpenkammer auf ein Mindestmaß herabgesetzt oder sogar vermieden werden kann, wenn z. B. heftige (Wirbel-) Bewegung herrscht. Der Pumpenreaktor arbeitet besser; wenn der Füllstoff hauptsächlich nach dem Austragen unter wirbelfreien (ruhigen) Bedingungen ausfällt.
  • Die Kieselsäurefüllstofe werden in der besonderen oben beschriebenen Weise hergestellt; weiterhin ist gefunden worden, daß die Eignung des Kieselsäurefüllstofes zur Papierpigmentierung von den Mengenverhältnissen der verwendeten Reagenzien abhängt. Diese Erfindung zur Herstellung wertvoller Papierfüllstofe schreibt vor, daß das Verhältnis, in dem Alkalimetallsilicat und z. B. Salzsäure gemischt werden, 0,60 bis 1,40, vorzugsweise 0;90 bis 1,10 Mol Salzsäure pro Mol Alkalimetallsilicat beträgt. Das heißt, Salzsäure und Natriumsilicat werden in Mengenverhältnissen gemischt und umgesetzt, die genug Salzsäure aufweisen, daß zwischen 30 und 70, vorzugsweise zwischen 45 und 55 °/ß Natriumsilicat mit dieser umgesetzt (oder neutralisiert) werden. Nur, wenn solche Mengenverhältnisse zwischen Salzsäure und Natriumsilicat eingehalten werden, gewinnt man Kieselsäurefüllstofe mit besonders bemerkenswerten Eigenschaften für die Papierpigmentierung.
  • Nicht der gesamte Alkalimetalloxydgehalt des Natriumsilicats wird also mit Säure neutralisiert. Auch andere wasserlösliche Säuren, insbesondere solche, die neben dem Wasserstoff' als Kation ein Anion haben, das mit dem Alkalimetall (des Alkalimetallsilicats) ein wasserlösliches Salz bildet, lassen sich sehr gut verwenden. Anorganische Säuren sind z. B. neben Salzsäure Salpetersäure, salpetrige Säure, Schwefelsäure (oder S 03), Kohlensäure (oder CO2), die Phosphorsäuren, schweflige Säure (oder SO2) u. dgl. Ebenfalls verwendet werden können Essigsäure, Ameisensäure, die Chloressigsäuren und ähnliche organische Säuren, Säuren, die sich langsam in wäßrigen Medien lösen, können erst in Wasser gelöst und als wäßrige Lösungen mit anderen Reagenzien des Verfahrens gemischt werden.
  • Wird z. B. ein Silicat mit etwa 3,0 bis 3,6 Mol Si02 pro Mol Alkalimetalloxyd verwendet, so werden etwa 0,3 bis 0,7, vorzugsweise 0,4 bis 0,6 Äquivalente Säure pro Äquivalent Alkalimetalloxyd des Alkalimetallsilicats angewandt. Im folgenden wird nur von Salzsäure die Rede sein, doch können an deren Stelle auch die anderen, obengenannten Säuren verstanden werden.
  • Es muß auch genügend Calciumchlorid oder ein ähnliches wasserlösliches Erdalkalimetallsalz vorhanden sein, daß eine Reaktion mit jenem Teil Natriumsilicat bzw. dem Teil eines ähnlichen Silicats stattfinden kann, das sich nicht mit der Salzsäure umsetzt. Das bedeutet, daß mindestens 0,3 bis 0,7, vorzugsweise 0,45 bis 0,55 Mol Calciumchlorid pro 1 Mol Natriumsilicat benutzt werden; je nachdem wieviel Salzsäure verwendet wird. Von Nutzen sind sogar noch größere Mengen Calciumchlorid oder ähnliche Salze. Wie hierin an späterer Stelle noch weiter ausgeführt wird, bietet die Verwendung von Calciumchlorid oder ähnlichen in Wasser löslichen Erdalkälimetallsalzen in beträchtlichem f;Jberschuß gewisse Vorteile.
  • Die wäßrige Flüssigkeit, die bei ihrer Bildung einer heftigen, kurzen Rührkraft unterworfen wird, wird entsprechenderweise gebildet, indem die Lösungen der jeweiligen Reagenzien so bemessen werden, daß mindestens zwischen 0,60 und 1,40 Mol Salzsäure pro 1 Mol Natriumsilicat und mindestens 0,3 bis 0,7 Mol Calciumchlorid oder mehr pro 1 Mol Natriumsilicat in der Flüssigkeit vorhanden sind, aus der die Füllstoffe hergestellt werden. Das heißt, die Säureäquivalente von Salzsäure und Calciumchlorid in ihrer Gesamtheit sind gleich den Säureäquivalenten des Natriumsilicats.
