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Kontaktelektrode zum Reinigen von Gegenständen aus Silber und von
versilberten Gegenständen Die Erfindung bezieht sich auf eine Kontaktelektrode in
einer elektrochemischen Kette zum Reinigen von Gegenständen aus. Silber und von
versilberten Gegenständen. Bekanntlich neigen solche Gegenstände zum Anlaufen. Es
ist bekannt, daß man Silbergegenstände dadurch reinigen kann, daß man sie in einem
leitenden Bad mit einer Elektrode aus Zink in Berührung bringt. Dabei ist die Zinkelektrode
beispielsweise in der Form einer Platte ausgebildet, die auf den Boden eines mit
einem Elektrolyten von genügender Leitfähigkeit gefüllten Gefäß gelegt wird und
auf welche die zu reinigenden Gegenstände gesetzt werden.
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Nach der vorliegenden Erfindung wird eine Zinkdrahtwendel als Kontaktelektrode
in einer elektrochemischen Kette zum Reinigen von Gegenständen aus. Silber und von
versilberten Gegenständen verwendet. Dabei kann diese Kontaktelektrode aus einer
Zinkdrahtwendel oder aus mehreren ineinandergeschobenen Zinkdrahtwendeln verschiedener
Durchmesser bestehen. Um die Zinkdrahtwendel, die beim Gebrauch, z. B. durch Umwickeln
der Gegenstände, erheblich deformiert werden kann, bequem in ihre ursprüngliche
Form zurückzuführen und in dieser Form sicher aufzubewahren, kann erfindungsgemäß
ein Rundstab entsprechenden Durchmessers, z. B. ein Holzstab oder ein Rohr aus Kunststoff,
zur Rückformung und Aufbewahrung der Zinkdrahtwendel verwendet werden.
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Die Zinkdrahtwendel bietet gegenüber den bisher vorgeschlagenen Reinigungsgeräten
erhebliche Vorteile und ist besonders für die Verwendung im Haushalt geeignet. Da
Zinkdrahtwendeln eine große Oberfläche auf verhältnismäßig kleinem Raum darbieten
und zufolge der großen Geschmeidigkeit des Zinkdrahtes nicht zurückfedern, sondern
in reversibler Weise gedehnt und geformt werden können, ist es möglich, beim Putzen
von Silbergegenständen von verschiedener Größe und in verschiedenen Mengen die Zinkfläche
nahe an alle zu reinigenden Silberflächen heranzubringen und sie mit diesen an vielen
Stellen in Kontakt zu bringen. Dies hat zur Folge, daß die Wege des Reinigungsstromes
im Bade kurz und gleichmäßig verteilt werden, und macht es möglich, als Badeflüssigkeit
ganz schwache Elektrolyte zu verwenden, z. B. Wasserleitungswasser, dem gegebenenfalls
geringe Mengen von im Haushalt üblichen Stoffen wie Natriumcarbonat oder Netzmittel
zugesetzt werden. Der Reinigungsprozeß ist daher sehr mild. Die Zinkdrahtwendel
wird hierbei nur in einem sehr geringen Maße aufgebraucht, das der Beseitigung des
Anlaufes äquivalent ist, und hat daher eine sehr lange Lebensdauer.
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Eine derartige Zinkdrahtwendel zum Putzen größerer Silbermengen besteht
z. B. aus 15 m eines 2 mm dicken Zinkdrahtes. Sie ist bei einem inneren Durchmesser
von 2,5 cm ungefähr 45 cm lang und ruht auf einem 2,5 cm dicken und 55 cm langen
Stab. Nachdem man sie durch Drehen in der Richtung von ihren Enden weg gelockert
und vom Stab heruntergezogen hat, kann sie leicht auf das Vier- bis Sechsfache ihrer
Länge ausgezogen werden. Nach dem Gebrauch wird sie wieder auf den Stab geschoben
und dort durch Festdrehen mit beiden Händen auf ihre ursprüngliche Form und Länge
gebracht.
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Es können auch größere und kleinere Modelle der Zinkdrahtwendel verwendet
werden, und der Zinkdraht kann dicker oder dünner sein. Ein kleineres Modell ist
besonders zum Putzen von Bestecken, z. B. von angelaufenen Gabeln, oder beim Geschirrwaschen
geeignet. Die Wendel wird, ein wenig ausgezogen, in das Spülwasser eingebracht und
die Gabeln u. dgl. nach dem Waschen zwischen ihre Windungen gesteckt. Die Wendel
kann auch direkt in das Wasser, in dem das Geschirr gewaschen wird, eingebracht
werden.
Die Silbergegenstände müssen beim Putzen fettfrei sein.
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Zur Erläuterung der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 1 der Zeichnung
eine Zinkdrahtwendel auf ihrem Stab dargestellt; Fig. 2 zeigt eine solche Wendel;
die für den Reinigungsprozeß ausgezogen und in einen aus nichtleitendem Material
hergestellten Eimer eingebracht ist.
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Die Wendel kann auf ihrem Stab-, leicht gereinigt werden, z. B. durch
Reiben mit einer- harten Bürste und einem Scheuermittel. Gewünschtenfalls kann sie
auch mit Sandpapier abgerieben werden, wodurch sie schön glänzend gemacht und ihre
Wirkung durch Vergrößerung der Oberfläche noch erhöht wird.
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Die Zinkdrahtwendel weist außer den obergenannten noch weitere Vorteile
auf. Sie kann in Gefäßen aller Art verwendet werden. Die in der Nähe der angelaufenen
Silberflächen befindliche Zinkoberfläche kann leicht reguliert werden. Wenn die
Vorrichtung nicht in Gebrauch ist, nimmt sie sehr wenig Platz ein. Sie ist leicht
und billig herzustellen. Es besteht keine Gefahr, daß das Silber bei der Reinigung
zerkratzt wird. Die Abnutzung des Zinks bei der Reinigung, die an Biegungen und
Kanten größer ist als an anderen Stellen, erfolgt bei einer Wendel völlig gleichmäßig,
wodurch die Lebensdauer der Vorrichtung sich entsprechend verlängert und eine gleichmäßige
Arbeitsweise erzielt wird. Außer für die Reinigung von Gegenständen aus Silber und
von versilberten Gegenständen hat sich die Zinkwendel auch zur Reinigung von Gegenständen
in Damaszenerarbeit als gut geeignet erwiesen, bei der andere Prozesse wegen der
großen Verschiedenheit in der Härte und chemischen Reaktionsfähigkeit von Gold,
Silber und Stahl für die Gegenstände gefährlich sein können. Die Zinkwendel ist
jedoch für die Reinigung von solchen Silbergegenständen ungeeignet, die durch Bildung
einer Schwefelverbindung des Silbers mit Absicht teilweise geschwärzt sind.