DE1106961B - Verfahren zur Herstellung von hydrierten Butadien-Polymerisaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von hydrierten Butadien-PolymerisatenInfo
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Description
DEUTSCHES
Die vorliegende Erfindung betrifft hydrierte, lineare Butadienpolymerisate.
Die Verbindungen der vorliegenden Erfindung werden durch Hydrierung von Butadienpolymerisaten hergesteEt,
bei denen wenigstens 90 % des Polymerisats durch 1,4-Addition des Monomeren gebildet werden. Diese
Polymerisate sind vorwiegend linear aufgebaut, wobei die Vinylungesättigtheit nicht mehr als 10% beträgt.
Die erfindungsgemäß hergestellten Polymerisate unterscheiden sich erheblich von Polymerisaten, die durch
Emulsionspolymerisation gewonnen werden, da Emulsionspolymerisate einen größeren Anteil an 1,2-Additionsprodukten
enthalten.
Die neuen Verbindungen sind im wesentlichen farblos, durchsichtig und können leicht stranggepreßt
werden.
Die Ungesättigtheit des Polymerisats wird durch Hydrierung vermindert, bis das Material eine Restungesättigtheit
von weniger als 30 % der ursprünglichen
Ungesättigtheit aufweist. Die Produkte unterliegen nicht dem Beanspruchungsabbau, haben gute Biegsamkeit,
geringe Asche, geringe Fließgeschwindigkeit, gute Zugfestigkeit, hohen kristallinen Biegepunkt und behalten
ihre Biegsamkeit bei niedrigen Temperaturen.
Synthetischer, durch Emulsionspolymerisation hergestellter Kautschuk ist hydriert worden, und nach
diesem Verfahren wurden plastische Produkte erhalten. Diese Substanzen haben viele günstige Eigenschaften für
verschiedene Anwendungszwecke; sie unterscheiden sich erheblich von den Produkten der vorliegenden Erfindung.
Kautschukartiges, durch Emulsionspolymerisation hergestelltes Polybutadien hat im allgemeinen 20 oder mehr
Prozent Vinylungesättigtheit, während die als Ausgangsprodukte der vorliegenden Erfindung verwendeten Polymerisate
10 oder weniger Prozent Vinylungesättigtheit aufweisen. Die hydrierten Emulsionspolymerisate können
stranggepreßt werden; aber das Verfahren ist recht schwierig, und der Preßling hat eine rauhe Oberfläche,
während die Produkte der vorliegenden Erfindung leicht zu einem Material mit glatter Oberfläche gepreßt werden
können. Die hydrierten Emulsuionspolymerisate sind amorph und haben daher keinen kristallinen Gefrierpunkt.
Sie werden im allgemeinen beim Erwärmen kautschukartig und schließlich weich und sehr viskos.
Sie sind häufig dunkel, grau bis schwarz, gefärbt, wenn sie nicht einer Spezialbehandlung, z. B. der Säurebehandlung
der USA.-Patentschrift 2 893 982, unterworfen werden. Die hydrierten Polymerisate der vorliegenden
Erfindung sind kristallin und haben einen kristallinen Gefrierpunkt über 65° C. Sie haben auch
eine geringe Fließgeschwindigkeit oder Schmelzviskosität. Filme und dünne Bogen sind durchsichtig und farblos
oder höchstens nur sehr schwach gefärbt. Sie haben eine viel engere Molekulargewichtsverteilung als Emulsions-Verfahren
zur Herstellung
von hydrierten Butadien-Polymerisaten
von hydrierten Butadien-Polymerisaten
Anmelder:
Phillips Petroleum Company,
Bartlesville, OkIa. (V. St. A.)
Bartlesville, OkIa. (V. St. A.)
Vertreter: Dr. F. Zumstein,
Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. E. Assmann
und Dipl.-Chem. Dr. R. Koenigsberger, Patentanwälte,
München 2, Bräuhausstr. 4
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 4. Dezember 1958
V. St. v. Amerika vom 4. Dezember 1958
William Bryan Reynolds, Exelsior, Minn. (V. St. Α.),
ist als Erfinder genannt worden
polymerisate. Sie können auch viel rascher als Emulsionspolymerisate
hydriert werden.
Die als Ausgangsprodukte der vorliegenden Erfindung verwendeten Polymerisate werden in Gegenwart verschiedener
Organometall- oder Metallhydrid-Katalysatoren-Systeme in bekannter Weise hergestellt. Wie
vorerwähnt, sind sie vorwiegend linear aufgebaut und haben nicht mehr als 10 °/0 Vinylungesättigtheit.
Die als Ausgangsmaterial der vorliegenden Erfindung verwendeten Polymerisate sind Homopolymerisate von
Butadien und Copolymerisate von Butadien und Styrol, wobei in der Polymerisationsbeschickung nicht mehr als
30 Gewichtsteile Styrol auf 100 Gewichtsteile Gesamtmonomere verwendet werden. Die Polymerisation kann
in Gegenwart eines beliebigen vorerwähnten Katalysatorsystems bewirkt werden.
Durch geeignete Wahl des Katalysators und der Verfahrensbedingungen bei der Herstellung des PoIybutadiens
können hydrierte Produkte mit einer Dichte von etwa 0,90 bis zu 0,93 oder höher bei 20° C erhalten
werden.
Die Hydrierung wird in Gegenwart eines Lösungs-. mittels, wie Cyclohexan, Methylcyclohexan, Decahydronaphthalin,
Benzol, Toluol, Dioxan, Isooctanen, Isoheptanen, n-Heptan, Tetrahydronaphthalin oder Mischungen
dieser Lösungsmittel, durchgeführt. Wenn aromatische Lösungsmittel verwendet werden, werden sie im allgemeinen
gleichzeitig mit dem Polymerisat hydriert.