  • Bei der Bildung kann die Reaktionslösung ganz stark verdünnt oder hochkonzentriert sein. Normalerweise richtet sich der Verdünnungsgrad danach, wie man am besten arbeiten kann. Die Konzentration des Natriumsilicats oder eines ähnlichen Alkalimetallsilicats liegt zwischen 1 und 50 g Naz 0 pro 11, wenn auch geringere Konzentrationen des Alkalimetallsilicats nicht ausgeschlossen werden. Höhere Konzentrationen führen zu schwieriger zu bearbeitenden Aufschlämmungen und sind deshalb nicht zu empfehlen. Die Konzentration des Calciumchlorids (oder eines ähnlichen in Betracht kommenden Salzes) beträgt zwischen 5 und 300 oder darüber, normalerweise zwischen 25 und 100 g pro Liter.
  • Die verschiedenen Lösungen, die zur Bildung der Reaktionsmedien zusammengebracht werden, bestehen normalerweise aus wäßrigen Lösungen, in welchen die jeweiligen Stoffe in solcher Konzentration gelöst sind, daß ein den obigen Ausführungen entsprechendes Medium entsteht. Werden also eine Alkalimetallsilicat-Lösung und eine Lösung von Calciumchlorid und Chlorwasserstoff in gleichem Volumen gemischt, so sind die jeweiligen Konzentrationen an gelöstem Stoff doppelt so hoch wie jene Stoffkonzentration, welche für die anfänglich gebildeten Medien erwünscht sind.
  • Es ist weiterhin festgestellt worden, daß je nach der Konzentration von Na20 oder einem ähnlichen Alkalimetalloxyd, das durch das Alkalimetallsilicat in die ursprünglich gebildete wäßrige Flüssigkeit gebracht wurde, der Überschuß an Calciumchlorid oder einem ähnlichen wasserlöslichen Erdalkalimetallsalz noch weiter auf die Bildung von Produkten mit äußerst guten Eigenschaften zur Verwendung als Papierfüllstoffe einwirkt.
  • Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist kein wesentlicher Überschuß an Calciumchlorid (eine größere Menge Calciumchlorid als die zur Reaktion mit dem nicht mit der Salzsäure zur Reaktion gekommenen Natriumsilicat erforderliche) von Vorteil, wenn die Konzentration von Na20 der gebildeten Flüssigkeit mehr als 15g pro Liter bis zu 50g pro Liter oder darüber beträgt.
  • Bei einer anderen Ausführungsform, bei welcher der Gehalt an Na20 oder einem ähnlichen Alkalimetalloxyd in der Lösung unter 15g pro Liter, beispielsweise 1 bis 15 g pro Liter, beträgt, wird Calciumehlorid im Überschuß (stöchiometrische Mengen) verwendet. Typisch sind stöchiometrische Überschüsse an Calciumchlorid zwischen 35 und 3000/,. Es wird bis ungefähr das Vierfache der Menge an Calciumchlorid benutzt, die zur Umsetzung des nicht mit der Salzsäure zur Reaktion gekommenen Natriumsilicats erforderlich ist. Bei Einhaltung dieser Bedingungen entstehen Füllstoffe, die dem Papier beste optische Eigenschaften zu vermitteln vermögen. Bei Durchführung dieser Ausführungsform unter Benutzung eines Zentrifugalpumpenreaktors kann man die Ausscheidung von festem Füllstoff in dem Reaktionsmedium sehen, nachdem dieses aus der Pumpe ausgestoßen ist und nicht mehr gerührt wird.
  • Auf diese Weise werden nach einer Ausführungsform ausnehmend gute Füllstoffzusammensetzungen hergestellt, indem eine Lösung der Reaktionsteilnehmer in den angegebenen Mengenverhältnissen gebildet, in der vorgeschriebenen Weise gerührt, das Rühren abgebrochen und danach die Füllstoffzusammensetzung ausgefällt wird.
  • Sehr häufig besteht das Alkalimetallsilicat aus Natriumsilicat, wenn schon gegebenenfalls auch andere Alkalimetallsilicate, z. B. Kaliumsilicat verwendet werden können. Die besten Ergebnisse erzielt man mit Alkalimetallsilicaten, die die folgende Zusammensetzung aufweisen: Na20(Si02)x, worin x mindestens den Wert 2 hat. Am häufigsten wird ein Silicat mit der Zusammensetzung Na20(Si02)3,3 verwendet. Es können jedoch Natriumsilicate, die ein höheres Verhältnis von S'02 zu Na, 0 aufweisen, das aber selten mehr als 5 beträgt, verwendet werden.
  • Findet als wasserlösliches Erdalkalimetallsalz Calciumchlorid Verwendung, so entstehen die besten Füllstoffe. Doch können auch andere wasserlösliche Erdalkalimetallsalze, vor allem wasserlösliche Calciumsalze wie Calciumnitrat, benutzt werden. Andere wasserlösliche Erdalkalimetallsalze wie Magnesiumchlorid, Magnesiumnitrat u. ä. eignen sich zur Bereitstellung wertvoller Produkte.
