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Schneideinrichtung für Glasplatten In der Glasindustrie werden bekanntlich
durch GlasziehmaschinenGlasbänder oder -flächen aus dem flüssigen Glas der Schmelzwanne
gezogen und am Ende der Glasziehmaschinen in bestimmten Abständen geschnitten, so
daß großflächige Glasplatten erhalten werden. Diese Glasplatten werden dann auf
einem Schneidtisch durch von Hand betätigte oder ausgelöste Schneideinrichtungen
in Streifen geschnitten und diese Streifen in einzelne Scheiben zerlegt. Hierzu
sind auf parallelen Führungsschienen geführte Schneidwerkzeuge vorgesehen, die über
die Länge der Führungsschienen von Hand oder motorisch geführt sind. Das Unterteilen
von Längsstreifen erfolgt meistens von Hand, indem das Schneidwerkzeug durch auf
die Glasoberfläche gelegte Schneidlineale gezogen wird. Die so erhaltenen einzelnen
Scheiben werden nach den einzeln abgeschnittenen Flächen sortiert und verpackt.
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Ein solches Verfahren ist aber verhältnismäßig zeitraubend und daher
für Glasmaschinen mit großem Mengenausstoß nicht geeignet, da die Weiterverarbeitung
des von der Ziehmaschine gelieferten Glases nicht in einem entsprechenden Arbeitstempo
erfolgen kann, so daß sich mit der Zeit ein überschuß von unbearbeiteten Glasplatten
ergibt, der zu der Notwendigkeit einer Stillsetzung einer oder mehrerer Glasziehmaschinen
führen kann. Eine solche Stillsetzung hat aber aus technologischen Gründen große
Nachteile und muß daher vermieden werden.
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Aufgabe der Erfindung ist es nun, die Kapazität der Glasmaschinen
voll auszunutzen und die Weiterverarbeitung der anfallenden Glasplatten mit entsprechender
Geschwindigkeit zu ermöglichen. Die Unterteilung der Glasplatten, die bisher von
Hand erfolgt, soll auf dem wesentlich schnelleren und sichereren automatischen Wege
vorgenommen werden. Dies gelingt bei der Schneideinrichtung nach der Erfindung dadurch,
daß auf zwei motorisch über Zwischenkupplungen angetriebenen, senkrecht zueinander
und parallel zur Glasplatte angeordneten Führungsspindelsätzen geführte Schneidwerkzeuge
oder Führungsorgane für diese entsprechend einem vorgewählten Schneidprogramm verstellt
und nach Erreichen ihrer Arbeitsstellung von den Spindeln zuerst die dem einen Spindelsatz
zugeordneten Schneidwerkzeuge entsprechend der einen Seitenkantenlänge über die
Glasplatte und anschließend die dem anderen Spindelsatz zugeordneten Schneidwerkzeuge
parallel zur anderen Seitenkante über die Fläche geführt sind.
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Das entweder von Hand oder z. B. durch vorbereitete Lochkarten eingestellte
Schneidprogramm wird in einem datenverarbeitenden Rechner bekannter Art in Stehkommandos
für die Antriebe, Kupplungen und Bremsen der Schneideinrichtung umgewandelt. Die
Programmierung erfolgt durch Summierung der eingegebenen Scheibenlängen und -breiten
und durch Vergleich der jeweiligen Summen dieser Einzelwerte mit den Werten eines
oder mehrerer geberbetätigter Längenmesser, die von dem oder den Antrieben für die
Schneidwerkzeuge betätigt werden. Sobald die Werte der Längenmesser die von dem
Rechner festgelegten Summenwerte der Kantenlängen erreicht haben, wird jeweils das
betreffende Schneidwerkzeug stillgesetzt. Hierzu wird der Antrieb des betreffenden
Schneidwerkzeuges vor Erreichen der Arbeitsposition auf eine langsame Schleichfahrt
umgeschaltet und bei Erreichen der Arbeitsposition das Schneidwerkzeug abgekuppelt
und gebremst. Anschließend werden die übrigen Schneidwerkzeuge wieder mit erhöhter
Geschwindigkeit weiter in ihre eigenen Arbeitspositionen gefahren. Wenn alle Schneidwerkzeuge
ihre Arbeitspositionen erreicht haben, dann werden zuerst die dem einen Spindelsatz
zugeordneten Schneidwerkzeuge z. B. dauernd wirksam über die Glasoberfläche geführt
und anschließend die dem anderen Spindelsatz zugeordneten Schneidwerkzeuge entweder
dauernd oder abwechselnd wirksam über die Glasfläche gezogen. Die abwechselnde Wirksamkeit
der Schneidwerkzeuge kann z. B. dadurch erreicht werden, daß die Schneidwerkzeuge
magnetisch von der Glasoberfläche entsprechend dem Programm abgehoben werden. Für
den Fall, daß das Schneidprogramm weniger Schnitte aufweist, als Schneidwerkzeuge
vorhanden sind, so können die nicht benutzten Schneidwerkzeuge durch
die
Automatik entweder bereits in ihrer Nullstellung abgekuppelt werden, oder sie werden
über die ganze Spindellänge hinweggeführt und schalten nach Erreichen eines Endschalters
ihren Antrieb ab. Nach erfolgtem Schnitt werden bei Änderung des Schnittprogramms
alle Schneidwerkzeuge aus ihrer vorherigen Arbeitsposition wieder selbsttätig in
ihre Nullstellung gebracht und von dort aus entsprechend dem neuen Programm verstellt.
