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Verfahren zur Herstellung von Fernmeldekabeln mit in Lagen angeordneten
und gegenseitig gekreuzten Einzeladern, insbesondere von Bündeln aus acht in einer
Lage angeordneten Adern Zusatz zum Patent 1083 880
Das Hauptpatent
1083 880 betrifft ein Femmeldekabel mit in Lagen angeordneten Einzeladern,
aus denen durch gegenseitiges Kreuzen Doppelleitungen gebildet sind. Es wird im
Hauptpatent vorgeschlagen, innerhalb der Fabrikationslängen auch die nicht
zu
einer Doppelleitung gehörenden Adern in bestimmten kurzen Abständen miteinander
zu kreuzen, wobei die Kreuzungsabstände vorzugsweise etwa in der Größenordnung der
Längen der üblichen Verseildralle liegen. Vorteilhaft werden an den Kreuzungspunkten
jeweils zwei benachbarte Adern miteinander gekreuzt.
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Eine bevorzugte Ausführung besteht darin, das Fernmeldekabel aus Bündeln
aufzubauen, die aus einer einzigen Lage von acht Adern bestehen. Die Verwendung
von Bündeln aus einer einzigen Lage hat den Vorteil, daß diese keine zusätzlichen
Kreuzungen zur Beseitigung von induktiven Kopplungen erfordern und daß die Adervertauschungen
mit einfachen Vorrichtungen durchgeführt werden können.
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In der älteren Zusatzpatentanmeldung S 59431 VIII
d/21 c wird zur Herstellung von Femmeldekabeln nach dem Hauptpatent vorgeschlagen,
die zu einer Lage gehörigen Adern kurz vor ihrem Einlauf in den Verseilpunkt durch
eine gemeinsame Kreuzungsvorrichtung zu führen, die auf Grund eines vorbestimmten
Kreuzungsplanes automatisch über Schaltorgane gesteuert wird. Zweckmäßig werden
an den Kreuzungsstellen innerhalb der Kreuzungsvorrichtung die geradzahligen Adern
in der einen Umfangsrichtung und die ungeradzahligen Adern in der anderen Umfangsrichtung
gleichzeitig um einen Winkel aneinander vorbeigedreht, der dem gegenseitigen Winkelabstand
zweier benachbarter Adern entspricht. Den hier vorgeschlagenen Verfahren und Vorrichtungen
ist charakteristisch, daß die Adervorratstrommeln feststehen und die Adern an den
Kreuzungsstellen gegenseitig umgehoben werden. Die Anwendung dieser Vorschläge ist
nun dadurch begrenzt, daß die gegenseitig zu kreuzenden Adern innerhalb der für
alle Adern einer Lage gemeinsamen Kreuzungsvorrichtung in der Umfangsrichtung nur
bis zu einem Winkel von ± 1801 bewegt werden können. Es kann in manchen Fällen
nun vorteilhaft sein, größere Winkeldrehungen der Adern vorzunehmen.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, die erwähnten Nachteile des Verfahrens
und der Einrichtungen nach der vorgenannten Zusatzpatentanmeldung durch grundsätzlich
andere Verfahren und Einrichtungen zu vermeiden und darüber hinaus noch andere Vorteile
zu erzielen.
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Hierzu wird das Verfahren zur Herstellung von Femmeldekabeln mit in
Lagen angeordneten und gegenseitig gekreuzten Einzeladern nach dem Hauptpatent
1083 880 so abgewandelt, daß erfindungsgemäß die Adern von in der Verseilrichtung
hintereinanderliegenden Vorratstrommeln abgezogen und bei Vornahme der Kreuzungen
um die Verseilachse hin- und hergeschwenkt werden. In der zur Durchführung dieses
neuen Verfahrens benutzten Einrichtung sind zweckmäßig die in der Verseilvorrichtung
hintereinanderliegenden Vorratstrommeln auf hin-und herschwenkbaren Ringen gelagert.
Die die Vorratstrommeln tragenden Ringe werden zweckmäßig mit dem zur Verseilung
der Adern dienenden Verseilkorb konstruktiv zusammengefaßt. Dies geschieht vorteilhaft
in der Weise, daß die Ringe innerhalb des Verseilkorbes hin- und herschwenkbar gelagert
sind.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert.