  • Vorteilhaft ist weiterhin die Ausfällung des Füllstoffes in einem wäßrigen System. Wäßrige Lösungen der einzelnen Reaktionsteilnehmer werden auf diese Weise am besten zur Bildung des Reaktionsmediums genutzt.
  • Der Prozeß wird normalerweise bei Temperaturen über 0°C durchgeführt, doch selten bei mehr als 50°C. Höhere Temperaturen bieten keine wesentlichen Vorteile.
  • Am besten läßt es sich arbeiten, wenn der Verdünnungsgrad des Reaktionsmediums mit Wasser geregelt wird. Es ist im allgemeinen praktisch, mit Reaktionsmedien zu arbeiten, die Aufschlämmungen bilden (Medien, in welchen sich das feste Produkt abgeschieden hat), wobei diese einen Feststoffanteil von 3 bis 15 °/o des Schlämmungsgewichts aufweisen. Mit stärker verdünnten Aufschlämmungen läßt sich nicht so gut arbeiten, da deren Volumen zu groß ist. Bei einem höheren Gehalt an Feststoffen wird die Aufschlämmung im allgemeinen dick und läßt sich nicht so gut verarbeiten.
  • Die Füllstoffe werden aus den Schlämmungen, in welchen sie sich bilden, gewonnen, indem das Wasser oder die andere Flüssigkeit entfernt wird. Dies geschieht zum größten Teil durch mechanische Abtrennung der Feststoffe, z. B. durch Dekantieren, Zentrifugieren, Filtrieren u. ä. Ein weiterer Teil des Wassers wird entfernt, indem die mechanisch abgetrennten Zusammensetzungen bei mäßigen Temperaturen von 90 bis 150°C getrocknet werden.
  • Die nun folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. Beispiel I Es wurde eine große Zahl von Füllstoffprodukten unter Benutzung einer Zentrifugalpumpe mit einem Kammervolumen von 12 cm3, einem inneren Durchmesser von 42 mm und einer Tiefe von 10 mm aus wäßrigen Lösungen von Natriumsilicat, Chlorwasserstoff und Calciumehlorid hergestellt. Die Pumpe war mit einem 2flügeligen Propeller mit 38 mm Durchmesser versehen, der mit einer Umdrehungszahl von etwa 5000 Umdr./Min. betrieben wurde. Bei diesen Versuchen wurde durch eine Öffnung in dem Verschluß der Deckplatte um die motorgetriebene Achse, an welcher der Propeller befestigt war, Luft in die Pumpenkammer geblasen. Die Deckplatte der Pumpe war mit zwei getrennten Einlaßöffnungen versehen; sie waren 22 mm voneinander entfernt und lagen in einer Linie, dem Durchmesser der kreisförmigen Deckplatte. Die Auslaßvorrichtung aus der Kammer bestand in einem Rohr von 6,35 mm Durchmesser, das in dem Umfang der Kammer mündete. Aus diesem Rohr tropfte das abgelassene Produkt in einen Eimer mit 51 Fassungsvermögen. Der in dem Eimer gesammelte flüssige Inhalt wurde nicht gerührt. Die einzige Bewegung war die, die durch den zutropfenden Strom verursacht wurde.
  • Kapazität der Pumpe: 26,51 Wasser pro Minute bei Druck Null.
  • Zwei Beschickungspumpen pumpten die einzelnen Lösungen in die Zentrifugalpumpe. Es wurden Kunststoffrohre verwendet, und die Auslaßvorrichtungen der Pumpen wurden unter Verwendung von Schraubenklemmen gedrosselt, um eine nichtpulsierende Zufuhr zu erreichen. Bei Benutzung dieser Vorrichtung nach obiger Beschreibung wurde eine wäßrige Lösung von Nätriumsilicat [Na20 - (SiO@3,15] und eine wäßrige Lösung von Calciumchlorid und Chlorwasserstoff der Pumpe zugeführt, wobei jede Lösung bei einer konstanten Geschwindigkeit von 0,21/min (oder eine Zufuhr zur Pumpe in der Gesamthöhe von 0,41/min) zugeführt wurde. Wie in der Tabelle I angegeben ist, wurde die Konzentration von Natriumsilicat in der Beschickungslösung vor dem Mischen in der Pumpe zwischen 20 und 40 g pro Liter Na, 0 variiert. Dementsprechend wurde die Konzentration von Chlorwasserstoff in der Beschickungslösung so eingerichtet, daß auf der Basis gleichen Volumens ein Mol Chlorwasserstoff auf ein Mol Na20 kam. Da die einzelnen Lösungen in gleicher Volumenmenge zugeführt werden, wird die Zentrifugalpumpe so beschickt, daß das Anfangsgemisch in der Pumpe ein Mol Chlorwasserstoff pro Mol Na20 aufweist: Beträgt beispielsweise die Konzentration von Natriumsilicat in der Beschickungslösung 20 g pro Liter Na20, so enthält die Chlorwasserstofflösung 11,8 g Chlorwasserstoff pro Liter.