109· 607/444
3 4
Die Hydrierung kann diskontinuierlich oder konti- Wendung von Emulsionspolymerisaten erforderlich ist.
nuierlich ausgeführt werden. Wenn ausreichend hydriert Polymerisation und Hydrierung können kontinuierlich
wurde, wird die Reaktion angehalten und die Dispersion unter Verwendung des gleichen Lösungsmittels während
oder Lösung z. B. durch Filtrieren, Zentrifugieren oder des ganzen Verfahrens ausgeführt werden. Da das PoIyeine
ähnliche Methode zur Entfernung des Katalysators 5 merisat vor der Hydrierung nicht abgetrennt wird, ist
behandelt. Der magnetisierbare Katalysator kann sehr es nicht notwendig, es durch Zugabe eines Antioxyvorteilhaft
entfernt werden, indem die Lösung oder dationsmittels zu schützen. Das Verfahren kann konti-Dispersion
nach der Hydrierung durch einen Füllkörper nuierlich oder diskontinuierlich ausgeführt werden. Wenn
geleitet wird, in dem ein starkes Magnetfeld herrscht, das die kontinuierliche Arbeitsweise angewendet wird, kann
durch einen Permanent- oder Elektromagnet erzeugt io der Hydrierkatalysator nach einer geeigneten Methode,
wird. Eine geeignete Vorrichtung besteht aus einem mit z. B. durch Zentrifugieren, abgetrennt und dann wieder
feiner Stahlwolle, dünnen magnetisierbaren Ringen oder in das Hydrierverfahren gebracht werden. Bei diskontifeinen
magnetisierbaren Netzen gefüllten Rohr, an nuierlicher Arbeitsweise kann der Katalysator abgetrennt
dessen Außenseite sich Magnete befinden. Die Ent- und wieder verwendet werden, solange er ausreichend
magnetisierung der Füllkörper ermöglicht die Ent- 15 aktiv ist.
fernung der Katalysatorteilchen aus den Füllkörpern. Wenn gewisse Katalysatorsysteme für die Butadien-
Eine geeignete Form eines Magnettrenners ist in der polymerisation verwendet werden, z. B. solche, bei denen
USA.-Patentschrift 2 786 047 beschrieben. ein Metallhalogenid mit einem Metall der Gruppe IV
Das hydrierte Polymerisat wird dann vom Lösungs- anwesend ist, z. B. Titantetrachlorid, soll dieser Bestand-
mittel oder Dispersionsmedium abgetrennt. 20 teil vor der Hydrierung aus der Polymerisatlösung ent-
Zur Hydrierung wird ein Nickel-Kieselgur-Katalysator fernt werden. Es können beliebige bekannte Methoden
verwendet. Vorzugsweise benutzt man einen feinverteilten angewendet werden. Das Polymerisat kann koaguliert,
Katalysator, der eine Teilchengröße von 1 bis 8 μ hat gewaschen, wieder aufgelöst und dann hydriert werden,
und bei einer Temperatur zwischen 260 und 4300C im Katalysatorrückstände, z. B. Jod oder Chlor und
Laufe von mehreren Stunden, indem Wasserstoff darüber- 25 Asche, können aus der Polymerisatlösung durch Waschen
geleitet wurde, aktiviert wurde. Diese Behandlung mit Wasser, verdünnter Säure oder verdünnter Base ohne
reduziert wenigstens einen Teil der Nickelverbindung zu Koagulation des Polymerisats entfernt werden. Wenn
elementarem Nickel; im allgemeinen wird 35 bis 40% man so verfährt, muß die Lösung vor der Zugabe des
des Nickels reduziert. Hydrierkatalysators getrocknet werden.
Die Menge an verwendetem Hydrierungskatalysator 30 In vielen Fällen wird sowohl für die Polymerisation als
beträgt 0,1 bis 15 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,5 Ge- auch für die Hydrierung vorzugsweise das gleiche Lösungswichtsprozent
oder mehr, bezogen auf das Polymeri- mittel verwendet; aber das ist nicht wesentlich. Wenn ein
satgewicht. niedrigsiedender aliphatischer Kohlenwasserstoff als
Zur Hydrierung wird im allgemeinen ein Druck Lösungsmittel für die Polymerisation verwendet wird, ist
zwischen Atmosphärendruck und 210 kg/cm2, Vorzugs- 35 es vorzuziehen, daß er vor der Hydrierung durch eine
weise 7 bis 70 kg/cm2, verwendet. Die Temperatur kann höhersiedende Substanz ersetzt wird. Es ist auch vorvon
200C bis zur Zersetzungstemperatur des Poly- zuziehen, daß die Hydrierung nicht in Gegenwart eines
merisats schwanken; die maximalen Temperaturen aromatischen Kohlenwasserstoff-Lösungsmittels ausgeliegen
bei 370 bis 5350C. Temperaturen zwischen 120 führt wird, da sowohl das Lösungsmittel als auch das
und 315°C werden bevorzugt. Die Reaktionszeit beträgt 40 Polymerisat hydriert werden. Wenn daher ein aromatischer
im allgemeinen 15 bis 24 Stunden, vorzugsweise 15 Mi- Kohlenwasserstoff als Polymerisationslösungsmittel benuten
bis 3 Stunden. Um Polymerisate mit den ge- nutzt wird, ersetzt man ihn vor der Hydrierung im allwünschten
Eigenschaften zu erhalten, soll die Unge- gemeinen durch Cyclohexan, Methylcyclohexan oder ein
sättigtheit auf einen Wert von etwa 0 bis 30 °/0, berechnet anderes geeignetes Lösungsmittel.