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Es ist bei allen Ausführungsbeispielen angenommen, daß entsprechend
der Fig. 1 acht Einzeladern 1
bis 8 um einen Kein
110 verseilt und im Sinne des Hauptpatentes alle Adern in bestimmten Abständen
miteinander gekreuzt werden sollen. Die Anzahl der Adern kann aber im Rahmen der
Erfindung auch hiervon abweichen. Die für die Einzeladern 1 bis
8
vorgesehenen Vorratstrommeln sind in allen Figuren mit 111 bis
118 bezeichnet. Der Kein 110 ist nur in
den Fig.
3, 4, 5 und 6 dargestellt. Die Fig. 1 zeigt den aus
den Adern 1 bis 8 gebildeten Achter gegenüber den anderen Figuren
in vergrößerter Darstelluni.# Die Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel -der Erfindung
in perspektivischer Darstellung, jedoch unter Weglassung der Organe iür die Verseilung
der Adern um den Kern. Danach sind - in der durch die senkrechten Pfeile
dargestellten Verseilrichtung gesehen -
vier Ringe 121, 122, 123, 124
hintereinander bzw. infolge der vertikalen Anordnung der Verseilmaschine übereinander
angeordnet, auf denen je zwei Vorratstrommeln angeordnet sind. Auf dem unteren
Ring 121 befinden sich die Vorratstrommeln 111 und 115
für die Adern
1 und 5, auf dem folgenden Ring 122 die Vorratstrommeln
113 und 117 für die Adern 3
und 7, auf dem folgenden
Ring 123 die Vorratstrommein 112 und 116 für die Adern 2 und
6 und auf dem oberen Rin- 124 die Vorratstrommeln 114 und 118 für
die Adern 4 und 8. Die Adern laufen über die den einzelnen Vorratstrommeln
zugeordneten Leitrollen 119 zum Verseilpunkt 120, wo sie miteinander verseilt
werden. Die vier Tragringe für die Vorratstrommeln sind am Außenrand mit einem Zahnkranz
125 versehen und können einzeln von einem Motor 126 aus über die durchgehende
Welle 127 mit den daraufsitzenden Magnetkupplungen 121', 122',
123' und 124' sowie dem jeder Magnetkupplung zugeordneten Zahnrad
125' um die Verseilachse hin- und hergeschwenkt werden, wie die Pfeile auf
den Ringen andeuten. Der Motor 126 läuft während des Verseil- und Kreuzungsvorganges
ständig und ist mit der Speicherschwungscheibe 128 versehen. Entsprechend
dem vorgesehenen Kreuzungsplan werden programmäßig die Magnetkupplungen 121' bis
124' erregt, die - wie erwähnt - ein Schwenken der Ringe bewirk-en,
und zwar abwechselnd um 1800
in der einen und 180" in der anderen Richtung.
Dadurch werden jeweils die Adern 1 und 5, 3 und 7,
2 und 4 sowie
6 und 8 miteinander gekreuzt. Am Innenrand der Tragringe sind diese
durch mehrere auf den Innenrand gleichmäßig verteilte Rollen 129 gelagert.
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Die Fig. 3 zeigt im Schnitt eine Ausführung, bei der die die
Vorratstrommeln tragenden Ringe mit dem zur Verseilung dienenden Verseilkorb konstruktiv
vereinigt sind. Der mit 130 bezeichnete Verseilkorb wird in bekannter Weise
durch den Motor 131
über die Kegelzahnr*äder 132, 133 und die Zahnräder
134, 135 angetrieben, so daß der Verseilkorb mit einer bestimmten Drehzahl
umläuft. In der Achse des Verseilkorbes ist die fest mit dem Verseilkorb verbundene
Hohlachse 136 angeordnet, die sich mitdreht und durch die der Kern
110 hindurchgeführt wird. Am oberen Ende der Hohlachse befindet sich die
Drallscheibe 137 zur Führung der Adern 1 bis 8.
Die Fig. 4 zeigt
die Drallscheibe 137 von oben gesehen, die am Umfang acht flache Einsenkungen
bzw. Aussparungen zur Führung der Adern 1 bis 8 hat. Werden die Adertrommeln
an den Kreuzungsstellen um 1801 geschwenkt, so gleiten die dann schräg ankommenden
Adern von einer Einsenkung in die nächste. Innerhalb des Verseilkorbes sind die
vier Ringe 121 bis 124 auf Rollen 138 gelagert. Zum Hin-und Herschwenken
der Ringe sind in Übereinstimmung mit der Fig. 2 der Motor 126 mit der Speicherschwungscheibe
128 und den Magnetkupplungen 121' bis 124' und die Zahnräder 125'
vorgesehen. Zum Unterschied von der Fig. 2 erfolgt die Betätigung der Magnetkupplungen
durch den auf der Konsole 139
angeordneten und mit dem Verseilkorb mitumlaufenden
Motor 126 über die Kette 140 und die Kettenräder 140'. Ein weiterer Unterschied
besteht darin. daß der Zahnkranz 125 an den nach oben umgebogenen Außenrändem
der Ringe angebracht ist.