  • Auch die Calciumchlorid-Konzentration in der Beschickungslösung wurde nach der jeweiligen N&20-Konzentration der Natriumsilicatlösung unterschiedlich gehalten, so daß das Molverhältnis, in welchem Calciumchlorid und Na20 zugefügt wurden, mindestens 0,5 zu 1 betrug. Bei vielen der im folgenden in Tabelle I aufgeführten Versuche wurde ein Überschuß an Calciumchlorid verwendet. Deshalb wurde die Konzentration von Calciumchlorid in der wäßrigen Beschickungslösung entsprechend eingestellt.
  • Es wurde eine wäßrige Silicatlösung und eine wäßrige Lösung von Chlorwasserstoff und Calciumchlorid 5 Minuten lang der Zentrifugalpumpe zugeführt, während die Temperatur auf 50°C gehalten wurde: man erhielt Füllstoffprodukte in wäßriger Aufschlämmung, indem das ausgetragene Produkt aufgefangen wurde. Diese Aufschlämmungen wurden auf Vakuumfiltern filtriert und die Filterkuchen dreimal mit destilliertem Wasser in einer Menge von je 1,1 1 gewaschen. Die gewaschenen, nassen Filterkuchen wurden 6 bis 12 Stunden lang bei 105°C getrocknet und danach das Material über Nacht in auf eine relative Feuchtigkeit von 50 °/o eingestellter Luft konditioniert und im Anschluß daran gemahlen, indem es zweimal durch eine Laboratoriums-Mikropulverisiermühle gegeben wurde.
  • In der nun folgenden Tabelle sind die verschiedenen anderen Herstellungsbedingungen zusammengestellt.
    In der vorstehenden Tabelle I bedeutet Gewichtsprozent der Flocken unter 7 #t die Anzahl der Flocken (da ja der Füllstoff ein ausgeflocktes Produkt ist) mit einem Durchmesser von weniger als 7 #t.
  • Die Eigenschaften der jeweiligen Füllstoffe als Papierfüllstoffe wurden festgestellt, indem Papier hergestellt wurde und die Eigenschaften dieses Papiers gemessen wurden. Das Blattpapier wurde hergestellt, indem in einen Holländer 500 g gebleichter Kraftpapierbrei gebracht wurde, der in 231 Wasser dispergiert war, und etwa 95 Minuten lang geschlagen wurde, bis er etwa einen Mahlungsgrad von 400 cm3 (Kanadischer Standard) aufwies. Ein Teil dieses geschlagenen Breis, 7,0 kg, wurde in eine mit einem Gummiüberzug versehene Trommel gebracht und mit einem Mischapparat weiter gemischt.
  • 300 cm3 einer wäßrigen Schlämmung mit 14 g Füllstoff wurden 5 Minuten lang mit dem gebildeten Brei gemischt. Dann wurde so viel A12(S04)3 - 18H20 zu gegeben, bis die Schlämmung und klares Wasser auf den pg-Wert 5 gebracht waren. Aus diesem Brei wurde mit Hilfe einer Blattmaschine für Laboratoriumszwecke mit Hilfe einer Blattmaschine für Laboratoriumszwecke Blattmaterial hergestellt, und Probeblätter aus den einzelnen Versuchen wurden zur Bestimmung ihres Aschegehaltes, ihrer Undurchsichtigkeit, Helligkeit, Reiß- und Platzwerte untersucht.
  • Die im vorhergehenden in Prozent angegebene Undurchsichtigkeit ist das Verhältnis der Helligkeit eines einzelnen Blattes mit schwarzem Hintergrund zur Helligkeit des gleichen Blattes mit weißem Hintergrund; der Reißwert ist ausgedrückt in Gramm pro 1 Gramm eines Blattes von 20,32 - 20,32 cm Größe, und der Platzwert ist ausgedrückt in kg/cm2 pro 1 Gramm eines Blattes von 20,32 - 20,32 cm Größe. Beispiel 1I Bei Befolgung des Verfahrens und Verwendung der Vorrichtung nach Beispiel I, wobei jedoch mit Lösungen und Reaktionsmedien von 25°C gearbeitet wurde, entstanden weitere Füllstoffe, von welchen einige auf ihre Eigenschaften im Papier untersucht wurden.
  • In der Tabelle sind die zugehörigen Daten enthalten.
    Die physikalischen Daten und die Eigenschaften in bezug auf die Papierfüllung der in Tabelle II aufgeführten Füllstoffe wurden in der gleichen Weise ermittelt wie in Beispiel I.