Dabei haben die einem Spindelsatz zugeordneten Schneidwerkzeuge eine gemeinsame
Nullstellung.
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Für den Fall, daß eine Berücksichtigung von Fehlerstellen in der Glasplatte
erfolgen soll, wird selbständig eine Abänderung des Schneidprogramms an die dadurch
bedingten veränderten Raumaufteilungen vorgenommen. Hierzu ist die Plattenunterlage
rasterförmig unterteilt und die einzelnen Rasterfelder gekennzeichnet. Die Rasterfelder,
die von den Fehlerstellen überdeckt werden, werden codiert der datenverarbeitenden
Rechenmaschine eingegeben, und diese stellt nach Verarbeitung der Fehlerdaten das
Programm so um, daß stets ein Optimum der gewünschten größten Teilscheibenfiächen
erhalten wird, d. h., die Glasplatte wird unter Ausschluß der Fehlerstellen in Scheiben
der größten gewünschten Flächen unterteilt.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird die Automatik ausgenutzt,
um die Scheiben jeweils gleicher Längen und gleicher Breiten zu zählen und zu sortieren.
Hierzu wird jedem Förderband und dessen Zuleitungsorgan eine bestimmte Kennziffer
zugeordnet. Nach Unterteilung der Glasplatte, in der gemäß dem Programm die einzelnen
Teilscheiben eine bestimmte Lage haben, werden unter Ausnutzung der bei der Programmierung
gespeicherten Kantenlängen die ablaufenden Teilscheiben gemäß ihrer bestimmten Lage
in der Platte an den für eine andere Größe zuständigen Abförderungseinrichtungen
vorbeigeführt und nur von der für die entsprechende Scheibengröße bestimmten Abförderungseinrichtung
übernommen.
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An Hand einiger Ausführungsbeispiele des Gegenstandes der Erfindung
wird nachfolgend die Erfindung näher erläutert.
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In Fig. 1 liegt die zu unterteilende Glasplatte 1 auf einem Schneidtisch
2, der in nicht dargestellter Weise rasterförmig aufgeteilt ist, wobei jeder Raster
mit einer Kennziffer versehen ist. Der Quer- und Längskante des Schneidtisches 2
sind Spindelsätze 3 und 4 zugeordnet, die z. B. jeweils fünf Führungsspindeln 3
a bis 3 e und 4 a bis 4 e enthalten. Jede der Führungsspindeln ist über eine Kupplung
5 a bis 5 e bzw. 6 a bis 6 e mit einem Getriebe 7 gekuppelt, das von einem Motor
8 angetrieben wird. Außerdem ist mit dem Getriebe 7 über eine weitere Kupplung 9
ein Längenmeßgeber 10 verbunden. Auf jeder Spindel ist ein Schneidwerkzeug 1.1
a bis 11 e bzw. 12 a bis 12 e geführt nach Art einer Wandermutter,
so daß das Schneidwerkzeug bei Verdrehen der Spindel auf dieser entlangwandert.