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Während die Fig. 3 eine Verseilmaschine mit rotierendem Verseilkorb
zeigt, stellt die Fig. 5 eine Ausführung dar, bei der die Vorratstrommeln
nicht kontinuierlich um die Verseilachse rotieren, sondern die Verseilung der Adern
durch einen umlaufenden Bügel erfolgt. Die Anordnung der die Vorratstrommeln tragenden
Ringe 121 bis 124 entspricht derjenigengemäß der Fig. 3. Das Hin- und Herschwenken
der Ringe erfolgt aber über den einzelnen Ringen zugeordnete Motoren141, 142, 143,
144 als Empfängermotoren, die über eine elektrische Welle (Verbindungsleitungen
145) entsprechend dem Kreuzungsplan programmäßig gesteuert werden. Die Adern
1
bis 8 werden über die am oberen Ende des zentralen Rohres 146 befestigte
DraUscheibe 147 geführt, die in gleicher bzw. ähnlicher Weise wie die Drallscheibe
137 nach den Fig. 3 und 4 ausgebildet sein kann. Zur Vornahme der
systematischen Kreuzungen in bestimmten Abständen wird das Rohr 146, durch das auch
der Kein 110 hindurchläuft, mittels des Motors 148 so weit vorgeschoben,
daß die Adern in die Aussparungen der Drallscheibe eingreifen. Der Motor 148 zum
Vorschieben und Zurückziehen des Rohres 146 und damit der Drallscheibe 147 wird
über die Leitungen 149 ebenfalls vom Kreuzungsplan aus programmäßig,gesteuert. Die
inAbständen gekreuzten Adern laufen durch das in den Lagern 150 und
151
rotierende Bügelrohr 152, so daß eine doppelte Verseilung eintritt.
Der verseilte Achter wird durch den Raupenabzug 153 oder eine Abzugsscheibe
abgezogen und auf die Aufwickeltrommel 154 gewickelt. Das Bügelrohr 152 -wird
durch den Motor 155 angetrieben, der gleichzeitig den Umlauf des Raupenabzuges
und ferner über die Rutschkupplung 156 und das Antriebsrad 157 auch
die Drehgeschwindigkeit der Aufwickeltrommel beeinflußt. Die Vorratstrommeln
111
bis 118 sind bei diesem Beispiel stehend angeordnet und in bekannter
Weise mit Eigengewichtsbremsen 158 versehen.
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Besonders günstig ist es, das neue Verfahren in der Weise weiterzubilden,
daß die Adern kurz vor ihrem Einlauf in den Verseilpunkt zusätzlich durch eine für
alle Adern gemeinsame Kreuzungsvorrichtung geführt werden. Eine hierfür geeignete
Einrichtung liegender Anordnung ist in der Fig. 6 beispielsweise dargestellt.
Die acht erforderlichen Vorratstrommeln 111
bis 118 sind auf zwei um
die Verseilachse hin- und herschwenkbaren Ringscheiben 161 und
162 angeordnet, und zwar die vier Vorratstrommeln 111, 113,
115,
117 für die ungeraden Adern 1, 3, 5 und 7 auf der Ringgscheibe
161 und die vier Vorratstrommeln 112, 114, 116, 118 für die Adern
2, 4, 6, 8 auf der Ringscheibe 162. Von den Vorratstrommeln sind auf
der Ringscheibe 161 nur die Trommeln 111 und 115
und auf der
Ringscheibe 162 nur die Trommeln 112 und 116 dargestellt. Beide Ringscheiben
sind am Umfang in mehreren, mindestens aber drei Rollen 159, gelagert. Die
zusätzlich vorgesehene Kreuzungsvorrichtung besteht aus zwei koaxial zueinander
angeordneten Kreuzungsorganen 163 und 164 in Form von Ringen, von denen das
innere Kreuzungsorgan Öffnungen 163' zur Durchführung der ungeraden Adern
1, 3, 5, 7 und das äußere Kreuzungsorgan
öffnungen 164'
zur Durchführung der geraden Adern 2, 4, 6, 8 aufweist. Während das äußere
Kreuzungsorgan am Umfang in mehreren Rollen 160
drehbar gelagert ist, ist
das innere Kreuzungsorgan mit der in der Verseilachse angeordneten drehbaren Hohlachse
165 verbunden. Diese Hohlachse ist wiederum auf der inneren Hohlachse
166 drehbar gelagert, die an dem dem Verseilpunkt zugekehrten Ende mit der
Draffscheibe 137 versehen ist und gleichzeitig zur Führung des innerhalb
der achtadrigen Verseillage liegenden Kernes 110 dient.