  • Beispiel III Es wurde noch eine Reihe von Füllstoffen hergestellt, indem man das Verfahren aus BeispielI anwendete. Es wurde der gleiche Apparat benutzt, nur, daß die Beschickung mit den einzelnen Lösungen durch zwei konzentrisch zum Mittelpunkt der kreisförmigen Deckplattenfläche liegende Leitungen erfolgte. Das innere Rohr, durch welches die Lösung von Calciumchlorid und Salzsäure zugeführt wurde, hatte einen inneren Durchmesser von 3,5 mm und eine Wandstärke von 1 mm. Natriumsilicat Na20 (Si02)3"5 in wäßriger Lösung, die pro Liter 20 g Na20 enthielt, wurde in einer Geschwindigkeit von 11 pro Sekunde durch den ringförmigen Raum, der durch das äußere konzentrische Rohr mit einem inneren Durchmesser von 9 mm und durch das innere Rohr gebildet wird, in die Pumpenkammer eingeführt. Die Reaktionstemperatur betrug 25'C.
  • Die wäßrige Lösung von Calciumchlorid und Salzsäure enthielt 43 g CaCl, pro Liter und 11,8 g HCl pro Liter. Bei jedem Versuch wurde die Beschickungsgeschwindigkeit entsprechend den Angaben in der Tabelle III geändert, so daß verschieden große Mengen Salzsäure zugeführt wurden. Einige der entstandenen Füllstoffe wurden in der im Beispiel I beschriebenen Weise auf ihre Eigenschaften zur Papierfüllung untersucht, was zu folgenden Ergebnissen führte:
    Tabelle III
    Beschickungs- Eigenschaften von Papier, das mit den Produkten gefüllt ist
    geschwindigkeit Neutralisierg.
    Versuch von CaCl2- durch HCl*) Asche- Undurch-
    HCl-Lösung gewicht sichtigkeit Helligkeit Platzfaktor
    o Reißfaktor
    1/min o/o % % /o I kg/cm-
    1 1,30 64,4 6,8 82,8 84,0 47
    0,420
    2 1,20 59,8 6,5 83,0 84,6 49 0,455
    3 1,08 53,6 - - - - -
    4 0,936 46,5 - - - - -
    5 0,803 39,8 6,8 82,4 84,2 43 0,490
    6 0,723 35,9 7,2 82,9 84,4 41 0,448
    *) Das durch die Salzsäure in dem Beschickungsstrom neutralisierte Natriumsilikat in Prozent.
    Die in dieser Tabelle erscheinenden Werte lassen die besonders wirksamen Eigenschaften dieser Füllstoffzusammensetzungen zur Füllung von Papier erkennen, vor allem insofern, als sie zu Papier mit verbesserten optischen Eigenschaften - beispielsweise Undurchsichtigkeit und Helligkeit - führen. Wenn diese Produkte auch bemerkenswerte Papierfüllstoffe darstellen, so eignen sie sich auch gut für andere Zwecke. Sie können als Streckmittel in feinzerteilten Zusammensetzungen von Chemikalien für landwirtschaftliche Zwecke wie Benzolhexachlorid-Bestäubungsmittel benutzt werden. Auch sind sie gut geeignet zur Verstärkung von natürlichem Kautschuk, synthetischem Kautschuk (z. B. GR-S und ähnlichen Kautschukpolymeren) und Silikon-Kautschukarten.
  • Diese feinzerteilten -Kieselsäürefüllstoffe bestehen in ihrer chemischen Zusammensetzung aus Erdalkälimetalloxyd und Siliciumdioxyd. Es ist nicht vollkommen geklärt; ob sie in sich aus einem innigen! Gemisch von Kieselsäure und Erdälkalimetallsilicaten bestehen oder aus einem Erdalkalimetallsilicat mit einem hohen Si02-Erdalkalimetalloxydverhältnis. Die meisten aus Calciumoxyd und Siliciumdioxyd zusammengesetzten Produkte können dargestellt werden' durch die Formel: Ca0(Si0@x, worin x einen Wert zwischen 2 und 15 oder mehr, auch gebrochene Zahlen und vorzugsweise zwischen 5 und 11, darstellt.
  • Es können auch in geringerer Konzentration, unter ungefähr 6 Gewichtsprozent der Stoffzusammensetzung andere Metalle, vermutlich in Form ihrer Oxyde, vorhanden sein. So können bis zu etwa 1,75 Gewichtsprozent der Zusammensetzung aus Na20-bestehen. Andere Metalle, die vermutlich in Form ihrer Oxyde vorhanden sein können, sind Aluminium als A1203, Eisen als ein Eisenoxyd u. ä.
  • Eine typische Zusammensetzung von erfindungsgemäß bereitgestellten Calciumsilicat-Zusammensetzurigen ist folgende:
    Gewichtsprozent
    Sioz ............................ 71,8
    CaO ............................ 10,4
    R203 ........................... 1,0
    Na ............................. 0,08
    C1 .............................. 0,01
    Verlust von H20 bei 105'C . . . . . . . . . 9,28
    Verlust von H20 bei Glüh-
    temperaturen ................... 16,27
    R203 besteht in erster Linie aus Aluminium- und Eisenoxyden.