auf den theoretischen Wert von 100 % nicht hydriertem 45 Abgesehen von der Tatsache, daß man ein anderes
Polymerisat, vermindert werden. Kunststoffe mit sehr Produkt erhält, wenn die Ausgangspolymerisate der
interessanten Eigenschaften werden bei einer Unge- vorliegenden Erfindung an Stelle von Emulsionspoly-
sättigtheit von weniger als 5% erhalten. merisaten verwendet werden, liegt in ihrer Verwendung
Nach einer bevorzugten Durchführungsform der Her- ein wichtiger, nicht zu übersehender Vorteil. Die in
stellung der neuen, hier beschriebenen thermoplastischen 50 Gegenwart von Organometall-Katalysatoren hergestellten
Produkte wird Butadien-(1,3) in Gegenwart eines Polymerisate enthalten keinen Schwefel, wie Emulsions-
Alkyllithiumkatalysators, z. B. n-ButyUithium, unter polymerisate.
Verwendung eines Lösungsmittels, wie Cyclohexan oder Ein weiterer Vorteil der Verwendung der Polymerisate
Methylcyclohexan, polymerisiert. Die so erhaltene Poly- der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß geringere
merisatlösung wird direkt hydriert. Am Ende der Poly- 55 Katalysatormengen pro Polymerisateinheit verwendet
merisation wird zur Inaktivierung des Katalysators im werden können.
allgemeinen eine geringe Menge Wasser zugesetzt. In Die thermoplastischen Produkte der vorliegenden
dem System soll am besten kein ungelöstes Wasser Erfindung sind für viele Zwecke geeignet. Sie sind gute
anwesend sein, und daher sollte die hinzugesetzte Wasser- Materialien für das Umhüllen von Draht wegen ihres
menge die zur Sättigung des Lösungsmittels notwendige 60 geringen Aschegehalts, ihrer guten Biegsamkeit und
Menge nicht überschreiten. Für Cyclohexan soll die Menge leichten Strangpreßbarkeit und auf Grund der Tatsache,
Wasser 0,0094 g auf 100 g Cyclohexan nicht übersteigen. daß sie keinem Beanspruchungsabbau unterliegen. Wegen
Die Polymerisatlösung kann nach der Zugabe von Wasser ihrer Klarheit können aus diesen Polymerisaten sehr gut
sofort ohne Zwischenbehandlung hydriert werden. aussehende Preßgegenstände hergestellt werden. Sie
Da keine Bestandteile in der Polymerisatlösung vor- 65 liefern ein ideales Material für durchsichtige Spritzhanden
sind, die als Katalysatorgifte wirken, ist es nicht flaschen. Sie können auch zur Herstellung transparenter
notwendig, das Polymerisat zu koagulieren und abzu- Filme benutzt werden und sind dafür wegen ihrer hertrennen
und es dann vor der Hydrierung wieder aufzu- vorragenden Klarheit besonders günstig. Aus diesen
lösen. Man kann auch mit einer kleineren Menge an Polymerisaten gewonnene Filme können in der Wärme
Hydrierkatalysator erfolgreich arbeiten, als bei Ver- 70 schrumpfen und können heißversiegelt werden.
Polybutadien mit einem Mooney-Wert (ML-4) von 7 wurde nach folgender Vorschrift hergestellt:
Gewichts teile |
|
Butadien | 100 800 0,231 58 bis 77 3,2 100 |
Cyclohexan, technischer Reinheitsgrad... n-Butyllithium Temperatur, 0C Zeit, Stunden Umwandlung, °/0 |
Die Polymerisation wurde in einem Reaktionsgefäß von 761 Inhalt ausgeführt, das mit einem Rührer aus- 1S
gestattet war, wobei Cyclohexan als Lösungsmittel verwendet wurde. Die Polymerisation wurde bei 58° C
angeregt; aber durch eine hohe Anfangsreaktionsgeschwindigkeit stieg die Temperatur auf 770C. Nach
quantitativer Umwandlung wurde der Katalysator inaktiviert, indem die Polymerisatlösung in Cyclohexan
gegeben wurde, das etwa 0,1 Teil Wasser pro 100 Teile Monomeres enthielt. Zu der Lösung wurden 0,25 Teile
Tris-nonylphenyl-phosphit pro 100 Teile Kautschuk gegeben. Die Polymerisatkonzentration in der Lösung
betrug 10 Gewichtsprozent.
Ein Teil der Polymerisatlösung wurde in Isopropanol zur Koagulation des Polymerisats gegossen, das dann
abgetrennt und getrocknet wurde. Eine 2,5gewichtsprozentige Lösung des Polymerisats in Schwefelkohlenstoff
wurde hergestellt und das IR-Spektrum untersucht. Diese Untersuchung zeigte 8°/0 Vinylungesättigtheit,
47 % trans- und 45 °/0 cis-Configuration, insgesamt 92 %
1,4-Addition.
Ein 38-1-Hydriergefäß wurde mit Stickstoff gespült, und 16,7 kg Polybutadienlösung in Cyclohexan mit einem
Gehalt von 1,7 kg Polybutadien wurde zusammen mit 1200 ecm reduziertem Nickel auf Kieselgur als Katalysatorbrei
hinzugegeben. Der Katalysatorbrei wurde auf folgende Art hergestellt: 250 g Nickelhydroxyd auf
Kieselgur wurden mit Wasserstoff bei 413° C 4 Stunden mit Wasserstoff reduziert und mit 1000 ecm Methylcyclohexan
versetzt. Der Brei wurde mit Methylcyclohexan auf 2000 ecm aufgefüllt. Ein Teil dieses Lösungsmittels
wurde dazu verwendet, die Apparatur zu spülen, und wurde anschließend zu dem ursprünglichen Brei
hinzugegeben. Die zugegebene Katalysatormenge betrug, berechnet auf die nicht reduzierte Verbindung, 150 g
oder 9 Gewichtsprozent, berechnet auf das verwendete Polymerisatgewicht.