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Das Verfahren mittels der Vorrichtung nach der Fig. 6 geht
so vor sich, daß die ungeraden Adern 1,
3, 5, 7, von denen nur die
Adern 1 und 5 zu sehen sind, von ihren Vorratstrommeln aus um die
Leitrollen 119 durch die öffnungen 163' des inneren Kreuzungsorgans
163 über die Drallscheibe 137 zum Verseilpunkt 120 laufen. In entsprechender
Weise laufen die Adern 2, 4, 6, 8 (dargestellt sind nur die Adern 2 und
6) über die Leitrollen 129 durch die Öffnungen 164' des äußeren Kreuzungsorgans
164 über die Drallscheibe 137 ebenfalls zum Verseilpunkt 120. Während der
Vornahme der Kreuzungen bzw. Adervertauschungen an der Kreuzungsstelle drehen sich
in der Verseileinrichtung gesehen beispielsweise die Ringscheibe 161 und
das innere Kreuzungsorgan 163 im Rechtssinn und die Ringscheibe
162 und das äußere Kreuzungsorgan 164 im Linkssinn. Dadurch werden die zu
einer Verseillage gehörigen ungeraden Adern 1, 3, 5, 7 in der linken Umfangsrichtung
und die geraden Adern 2, 4, 6, 8 in der rechten Umfangsrichtung um einen
bestimmten Winkel gedreht, derart, daß eine gegenseitige Vertauschung der benachbarten
ungeraden und geraden Adern eintritt. Bei dieser Weiterbildung des neuen Verfahrens
können die Kreuzungen bzw. Adervertauschungen mit vergrößerter Geschwindigkeit durchgeführt
werden, da die Kreuzungsorgane 163 und 164 der zusätzlichen Kreuzungsvorrichtung
relativ leicht und massearm sind und schneller gedreht werden können als die relativ
schweren Vorratstrommeln. Eine Aderkreuzung wird mittels der zusätzlichen Kreuzungsvorrichtung
in kurzer Zeit ausgeführt, worauf eine relativ längere Stillstandszeit folgt; in
dieser Stillstandszeit können die Vorratstrommeln nacheilend mit langsamer Schwenkung
folgen.
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Wie aus den Fig. 2 bis 6 hervorgeht, laufen die Adern auf dem
Wege von den Vorratstrommeln zum Verseilpunkt auf Kegelmänteln, wobei der Einlaufwinkel
in der Verseilrichtung gesehen immer größer wird. Die Adern werden also auf
verschiedenen Kegelmantelflächen über- und untereinander hinweggedreht, ohne daß
ein schädliches gegenseitiges Reiben der miteinander vertauschten Adern eintritt.
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Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Bei der Vorrichtung nach der Fig. 5 kann das Hin- und Herschwenken
der Ringe in gleicher bzw. ähnlicher Weise erfolgen wie bei den Fig. 2 und
3. Bezüglich des Hin- und Herschwenkens der Ringe mittels der Motoren 141
bis 144 in der Fig. 5 ist zu beachten, daß die einzelnen Motoren an den Kreuzungspunkten
nur kurzzeitig ein relativ großes Drehmoment benötigen, während deren Stillstandszeiten
im Verhältnis dazu wesentlich größer sind. Es ist daher entsprechend den Fig. 2
und 3 zweckmäßiger, für alle Ringe einen gemeinsamen Motor 126 mit
einer Speicherschwungscheibe 128 vorzusehen und den Motor während des Verseilvorganges
ständig laufen zu lassen. Mit Hilfe der Magnetkupplungen 121' bis 124' wird dem
Motor nur kurzzeitig die Verdrehenergie entnommen, so daß man mit einem Motor kleiner
Leistung auskommt, da man die relativ langen Stillstandszeiten zum Aufladen der
Schwungscheibe heranziehen kann. Es ist ferner möglich, für Rechts- und Linksdrehung
der Ringe je
einen gesonderten Motor oder nur einen einzigen Motor mit Umkehrgetriebe
anzuordnen.