  • Erfindungsgemäß bereitgestellte Füllstoffzusammensetzungen sind feinzerteilte, flockige Produkte mit einer letzten Teilchengröße von weniger als 0,5 #t, normalerweise 0,005 bis 0,3 #t. Viele dieser Füllstoffzusammensetzungen bestehen aus kleinsten Teilchen, deren Größe sich innerhalb dieser Grenze bewegt. Beispielsweise entstehen Zusammensetzungen, die zu einem bedeutenden Teil Durchmessergrößen der kleinsten Teilchen zwischen 0,03 und 0,06 haben sowie andere Teilchen mit 0,1 bis 05 Mikron Durchmesser.
  • Die flockige Beschaffenheit ist auf die Aggregation oder die Agglomerierung vieler kleinster Teilchen zurückzuführen. Unter dem Elektronenmikroskop ähneln diese Flocken Weintrauben, bei welchen die einzelne Beere vom kleinsten Teilchen dargestellt wird. Die besten durch die Erfindung bereitgestellten Füllstoffe sind so weit geflockt, daß mehr als 90 Gewichtsprozent des Füllstoffes in Form von Flocken mit einer Größe von weniger als 7 #t vorhanden sind; von diesen zeigt der überwiegende Gewichtsanteil eine Flockengröße von 0,5 bis 7 Mikron.
  • Die Füllstoffe enthalten zudem zwei Arten Wasser. Sie enthalten »freies Wasser«, was hierin jenen Teil Wasser bezeichnen soll, der sich aus dem Füllstoff entfernen läßt, wenn man jenen 24 Stunden lang in einem Laboratoriumsofen bei 105°C erhitzt. Es ist auch »gebundenes Wasser« darin enthalten; dieser Ausdruck soll hierin das Wasser bezeichnen, das sich aus dem Produkt entfernen läßt, wenn man längere Zeit auf Glühtemperaturen, 1000 bis 1200°C, erhitzt, abzüglich des »freien Wassers«. Augenscheinlich ist das »gebundene Wasser« mit der Zusammensetzung chemisch verbunden. Normalerweise beträgt der Gehalt ahn freiem Wasser gegen 2 bis 10 °/o des Gewichts der Zusammensetzung. Das gebundene Wasser macht etwa 2 bis 10 °/o des Füllstoffgewichtes aus.
  • Es 1 können andere Hilfsmittel zur Bildung der Reaktionsmedia und zum heftigen Rühren der auf diese Weise gebildeten Medien, was praktisch gleichzeitig mit der Bildung geschieht, benutzt werden. Lösungen der einzelnen Reaktionsteilnehmer können bei hoher Geschwindigkeit zu einem einheitlichen Material vermengt werden, so daß die Bewegung, die das einheitliche Material durch die kinetische Energie der Ströme erfährt, plötzlich und heftig einsetzt und nicht lange dauert. Es können z. B. eine wäßrige Natriumsilicatlösung und eine wäßrige Lösung von Calciumchlorid und Chlorwasserstoff durch die Arme eines T-Rohres unter Verwendung sehr hoher Fließgeschwindigkeiten zusammengegeben werden. An dem Punkt, wo sich die Lösungen vermengen und das Reaktionsmedium bilden, beispielsweise an der Verbindungsstelle von Schenkel und Armen dieses T, kann die plötzliche Richtungsänderung des Flusses zusammen mit der hohen Geschwindigkeit der einzelnen Lösungen die nötige Bewegung bewirken. Verringert man den Durchmesser der Arme des T (und schafft einen Venturi-Effekt) an der Verbindungsstelle mit dem Schenkel, so erreicht man die nötige Bewegung leichter.
  • Heftiges Rühren oder Wirbelurig bewirkt man auch, wenn ein Gasstrom bei der Bildung des Gemisches in dieses geblasen wird. Arbeitet man, wie oben ausgeführt, mit einer T-Vorrichtung, so kann Luft oder ein anderes Gas wie Stickstoff; Kohlendioxyd oder Wasserdampf in den Strom gepreßt werden, der an der Verbindungsstelle von Armen und Schenkel gebildet wird. Normalerweise wird das Gas unter leichtem Überdruck, z. B. 0,7 bis 7,0 atü, zugeführt.
  • Es ist auch von Vorteil, in der T-Vorrichtung den heftig gemischten Strom schnell aus dem Schenkel zu entfernen. Aus diesem Grunde findet ein verhältnismäßig kurzer Schenkel Verwendung. Der durch die heftige Rührarbeit gebildete flüssige Strom wird auf diese Weise schnell aus der Wirbelzone in eine wirbelfreie oder Ruhzone überführt. Oft wird zumindest ein Teil des Produktes unter diesen wirbelfreien oder ruhigen Bedingungen ausgefällt.