Jedem Spindelsatz ist ferner ein Endschalter 13 bzw. 14 zugeordnet, der jeweils
von einem Schneidwerkzeug bei Erreichen der Endlage betätigt wird und dabei den
Antrieb für den Spindelsatz oder die einzelne Spindel unterbricht, so daß das Schneidwerkzeug
in seiner Endlage verbleibt. Das Getriebe 7 ist so ausgelegt, daß die Spindeln eines
Spindelsatzes mit gleichem Drehsinn und gleicher Geschwindigkeit umlaufen, d. h.
daß die Schneidwerkzeuge oder ihre Führungsorgane von der gemeinsamen Nullstellung
aus mit gleicher Geschwindigkeit und in gleicher Richtung in ihre jeweiligen Arbeitspositionen
wandern. Die Schneidwerkzeuge oder ihre Führungsorgane laufen dabei auf nicht dargestellten,
parallel zu den Spindeln liegenden Laufstangen.
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Durch die weiter unten noch angegebene Automatik werden entsprechend
dem eingegebenen Schneidprogramm die einzelnen Schneidwerkzeuge oder ihre Führungsorgane
mit einer entsprechenden Stellgeschwindigkeit an die Arbeitsposition herangebracht.
Kurz vor Erreichen der Arbeitsposition wird der Antrieb 8 jeweils auf Schleichfahrt
umgeschaltet und bei Erreichen der Arbeitsposition die Kupplung der betreffenden
Spindel oder Spindeln gelöst und das Schneidwerkzeug bzw. das Führungsorgan durch
eine Bremse 15 a bis 15 e bzw. 16 a bis 16e gestoppt und auf der Laufstange
festgehalten. Bei z. B. nur vier Schnitten wird das fünfte Schneidwerkzeug dagegen
bis in die Endlage gefahren und löst dort durch Betätigen des Endschalters 13 bzw.
14 die Stillsetzung der betreffenden Spindel aus.
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Wenn alle Schneidwerkzeuge oder Führungsorgane in ihrer Arbeitsposition
sind, beginnt der eigentliche Schneidvorgang. Hierzu kann jeder Spindelsatz für
sich allein durch einen nicht dargestellten Antrieb über die Glasplatte 1 hinweggeführt
werden, wobei zuerst der eine Spindelsatz insbesondere verstellt wird und nach Zurückkehren
in seine Ausgangsstellung der andere Spindelsatz in entsprechender Weise über die
Glasplatte geführt wird. Beim ersten Spindelsatz werden dabei die Schneidwerkzeuge
über die ganze Breite der Glasplatte wirksam, während beim zweiten Spindelsatz die
Schneidwerkzeuge gegebenenfalls auch nur abschnittsweise wirksam sind. Hierzu werden
die Schneidwerkzeuge unter einem für den Schneidvorgang ausreichenden Druck auf
der Glasplatte aufgesetzt und geführt. Es entstehen somit zuerst z. B. zur Querkante
parallel liegende, über die ganze Breite durchgehende Schnitte und anschließend
über die ganze Länge durchgehende oder nur über die Breite einzelner Querstreifen
sich erstreckende Längsschnitte, so daß Glasscheiben verschiedenen Flächeninhalts
und verschiedener Kantenlängen erhalten werden, die entsprechend dem Schneidprogramm
eine ganz bestimmte Lage in der Glasplatte einnehmen.
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Zur Umsetzung des Schneidprogramms in entsprechende Betätigung der
Schneidwerkzeuge bzw. ihrer Führungsorgane werden die Spindelkupplungen sowie die
Bremsen und das Getriebe sowie gegebenenfalls der Motor in Stellabhängigkeit von
der Automatik gebracht. Diese Automatik summiert die eingegebenen Kantenlängen und
vergleicht ihre Werte mit den von dem Geber 10 betätigten Längenmesser herrührenden
Längenangaben, um die die Schneidwerkzeuge oder ihre Führungsorgane von der Nulllinie
entfernt sind. Da die Glasplatte zu dem Schneidtisch eine bestimmte Zuordnung hat,
ist durch den Vergleich beider Größen die Lage der Schneidwerkzeuge zur Glasplatte
eindeutig gegeben.
