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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Amplituden-bzw. Verlauffilters
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung
eines Amplituden-bzw. Verlauffilters nach Anspruch 5 des Hauptpatents. Das Hauptpatent
bezieht sich in erster Linie auf ein Verfahren zum Korrigieren von Bildfehlern des
von einem optischen System entworfenen Bildes eines Objektes mittels eines optischen
Verlauffilters, dessen Verlauf ein bestimmtes Gesetz einer Übertragungsfunktion
verkörpert. Nach Anspruch 5 des Hauptpatentes. dient zur Durchführung dieses Verfahrens
ein Amplituden- bzw. Verlauffilter, das aus einem keine Phasenverschiebung hervorrufenden
Mittel besteht. Das Hauptpatent sieht auch bereits vor, daß dieses Filter mit einer
auf fotografischem Wege in unterschiedlichem Verlauf hergestellten Schwärzung versehen
ist: Die weitere Ausbildung der Erfindung besteht in einem Verfahren zur Herstellung
eines solchen Filters auf fotografischem Wege, bei dem auf einfachste Weise die
Verhinderung der Phasenverschiebung bewirkt wird.
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Über die Ausführungsbeispiele des Hauptpatentes hinaus ist ein auf
die neue Art und Weise hergestelltes Filter mit Vorteil auch auf die Berichtigung
von Kontrastunterschieden anwendbar, und zwar nicht nur bei schwarzweißempfindlichen,
sondern auch bei farbempfindlichen fotografischen bzw. farbfotografischen Schichten.
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Gemäß der Erfindung wird eine solche Schicht eines Schichtträgers
nach dem gewünschten Verlauf gesetzt, d. h. mit einem bestimmten Verlauf unterschiedlicher
optischer Dichte unterschiedlich geschwärzt, anschließend entwickelt und dann durch
Einbettung mit einem Mittel zur Unterdrückung einer Phasenverschiebung überzogen.
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Die Unterdrückung einer Phasenverschiebung bei Verlauffiltern nach
dem Hauptpatent kann man erfindungsgemäß nun erreichen, wenn man den Brechungsindex
des Einbettungsmittels praktisch demjenigen der Emulsionsschicht gleich wählt. Vorzugsweise
sollen Unterschiede in den Brechungsindizes nicht mehr als zwei Einheiten der zweiten
Dezimale betragen.
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Als ein in diesem Sinne geeignetes Mittel zur Unterdrückung einer
Phasenverschiebung hat sich vorzugsweise ein Überzug aus Kunstharz über die Emulsionsschicht
erwiesen, wobei mittels einer plangeschliffenen optischen Fläche die Kunstharzoberfläche
ebenfalls optisch plan gemacht wird und sichergestellt wird, daß das Filter eine
planparallele Einheit darstellt.
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Es wurde gefunden, daß vor allem Kunstharze der Polyestergruppe, die
kein Lösungsmittel enthalten bzw. auspolymerisierbar sind, die vorgenannten Bedingungen
am besten erfüllen.
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Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung
eines Verlauffilters bedient man sich am einfachsten einer Küvette, die eine absorbierende,
z. B. gefärbte Lösung und einen nicht absorbierenden Körper enthält. Die ganze Einheit
wird z. B. mittels eines gewöhnlichen fotografischen Apparates fotografiert, wobei
der Schichtträger nach Entwickeln seiner fotografischen Schicht zusammen mit dem
Einbettungsmittel das gewünschte Verlauffilter bildet; dazu ist vorausgesetzt, daß
die Gestalt des nicht absorbierenden Körpers beim Fotografieren das gewünschte Verlaufgesetz
durch entsprechende Schwärzung der Schicht bestimmt.
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Will man z. B. zum Korrigieren von Bildfehlern an Luftbildaufnahmen
od. dgl. gemäß dem Hauptpatent eine Bildkorrektur in zwei Dimensionen gleichzeitig
bewirken und zu diesem Zweck ein rundes Verlauffilter herstellen, das das gewünschte
Verlaufgesetz nach allen Richtungen der Filterebene erfüllt, so bringt man in die
Küvette mindestens einen Konus aus optischem Glas in den Strahlengang ein, wobei
die Kegelbasis der zu schwärzenden Schicht zugekehrt ist.