Das Stickstoffgas wurde nach der Zugabe der Polymerisatlösung und des Katalysatorbreis mit Wasserstoff
vertrieben und das Reaktionsgefäß mit Wasserstoff vor dem Erhitzen unter einen Druck von 24,5 atü gesetzt.
Die Mischung wurde dann erhitzt, während Wasserstoff in das System geleitet wurde, um den Druck, wie in der
folgenden Tabelle gezeigt wird, zu halten.
60
65
70
Zeit | Temperatur | Gesamtdruck |
Minuten | 0C | atü |
0 | Raumtemperatur | 24,5 |
30 | 143 | 24,5 |
38 | 185 | 30,1 |
45 | 188 | 33,9 |
60 | 204 | 35,7 |
85 | 221 | 35,7 |
100 | 213 | 35,0 |
115 | 188 | — |
135 | 166 | 32,2 |
145 | 166 | 8,0 |
Nachdem der Druck auf 8 atü gesenkt war, wurde versucht, den Katalysator durch Filtrieren der Substanz
unter Verwendung eines Druckfilters zu entfernen, aber die Polymerisatkonzentration war zu hoch für ein zufriedenstellendes
Verfahren. Man ließ die Mischung über Nacht stehen (etwa 16 Stunden), und sie wurde dann mit
Methylcyclohexan auf 8°[0ige Polymerisatkonzentration
verdünnt, auf 1500C erhitzt und unter Verwendung eines Druckfilters filtriert. Das Filter verstopfte sich
nach dem Durchgang von etwa 111 Substanz. Der nicht filtrierte Teil wurde über Nacht stehengelassen und anschließend
mit Methylcyclohexan auf 5 °/oige Polymerisatkonzentration
verdünnt, auf 150° C erhitzt und wie vorher filtriert. Das aus den zwei Filtrationen gewonnene hydrierte
Polymerisat wurde vereinigt und die physikalischen Eigenschaften mit folgenden Ergebnissen bestimmt:
Fließgeschwindigkeit 1J 1,96
Dichte2) 0,906
kristalliner Gefrierpunkt, 0C3) 90
Steilheit, at4) : 79,1
Streckgrenze, at (druckgepreßt)5) 92
Zugbruch, at (druckgepreßt)5) 229
Bruchdehnung, °/o (druckgepreßt)5) 917
!) ASTM-D1238-52T. Die Fließgeschwindigkeit ist als Gramm-Polymerisat
definiert, die in 10 Minuten durch eine Düse von 0,21 cm bei 1900C unter einer Belastung von 2160 g ausgepreßt
werden. Das Polymerisat wurde 5 Minuten ausgepreßt. Die ausgepreßte Substanz wurde abgeschnitten und verworfen.
Fünf Abschnitte von 30 Sekunden wurden dann gesammelt, auf Zimmertemperatur gekühlt und gewogen.
2) Die Dichtewerte wurden unter Verwendung einer Dichtemeßsäule
bestimmt, die nach dem Verfahren von Tung und Taylor, J. Polymer Science, 17, 441 (1955); a. a. O, 19, 598
(1956), und a. a Ο., 21, 144 (1956), hergestellt wurde. Zur Herstellung von Testproben wurde das Polymerisat aus
jedem Ansatz in einer auf 216° C erhitzten Form zu einer Platte gepreßt. Wenn das Polymerisat geschmolzen war,
wurde die Form mit einer Geschwindigkeit von 8,3° C pro Minute auf Zimmertemperatur abgekühlt. Anschließend
wurde die Scheibe aus der Form entfernt und ein Stück der Scheibe von etwa der Größe einer Erbse für den Dichte-Bestimmungstest
verwendet. Bei diesem Test wurde eine Röhre, die etwas langer als 1 m war und einen inneren Durchmesser
von 4 cm hatte, in 1-mm-Teile geteilt. Die Röhre wird dann mit einer Wasser-Äthanol-Mischung gefüllt, die so
hinzugegeben wurde, daß das Verhältnis von Äthanol zu Wasser von unten nach, oben fortschreitend ansteigt. Die
Dichte des flüssigen Inhalts vermindert sich so gleichmäßig die Röhre hinauf. Hohle Glasperlen bekannter Dichten im
Bereich der Dichteeinteilung der Röhre werden in die Säule gegeben, und diese Perlen setzen sich bis zu einem Punkt ab,
wo ihre Dichte im Gleichgewicht mit der der Flüssigkeit ist. Die Stellungen der Perlen werden graphisch gegen die Dichte
aufgetragen. Eine, wie gerade beschrieben, hergestellte Probe wird in die Säule fallengelassen, und nach etwa 15 Minuten
kommt die Probe bei einem Punkt zur Ruhe, wo ihr Gewicht genau gleich dem Gewicht der verdrängten Flüssigkeit ist.
Die Stellung wird festgestellt, und aus der graphischen Darstellung kann die Dichte mit einer Genauigkeit von
±0,0002 g/cm3 bestimmt werden. Da mit den Röhren bei Zimmertemperatur gearbeitet wird, müssen die Stellungen
der Perlen bei jedem Ansatz aufgetragen werden.