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Die Automatik zur Betätigung der in Fig. 1 angegebenen mechanischen
Einrichtung ist in Fig.2 schematisch dargestellt. Auf einem Pult 20, das in der
Fig.3 noch näher dargestellt ist, werden beispielsweise von Hand oder über entsprechend
vorbereitete Lochkarten die Kantenabmessungen der
gewünschten Teilscheiben
eingegeben und diese Werte codiert einem Rechner 21 zur automatischen Zustellung
der Schnitte und von dort einer Zustelleinrichtung22 zur Einstellung der Schnitte
zugeführt. Der Rechner 21 bestimmt auf Grund der angegebenen Kantenlängen die Einstellung
der Schnitte für die Länge des Weges, den die Schneidwerkzeuge von ihrer Nullstellung
aus bis in ihre Arbeitsposition zurücklegen müssen. Diese Summenwerte werden auf
die Auswertungseinrichtung 23 gegeben, die außerdem auf einer vom Geber 10 beeinflußten
Längenmeßeinrichtung 24 abhängig ist. Die vom Längenmesser herkommenden Daten werden
in der Auswertungseinrichtung mit den von der Zustelleinrichtung herkommenden Daten
verglichen und ergeben bei übereinstimmung beider Daten einen Befehl für Bremsen,
Kupplung und Schneidwerkzeuge in der vorbestimmten Reihenfolge.
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Das Pult 20 ist in Fig. 3 noch näher gezeigt.
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Das Steuerpult 20 trägt eine Anzahl von handbetätigten Tastern 30
zur dekadischen Eingabe der gewünschten Kantenlänge. Für den Fall, daß die Glasplatte
Kantenlängen von einigen Metern hat, werden die Taster in dekadischen Gruppen für
mm, cm, dm und m unterteilt, die mit E (Einer), Z (Zehner), H (Hunderter) und T
(Tausender) bezeichnet sind. Da jede Dekade bekanntlich eine Ziffernfolge von 0
bis 9 aufweist, sind die E-, H-, Z- und T-Tasterkolonnen in Reihen aufgelöst, die
mit 0 bis 9 bezeichnet sind. Zur Positionierung der Schneidwerkzeuge werden zuerst
z. B. die Längskantenlängen der gewünschten Teilscheiben eingegeben, indem die entsprechenden
Taster der betreffenden Kolonnenreihen gefügt werden. Der Rechner wandelt diese
Scheibengrößen in Positionsdaten für die Schneidwerkzeuge um. Zum Beispiel wird
bei 25 Einzelscheiben zuerst die Länge der Glasplatte in fünf Teile verschiedener
Länge unterteilt, wobei die Kantenlängen der einzelnen Teilscheiben als Summe für
die Auswertung zur Verstellung der Schneidwerkzeuge auftreten. In entsprechender
Weise werden auch die Querkantenabmessungen festgelegt.
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Zur Anzeige und selbsttätigen Zustellung der Werte zur Längenmeßeinrichtung
dienen Anzeigeröhren, die - wie weiter unten noch näher angegeben ist - als Schaltorgane
mitbenutzt sind. Die Anzeigeröhren sind gesondert für die Längs- und Querschnitte
für jede Dekade vorgesehen und mit LS bzw. QS und den Ordnungsziffern 1 bis 5 entsprechend
den jeweils fünf Schneidwerkzeugen bezeichnet. Es gehören entsprechend den vier
Dekaden stets vier Röhren zu einer Anzeige einer Kantenlänge. Die Aufgabe und Wirkungsweise
der Röhren wird ebenfalls weiter unten noch näher erläutert.
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Des weiteren befinden sich auf dem Steuerpult 20 ein Wählschalter
31 zur Stillsetzung der gesamten Automatik und Fahren der Anlage mit Hand. Ferner
ist ein weiterer Wählschalter 32 zur Umschaltung der Zustellung für Längs- und Querschneiden
angeordnet. An Stelle der Handbetätigung für die Zustellungsänderung kann jedoch
in Abhängigkeit von der Beendigung des einen Einstellvorganges der andere auch selbsttätig
ausgelöst werden. Ein Löschtaster 33 dient zur Löschung der eingegebenen Werte in
jedem beliebigen Zeitpunkt, insbesondere bei Änderung des Schneidprogramms oder
bei fehlerhafter Betätigung der Taster 30. Weiterhin sind noch Taster 34 a bis 34
e vorgesehen, die die Einstellung der Schneidwerkzeuge, nach Umschaltung des Wählschalters
31 auf Handbetrieb, von Hand nach Augenmaß vorzunehmen gestatten.
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Ein Anfahrschalter 35 muß jeweils nach Drücken von vier der Taster
30 gedrückt werden, um die Zustellung in der Automatik ordnungsgemäß sicherzustellen.