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Will man aber ein Filter mit nur eindimensionalem Verlauf herstellen,
so wird in die Küvette mindestens ein gleichseitiges Prisma in den Strahlengang
eingebracht,
wobei die größte Seite des Querschnitts der zu schwärzenden
Schicht zugekehrt ist.
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Ein derartiges eindimensional verlaufendes Filter kann im Sinne des
Hauptpatentes mit besonderem Vorteil auf die Korrektur von Bildern angewendet werden,
die anamorphotisch, d. h. mit einen verzerrten Verhältnis von Länge zu Breite fotografisch
aufgenommen worden sind, z. B. anamorphotische Kinofilme. Bei solchen verzerrten
fotografischen Aufnahmen ergibt sich notwendig, daß bei der Entzerrung in der Entzerrungsrichtung
ein Kontrastverlust nach Maßgabe des Verzerrungsverhältnisses auftritt. Diesen Verlust
kann man nun rückgängig machen, indem man ein in seinem Verlauf auf dieses Verzerrungsverhältnis
abgestimmtes und nach der Erfindung hergestelltes Filter mit eindimensionalem Verlauf
bei der Bildkorrektur verwendet, und zwar vorzugsweise bei der Anfertigung des Positivs
von dem verzerrten Negativ. Das dabei angewendete Filter soll dann nur in der Verzerrungsrichtung
einen den Kontrastverlust ausgleichenden Schwärzungsverlauf bzw. Wirkungsgrad erhalten.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel für das Verfahren und
die Vorrichtung gemäß der Erfindung schematisch dargestellt, und zwar zeigt Fig.
1 eine Draufsicht auf eine gefärbte, absorbierende Lösung enthaltende Glasküvette,
die einen nicht absorbierenden Körper enthält, und Fig. 2 den Strahlengang bei der
Aufnahme der gegen Fig. 1 um 90° verdreht in Seitenansicht dargestellten Küvette
mittels eines Fotoapparates, der als Schichtträger den Träger des herzustellenden
Filters aufweist.
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Gemäß Fig. 1 enthält eine z. B. rechteckige und allseitig geschlossene
(oder oben offene) Glasküvette 1 einen Glaskörper 2 und im umgebenden Raum eine
gefärbte Flüssigkeit 3. Soll ein zweidimensionales Verlauffilter hergestellt werden,
so ist dieser Glaskörper ein Kegel mit zum Boden der Küvette senkrechter Achse.
Soll ein eindimensionales Verlauffilter hergestellt werden, so ist der nicht absorbierende
Glaskörper ein gleichseitiges Prisma. In- beiden Fällen liegt die Grundfläche bzw.
die größere Seite des Querschnitts des Glaskörpers gemäß Fig.2 an derjenigen Wandung
der Küvette an, die dem Fotoapparat zugekehrt ist.
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Gemäß Fig. 2 ist 4 eine Lichtquelle, deren Licht die Küvette 1 durchdringt.
In der fotografischen Kamera 5 wird die Küvette auf der lichtempfindlichen Schicht
eines Schichtträgers 6 (Film oder Platte) abgebildet.
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Wie ersichtlich, kann durch die Bemessung des Glaskörpers 2 und das
Ausmaß der Färbung bzw. Absorption der Flüssigkeit 3 ein gewünschtes Verlaufgesetz
beim Entwickeln der fotografischen Schicht erreicht werden. Bei geeigneter Wahl
des fotografischen Materials kann das Verlauffilter anstatt einer Schwärzung durch
Silberkörner auch gefärbt mit einem gewünschten Verlaufeffekt hergestellt werden.
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Nach dem Entwickeln der lichtempfindlichen Schicht wird das Kunstharz
auf die Schicht aufgebracht und durch Aufbringen einer planparallelen Schicht, z.
B. einer optisch reinen dünnen Glasplatte, dafür gesorgt, daß keine Phasenverschiebungen
auftreten.