3) Eine Polymerisatprobe wurde geschmolzen und ein Thermoelement
hineingegeben. Die Temperatur wurde aufgezeichnet, als die Probe abkühlte. Der kristalline Gefrierpunkt wurde als
Mittelpunkt des Plateaus der Abkühlungskurve genommen.
4) ASTM-D-747-50. Ein Tinius-Olsen-Steifigkeitstester wurde
verwendet. Testproben, die aus gepreßten Scheiben geformt wurden, waren 1,3 cm breit, 11,4 cm lang und etwa 0,17 cm
dick. Der Test wurde bei 22,78°C ± 1,1°C ausgeführt. Für diesen Test wurde ein Gewicht von 113 g verwendet, und die
Biegespannweite betrug 5,1 cm.
5) ASTM-D412-51T. Testproben wurden aus einer Scheibe unter
Verwendung einer Typ-C-Form für Kautschukproben geformt. Diese Proben waren 11,4 cm lang, 0,63 cm im flachen Testteil
breit und 0,15 cm dick. Die Spannungs-Dehnungs-Eigenschaften wurden bei 22,80C ± 1,1° C erhalten. Die Querkopfgeschwindigkeit
bei diesen Tests betrug 51 cm pro Minute. Die Streckgrenze ist das erste Spannungsniveau auf der Spannungs-Dehnungs-Kurve,
bei der die Neigung der Kurve Null wird.
lJie lineare Kontraktion verschiedener hydrierter
Polymerisate, die nach dem gleichen oder praktisch gleichen Verfahren, wie es in diesem Beispiel dargestellt
wurde, hergestellt wurden, wurde von 22 bis —2000C
beobachtet. Beim Auftragen der Kontraktion gegen die Temperatur zeigt sich nicht die Anwesenheit einer Einfriertemperatur
(Phasenumwandlung zweiter Ordnung). Die Ungesättigtheit dieser Produkte reicht von 0 bis
weniger als 0,2% Restungesättigtheit.
Diese Ansätze wurden zur Polymerisation von Butadien unter Verwendung von n-Butyllithium als Katalysator
durchgeführt. Die hergestellten Polymerisate werden anschließend als A, B und C bezeichnet. Die Polymerisationsvorschriften
und Umwandlungsdaten werden anschließend gezeigt.
Gewichtsteile
B
B
Butadien
Cyclohexan
Butyllithium
Temperatur,
0C(0F)
0C(0F)
Zeit, Stunden
Umwandlung, %
Mooney-Wert
ML-4
ML-4
Eigenviskosität
Gel, %
IR-Analyse
Trans, %
Vinyl, %
Cis, %
100 780
0,128 (2 mMol)
57 (135)
2 100
47
7 bis 45 bis 100
780
780
0,134
(2,1 mMol)
(2,1 mMol)
60
(140)
(140)
1
100
100
33
45
7 bis 8
47 bis 48
47 bis 48
100 780
0,112 (1,75 mMol)
57 (135)
2 100
27
2,06 0
45
7 bis 8 47 bis 48
Eine geringe Menge Wasser wurde zu jedem Polymerisationsansatz hinzugegeben, um den Katalysator zu
inaktivieren, wobei darauf geachtet wurde, daß die zugegebene Wassermenge die Löslichkeit in Cyclohexan
nicht überschritt. Zur Sättigung von Cyclohexan sind 0,0094 g je 100 g an Wasser nötig. Das Polymerisat enthält
über 90% 1,4-Additionsprodukt.
Die als A, B und C bezeichneten Polymerisate wurden hydriert, wobei der im Beispiel 1 beschriebene Nickel-Kieselgur-Katalysator
verwendet wurde. Es wurden zwei Ansätze mit dem Polymerisat A durchgeführt, wobei
verschiedene Mengen an Hydrierungskatalysator benutzt wurden. Für die Hydrierung wurde ein 1700-ccm-Reaktionsgefäß
aus rostfreiem Stahl benutzt, das mit einem Rührer ausgestattet war. Die aus den Polymerisationsansätzen erhaltenen Polymerisatlösungen wurden für
die Hydrierung verwendet, ohne daß die Polymerisate abgetrennt und wieder aufgelöst wurden. Folgende
Substanzmengen wurden bei jedem Ansatz hinzugegeben.
Versuch Nr. | 3 | 4 | |
1 | 2 I | C | A |
A | B | 600 | 400 |
700 | 400 | — | 49,6 |
86,8 | 88 | 95 | 16 |
95 | 96 | 13 | 2 |
13 | 13,2 | — | 4 |
15 | 15 | 305 | 584 |
205 | 504 | 1000 | 1000 |
1000 | 1000 | ||
Verwendetes Polymerisat
Polybutadienlösung, ecm
Gewicht Polybutadien, g
Katalysatorbrei, ecm
Nichtreduziertes Nickel auf Kieselgur, g
Gewichtsprozent Katalysator1)
Methylcyclohexanspülung, ecm
Gesamtvolumen der Charge, ecm
') Berechnet auf das zugegebene Polymerisatgewicht.
Bei jedem Versuch wurde das Reaktionsgefäß mit Stickstoff gespült, die Bestandteile zugegeben, das Reaktionsgefäß
zweimal mit Stickstoff auf 14 atü Druck gesetzt und auf 0 atü abgelassen und dann zweimal mit
Wasserstoff auf 14 atü Druck gebracht und auf 0 atü abgelassen. Nach diesem Verfahren wurde das Reaktionsgefäß mit Wasserstoff auf 24,5 atü Druck gebracht und
mit dem Erwärmen begonnen. Wasserstoff wurde in das System geleitet, um den Druck, wie gezeigt, aufrechtzuerhalten.