  • Das folgende Beispiel erläutert, wie eine T-Vorrichturig funktioniert. Beispiel IV Der bei diesen Versuchen verwendete Reaktor bestand aus einem horizontal gelagerten Glasrohr (innerer Durchmesser 8,5 mm) mit einem abwärts gerichteten 2 cm langen Schenkel. Wo sich dieser Schenkel an das horizontale Rohr anschließt, beträgt sein innerer Durchmesser 8,5 mm, und nach unten verjüngt er sich bis etwa zur Hälfte seiner Länge auf einen inneren Durchmesser von 4 mm. Von dem horizontalen Rohr nach oben ist senkrecht über dem Punkt, wo sich der Schenkel an das Rohr anschließt, ein Rohr angebracht (innerer Durchmesser 2,5 mm), durch welches Luft oder Wasserdampf zugeführt wird.
  • Diese Vorrichtung wurde zur Herstellung eines Füllstoffes benutzt, zu welchem Zweck 1,5 Minuten lang mit einer Fließgeschwindigkeit von 1,31 pro Minute eine wäßrige Lösung von Na20 - (SiO@3,15, die pro Liter 20 g Na20 enthielt, an der einen Seite des horizontalen Rohrs zugeführt wurde und an der anderen Seite mit der gleichen Geschwindigkeit eine wäßrige Lösung von Calciumchlorid und Salzsäure eingebracht wurde. Die Konzentrationen von CaCl2 und H Cl in dem Strom waren so eingestellt, daß dem Reaktor pro 1 Mol Na20 1,2 Mol CaC12 und 1,0 Mol H Cl zugeführt wurden. Die Ströme trafen sich an der Stelle, wo sich der Schenkel an das Rohr anschloß, wurden sehr kräftig gemischt (Luft oder Dampf mit einem Überdruck von 1,05 atü wurde durch das nach oben verlaufende Rohr an die Stelle geleitet, wo die Stoffe zusammentrafen) und abwärts durch den Schenkel in einen Eimer, Inhalt 51, abgeleitet.
  • Die einzelnen Beschickungslösungen hatten eine Temperatur von 25°C. Wurde die Rührtätigkeit durch Luft ausgeführt, so hatte auch der entstehende Strom eine Temperatur von 25°C. Bei Wasserdampf jedoch war das aus dem Reaktor abgeleitete und in dem Eimer gesammelte Reaktionsgemisch 39'C warm.
  • Die sich jeweils bildenden Aufschlämmungen, die sich in dem Gefäß sammelten, wurden filtriert, der Filterkuchen mit Wasser gewaschen, bei 105°C getrocknet und gemahlen. Proben jedes Füllstoffes wurden im Papier entsprechend dem im Beispiel I beschriebenen Verfahren zur Papierherstellung geprüft; die Ergebnisse:

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsäurefüllstoffes aus Alkalisilicatlösungen, Säure und Erdalkalisalzlösungen, dadurch gekennzeichnet, daß das Alkalisilicat mit 0,3 bis 0,7 Äquivalenten Säure pro Äquivalent Alkalioxyd des Alkalisilicats sowie mit genügend Erdalkalisalz entsprechend dem nicht mit der Säure umgesetzten Alkalisilicat umgesetzt wird, indem die Ausgangslösungen gleichzeitig in eine stark bewegte Zone eingeführt und durch kurzes heftiges Rühren in weniger als 1 Sekunde so gemischt werden, daß die Ausfällung des Kieselsäurefüllstoffes dann erst außerhalb der genannten stark bewegten Zone stattfindet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Säure Salzsäure, Salpetersäure, salpetrige Säure, Schwefelsäure oder S 03, Kohlensäure oder C02, die Phosphorsäuren, schweflige Säure oder SO" Essigsäure, Ameisensäure oder die Chloressigsäuren verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Alkalisilicat mit etwa 3,0 bis 3,6 Molen SiO2 pro Mol Alkalimetalloxyd verwendet.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man wäßrige Lösungen von Natriumsilicat, Chlorwasserstoff und Calciumchlorid verwendet, wobei 0,3 bis 0,7, vorzugsweise 0,3 bis 0,55 Äquivalent Chlorwasserstoff pro Äquivalent Alkalioxyd des Natriumsilicats umgesetzt werden.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Natriumsilicat-Konzentration in der Ausgangslösung zwischen 5 und 15 g Na20 pro Liter beträgt.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung Calciumchlorid im Überschuß über die Menge enthält, die zur Umsetzung mit dem Natriumsilicat erforderlich ist. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 879 834, 971237; britische Patentschrift Nr. 743 930.