Man kann aber durch Einfügen einer zusätzlichen Wähleroperation mit nur einer einmaligen
Betätigung des Anfahrtasters auskommen.
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In den Fig.4 und 5 ist ein Ausführungsbeispiel einer Automatik für
die Schneideinrichtung gezeigt, die aus an sich bekannten, z. B. bei der Kühlbettsteuerung
verwendeten Schaltungsanordnungen besteht.
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Zur Kantenlängenvorgabe in der einen Kantenrichtung der Glasplatte
werden die entsprechenden Einer-, Zehner-, Hunderter- und Tausendertaster gedrückt,
wie dies nur für die »Einerstelle« nachfolgend näher gezeigt ist. Die »Einerstelle«
soll z. B. 5 sein, während die Größenordnung der Zehner-, Hunderter-und Tausenderstellen
hier außer acht gelassen werden sollen. Durch Drücken des nicht gezeigten Tasters
E 5 werden alle Relais B 1 bis B 5, infolge der Anordnung der
Sperrglieder G 1, aber nur diese, angezogen und halten sich über einen Selbsthaltekontakt
b 11 bis b 51 so lange, wie die in Reihe liegenden Kontakte a 1 bis
a 5 geschlossen sind, die Ruhekontakte der Relais A 1 bis
A 5 darstellen. Mit dem Ansprechen der Relais B 1 bis B 5 haben
die Kontakte b 13 bis b 53 geschlossen und den Stromkreis für den
Wähler W hergestellt, der über den Ruhekontakt wn eines Nachfolgerelais WN geführt
ist. Der Wähler W spricht an und schiebt seinen Kontakt w" von der Nullstellung
auf die Stellung 1. Somit wird das Relais A 1 betätigt, da der Arbeitskontakt
b 1z des Relais B 1 geschlossen ist. Mit dem Ansprechen des Relais
A 1 wird durch a 1 der Selbsthaltestromkreis für das Relais B 1 geöffnet
und die Kontakte b 11 bis b 13 in ihre Ausgangsstellung zurückgebracht.
Der Wähler W steuert über seinen Arbeitskontakt w' das Nachfolgerelais WN, das im
gleichen Rhythmus wie das Nachfolgerelais WN1 und somit wie das Relais W 1 arbeitet.
Der Wähler W 1 bringt demnach seinen Kontakt w 1" auf die Stellung 1 der Kontaktbänke
W 1/1 bis W 1/5. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis sämtliche
Relais B 1 bis B 5 durch die Relais A 1 bis
A 5 abgeworfen sind, so daß im Endeffekt die Kontakte w 1" auf der
Stellung 5 stehenbleiben. Der Wähler W wird jedoch im Gegensatz zum Wähler W 1 durch
einen nicht dargestellten, an sich allgemein bekannten Wählerrücklauf in die Nullstellung
gebracht. Für die Recheneinrichtung der übrigen Dekaden ergibt sich entsprechend
der vorgewählten Kantenlänge eine entsprechende Wirkungsweise, die zu einer entsprechenden
Verstellung der den Kontakten w 1" entsprechenden Wählerkontakte führt. Die Zustellung
und Vergleichsmessung bis zur Auswertung sind der Einfachheit halber nur für die
erste Dekade der fünf Schneidwerkzeuge, z. B. Längsrichtung, gezeigt; die Dekadenzustellung
ist mit D 1/1 bis D 1/5 bezeichnet. Nach jeder zu einer Kantenlänge gehörenden Einstellung
der vier Dekadentaster der genannten Art wird die in Fig. 3 mit 35 bezeichnete Anfahrtaste
gedrückt, die einen nicht dargestellten Wähler um einen Schritt weiterschaltet.