Im einzelnen wurde bei jedem Ansatz folgendes Verfahren benutzt:
Versuch I
Zeit | Temperatur | Gesamtdruck |
Minuten | 0C | atü |
0 | Raumtemperatur | 177 |
22 | 93 | 199 |
34 | 163 | 201 |
40 | 199 | 260 |
62 | 232 | 260 |
97 | 232 | 260 |
127 | 232 | 260 |
172 | 232 | 260 |
267 | 232 | 260 |
277 | 149 | 260 |
Die Mischung wurde mit 800 ecm Methylcyclohexan verdünnt, auf etwa 71° C erhitzt und zur Entfernung des
Katalysators durch einen magnetischen Trenner geleitet. Das Polymerisat wurde ausgefällt, indem es in Isopropanol
gegossen wurde, und es wurde durch Filtrieren unter Verwendung eines Buchner-Trichters gewonnen. Es wurde
15 Stunden bei 100° C im Vakuum getrocknet. 53 g weißer, in kaltem Methylcyclohexan unlöslicher Kunststoff wurde
erhalten. Das Material ist nach dem Pressen durchsichtig.
Versuch II
Zeit | Temperatur | Gesamtdruck |
Minuten | 0C | atü |
0 | Raumtemperatur | 24,5 |
26 | 110 | 29,7 |
41 | 185 | 30,8 |
56 | 218 | 35,7 |
61 | 229 | 35,7 |
86 | 232 | 35,7 |
111 | 232 | 35,7 |
146 | 232 | 35,7 |
181 | 232 | 35 |
271 | 232 | 34 |
Die Reaktionsmischung wurde aus dem Reaktionsgefäß entfernt, das dann mit 11 Methylcyclohexan gespült
wurde. Die Spülflüssigkeit und weitere 1,51 Methylcyclohexan wurden zur Reaktionsmischung hinzugegeben. Das
Material wurde auf etwa 70° C erhitzt und zur Entfernung des Katalysators durch einen magnetischen Trenner geleitet.
Das Polymerisat wurde ausgefällt, filtriert und wie im Versuch I getrocknet. Ein weißes plastisches Produkt
(28,5 g) wurde erhalten. Das Material ist nach dem Pressen durchsichtig.
Versuch III
10 | Zeit | Temperatur | Gesamtdruck |
Minuten | 0C | atü | |
0 | Zimmertemperatur | 24,5 | |
19 | 99 | 27,3 | |
34 | 160 | 27,3 | |
44 | 196 | 26,6 | |
2o 54 | 232 | 35 | |
79 | 232 | 35,7 | |
129 | 232 | 35,7 | |
164 | 232 | 35,7 | |
25 204 | 229 | 43,3 | |
269 | 232 | 35 | |
Die Reaktionsmischung wurde aus dem Reaktionsgefäß entfernt, mit Methylcyclohexan verdünnt, der Katalysator
entfernt und das Polymerisat, wie im Versuch II beschrieben wurde, ausgefällt und filtriert. Das Produkt wurde
5 Stunden bei 100° C im Vakuum getrocknet. 43 g weißes plastisches Produkt wurden erhalten. Das Material ist
nach dem Pressen durchsichtig.
Versuch IV
Zeit | Temperatur | Gesamtdruck | |
45 | Minuten | 0C | atü |
0 | Zimmertemperatur | 24,5 | |
30 | 99 | 24,5 | |
50 | 65 | 232 | 35 |
105 | 232 | 35 | |
160 | 232 | 34,3 | |
190 | 232 | 34,3 | |
55 | 220 | 232 | 35 |
285 | 232 | 35 |
Die Reaktionsmischung wurde aus dem Reaktionsgefäß entfernt, das dann mit 11 Methylcyclohexan gespült
wurde. Die Spülflüssigkeit und ein weiteres Liter Methylcyclohexan wurden zur Reaktionsmischung hinzugegeben.
Nach dem Erhitzen auf 7O0C wurde es durch einen
magnetischen Trenner zur Entfernung des Katalysators geleitet. Das Polymerisat wurde ausgefällt, indem die
Lösung in Isopropanol gegossen wurde. Es wurde filtriert und 15 Stunden bei 100° C im Vakuum getrocknet. Ein
weißes plastisches Produkt (35,5 g) wurde erhalten. Das Material ist nach dem Pressen durchsichtig.
109 607/444
11 12
Die physikalischen Eigenschaften wurden bei allen vier hydrierten Polymerisaten bestimmt. Folgende Ergebnisse
wurden erhalten:
Mooney-Wert (ML-4) des Ausgangspolybutadiens Gewichtsprozent Katalysator bei der Hydrierung
Ungesättigtheit, 0I0 1)
Eigenviskosität2)
Fließgeschwindigkeit3)
Dichte1)
Kristalliner Gefrierpunkt, 0C*)
Steifigkeit, at4)
Streckgrenze (druckgepreßt), at4)
Zugbruch (druckgepreßt), at4)
Bruchdehnung (druckgepreßt), °/0 4)
Elastizitätsmodul, at5)
4,5
15
15
<0,2
1,68
1,62
0,9113
± 0,56
0,87
94
207
867
1,02
1,68
1,62
0,9113
± 0,56
0,87
94
207
867
1,02
33
15
1,60
1,55
0,9144
98
1,55
0,9144
98
1,19
102
213
990
1,23
102
213
990
1,23
27
1,66 1,31 0,9109 95 0,87 102 229 1000 1,02
4,5 4 <0,2
1,03 0,9090 95 6,65 93 226 960 0,88
1J Die Ungesättigtheit wurde bestimmt, indem 0,2 g festes Polymerisat in 50 ml Cyclohexan gegeben und die Mischung 4 Stunden
bei 800C zur Auflösung des Polymerisats erhitzt wurde. Die Lösung wurde auf Zimmertemperatur (etwa 25° C) abgekühlt, und ein Überschuß
an Jodmonochlorid, in gereinigtem Chloroform aufgelöst, wurde hinzugegeben. Die Mischung wurde auf 250 ml durch Zugabe
einer 75 : 25-Mischung (Volumen) von CS2 und Chloroform aufgefüllt. Sie wurde 1 Stunde bei 25°C in ein Bad von konstanter Temperatur
gesetzt; anschließend wurde ein Anteil von 25 ml entnommen und das Jod mit Natriumthiosulfat titriert.