DEC21370A 1960-05-05 1960-05-05 Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsaeurefuellstoffes Pending DE1135432B (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEC21370A DE1135432B (de) 1960-05-05 1960-05-05 Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsaeurefuellstoffes

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEC21370A DE1135432B (de) 1960-05-05 1960-05-05 Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsaeurefuellstoffes

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1135432B true DE1135432B (de) 1962-08-30

Family

ID=7016993

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEC21370A Pending DE1135432B (de) 1960-05-05 1960-05-05 Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsaeurefuellstoffes

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1135432B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5869028A (en) * 1996-03-22 1999-02-09 J.M. Huber Corporation Precipitated silicas having improved dentifrice performance characteristics and methods of preparation

Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE879834C (de) * 1951-01-16 1953-06-15 Degussa Verfahren zur Herstellung von feinteiliger Kieselsaeure und Silikaten hoher Oberflaechenaktivitaet
GB743930A (en) * 1953-06-05 1956-01-25 Columbia Southern Chem Corp Improvements in or relating to a method of preparing finely divided calcium silicate
DE971237C (de) * 1952-12-10 1958-12-31 Degussa Verfahren zur Herstellung von als hochaktiver Fuellstoff fuer Kautschuk und andere Elastomere geeigneten Erdalkali- oder Erdmetallsilicaten

Patent Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE879834C (de) * 1951-01-16 1953-06-15 Degussa Verfahren zur Herstellung von feinteiliger Kieselsaeure und Silikaten hoher Oberflaechenaktivitaet
DE971237C (de) * 1952-12-10 1958-12-31 Degussa Verfahren zur Herstellung von als hochaktiver Fuellstoff fuer Kautschuk und andere Elastomere geeigneten Erdalkali- oder Erdmetallsilicaten
GB743930A (en) * 1953-06-05 1956-01-25 Columbia Southern Chem Corp Improvements in or relating to a method of preparing finely divided calcium silicate

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5869028A (en) * 1996-03-22 1999-02-09 J.M. Huber Corporation Precipitated silicas having improved dentifrice performance characteristics and methods of preparation
US5891421A (en) * 1996-03-22 1999-04-06 J.M. Huber Corporation Precipitated silicas having improved dentifrice performance characteristics and methods of preparation

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE69324337T2 (de) Verfahren zur Behandlung von Abfallsuspensionen
DE69316427T2 (de) Verfahren zur Behandlung von Flüssigkeiten unter Zuhilfenahme von Hydrotalciten
DE69628940T2 (de) Verfahren zur herstellung von diskreten teilchen von calciumkarbonat
DE69431664T2 (de) Verfahren zur herstellung von kugelartigen aggregaten aus plättchenförmigem synthetischem hydrotalcit
DE2813323C2 (de)
DE3114493A1 (de) "faellungskieselsaeuren und verfahren zu ihrer herstellung"
DE1076650B (de) Verfahren zur Gewinnung feinzerteilter Kieselsaeure
DE2253405C2 (de) Feinteiliges ausgefälltes Aluminosilikatpigment und Verfahren zu seiner Herstellung
DE1243164B (de) Verfahren zur Herstellung von kieselsaeurehaltigen Fuellstoffen
DE69105183T2 (de) Niedergeschlagenes Calciumcarbonat.
DE1299617B (de) Verfahren zur Herstellung von feinverteiltem gefaelltem Siliciumdioxid
DE69105191T3 (de) Neue Kieselsäuren, Verfahren zu ihrer Produktion sowie ihre Benutzung als Füllstoffe, besonders für Papier.
DE1130271B (de) Verfahren zur Verbesserung der Retention mineralischer Fuellstoffe bei der Bildung von Papiervliesen
DE69502598T2 (de) Wässrige suspensionen von anorganischen stoffen
DE1245006B (de) Verfahren zur Herstellung eines Natriumaluminiumsilicat-Pigmentes
DE1134783B (de) Verfahren zur Herstellung von mit Siliciumdioxyd ueberzogenen Bariummetaborat-Pigmenten
DE1767332C3 (de) Verfahren zur Herstellung feinstteiliger, amorpher Kieselsäuren mit hoher Struktur
DE1068232B (de) Verfahren zur Herstellung von Alumosifficat-Gelien
EP0645437B1 (de) Farbreine Eisenoxid-Direktrotpigmente, Verfahren zu ihrer Herstellung sowie deren Verwendung
DE1222483B (de) Verfahren zur Herstellung von kieselsaeurehaltigen Fuellstoffen
DE68917048T2 (de) Zusammengesetzte Pigmente oder Füllstoffe und Verfahren zu deren Herstellung.
DE1467348B2 (de) Verfahren zur Herstellung von kolloidalem, wenigstens teilweise kristallinein Zirkonium- oder Hafniumoxyd
DE666530C (de) Herstellung zusammengesetzter Pigmente
DE1135432B (de) Verfahren zur Herstellung eines feinteiligen Kieselsaeurefuellstoffes
DE3004718A1 (de) Synthetisches, rhomboedrisches magnetit-pigment