Dieser Wähler schaltet der Reihe nach eine der Zahl der Schneidwerkzeuge entsprechende
Anzahl von einem nicht dargestellten
Relais, dessen Kontakte
r 1 bis r 5 (bzw. bei Querschnitt bis R 10) in den einzelnen Stromkreisen
der Wählerkontaktbänke W111 bis W115 (bzw. W1110), die die Anzeigeröhren K 11 bis
K 11o, K21 bis K21, usw. bis K4., bis K4" betätigen. Die Röhren K 11 usw. sind mit
den Röhren LS und QS in Fig. 3 identisch. Somit werden die einzelnen Anzeigeröhren
über die Wählerkontakte w 1" bis w4"' in der angewählten Schaltstufe gezündet und
schalten unter Anzeige einen Stromkreis für die einzelnen Dekaden der an sich bekannten
L'ängenmeßeinrichtung 24, die aus Röhren oder Halbleiterschaltungen bekannter Art
aufgebaut sein kann. Der Längenmeßeinrichtung 24 werden in an sich bekannter Art
vom Geber 10 herrührende Längeneinheiten in Impulsform, z. B. 0,5 mm für jeden Impuls,
zugeführt. Dieser Längeneinheit entspricht genau eine gleiche Verstellung eines
Schneidwerkzeuges auf seiner Spindel. Die vom Geber 10 herrührenden Impulse werden
in der Längenmeßeinrichtung 24 summiert und bei Erreichen der vorgewählten Schnitte
zum Bremsen und Entkuppeln des Schneidwerkzeuges herangezogen unter gleichzeitiger
Verminderung der Antriebsgeschwindigkeit, indem die nachgeschaltete Auswertungseinrichtung
entsprechend beeinflußt wird, und zwar in der Reihenfolge der Schneidwerkzeuge 1
bis 5 in Längsrichtung und der Schneidwerkzeuge 1 bis 5 in Querrichtung.
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Hierzu werden die von den Röhren K 11 usw. über Schwellwertglieder
Sch auf einen Halbleiterschalter T1/1 Spannungen gegeben, die nur bei gleichzeitigem
Auftreten der von der Längenmeßeinrichtung 24 herkommenden Spannungen den Schwellwert
gemeinsam übersteigen und zum Sperren des Halbleiterschalters T 1/1 führen.
Entsprechendes gilt für die übrigen Dekaden, so daß nach Durchgabe der vier Dekadenwerte
sämtliche Schalter T2/1 bis T4,11 ebenfalls sperren und dadurch der Hauptschalter
TH/1 öffnet und das Relais Sch 1 anzieht. Dieses Relais schaltet die Kupplung
und Bremse des ersten Schneidwerkzeuges ein, so daß dieses in seiner vorgegebenen
Arbeitsposition verbleibt.
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Wie bereits erwähnt, muß der Anfahrtaster nach jeder gewählten Kantenlänge
betätigt werden, wenn nicht in Abhängigkeit von den Relais B 1 bis
B 9
eine selbsttätige Weiterschaltung der Eingaben für die Kantenlängen über
weitere nicht dargestellte Wählereinrichtungen ermöglicht wird: Für jedes Schneidwerkzeug
ist eine solche Teilauswertung 23/1 bis 23/5 ... 23/10 vorgesehen, die von
den verschiedenen Kontaktbänken der verschiedenen Dekadenwähler zugestellt und von
der gemeinsamen Längenmeßeinrichtung im genannten Sinne gesteuert werden.
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Die Dekadenwähler für die Einer-, Zehner- und Hunderterdekaden haben
je ein Fortschaltrelais XE,
XZ und XH, deren Kontakte xe, xz und xla in an
sich bekannter Weise jeden zehnten Impuls des Wählers der vorhergehenden Dekade
zur Weiterschaltung der folgenden Dekadenwähler um einen Schritt auswerten.
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Für die Herbeiführung der Schleichfahrt wird eine Schaltung nach Fig.
5 zusätzlich benötigt, wobei die Impulsgabe vom Rechner etwas vorverlegt wird.
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Mit der beschriebenen Einrichtung können in beiden Richtungen durchgehende
Schnitte nach dem gewünschten Programm erhalten werden. Um in einer oder beiden
Schneidrichtungen intermittierende Schnitte zu fahren, ist es nur notwendig, für
jede Schnittrichtung einen weiteren Längenmesser mit Geber und eine zusätzliche
Anwahlsteuerung für die Schneidwerkzeuge vorzusehen, die angibt, in welchen Querschnitten
die Schneidwerkzeuge aufgedrückt oder abgehoben werden sollen. Zur Betätigung der
zusätzlichen Anwahlsteuerung sind am Steuerpult weitere Taster vorzusehen, die nach
den Tastern für Schnittanwahl zu betätigen sind. Auch diese Taster können durch
Lochkarten gesteuert werden.
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Die Anordnung nach der Erfindung eignet sich auch zum Zerschneiden
anderer Materialien wie Glas, z. B. Papier, Pappe, Blech usw.