2J Eine Lösung von 0,1000 g Polymerisat in 50 ml Tetrahydronaphthalin wurde hergestellt, die Lösung auf eine Temperatur von
130oC±0,2°C gebracht und die Zeit in Sekunden bestimmt, die zum Fließen von der oberen zur unteren Markierung eines Ostwald-Fenske-Viskosimeters
benötigt wurde. Der Wert wurde mit dem für Tetrahydronaphthalin allein erhaltenen verglichen.
3) Das im Beispiel 1 beschriebene Verfahren wurde befolgt, jedoch wurden bei den Versuchen I und IV fünf Abschnitte von 1 Minute
gesammelt. Bei den Versuchen II und III wurden fünf Abschnitte von 30 Sekunden gesammelt. Alle gesammelten Abschnitte wurden
dann auf Zimmertemperatur abgekühlt und gewogen. Ein Durchschnitt der fünf Werte aus jedem Versuch wurde erhalten und die Fließgeschwindigkeit
berechnet.
') Wie im Beispiel 1.
■*) Zugproben wurden verwendet. Die Querkopfgeschwindigkeit betrug 0,13 cm/Minute und die Diagrammgeschwindigkeit
1,3 cm/Minute.
Beispiel 3 verschiedene Ungesättigtheitsgrade hydriert. Die bei
Polybutadien wurde nach folgender Vorschrift her- 35 jedem Versuch eingesetzten Materialmengen werden
gestellt: anschließend angegeben:
Butadien
Cyclohexan
n-Butyllithium
Temperatur, 0C (0F) .
Zeit, Stunden
Umwandlung, °/0
Mooney-Wert (ML-4)
Gewichtsteile
100
780
0,32(5,OmMoI) 60 (140) 3 quantitativ
zu niedrig, um den Wert zu messen
0,83 0
Eigenviskosität1)
Gel, %
1J Wie im Beispiel 2.
Das Polymerisat, das über 90°/0 1,4-Additionsprodukt
enthielt, wurde unter Verwendung des im Beispiel 1 beschriebenen Nickel-Kieselgur-Katalysators auf zwei
Polybutadienlösung, ecm
Gewicht Polybutadien, g
Katalysatorbrei, ecm
Nichtreduziertes Nickel auf Kieselgur, g
Gewichtsprozent Katalysator,
berechnet auf das Polymerisatgewicht
berechnet auf das Polymerisatgewicht
Hinzugegebenes Cyclohexan, ecm ..
Volumen der Gesamtmenge, ecm ...
Versuch Nr. '
900
65
100
12,5
19
1000
I I 57,6 j 4,6
1,0 200 1004,6
Das gleiche Verfahren, wie es im Beispiel 2 beschrieben
wurde, wurde für die Hydrierung verwendet. Aus der folgenden Tabelle gehen Einzelheiten über die Versuche
hervor.
Versuch I
Zeit | Temperatur | Gesamtdruck | Zeit | Temperatur | Gesamtdruck |
Minuten | 0C | atü | Minuten | °C | atü |
0 | Raumtemperatur | 25,9 | 0 | Raumtemperatur | 28 |
12 | 49 | 31,5 | 28 | 132 | 34,3 |
25 | 110 | 31,5 | 58 | 232 | 35 |
55 | 232 | 35 | 88 | 232 | 35,7 |
105 | 232 | 35 | 118 | 232 | 35,7 |
155 | 232 | 35 | 183 | 232 | 35 |
205 | 232 | 35 | 198 | 232 | 35 |
285 | 149 | 268 | 152 |
Bei Versuch I wurde das Filtrat auf 10° C abgekühlt.
Das Polymerisat fiel aus und wurde durch Filtrieren unter Verwendung eines Buchner-Trichters abgetrennt.
Es wurde 7 Stunden im Vakuum bei 100° C getrocknet. Es wurde ein weißes plastisches Produkt von 54 g
Gewicht erhalten.
Unmittelbar nach der Filtration, bei Versuch II, wurden 0,06 g 4,4'-Butyliden-bis-(6-tert.-butyl-m-cresol)
zu dem Filtrat hinzugegeben, das dann in Isopropanol zum Ausfällen des Polymerisats gegossen wurde. Das
Polymerisat wurde filtriert und 15 Stunden bei 100° C im Vakuum getrocknet. Es war ein weißes plastisches
Material von 50 g Gewicht. Beide Versuche ergaben ein Material, das beim Pressen durchsichtig ist.
Die physikalischen Eigenschaften wurden bei jedem Produkt bestimmt. Folgende Ergebnisse wurden erhalten
:
I | II | |
Ungesättigtheit, % Fließgeschwindigkeit Dichte |
5,1 13,54 0,9135 95 ± 0,6 108 42 |
24,6 0,57 0,9101 94 ± 0,6 75 23,1 |
Kristalliner Gefrierpunkt, 0C Zugbruch (druckgepreßt), at Bruchdehnung (druck gepreßt), at |
Das Verfahren vom Beispiel 1 wird unter Verwendung einer Mischung von 70 Teilen Butadien-(1,3) und 30 Gewichtsteilen
Styrol zur Gewinnung eines synthetischen Kautschuks wiederholt. Dieses Butadien-Styrol-Copolymerisat
wird nach Beispiel 1 bis zu einer restlichen aliphatischen Ungesättigtheit von etwa 5°/0 hrydiert.
Das hydrierte Produkt hat im wesentlichen die gleichen Eigenschaften wie das hydrierte Polymerisat vom Beispiel
1.
Bei den Beispielen wurde die Art der Ungesättigtheit durch IR-Analyse des Polymerisats, das kein Antioxydans
enthielt, bestimmt, indem eine 2,5gewichtsprozentige Lösung in Schwefelkohlenstoff gebildet wurde. Wenn das
Polymerisat Antioxydans enthielt, wurde es durch zweimaliges Ausfällen des Polymerisats aus Cyclohexan vor
der Herstellung der Schwefelkohlenstofflösung entfernt.
Bei der IR-Analyse betrug die zur Bestimmung der Trans-1,4-Ungesättigtheit verwendete Bande 10,3 μ und
die zur Bestimmung der Vinylungesättigtheit benutzte maximale Absorptionsbande 11,0 μ. Die IR-Spektren
wurden mit Hilfe eines Perkin-Elmer-Modell-21-Spektrophotometers
aufgenommen, das mit einem Natriumchloridprisma ausgestattet war. Kompensation für das
Schwefelkohlenstofflösungsmittel wurde erhalten, indem eine mit Schwefelkohlenstoff gefüllte Zelle in den Bezugsstrahl gesetzt wurde.
Die Absorptionswerte von Trans-1,4- und Vinyl-Ungesättigtheit
wurden bei den 10,3- und ΙΙ,Ο-μ-Banden bestimmt, indem der Log (Io/I) bestimmt wurde, wobei I0
und I die Intensitäten der einfallenden und transmittierten Strahlung sind. Das Verfahren gibt durchschnittliche
Abweichungen bis zu 0,2 °/0 mit einer geschätzten Genauigkeit von 2°/0.
Alle Mooney-Werte wurden bei 100° C bestimmt.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung eines hydrierten Butadien-Homo- oder Butadien-Styrol-Mischpolymerisats
durch Hydrieren des gelösten Polymerisats mit Wasserstoff in Gegenwart eines Hydrierkatalysators,
dadurch gekennzeichnet, daß man als Ausgangspolymerisat ein Homopolymerisat von Butadien-(1,3)
oder ein Copolymerisat von Butadien-(1,3) und nicht mehr als 30 Gewichtsprozent Styrol, in denen wenigstens
90°/0 der Butadien-Einheiten im Polymerisat durch 1,4-Addition gebunden sind, verwendet und die
Hydrierung so weit führt, bis die Ungesättigtheit auf einen Wert von weniger als 30 °/0 der Ausgangsungesättigtheit
vermindert ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Hydrierkatalysator einen
Nickel-Kieselgur-Katalysator verwendet.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydrierung bei einer
Temperatur von 120 bis 315° C ausführt.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Hydrierung bei einem
Druck zwischen 7 und 70 atü ausführt.
5. Ausführungsform nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man eine Polymerisatlösung,
die durch Polymerisation des oder der Monomeren in Gegenwart eines Alkyl-Lithium-Katalysators
unter Verwendung eines Cycloparaffin-Lösungsmittels hergestellt worden ist und deren Katalysator durch
Zugabe einer zur Sättigung des Lösungsmittels nicht ausreichenden Menge Wasser inaktiviert worden ist,
direkt hydriert.
In Betracht gezogene Druckschriften: Französische Patentschrift Nr. 1 051 499;
»Rubber Chemistry and Technology«, Bd. 31, S. 156 bis 165.
© 1Oi 607/444 5.61
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
US863256XA | 1958-12-04 | 1958-12-04 |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE1106961B true DE1106961B (de) | 1961-05-18 |
Family
ID=22197830
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DEP24024A Pending DE1106961B (de) | 1958-12-04 | 1959-12-04 | Verfahren zur Herstellung von hydrierten Butadien-Polymerisaten |
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Country | Link |
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FR (1) | FR1248672A (de) |
GB (1) | GB863256A (de) |
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---|---|---|---|---|
SE307674B (de) * | 1963-12-26 | 1969-01-13 | Shell Int Research | |
US3513141A (en) * | 1967-08-08 | 1970-05-19 | Phillips Petroleum Co | Process for improving ozone resistance of hydrogenated rubber |
US5352744A (en) * | 1993-03-15 | 1994-10-04 | University Of Minnesota | Method for hydrogenating polymers and products therefrom |
Citations (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
FR1051499A (fr) * | 1950-12-20 | 1954-01-15 | Phillips Petroleum Co | Perfectionnements relatifs aux matières plastiques |
-
1959
- 1959-11-25 GB GB39991/59A patent/GB863256A/en not_active Expired
- 1959-11-30 FR FR811708A patent/FR1248672A/fr not_active Expired
- 1959-12-04 DE DEP24024A patent/DE1106961B/de active Pending
Patent Citations (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
FR1051499A (fr) * | 1950-12-20 | 1954-01-15 | Phillips Petroleum Co | Perfectionnements relatifs aux matières plastiques |
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
GB863256A (en) | 1961-03-22 |
FR1248672A (fr) | 1960-12-23 |
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